Wahrhaftige vs. toxische Positivität : Worin liegt der Unterschied?

Toxische Positivität: Titelbild mit Luftballons, auf denen Smiley zu sehen sind

Positivität ist ein Begriff, unter dem sich jeder etwas vorstellen und die positiven Vorzüge dieser Charaktereigenschaft verstehen kann. Doch nicht alle wissen, dass Positivität in einem überzogenen oder gar ungesunden Maße in toxischer Positivität enden kann.

Eine positive Einstellung gegenüber dem Leben zu haben ist essenziell, um Hürden und andere Herausforderungen zu überstehen. Denn nur mit dem Blick auf das Positive schaffen wir es uns in jeglichen Situationen flexibel anzupassen, ohne dabei bestimmten Zweifeln zu verfallen. Dabei jedoch ausschließlich gute Laune zu haben und positive Gedanken zu verbreiten, ist unmöglich. Und trotzdem sehen wir immer mehr ein bestimmtes, realitätsfernes Bild eines perfekten Lebens ohne Sorgen vieler Menschen, welches um jeden Preis aufrechterhalten werden möchte. Auf vielen Social-Media Accounts sieht man perfekte Körper, nur gute Laune und Geld im Überfluss. Und all das wird „wenn man einfach dran bleibt“ erreicht – so scheint es zumindest.

Unter dem Druck des Selbstoptimierungswahns und der Außenpräsentation erhalten negative Phasen im Leben keine Schaubühne, sondern werden einfach weggelächelt, kleingeredet oder gekonnt vertuscht. Bei manchen führt diese konsequent positiven Denk- und Lebensweise so weit, dass sie nicht mehr echt und authentisch wirkt, sondern erzwungen. All das trägt zu einem der aktuell problematischsten gesellschaftlichen Normen: der toxischen Positivität. 

Doch was ist toxische Positivität eigentlich genau? Und gibt es so etwas wie wahrhaftige Positivität? Und wenn ja, wie unterscheide ich die beiden und entscheide mich für die Zweitere? Diese und noch mehr Fragen werden in diesem Artikel  beantwortet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist toxische Positivität?

Das Wort toxisch stammt von dem lateinischen toxicum ab und beschreibt dabei etwas, das giftig und schädlich ist – letztendlich also etwas, das erkrankende Substanzen enthält. Es mag widersprüchlich erscheinen, aber Positivität kann tatsächlich toxisch werden. 

Toxische Positivität beschreibt dabei nämliche eine „Scheinpositivität“, die alle negativen Gefühle nicht nur unterdrückt, sondern erst gar nicht zulässt. Und das nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei anderen. Anstatt die negativen Gefühle anzunehmen und zu akzeptieren, um sie dann zu verarbeiten, werden jegliche Auslöser ignoriert, die den Umgang mit den negativen Gefühlen fördern könnten – ganz nach dem Motto Good vibes only. Negative Emotionen werden dabei schlichtweg als Hindernisse zur persönlichen Erfüllung definiert. 

Als Folge dessen werden unerwünschte Gefühle oft klein geredet, da sie mitunter schambehaftet sind. Wer will schon der Jammerlappen unter den strahlenden Dauergrinsern sein?

Das Problem ist aber folgendes: Wenn Positivität auf jede Situation angewandt wird und keinerlei Widerspruch mehr zulässt, wird sie toxisch. Das passiert, wenn die Annahme besteht, dass ein Leben nur dann gelungen ist, wenn es durchweg  aus positiven Gefühlen bestehen muss. Dabei wird aber eines außer Acht gelassen: Es entsteht ein persönlicher Druck. Nämlich der Druck immer positiv gestimmt sein zu müssen. Diesem Gefühl nachzueifern, fällt die eigene Gelassenheit und das intuitive Lebensgefühl zu Last. Dies fördert dann ein Zustand, der über einen längeren Zeitraum in einen Kreislauf übergehen kann, den wir so leicht nicht mehr durchbrechen können.

Wir haben dir ein paar beispielhafte Verhaltensweisen und Aussagen klassischer toxischer Positivität zusammengefasst.

 Du jammerst ständig. Sei doch mal wieder so lebendig und fröhlich wie früher! Du kannst das doch!
So schlimm ist das doch nicht. Ändere einfach deine innere Einstellung und dann wird schon alles.
Bleib immer positiv. Diese Negativität bringt dich nirgendwo hin!

Alle deine Probleme können gelöst werden, indem du nur deine Einstellung änderst.
Das klappt schon. Du solltest nicht so negativ sein.
Einfach dranbleiben! Alles wird schon wieder!

Es gibt Menschen, die haben nichts zu essen und zu trinken. Du hast gar kein Recht, dich so zu fühlen.
Louis hat seinen Vater verloren und du nur deine Prüfung nicht bestanden. Es gibt wichtigeres im Leben.
Ich habe das auch schon durch, aber das schafft man mit dem richtigen Mindset. Du musst einfach nur das Gute sehen!

Konsequenzen der toxischen Positivität

All diese oben genannten Aussagen tragen nicht zur Auflösung eines Problems bei, sondern lediglich dabei einer Idealvorstellung eines durchweg positiven Lebens zu entsprechen. Wenn sich Menschen in Situationen befinden, die sie selbst als schlimm und aussichtslos empfinden, hilft es nicht, ihnen als Außenstehender zu erklären, dass sie es doch positiv sehen sollten.

Wird diese toxische Positivität regelmäßig angewandt, kann es dann mit der Zeit geschehen, dass sich Menschen abkapseln und entfernen, um zu versuchen, die Probleme alleine zu lösen. Das tun sie, da sich der Person mitzuteilen mehr wehtut, als das alleine durchzumachen. Sie fühlen sich letztendlich missverstanden und alleine gelassen, da die toxische Positivität sogar wie ein Verstärker auf deren schlechte Laune wirkt. 

Das Gleiche passiert im Umkehrschluss auch bei dir, wenn du die toxische Positivität auf Gefühle und Erfahrungen deinerseits anwendest. Wenn du deine eigenen Gefühle nicht würdigst, kapseln sich diese irgendwann ab und werden unterdrückt. 

Gefühle nicht zuzulassen stumpft einen selber ab und lässt dich dann nicht mehr nur die negativen Gefühle nicht fühlen, sondern auch die Positiven. So können sich mit der Zeit Ängste oder andere psychische Störungssymptome entwickeln und aktiv auf die menschliche Gesundheit auswirken – und das nur aus der Intention heraus, einen positiven Schein aufrecht zu halten.

Ich schaue immer gerne auf die optimistische Seite des Lebens, aber ich bin realistisch genug, um zu wissen, dass das Leben eine komplexe Angelegenheit ist.

Walter Elias „Walt“ Disney (1901-1966-), US-amerikanischer Trickfilmzeichner und Gründer der Walt Disney Company Tweet

Was ist wahrhaftige Positivität? 

Um toxische Positivität noch besser eingrenzen zu können, ist es wichtig zu wissen, was denn dann im Gegensatz wahrhaftige Positivität ist. Das deutsche Wort Positivitätleitet sich aus dem spätlateinischen positivus ab und beschreibt dabei etwas Wünschenswertes und Erfreuliches.

In der Medizin erklärt ein positiver Befund, dass etwas vorliegt. Wenn wir jedoch von der Psyche sprechen, dann verbinden wir mit einer positiven Einstellung oft Zustände wie Optimismus, Zuversicht und Selbstbewusstsein. Jedoch schafft es dabei die wahrhaftige Positivität die negativen Emotionen nicht auszuklammern, sondern effektiv mit diesen umzugehen. 

Diese Art der Positivität ist meist nicht angeboren, sondern vielmehr eine Eigenschaft, die man sich antrainieren kann. Zudem gibt es dabei nicht Menschen, die entweder positiv oder negativ sind – jeder Mensch kann in verschiedenen Bereichen anders gepolt sein.

In den Bereichen, in denen man jedoch positiv gestimmt ist, schätzt man die Vielfalt an Emotionen, die man besitzt. Man lässt jedes Gefühl so sein wie es ist, akzeptiert es, verarbeitet es und entscheidet sich daraufhin mit vollem Bewusstsein und mit Verantwortung, das Positive aus der Situation herauszufiltern.

Hier muss man die positive Einstellung stark von der Naivität unterscheiden, die manchmal dem Begriff der Positivität vorgeworfen wird. Unter Naivität versteht man Grundzüge einer Persönlichkeit, die nicht hinterfragt werden. Wenn eine Person naiv ist, nimmt sie jegliche Situationen leichtgläubig an und sieht die Welt durch einen rosaroten Filter.

Das ist jedoch ein Trugschluss: Denn wenn man wahrhaftig positiv gestimmt ist, erkennt man gewisse Risiken in bestimmten Situationen. Man leugnet sie aber nicht und entscheidet sich bewusst dafür, die Aufmerksamkeit auf das positive Resultat zu richten. Durch dieses Verhalten besinnt man sich darauf, dass man aus allem etwas lernen und für sich mitnehmen kann – aus dem Guten, wie auch aus dem weniger Guten. Das ist letztlich eine Positivität, die so weit geht, dass sie alles Negative mit einbezieht und berücksichtigt.

Die ganze Vielfalt, der ganze Reiz, die ganze Schönheit des Lebens besteht aus Schatten und Licht.

Leo Tolstoy (1828-1910), russischer Schriftsteller Tweet

Worin liegt der Unterschied zwischen wahrhaftiger und toxischer Positivität?

Im Vergleich zur toxischen Positivität, geht es bei der wahrhaftigen Positivität nicht darum, negative Gedanken und Gefühle zu ignorieren, sondern sie zu akzeptieren, bevor man sich bewusst dafür entscheidet, die Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte einer Situation zu lenken.

Das bedeutet also nicht, dass wir uns immer darauf konzentrieren müssen glücklich zu sein, obwohl wir gerade bspw. enttäuscht sind. Stattdessen bedeutet es, mit dem Gefühl der Enttäuschung positiv und wertschätzend umzugehen.

Jeder darf mit positiven Gefühlen leben wollen. Es ist jedoch eine andere Sache, sich selbst oder anderen Personen die negativen Gefühle abzusprechen. Daher ist es wichtig zu wissen, wie man mit der toxischen Positivität umgehen kann, um diese aus dem eigenen Leben zu streichen. 

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Wie gehe ich effektiv mit toxischer Positivität um? 

Im Verlauf dieses Beitrags sollte dir bereits klar geworden sein, dass wahrhaftige Positivität für dich und dein Umfeld um einiges besser ist als toxische Positivität. Wenn auch du lernen möchtest, wie du effektiv wahrhaftige Positivität in dein Leben ziehen und toxische Positivität vermeiden kannst, gehe folgende Punkte und Tipps durch. Greife dir dazu gerne einen Stift und Zettel, um das Ganze für dich festzuhalten. 

Erkenne, wo du negativen Gefühlen aus dem Weg gehst

Denke dabei gesondert an dich und dein Umfeld. Auf der einen Seite kann es negative Gefühle geben, die du für dich nicht fühlen möchtest und daher verbannst. Andererseits kann es jedoch auch sein, dass du es nicht aushältst, wenn deine Freunde bspw. traurig, enttäuscht oder wütend sind. Vielleicht kommst du ihnen nicht mit Empathie entgegen, sondern mit Floskeln wie Alles wird schon wieder. Kopf hoch! oder du vermeidest von vornherein überhaupt die Auseinandersetzung. 

Möglicherweise lösen diese negativen Emotionen einen Druck in dir aus, dem du nicht standhalten kannst oder willst. Indem du aber Emotionen fortgehend nur aus dem Weg gehst, verschwinden sie nicht, sondern setzen sich vielmehr im Körper fest und sorgen für festgefahrene Energie. Ganz nach dem Motto what you resist, persists – also zu Deutsch: was du widerstehst, bleibt bestehen.

Erst in dem Moment, in dem wir unseren Emotionen und denen der anderen den nötigen Raum geben, haben wir eine Möglichkeit, dass sich diese auflösen können.

Versuche also für solche Situationen sensibel zu werden, in denen du empfindlich auf bestimmte Gefühle reagierst, um in Zukunft effektiv mit diesen umzugehen.  

Befürworte es, wenn Menschen über Ihre wahren Gefühle reden, ohne dich dann dafür verantwortlich zu fühlen

Wenn Menschen sich dir anvertrauen, dann tun sie das meist, da sie davon ausgehen, dass du ihnen ein gewisses Mitgefühl und Empathie für deren Situation entgegenbringen kannst. Genau so geht es dir wahrscheinlich auch, wenn du deine Freunde um Rat oder Hilfe bittest. 

Fang also damit an, deine Gefühle oder die der anderen wahrhaftig wahrzunehmen und ihnen mit Empathie entgegenzutreten. Indem du das machst, lernst du diese Gefühle zu normalisieren und mit ihnen umzugehen.

Auch wenn du diese Gefühle oder ein Thema nicht direkt verstehst oder mit ihnen umgehen kannst, reicht es für den Anfang oft auch Fragen zu stellen und Interesse zu zeigen. Vergiss dabei nicht, dass nur weil sich dir jemand anvertraut, das nicht heißt, dass du die Person retten musst.

Nimm dir selbst den Druck raus und mach dir klar, dass du nicht dafür verantwortlich bist, wie andere sich fühlen. Trotzdem darfst du eine Komponente sein, wodurch sich die jeweiligen Personen gesehen und wertgeschätzt fühlen.

Wenn wir uns ehrlich fragen, welcher Mensch in unserem Leben uns am meisten bedeutet, stellen wir oft fest, dass es diejenigen sind, die sich, anstatt Ratschläge, Lösungen oder Heilmittel zu geben, lieber dafür entschieden haben, unseren Schmerz zu teilen und unsere Wunden mit einer warmen und zärtlichen Hand zu berühren.

Henri Nouwen (1932-1996), niederländischer Priester und Psychologe Tweet

Negative Gefühle zu äußern hat nichts mit Jammern zu tun 

Leider wird oft noch das falsche Bild vertreten, dass Menschen, die Ihre negativen Gefühle äußern, nur jammern oder nach Aufmerksamkeit buhlen. Doch dieses Denken ist nicht viel mehr als ein Vorurteil, dass den Kontakt und Umgang miteinander schaden kann.

Denn im Endeffekt würde schlussfolgernd damit erwartet werden, dass Menschen nicht mehr ehrlich und authentisch sein dürften, da sie sonst als schwach in vielen Teilen der Gesellschaft gelten würden. Also lade ich dich dazu ein, dich einmal mit deinem eigenen Wertesystem zu beschäftigen und dir zu überlegen, ob du in Zukunft die Werte der Authentizität und Ehrlichkeit klarer leben und durchsetzen möchtest. 

Werte negative Gefühle nicht ab, sondern versuche sie als Erkenntnis zu sehen 

Einige Gefühle lösen in uns ein Gefühl aus, dass wir als negativ bezeichnen. Oft ist es uns aber gar nicht bewusst, dass sich Emotionen gar nicht so einfach als negative oder positive Gefühle pauschalisieren lassen – es gibt einfach Gefühle. Das, was sich für die eine Person gut anfühlt, fühlt sich für eine andere Person schlecht an. Es kommt immer darauf an, wie du ein Gefühl oder eine Erfahrung für dich interpretierst.

Beispiel an der Emotion Wut:

Wut wird von vielen Menschen als ein negatives Gefühl definiert, welches man am liebsten so schnell es geht loshaben will. Dieses Gefühl zeigt sich oft in Konflikten mit anderen Mitmenschen, wenn wir das Gefühl haben nicht respektiert bzw. ungerecht behandelt zu werden oder wenn wir selbst etwas vermasselt haben. All das klingt zuallererst wirklich nicht positiv.

Doch genau deshalb ist das Gefühl da - um uns zu zeigen, wo sich etwas verbessern darf und wo gewisse Bedürfnisse (noch) nicht erfüllt werden. Oft sind die Bereiche, in denen wir am meisten Wut oder allgemein negative Gefühle spüren, die, in denen wir nochmal genau hinschauen dürfen. 

Versuche also Gefühle, die ein ungutes Gefühl in dir auslösen, nicht gleich zu verbannen. Alle Gefühle haben eine Daseinsberechtigung und wollen dir etwas signalisieren. Stumpfe dich also nicht ab, sondern gehe bewusst durch den Prozess des Fühlens. Ich garantiere dir, dass sich hinter jedem doch so negativen Gefühl eine Erkenntnis zeigt. Sie können dir bspw. klarmachen, was deine eigentlichen Bedürfnisse, persönlichen Werte und Wünsche sind. Diese Erkenntnis ist zudem oft der Wegweise in ein erfüllte(re)s Leben. 

Wandle toxische Positivität in wahrhaftige Positivität um  

Oft ist es gar nicht so einfach Gewohnheiten von heute auf Morgen zu ändern. Darum geht es hier auch nicht. Es ist schonmal ein großer Anfang, wenn dir überhaupt bewusst wird, wann du toxische Positivität anwendest und wann nicht. Wenn du dann bereit bist, in diesen Prozess aktiv einzugreifen, wirst du früher oder später viele Aussagen, die du normalerweise triffst, ändern.

Hier ein paar Beispielsätze, wie du ganz einfach toxische Positivität in wahrhaftige ändern kannst:

Toxische Positivität Wahrhaftige Positivität

Du wirst darüber hinwegkommen. Kopf hoch, denke nicht so negativ.

Es ist schwer, ich kann das gut nachvollziehen. Lass die Gefühle bitte erstmal zu. Ich glaube aber ganz fest daran, dass du das Beste aus dieser Situation machen kannst.

Du schaffst das schon, glaube einfach an dich!

Dass die Situation dir zu schaffen macht, ist nur menschlich. Ich will aber, dass du weißt, dass ich für dich da bin. Kann ich dir irgendwie helfen?

Andere haben es viel schwerer als du!

„Schmerz ist subjektiv und deine Gefühle sind immer valide. Danke, dass du diesen Schmerz offen mit mir teilst.“

Always look on the bright side! Du musst einfach lernen dankbar für das zu sein, was du hast.

Man kann nicht immer glücklich sein und das ist total okay! Nimm dir deine Zeit die Dinge zu verarbeiten.

Gib niemals auf!

Manchmal ist es in Ordnung, Dinge neu zu bewerten. Ich höre dir zu und bin für dich da.

Wenn es dir anfangs schwerfällt, intuitiv deine Sätze wie im obigen Beispiel anzupassen, dann reicht es auch oft aus, Mitmenschen einfach zu fragen, wie du ihnen helfen und für sie da sein kannst. Schenke der Person deine ungeteilte Aufmerksamkeit, höre aktiv zu und versuche ihr nicht ihre Gefühle zu erklären und vermittle ihr den Eindruck Ernst genommen zu werden. Du wirst sehen, dass die Personen in deinem Umfeld es sicher sehr zu schätzen wissen, das Gefühl zu haben nicht alleine zu sein mit ihren Gefühlen.  

Wenn du Opfer der toxischen Positivität geworden bist

Natürlich dürfen wir uns in diesem Beitrag nicht nur den Menschen widmen, die toxische Positivität anwenden, sondern auch denen, die der toxischen Positivität zum Opfer gefallen sind. Manchmal kann es die eigene Chefin oder der beste Freund sein, die auf deine Gefühle und Erfahrungen nicht richtig eingehen oder dir sogar ein schlechtes Gewissen dafür machen.

Mach dir bitte bewusst, dass du diese Situationen nicht einfach hinnehmen musst. Du hast das ausdrückliche Recht darauf, dass deine Person sowie auch deine Befindlichkeiten gehört und gesehen zu werden. Du darfst äußern, wenn du dich falsch verstanden oder behandelt fühlst. 

Zudem solltest du Menschen aus deinem Umfeld über toxische Positivität aufklären. Denn oft sind jegliche Menschen, die toxische Positivität bei dir anwenden auch die, die ihre eigenen negativen Gefühle unterdrücken und stumm machen. Manchmal ist es unseren Mitmenschen gar nicht bewusst, welchen Schaden sie sich und anderen damit anrichten können. Daher sollten wir Ihnen die Chance geben sich zu reflektieren und Verständnis aufzubringen.

Wenn die Personen in deinem Umfeld jedoch kein Verständnis aufbringen und nicht auf deine Bitten reagieren, solltest du dir eingestehen, dass du stets die Entscheidung treffen darfst, dich in solchen Situationen von den Personen zu distanzieren. Du und deine Gefühle sollten und dürfen deine Priorität sein. Wir verdienen alle Mitmenschen, die mit uns lachen, wenn es uns gut geht, aber auch jene, die mit uns fühlen, wenn es uns schlecht geht. 

Ein letztes Wort zur toxischen Positivität

Du hast es nun bis zum Ende dieses Beitrags geschafft und wir hoffen sehr, dass du einige Impulse für dich mitnehmen konntest, die du von nun an in deinen Alltag integrieren wirst. Vergiss dabei nicht, dass es total ok ist, auch mal nicht ok zu sein und dass man Glück nicht erzwingen kann – auch nicht durch ein Dauergrinsen.

Von der toxischen zur wahrhaftigen Positivität zu wechseln mag anfangs nicht leicht sein, doch sicherlich wird es einen großen Wert in dein Leben bringen. Halte durch und bleib dran! Lass dich dabei natürlich weiterhin von Positivität motivieren und inspirieren – aber nur, wenn es dir guttut.

Was ist das Ego und wie wirkt es in einer Persönlichkeit?

Was ist das Ego dargestellt anhand zwei Karnevalsmasken

Nur wenige von uns sind sich dessen bewusst, wie stark unser Ego das tägliche Leben bestimmt. Das Ego dezidiert nicht nur, wie du dich selbst und andere siehst oder wie stark du dich mit anderen vergleichst, sondern es bestimmt auch, nach welchen persönlichen Regeln und Gesetzen Menschen sich im Allgemeinen verhalten müssen, um vermeintlichen „Standards“ zu genügen. Wenn du oder eine Person in deinem Umfeld gegen diese inneren Regeln verstößt, wirst du reaktiv. Dein Ego schaltet sich ein und geht über in den Defensiv- und/oder Angriffsmodus. Das kann sich dann folgendermaßen äußern:

„Das gehört sich doch so nicht!“, 
„Das hätte ich besser machen müssen!“, 
„So etwas trägt man doch nicht in diesem Restaurant!“
„Zum Glück bin ich besser dran als er/sie!“, oder auch
„Ich brauche mehr Klamotten/ eine kleinere Nase/ mehr Geld, (…), um mich wohl zu fühlen.“

Dabei ist das Ego unglaublich streng und im Thema Hartnäckigkeit kaum zu überbieten. Es will sich gegenüber anderen gut – wenn nicht sogar besser – fühlen. Das Ego will anerkannt und teilweise auch von anderen verehrt werden.

Doch viele von uns wissen gar nicht, dass unser Ego nicht unser authentisches, wahres Ich darstellt. Zugegeben ist es auch eine der schwierigsten Lebensaufgaben sein Ego zu erkennen und sich diesem zu stellen. Während jeder von uns ein Ego hat, sind es die wenigsten, die es kennen und lenken können, obwohl das Erkennen des Egos mit innerem Frieden einhergeht. 

Doch was ist das Ego denn überhaupt? Wie kann ich es erkennen? Woher kommt es und wie kann ich es zu meinem authentischen Ich lenken? Diese und noch mehr Fragen werden in diesem Artikel  beantwortet.

Definition: Was ist das Ego?

„Ego“ bedeutet vom Lateinischen übersetzt „Ich“ und beschreibt in der Psychologie das „Selbst“.  Es stellt das Bild dar, das man über die eigene Person verfügt. Dabei besitzt das Ego einen besonders bewertenden Charakter. Es definiert genau, was gut oder böse, positiv oder negativ und richtig oder falsch ist.

Nur wenn du nach diesen Bewertungen handelst, kann sich das Ego gut fühlen und Selbstwert erhalten bzw. rechtfertigen. Handelst du nicht nach diesen Prinzipien, so meldet sich dein Ego mit plagenden Gedanken zu Wort. Mit vermehrter Wiederholung der Eigenschaften fängst du dich an mit ihnen zu identifizieren und handelst bzw. denkst unterbewusst nur noch in diesen Mustern. Dabei vergisst man, dass diese oft ungeeignet sind und nicht deinem wahren Kern der Persönlichkeit entsprechen. Du erkennst das Ego meist dann, wenn deine Sätze mit „Ich bin“ beginnen:

„Ich bin Luisa.“
„Ich bin CEO bei dem neuen Start-up“
„Ich bin klug, witzig und diszipliniert.“

… also zusammenfassend: „Ich bin, was ich besitze, was ich kann, was ich weiß und welche Leute ich kenne.“ 

Dabei vergessen wir oft, dass wir nicht unser Name, unser Beruf oder einzelne Eigenschaften sind, sondern uns diese nur schmücken und wir sie jederzeit ablegen könnten. Doch das Ego liebt genau dies: die Identifikation mit unseren Gedanken, die jedoch genauso Illusionen darstellen können. Fängt man einmal an diesen Gedanken zu glauben, grenzt man sich selbst und andere nach diesen Illusionen im Denken und Handeln ein und geht mit bestimmten Kriterien an Personen und Situationen im Leben heran. 

Bei diesem Vorgehen stellt dein Ego eigentlich einen ganz archaischen Schutzmechanismus dar, indem es dir vormacht, dass du oder andere bestimmte Dinge sein müssen, um „gut genug“ zu sein. Dann wirst du immer weiter diesen Standards entsprechen, da dein Unterbewusstsein dir vermittelt, dass du bspw. nur liebende Mitmenschen um dich haben kannst, wenn du bestimmte Dinge bist und hast. Deshalb lässt dich dein Ego oft Gefühle wie Einsamkeit, Missverständnis und Bedeutungslosigkeit fühlen. Da dein Ego dem entgehen möchte, fordert es dich zum Handeln auf. Dieses Verhalten lässt sich dadurch erklären, dass alles, was außerhalb der vom Ego bestätigten Gedanken, Überzeugungen und Verhaltensweisen liegt, abgelehnt wird.

Das Ego verdrängt dabei jedoch, dass wir nicht unsere Gedanken sind und deshalb meidet es sich zu hinterfragen, da es sich selbst für vollständig, allwissend und allmächtig hält. Dies ist uns jedoch meist nicht bewusst, da wir aus mehreren Persönlichkeitsanteilen bestehen. Dazu gehört auch das wahre Selbst, bzw. das authentische Ich, welches den Gegenpol zum Ego darstellt.

Authentisches/Höheres Selbst vs. Ego – Was ist das Ego und was ist das höhere Selbst?

Das Ego identifiziert sich gerne mit persönlichen Regeln, Gesetzen und Grenzen. Dabei ist das Ego stark wertend. Beispielsweise weiß man deshalb im Zustand des Egos genau, was man nicht gut findet oder gerne in einer bestimmten Situation verbessern würde. Dies entspricht dabei aber weniger deinem authentischen Selbst, sondern bestimmten Idealen, die dir und anderen durch das Ego in Form von Regeln aufgezwungen werden.

Dein authentisches Selbst ist jedoch der Teil, wo deine Empathie, Authentizität und Akzeptanz zum Tragen kommen. Im Zustand deines authentischen Selbst bewertest du nicht sofort, sondern betrachtest Dinge erstmal als das, was sie sind, bevor du sie benennst und in Schubladen steckst.

