Die eigene Komfortzone verlassen: Was uns das Ungewisse lehren kann

Komfortzone verlassen beschrieben durch eine Frau, die ihre Arme Richtung Meer öffnet

Nervenkitzel, Aufregung und das Gefühl von Unsicherheit – das sind nur einige menschliche Reaktionen, wenn man die Komfortzone verlassen hat. Für gewisse Menschen scheint es schier unüberwindbar diesen sicheren Bereich zu verlassen. Doch außerhalb der Komfortzone versteckt sich eigentlich weniger Übel, als man denkt. Ganz im Gegenteil: Wer sich traut die eigene Komfortzone zu verlassen, wird mit vielen wertvollen Momenten beschenkt, kann sich zu einer besseren Version seiner Selbst entwickeln, kann Dankbarkeit verspüren, lernen und reifen.

Was du in diesem Artikel nicht bekommst, ist das WIE. Wir werden dir nicht erklären, wie du deine Komfortzone verlassen kannst und dich vor irgendwelchen Challenges stellen. Aber wir werden dir ganz klare Argumente dafür liefern WARUM es sich lohnt aus dem eigenen sicheren Bereich herauszutreten und das Ungewisse zu erfahren. Du wirst entdecken, was es mit dir persönlich macht und weshalb dir dein Gehirn dafür dankt. Unser Ziel ist es, dich zu motivieren, dass du dich traust auch mal über den „Tellerrand zu schauen“. Wer nämlich eine Antwort auf sein „Warum“ erhält, findet auch seine eigene Antwort auf das „Wie“.

Der goldene Käfig der Komfortzone

Die Komfortzone bietet einem manche Vorzüge, die wir nicht leugnen wollen: Vor allem, dass man sich dort sicher fühlt. Hier liegt das emotionale und persönliche Zuhause, wo man Geborgenheit mit all dem Vertrauten verspürt. In diesem Bereich ist noch alles „beim Alten“, was große Sicherheit schenkt. Es stellt sich hier oft die Frage: „Wage ich den Mut zur Veränderung? Soll ich mich wirklich hiervon weg begeben?“ Für manche Personen ist es schwer diese Frage zu bejahen.

Ja, in der sicheren Zone ist man geschützt – gerade vor Enttäuschungen und anderen Negativsituationen, die einen ansonsten tagelang aus der Bahn werfen könnten. Man ist vor dem Unerwartetem wohlbehütet und kann sich effizient in dem gewohnten Raum bewegen.

Daher ist es für manche nur schwer möglich Gründe dafür zu finden, diese Komfortzone zu verlassen. Denn es ist schwer Umstände zu verlassen, für die man belohnt wird – in diesem Fall mit persönlicher Sicherheit. Und so ist es oft der fehlende Anreiz, weshalb man sich nicht dafür entscheidet aus der Komfortzone herauszutreten.

Wem dauerhaft diese Motivation fehlt und sich in der eigenen Komfortzone versteckt, dem fehlen oft die persönlichen Ziele, für die es sich lohnt, Risiko einzugehen und das Leben außerhalb der Komfortzone zu erfahren.

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

Demokrit (460 v. Chr. - 371 v. Chr.), griechischer Philosoph Tweet

Außerhalb der Komfortzone wird es nämlich „gefährlich“, weil auf einmal das Unkalkulierbare geschehen kann. Dieses Risiko einzugehen, erfordert großen Mut und relevante Ziele, für die es sich wirklich lohnen sollte, um auf dem goldenen Käfig der Komfortzone auszubrechen.

Doch das Ziel, was jeden dazu bestätigen sollte sich zu trauen, bist du. Du bist es, der sich so ermöglicht persönlich zu wachsen und dein Glück zu finden.

Warum jeder die eigene Komfortzone verlassen sollte

Durch das Verlassen der Komfortzone wirst du dich neu erfahren. Hinter dem dir bekannten Bereich beginnt das Aufregende, das Neue – das Abenteuer. Genau in diesem Bereich beginnt jeder Mensch seine Persönlichkeit voll auszureifen. Denn erst durch neue Erfahrungen kann sich der Mensch auch neu erfahren und auch so ein Stückchen mehr zu sich selbst finden.

Erst wenn man sich aktiv dazu entscheidet die persönliche Komfortzone zu verlassen, kann sich im Leben etwas verändern. Erst wenn man sich traut Risiken einzugehen, das Vertraute hinter sich zu lassen, passiert etwas Neues, um so die Möglichkeit zu erhalten zu wachsen.