Wenn du es schaffst dein authentisches Ich zu leben, kommst du bei deiner ursprünglichen, unangepassten und unverfälschten Version an. Du wirst wissen, dass keine Äußerlichkeiten oder Leistungen dich definieren. Daher akzeptierst du dich und andere um dich herum, wie sie sind. Wenn dir etwas nicht guttut, kannst du dies wahrnehmen und dich davon lösen, da du nicht daran gebunden bist, alles so zu verändern, wie du es dir wünschst. Genauso wenn du einmal scheiterst: So gehst du mitfühlend mit dir um, lernst dir zu verzeihen und verstehst, dass das mit der Menschlichkeit einhergeht, die das Ego dir lange Zeit verwehren wollte.

An dieser Stelle ist es jedoch auch noch wichtig anzuerkennen, dass wir das Ego nicht einfach nur verteufeln, abwerten oder entfernen wollen. Auch das wäre wieder eine Handlung aus dem Ego heraus, denn wenn wir es einfach abspalten würden, würden wir einen Teil von uns einfach nicht mehr anerkennen. In einer solchen Spaltung zu leben, dient uns letztendlich kaum.

Tatsächlich brauchen wir das Ego sogar, um uns bewusst zu werden, dass wir auch ein authentisches Selbst haben und wie wir in diesem leben können. Dennoch sollten wir uns darüber bewusst werden, wo unser Ego uns noch von unserem authentischen Ich trennt, wo es noch die Vorherrschaft trägt und ob uns dies wirklich dient. 

Hat das Ego auch positive Seiten?

Wie bereits genannt, solltest du das Ego nicht einfach nur für schlecht halten und es verteufeln, sondern versuchen es erstmal zu verstehen. Du besitzt das Ego nicht einfach, damit es dich ärgert, sondern damit es dich auf eine ganz archaische Art und Weise schützt. 

Das Ego gibt dir deine Unverwechselbarkeit und dient als Identifikator. Du kannst es dir folgendermaßen vorstellen: So wie dein Körper und deine äußere Hülle dich einzigartig macht, so macht es das Ego auf geistiger Ebene. Durch das Ego wirst du erst greifbar und erhältst eine Persönlichkeit, für die dich Menschen schätzen und lieben können.

Trotzdem beinhaltet das Ego immer ein Ideal, nach dem wir streben. Das Ego weiß genau, wie (d)ein perfekter Charakter, Körper, oder (d)eine makellose Zukunft oder Umwelt aussieht. Es will dich in diese Richtung lenken, indem es dich schlecht fühlen lässt, wenn du nicht danach handelst und dafür arbeitest. Es wünscht sich schließlich permanent, dass du der/die Beste bist. 

Durch die zeitweise Erreichung dieser Ideale erhältst du zwar für kurze Dauer ein höheres Selbstwertgefühl, doch meist halten diese Leistungen nicht ewig an. Es ist kaum möglich ständig dich, deine Umwelt und andere Bedingungen zu kontrollieren und beeinflussen. 

Genau hier beginnt also die Krux: Es ist es wichtig zu wissen, dass man zwar nach Höherem streben darf und einem das Ego hier behilflich sein kann. Jedoch sollte dem Ego weniger Beachtung gewährt werden, wenn man früher oder später einmal scheitert. Das ist menschlich, und diese Menschlichkeit möchte dein Ego durch Ideale ersetzen.

Wir können also die Visualisierung des Egos als Anregung wahrnehmen, anstatt einem überhöhten Ziel, das wir in der Regel gar nicht erfüllen können. Mach dir daher genau bewusst, wo dein Ego dich stärkt und wo es dich schwächt.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Wie entsteht das Ego?

Wir kommen alle ohne Ego auf die Welt. Als kleines Kind haben wir noch keine Vorstellung davon, wer wir sind. 

Deshalb siehst du oft kleine Kinder, die von sich in der dritten Person reden. „Luisa hat Hunger!“, anstatt „Ich habe Hunger“. Das liegt daran, dass sie noch keine Differenzierung zwischen sich selbst und anderen Menschen machen, da sie noch keine Unterschiede erkennen können. In den Augen des Kindes ist die vor ihr stehende Person und es selber Eins. Es gibt keine Trennung in zwei separate Teile, in Gut oder Schlecht, Meins oder Deins. 

Mit der Zeit und im Laufe der Entwicklung des Kindes wird es durch die Konditionierung seiner Umwelt geprägt und es entwickelt ein Selbstbild – das Ego. Die Eltern nennen es „Luisa“ und so glaubt das Kind es sei „Luisa“. Dabei hätte der Name auch Johanna, Sophia oder Alina sein können.

Wir erkennen besonders dann die Entstehung des Egos (und damit auch die Annahme der Aussagen der Außenwelt) beim Kind, wenn wir ihnen etwas wegnehmen. Nimmst du ihnen später dann ihr geliebtes Eis weg, wird das Ego aktiviert, da das Kind davon ausgeht, dass ihm das Eis gehört und es ein persönliches Anrecht darauf hat. Ab da heißt es dann vehement „Das ist meins, und nur meins – nicht deins!“. 

Dabei bleibt es jedoch nicht nur bei der Annahme, dass uns materielle Gegenstände gehören. Mit der Zeit erhält das Kind durch seine ihm nahestehenden Bezugspersonen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, wie „Du bist super im Fußball, aber nicht im Handball.“, „Du bist nicht gut genug in Mathe, aber in Deutsch bist du super!“ und „Du bist doch ein Mann, also verhalte dich nicht wie eine Frau“.

So werden immer mehr Eindrücke von außen aufgenommen und als wahr angenommen. Als Kinder hinterfragen wir so gut wie nie die Aussagen unserer engsten Bezugspersonen (bspw. Erziehungsberechtigte, Erzieher:innen, Trainer:innen, Familienmitglieder…) und übernehmen diese als Gesetze in unser Leben.

Dadurch entstehen Glaubenssätze, nach denen sich unser weiteres Leben formt und auf die wir uns immer wieder beziehen. Um eine als schmerzhaft empfundene Trennungsangst zu vermeiden oder auch um die Liebe der Eltern zu sichern, nimmt das Kind Verhaltensweisen an, die nicht zu seiner Natur bzw. seinem eigentlichen Ich gehören. 

Diese Art von Konditionierung ist nicht nur ein Teil unserer Kindheit, sondern geht auch weit darüber hinaus. Indem die Glaubenssätze nicht hinterfragt werden, identifizieren wir uns immer weiter mit den Annahmen über unser Selbst, da wir meinen, dass wir das eben sind.

Doch das sind wir meistens gar nicht! Es sind Definitionen deiner Selbst, die dir zugeschrieben wurden und nach denen du handelst. Unterbewusst bist du der Annahme, dass du diesen Mustern entsprechen musst, um weiterhin geliebt, geschätzt und angenommen zu werden. Aber bist du dir zu 100 % sicher, dass du dir selbst diese Zuschreibungen noch immer genauso geben würdest? Welche Annahmen vertrittst du noch über dich, die schon längst nicht mehr aktuell sind?

Vergiss nicht, dass das Ego die Dinge nicht sieht, wie sie sind, sondern diese durch die Linse deiner Erfahrungen und die Meinungen deiner engsten Bezugspersonen bewertet. 

Wie erkenne ich mein Ego?

Das Ego ist meist ein so großer Bestandteil der Gedanken, sodass wir es oft gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Wir akzeptieren einfach, dass es der Kritiker ist, der sich in unserem Kopf eingenistet hat. Somit braucht es hier einen aktiven Prozess der Bewusstwerdung, um das Ego besser und einfacher erkennen zu können. 

Der erste Schritt in diesem Prozess ist es, sich klarzumachen, in welchen Momenten man aus dem Ego heraus reagiert und agiert hat. Dafür können folgende Fragen dienlich sein:

Wann hast du dich das letzte Mal von jemandem in deinem Umfeld oder dir selbst angegriffen gefühlt? 
War es der/die Chef:in, der/die deine Arbeit kritisiert hat? 
Oder die beste Freundin, die sich nicht an eure Abmachungen gehalten hat? 
Oder deine Eltern, die deine Leistungen nicht wertschätzen und dir keine Beachtung oder Bestätigung geben?
Oder dein:e Partner:in, der/die dich auf einen Fehler hingewiesen hat? 
Oder warst du es selbst und hast dich für etwas bestraft, dass du scheinbar etwas „falsch“ gemacht hast?

Denn sicherlich gibt es davon vermehrt Situationen in deinem Alltag, bei denen du bereits betroffen reagiert hast, dich angegriffen gefühlt und mit Wut, Scheu, Frust, Kampf und/oder Abwehr reagiert hast. Wenn wir uns über andere ärgern, sie kontrollieren wollen, keine andere Meinungen akzeptieren, im Schwarz-Weiß-Denken gefangen sind, verletzt sind, Rachegelüste spüren, uns herabgesetzt, unterlegen oder auch überlegen fühlen, das Bedürfnis haben, Kontrolle oder Macht auszuüben, weißt du, dass das Ego Kontrolle übernommen hat. 

Doch leider sind es heute oft erst die schmerzhaften Wege, die uns dazu bringen, unser Ego zu hinterfragen. Sei es die Trennung von einer geliebten Person, die Kündigung, eine Krankheit oder ein ähnlicher Rückschlag im Leben. Solche Grenzsituationen lassen uns unser Leben und dessen Strukturen hinterfragen. Irgendwann kommt man dann meistens auch beim wichtigsten Teil seines Lebens an: dem Selbst.

Damit es keinen derartigen Schicksalsschlag in deinem Leben braucht, um dich und dein vom möglichen Ego gesteuertes Verhalten zu hinterfragen, ist es wichtig, dich mit dir auseinanderzusetzen und zu erkennen, ob du aus deinem Ego oder deinem wahren Ich heraushandelst. 

Denn hinter jedem Verhalten des Egos steckt eine positive Absicht. Es hat eine Funktion und es steht ein Bedürfnis dahinter. Dies zu hinterfragen, lohnt sich, um zu mehr Bewusstheit zu gelangen, in dem wir hinter die Masken des eigenen Ego-Verhaltens blicken und letztendlich mehr Verständnis und Selbstakzeptanz aufbringen können.

4 Tipps, um mit dem Ego richtig umzugehen

Wie oben schon beschrieben, ist es eine Königsdisziplin das Ego zu erkennen und es zu lenken. Daher will der Umgang mit dem Ego gelernt sein, umso auch dein wahres Ich zu erkennen. In diesem Zustand hast du dann die Möglichkeit bewusst zu entscheiden, aus welchem deiner Persönlichkeitsanteile du agieren möchtest. Daher habe ich dir folgende vier Tipps zusammengefasst, damit du mehr bewusste Kontrolle über dich und dein Ego bekommst.   

1. Erkenne, ob du aus dem Ego heraus handelst

Unser Ego ist ein Teil in uns, der Dinge stark subjektiv und nicht objektiv wahrnimmt. Das bedeutet, dass es viel persönlich nimmt und meistens vom worst case szenario ausgeht. 

Hier ein kleines Beispiel: Stell dir vor, dein:e Arbeitskolleg:in sagt folgendes zu dir: Du kannst das besser! Ich weiß das!. Und du antwortest sarkastisch: Ich hab ja nur gefühlte fünf Wochen gebraucht, um mit dem Projekt fertig zu werden. Konnte ja niemand wissen, was du für Bewertungsmaßstäbe an den Tag legst! Aber bloß keine Sorge, nächstes Mal wird es picobello einwandfrei sein, damit es nichts zu nörgeln gibt!

Diese Reaktion war stark subjektiv gefärbt und wurde einer Bewertung unterzogen, die dich persönlich betroffen gemacht hat. Jedoch war alles was dein:e Kolleg:in objektiv gesagt hat folgendes: Du kannst das besser! – mehr nicht. Dein Ego hat darin jedoch einen Angriff erkannt und wurde reaktiv.

Beobachte dich das nächste Mal, wenn du dich getriggert fühlst. In solchen Momenten reagierst und agierst du meist aus dem Ego-Teil in dir heraus.

2. Hinterfrage dich, welche deiner Sätze mit Ich beginnen

In diesem Schritt geht es darum, sich bewusst zu machen, was du nach dem Wort Ich normalerweise sagst. Wenn das passiert, sprichst du aus deinem Ego-Anteil. Wir wiederholen das so bereits seit vielen Jahren. Daher wird es viele Menschen überraschen, was sie tatsächlich über sich selbst sprechen und aussagen. Folgende Fragen sind hierbei sehr hilfreich:

Wie oft sprichst du über dich?
Welche Aussagen davon treffen zu 100 % zu?
Und welche davon beziehen sich nicht auf dein wahres Selbst, sondern auf deine Leistungen?

Es ist immer wieder spannend zu erkennen, wie sich unser Ego profilieren möchte. Hierbei geht es nicht darum, die Ich-Sätze zu verbannen, sondern lediglich auf Ihre Wahrheit hin zu überprüfen. 

3. Akzeptiere dein Ego, ohne ihm zu viel Macht zu geben

Hierfür ist es wichtig zu verstehen, dass wir immer in einem Wir leben – es ist niemals nur ein Ich und/oder Du, denn wir sind schließlich Teil eines Kollektivs, das teilweise ganz verschiedene Vorstellungen eines Ideals besitzt.

Sogar in uns selbst herrschen mehrere persönliche Anteile, die unterschiedlich wirken und sich in ihrer Ausdrucksform ggf. widersprechen. Du darfst dir bewusst machen, dass es nicht das eine Ideal gibt, nach dem es zu streben gilt, auch wenn dein Ego dir dies vorgaukeln möchte. Das Leben besteht aus vielen Facetten, die alle gelebt werden dürfen, ohne dabei zu bewerten, welche besser und welche schlechter sind.

Vergiss hierbei jedoch nicht, dass das Ego dich nur schützen und das Beste für dich möchte. Wenn du das weißt, kannst du das Ego akzeptieren, ihm Platz geben und mit Verständnis reagieren. Dadurch gibst du ihm genau so viel Macht, damit es dich fordern und fördern kann, jedoch zu wenig Macht, um dich in Zukunft weiterhin zu überfordern.

4. Entscheide dich für Freiheit und dein wahres Ich 

Stell dir mal vor, du könntest diese Ideal-Illusion von dir selbst einfach fallen lassen und freie Entscheidungen treffen, wie und wer du sein willst. Das wäre der Weg zu ultimativer Freiheit und deinem authentischen Ich.

In diesem Zustand könnte dir niemand mehr etwas anhaben, da es nichts mehr gibt, an dem dein Ego haftet. Keine Kritik, die du nicht selbst geprüft und angenommen hast, kann dich mehr verletzen. Kein Vergleich kann dich mehr degradieren, da du weißt, dass du nicht mehr nur an Leistungen gemessen werden möchtest. 

Fang an dich neu zu erleben und zu erkennen, was du sein willst und was nicht – ohne dich dabei einzugrenzen, sondern einfach um dich zu einem individuellen, facettenreichen und liebenswerten Menschen zu machen.

Obwohl diese Veränderung nicht von heute auf morgen stattfindet, so ist es doch ein Prozess, den wir bewusst beeinflussen können. Vergiss nicht, dass es menschlich ist, im ersten Moment aus dem Ego zu handeln. Mit der Zeit lernst du jedoch dich dabei immer klarer wahrzunehmen und kannst dich in jeglichen Situationen entscheiden aus deinem wahren Ich zu handeln. 

Ein paar letzte Worte zum Ego

Glückwunsch! Nach Durchlesen und Anwenden dieses Beitrags hast du erfolgreich dein Ego erkannt. Du durftest für dich erkennen, welches Ego-Erleben du in Zukunft nicht mehr akzeptieren möchtest, ohne dabei zu versuchen, das Ego zu beseitigen oder seine Existenz zu leugnen. Das Ego ist und bleibt seit Kindheitstagen ein Beschützer und wird auch immer Teil unserer Psyche bleiben. Wir dürfen ab jetzt nur selbst entscheiden, wie viel Macht wir ihm geben und ob wir uns doch ab und zu unser authentisches Selbst wählen sollten. 

Die 7 Säulen der Resilienz und ihre genaue Erklärung

7 Säulen der Resilienz erklärt durch eine Schachfigur, die als einzige noch steht

Die 7 Säulen der Resilienz: Sie sind wohl eines der bekanntesten Resilienzmodelle, die es geschafft haben den Begriff der Resilienz alltagstauglich und verständlich für jeden zu erklären.

Resilienz ist mittlerweile in vielen Lebensbereichen – ganz gleich, ob im privaten oder beruflichen Kontext – ein gängiger Begriff geworden. Einfach gesagt, ist die Resilienz ein unsichtbarer Schutzschild der menschlichen Psyche, um besser auf Stress auslösende Reize sowie auf Negativsituationen reagieren zu können.

Dennoch ist Resilienz vielmehr ein Oberbegriff, der sich aus vielen wichtigen Teilaspekten – den sog. Resilienzfaktoren – zusammensetzt. Um die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen zu erklären, haben sich viele Studien und Modelle der Resilienz gewidmet und dabei eine Vielzahl von unterschiedlichen Resilienzfaktoren festgelegt.

Die 7 Säulen der Resilienz nach Reivich und Shatté haben dabei diese Vielfalt an Faktoren komprimiert und beschreiben Resilienz anhand von sieben Säulen, auf denen das Oberdach der Resilienz liegt.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Resilienz?

Resilienz beschreibt die Fähigkeit einer Person, persönliche Rückschläge und Situationen von Stress ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen. Sie entspricht demnach der mentalen Widerstandskraft auf Situationen wie Krisen- und Stressmomente, weshalb Resilienz auch als Immunsystem der Seele bezeichnet wird oder auch als Form von innerer Stärke beschrieben wird.

Dies verdeutlicht auch der Ursprung des Wortes: Resilienz stammt vom dem Lateinischen „resilire“ und bedeutet so viel wie „zurückspringen“ oder „abprallen“ – metaphorisch prallen die negativen Erlebnisse an der Psyche der Person ab.

Eine resiliente Person besitzt demnach die Möglichkeit auf Rückschläge und Stress besser zu reagieren und schafft es sich auch gleichermaßen von diesen Situationen besser zu erholen. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind resiliente Menschen klassische Stehaufmännchen.

Ein ähnliches Bild vermittelt der Begriff auch in der Naturwissenschaft, wo dieser Ausdruck auch ursprünglich herkommt: In der Physik beschreibt Resilienz die Eigenschaft eines Körpers, der nach einer Verformung in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehrt. 

So kann man sich (psychische) Resilienz sehr treffend anhand eines Gummiballs vorstellen: So fest wie man ihn auch zusammendrücken mag, nimmt der Ball nach dem Zusammendrücken seine ursprüngliche Form wieder an.

Resilienzfaktoren als Grundgerüst der Resilienz

Anders als auf einen Gummiball, den man zusammendrückt, wirken auch auf Menschen unterschiedliche Kräfte und Belastungen. Der Mensch unterliegt in seinem Alltag unterschiedlichsten Situationen und Faktoren, die sein (psychisches) Wohlbefinden potenziell gefährden können. Einige Beispiele wären allgemeine Situationen von Stress, Krankheit, Konflikte und Auseinandersetzungen mit anderen Personen, sowie persönliche Rückschläge und Krisen. Es sind alles Umstände, die das menschliche Wohlbefinden gefährden können, weshalb diese Belastungsquellen auch als Risikofaktoren beschrieben werden.

Diesen Risikofaktoren wirken die Resilienzfaktoren – oder auch Schutzfaktoren genannt – entgegen. Sie sind sozusagen persönliche Grundhaltungen und Fähigkeiten, die es einem Menschen ermöglichen, sich besser von solchen Risikofaktoren zu schützen und das Wohlergehen aufrechtzuerhalten. Resilienzfaktoren wirken sich demnach grundsätzlich positiv auf das menschliche Wohlbefinden aus. 

Risiko- und Schutzfaktoren stehen dabei in einer direkten Wechselwirkung, weshalb Schutzfaktoren potenzielle Risiken im Leben gewissermaßen abfedern und die negative Wirkungskraft dämpfen können.

Doch auch im Allgemeinen ist es so, dass solch Resilienz- bzw. Schutzfaktoren stets einen positiven Einfluss auf das Leben eines Menschen besitzen. Es bedarf daher nicht erst eine Negativ- oder Stresssituation ehe Resilienzfaktoren für einen Menschen aktiviert werden. Vielmehr dienen sie als eine Art Grundgerüst, welches einem Mensch dabei verhilft das eigene Wohlbefinden sicherzustellen.

7 Säulen der Resilienz: Erklärung der Wirkung von Risiko- und Resilienzfaktoren auf das menschliche Wohlbefinden

Wie bereits anfangs erwähnt, gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Resilienzfaktoren, die in unterschiedlichen Modellen und Studien erkannt wurden. Die 7 Säulen der Resilienz komprimieren diese Vielzahl und haben sich auf sieben zentrale Resilienzfaktoren festgelegt, die im Nachgang genauer erklärt werden. 

Ursprung und Erklärung der 7 Säulen der Resilienz

Die 7 Säulen der Resilienz wurden zum ersten Mal von den US-amerikanischen Forschern Dr. Karen Reivich und Dr. Andrew Shatté in ihrem Buch The Resilience Factor: 7 Keys to Finding Your Inner Strength and Overcoming Life’s Hurdles dargestellt. Das Konzept der 7 Säulen der Resilienz definiert dabei sieben Resilienzfaktoren, die dafür entscheidend sind, wie ausgeprägt die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen ist. Ihre Erkenntnisse haben die zwei Forscher sowohl auf den Erfahrungen ihrer langjährigen Forschungstätigkeiten an der University of Pennsylvania als auch auf Basis der Ergebnisse anderer Forschungsgruppen gesammelt.

Die 7 Säulen der Resilienz sind in der heutigen Zeit sicherlich eines der bekanntesten Resilienzmodelle und gewannen vor allem deshalb an Popularität, da das Modell besonders in alltäglicher Praktikabilität überzeugt. Das Modell hat es geschafft viele unterschiedliche Resilienzfaktoren in sieben Punkten zusammenzufassen. Die sieben Resilienzfaktoren lassen sich für jeden Menschen einfach verstehen und sprechen dabei die individuellen Denkmuster eines Menschen an, um diese in seinem eigenen Verhalten wiederzuerkennen. 

Einige weitere Resilienzmodelle orientieren sich an dem ursprünglichen Modell der 7 Säulen der Resilienz von Reivich und Shatté; haben dies auch gerne auf acht bzw. zehn Säulen erweitert, bspw. mit der Improvisationsfähigkeit oder Achtsamkeit.

Gleichermaßen folgten einige Abwandlungen der originalen 7 Säulen der Resilienz, weshalb man bei der Recherche dieses Modells auch gerne auf unterschiedliche Varianten bzw. Formulierungen dieses Konzeptes oder einzelner Säulen trifft. So sind in Deutschland bspw. die 7 Säulen der Resilienz nach der Diplompsychologin Ursula Nuber weitverbreitet. DailyMentor möchte sich jedoch an der Ursprungsform der 7 Säulen der Resilienz nach Reivich und Shatté orientieren.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Grundhaltungen und Praktiken der 7 Säulen der Resilienz

Auch wenn die sieben Resilienzsäulen alle als Teilaspekt der Resilienz zählen, unterscheiden sie sich in zwei Kategorien: in vier Grundhaltungen und drei Praktiken.

Zur Grundhaltung zählen im Modell die vier Säulen des realistischen Optimismus, der Lösungsorientierung, Akzeptanz und Netzwerkorientierung. Die Grundhaltung beschreibt die innere Haltung eines Menschen – also welche Gedanken und Einstellungen ein Mensch gegenüber seiner Außenwelt und Gefühle wählt.

Ein resilientes Verhalten wird von einem Menschen erst dann abverlangt, wenn äußere Risikofaktoren einen Menschen direkt erreichen und beeinflussen. Wie ein Mensch dabei reagiert, wird durch seine innere Grundhaltung und Gedankenmuster bestimmt. Einfach gesagt, erklärt die Grundhaltung das Mindset einer Person und wie sie eine Situation für sich bewertet.

Die Praktiken beziehen sich hingegen auf den Umgang mit der eigenen Person und dem stetigen Ausbau der eigenen Resilienz. Die Praktiken beschreiben also die tatsächlichen Reaktionen und Handlungen, die ein Mensch mit seinem resilientem Verhalten verbindet und wie auf bestimmte Ereignisse reagiert wird. In den 7 Säulen der Resilienz sind es Eigenverantwortung, Selbstregulierung und Zukunftsplanung, die die drei Praktiken bilden.

Sowohl die Grundhaltungen als auch die Praktiken können von einem selbst durch stetiges Ausführen und Wiederholen der einzelnen Faktoren trainiert werden, weshalb sich auch die Resilienz als ein dynamischer Prozess versteht. Die einzelnen Resilienzfaktoren stehen in einer stetigen Wechselwirkung mit unterschiedlichen Risikofaktoren, die einen Menschen erreichen. Gleichermaßen kann ein Mensch seine Resilienz verbessern, indem er lernt einzelne Resilienzfaktoren für sich zu stärken.

7 Säulen der Resilienz: Übersicht der sieben Säulen

Realistischer Optimismus

Ein gesunder Optimismus ist ein erster wichtiger Resilienzfaktor – vor allem in Krisensituationen. Besonders zu betonen ist es, dass man hier von einem realistischen Optimismus spricht, um nach wie vor den Tatsachen ehrlich ins Auge schauen zu können. Probleme sollen nicht durch die rosarote Brille beschönigt werden, doch gleichermaßen gilt es nicht in Pessimismus zu versinken.

Grundsätzlich geht es also darum, dass ein Mensch das Glas halb voll und nicht halb leer betrachtet, um so potenzielle Möglichkeiten für sein Handeln zu erkennen, ohne dabei den Bezug zur Realität zu verlieren. Bei dieser Haltung geht es darum die richtige Balance zwischen Negativ- und Positivfokus zu bewahren und dennoch konstruktive und positive Gedanken für die Zukunft zu fassen. Eine negative Grundeinstellung lässt Stress- und Krisensituationen deutlich schwieriger gestalten, als dass man das Positive erkennen und Hoffnung schöpfen kann. 

Lösungsorientierung

Durch eine lösungsorientierte Denkweise wird sich nicht nur ein Problem angeschaut, sondern gleichzeitig auf eine Lösung konzentriert. Durch provokatives Denken wird mit misslichen Umständen nicht nur gehadert; stattdessen wird nach einem Ausweg aus solchen Situationen geschaut, um die Begebenheiten positiver gestalten zu können. Mit dieser Denkweise werden Lösungen und Ziele formuliert. Der Fokus wird dabei auf das gerichtet, was in den eigenen Kräften liegt und sich verändern lässt. Denn eine weitere Säule der Resilienz ist…

Akzeptanz

Akzeptanz und Lösungsorientierung geben sich gewissermaßen die Hand. Denn die Fähigkeit akzeptieren zu können, ermöglicht es Situationen bzw. gewisse Umstände, die nicht mehr zu ändern sind, anzunehmen und die Vergangenheit vergangen sein zu lassen. Zugleich ergibt sich ein weiterer Vorteil aus diesem Verhalten: Der Blick wandert von der Vergangenheit in die Zukunft, wodurch auch weitere mentale Kapazitäten frei werden, um sich aus unangenehmen Situationen befreien zu können.

Gewisse Umstände mit Akzeptanz zu begegnen: Diese Fähigkeit beschreibt einen stresslösenden Umgang mit den eigenen Restriktionen, auf die man selbst keinen Einfluss besitzt. Sicherlich fällt dieser Umgang nicht immer einfach. Doch es hilft den Fokus auf das zu legen, was sich durch eigene Kraft verändern lässt.

Netzwerkorientierung

Netzwerkorientierung umschließt sowohl das Kreieren als auch das Pflegen zwischenmenschlicher Beziehungen seines sozialen Umfeldes. Das soziale Umfeld gilt es gerade im Thema Resilienz nicht zu vernachlässigen. Die soziale Unterstützung ist ein essenzieller Schutzfaktor. Nebenbei ist der soziale Kontakt zu anderen Personen ein menschliches Grundbedürfnis, das es zu befriedigen gilt.

Der Mensch – als soziales Wesen – ist noch nie ein Einzelgänger gewesen und nutzt letztlich sein Netzwerk nicht nur, um positive Erlebnisse zu teilen oder gemeinsam zu erfahren. Ein gutes soziales Umfeld kann einem Menschen den Rücken stärken oder ihn gar auffangen, wenn man durch einen Rückschlag aus der Bahn gerät. Ein gefestigtes soziales Umfeld ist demnach nicht nur präsent, wenn alles positiv erscheint, sondern steht auch zur Hilfe parat, wenn man mal ins Straucheln gerät und es einem persönlich schlecht geht.

Eigenverantwortung

Resiliente Menschen verstehen, dass sie befähigt sind Verantwortung zu übernehmen: für ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen. Sie sehen sich in der Verantwortlichkeit für ihr Leben und verstehen, dass sie selbst einen Einfluss auf ihre Umstände und Reaktionen besitzen. Eigenverantwortung bedeutet vor allem die persönliche Haftung zu übernehmen für sowohl die positiven Ereignisse als auch für die eigenen Fehltritte und -entscheidungen.

Verantwortungsvolle Mensche können daher ihren Einflussbereich gut abklären und verfolgen den intrinsischen Antrieb möglichst viel Kontrolle über das eigene Leben zu ergreifen. Dieser Grundgedanke zeichnet sich potenziell in jeder täglichen und noch so kleinen Handlung ab. Besonders erkenntlich wird dies, wenn außerordentliche Situationen – wie bspw. in Krisenmomenten – die Eigenverantwortung eines Menschen abverlangen.

Selbstregulierung

An die Eigenverantwortung anknüpfend ist ein weiterer Resilienzfaktor die Selbstregulierung – oder in anderen Varianten auch Selbstwirksamkeit genannt.

Die Selbstregulierung versteht einen Menschen als proaktiver Schöpfer seiner Lebensumstände, um nicht nur erfüllende und positive Dinge zu erschaffen, sondern auch um aus Krisen einen Ausweg zu finden. Gewissermaßen lässt sich die Säule der Eigenverantwortung als das Bewusstmachen seiner Möglichkeiten verstehen, wohingegen die Selbstregulierung die tatsächliche Umsetzung und Vollbringung seiner Taten ist.

In abgewandelten Formen der 7 Säulen der Resilienz wird der Resilienzfaktor Selbstregulierung nämlich auch gerne als „Opferrolle verlassen“ beschrieben, was letzten Endes auf einen ähnlichen Kerngedanken abzielt: Und zwar, dass man sich selbst als verantwortlicher und nicht als leidtragender für die eigenen Lebensumstände fühlt, um so Positives zu erschaffen und persönliches Leid zu verhindern.

Zukunftsplanung

Das Leben verläuft nicht immer linear. Rückschläge, Krisen und Enttäuschungen lassen sich nicht immer vermeiden. Eine gute Zukunftsplanung beinhaltet klare Ziele und Handlungspläne, ohne dabei Wechselfälle und Risiken zu ignorieren. Anders gesagt, geht es nicht um Träumereien, sondern um das aktive Planen der Zukunft.

Eine resilientes Verhalten bzgl. der Zukunftsplanung berücksichtigt genau dies: die Wahrscheinlichkeit, dass womöglich auch unverhoffte und unschöne Ereignisse eintreten könnten. Für solche Fälle kann man dann auf Notfallpläne und alternative Handlungsmöglichkeiten zurückgreifen. Resilienzfähigkeit zeichnet sich demnach auch dadurch aus, dass man auf Veränderungen und eintretende Risiken zügig reagieren kann und bestenfalls bereits Alternativen besitzt.

Die persönliche Interpretation der 7 Säulen der Resilienz

Resilienz gilt sicherlich als eines der ersten Begriffe, der fällt, wenn es darum geht sich vor Stress und anderen etwaigen Erfahrungen bestmöglich zu schützen. Dennoch fehlt es manchmal an Verständnis was dieser Begriff nun eigentlich „übersetzt“ für das eigene Leben bedeutet. 

Die 7 Säulen der Resilienz ist ein gutes Modell, um diesen doch recht vagen Begriff der Resilienz etwas mehr Praktikabilität und Alltagstauglichkeit zu verleihen. Resilienz ist letzten Endes ein breitgefächerter Begriff, der sich in seine vielen Einzelheiten noch granularer zerlegen lässt. Das Modell hat dies an sieben Faktoren gezeigt.

Doch vielleicht sind dir beim Durchlesen der genaueren Erklärungen der einzelnen Resilienzfaktoren weitere verwandte Begriffe, Teilaspekte und Auslegungen in den Sinn gekommen. Nicht umsonst wurden die 7 Säulen der Resilienz bereits in unterschiedlichen Varianten interpretiert oder ggf. auch erweitert. Gerade in der Resilienz gibt es viele Modelle, die alle versuchen denselben Begriff zu erklären.

Und vielleicht liegt genau auch hier die Möglichkeit deiner persönlichen und freien Interpretation, weshalb wir dies als einen Denkanstoß an dich weitergeben möchten: Was bedeutet Resilienz für dich? Welche der Säulen erkennst du als besonders wichtig an? Und was fehlt dir ggf. auch noch in diesem Modell?

Die Vorstellung dieses Modells hilft einem den Oberbegriff Resilienz genauer zu verstehen. Doch die tatsächliche Interpretation und Umsetzung eines resilienten Verhaltens auf das eigene Leben erklärt es jedoch noch nicht. 

Resilienz findet im echten Leben statt und nicht in strikten Modellen. Unterschiedliche Situationen erfordern unterschiedliche Fähigkeiten, die von dir grundlegend mitbeeinflusst und -bestimmt werden. Daher unsere Frage, wo wir dich einladen möchten darüber nachzudenken: Wie sieht Resilienz für dich und deinen Alltag aus?

Was Introversion bedeutet und weshalb sie besser ist als ihr Ruf

Introversion Bedeutung beschrieben anhand eine Frau, die über den Horizont blickt

„Warum bist du immer so still?“ Wie oft habe ich diese Frage schon gehört, und wie sehr nervt sie mich inzwischen. Ich bin introvertiert. Punkt. Das ist keine Krankheit und keine Störung. Auch kein Mangel oder Makel. Es ist meine Persönlichkeit. Was introvertiert zu sein wirklich bedeutet, wissen noch längst nicht alle, und am wenigsten die, die nicht betroffen sind. Wobei „betroffen“ schon wieder so klingt, als sei etwas nicht in Ordnung mit mir.

Introversion sollte weder abgewertet noch hochgelobt werden. Es ist ein weit verbreitetes Persönlichkeitsmerkmal, das einfach verstanden werden sollte.

Das Gegenstück zu Introversion heißt wissenschaftlich korrekt übrigens Extraversion, auch wenn umgangssprachlich der Begriff Extroversion geläufiger ist. Darum liest du bei mir ab und zu von “extravertierten” statt von “extrovertierten” Menschen - es meint aber dasselbe.

Warum Introversion häufig missverstanden wird

Viele extravertiert veranlagte Menschen können nicht nachvollziehen, was in uns Introvertierten  vorgeht. Die Meinung, dass wir doch unglücklich sein müssten, weil wir nicht so lebhaft, gesprächig und gesellig sind, ist weit verbreitet. Viele können nicht nachvollziehen, dass wir zufrieden sind, wenn wir alleine für uns sein können, dass wir kein Bedürfnis nach stundenlangem Geplauder haben und längere Erholungsphasen brauchen.

Das weckt viele Vorurteile gegenüber introvertierten Menschen: Sie seien langweilig, depressiv, unsozial, arrogant, desinteressiert, empfindlich, ängstlich oder schüchtern.

Die meisten dieser Vorurteile stimmen nicht. Sie entstehen aus der Unkenntnis darüber, was in Introvertierten vorgeht und warum sie so ruhig und häufig zurückhaltend sind. Vor allem Introversion und Schüchternheit werden sehr häufig gleichgesetzt.

Schüchternheit ist eine soziale Angst, die sich häufig schon in der Kindheit entwickelt, also anerzogen ist oder durch Erfahrung gelernt wurde. Dementsprechend ist sie auch therapierbar. Wer schüchtern ist, der leidet unter seiner Zurückgezogenheit.

Introversion ist ein angeborenes, festes Persönlichkeitsmerkmal, das nicht durch Training oder ähnliches veränderbar ist. Introvertierte Menschen lieben es, in ihre Innenwelt abzutauchen und fühlen sich selten einsam.

Niemand ist ausschließlich introvertiert oder extravertiert. Es ist eine Skala mit zwei extremen Enden, und die meisten von uns tummeln sich irgendwo um den Mittelpunkt herum. Jeder von uns hat also sowohl eine introvertierte als auch eine extravertierte Seite in sich, wobei jedoch eine klare Tendenz entweder auf die eine oder die andere Seite besteht.

Als Introvertierte/r kannst du deine extravertierten Anteile in dir trainieren und stärken. Du wirst aber nie ein „Vollblut-Extro“ werden können.

Denn ob wir introvertiert oder extrovertiert sind, ist nicht nur eine unbewusste Entscheidung, sondern auch in unseren Genen tief verankert. Diese Verankerung spiegelt sich in der Arbeitsweise unseres Nervensystems wider.

Unterschätze mich nicht, nur weil ich still bin. Ich weiß mehr als ich sage, denke mehr als ich spreche und beobachte mehr als du denkst.

Michaela Chung (geb. 1984), US-amerikanische Autorin und Bloggerin über Introversion Tweet

Die Bedeutung des Nervensystems für dein Temperament

Ohne zu wissenschaftlich an dieser Stelle zu werden, ist es dennoch wichtig zu wissen, dass die Nervensysteme von introvertiert und extravertiert veranlagten Menschen unterschiedlich arbeiten.

Du hast sicherlich schon vom vegetativen Nervensystem gehört: Sympathikus und Parasympathikus. Der Sympathikus ist der Aktivitätsnerv, der den Körper in einen höheren Erregungszustand versetzt. Sein Botenstoff im Körper ist das Dopamin. Sein Gegenspieler, der Parasympathikus, ist für Ruhe und Entspannung in den Körperfunktionen zuständig. Das wird über den Botenstoff Acetylcholin gesteuert.

Das Temperament einer Person hängt davon ab, welcher der beiden Gegenspieler in ihm dominiert. Jeder hat seine individuelle Komfortzone, in der eine bestimmte, individuelle Mischung der beiden Botenstoffe des vegetativen Nervensystems vorherrscht. Wenn dieser Zustand erreicht ist, fühlen wir uns am wohlsten und zufriedensten.

Introvertierte haben einen gröberen „Filter“, das heißt sie reagieren empfindlicher auf diese Botenstoffe. Wenn der Dopaminpegel einer introvertiert veranlagten Person steigt, weil viele intensive Sinnesreize auf sie einströmen (z.B. Musik, viele Menschen, verschiedene Lichter auf einer Party), dann hat ihr Gehirn viel zu tun. Introvertierte sind dann schnell überreizt und benötigen eine Auszeit, um alles in Ruhe im Kopf zu verarbeiten.

Darüber hinaus kreieren Introvertierte viel Anregung aus sich selbst heraus. Sie sind nicht so sehr von äußerer Stimulation abhängig. Ihre Gedankenwelt ist sehr aktiv. Wenn Introvertierte Pläne machen, kreativen Projekten nachgehen oder einfach nur träumen, bekommt ihr Gehirn ausreichend Stimulation, und ihr Dopamin-Acetylcholin-Level ist für sie Balance.

Bei extravertierten Menschen ist das anders. Sie brauchen ein höheres Dopaminlevel, um sich wohl zu fühlen, und suchen dafür Anregungen von außen. Sie sind schneller unterstimuliert, gelangweilt und unruhig, sie sind sozusagen auf Dopaminentzug.

Die Gehirne von introvertierten Menschen sind stärker durchblutet, vor allem in Bereichen, die an Planung, Gedächtnis, Erinnern und Problemlösungen beteiligt sind. Die Denkprozesse in ihren Gehirnen durchlaufen längere Wege, ziehen mehr Schleifen und binden mehr Informationen mit ein.

Darum denken sie länger über eine Antwort nach und gehen häufig „bedachter“ vor. Impulsiv und spontan zu sein fällt ihnen eher schwer.

Die Veranlagung zur Introversion hat also viel mit den angeborenen Vorgängen im Gehirn zu tun. Jetzt sollte auch verständlich sein, warum man sich seine introvertierte Art nicht „abtrainieren“ kann. 

Bin ich introvertiert?

Es gibt verschiedene Persönlichkeitstests, mit denen man die Ausprägung von Introversion und Extraversion bei sich selbst herausfinden kann.Für eine erste grobe Selbsteinschätzung genügt jedoch eine Frage: In welchen Situationen lade ich meine Akkus am leichtesten wieder auf?

Wenn du dich gerne mit Freunden und Kollegen triffst, am Wochenende gerne unterwegs bist und auf Partys auflebst, dann ist deine extravertierte Seite sicherlich stärker.

Wenn du dich gerne zurückziehst, um dich zu erholen, gerne Zeit alleine verbringst oder tiefgründige Gespräche im kleinen Kreis liebst, dann bist du eher introvertiert veranlagt.

Im folgenden Abschnitt erfährst du, welche Eigenschaften typisch für introvertierte Menschen sind. Daran kannst du ebenfalls feststellen, wie stark deine introvertierte Seite ausgeprägt ist.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Diese Merkmale sind typisch für Introvertierte

Du genießt es, Zeit für dich zu haben.

Du verstehst, warum das so ist, wenn du den Abschnitt über die Funktionsweise des Nervensystems gelesen hast. Als Introvertierte/r brauchst du regelmäßig Auszeiten, um die Informationen und Reize in deinem Gehirn abzubauen, ohne dass du neuem Input ausgesetzt bist. Du kannst dich in dieser Zeit auch endlich in Ruhe deinem Innenleben widmen: Da schwirren so viele Ideen herum, dass es dir alleine nie langweilig wird.

Wenn ich Zeit nur für mich habe (und das ist als Mutter von Schulkindern nicht oft der Fall), verbringe ich einen Teil dieser Zeit mit Lesen. Das ist mir ganz wichtig, auch wenn ich vieles andere auf dem Zettel habe – ich brauche diese Zeit, um vom Außen in mein Inneres zu kommen. Nach dieser Erholungsphase schreibe ich häufig, da das mein Weg ist, um meine Kreativität auszuleben. Bei Schreiben kann ich mich über längere Zeit gut konzentrieren, meine Gedankengänge zu Papier bringen und schotte so meine Sinne für eine Weile von der Außenwelt ab.

Du bist ein guter Beobachter und Zuhörer.

Da dein Gehirn weniger filtert, nimmst du viele Details aus deinem Umfeld wahr. Du bemerkst Kleinigkeiten, die anderen vielleicht entgehen, und kannst Zusammenhänge erkennen, die anderen verborgen bleiben. Du bist sehr empathisch, denn du spürst, was dein Gegenüber bewegt, was er oder sie fühlt. Außerdem nimmst du die kleinsten Körpersignale bewusst oder unbewusst wahr, und kannst so fühlen, was der andere mit seinen Worten wirklich sagen will.

Gute Zuhörer sind in unserer Gesellschaft leider eine Seltenheit geworden. Durch unsere schnelllebige Zeit, die Informations- und Unterhaltungsfluten verlernen wir, uns auf eine Sache zu konzentrieren und sie tiefer zu ergründen. Als introvertierte Person bringst du die besten Voraussetzungen mit, dem entgegenzusteuern. Du kannst deine Fähigkeit zum Zuhören bewusst trainieren. Beschäftige dich mit dem Konzept des aktiven Zuhörens, und du wirst viele positive Veränderungen bemerken:

  •   Dein Gesprächspartner spürt dein echtes Interesse und vertraut dir. Dadurch werden langweilige oberflächliche Plaudereien schneller zu tiefgründigeren Gesprächen, aus denen du viel für dich lernst und mitnehmen kannst.
  •   Du wirst als sympathischer Gesprächspartner wahrgenommen, weil du interessierte Nachfragen stellst und Vertrauen ausstrahlst.
  •   Du spürst, was zwischen den Zeilen gesagt wird, was der andere zurückhält oder wofür er nicht die richtigen Worte findest. Du kannst hören, was nicht gesagt wird.

Du hast einen kleinen, aber engen Freundeskreis.

Der erste Eindruck, den andere Menschen von dir haben, ist, dass du zurückhaltend und verschlossen bist. Es dauert seine Zeit, bis du dich jemandem anvertrauen möchtest und mehr von deinem Inneren preisgibst. Viele Bekanntschaften entwickeln sich an diesem Punkt nicht weiter. Du brauchst ein hohes Sicherheitsgefühl und Vertrauen zu anderen Menschen, um dich mehr öffnen zu können.

Viele bringen diese Geduld nicht auf. Aber die, die es tun, lernen dich erst richtig kennen. Mit ihnen teilst du deine Gedanken, Meinungen, Wünsche, Träume und Ängste. Es sind tiefe und langanhaltende Freundschaften.

Du liebst Ruhe und Stille.

Du ziehst ein Abend auf dem Sofa mit einem guten Buch einer Partynacht vor. Du genießt lange Spaziergänge durch die Natur, sowohl alleine als auch schweigend mit einem vertrauten Menschen. Du kannst dich stundenlang in Tagträumen verlieren. Du brauchst ein ruhiges Arbeitsumfeld, um dich gut konzentrieren zu können. Du bist im Urlaub lieber in der Stille der Berge oder an einsamen Ufern unterwegs, als in der Hektik von Metropolen oder überfüllten Tourismus-Hotspots.

Wo es extravertierten Menschen schnell zu langweilig wird, kannst du Stille, Einsamkeit und Zeit für dich sehr genießen. Weil du diese Zeit brauchst, um dich vom Alltagstrubel, von Menschen, von Lärm, von Sinnesreizen, eigentlich von der ganzen Welt, für eine Weile zu erholen.

Da dein Gehirn viel zu verarbeiten hat, wie du schon erfahren hast, braucht es auch länger, um die vollen Speicher abzuarbeiten, ohne neuen Input aufnehmen zu müssen. Darum fühlt sich Stille für dich manchmal so erholsam an.

Leider ist unsere Gesellschaft sehr auf ständige Betriebsamkeit und Aktivität ausgerichtet. Man soll immer irgendetwas „tun“, irgendetwas Produktives machen, etwas schaffen. Ruhe und Stille haben den Ruf, zu passiv zu sein, unproduktiv, langweilig. Dieses Bild prägt uns alle, und darum fühlen wir uns oft schuldig oder haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir uns für eine Zeit der Ruhe entscheiden.

Dieses negative Verständnisbild darfst du – als introvertierte Person – ablegen. Dich für Ruhe und Stille zu entscheiden heißt, dich für eine Weile dem ständigen Aktivitätszwang zu entziehen und etwas für deine Bedürfnisse zu tun.

Eine Auszeit hilft dir...

  • deine Gedanken zu klären und zu regenerieren.
  • konzentrierter und damit produktiver arbeiten zu können.
  • mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit zu entwickeln.
  • zufriedener zu werden.
  • mehr Kraft für die Menschen, die dich brauchen, zu haben.
  • zu dir selbst zu kommen.
  • gesund zu bleiben, da du Stress abbaust.
  • aufmerksamer und achtsamer zu werden.
  • eine tiefere Verbundenheit mit den Menschen in deinem Umfeld zu entwickeln.

Zur Ruhe kommen zu können ist eine große Stärke von Introvertierten, und ihre Bedeutung kann in unserer hektischen Zeit nicht hoch genug angesehen werden. Diese Stärke schenkt dir Unabhängigkeit und innere Freiheit – wundervoll, oder?

Du handelst bedacht und vorsichtig.

Wenn du deine Meinung äußern willst, dann hast du sie vorher gründlich durchdacht, von allen Seiten beleuchtet, deine Worte wohlüberlegt und den richtigen Zeitpunkt abgewartet.

Wenn du dich für einen neuen Job bewerben willst, überlegst du genau, was die Vor- und Nachteile dabei sind, wie gut die Chancen für dich stehen, ihn auch zu kriegen, und ob du deinen alten Job, in dem du dich sicher fühlst und den du gut machst, wirklich aufgeben willst.

Wir introvertierte Menschen durchdenken alles ganz genau, bis wir bereit sind, unsere Gedanken in die Welt hinauszulassen – als Meinungsäußerung, als Entscheidung für etwas, als aktive Handlung oder ähnliches. Das hat auch wieder mit dem introvertierten Gehirn zu tun: Unser Mandelkern, die sogenannte Amygdala, ist leichter erregbar als bei extravertierten Menschen. Der Mandelkern ist der Teil unseres Gehirns, in dem unsere Gefühle zu einer bestimmten Situation analysiert werden, in dem aber auch unser Angstempfinden entsteht.

Wir haben daher ein höheres Bedürfnis nach Sicherheit, Vertrauen und Harmonie. Wir handeln eher sicherheitsorientiert als belohnungsorientiert. Das heißt, dass wir auf kurzfristige Belohnungen (das ist alles, was ein Glücksgefühl auslöst) weniger stark reagieren – was uns ermöglicht, erstmal über Vor- und Nachteile nachzudenken, bevor wir handeln.

Nur in stillen Wassern spiegeln sich die Sterne

Introversion in der heutigen Gesellschaft

Als introvertierter Mensch hast du es in unserer westlichen Welt nicht so leicht. Von klein auf bis ins Erwachsenenleben lernst du, dass extravertierte Eigenschaften besser sind, erfolgreicher machen und von dir erwartet werden. Du musst dich gegen Vorurteile behaupten und stößt auf viel Unverständnis.

Kein Wunder also, wenn du das Gefühl hast, auf der schlechteren Seite der “Intro-Extro-Skala” zu stehen. Ich behaupte sogar, dass Introversion bewusst oder unbewusst als Persönlichkeitsmerkmal zweiter Klasse wahrgenommen wird.

Doch Einseitigkeit hat sich noch nie als sinnvoll erwiesen. Die Evolution hat beide Temperamente als überlebenswichtig für die ganze Art „Mensch“ hervorgebracht. Ich halte uns Introvertierte für ein wichtiges Gegengewicht in unserer extravertiert-orientierten Gesellschaft.

Liebe Intros, lernt eure ganz individuellen introvertierten Potenziale und Stärken kennen und lebt nach ihnen – für euch, für eure Familien und Freunde, für eure Arbeit. Unsere Gesellschaft kann starke, ruhige, überlegte, zuhörende, achtsame, aufmerksame, gelassene, konzentrierte, unabhängige, tiefgründige, hilfsbereite, empathische Menschen wie uns gut gebrauchen!

Was ist Glück für uns Menschen?

Was ist Glück - eine Definition - beschrieben durch ein vierblättriges Kleeblatt

Das Streben nach Glück, sowie die Beantwortung der Frage „Was ist Glück?“ ist eine uralte Sehnsucht des Menschen. Seit Anbeginn der Zeit suchten die großen Dichter, Denker und Philosophen nach einer Definition für das Glück – mit ganz unterschiedlichen Ansätzen.

Auch heute noch steht diese Frage für manch einen im Raum und selbst in der Wissenschaft oder Psychologie wurde keine einheitliche Definition des Glücks gefunden. Doch dies muss es auch nicht.

Denn Glück liegt sozusagen im Auge des Betrachters und ist eine ganz persönliche und subjektive Wahrnehmung unterschiedlicher Emotionen und Umständen, die jeder für sich selbst definieren muss.

Der folgende Beitrag taucht tief ein in das allumfassende Thema Glück und DailyMentor bemüht sich um eine Definition dieses großen Begriffes. Dabei schauen wir uns gemeinsam Glücksmaximen an, die bereits seit der Antike bestehen und noch heute das Fundament moderner Glücksdefinitionen mitbestimmen. Zudem widmen wir uns dem Thema aus unterschiedlichen psychologischen und philosophischen Perspektiven.

Das Ziel dieses Beitrags ist es dir unterschiedlichste Perspektiven und Inspirationen über den Begriff des Glücks zu schaffen, die dich wiederum in deiner eigenen Meinungsbildung und persönlichen Beantwortung der Frage „Was ist Glück?“ unterstützen sollen. 

Eine für dich allumfassende Beantwortung dieser Frage findest du weder hier, noch woanders. Doch der Beitrag wird dir helfen, dass du Glück für dich – und ausschließlich für dich – beantworten kannst. Also lehn’ dich zurück, nimm die nötige Zeit zum Lesen, lass dich inspirieren und einladen über die nachfolgenden Dinge nachzudenken.

Inhaltsverzeichnis

Eine allgemeine Definition: Was ist Glück?

Würde man 100 Leuten die Frage stellen „Was ist Glück?, so würde man sicherlich viele verschiedene Antworten erhalten. Obgleich die Antwort lautet eine genussvolle Mahlzeit, gemeinsame Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen, ein Buch zu lesen oder es doch größere Begriffe umschließt wie erfolgreich, sorglos oder gesund zu sein. Jede dieser Antworten sind gleichermaßen richtig. Denn jeder Mensch hat eine andere Vorstellung, was Glück bedeutet.

Was Glück ist, liegt einzig und allein in der subjektiven Beurteilung eines Menschen und in seiner eigenen Auffassung. Denn Glück folgt keinem Bewertungsmaßstab, was selbst die Wissenschaft gewissermaßen zugeben musste.

Denn sogar in der Wissenschaft herrscht keine einheitliche Meinung vor, was Glück ist oder genau bedeutet. Erklären lässt sich es daran, dass das Gefühl des Glücklichseins selten allein kommt bzw. durch zahlreiche andere Gefühlslagen entsteht, die manchmal sogar als Synonyme für Glück verwendet werden: Zufriedenheit, Freude, Sorglosigkeit, Ausgeglichenheit, Wohlbefinden, o.Ä. – es sind alles Beschreibungen, die einen Mensch sein Glück fühlen lassen können.

Was in einem Menschen Glück auslöst, kann ganz unterschiedlich sein: Sei es durch das Schaffen besserer äußerer Umstände, die die eigenen Lebensqualitäten verbessern, durch einfache Aktivitäten (wie dem Nachgehen seiner eigenen Interessen, dem Ausüben der eigenen Berufung, allgemeine Tätigkeiten, die einen erfreuen etc.) oder sogar durch andere Personen und Situationen für die man selbst nicht verantwortlich war und „glücklich gemacht wurde“.