Weshalb jeder seine eigene Komfortzone verlassen sollte, zählen wir dir nun kurz und prägnant auf:

  • Außerhalb der Komfortzone verstecken sich neue Horizonte. Erst außerhalb des gewohnten Bereichs erwarten dich neue Dinge, die es zu erleben gibt. Diese neuen Erfahrungen werden maßgeblich dein persönliches Weltbild erweitern können.
  • Dein Selbstbewusstsein wächst. Du stellst dich unterschiedlichsten Herausforderungen, in denen du die Möglichkeit erhältst, dich zu beweisen. Du kannst es dir immer wieder aufs Neue zeigen, was so alles in dir steckt. 
  • Du wirst mutiger und hast dein Leben mehr im Griff. Du erprobst dich immer wieder bewusst darin das Ungewisse zu konfrontieren. Das erfordert viel Mut und so trainierst du deinen Mut-Muskel, sowie das Bewusstsein für dich die Verantwortung zu übernehmen.
  • Du wirst dich lebendig fühlen. Du gibst deinem Leben wieder ein wenig Würze. Endlich wirst du mal was Neues ausprobieren, dich lebendig fühlen, vielleicht auch mal stolpern, aber vor allem tust du eins: Geschichten und Erfahrungen sammeln, an die du dich immer erinnern darfst.
  • Du wirst dich persönlich entwickeln. All die oben genannten Punkte führen schlussendlich zu einem: Du wirst dich immer ein Stückchen mehr erfahren. Erst, wenn du die Komfortzone verlassen wirst, wirst du dich als Mensch weiterentwickeln und besser erfahren können.

Das Leben außerhalb der Komfortzone beschenkt uns mit so vielen wertvollen Momenten. Kein Mensch wird sich jede Sekunde seines Lebens außerhalb der Komfortzone bewegen. Doch trotzdem ist es wichtig, dass sich jeder bewusst und in regelmäßigen Abständen außerhalb seiner persönlichen Grenzen begibt, um auch mal wieder „über den Tellerrand zu schauen.“ 

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Was passiert, wenn man die Komfortzone verlässt

Beim Verlassen der eigenen Komfortzone passiert – wie es der Name schon verrät – vor allem eines: Du wirst dich unwohl fühlen. Du wirst dich Situationen ausgesetzt fühlen, die für dich neu erscheinen.

Doch diese Ungewissheit bringt genau das Positive: neue Reize und Eindrücke. Du begibst dich in Lagen, die dir so noch nicht bekannt sind. Für dich eröffnen sich so Möglichkeiten persönlich weiterzuentwickeln und zu lernen. Doch um das genauer zu verstehen, machen wir einen kleinen verhaltenspsychologischen Ausflug, um zu erkunden, was sich hinter der Komfortzone eigentlich verbirgt: 

Die zwei Zonen hinter der Komfortzone

Wenn man die Komfortzone verlassen hat, erwarten den Menschen zwei neue Zonen: die Wachstums- und Panikzone. Die Wachstumszone – auch Lernzone genannt – ist die Gute, welche hinter der Komfortzone liegt. Ist man jedoch zu weit von seiner Komfortzone entfernt, fühlt man sich zu unkomfortabel und erreicht die Panikzone, in der die ganzen positiven Effekte, die in der Wachstumszone vorliegen, verpuffen. 

Komfortzone verlassen beschrieben durch die erste Infografik von der Komfort-, Wachstums- und Panikzone

Außerhalb der Komfortzone werden Situationen erlebt, die wir so nicht kennen. Ein ganz natürliche evolutionäre Reaktion ist der Anstieg des Stresspegels. Doch Stress ist nicht gleich Stress und damit nicht schlichtweg schlecht.

Wir müssen zwischen dem positiven Eustress und negativem Disstress unterscheiden. Eustress, falls man ihn nicht zu lange verspürt, kann den menschlichen Organismus anregen. Der Mensch empfindet diesen Stress als positiv – wie eine positive, aufregende Grundanspannung. In der „positiven Gefahrenreaktion“ werden Hormone wie Adrenalin verschüttet und der Mensch ist in diesem Status leistungsfähiger und aufmerksamer.

Hingegen ist der Disstress der Bösewicht, den jeder bereits erfahren hat. Man wird hektisch, fühlt sich einfach unwohl und ist panisch. Hierbei nimmt die eigene Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit ab.

Wenn wir die Komfortzone verlassen wollen, möchten wir ausschließlich in die Wachstumszone – in der wir uns zwar neuen Reizen ausgesetzt fühlen, uns jedoch nicht zu fern von der eigenen Komfortzone fühlen. Hier erfahren wir den positiven Eustress!

In der Lern- bzw. Wachstumszone können wir wachsen. Wir erfahren Neues, können uns an neuen Impulsen nähren und reifen Stück für Stück zu einer besseren Version unser selbst. Wir fühlen uns durch den positiven Eustress so weit erregt, dass wir sogar produktiver werden und unsere Leistungsfähigkeit steigt. Es ist der berüchtigte Nervenkitzel, den man hier verspürt.

Hingegen fühlen wir uns in der Panikzone einer wahren Gefahr ausgesetzt. Zu viel Neues und keine Kontrolle über die Situationen gewähren uns nicht mehr all die positiven Effekte aus der Wachstumszone. Die tief in uns verwurzelten Überlebensinstinkte führen zu einem Fluchtverhalten – zurück in die Komfortzone. In der Panikzone herrscht lähmender Stress, die persönliche Leistungsfähigkeit nimmt ab und wir sind verängstigt.