Letzteres beschreibt das sogenannte Zufallsglück. Wie es der Name bereits verrät, ist es eine Form, des Glücks, welches sich von einem selbst nicht beeinflussen lässt. Ganz plötzlich und zufällig schenkt manchmal das Leben solche unerwarteten Glücksmomenten. Es können ganz kleine – fast schon kaum bemerkbare – Momente sein, wie bspw. dass man einen guten Freund auf der Straße begegnet, einen Geruch aus seiner Kindheit wahrnimmt, der einen an nostalgische Erinnerungen besinnt oder das Wahrnehmen einer lauwarmen Sommerbrise. Wie es einst Heinrich Heine über das Zufallsglück dichtete: „Es küsst dich rasch und flattert fort.“

Ganz unabhängig davon wie sich das Glück für einen Mensch einstellt, eines ist stets gegeben: Glück ist ein Status der Freude oder des Wohlbefindens – ein Zustand, in dem sich ein Mensch zufrieden fühlt, selbst wenn es manchmal auch nur temporär sein mag.

Glück definiert im Sinne der Eudaimonie und des Hedonismus

Wie wir bereits verstanden haben, ist Glück für jeden etwas anderes. Dennoch gibt es zwei zentralen Ethiken an Glücksmaximen, die gewissermaßen das „Fundament der Glücksdefinition“ bilden: Eudaimonie und Hedonismus.

Beide dieser Philosophien haben ihren Ursprung in der Antike Griechenlands und seitdem nutzten sie viele bedeutende Philosophen, um das Glück zu definieren. Eudaimonie und Hedonismus sind keinesfalls Gegenpole des Glücks. Vielmehr sind es zwei unterschiedliche Sichtweisen, die versuchen dem Menschen zu erklären, wie man sein Leben auszurichten habe, um sein persönliches Glück zu finden.

In der heutigen Moderne sind diese Glückskonzepte weniger starr verankert und präsent. Sie finden heutzutage meist in abgewandelter Form und/oder im Zusammenspiel miteinander statt, sodass diese Maximen modernisiert interpretiert werden können. Nichtsdestotrotz sollte man die zwei ursprünglichen und klassischen Formen gehört haben. Denn sie bilden seit der Antike den Ursprung vieler bewährter Definitionen des Glücks und helfen uns nach wie vor bei der individuellen Beantwortung der Frage, was Glück für einen bedeutet.

Eudaimonie und Hedonismus sind zentrale Begriffe für das Glück und können im Fortlauf des Textes regelmäßig von dir wiedererkannt werden. Versuche sie deshalb für dich zu verstehen. Somit wird es dir leichter fallen den weiteren Text nachzuvollziehen und du bildest dir zugleich ein stabiles Grundgerüst für deine persönliche Glücksdefinition. 

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Eudaimonie: Die Glücksfindung in der Tugendhaftigkeit und im Tätigsein

Eudaimonie (übersetzt „mit einem guten Daimon verbunden“) bezeichnet eine Lebensführung, die es von dem Menschen verlangt seinen „guten Geist“ auszuleben. Das eudaimonische Glückeserleben wird oftmals auch als Werteglück bezeichnet, da diese Glücksform sich an vielen anerkannten Tugenden ausrichtet. 

Im Mittelpunkt des eudämonistischen Ansatzes steht es, das Leben auf eine erfüllende und tugendhafte Weise zu leben und tätig zu sein, indem man seine eigenen Stärken und Interessen verwirklicht. Demnach ist das Glück nicht etwa ein Endprodukt seiner Tätigkeiten. Vielmehr ist es der Prozess des „Tätigseins“ selbst, was den Menschen glücklich macht.

Das Leben nach eudaimonischen Vorstellungen umfasst also tugend- und gewissenhaftes Handeln – im Sinne der eigenen Person und Teil der Gesellschaft, die für Menschen mit gewissen Normen einhergehen. 

Die Eudaimonie ist ein objektives Konzept, in dem man mehr gute als schlechte Taten vollbringen sollte. Diese Ansicht umschließt unterschiedlichste Tätigkeiten wie sich zu engagieren, anderen zu helfen, seine eigenen Ziele trotz Hindernissen zu verfolgen oder sich für Dinge im Leben einzusetzen, die einem am Herzen liegen. Es impliziert das Suchen und Streben nach dem objektiv Guten und Richtigen.

Ein inspirierender Aufschluss der eudaimonische Ethik ist, dass der Mensch nicht etwa leer ist und von seiner Umwelt geformt wird. Vielmehr trägt jeder Mensch seine Inhalte und Stärken in sich, die es einzig allein zu enthüllen und zu fördern gilt. Passend dazu ein Zitat des Philosophen Seneca, der später erneut aufgegriffen wird und Glück auch anhand der Eudaimonie erklärte:

Den Charakter kann man auch aus den kleinsten Handlungen erkennen.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Hedonismus: Glücksfindung durch Lustmaximierung

Der Hedonismus, als dessen Begründer Aristippos von Kyrene zählt, beschreibt die Maxime, dass Glück und Wohlbefinden dadurch erreicht wird, wenn die Summe aller positiven Empfindungen größer ist als die der negativen.

In der hedonistischen Philosophie ist das Streben nach Glück eine Lebenseinstellung und beschreibt angenehme Glückszustände im Augenblick, die durch das Erleben positiver Empfindungen (Leidenschaft, Zufriedenheit, Sex, freudige Aktivitäten, Genuss o.Ä.) und gleichzeitig durch die Vermeidung von Unlust, Schmerz oder Leid entstehen. Glück wird also dadurch erreicht, dass ein Mensch eine positive Lustbilanz besitzt.

Demnach ist Hedonismus eine Lebenseinstellung, in der der Mensch die erfüllte Lustmaximierung anstrebt, was manchmal im alltagssprachlichen Gebrauch mit einer egoistischen Lebenseinstellung verstanden wird. 

Doch tatsächlich beschreibt der „psychologische Hedonismus“ das Streben eines Menschen nach Lust und Freude – in der Modernen wird oftmals dies mit dem Führen eines guten Lebens beschrieben, sodass man das Aus- und Erleben des individuellen Guten als den Hauptbestandteil dieser Werttheorie versteht.

Die moderne Interpretation von Eudaimonie und Hedonismus

Als Kernaussage dieser zwei Philosophien und für eine Interpretation in die Moderne lässt sich festhalten, dass Glück unterschiedlichste Ursprünge haben kann.

Glück lässt sich… 

  • einerseits in seinen eigenen Taten finden: durch eine gewissenhafte Lebensweise, dem Streben und Erreichen seiner Ziele, Interessen und Visionen, sowie dem Ausleben und Entfalten seiner Persönlichkeit und den damit verbundenen persönlichen Stärken (Eudaimonie)
  • als auch durch Momente des Genusses, der Freude und Lust, in denen einen Mensch sich glücklich fühlen kann – ganz unabhängig davon, ob er sich diesen Moment selber kreiert hat oder dieser ihn womöglich ganz zufällig im Leben begegnet (Hedonismus)

Sowohl in der Eudaimonie, als auch im Hedonismus muss Glück keinem Maßstab folgen. Es ist nach wie vor eine subjektive Wahrnehmung und bereits kleine Tätigkeiten oder periphere Genussmomente können einen Menschen glücklich fühlen lassen.

Übung für zwischendurch:

Wie verstehst du Eudaimonie und Hedonismus für dich? Wie würdest du diese antiken Philosophien verstehen und in die heutige Neuzeit übersetzen, nachdem du nun diese Erklärung gelesen hast? Was ist Glück für dich - sowohl aus dem eudaimonischen, als auch aus dem hedonistischen Ansatz? In welchen Augenblicken und Lebensumständen kannst du diese Maximen für dich wiederfinden?

Was ist Glück in der Psychologie?

Auch in der Psychologie und einigen Modellerklärungen lassen sich die oben beschriebenen Maximen wiederfinden. Im psychologischen Kontext wird Glück meist als ein persönliches Wohlbefinden beschrieben, welches vor allem durch das Empfinden von Emotionen wie Harmonie, Euphorie oder Freude erklärt wird.

Im Folgenden werden dir drei interessante und inspirierende Sichtweise dreier US-amerikanischer Psychologen präsentiert, die sich mit der Glücksdefinition beschäftigen. Ihre Ergebnisse über persönliches Wohlbefinden können dir womöglich für die Beantwortung der Frage „Was ist Glück?“ weiterhelfen:

Das subjektive Wohlbefinden nach Ed Diener

Der US-amerikanische Glücksforscher und Psychologe Ed Diener hat in seinem Konzept „The Science of Well-Being“ das subjektive Wohlbefinden aufgegriffen. Diener definiert  in seiner Arbeit Glück als ein subjektives Wohlbefinden, welches sich in zwei Komponenten unterteilt:

  • dem affektiven Wohlbefinden
  • dem kognitiven Wohlbefinden

Diener erklärt beide Komponenten als individuelle Empfindungen eines Menschen, die mit keinem objektiven Bewertungsmaßstab gemessen werden können: Was der eine als Glück bezeichnet, kann ein anderer wiederum nicht als Glück verstehen.

Das affektive Wohlbefinden ist nach Diener eine emotionale Komponente und das Verhältnis von positiven und negativen Emotionen. Glück – im Sinne des affektiven Wohlbefindens – ist das Vorhandensein positiver Emotionen/Stimmungen und der Abwesenheit negativer Emotionen/Stimmungen (eine Theorie im Sinne des hedonistischen Gedanken).

Dabei sind die positiven und negativen Emotionen als getrennte Dimensionen bzw. Lager zu betrachten, die etwa nicht als zwei Endpole auf einer Dimension bilden. Es bedeutet, dass diese zwei Lager an Emotionen koexistieren und unabhängig voneinander auf das Wohlbefinden eines Menschen wirken.

Das kognitive Wohlbefinden ist hingegen eine rationale Komponente des Glücks und bezeichnet die persönliche Zufriedenheit mit den eigenen Lebensumständen. Trotz einem präsenten Unwohlsein, wie bspw. durch Überstunden bei der Arbeit, Prüfungsstress o.Ä. (schlechteres affektives Wohlbefinden) kann sich ein Mensch Glück fühlen, da er mit seinen äußeren Lebensumständen (Gesundheit, soziales Umfeld, Liebe, finanzielle Sicherheit o.Ä.), sprich mit seinem kognitiven Wohlbefinden, zufrieden ist.

Das eigene Wohlbefinden und Glück hängt folglich von beiden Komponenten gleichermaßen ab. Das verstärkte Erleben positiver Emotionen sowie durch die zunehmende Zufriedenheit der eigenen Lebensumstände kann einen Mensch Glückseligkeit verspüren lassen.

Die Ergebnisse des subjektiven Wohlbefindens etablierte die Sichtweise, dass Glück ein Ergebnis sowohl emotionaler Komponenten, als auch einer kognitiven Bewertung ist. 

Das psychologische Wohlbefinden nach Carol Ryff

Die Psychologin Carol Ryff arbeitet mit ihrem Modell des psychologischen Wohlbefindens heraus, warum gewisse Menschen mit ihrem Leben zufriedener sind als andere. Sie baut dabei auf den Konzepten des „positive psychological functioning“ auf.

Einfach erklärt, beschreibt dieses Konzept die Liebes-, Genuss- und Arbeitsfähigkeit, sowie die Ausschöpfung des eigenen Potenzials und die Erfüllung der eigenen „wahren Natur“ eines Menschen. Mithilfe dieses Konzepts erarbeitet die US-amerikanische Psychologin folgende Bewertungsmaßstäbe, um das Glück eines Menschen einzustufen:

  • Selbstakzeptanz: eine positive Grundeinstellung gegenüber der eigenen Person
  • Beziehungen: vertrauensvolle und tiefgründige Bindungen
  • Autonomie: Selbstbestimmtheit, sowie dem Leben nach eigenen Werten
  • Lebensbewältigung: Selbstwirksamkeit und eigenständiges proaktives Gestalten der eigenen Lebensumstände
  • Sinn und Lebensziele: die Ausrichtung seines Lebens an größeren Zielen und dem eigenen Lebenssinn
  • Persönliches Wachstum: Offenheit für Neues und die kontinuierliche Entwicklung

Ryff kommt zu dem Ergebnis, dass ein hohes psychologisches Wohlbefinden für den Menschen damit einhergeht, wenn er autonom handeln kann, sich selbst akzeptiert, Schwierigkeiten und Hindernisse meistern kann, persönliches Wachstum erlebt, erfüllende Beziehungen zu anderen Menschen führt und den eigenen Sinn im Leben erkennt.

Das PERMA Modell nach Martin Seligman

Selingman, der als Begründer der positiven Psychologie betrachtet wird, entwickelte 2005 das PERMA Modell, welches sich auch mit dem Wohlbefinden eines Menschen beschäftigt. Im PERMA Modell definiert er die fünf Faktoren des Wohlbefindens:

  • Positive Emotion (positive Gefühle)
  • Engagement (Die Zufriedenheit des Tätigseins)
  • Relationships (positive Beziehungen)
  • Meaning (Sinn im Leben)
  • Accomplishment (Zielerreichung & Wirksamkeit)

Selingmans PERMA Modell fand auch außerhalb der akademischen Psychologie vermehrt Anwendung, um sich für einen Menschen eine Antwort auf die Frage „Was ist Glück?“ herleiten zu können. Anders als bei dem Modell nach Ryff, weitet Selingman sein Modell aus und nutzt explizite Ansätze sowohl der hedonistischen, als und eudaimonischen Glücksdefinition. Dadurch ermöglicht das PERMA Modell einem Menschen, sich auf die wichtigsten fünf Lebensbereiche, die für sein Glück verantwortlich sind, zu konzentrieren und diese in seinem Alltag einzubauen. 

Was ist Glück in der Philosophie?

Von der Antike bis in die heutige Neuzeit bemühen sich die Menschen nach einer Definition für das Glück zu finden. Einige Definitionen der größten Philosophen folgen. Lass dich von ihnen inspirieren und einladen über ihre Aussagen nachzudenken. DailyMentor fasst abschließend seine „Lieblingskernaussage“ am Ende eines jeden Philosophen zusammen und interpretiert sie für die moderne Zeit.

Aristoteles: Glücklich ist, wer ein gutes Leben führt

Aristoteles – ein Vertreter der Eudaimonie – beschreibt Glück, indem ein Mensch seine natürlichen Tugenden und Tüchtigkeiten in einer Gesellschaft entfalten kann. Nach Aristoteles stellt sich das Glück für einen Menschen automatisch und zufällig ein, wenn er sich seinem Charakter und Wesen entsprechend verhält. Er beschreibt dies als tugendhafte Praxis und die damit verbundenen Tätigkeiten.

Im Auszug aus dem ersten Buch der Nikomachischen Ethik definiert Aristoteles Glückseligkeit als Ziel eines jeden Lebens, was zugleich das oberste Gut aller Güter darstellt. In diesem veranschaulicht Aristoteles den Glücksbegriff anhand eines Flötenspielers oder Schusters, die mit ihren Augen, Händen und Füßen Produkte und Tätigkeiten kreieren und somit das Werk ihres betreffenden Seins vollbringen. Anschließend wendet Aristoteles diese Überlegung auf den Menschen an und hinterfragt, worin sich ein Mensch in seinem betreffenden Sein definiert und von anderen Lebewesen unterscheidet:

Ähnlich wie bei Pflanzen und Tieren vollbringt der Mensch das Werk des Lebens, für welches es die Sicherung gewisser Grundbedürfnisse benötigt. Doch der Mensch unterscheidet sich von anderen Lebewesen, da sein Lebensvollzug nicht ausschließlich aus dem persönlichen Wohlergehen hervorgehe, welches die vollständige Befriedigung aller Bedürfnisse und Neigungen benötigt, sondern aus der Vernunfttätigkeit: dem Streben des Tätigseins im Sinne der eigenen Tugendhaftigkeit.

Das Tätigsein ist dabei kein bestimmter Zustand, sondern vielmehr ein Lebensstil, welcher theoretische und praktische Vernunfttätigkeiten umschließt. Wenn ein Mensch also die Tätigkeiten ausüben darf, die seine Interessen und Stärken – allumfassend also sein Wesen – unterstützen, kann ein Mensch sein Glück finden.

Neben Aristoteles waren es auch die weiteren griechischen Philosophen Sokrates und Platon, die erklären, dass es die tugendhafte Lebensweise ist, die einen Menschen zum Glück verhilft. Glückseligkeit im Sinne der Eudaimonie war in ihren Augen das Ziel, auf das jegliches Handeln ausgerichtet werden sollte.

Was ist Glück?
Eine moderne Interpretation nach Aristoteles

Glück lässt sich dadurch erreichen, dass man sein tägliches Handeln nach seinen persönlichen Interessen auslebt. In seinem Tun werden die Stärken des Menschen bekräftigt und es wird ihm ermöglicht seinen Zielen nachzugehen.

Epikur: Glück ist der Moment der Lust und dem Fernbleiben der Unlust

Der griechische Philosoph Epikur widerspricht in vielerlei Hinsicht der Eudaimonie und somit auch der Glücksdefinition nach Aristoteles. Das Glück nach Epikur sei nicht einzig und allein in der spirituellen, sondern vielmehr in der irdischen Welt zu finden.

Epikur greift hierbei den hedonistischen Gedanken auf und beschreibt die Lust als Prinzip des gelingenden Lebens und Glücks. Anders als bei Aristoteles ist Glück kein Ergebnis von „Selbstverwirklichung“ oder Tätigseins, sondern wird dann ermöglicht, wenn Lust gelebt und kein Schmerz vorhanden ist.

Das Hauptziel der epikureischen Glücksphilosophie ist vielmehr die Schmerzvermeidung, sowie das Fernhalten der Unlust oder des physischen Leids. Diese Vermeidung lässt sich nicht nur durch den übermäßigen Genuss von weltlichen Gütern erlangen, sondern vielmehr durch die strategische Reduktion auf die notwendigsten Bedürfnisse eines Menschen.

Epikur ist der Ansicht, dass jemand, der sich mit seinen Bedürfnissen und Gelüsten hoch hinauswagt auch tief fallen mag, dass also extreme Lust auch immer extreme Unlust nach sich ziehen könnte.

Deshalb empfiehlt Epikur einen Weg des kleinen Glücks. Berühmt geworden ist der Schluss eines Briefes an seinen Freund Menoikeus: „Schicke mir doch einmal ein Stück kythischen Käse, damit ich, wenn ich Lust dazu habe, einmal recht schwelgen kann.“

Was ist Glück?
Eine moderne Interpretation nach Epikur

Der Mensch soll all die schönen Dinge, die ihm widerfahren, genießen können. Glücklich kann man auch dann sein, wenn man sorgenfrei ist und muss dafür in keine große Euphorie verfallen. Manchmal reichen schon kleine Augenblicke und Momente, um für sich das Glück wahrzunehmen.

Lucius Annaeus Seneca: Glück wird erst durch ein Bewusstsein erkannt 

Nach dem Stoa Philosophen Seneca gehört es zum Wesen des Menschen, nach Glück zu streben. Glück ist gleichzeitig das einzige und höchste Gut, nach dem es sich zu streben lohnt, denn es ist als einziges ein beständiges, was dem Menschen guttut.

Als einzige notwendige Bedingung für Glück beschreibt Seneca die Apatheia, die Leidenschaftslosigkeit. Erst im Status der Apatheia findet der Mensch sein Glück. Leidenschaftslosigkeit darf jedoch nicht als Gefühllosigkeit, Desinteresse oder Indifferenz verstanden werden. Vielmehr ist Apatheia die Unabhängigkeit von anderen Gütern. Somit ist Glück ein Moment, der von sich selbst aus besteht bzw. kein weiteres Zutun des Menschen erfordert. Vielmehr ruht das Glück auf einem Fundament, welches es zu stabilisieren gilt. 

Dies kann nur durch das Vorhandensein eines Bewusstseins geschehen. Nach Seneca kann daher nur der Mensch glücklich sein, der sich seines Glückes bewusst ist und einen gesunden Geist besitzt. Denn nur ein gesunder Geist inkludiert die Vernunft, die es für die Urteilskraft benötigt, um sein eigenes Glück zu erkennen.

Was ist Glück?
Eine moderne Interpretation nach Seneca

Glück ist ein Moment, dessen bewusster Genuss der Mensch zu lernen hat. Der Mensch muss daher ein Bewusstsein schaffen, um sein erfahrenes Glück wahrnehmen zu können. In Glücksmoment reicht es manchmal aus, diesen einfach nur zu genießen - ohne noch weiteres beisteuern zu müssen.

Friedrich Nietzsche: Glück ist ein temporärer Zustand und die Erfahrung von Genügsamkeit

Nach Friedrich Nietzsche ist Glück nichts, was sich durch Äußerlichkeiten erreichen lässt, wie etwa ein Leben durch Fülle und Konsum. Dies ist nach dem deutschen Philosophen vielmehr ein eigener Wunsch mittelmäßiger Personen.

Nietzsche besitzt eine bescheidenere Auffassung bzgl. des Glücks, sodass sich Glück allein darüber einstellt, dass einem gut gehe, weil die vorliegenden Bedingungen günstig seien oder es das Schicksal gut mit einem meine.

Glück ist für Nietzsche ein Zustand kurzer Dauer, der jeder Zeit vorbei sein könne, weil Sorglosigkeit und eine sorglose Zeit nicht ewig währt. Trotzdem liegt das Glück in der eigenen Kraft eines jeden Menschen, um jegliche Hürden zu überwinden, die ihn in seiner Freiheit und Selbstbestimmung einschränken. 

Nietzsche scheint in gewissen Maßen der „Pessimist“ in der Glücksdefinition der hier aufgezählten Philosophen zu sein, doch vielmehr vertritt er eine genügsamere Auffassung: Glück ist etwas Ruhiges. In seinem philosophischen Sammelwerk „Menschliches, Allzumenschliches“ formuliert er die drei Säulen des menschlichen Glücks:

  1. Das Gewohnte: Nietzsche schreibt hierzu: „Eine wichtige Gattung der Lust und damit der Quelle der Moralität entsteht aus der Gewohnheit.“

  2. Der langsame Pfeil der Schönheit: Nach ihm muss Schönheit mit Ruhe einhergehen: „Die edelste Art der Schönheit ist die, welche nicht auf einmal hinreißt, welche nicht stürmische und berauschende Angriffe macht (eine solche erweckt leicht Ekel), sondern jene langsam einsickernde, welche man fast unbemerkt mit sich fortträgt und die Einem im Traum einmal wiederbegegnet, endlich aber, nachdem sie lange mit Bescheidenheit an unserem Herzen gelegen, von uns ganz Besitz nimmt, unser Auge mit Tränen, unser Herz mit Sehnsucht füllt.“

  3. Der Unsinn: „Wie kann der Mensch Freude am Unsinn haben? So weit nämlich auf der Welt gelacht wird, ist dies der Fall; ja man kann sagen, fast überall wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn.“

Was ist Glück?
Eine moderne Interpretation nach Nietzsche

Glück ist ein temporärer Zustand. Ein Mensch kann sein Glück bereits in sich selbst finden, wenn er erkennt, dass es ihm gut geht und frei von Sorgen ist. Im Grunde ebnet die Genügsamkeit den Weg, sein eigenes Wohl besser zu erkennen und sich von der Ansicht freizumachen, dass es dafür Äußerlichkeiten benötigt, die es zu konsumieren gilt.

13 Glücksübungen und -tipps für deinen Alltag

Da wir nach viel Theorie trotzdem nicht auf praktische Ratschläge verzichten wollen, findest du hier eine Auflistung verschiedener Tipps, Übungen und Inspirationen, die dich an dein Glück erinnern können, bzw. dir den oder anderen Glücksmoment in deinem Alltag schenken können.

  • Gib dem Glück eine Chance: Begegne deinen Alltag mit einer positiven Grundhaltung. Wer an das Gute denkt, dem widerfahren genau solche Momente – manche sogar ganz unerwartet.
  • Lebens- und Denkweisen verändern, die einen aufhalten: Oftmals wissen wir ganz genau, was uns guttut und was nicht. Doch trotzdem fehlt uns manchmal der Mut zur Veränderung, um weiteres Glück in unser Leben einzuladen. Dein Leben, deine Verantwortung: Fordere das Glück für dich auf und trenne dich von den Dingen, die deinem Glück im Weg stehen.
  • Achte auf deine Mitmenschen: Falls es dir möglich ist, solltest du versuchen den Menschen in deinem Leben Hilfe anzubieten – sei es durch Zeit, Aufmerksamkeit, Komplimente, Geld o.Ä. Es ist nachweislich belegt, dass uns Helfen glücklich macht. Das Leben ist ein Gleichgewicht aus Geben und Nehmen – und anderen etwas Gutes zu tun, ist ein Teil davon.
  • Gestalte deinen Alltag nach deinen Vorstellungen: Sorge dich selbst darum, dass du immer einen schönen Tag verbringen kannst. Triff dich mit deinen Freunden, gehe deinen Leidenschaften nach und mache sie zu einer deiner guten Gewohnheiten. Es benötigt die eigene Proaktivität, um sich solche Glücksmomente zu erschaffen.
  • Schätze die kleinen Dinge im Leben: Es sind oftmals die kleinen Dinge und Gesten im Leben, die einen den Tag versüßen können. Eine leckere Mahlzeit, eine halbe Stunde Zeit für sich nehmen, um ein Buch zu lesen, ein Kompliment einer anderen Person, oder sich ein schönes Bild/Foto anschauen – fast schon periphere Momente, die uns Freude schenken können.
  • Gehe regelmäßig in die Natur: Die Natur ist ein gewaltiger Glücksspender und gleichzeitig ein bewiesenes Hilfsmittel gegen Stress. Sei es ein Wald, ein Feldstück, Fluss oder das Meer. Gehe regelmäßig raus in die Natur und lasse die Eindrücke der Natur auf dich wirken.
  • Kenne und setze deine Grenzen: Glück geht einher mit Autonomie und Selbstbestimmtheit. Lerne daher Nein zu sagen, falls du das Gefühl bekommst, jemand anderes überschreitet deine persönlichen Grenzen überschreitet.
  • Schau auf das, was du hast: Der Vergleich mit anderen lässt einen meist nur schlechter fühlen. Richte deshalb ab und zu deinen Fokus auf die Dinge, Erfahrungen und Fähigkeiten, die du besitzt, gemacht, erlernt oder erlebt hast. Es ist eine Frage der Einstellung: Du kannst dich fragen, was noch alles nicht ist oder besser: Was schon alles da ist.
  • Lerne zu verzeihen: Sowohl dir, als auch anderen Menschen. Was geschehen ist, ist geschehen. Ein gemachter Fehler oder Enttäuschung ist passiert und die Vergangenheit lässt sich auch nicht mehr zurückdrehen. Daher ist es notwendig, dass man es schafft seinen Fokus von der Vergangenheit in die Zukunft zu richten und einen persönlichen Abschluss für solche Situationen zu finden.
  • Finde die Schönheit in deiner Umgebung: Nach wie vor sind es die kleinen Dinge im Leben, die uns glücklich stimmen können. Eine kleine Übung, die du jederzeit und überall durchführen kannst: Egal, wo du gerade bist, versuche, etwas Schönes in deiner Umgebung zu finden. Schon solch Kleinigkeiten stärken dein Bewusstsein für das Positive.
  • Achte auf deine Gesundheit: Achte sowohl auf deine körperliche, als auch mentale Gesundheit. Erst dann lässt sich auch das Leben in vollen Zügen genießen und ausleben. Achte daher auf deine Ernährung und versuche dich regelmäßig sportlich zu betätigen.
  • Verfolge, deine Ziele und Träume: Jeder Mensch sucht in irgendeiner Weise nach Erfüllung und Selbstverwirklichung, um so sein Glück zu finden. Was sind deine Lebensziele und Träume? Was willst du noch alles erleben, erreichen, sehen, machen und lernen?
  • Werde dir deiner Glücksmomente bewusst: Uns passiert im Alltag oftmals viel mehr Positives als Negatives, dass es sich für uns nahezu gewohnt und alltäglich anfühlt. Doch mach dir bewusst, dass dies ein besonderes Privileg in unserem Leben darstellt. Daher ist dies mein Lieblingspunkt: Vor dem Schlafen gehen halte ich mir deshalb immer drei positive Momente vor Augen, worüber ich heute glücklich, stolz oder dankbar bin, um mich so an mein Glück zu erinnern.

Inspirierende Zitate über Glück

„Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind.“
Albert Schweitzer (1875-1965),  deutsch-französischer Arzt, Philosoph

„Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.“
Carmen Sylva (1843-1916), deutsche Schriftstellerin

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph

„Glück ist wie eines jener Schlösser in Märchen, deren Pforten von Drachen bewacht werden: Wir müssen kämpfen, um es zu erobern.“
Alexandre Dumas (1802-1870), französischer Schriftsteller

„Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.“
André Gide (1869-1951), französischer Schriftsteller

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph

„Glücklich allein ist die Seele, die liebt.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter

„Glück liegt weder im Laster noch in der Tugend begründet, sondern darin, inwiefern wir das eine oder andere zu schätzen wissen.“
Donatien Alphonse François de Sade (1740-1814), französischer Adeliger 

„Ein wahrer Freund trägt mehr zu unserem Glück bei, als tausend Feinde zu unserem Unglück.“
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Schriftstellerin

„Glück, für dich gehen wir auf Messers Schneide. Den Augen bist du ein flackerndes Licht, den Füßen ein dünn-brechendes Eis. Und so darf niemand dich berühren, der dich liebt.“
Eugenio Montale (1896-1963), italienischer Schriftsteller

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.“
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“
Demokrit (460 v. Chr. – unbekannt) griechischer Philosoph

„Hin und wieder wäre es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach nur glücklich zu sein.“
Guillaume Apollinare (1880-1918), französischer Dichter

Was ist Glück für DailyMentor?

Ben Münster
Ben Münster

„Glück ist das Gefühl von Sorglosigkeit, Leichtigkeit und Freude im Leben. Es ist das Auftun und Ergreifen von unterschiedlichsten Opportunitäten, die einem das Erleben unerwarteter Glücksmomente ermöglichen. Ich bin glücklich, wenn ich das tun kann, nachdem mir ist – das Gefühl der Selbstbestimmtheit: dem Ausleben meiner Leidenschaften und einer beruflichen Tätigkeit, die mich erfüllt. Glück sind all den Mitmenschen, die mir am Herzen liegen und für die ich dankbar bin, dass sie Teil meines Lebens sind: meiner Familie, meiner Partnerin und meine Freunde.“

Patrick Germann
Patrick Germann

„Für mich ist Glück jeden Morgen aufzustehen und meinen Tag nach meinen Wünschen planen zu können. Ich freue mich dabei auch an kleinen Dingen wie ein leckeres geschmiertes Brot oder eine kuschelige Decke. Dabei kommt es auch nicht darauf an, ob ich Hindernisse oder Herausforderungen überwinden muss, solange ich sie mir selbst ausgesucht bzw. auferlegt habe. Das Gefühl, dass ich etwas bewirken kann bzw. dass meine Worte und Taten mein Umfeld klar beeinflussen, ist mir dabei sehr wichtig.“

Die besten Strategien: Negative Glaubenssätze auflösen

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen beschrieben durch die Silhouette eines Menschen im Sonnenuntergang

Positive und negative Glaubenssätze: Sie sind wie vorgeschriebene neuronale Programme, die sich über die Realität legen und die Wahrnehmung unserer Umwelt sinnbildlich „verzerren“. Kaum etwas besitzt mehr Einfluss auf die Qualität deines Lebens als deine Glaubenssätze.

Manche Menschen scheinen die Überholspur des Lebens für sich gepachtet zu haben. Es wirkt so, als würde ihnen alles gelingen und sie mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit nur so  durchs Leben gleiten. Andere Menschen scheinen hingegen mit angezogener Handbremse zu fahren – als würden innere Blockaden sie gewissermaßen aufhalten wollen. Der Grund für diese Verhaltensweisen sind eben erwähnte positive und negative Glaubenssätze.

Diese inneren Überzeugungen – obgleich guter oder schlechter Natur – bestimmen maßgeblich darüber, was ein Mensch tut (oder auch nicht tut), denkt und fühlt. Dabei sind es die positiven Glaubenssätze, die einem Menschen ein erfülltes Leben ermöglichen und hingegen negative Glaubenssätze, die ihn zurückhalten wollen.

Glaubenssätze lassen sich verändern – auch die negativen. Um vielleicht die eine oder andere Handbremse in deinem Leben bzw. Kopf zu lösen, erwartet dich hier eine ausführliche Erklärung, was diese inneren Überzeugungen überhaupt sind, wie sie entstehen, wirken und wie man für sich negative Glaubenssätze auflösen kann.

Da Glaubenssätze eine umfassende und wirklich große Thematik für einen Menschen sind, fällt dieser Beitrag deutlich länger als manch anderer aus. Doch es ist uns wichtig, dass wir dieses Thema ganz genau beleuchten. Also nimm dir die bitte nötige Zeit, erforsche dich selbst und mache bei den folgenden Übungen gerne mit, um auch deine Glaubenssätze zu erkennen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind unbewusste Gedankenmuster, die sich im Laufe eines Lebens für jeden Menschen entwickelt haben. Es sind inneren Überzeugungen, die sich im Unterbewusstsein von einer Person verankert haben und auf alles und jeden projiziert werden: auf sich selbst, andere Menschen und allgemein auf das ganze Leben.

Glaubenssätze bestimmen maßgeblich unseren Alltag und wie wir die Eindrücke aus unserer Umwelt wahrnehmen – oftmals sogar ohne merklichen Eindruck. Sie steuern, wie wir uns verhalten, wie wir denken und sogar fühlen. Es sind sozusagen psychische Betriebssysteme, die die Wahrnehmung und das Weltbild jeder Person bestimmen.

 Jeder Mensch besitzt eine Vielzahl von sowohl positiven, als auch negativen Glaubenssätzen. Positive Glaubenssätze sind wie ein guter Freund, die einem Menschen bspw. Mut machen und zu innerer Stärke verhelfen. Hingegen sind negative Glaubenssätze wahre Blockaden. Sie reproduzieren schlechte Denkmuster, limitieren die eigenen Fähigkeiten und lassen einen schlechter fühlen als eigentlich notwendig.

Diese positiven und negativen Glaubenssätze können sich dabei durch alle Lebensbereiche ziehen und beeinflussen so unterschiedliche Sichtweisen. Kein Glaubenssatz lässt sich von außen und objektiv als falsch beurteilen. Solch eine Überzeugung hat ein Individuum durch unterschiedlichste Ursache entwickelt. Daher hat jeder Glaubenssatz seine „Berechtigung“.

Wir werden, was wir glauben.

Earl Nightingale (1921-1989), US-amerikanischer Motivationstrainer Tweet

Es gibt unendlich viele von diesen inneren Überzeugungen. Doch um dir einen Einblick zu gewähren, haben wir dir eine große Liste an Beispielen für unterschiedliche positive und negative Glaubenssätze zusammengestellt – aufgeteilt auf die typischen und großen Lebensbereiche.

Uns ist es wichtig, dass du dir unter dem Begriff „Glaubenssatz“ etwas vorstellen kannst, um auch später deine eigenen besser erkennen zu können. Überfliege gerne diese Auflistung und habe dabei im Hinterkopf, dass sich jeder Glaubenssatz auch umdrehen lässt – und so bspw. aus einem negativen Glaubenssatz ein positiver wird:

Ich bin nicht wertvoll. → Ich bin wertvoll.
Ich habe keine Macht. → Ich habe die Macht für mein selbstständiges Handeln.

Ich genüge mir selbst.
Ich werde es schaffen.
Ich bin gut/attraktiv/selbstbewusst/intelligent/…

Ich bin anderen immer unterlegen.
Ich muss immer der Beste sein.
Ich bin dumm/nicht schön genug/zu dick/zu dünn/…

Ich habe es verdient glücklich und erfolgreich zu sein.
Mit meinem Beruf kann ich erfolgreichen/reich werden.
Ich kann es aus eigener Kraft schaffen ein erfülltes Leben zu führen.

Geld verdirbt den Charakter.
Erfolg kann man nur haben, wenn ich andere aussteche.
Ich habe es nicht verdient viel Geld zu verdienen.

Ich darf meine Mitmenschen um Hilfe beten.
Ich darf meine Meinung sagen.
Ich bin selbstbestimmt und lasse nicht über meinen Kopf hinweg entscheiden.

Ich darf keine negativen Gefühle zulassen.
Ich falle anderen nur zu Last.
Ich kann keinen anderen vertrauen.

Ich glaube an die Liebe meines Partners und der Beziehung.
Ich kann meinem Partner vertrauen.
Mein Partner liebt mich so wie ich bin.

Alle Männer sind Schweine. / Alle Frauen sind Schweine.
Ich muss meinem Partner immer gefallen.
Mein Partner wird mir fremdgehen.

Es ist Frieden in mir, meinem Körper und meiner Umwelt.
Ich achte auf mein Denken und ernähre mich bewusst gesund.
Ich bin kraftvoll und lebendig.

Ich werde öfters krank als andere.
Das ist erblich bedingt.
Für einen gesunden Körper muss man leiden.

Keiner liebt mich.
Die Welt ist hart und ungerecht.
Veränderungen machen alles schlimmer.
Ich werde von anderen Menschen ausgenutzt.
Nur mit einem Partner kann ich glücklich sein.
Reiche Menschen sind schlecht.
Nichts liegt in meiner Hand.
Man kann nicht einfach machen, was man will.
Menschen haben schlechte Absichten.
Seine Gefühle zu zeigen, ist ein Beweis von Schwäche.
Ich bin zu nichts fähig.

Dies ist jedoch wirklich nur ein klitzekleiner Anteil ab möglichen Glaubenssätzen. Es gibt unendlich viele von ihnen. Jedoch hast du hoffentlich nun ein ungefähres Bild erhalten.

Wie wirken Glaubenssätze?

Positive und negative Glaubenssätze wirken gleichermaßen. In gewisser Weise „verzerren“ sie die Realität und funktionieren wie ein Filter auf die Umwelt. Man kann es sich so vorstellen, als würde man sich eine Sonnenbrille mit blauen Gläsern aufsetzen und die Umwelt in einem leichten Blaustich sehen. Setzt man hingegen eine Sonnenbrille mit grünen Gläsern auf, sieht man die Umwelt in einem Grünstich.

So beeinflussen letztlich Glaubenssätze das Leben eines Menschen: Je nach Glaubenssatz – in unserem Beispiel die unterschiedlichen Sonnenbrillen – sehen wir die tatsächliche Umwelt leicht abgeändert bzw. verfärbt. Glaubenssätze verändern also in gewissen Weise die Realität – bei manchen Menschen mehr, bei anderen weniger. 

Doch wie funktioniert dies? Einfach gesagt, sind Glaubenssätze neuronale Programme, die bestimmen, wie ein Mensch auf seine Umwelt reagiert. Denn es ist wie folgt:

Eine Information aus der Umwelt erreicht den Menschen und ruft bei ihm immer eine Reaktion in Form von Gedanken, Verhalten oder Emotionen hervor. Mitunter werden diese Reaktionen durch die neuronalen Muster der Glaubenssätze geformt.

Sie wirken dabei wie ein vorgeschriebenes Programm, welches für eine Information vorbestimmt ist und erzeugt somit vorprogrammierte Gedanken und Emotionen, die sich wiederum im menschlichen Verhalten widerspiegeln.

Dabei muss genau auf die negativen Glaubenssätze Acht gegeben werden. So wie es der Name „Glaubenssatz“ schon verrät: Ein Mensch glaubt wirklich an seine Glaubenssätze. Es sind für ihn – aus seiner individuellen und subjektiven Sicht – Tatsachen, die er für sich als wahr erachtet – so unrealistisch wie es für einen objektiven außenstehenden wirken mag. Und so wird das eigene Verhalten und Leben nach den eigenen Glaubenssätzen ausgerichtet.

Die Wirkung von Glaubenssätzen möchten wir dir anhand eines einfachen – und womöglich auch etwas plakativen – Beispiels näher bringen:

Durch frühere schlechte Erfahrungen, bspw. durch Enttäuschungen, Fremdgehen oder die Ignoranz des Partners entwickelt sich für eine Person der folgende Glaubenssatz bzgl. romantischen Beziehungen und Partnerschaften:

„In einer romantischen Beziehung werde ich von meinem Partner immer nur enttäuscht und fallen gelassen.“

In unserem Beispiel heißt diese Person Lisa. Lisa lernt an einem schönen Abend in ihrem Freundeskreis Marc kennen. Lisa findet Marc von Grund auf sympathisch und attraktiv und sieht in ihm einen potenziellen Partner.

Durch die Interaktion mit Marc entstehen Reize/Informationen, die von Lisa aufgenommen werden. Die Reize treffen wiederum auf Lisas Glaubenssatz, dass sie immer von ihren Partnern enttäuscht wird.

Lisas Glaubenssatz äußert in Gedanken, wie „…dass es wieder so kommen wird“, „…der erste Anschein ja sowieso trügt und er genauso sein wird wie meine vorherigen Partner“ oder „…ich kann ihm ja nicht vertrauen“.

Diese Gedanken resultieren wiederum in Emotionen - negative Emotionen, wie es Lisa schon von früher kannte: Misstrauen, Verletzung, Enttäuschung und Selbstschutz.

Und genau diese Emotionen spiegeln sich in Lisas Opfer- und Abwehrverhalten gegenüber Marc wider. Obwohl Marc bis dahin nichts Falsches gemacht hat und Lisa sehr positiv gegenüber begegnete, wird von Lisa mit Abweisung reagiert, was Marc nun auch Lisa zurückspielt.

Lisas Erfahrungen wurden dadurch erneut bestätigt und ihr negativer Glaubenssatz hat sich in ihren Gedanken, Gefühlen und Verhalten verfestigt. 

Diese Art von Programmen besitzt jeder Mensch in unendlicher Vielzahl, wobei es sowohl positive, als auch negative Glaubenssätze gibt, die jeden Tag im Leben eines Menschen greifen und wirken.

Durch solche Erfahrungen, wie im obigen Beispiel, können sich diese Überzeugungen im Kopf bewähren – und dies ist letztlich die Krux an der Sache und macht es einem Menschen so schwer negative Glaubenssätze aufzulösen bzw. zu ändern. Dazu jedoch später mehr.

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen beschrieben anhand des Schaubild "Der Zyklus von Glaubenssätzen"

Wie entstehen Glaubenssätze?

Wenn ein Mensch zur Welt kommt, ist er unbefangen von jeglichen Glaubenssätzen. Ein Mensch startet sozusagen mit einer „leeren Festplatte“ und entwickelt für sich erst im Laufe seines Lebens diese Gedankenmuster und neuronalen Programme.

Wie wir über die Welt oder andere denken, kann auf den ersten Blick sehr willkürlich wirken. Doch jegliche Sichtweisen sind auf einen Ursprung zurückzuführen. Sowohl positive, als auch negative Glaubenssätze sind das Resultat eigener Erfahrungen und Einflüsse aus der Umwelt.

Glaubenssätze entwickeln sich somit entweder durch die Person selbst oder durch externe Einwirkungen. Ein Mensch nutzt dafür ganz unterschiedliche Methoden, um diese Überzeugungen für sich zu entwerfen. Doch es sind vor allem zwei große „Fehler“/Prozesse, wie ein Mensch für sich Glaubenssätze entwickelt:

  1. Einzelne Erfahrungen werden generalisiert. Auf Basis weniger Erfahrungen werden fundamentale Meinungen – sprich Glaubenssätze – entwickelt.
  2. Menschen modellieren ihre Umwelt. Dies bedeutet, dass Menschen Beobachtungen über Meinungen, Verhalten, Aussagen und Glaubenssätze machen und diese im Unterbewusstsein übernommen haben.

Externe Einflüsse sind bspw. die sozialen Bindungen und Interaktionen mit unseren Mitmenschen. Jeder Mensch lernt und übernimmt unbewusst und bewusst Verhalten, Meinungen und Aussagen aus seiner Umwelt. Dies passierte über ganz unterschiedliche soziale Kontakte, Bindungen und Beziehungen:

  • bei der Erziehung, der Schule, der Ausbildung, bei der Arbeit etc.
  • durch die Familie, die Verwandten-, Geschwister- und Familienverhältnisse
  • durch Freunde und Bekannte
  • durch Lehrer (= Autoritätspersonen) und Schulkameraden
  • durch Vorgesetzte und Kollegen
  • letztlich durch jeglichen Kontakt mit anderen Mitmenschen

Der nächste Punkt ist ganz wichtig, da dieser im Erkennen seiner eigenen Glaubenssätze von großer Bedeutung sein wird: Vor allem im Kindheitsalter ist ein Mensch noch deutlich „formbarer“. In jungen Jahren neigen Kinder dazu, dass, was ihnen gesagt und gezeigt wird – und generell erfahren haben – zu übernehmen. Ein Großteil der Glaubenssätze entsteht nämlich deshalb in der eigenen Kindheit.

Ein Kind, das vom Mathematiklehrer gesagt bekommt, dass es kein Mathe kann, glaubt schneller dieser Aussage, als ein gestandener Erwachsener. Oder dass es immer brav und artig sein muss, um von seinen Eltern Zuneigung zu erhalten.

Die Kindheit ist eine hochsensible Phase in der Entwicklung eines Menschen. Als junger Mensch sucht ein Kind aktiv den (Lern-)Austausch mit Erwachsenen, um von den älteren zu lernen und sich Sachen quasi „abzuschauen“. 

Doch dabei fehlen Kindern noch oft die kognitiven Möglichkeiten über Verhaltensweisen, Meinungen und Situationen selber abwägen zu können, um für sich diese Dinge als falsch oder richtig zu verstehen. Ein Kind nimmt daher solch Denk- und Verhaltensmuster viel schneller für sich an, als es ein Erwachsener tun würde.

Doch nicht nur in der Kindheit finden wir den Ursprung unserer Glaubenssätze. Jeder Mensch hat unzählige Glaubenssätze im Laufe seines Lebens entwickelt und wird es auch weiterhin tun. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass Glaubenssätze nichts mit dem Intellekt eines Menschen zu tun haben. Selbst die intelligentesten Menschen haben negative Glaubenssätze entwickelt.

Kein Mensch hat sich bewusst dazu entschieden einen Glaubenssatz für sich anzunehmen oder nicht. Sie sind das Ergebnis externer Einflüsse. Jeder von uns wird durch den Kontakt mit seiner Umwelt, sowie die sozialen Interaktionen geformt.

Das Gute ist, dass kein Glaubenssatz in Stein gemeißelt ist und sich verändern lässt – auch wenn dies, oftmals mit viel Arbeit verbunden ist. Wird ein Mensch sich seiner negativen Glaubenssätze bewusst, so ist es ihm auch möglich an diesen zu arbeiten und für sich aufzulösen.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Schritt 1: Negative Glaubenssätze erkennen

Ehe wir uns damit beschäftigen können, wie wir negative Glaubenssätze auflösen können, müssen wir in unserer Persönlichkeit danach suchen und graben. Viele unserer Überzeugungen liegen nämlich nicht für uns abrufbar auf unserer Bewusstseinsebene, sondern sind „unter der Oberfläche“ im Unterbewusstsein. Hier wollen wir nun also hin.

Dafür benötigt es eine allumfassende Selbstreflexion – beginnend in unserer Kindheit und von da an fortlaufend bis in die Gegenwart unseres jetzigen Erwachsenenalters. Falls du ernsthafte Absichten hegst, deine negativen Glaubenssätze erkennen zu wollen, solltest du dir gleich schon mal ein Blatt Papier und einen Stift zur Seite legen. Diese Dinge wirst du zeitnah benötigen.

Doch bevor wir starten, noch eine kleine Notiz unsererseits: Die folgenden Abschnitte werden verstärkt von Negativität geprägt sein. Das hat den Hintergrund, dass wir uns in diesem Artikel besonders den negativen Glaubenssätzen widmen – wie man sie erkennt und auflöst. Dieser Artikel soll vorrangig als Problemlöser für diese fungieren. Du wirst mich Sicherheit auch viele positive Glaubenssätze erkennen (können), was wirklich wunderbar ist. Halte an diesen weiterhin fest und werde dir bitte auch gerne weiterer bewusst.

Um den Beitrag möglichst einfach zu halten und nicht unnötig zu verkomplizieren, sprechen wir auch im weiteren Verlauf von negativen Glaubenssätzen, aber habe die positiven weiterhin im Hinterkopf. Trotzdem kannst du viele der weiteren Methoden 1:1 für deine positiven Überzeugungen nutzen.

Glaubenssätze aus der Kindheit erkennen

Wie oben bereits erwähnt, ist die Kindheit – besonders auch die Erziehung – ein Hauptursprung von Glaubenssätzen jeglicher Art. Aus diesem Grund müssen wir einen kurzen Exkurs über das Eltern-Kind-Verhältnis machen. Denn es ist wichtig diese Kindheits- und Erziehungshintergründe zu verstehen:

Die Erziehung und Bindung zu seinen Eltern spielt eine ganz tragende Rolle in der Entwicklung eines Kindes. Für ein Kind in jungen Jahren sind die Eltern wohl nicht nur die engsten Bezugspersonen, sondern in der Regel auch die Verantwortlichen (neben alternativen Erziehungspersonen Großeltern, Stiefväter und -mütter etc.), die dem Kind gewisse Wertvorstellungen übermitteln.

Durch die Beziehung zu seinen Eltern bzw. „Elternersätzen“ nimmt ein Kind unglaublich viele Glaubenssätze auf und trägt diese bis ins Erwachsenenalter mit. Ein Kind kann dabei auch ganz viele positive Glaubenssätze erwerben: dass es sich wertvoll fühlen darf, eine eigene Meinung haben darf, auch wütend sein darf (und keine Gefühle gegenüber seiner Eltern verstecken muss), seine Meinung sagen darf, um Hilfe bitten darf etc. 

Doch durch die Beziehung zu seinen Eltern können sich auch negative Glaubenssätze für ein Kind entwickeln.

Ein Kind lernt durch seine Erziehungsberechtigten, wie es sich zu verhalten hat, was schlecht und gut ist. Dies selbst zu beurteilen oder einzuschätzen lernt ein Kind hingegen (und wenn überhaupt) erst viel später im Leben. Ob ein Kind bis dahin richtig handelt – und dies auch nur in der Sicht der Mama und des Papas – erfährt es durch das Feedback der Eltern.

Verhält sich das Kind gut, wird es gelobt und mit der Liebe der Eltern belohnt. Wenn hingegen das Kind gegen die Erwartungen der Eltern handelt, reagieren diese mit Tadel, Distanz oder strafen es auf eine andere Art ab.

Kinder sind besonders sensibel gegenüber den Reaktionen ihrer Eltern und lernen aus solchen Erfahrungen. Sie passen ihr Verhalten gegenüber den Erwartungen ihrer Eltern an, übernehmen ihre Sicht-, Denk- und Verhaltensweisen oder können sogar auch ihre eigenen Bedürfnisse denen ihrer Eltern (permanent) unterstellen. 

Falls Mamas und Papas Laune und die Liebe gegenüber dem Kind immer an gewisse Bedingungen geknüpft ist, entwickelt das Kind eigene Strategien und einen eigenen Umgang. Diese Strategien können ganz unterschiedlich sein: Rebellion, Unterwürfigkeit, Anpassung, Ignoranz, Selbstschutz oder Abkapselung gegenüber den Eltern.

Durch die Bedingungen der Eltern lernt ein Kind sich nicht nur „richtig“ zu verhalten, sondern entwickelt auch Glaubenssätze, die es lebenslang prägen können.

Was könnte ein Kind bspw. denken bzw. was für potenzielle Glaubenssätze könnte ein Kind entwickeln, wenn es immer wieder aufs Neue dieselben Erfahrungen durch seine Eltern macht und letztlich folgende Aussagen verinnerlichte? (In Klammern stehen potenzielle Begründungen eines Kindes für die Entwicklung des entsprechenden Glaubenssatzes) 

„Meine Eltern schenken mir nur Liebe und Wertschätzung, wenn ich alle ihre Erwartungen erfülle.“

Ich muss immer perfekt sein (weil meine Eltern mich dann lieb haben).
Ich darf keine Fehler machen (weil meine Eltern sonst sauer auf mich sind).
Ich darf nie verlieren (weil meine Eltern sonst sauer auf mich sind).
Ich bin wertlos (wenn ich nicht erster werde).
Ich bin schuld, wenn meine Eltern auf mich sauer sind (weil ich nicht erster wurde).
Ich darf nicht ich sein (weil ich immer den Erwartungen meiner Eltern entsprechen muss).
Ich darf mich nicht wehren (weil ich immer den Erwartungen meiner Eltern entsprechen muss).
Ich muss funktionieren (weil ich immer den Erwartungen meiner Eltern entsprechen muss).

„Wenn ich schlechte Laune habe, sind meine Eltern böse auf mich und ich von ihnen getadelt.“

Ich bin nicht wichtig (weil meine Eltern mich nicht ernst nehmen).
Ich muss meine negativen Gefühle bei mir halten (weil ich andere Menschen damit belaste).
Ich bin nicht gut genug (wenn ich Schwäche zeige).
Ich bin nicht willkommen (wenn ich meine Eltern nerve).
Ich darf nicht ich sein (weil ich immer den Erwartungen meiner Eltern entsprechen muss).
Ich muss funktionieren (weil man keine schlechte Laune haben darf).

Diese beschriebenen Verhaltensmuster sind ein Teil des Konzepts inneren Kindes, welches von John Bradshaw in den 1970er und -80er Jahren entwickelt wurde. Das innere Kind ist eine modellhaften Betrachtungsweise innerer Erlebniswelten und symbolisiert dabei alle – teilweise unbewussten – Gefühle, Erlebnisse und Erinnerungen aus der eigenen Kindheit. Um diese inneren Erlebniswelten und Glaubenssätze zu erkennen, möchten wir deshalb nun mit deinem inneren Kind arbeiten.

Die Arbeit mit dem inneren Kind 

Nimm dir ein Blatt Papier zur Hand und male die Silhouette eines Kopfes auf bzw. drucke dir gerne unsere Vorlage dafür aus (bereits fürs DIN-A4-Format vorbereitet). Male diese Silhouette möglichst mittig und groß auf, da du später noch kurze Sätze in den Kopf schreiben musst. 

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen mithilfe der Arbeit zum inneren Kind Teil 1

Neben den Kopf des Kindes schreibst du nun alle wichtigen Personen auf, die für deine Erziehung in Kindheitsjahren mitverantwortlich und von wichtiger Bedeutung waren. Das sind meistens natürlich deine Eltern, können aber auch deine Stiefeltern, Adoptiveltern, Großeltern, Geschwister, etc. sein.

Nun schreibst du unter diesen Personen sowohl positive, als auch negative Stichwörter auf, die ihre Eigenschaften beschreiben und wie sie dich in der Kindheit behandelt haben.

Wenn du damit fertig bist, ziehst du eine Linie über diese Personen und führst sie zu einer Konstellation zusammen (bei den meisten dann „Eltern“). Nun beschreibst du erneut in kurzen Stichwörtern die gemeinsame Beziehungsdynamik dieser Personen. 

Jetzt betrachtest du alles, was du auf deinem Blatt zusammengefasst hast und spürst mal in dich hinein, was das alles in dir als Kind bewirkt hat. Zu welchen inneren Überzeugungen bist du durch das Verhalten deiner Eltern gelangt? Wie haben dich ihre Eigenschaften geformt? Wir suchen also nun nach deinen persönlichen Glaubenssätzen, welche du dann in den Kopf des Kindes schreibst.

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen mithilfe der Arbeit zum inneren Kind Teil 2

Dieses erste Ergebnis ist ein Resultat deiner Kindheit und deines inneren Kindes (auch hier ist das Ergebnis aufgrund der Einfachheit kürzer und ausschließlich mit negativen Glaubenssätzen gestaltet worden). Deine positiven und negativen Glaubenssätze haben dich als Kind und in deinem damaligen Verhalten beeinflusst. Doch auch heute spiegelt sich dein inneres Kind wider. Wie bei jedem von uns zeigt es sich auch heute in deinem Verhalten – womöglich auch ganz unbewusst. 

Aus diesem Grund überlegst du dir nun in welchen Verhaltensweisen und Denkmustern du diese Überzeugungen wiederfindest. Wie zeigen sich deine Glaubenssätze aus der Kindheit auch noch heute? Lies dir dafür nochmal die Sätze im Kopf des Kindes durch und mach dir Gedanken, wie sie dich heutzutage noch denken und handeln lassen.

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen mithilfe der Arbeit zum inneren Kind Teil 3

Mithilfe dieser Methoden holst du fest verankerte und dir vielleicht noch unbekannte negative Glaubenssätze aus deinem Unterbewusstsein ins Bewusstsein, an denen wir im späteren Verlauf des Artikels weiter arbeiten können.

Glaubenssätze aus dem Alltag erkennen

Doch nicht nur in deiner Kindheit, sondern auch im Laufe deines Lebens verstecken sich die Ursprünge von negativen Glaubenssätzen, die sich durch (schlechte) Erfahrungen, Vorannahmen, Verallgemeinerungen o.Ä. etablieren können. Deshalb widmen wir uns jetzt deinem „älteren Ich“, um so weitere negative Glaubenssätze ans Licht zu bringen. 

Reflexion der Lebensbereiche

Eine Methode, um negative Glaubenssätze zu erkennen, ist die Reflexion seiner Lebensbereiche – vor allem mit einem Augenmerk auf die, in denen es nicht so gut läuft. Ein erster Indikator, dass sich in einem Lebensbereich negative Glaubenssätze verstecken, ist nämlich, dass man sich in einem Feld tendenziell eher unzufrieden oder blockiert fühlt.

Trotz dieser Unzufriedenheit fällt es einem nur schwer etwas daran zu ändern. Denn genau diese negativen Glaubenssätze und Überzeugungen wirken wie innere Blockaden und hindern eine Veränderung des IST-Zustands.

Für diese Methode nimmst du dir die unterstehenden Lebensbereiche vor und fängst an, sie zu hinterfragen. Überlege, welche potenziellen Überzeugungen und Glaubenssätze du damit verbindest. Was verbirgt sich hinter den einzelnen Bereichen?

  • Selbstbild & Selbstwertgefühl
  • Finanzen
  • Erfolg
  • Freundschaften
  • Familienleben
  • Beziehungsleben und Liebe
  • Träume, Freiheit, Lebensziele & Selbstwirksamkeit
  • Arbeit & Beruf
  • Körper & Gesundheit

Als Beispiel widmen wir uns dem Lebensbereich „Selbstbild & Selbstwertgefühl“. Vielleicht hast du ähnliche Gedanken, wenn du an diesen Lebensbereich denkst:

Ich bin zu dick/dünn.
Ich bin nicht clever genug.
Ich bin nicht schön genug.
Ich darf keine negativen Gefühle zeigen.
Ich bin wertlos.
Ich muss alles perfekt machen.
Ich bin nicht wichtig.
Ich trage an allem die Schuld.
Ich habe nie Glück.
Ich falle anderen zur Last.
Ich muss immer fröhlich sein.
Ich muss alles alleine schaffen.
Ich darf anderen nicht zur Last fallen.
Ich darf nicht ich selbst sein.

Für diese Methode kannst du dich ganz bewusst hinsetzen, dir die nötige Zeit nehmen und dich den unterschiedlichen Lebensbereichen widmen. Doch auch im Alltag kannst du dies für dich im Hinterkopf behalten.

Unsere Emotionen sind hierfür ein äußerst hilfreicher Sensor. Immer wenn du dich schlecht fühlst, können sich in dieser Situation auch negative Gedanken verstecken, die womöglich auf einen negativen Glaubenssatz zurückzuführen sind. Falls du dich also in einer Alltagssituation mal schlecht fühlen solltest, kannst du prüfen, ob sich vielleicht auch hier ein negativer Glaubenssatz verbirgt. 

Vorannahmen, Verallgemeinerungen und Sprichwörter

Um den oberen Punkt noch weiter auszuführen: Glaubenssätze findet man in unterschiedlichsten Vorannahmen, Verallgemeinerungen und Sprichwörter, die man im Laufe eines Lebens für sich angenommen hat. Vielleicht fallen dir solche Sachen auf bei dir auf, die du für dich verinnerlicht hast.

1. Vorannahmen

Wenn du von Beginn an etwas Schlechtes erwartest, steckt mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein negativer Glaubenssatz dahinter.

Beispiel: Du gehst mit der Erwartung in eine Gehaltsverhandlung, dass diese sowieso erfolglos sein wird. Hier könnte sich ein negativer Glaubenssatz verbergen bzgl. der eigenen Leistung, der Wertschätzung deines Vorgesetzten oder darüber, ob du überhaupt mehr Geld verdient hast.

2. Verallgemeinerung

Aus einer oder weniger gemachter Erfahrungen leitest du eine Universalformel ab und limitierst dich selbst für die weitere Zukunft.

Beispiel: In deiner letzten – und vielleicht auch ersten – Beziehung hat dein Partner deine Empfindungen und Bedürfnisse nur selten ernst genommen. Auf einmal wird aus einer Person „alle“: „Alle Männer sind Schweine. / Alle Frauen sind Schlampen.“

3. Sprichwörter

In vielen Sprichwörtern verstecken sich meist ganz schöne Nachrichten, Erfahrungen oder „Wahrheiten“. Doch auch wenn sie im Volksmund „bestätigt“ sind, müssen nicht alle stimmen und lassen sich erst recht nicht global auf jeden einzelnen übertragen. Ganz davon abgesehen, sind manche Sprichwörter auch schlichtweg Quatsch. Trotzdem haben wir manch Sprichwörter für uns verinnerlicht oder von ihnen bestimmte Glaubenssätze abgeleitet.

Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
Ohne Fleiß kein Preis.
Beiß nicht in die Hand, die dich füttert.
Man muss nur wollen, dann schafft man es auch.
Den Letzten beißen die Hunde.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Wer hoch hinaus will, kann tief fallen.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Erfolg macht einsam.
Die Welt ist ungerecht.
Säge nicht an dem Ast, auf dem du sitzt.
Übermut tut selten gut.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Geld verdirbt den Charakter.
Wer schön sein will, muss leiden.
Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.

Das Phänomen des Bestätigungsfehlers

Glaubenssätze können sich auch manchmal durch das Phänomen des Bestätigungsfehlers manifestieren. Ein Bestätigungsfehler ist die menschliche Tendenz zur kognitiven Verzerrung. Es ist die Neigung einer Person, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass sie die eigenen Erwartungen und Ansichten erfüllen. Also einfach gesagt: Sich Informationen so zurechtzulegen (und andere ggf. sogar zu ignorieren), sodass die eigene Meinung bestätigt wird.

Im spezifischen Fall von negativen Glaubenssätzen kann dies bspw. bedeuten, dass genug Argumente dafür gesucht und gefunden werden, weshalb man sich selber als nicht gut genug sieht. Man sieht all die Fehler und persönlichen Enttäuschungen, die man erfahren hat und hingegen werden all die positiven Dinge ignoriert, weshalb man doch gut genug ist.

Schnell manifestiert sich so ein negativer Glaubenssatz – durch kognitive Verzerrung und Selbstsabotage. Durch den Bestätigungsfehler wird aktiv nach Beispielen gesucht, die das eigene Weltbild bestärken. Gleichzeitig werden die Gegenbeispiele ignoriert.

Vielleicht fällt dir dieses Phänomen auch bei dir selbst auf, wo du dich – vielleicht sogar ganz unbewusst – in ein viel schlechteres Licht stellst, als du eigentlich solltest?

Schritt 2: Negative Glaubenssätze auflösen

Nach dieser intensiven Arbeit, seine Glaubenssätze zu erkennen, widmen wir uns dem letzten Schritt: Negative Glaubenssätze auflösen. Dafür erwarten dich im Nachgang vier verscheiden Methoden, die dir alle dabei helfen können. 

Als Tipp/Methode 0 möchten wir vorweg eines sagen: Du bist dir nun womöglich dem einen oder anderen Glaubenssatz bewusst geworden – ein unglaublich wichtiger Schritt für die weitere Zukunft! Daher solltest du von nun an darauf achten, ob und wann dich im Laufe deines Alltags ein bestimmter negativer Glaubenssatz begegnet und entsprechend handeln lässt. Es ist der erste Schritt in die richtige Richtung sein eigenes Handeln besser nachzuvollziehen, um zu schauen, ob dich ein negativer Glaubenssatz hinsichtlich deines Verhaltens oder Denkens aktiv limitiert. Mache dir klar, wann ein negativer Glaubenssatz für dich wirkt – es ist der erste Schritt diesen Glaubenssatz aufzulösen bzw. zu verändern.

1. Hinterfrage deine negativen Glaubenssätze

Um dir von Anfang des Artikels nochmal folgendes ins Gedächtnis zu rufen: Weshalb kontrollieren uns negative Glaubenssätze so stark? Weil wir an sie glauben. Wir halten es für einen Fakt. Diese inneren Überzeugungen entsprechen für uns der Realität.

Und genau hier möchten wir anknüpfen und stellen diese Überzeugungen nun auf den Prüfstand. Wir durchlöchern unsere negativen Glaubenssätze mit Fragen, um zu schauen, ob diese für uns wirklich Sinn ergeben. Anfangs kann dies ziemlich schwierig wirken, da man sich die meisten Glaubenssätze über Jahre eingeredet hat. Doch trotzdem heißt dies nicht, dass sie der Realität entsprechen müssen.

  • Ist ein Glaubenssatz also wirklich wahr für dich?
  • Ist es immer und für jeden so oder nur für dich?
  • Auf welche Erfahrungen und Ursachen lässt sich dein Glaubenssatz zurückzuführen?
  • Woher willst du wissen, dass dein Glaubenssatz wirklich so stimmt?
  • In welchen Momenten wirkte dein Glaubenssatz? Wie hat er dich denken/fühlen/handeln lassen und hat dies einen berechtigten Grund?
  • Wann hat dich dein Glaubenssatz aktiv gehemmt bzw. dir Steine in den Weg legen wollen?
  • Wie wäre dein Leben ohne diesen Glaubenssatz?
  • Welche Gegenbeweise (und ggf. auch schon eigene Erfahrungen) kennst du bzw. hast du erfahren, die deinen Glaubenssatz nicht bestätigt haben? (Eine wichtige Frage, die wir später nochmals aufgreifen!)

Beispiel Glaubenssatz: „Ich bin machtlos.“

  • Warum glaube ich, dass ich keine Macht habe?
  • Habe ich es überhaupt probiert Selbstverantwortung und -kontrolle zu übernehmen?
  • In welchen Momenten habe ich mir beweisen können, dass ich mich mächtig und selbstbestimmt über mein Handeln gefühlt habe?
  • Wenn andere Menschen den Mut zu Veränderung haben können, warum sollte ich es dann nicht auch können?
  • Selbst wenn nicht immer alles in meiner Macht steht, wie gehe ich mit solchen Situationen um?
  • Welche positiven Eigenschaften (bspw. innere Stärke, Selbstwirksamkeit, Selbstbewusstsein, etc.) besitze ich, die mir gegen diesen Glaubenssatz helfen könne? (= positive Affirmationen)

In einer abgewandelten Form möchten wir uns also den von oben aufgeführten Bestätigungsfehler zunutze machen bzw. ihn in seiner negativen Form ins Kreuzverhör nehmen. 

Ein negativer Glaubenssatz soll uns erstmal beweisen, ob die negativen Überzeugungen in dieser Art auch wirklich Sinn ergeben. Was hat der negative Glaubenssatz zu all den positiven Eigenschaften zu sagen, die ihm entgegenstehen?

2. Negative Glaubenssätze transformieren

Durch Transformationen/Umformulierungen seiner negativen Glaubenssätze kann man es auch schaffen, diesen Überzeugungen etwas an Kraft zu nehmen.

Anstatt, dass negative Glaubenssätze hart, resolut und unveränderbar klingen, kann man sie auch so formulieren, dass sie (zumindest etwas) positiver und veränderbarer für einen wirken, um ihnen so etwas an Macht zu rauben. Diese Vorgehensweise beruht auf dem Framing-Effekt.

Framing bedeutet, dass unterschiedliche Formulierungen einer Botschaft – bei gleichem Inhalt –  das Verhalten des Empfängers unterschiedlich beeinflussen können. Je nachdem wie du deine Botschaft also formulierst – ob positiv oder negativ – wird dessen Inhalt auch verstanden. 

Also einfach gesagt: Ohne den Inhalt unseres Glaubenssatzes zu verändern, verändern wir die Formulierung und enthalten somit einen positiveren Effekt. Wie du es gleich sehen wirst, können schon einfache Anpassungen große Auswirkungen auf die Person besitzen.

Ich kann das nicht → Ich kann das noch nicht.
Ich darf keine Fehler machen. → Ich verzeihe mir noch zu wenig Fehler.
Liebe macht immer unglücklich. → Liebe hat mich bisher unglücklich gemacht.
Ich bin nicht genug. → Ich fühle mich momentan, als wäre ich mir noch nicht gut genug.

Du merkst, dass man mit etwas Veränderung einem negativen Glaubenssatz etwas Wind aus den Segeln nehmen kann. Die transformierten Glaubenssätze wirken weniger ergreifend und so, als dass man sich selbst in Zukunft das Gegenteil beweisen darf – und hoffentlich auch wird.

Sollte dir also mal wieder ein negativer Glaubenssatz präsent werden, achte auf die Formulierung, um dich nicht vollends ihm ergriffen zu fühlen.

Achte auf die richtige Positivität!

Der simple Trick „Verändere einfach einen negativen Glaubenssatz zu einem positiven und denke einfach an das Positive“ ist schlichtweg zu unfundiert und nur das Resultat langer und harter Arbeit. Die vollständige Auflösung eines negativen Glaubenssatzes, zu einem positiven dauert meist Wochen, Monate oder gar Jahre.

Solltest du mit der Zeit den großen persönlichen Erfolg feiern dürfen, einen negativen Glaubenssatz in einen positiven verändert zu haben, solltest du auch hier auf die richtige Formulierung achten: Dein positiver Glaubenssatz sollte in keiner Negation, sondern auch wirklich positiv formuliert werden. Dies ist für die Aussagekraft deines Glaubenssatzes immens wichtig, denn:

Es ist wissenschaftlich belegt, dass unser Unterbewusstsein keine Verneinungen versteht und sich Negationen in unserem Unterbewusstsein dadurch als „Wahrheit“ etablieren.

Negativer Glaubenssatz: Ich bin zu dick.
Falscher positiver Glaubenssatz: Ich bin nicht dick.
Richtiger positiver Glaubenssatz: Ich habe eine schöne Figur.

Negativer Glaubenssatz: Ich falle dir zu Lust.
Falscher positiver Glaubenssatz: Ich falle dir nicht zu Lust.
Richtiger positiver Glaubenssatz: Ich bin bei dir willkommen.

3. Neue Erfahrungen ergeben neue Glaubenssätze 

Wie wir bereits im Artikel erklärt haben, etablieren sich Glaubenssätze mithilfe von Erfahrungen. Deshalb benötigt es neue Erfahrungen, um negative Glaubenssätze aufzulösen bzw. zu verändern. Und dies bedeutet seinen Mut zu fassen, um sich den Kreislauf an wiederkehrender Limitationen der negativen Überzeugungen zu widersetzen.

In den vorherigen Methoden haben wir es bereits geschafft an negativen Glaubenssätzen zu rütteln, sie infrage zu stellen und sie zu entkräften. Doch um einen Glaubenssatz aufzulösen und langfristig von diesen Erfolgen zehren zu können, muss er durch einen neuen und positiven ersetzt werden. Da dies nicht von irgendwoher kommen kann, benötigt es handfeste Beweise – sprich neue und positive Erfahrungen.

Man kann sich tagtäglich aufs Neue einreden, dass man ein selbstbewusster Mensch ist. Diese positiven Affirmationen helfen mit Sicherheit, um das eigene Selbstbild zu verändern. Doch viele solcher Charaktereigenschaften zeichnen sich erst in den Handlungen eines Menschen ab. Es ist nämlich erst das, was wir tun, was unsere Identität wirklich formt.

Den Charakter kann man auch aus den kleinsten Handlungen erkennen.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Erst wenn du dich aus deiner Komfortzone traust und einen negativen Glaubenssatz vom Gegenteil überzeugst, ist es dir auch möglich diesen aufzulösen oder ihn in einen positiven zu ändern. Wenn du regelmäßig mutig und selbstbewusst agierst, wird es dir auch möglich sein, dich als einen selbstbewussten Menschen zu sehen.

Ein Sportler nennt sich auch erst dann ein Sportler, wenn er regelmäßig Sport macht. Genauso ist jemand auch erst dann eine Führungskraft, wenn er bei der Arbeit die damit verbundenen Tätigkeiten regelmäßig ausübt.

Kommen wir nochmal zu Lisa. Stell dir mal vor, Lisa gewährt Marc eine Chance. Und es bestätigt sich der erste Eindruck: Marc ist wirklich ein Typ „der guten Sorte“. Lisa wird von ihm nicht enttäuscht oder verletzt. Sie findet in Marc einen aufrichtigen und guten Partner und sammelt positive Erfahrungen, dir ihr helfen, um ihren negativen Glaubenssatz auflösen und ins positive Gegenteil umdrehen zu können.

4. Eine Visualisierung: Der See der Glaubenssätze

Um nun einen persönlichen Startschuss zu setzen, deine negativen Glaubenssätze auflösen zu können, möchten wir uns einer Visualisierungsmethode widmen.

Dafür halte dir ein paar deiner negativen Glaubenssätze vor Augen - wenn möglich, schreib diese auch gerne auf ein Blatt Papier, welches du nach Abschluss dieser Übung sinnbildlich zerreißen, verbrennen oder zerknüllen kannst.

Nun stell dir eine braune, reflektierende Wasseroberfläche eines stinkenden Tümpels vor. In der Reflexion der Wasseroberfläche kannst du in deine Zukunft blicken. Du siehst, wie dein Leben in fünf, zehn und zwanzig Jahren wohl aussehen mag, wenn all deine negativen Glaubenssätze wahr wären und du an ihnen festhältst. Versuche dir ein spezifisches Bild deiner Vorstellungen zu schaffen, wie es in deinen unterschiedlichen Lebensbereichen aussieht und fühle dich in dieses für einen Moment hinein.

Nun bekomme für einen kurzen Moment einen freien Kopf und verabschiede dich von diesem Bild.

Als Nächstes siehst du wiederum einen klaren, wunderschönen, blauen See, auf dessen Oberfläche die Sonne glitzert. Wenn du tief einatmest, fühlst du die Frische der Luft in deiner Lunge. Schaue erneut an die Wasseroberfläche und sehe erneut, wie dein Leben aussehen könnte, wenn all die zuvor negativen Glaubenssätze sich in positive ändern würden. All die Limitationen der schlechten Glaubenssätze lösen sich auf - wie schön, lebendig, erfüllt und zufrieden das Leben sein kann. Gefällt dir dies nicht viel besser?

Mit dieser Visualisierung hat man längst nicht jeden negativen Glaubenssatz aufgelöst. Doch es soll dir zeigen, dass sich all deine aufgebrachte Arbeit lohnen wird, um deine negativen Glaubenssätze aufzulösen und in positive Überzeugungen umzuschreiben – ganz unabhängig davon wie lang es auch dauern mag. Deine Arbeit wird sich auszahlen und kann dich mit einer wundervollen Zukunft beschenken.

Letztlich haben sich Jahre lang viele Glaubenssätze tief in unserer Persönlichkeit verwurzelt – wie bei einem mächtigen, großen Baum, den man nicht so leicht aus dem Erdreich ziehen kann. Ähnlich wie man den Baum, bis auf Weiteres nicht ohne „System“ aus der Erde loslöst, bekommt man auch nicht die negativen Glaubenssätze aus dem Unterbewusstsein eines Menschen. Bleib also geduldig mit dir selbst und lass dich nicht von Rückfällen entmutigen. Irgendwann hast du auch die letzte Wurzel deiner negativen Glaubenssätze gekappt – und hast den Boden dafür vorbereitet, dass für dich nun neue und positive Glaubenssätze wachsen können.

Wir möchten uns bei dir ganz herzlich bedanken, wenn du es bis hierher in unserem Artikel geschafft hast. Wir würden uns freuen, wenn du uns ein Kommentar dalassen würdest oder du gerne über den weiteren DailyMentor Content informiert bleiben möchtest. In ein paar Sekunden kannst du dich in unsere Newsletter eintragen und dann melden wir uns persönlich bei dir.

Die eigene Komfortzone verlassen: Was uns das Ungewisse lehren kann

Komfortzone verlassen beschrieben durch eine Frau, die ihre Arme Richtung Meer öffnet

Nervenkitzel, Aufregung und das Gefühl von Unsicherheit – das sind nur einige menschliche Reaktionen, wenn man die Komfortzone verlassen hat. Für gewisse Menschen scheint es schier unüberwindbar diesen sicheren Bereich zu verlassen. Doch außerhalb der Komfortzone versteckt sich eigentlich weniger Übel, als man denkt. Ganz im Gegenteil: Wer sich traut die eigene Komfortzone zu verlassen, wird mit vielen wertvollen Momenten beschenkt, kann sich zu einer besseren Version seiner Selbst entwickeln, seine Ängste überwinden, kann Dankbarkeit verspüren, lernen und reifen.

Der folgende Artikel widmet sich weniger dem WIE. Wir werden dir nicht erklären, wie du deine Komfortzone verlassen kannst und dich vor irgendwelchen Challenges stellen. Viel mehr möchten wir dir ganz klare Argumente dafür liefern WARUM es sich lohnt aus dem eigenen sicheren Bereich herauszutreten, um das Ungewisse bewusst zu erfahren. Du sollst für dich erkennen welch positive Effekte das Leben außerhalb der Komfortzone auf dich hat. Und so möchten wir dir Motivation schaffen, dass du dich traust auch mal über den „Tellerrand zu schauen“. Wer nämlich eine Antwort auf sein „Warum“ erhält, findet auch seine eigene Antwort auf das „Wie“.

Der goldene Käfig der Komfortzone

Die Komfortzone bietet manche Vorzüge, die wir nicht leugnen wollen: Vor allem, dass man sich dort sicher fühlt. Hier begegnetet einem nur selten eine Angst, die es zu überwinden gilt. Denn wie auch? In der Komfortzone liegt das emotionale und persönliche Zuhause, wo man Geborgenheit mit all dem Vertrauten verspürt. Hier scheint noch alles „beim Alten“ zu sein, was einem Menschen große Sicherheit schenken kann. In diesem komfortablen Bereich ist es für manche Personen sicherlich nur schwer vorstellbar die Motivation und den Mut zur Veränderungen zu finden, um sich den Schritt in das Ungewisse zu wagen.

In der sicheren Zone ist man geschützt – gerade vor Enttäuschungen, seinen Ängsten und anderen Negativsituationen, die einen womöglich tagelang aus der Bahn werfen könnten. Man ist vor dem Unerwartetem wohlbehütet und kann sich effizient in dem gewohnten Raum bewegen.

Daher ist es für manche Menschen nur schwer möglich Gründe dafür zu finden, diese Komfortzone zu verlassen. Denn es ist schwer Umstände zu verlassen, für die man belohnt wird – in diesem Fall mit dem positiven Gefühl von persönlicher Sicherheit. Und so ist es oft der fehlende Anreiz, weshalb man sich nicht für den Schritt  aus der Komfortzone entscheidet.

Wem dauerhaft diese Motivation fehlt und sich in der eigenen Komfortzone versteckt, dem fehlen oft die persönlichen Ziele, für die es sich lohnt, seine Angst zu überwinden, Risiko einzugehen und das Leben außerhalb der Komfortzone zu erfahren.

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

Demokrit (460 v. Chr. - 371 v. Chr.), griechischer Philosoph Tweet

Außerhalb der Komfortzone wird es nämlich „gefährlich“, weil auf einmal das Unkalkulierbare oder gar das bös vermutete Worst-Case-Szenario geschehen kann. Dieses Risiko einzugehen, erfordert großen Mut und relevante Ziele, für die es sich wirklich lohnen sollte, um aus dem goldenen Käfig der Komfortzone ausbrechen zu wollen.

Doch das Ziel, welches jeden dazu bestätigen sollte, sich diesen Schritt zu trauen, bist du. Du bist es, der sich so ermöglicht persönlich zu wachsen und dein Glück zu finden.

Warum jeder die eigene Komfortzone verlassen sollte

Durch das Verlassen der Komfortzone wirst du dich neu erfahren. Hinter dem dir bekannten Bereich beginnt das Aufregende, das Neue – das Abenteuer. Genau in diesem Bereich beginnt jeder Mensch seine Persönlichkeit voll auszureifen. Denn erst durch neue Erfahrungen kann sich auch der Mensch neu erfahren und so ein Stückchen mehr zu sich selbst finden.

Erst wenn man sich aktiv dazu entscheidet die persönliche Komfortzone zu verlassen und das Vertraute hinter sich zu lassen, passiert etwas Neues, um so die Möglichkeit zu erhalten zu wachsen.

Weshalb jeder seine eigene Komfortzone verlassen sollte, zählen wir dir nun kurz und prägnant auf:

  • Außerhalb der Komfortzone verstecken sich neue Horizonte. Erst außerhalb des gewohnten Bereichs erwarten dich neue Dinge, die es zu erleben gibt. Diese neuen Erfahrungen werden maßgeblich dein persönliches Weltbild erweitern können.
  • Dein Selbstbewusstsein wächst. Du stellst dich deinen Ängsten und unterschiedlichsten Herausforderungen, in denen du die Möglichkeit erhältst, dich zu beweisen. Du kannst dir immer wieder aufs Neue zeigen, was so alles in dir steckt. 
  • Du wirst mutiger und hast dein Leben mehr im Griff. Du erprobst dich immer wieder bewusst darin deine Angst und das Ungewisse zu konfrontieren. Das erfordert viel Mut und so trainierst du deinen Mut-Muskel, sowie das Bewusstsein für dich die Verantwortung zu übernehmen.
  • Du wirst dich lebendig fühlen. Du gibst deinem Leben wieder ein wenig Würze. Endlich wirst du mal was Neues ausprobieren, dich lebendig fühlen, vielleicht auch mal stolpern, aber vor allem tust du eins: Geschichten und Erfahrungen sammeln, an die du dich immer erinnern darfst.
  • Du wirst dich persönlich entwickeln. All die oben genannten Punkte führen schlussendlich zu einem: Du wirst dich immer ein Stückchen mehr erfahren. Erst, wenn du die Komfortzone verlassen wirst, wirst du dich als Mensch weiterentwickeln und besser erfahren können.

Das Leben außerhalb der Komfortzone beschenkt uns mit so vielen wertvollen Momenten. Kein Mensch wird sich jede Sekunde seines Lebens außerhalb der Komfortzone bewegen. Doch trotzdem ist es wichtig, dass sich jeder bewusst und in regelmäßigen Abständen außerhalb seiner persönlichen Grenzen begibt, um auch mal wieder „über den Tellerrand zu schauen.“ 

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Was passiert, wenn man die Komfortzone verlässt

Beim Verlassen der eigenen Komfortzone passiert – wie es der Name schon verrät – vor allem eines: Du wirst deinen Komfort ablegen und dich gewissermaßen unwohl fühlen. Mit dem ersten Schritt raus aus deiner Komfortzone, wirst du dich Situationen ausgesetzt fühlen, die für dich neu erscheinen.

Doch diese Ungewissheit bringt genau das Positive: neue Reize und Eindrücke. Du begibst dich in Situationen, die dir so noch nicht bekannt sind. Es ergeben sich so die Möglichkeiten dich persönlich weiterzuentwickeln und zu lernen. Doch um dieses Wissen genauer zu verstehen, machen wir einen kleinen verhaltenspsychologischen Ausflug, um zu verstehen, was sich eigentlich hinter der Komfortzone verbirgt: 

Die zwei Zonen hinter der Komfortzone

Wenn man die Komfortzone verlassen hat, erwarten den Menschen zwei neue Zonen: die Wachstums- und Panikzone. Die Wachstumszone – auch Lernzone genannt – ist die Gute, welche hinter der Komfortzone liegt. Ist man jedoch zu weit von seiner Komfortzone entfernt, fühlt man sich zu unkomfortabel und erreicht die Panikzone, in der die ganzen positiven Effekte, die in der Wachstumszone vorliegen, verpuffen. 

Komfortzone verlassen beschrieben durch die erste Infografik von der Komfort-, Wachstums- und Panikzone

Außerhalb der Komfortzone werden Situationen erlebt, die wir so (noch) nicht kennen. Ein ganz natürliche evolutionäre Reaktion auf solch ein Gefühl ist der Anstieg des Stresspegels. Doch Stress ist nicht gleich Stress und damit nicht schlichtweg schlecht.

Wir müssen nämlich zwischen dem positiven Eustress und negativem Disstress unterscheiden. Eustress, falls man ihn nicht zu lange verspürt, kann den menschlichen Organismus anregen. Der Mensch empfindet dieses Gefühl von Stress als positiv – wie eine positive, aufregende Grundanspannung. In solch einer „positiven Gefahrenreaktion“ werden Hormone wie Adrenalin verschüttet und der Mensch ist in diesem Status leistungsfähiger und aufmerksamer.

Hingegen ist der Disstress der Bösewicht, den jeder bereits erfahren hat. Man wird hektisch, fühlt sich unwohl und ist panisch. Hierbei nimmt die eigene Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit ab.

Wenn wir die Komfortzone verlassen wollen, möchten wir ausschließlich in die Wachstumszone – in der wir uns zwar neuen Reizen ausgesetzt fühlen, uns jedoch nicht zu fern von der eigenen Komfortzone fühlen. Hier erfahren wir den positiven Eustress!

In der Lern- bzw. Wachstumszone können wir wachsen. Wir erfahren Neues, können uns an neuen Impulsen nähren und reifen Stück für Stück zu einer besseren Version unser selbst. Wir fühlen uns durch den positiven Eustress so weit angeregt, dass wir sogar produktiver werden und unsere Leistungsfähigkeit steigen kann. Es ist der berüchtigte Nervenkitzel, den man hier verspürt.

Hingegen fühlen wir uns in der Panikzone einer wahren Gefahr ausgesetzt. Zu viel Neues und das Gefühl keine Kontrolle über die Situationen zu haben, gewähren uns nicht mehr all die positiven Effekte aus der Wachstumszone. Die tief in uns verwurzelten Überlebensinstinkte führen zu einem Fluchtverhalten – zurück in die Komfortzone. In der Panikzone herrscht kontraproduktiver Stress vor, die persönliche Leistungsfähigkeit nimmt ab und wir sind verängstigt.

Komfortzone verlassen beschrieben durch ein Diagramm, welches dies Leistungsfähigkeit dem Stresspegel gegenüberstellt

In der Wachstumszone passiert letztlich die Magie und hier wollen wir hin, wenn wir die Komfortzone verlassen. Wir lernen und wachsen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Irgendwann fühlen wir uns auch in der anfänglichen Wachstumszone mehr und mehr komfortabel. Das Ungewisse wird vertrauter, wir verspüren weniger Angst und ganz natürlich wächst unsere Komfortzone. Stück für Stück weiten sich somit die Komfort- und Wachstumszone aus und drängen in die Bereiche der Panikzone vor.

Komfortzone verlassen beschrieben durch die zweite Infografik von der Komfort-, Wachstums- und Panikzone

Neuronaler Exkurs: Dein Gehirn wird sich bei dir bedanken

Vor allem im Kopf passieren ganz spannende Sachen, wenn man die Komfortzone verlassen hat:

In deinem Gehirn geschehen auf einmal „neuronale Explosionen“, da die grauen Zellen auf plötzlich etwas Neues erleben dürfen. Eine gesunde Abwechslung für das Gehirn, denn es „freut sich“ über neue Impulse, die du deinem Gehirn bescherst.

Was passiert also? Das Gehirn muss sich wahrhaftig anstrengen, um neue Situationen zu bewältigen und baut dafür neue neuronalen Verbindung auf. Einfach gesagt: Du lernst.

Dies ist immens wichtig, denn falls man sich immer innerhalb der vertrauten Komfortzone bewegt, stagniert auch das Gehirn – oder gar schlimmer – beginnt mit dem Abbau der eigenen Intelligenz und Leistungsfähigkeit. Das Gehirn kann nämlich auch gerne faul sein und die eigene Leistungsfähigkeit passt sich aktiv an die entsprechenden Anforderungen an.

Wenn du also die Komfortzone verlässt, bekommt dein Gehirn neues Futter, wird daran erinnert, dass es für mehr gebraucht wird als das „normale Alltägliche“ und entwickelt neue Nervenverknüpfungen. Auch wenn du es also nicht direkt merkst: Dein Gehirn dankt dir wirklich sehr, wenn du dich außerhalb der Komfortzone bewegst. Nicht umsonst heißt der Bereich hinter der Komfortzone nämlich auch Lernzone.

Was wir durch die Unsicherheit außerhalb der Komfortzone erfahren dürfen

Der Sozialwissenschaftler, Lehrer der Harvard Universität und ehemalige Präsident des American Enterprise Institute Arthur Brooks erzählte im Yes Theory Podcast über persönliche Unsicherheiten:

„Eine Unsicherheit ist es, wenn du keine Berechnung von Wahrscheinlichkeiten über den Ausgang einer Situation schaffen kannst - und das ist unglaublich unkomfortabel! […] Ich weiß nicht was nächste Woche passiert - oder nächsten Monat. Oder nächstes Jahr. Aber was ich weiß, ist, dass es mir gut geht und ich am Leben bin. Ich werde dieses Privileg nicht vergeuden, dass es heute so ist. Jeden Tag müssen wir uns sagen: „Ich weiß nicht, was heute passiert. Ich weiß nicht, was in sechs Monaten sein wird. Aber dieser Tag ist ein Geschenk und dieses Geschenk werde ich nicht vergeuden.“ […] Wenn wir dies für uns annehmen, kann die Unsicherheit eine Möglichkeit sein an ihr zu wachsen - und nicht ihren Schmerz zu verspüren.“

Und damit hat Brooks vollkommen recht! Das Unwahrscheinliche und die Unsicherheit können uns Dankbarkeit verspüren lassen. Mit solch einem veränderten Blickwinkel, können sie uns daran erinnern, welche Privilegien wir jetzt im Moment und im Alltag besitzen. Mit diesem Appell möchte Brooks dazu motivieren, diese besonderen Privilegien zu nutzen. Er möchte nicht auf der Stelle stehen bleiben, sondern sich lieber im Leben vorwärts bewegen – weil er dieses besondere Geschenk für sich erkannt hat und nicht vergeuden möchte.

So scheint auf einmal auch die sichere Komfortzone ggf. nicht mehr ganz so sicher. Denn niemand kann uns verraten, was in der Zukunft wohl passieren wird. Das einzige, das sicher ist, ist, was im Moment vorherrscht. Doch wie lange dies so sein wird, bestimmen wir nicht immer selbst.

Genau deshalb sollte man dankbar für das sein, was man hat – im Hier und Jetzt. Man sollte es jedoch auch als Motivation sehen und sich dafür bewusst entscheiden, nicht stehenzubleiben, und die Komfortzone zu verlassen. So, dass man sich unsicher fühlt – und an dieser Unsicherheit wachsen und nähren kann.

Diese Unsicherheit kann uns persönlich voranbringen, zu einem besseren Menschen machen und uns Dankbarkeit verspüren lassen. Also trau auch du dich regelmäßig deine Komfortzone zu verlassen, um in genau diesen Status zu gelangen.

Der sicherste Ort für ein Schiff ist der Hafen. Doch dafür sind Schiffe nicht gemacht.

William G.T. Shedd (1820-1894), US-amerikanischer Theologe Tweet

Der betrunkene Mann, der seinen Schlüssel verlor

Unter einer Straßenlaterne steht ein betrunkener Mann. Er sucht und sucht.
Ein Polizist, der den betrunkenen Mann sieht, fragt ihn, was er verloren habe. Der Mann antwortet: „Meinen Schlüssel.“, sodass der Polizist dem Mann seine Hilfe anbot.
Ohne Erfolg beim gemeinsamen Suchen will der Polizist schließlich wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben. Der Mann verneinte, zeigte auf eine Straßenecke und meinte, er habe dort seine Schlüssel verloren. Der Polizist fragte den Mann, weshalb er dann trotzdem hier unter der Straßenlaterne suche. Der Mann antwortet: „Ich suche hier, weil hier das Licht ist.“

Diese kleine Geschichte, stammt aus dem Buch Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick und beschreibt wunderbar, dass wir nicht immer unsere Lösungen und Antworten im sicheren – in der Geschichte den beleuchteten – Bereich finden werden. 

Der Lichtpegel der Laterne spiegelt die Komfortzone wider. Hier kennt sich der Mann aus, sieht alles ganz klar und fühlt sich sicher. Er weiß aber ganz genau, dass er seine Schlüssel hier nicht finden wird. Sein Schlüssel, der als Symbol für sein persönliches Glück steht, um sein abendliches Dilemma zu beenden, liegt im finsteren Dunklen. Er weiß, wo er sein Glück finden kann. Erst wenn der Mann seinen Mut zusammennimmt und den sicheren Bereich verlässt, wird er das finden, wonach er sehnlichst auf der Suche ist. 

Und so handelt womöglich jeder von uns in gewissen Lebensbereichen. Wir handeln nicht immer so, wie es für uns am optimalsten wäre, sondern so, wie es für uns am gewohntesten und sichersten scheint. Unter dem Lichtpegel der Laterne scheint die Dunkelheit vielleicht ein wenig furchteinflößend, doch hier finden wir womöglich mehr Antworten, als wir denken. 

Es ist also die Zeit, dass man die eigene Komfortzone verlässt, um auch die dunklen Bereiche zu beleuchten und zu erfahren, was sich dort verbirgt. Wir wünschen uns für dich, dass auch du mit diesem Wissen dein „Warum“ findest, um dich aus dem sicheren Bereich des Lichtkegels zu trauen.

Mutiger werden – Wie du dich jeder Herausforderung stellst

Mutiger werden beschrieben durch einen Mann, der von einer Klippe ins Wasser springt

Seine Lebensziele verfolgen, aufs Ganze gehen und sich seine kühnsten Wünsche erfüllen – das ist, was wir alle in unserem Leben wollen. Doch was hindert uns daran? Warum gehen wir nicht den nächsten Schritt? Warum machen wir nicht die Dinge, die wir uns immer erträumt haben? „Ich würde ja gerne mal, aber…“ oder „eigentlich wollte ich ja, dann ist aber…“ sind Satzfetzen, die sich oft in unseren Köpfen wiederfinden, wenn wir uns wieder einmal einer entgangenen Chance bewusst werden. Doch was hat gefehlt?

Simpel gesagt ist es der Mut. Der Mut etwas mit unbekanntem Ausgang zu tun – der Sprung ins Ungewisse. Doch mutiger werden ist kein einfaches Unterfangen. So kämpfen wir leider doch fast tagtäglich mit unseren Problemen im Beruf, in der Familie oder anderen alltäglichen Dingen. Jetzt noch ein „weiteres Fass aufmachen“ und etwas Riskantes versuchen, das vielleicht alles noch schlimmer macht? Das traut man sich dann oft nicht. Doch das Sprichwort: „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, kommt nicht von ungefähr. Wir werden in diesem Artikel genau beleuchten, was zum Mutiger werden überhaupt gehört. Du wirst hoffentlich am Ende merken, dass gar nicht so viel von dir abverlangt wird, deinen Mut zu finden, damit du mutiger werden kannst – ohne gleich ein Held zu werden.

Was ist Mut?

Mut ist per Definition die Fähigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um anderen oder sich selbst trotz erheblicher Risiken oder Gefahren zu helfen. Diese Stärke ermöglicht es den Menschen, nicht vor den Bedrohungen, Herausforderungen oder Schmerzen zurückzuschrecken, die mit dem Versuch verbunden sind, gute Sachen zu tun. Mutige Handlungen werden freiwillig unter vollständiger Kenntnis der möglichen Widrigkeiten durchgeführt. Tapfere Menschen legen höchsten Wert auf höhere Ziele und Moral, unabhängig von den Folgen.

Doch wir zeigen unseren Mut nicht nur bei Bedrohungen oder durch mutige Handlungen. Generell kann man Mut in vier verschiedene Bereiche aufteilen:

  • Physischer Mut. Die klassische Form, die man oft primär unter Mut versteht. Es dreht sich hierbei darum, sich einer Gefahrensituation zu stellen. Dies ist vor allem wichtig für verschiedene Berufe wie Polizist oder Feuerwehrmann.
  • Verbaler Mut. Beschreibt das Ausdrücken der Bedürfnisse und Gedanken in verbaler Form. Dazu gehört auch das Sprechen vor Gruppen, das verbale Lösen von Konfliktsituationen und Ansprechen von Problemen.
  • Emotionaler Mut. In diesem Bereich geht es hauptsächlich darum, sich emotional auf eine Situation einzulassen und öffnen zu können. Das bedeutet auch den Mut zu besitzen, ein emotionales Risiko einzugehen und zum Beispiel einem anderen Menschen in die eigene Gefühlswelt hineinzulassen.
  • Psychologischer Mut. In diesen Bereich geht es hauptsächlich in unserem Online-Magazin. Psychologischer Mut beschreibt die Fähigkeiten Entscheidungen für sich selbst zu treffen, auch wenn sie womöglich riskant sind oder schwerfallen. Dazu gehört es auch den Mut zu besitzen, sich selbst zu reflektieren und ehrlich mit sich selbst zu sein.

Was setzt sich dem Mut entgegen?

Das genaue Gegenteil von Mut in Menschen bezeichnen viele als Feigheit. Wer sich seinen Problemen nicht stellt, ist feige. Doch als passenderen Gegenpart von Mut sehen wir bei DailyMentor die Angst. Denn das ist es, was dich davon abhält mutiger zu werden. Die Angst zu versagen und die Angst vor den Risiken sind zwei der Hauptgründe, warum wir viele Sachen gar nicht erst versuchen.

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der Triumph über sie.

Nelson Mandela (1918 - 2013), südafrikanischer Politiker und Friedensnobelpreisträger Tweet

Das Problem hierbei ist, dass wir unseren Fokus oft darauf setzen, was alles schiefgehen kann. Der Gedanke, dass wir versagen könnten oder unsere Risikoszenarien eintreffen, paralysiert uns. Der Schauspieler Jim Carrey sagte dazu sehr passend: „Du kannst an dem scheitern, was du nicht willst, also kannst du genauso gut die Chance nutzen, das zu tun, was du liebst.”

Es bedeutet, dass du dir im Endeffekt nur eine Frage stellen musst: Bist du glücklich in deiner Situation? Wenn nicht, dann hast du Grund genug, etwas daran zu ändern.

Ablegen unserer Abwehrmechanismen, um mutiger zu werden

Die generelle Angst ist aber nicht der einzige Mechanismus, der dich am mutiger werden hindert. Oft nehmen wir viele unserer Gewohnheiten als Ausrede, um uns selbst zu hemmen. So verstecken wir uns gerne hinter Perfektionismus, Kontrollwahn, “kalkuliertem Risikomanagement” oder sozialen Normen. Doch zum mutig sein gehört eben genau, dass man auch einmal etwas wagt, was andere vielleicht nicht tun würden. Vielleicht hast du Ziele über die andere Menschen, die Stirn runzeln würden. Das können sie auch noch weiter machen, wenn du deine Ziele erreicht hast und glücklich bist.

Fakt ist, dass du immer einen Grund finden wirst, warum du etwas nicht tun solltest. Genauso gibt es sehr viel mehr Gründe deinen Träumen hinterherzueifern und dich zu trauen.

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht – sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Mutiger werden und verletzlich sein

Ein weiterer Grund, warum viele Menschen nicht mutiger werden und ihren Träumen hinterhereifern, ist der Verlust von Sicherheit. Ist man einmal in seinem Trott – in seinem Hamsterrad – gefangen und merkt, dass man zwar nicht unbedingt glücklich ist, aber wenigstens sicher, dann will man diese Sicherheit auch nicht verlieren.

Doch wovor hat man dabei Angst? Man hat Angst verletzlich zu sein. Je mehr man sich traut und je mehr du aus deiner Komfortzone ausbrichst, desto angreifbarer machst du dich. Die eigene Verletzlichkeit ist also ein weiterer Grund nicht mutig zu sein. Diese Angst vor Verletzlichkeit spielt sich in allen vier Bereichen des Muts ab:

Vielleicht wollte man schon immer einmal einen Marathon laufen, aber traut es sich nicht zu. Anstatt einfach anzufangen, lesen wir im Internet Studien darüber, wie ungesund joggen ist und finden unsere Ausrede, nicht unseren Traum zu verwirklichen.

Wir beweisen keinen verbalen Mut, weil wir Angst haben in der Öffentlichkeit bloßgestellt zu werden. Wir könnten für unsere Meinung verlacht und verletzt werden. Deswegen sagen wir lieber nicht, was wir denken.

Nach einer unglücklichen Beziehung fällt es uns schwer eine neue Beziehung einzugehen. Die Gefahr erneut verletzt zu werden, scheint uns zu real. Anstatt dem Glück eine Chance zu geben, bleiben wir lieber allein und “sicher” vor emotionalem Schmerz.

Psychologischer Mut bedeutet, an sich zu arbeiten und seine eigenen Schwächen zu erkennen, um im Endeffekt ein besserer Mensch zu werden. Aber sich mit den eigenen Fehlern zu konfrontieren, kann oft wehtun. Deswegen bleiben wir lieber so, wie wir sind. Das ist sicherer.

Wie du jetzt vielleicht gemerkt hast, kann man in jedem Bereich verletzt werden. Was soll man jetzt tun? Der wichtige Fakt dahinter ist der folgende: Verletzlich sein ist gut.

Am Ende ist ein starker Mensch nicht einer, der es schafft, lange Zeit ein falsches Bild des Glücks zu bewahren. Du bist stark, wenn du deine Gefühle in die Welt hinauslässt und wenn du deine Fehler und Schmerzen akzeptierst

Verletzlich sein erfordert Kraft. In einer Welt, in der Menschen Selbstvertrauen und Zähigkeit schätzen, sind diejenigen, die es wagen, ihre Abwehrmechanismen wie Perfektionismus loszulassen, bemerkenswert mutig. Verletzlichkeit ist also kein Zeichen von Schwäche, sondern sehr wichtig, um mutiger werden zu können.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Mutiger werden – Übung macht den Meister

Wir haben in diesem Artikel also gelernt, was Mut wirklich ist, in welche Bereiche man es unterteilen kann und was die größten Hindernisse des Menschen sind, mutig zu sein. Die wichtige Frage ist natürlich nun, wie man mutiger werden kann.

Hast du dich je gefragt, wie Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten in stressvollen und risikoreichen Momenten die Ruhe bewahren und (meistens) die richtigen Manöver auswählen können? Die magische Antwort ist: Training.

In diesen Stressmomenten, wenn der Mut gefragt ist und dein Körper nach dem klassischen “Fight or Flight” Modell auswählen muss, entscheidet er sich oft für den Weg, den er am meisten geübt hat. Natürlich könnte ein Feuerwehrmann im Angesicht des Feuers wegrennen. Aber er hat diese Situation schon oft geprobt. Oft genug wurden alle Handgriffe in voller Schutzkleidung in der Ausbildung genau geübt, sodass man jetzt im Ernstfall auf diese Automatismen zurückgreifen kann.

Mutiger Kontruktionsarbeiter
Schwierige Situationen fallen dir leichter, wenn du sich auf sie vorbereitest.

Genauso ist es auch in anderen Situationen, die Mut erfordern. So fällt es dir immer leichter, deine Wünsche und Gefühle verbal zu äußern oder auch hinter deiner Meinung zu stehen, wenn du es öfters tust. Genau so kannst du dann auch Menschen einfacher in dein emotionales Umfeld hineinlassen – selbst wenn das schon einmal gescheitert ist.

Auch deinen psychologischen Mut kannst du immer weiter schulen. Das erste Mal in dein Erfolgsjournal schreiben oder dir das erste Mal vor dem Spiegel Affirmationen laut vorsprechen kann sich seltsam anfühlen. Aber je öfter du dich mit dieser Situation auseinandersetzt, umso vertrauter wird sie für dich sein.

Wichtig ist nur, dass du nicht bei dem ersten Rückschlag die Hoffnung verlierst und aufgibst. Zum Mutiger werden gehört also eine Menge an Wiederholung und Fleiß, vor allem aber eine gewisse Initialzündung um anzufangen. Je länger man damit wartet, desto schwieriger wird es letztendlich sich ein Herz zu fassen und es zu versuchen.

Mutiger werden und Persönlichkeitsentwicklung

Natürlich kann man nicht abstreiten, dass Menschen mit mehr Selbstvertrauen oft mutiger sind oder mutigere Menschen oft mehr Selbstvertrauen besitzen. So finden wir von DailyMentor, dass Mut vor allem daherkommt, hinter dem zu stehen, was man wirklich will.

Dazu gehört nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch eine richtige Selbstreflexion. Man muss zu sich selbst finden, verstehen, wer man ist, wer man sein möchte und was einen wirklich glücklich macht.

Hat man erst einmal ein Ziel vor Augen – einen Grund mutiger zu werden – dann fällt einem der nächste Schritt auch weitaus einfacher. Im Endeffekt kann man seinen Mut mit einer guten Vorbereitung selbst entwickeln.

Der gesamte Prozess ist nicht immer einfach, aber das einzige Hindernis bist du selbst. Versagensangst, negative Gefühle und Unsicherheiten sind alles Probleme in deinem Kopf, die du dir selbst auferlegt hast. Das Gute daran ist: Wenn du sie dir selbst auferlegt hast, kannst du sie auch selbst wieder lösen.

Selbstbild und Fremdbild – Wer bist du wirklich?

Selbstbild und Fremdbild beschrieben mit einer Brille

Jeder Mensch hat eine bestimmte Vorstellung, wie er sein möchte und darüber, wie er gerade ist. Doch ist dir je aufgefallen, dass diese Wahrnehmung nicht immer richtig ist? Gucke dir deine Freunde an. Bestimmt fallen dir spontan einige ein, die zum Beispiel sehr kreativ oder selbstsicher sind, aber es niemals von sich behaupten würden. Das liegt daran, dass ihr Selbstbild nicht mit dem Fremdbild – also das Bild, das du von ihnen hast – übereinstimmt.

Diese Inkongruenz ist bei jedem Mensch verschieden groß und es gibt eine vielfältige Anzahl an Gründen, warum sie überhaupt existiert. In diesem Artikel untersuchen wir den Zusammenhang zwischen deinem Selbstbild und Fremdbild und erklären, wieso dieses Thema so wichtig für deine Persönlichkeit und dein persönliches Wachstum ist. Abschließend schauen wir uns einen sehr interessanten Test an, den du direkt selbst machen kannst, um deine Selbstwahrnehmung zu testen.

Was ist dein Selbstbild? Woher kommt dein Fremdbild?

Dein Selbstbild besteht aus mehreren verschiedenen Bereichen und ist eng mit der Fähigkeit der Selbstreflexion verknüpft. Dabei geht es in erster Linie um das Wissen über den eigenen Charakter, deine Werte, Eigenschaften und Antriebe. Darüber hinaus spielt aber auch deine emotionale Seite eine wichtige Rolle. Dein Selbstbewusstsein und deine Selbstachtung beeinflussen dein Selbstbild, da von ihnen oft auch deine Handlungen und Gedanken gesteuert werden.

Das Fremdbild hingegen wird von deinen Mitmenschen gebildet. Es erklärt, mit welchen Werten und Eigenschaften sie dich beschreiben. Es ist also das Bild, dass sie sich durch Erfahrungen und Beobachtungen über dich gemacht haben. Genauso wie das Selbstbild muss diese Wahrnehmung nicht dein wirkliches “wahres Ich” repräsentieren, sondern ist lediglich ein subjektives Ergebnis der Schlussfolgerung des betroffenen Geistes.

Dieses Fremdbild über dich kann aber von Person zu Person unterschiedlich sein. Dir ist bestimmt schon einmal aufgefallen, dass du dich in verschiedenen Kreisen anders verhältst. Beispielsweise bist du mit deinen engen Freunden viel selbstbewusster oder offener als bei der Arbeit. Das kann natürlich daran liegen, dass du mit deinen Kollegen einen weniger vertrauten Umgang hast, aber durchaus könnte auch das verschiedene Fremdbild der Grund sein. Das würde bedeuten, dass dein Verhalten – und auch dein Selbstbild – von dem Fremdbild anderer gesteuert werden kann. Wie kann das sein?

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte Meinung hat.

George Bernhard Shaw (1856 – 1950), irischer Autor und Kritiker Tweet

Wie hängen Selbst- und Fremdbild zusammen?

Dein Selbstbild und dein Fremdbild sind keine voneinander abgekoppelten Wahrnehmungen. Ganz im Gegenteil können sie sich in beide Richtungen beeinflussen. Als einfaches Beispiel kannst du dir erfolgreiche Menschen angucken. Sie sind oft selbstbewusst und strahlen eine gewisse Aura von Erfolg aus. Diese Ausstrahlung formt dein Bild über sie. Andersrum gibt es sehr scheue und zurückhaltende Menschen, die ihre Unsicherheit offen zeigen und somit dir schon ein Fremdbild suggerieren. Diese Form des Zusammenhangs zwischen Selbst- und Fremdbild ist einfach zu verstehen und wahrscheinlich nichts Neues für dich.

Aber wusstest du, dass dein Selbstbild genauso von dem Fremdbild anderer geformt werden kann? Beispielsweise, wenn dich jemand – oder ein gewisses Umfeld – deine Fähigkeiten immer wieder anpreist und lobt, dann entwickelst du Stolz und das Selbstbewusstsein, dass du diese Fähigkeit besitzt. 

Hebt man wiederum eine deiner vermeintlichen Schwächen immer wieder hervor, so glaubst du selbst an diese Schwäche, obwohl sie vielleicht gar nicht existiert.

Dieses Phänomen kann dafür sorgen, dass sich dein Selbst- und dein Fremdbild in gewissen Bereich deckt, aber nichts mit der Realität zu tun hat. Aber dein Selbstbild und dein Fremdbild müssen nicht immer übereinstimmen. Oft gibt es Charaktereigenschaften, die du in dir siehst, die von anderen nicht wahrgenommen werden. Oder aber dein Umfeld sieht Eigenschaften, die du zwar nicht in dir siehst, die aber existieren. 

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Selbstbild und Fremdbild testen mit dem Johari-Fenster

Wir haben jetzt gelernt, wie dein Selbstbild und wie dein Fremdbild entsteht. Des Weiteren haben wir uns angeschaut, wie sie sich gegenseitig beeinflussen können. Wir haben auch gelernt, dass unser Selbstbild oft nicht mit dem Fremdbild übereinstimmt. Aber wie kann man jetzt den Unterschied konkret beschreiben und untersuchen?

Dafür haben Wissenschaftler im Jahre 1955 das Johari-Fenster entwickelt. Prinzipiell geht es bei dem Johari-Fenster um vier verschiedene Bereiche, die zusammen dein Selbstbild und dein Fremdbild abstrakt beschreiben:

  1. Der öffentliche Bereich. Zu dem öffentlichen Bereich zählt man alles, das wir in der Öffentlichkeit über uns preisgeben. Dazu gehören offensichtliche persönliche Eigenschaften, sowie äußere Merkmale wie Erscheinungsbild, Kleidungsstil etc.
  2. Der geheime Bereich. In diesen Bereich gehören alle Informationen, die wir wissentlich und unwissentlich vor der Öffentlichkeit verbergen. Dazu gehören oft kleine Laster, Schwächen, aber auch Charaktereigenschaften, die wir versuchen zu unterdrücken.
  3. Der blinde Fleck. Zu diesem Bereich zählen alle Eigenschaften von einem selbst, die einem nicht bewusst sind. Der blinde Fleck ist somit der Bereich, indem wir die Inkongruenz zwischen unserem Selbstbild und unserem Fremdbild am wenigsten steuern können.
  4. Die Unbekannte. Der letzte Bereich besteht aus Eigenschaften, die niemand über einen kennt, nicht einmal man selbst. Wie verhältst du dich in extremen Gefahrsituationen? Falls du noch nie in so einer Situation warst, kannst weder du noch andere einschätzen, wie du diese bewältigst.
Selbstbild und Fremdbild mit einem Johari-Fenster
Das Johari-Fenster von Joseph Luft und Harry Ingham

Welcher Bereich der größte bei jedem Menschen ist, kann sehr unterschiedlich sein. Manche sind sehr offen und geben vieles über einen selbst preis. Andere verschließen sich vor Menschen als eine Art Schutzmechanismus und haben einen eher größeren geheimen Bereich.

Vor allem jüngere Menschen haben oft einen größeren blinden Fleck. Das bedeutet, sie sind sich nicht darüber bewusst, welche Eigenschaften und Merkmale andere in ihnen sehen.

Wie können wir jetzt das Johari-Fenster nutzen, um unser Selbstbild und Fremdbild zu testen? Zuallererst gucke dir die folgende Liste an Adjektiven an und versuchen die sechs Adjektive zu finden, die dich am besten beschreiben. Wichtig ist hierbei, dass du nicht die sechs Adjektive nimmt, die du gerne sein möchtest, sondern die dich wirklich ausmachen. Versuche dabei so ehrlich wie möglich mit dir zu sein, aber auch nicht zu hart. Je spontaner du die Adjektive auswählst, also auf dein Bauchgefühl hörst, umso besser ist oft das Ergebnis.

Nachdem du dir sechs Adjektive ausgewählt hast, ist jetzt die Hilfe von deinen engen Freunden oder der Familie nötig. Frage sie, welche dieser sechs Adjektive sie nutzen würden, um dich zu beschreiben. Mache ihnen vorher klar, dass sie nicht nur positive Eigenschaften nennen sollen, sondern so ehrlich und spontan wie möglich die passendsten aussuchen sollen.

Es geht hier nicht darum, dir zu schmeicheln, damit du dich besser fühlst, sondern um eine neutrale Wahrnehmung. Da deine engen Freunde und deine Familie dennoch oft vor allem die positiven Eigenschaften auswählen werden, kannst du auch außenstehende Personen wie Arbeitskollegen befragen, um ein noch neutraleres Ergebnis zu erhalten.

Ich weiß, es kann seltsam sein zu Menschen zu gehen und sie zu fragen: “Hey, sag mal wie findest du mich eigentlich?” Deswegen erkläre ihnen doch, warum du sie darum bittest und frage sie, ob sie sich selbst vielleicht auch testen wollen. Du könntest ihnen ihre sechs Adjektive aussuchen.

  • akzeptierend
  • albern
  • angespannt
  • anpassungsfähig
  • aufmerksam
  • bescheiden
  • bestimmt
  • energievoll
  • entspannt
  • extrovertiert
  • fähig
  • freundlich
  • fürsorglich
  • geduldig
  • geschickt
  • genial
  • glücklich
  • großzügig
  • heiter
  • hilfreich
  • idealistisch
  • intelligent
  • introvertiert
  • kompetent
  • komplex
  • kühn
  • liebevoll
  • logisch
  • mächtig
  • mitfühlend
  • nachdenklich
  • nervös
  • nett
  • organisiert
  • reaktionsschnell
  • reif
  • religiös
  • ruhig
  • scheu
  • schlau
  • selbstbewusst
  • selbstsicher
  • sentimental
  • spontan
  • still
  • stolz
  • suchend
  • tapfer
  • unabhängig
  • verlässlich
  • vernünftig
  • vertrauenswürdig
  • warmherzig
  • weise
  • witzig
  • würdevoll

Auswertung deiner Johari-Adjektive

Nachdem du dir deine eigenen Adjektive aufgeschrieben haben und du von deinem Umfeld Beschreibungen gesammelt hast, ist es an der Zeit dein Johari-Fenster auszufüllen. Vergleiche dafür deine eigenen Adjektive, mit denen von deinen Freunden. Gibt es irgendwelche Schnittmengen? Wenn ja, trage diese in das öffentliche Feld ein. Alle anderen Adjektive, die du dir selbst gegeben hast, aber nicht von anderen genannt wurden, trägst du vorerst in den geheimen Bereich ein.

Die restlichen Adjektive deiner Freunde kommen jetzt in den blinden Fleck. Als Nächstes schaue dir an, welche Adjektive sich überschneiden und in dem öffentlichen Bereich stehen. Stelle dir die folgenden Fragen:

  • Warum sind diese Adjektive so prominent für die Beschreibung deines Charakters? 
  • Haben diese Adjektive sogar mehrere Leute angegeben? 
  • Sind es positive oder negative Adjektive? Macht dich diese Wahrnehmung glücklich oder unglücklich?
  • Willst du etwas daran ändern oder es noch mehr forcieren?

Du merkst, dass man mit diesen Informationen aus dem ersten Bereich schon eine Menge anfangen kann. Je mehr Leute du fragst, umso höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass jemand genau deine Adjektive trifft. Solltest du also viele Menschen nach Adjektiven gefragt haben, ergibt es Sinn, diesen Bereich nach Anzahl an Nennungen zu sortieren.

 

Jetzt schaue dir die Adjektive an, die du dir gegeben hast, aber deine Angehörigen nicht genannt haben. Diese schreibst du dir in dein geheimes Feld. Sie zeigen dir, welche Eigenschaften über dich du augenscheinlich nicht preisgegeben hast. Jetzt stelle dir diese Fragen:

  • Hast du diese Eigenschaften deiner Persönlichkeit bewusst versteckt?
  • Wie gut beschreiben dich diese Adjektive wirklich?
  • Ist es mehr Wunschdenken (bei positiven Adjektiven) oder sogar unnötiges Schlechtmachen (bei negativen Adjektiven) deiner Persönlichkeit?

Du merkst hier, dass es bei diesem Test sehr viel um Selbstreflexion geht. Im Endeffekt kannst nur du für dich selbst erklären, warum diese Adjektive nicht genannt wurden. Wie wichtig sind dir diese Adjektive für dich? Ist es etwas, dass du mehr forcieren willst?

 

Als Letztes schauen wir uns die Adjektive an, die deine Freunde genannt haben, aber du selbst nicht beachtet hast. Schreibe sie in deinen blinden Fleck. Meistens ist der blinde Fleck der größte Bereich, also der Bereich mit den meisten Adjektiven. Beachte außerdem, dass diese Anzahl steigt, je mehr Menschen du befragt hast.

Nun stelle dir folgende Fragen:

  • Welche dieser Adjektive überraschen dich am meisten?
  • Welche Adjektive haben mehrere genannt, an die du nicht gedacht hast? Treffen diese zu?
  • Welches Adjektiv ärgert dich am meisten und wie wahr ist es womöglich?
  • Welches Adjektiv freut dich am meisten? Hast du nach dieser Eigenschaft gestrebt oder war es Zufall?

Hier sind die Interpretationsmöglichkeiten nahezu endlos. Oftmals stehen hier viele Tugenden, die man entweder nicht wusste oder sich nicht getraut hat, anzugeben. Auch sollten hier negative Adjektive stehen. Versuche zu ergründen, woher sie stammen. Diese müssen nicht zwangsweise stimmen. Ergründe, woher sie stammen und ob sie dich stören. Hier ist jetzt ein guter Moment bei deinen befragten Personen nachzuhaken. Warum haben sie die bestimmten Adjektive ausgewählt? War es eine spontane Wahl oder auf Basis eines bestimmten Ereignisses? Betone dabei, dass du sie nicht umstimmen willst, oder ihnen erklären willst, dass es nicht wahr ist. 

Denn es geht in erster Linie darum, etwas über dein Selbst- und Fremdbild zu lernen. Bist du mit deinen Nachforschungen fertig, gucke dir abschließend noch einmal dein Johari-Fenster an. Bist du zufrieden mit deinem Ergebnis? Welche Sachen haben dich am meisten überrascht, gefreut oder geärgert? Jetzt ist der perfekte Moment dir Ziele zu setzen, welche Sachen du an dir ändern möchtest, oder Selbstreflexion zu betreiben, um die Ergebnisse deines Tests zu ergründen.

Selbstbild und Fremdbild mit einem gefüllten Johari-Fenster
So könnte dein Johari-Fenster aussehen.

Unser Fazit

Wir hoffen, wir konnten dir in diesem Artikel den Unterschied von Selbstbild und Fremdbild näher bringen. Wir glauben, dass du mit Hilfe des Johari-Fensters deine Eigenwahrnehmung erforschen konntest. Sei nicht zu traurig, falls die Ergebnisse nicht deinen Wünschen entsprechen. Dein Selbst- und dein Fremdbild sind wesentliche Bestandteile deiner Persönlichkeit, aber noch lange nicht in Stein gemeißelt. Du kannst jederzeit an dir arbeiten und auch die Meinung deiner Mitmenschen kann sich ändern. Ich habe den Test ebenfalls gemacht und war über das Ergebnis sehr überrascht. Aber letztlich hat es mich motiviert weiter an mir zu arbeiten – ich hoffe, dass es dir genauso ergehen wird.

Vertraue deiner Intuition – 5 Tipps, die deine Intuition stärken

Intuition stärken beschrieben durch eine Sternschnuppe am Sternenhimmel

Kennst du das, wenn du vor einem Restaurant stehst und aus irgendeinem Grund nicht mehr dort essen willst? Oder du stehst im Kino vor den Filmplakaten und bist dir sicher, dieser eine Film wird ein Flop, ohne irgendetwas über diesen Film zu wissen? Man hat einfach so ein Bauchgefühl. Du kannst nicht genau erklären, was sich falsch anfühlt, aber es ist einfach so. 

Dieses Gefühl nennt man auch deine Intuition. Doch ist Verlass auf meine Intuition? Sollte ich meine Intuition stärken oder versuchen sie zu unterdrücken? In diesem Artikel gucken wir uns genau an, woher die Intuition überhaupt herkommt. Wir beleuchten, wie du sie dir zunutze machst und sie mit unseren einfachen Tipps förderst. 

Was ist Intuition überhaupt?

Intuition beschreibt die Fähigkeit, Situationen zu erkennen und Entscheidungen zu treffen, ohne den Gebrauch des eigenen Verstandes. Das heißt, ohne darüber wirklich nachzudenken oder sich eine Meinung zu bilden, hat man dennoch so ein gewisses Bauchgefühl. Die Frage ist nun, woher dieses Gefühl kommt. Unter den Akademikern wurde die Wissenschaft der Intuition oft als eine Pseudowissenschaft angesehen. Das Konzept der Intuition wurde als unsinnig abgestimmt – Hirngespinste, denen man nicht trauen sollte.

Doch jetzt weiß man es besser. Intuition ist eher dein Gehirn, das in Vorleistung geht, als ein Hirngespinst. Was genau soll das heißen? Deine fünf Sinne können enorm viele Informationen in kurzer Zeit aufnehmen, aber dein Gehirn braucht etwas Zeit diese Informationen zu verarbeiten. Danach braucht dein Bewusstsein noch etwas länger, um diese Informationen zu verstehen und zu bewerten. Das bedeutet, dass du unbewusst womöglich schon eine Entscheidung getroffen hast, bevor du es überhaupt weißt.

Folgendes Beispiel wurde von Wissenschaftlern der Leeds University untersucht:

Bei einem Rennen in der Formel 1 gab es eine große Karambolage an einer Haarnadel (180° Kurve). Der nächste Fahrer konnte diese nicht sehen und wäre unausweichlich in die vor ihm liegenden Autos gekracht. Aus irgendeinem Grund ging er früher auf die Bremse als üblich und konnte im letzten Moment ausweichen. Danach hat man diesen Fahrer gefragt, warum er gebremst hatte, aber er konnte sich nicht erklären. Er hatte nur im Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.

Im Nachhinein gab es mehrere Anzeichen dafür, dass etwas nicht richtig war. Die Fans jubelten ihm nicht so laut zu, wie in den Runden davor. Der Motorenlärm war ein anderer. Vielleicht waren ein paar mehr Staubpartikel in der Luft. Dennoch waren es alles kleine Faktoren, die der Fahrer in der kurzen Zeit nur unbewusst wahrgenommen hat. Sein Gehirn hat die Entscheidung für ihn getroffen.

Doch Intuition wird auch mit anderen Aspekten in Verbindung gebracht. So gehört die Empathie, also das Einfühlungsvermögen, und der “gesunde Menschenverstand” genauso zu Intuition wie Fantasie oder der berühmte Geistesblitz – eine plötzliche Eingebung oder Idee. In diesem Artikel beschäftigen wir uns vor allem mit dem Nutzen der Intuition als Instinkt. Die innere Stimme, die dir versucht den Weg zu weisen und das Ziel hat, dein Leben so glücklich wie möglich zu gestalten.

Wieso ist Intuition stärken so wichtig?

Intuition ist also ein Mechanismus unseres Gehirns, den jeder Mensch besitzt. Dennoch ist er nicht bei allen gleichermaßen ausgeprägt. Je nach Charakter hört jeder Mensch anders auf seine innere Stimme. Ich bin selbst eher analytisch, glaube mehr an Fakten und meinen Verstand, aber ich habe gelernt, meine Intuition nicht zu unterschätzen. Viele andere sind emotionaler und verlassen sich mehr auf ihr Gefühl – ihre Intuition. Sie lassen sich davon leiten. Trotzdem gibt es Phasen im Leben, in denen wir aufhören unserer inneren Stimme zu vertrauen.

Rückschläge und negative Erlebnisse können dafür sorgen, dass man der eigenen Intuition keinen Glauben mehr schenkt. Man verliert das Vertrauen ins eigene Gespür. Wenn jetzt ein geringeres Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein dazukommt, leidet das sensible Gefühl unserer Intuition.

Doch die Wahrheit ist, dass jeder einmal falsch liegen kann. Natürlich kann deine Intuition dir einen Strich durch die Rechnung machen. Wir wollen dir auch nicht suggerieren, dass du einzig und allein deine Intuition nutzen solltest. Es gibt viele andere Methoden, wie du beispielsweise deine Entscheidungen treffen solltest und dein Bauchgefühl ist nur ein Mittel. Aber es ist sehr wichtig, dass du auf deine Intuition achtest, sie verstehst und in deine Überlegungen miteinbeziehen kannst, wenn du es möchtest.

Intuition stärken gezeigt anhand einer Frau, die zur Sonne blickt
Viele mentale Fähigkeiten können gezielt geschult werden. So auch die Intuition.

Deine Intuition stärken mit diesen 5 Tipps

Es spielt keine Rolle, ob du deine Intuition verloren bzw. vernachlässigt hast oder sie stetig nutzt. Du kannst sie dennoch weiter ausbauen und stärken. Mit unseren nachfolgenden Tipps wollen wir dir erklären, wie du deine Intuition stärken kannst und gegebenenfalls auch wieder ein größeres Vertrauen zu ihr aufbaust. 

1. Achte darauf, mit welchen Menschen du dich umgibst

Auf den ersten Blick hat dein soziales Umfeld wenig mit deiner eigenen Intuition zu tun. Doch überleg noch einmal genauer. So gut wie jeder Mensch hat diese Personen in seinem Bekanntenkreis, die generell erst einmal kritisch reagieren. “Willst du das wirklich machen?” oder “Das klingt nach keiner guten Idee” sind ihre Leitsätze. Diese Sätze sind gut gemeint, aber oft kommen sie aus einer eigenen inneren Unsicherheit bzw. Unwissenheit. Hörst du immer mehr diese negativen Stimmen deiner Mitmenschen, fängst du immer häufiger an selbst genauso zu denken. Du schenkst ihren Glaubenssätzen Aufmerksamkeit, sodass du diese womöglich auch ohne es zu bemerken in dein Unterbewusstsein mitaufnimmst. Das führt dazu, dass du anfängst an deiner Intuition zu zweifeln. Dieser Effekt ist erst unbewusst, kann aber langfristig dein Selbstbewusstsein mindern.

Versuche dich deswegen mit Menschen zu umgeben, die dir Kraft geben und die einen positiven Blick auf die Welt haben. Natürlich heißt es nicht, dass du jetzt alle deine Freundschaften direkt infrage stellen und jede Kritik oder Zweifel ausschlagen musst. Stattdessen verstehe, in welchem Umfeld du dich befindest. Erkenne, wann es dich positiv oder negativ beeinflusst und treffe deine eigenen Entscheidungen.

2. Schenke deiner Intuition mehr Gehör

Dieser Tipp scheint sehr simpel zu wirken, ist aber trotzdem immens wichtig. Viele Menschen haben vergessen, dass ihre Intuition überhaupt existiert. Man lebt seinen Alltagsstress. Man kümmert sich um seine täglichen Probleme. Alles ist irgendwie greifbar und erklärbar. Die Intuition muss sich viel weniger melden, weil wir in unserem Alltag einen Rahmen haben. Einen Alltag mit Gewohnheitsentscheidungen, wo die Intuition nicht mitwirkt. Die Intuition hingegen ist ein einfaches Gefühl oder ein kurzer Instinkt, der einsetzt. Sei dir über die Existenz der Intuition und ihrer Wichtigkeit bewusst. Alleine das wird dir schon helfen, sie mehr in dein Leben zu lassen.

Versuche dabei auch zu erkennen, wann du einmal auf deine Intuition gehört hast und versuche im Nachhinein herausfinden, wie sie zustande kam. Du wirst feststellen, dass sie wahrscheinlich jetzt schon eine weitaus größere Rolle in deinem Leben spielt, als du es gedacht hast. Falls deine Intuition dich mal getäuscht hat, erforsche, was schiefgelaufen ist. Eine negativer intuitiver Impuls findet nämlich oft seinen Ursprung in der Vergangenheit – in einer schlechten Erfahrung – vor der uns die Intuition schützen möchten. Haben dich vielleicht Vorurteile oder negative Gedanken getäuscht? 

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? 

Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

3. Verstehe den Einfluss von negativen Emotionen auf deine Intuition

In einer Studie aus der Universität in Braunschweig hat man den Zusammenhang zwischen dem Gemütszustand und der Intuition untersucht. Sie haben herausgefunden, dass bei positiver Laune, sowohl Entscheidungsverhalten und Erinnerungsvermögen verbessert werden. Des Weiteren wird bei negativer Stimmung die Intuition geschwächt.

Einfach ausgedrückt beeinflussen dich deine negativen Gefühle so weit, dass du ihnen weniger Glauben schenken solltest. Du neigst dann dazu Dinge “schwarz zu malen”. Daraufhin wird deine Intuition durch Angst ersetzt, ohne dass du es mitbekommst. Das kann vor allem dann gefährlich sein, wenn du normalerweise oft auf deine Gefühle hörst. Du kennst bestimmt sehr emotionale Menschen, die sich von ihrer Gemütslage mitreißen lassen. Wenn sie gutgelaunt sind, wirken sie, als könnten sie Bäume ausreißen. Sollte aber einmal etwas schiefgehen und sie sind schlecht gelaunt, dann sind sie mürrisch und sehen in allem nur das Schlechte. Genau in diesen Momenten ist deine Intuition nicht immer der objektivste Freund.

Sobald du diesen Einfluss auf dein Bauchgefühl verstanden hast, wird es dir leichter fallen, wann du deine Intuition nutzen solltest und wann du vielleicht noch einmal darüber nachdenken solltest.

Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus.

Alexander von Humboldt (1769-1859), Forscher, Mitbegründer der Geographie als Wissenschaft Tweet

4. Nutze diese Übung der Achtsamkeit und lebe im Jetzt

Das Konzept der Achtsamkeit beschreibt sich auf den wesentlichen Moment im Hier und Jetzt zu konzentrieren. Oftmals leben wir Menschen in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wir denken darüber nach, welche Chancen wir in der Vergangenheit verpasst haben oder was wir noch für Sachen in der Woche machen müssen. Bei der Achtsamkeit geht es hingegen darum, welche Gedanken und Gefühle du genau jetzt in der Gegenwart hast. Dafür reicht es aus, wenn man sich täglich fünf bis zehn Minuten Zeit nimmt und an einem ruhigen Ort die Augen schließt. Versuche dich nun auf den Moment zu konzentrieren, ohne deine Gedanken abschweifen zu lassen. Solltest du diese Übung öfters praktizieren, kannst du die Zeit auf 20 Minuten ausweiten. Sieh es als eine Pause vom Alltag für dein Gehirn und beobachte, wohin deine Gedanken und Emotionen dich treiben.

Mit dieser Übung kannst du abschalten und dich von deinem Alltagsstress erholen. Jetzt fragst du dich womöglich, inwiefern das hilft deine Intuition zu stärken. Die stärksten intuitiven Momente erleben wir meistens, wenn wir etwas Abstand gewinnen und mit einer gewissen Klarheit an eine Situation rangehen. Diese Achtsamkeitsübung hilft dir genau dabei. Sie löst dein mentales Wirrwarr und hilft dir dich mehr mit deinen Instinkten zu beschäftigen.

5. Vertraue dir und liebe dich selbst

Der letzte Tipp ist für viele Menschen eine Herausforderung. Damit du deine Intuition stärken und nutzen kannst, musst du natürlich erst einmal dir selbst vertrauen. Dazu gehören die wichtigsten Themen der Persönlichkeitsentwicklung: Selbstbewusstsein, Selbstliebe, und Selbstfindung.

Warum diese Themen auch für die Intuition so wichtig sind, liegt klar auf der Hand. Solltest du wenig Selbstbewusstsein und Selbstliebe besitzen, dann vertraust du weniger deinem eigenen Urteil. Intuition und Instinkte sind letztlich nur Tipps, die unser Gehirn uns selbst geben möchte. Je weniger wir aber uns selbst vertrauen und schätzen, desto weniger Ratschläge wird dir dein Geist geben und desto weniger wirst du auf sie hören. Selbstfindung ist ebenfalls wichtig für deine Intuition. Ein Mensch, der zu sich selbst gefunden hat, weiß genau, was er im Leben möchte. Er steht morgens mit dem Ziel auf, ein schönes und glückliches Leben zu führen. Diese bewusste Zielstrebigkeit hat einen großen Einfluss auf deine unbewussten Gedankengänge und sorgen dafür, dass deine Intuition sich im Einklang mit deinen Wünschen und Zielen befindet.

Unser Schlusswort

Das waren unsere fünf Tipps, wie du deine Intuition stärken kannst und lernst sie mehr in deinem Alltag einzusetzen. Wir hoffen dieser Artikel hat dir geholfen, deine unbewussten Gedankengänge zu verstehen. Denn Intuition wird oft als etwas Mystisches betrachtet – eine unbekannte Kraft in unserem Inneren. Doch eigentlich ist sie fast genauso lernbar, wie andere bewusste Fähigkeiten des Menschen. 

Für uns ist es immer wieder faszinierend, wenn wir einen plötzlichen intuitiven Moment haben, bei dem wir nicht genau wissen, wo er herkommt. Wir wissen nur – es lohnt sich darauf zu hören.

Werde Teil der Community

Werde Teil der Community

Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

Du willst erfahren, wie du mit kleinen Maßnahmen dein Leben sofort und positiv verändern kannst? Dann abonniere unseren Newsletter, werde Teil der DailyMentor-Community und erhalte unser kostenloses E-Book.

Abonniere unseren Newsletter und wir schenken dir unser kostenloses E-Book.