Komfortzone verlassen beschrieben durch ein Diagramm, welches dies Leistungsfähigkeit dem Stresspegel gegenüberstellt

In der Wachstumszone passiert letztlich die Magie und hier wollen wir hin, wenn wir die Komfortzone verlassen. Wir lernen und wachsen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Irgendwann fühlen wir uns auch in der anfänglichen Wachstumszone mehr und mehr komfortabel. Das Ungewisse wird vertrauter und unsere Komfortzone wächst ganz natürlich. Stück für Stück weiten sich somit die Komfort- und Wachstumszone aus und drängen in die Bereiche der Panikzone vor.

Komfortzone verlassen beschrieben durch die zweite Infografik von der Komfort-, Wachstums- und Panikzone

Neuronaler Exkurs: Dein Gehirn wird sich bei dir bedanken

Vor allem im Gehirn passieren ganz spannende Sachen, wenn man die Komfortzone verlassen hat:

In deinem Kopf geschehen auf einmal „neuronale Explosionen“, da die grauen Zellen auf plötzlich etwas Neues erleben dürfen. Eine gesunde Abwechslung für das Gehirn, denn es „freut sich“ über neue Impulse, die du deinem Gehirn bescherst.

Was passiert also? Das Gehirn muss sich wahrhaftig anstrengen und baut neue neuronalen Verbindung auf. Einfach gesagt: Du lernst.

Dies ist immens wichtig, denn falls man sich immer innerhalb der vertrauten Komfortzone bewegt, stagniert auch das Gehirn – oder gar schlimmer – beginnt mit dem Abbau der eigenen Intelligenz und Leistungsfähigkeit. Das Gehirn kann nämlich auch gerne faul sein und die eigene Leistungsfähigkeit passt sich aktiv an die entsprechenden Anforderungen an.

Wenn du also die Komfortzone verlässt, bekommt dein Gehirn neues Futter, wird daran erinnert, dass es für mehr gebraucht wird als das „normale Alltägliche“ und entwickelt neue Nervenverknüpfungen. Auch wenn du es also nicht direkt merkst: Dein Gehirn dankt dir wirklich sehr, wenn du dich außerhalb der Komfortzone bewegst. Nicht umsonst heißt der Bereich hinter der Komfortzone auch Lernzone.

Was wir durch die Unsicherheit außerhalb der Komfortzone erfahren dürfen

Der Sozialwissenschaftler, Lehrer der Harvard Universität und ehemalige Präsident des American Enterprise Institute Arthur Brooks erzählte im Yes Theory Podcast über persönliche Unsicherheiten:

„Eine Unsicherheit ist es, wenn du keine Berechnung von Wahrscheinlichkeiten über den Ausgang einer Situation erschaffen kannst - und das ist unglaublich unkomfortabel! […] Ich weiß nicht was nächste Woche passiert - oder nächsten Monat. Oder nächstes Jahr. Aber was ich weiß, ist, dass es mir gut geht und ich am Leben bin. Ich werde dieses Privileg nicht vergeuden, dass es heute so ist. Jeden Tag müssen wir uns sagen: „Ich weiß nicht, was heute passiert. Ich weiß nicht, was in sechs Monaten sein wird. Aber dieser Tag ist ein Geschenk und dieses Geschenk werde ich nicht vergeuden.“ […] Wenn wir dies für uns annehmen, kann die Unsicherheit eine Möglichkeit sein an ihr zu wachsen - und nicht ihren Schmerz zu verspüren.“

Und damit hat Brooks vollkommen recht! Das Unwahrscheinliche und die Unsicherheit können uns Dankbarkeit verspüren lassen. Sie können uns daran erinnern, welche Privilegien wir jetzt im Moment und im Alltag besitzen. Mit diesem Appell möchte Brooks dazu motivieren, diese besonderen Privilegien zu nutzen. Er möchte nicht auf der Stelle stehen bleiben, sondern sich im Leben vorwärts bewegen – weil er dieses besondere Geschenk für sich erkannt hat und nicht vergeuden möchte.

So scheint auf einmal auch die sichere Komfortzone ggf. nicht mehr ganz so sicher. Denn keiner kann uns verraten, was in Zukunft passieren wird. Das einzige, das sicher ist, ist, was im Moment vorherrscht. Doch wie lange dies so sein wird, bestimmen wir nicht immer selbst.

Genau deshalb sollte man dankbar für das sein, was man hat. Man sollte es jedoch auch als Motivation sehen und sich dafür bewusst entscheiden, nicht stehenzubleiben, und die Komfortzone zu verlassen. So, dass man sich unsicher fühlt – und an dieser Unsicherheit wachsen und nähren kann.

Diese Unsicherheit kann uns persönlich voranbringen, zu einem besseren Menschen machen und uns Dankbarkeit verspüren lassen. Also trau auch du dich regelmäßig deine Komfortzone zu verlassen, um in genau diesen Status zu gelangen.

Der sicherste Ort für ein Schiff ist der Hafen. Doch dafür sind Schiffe nicht gemacht.

William G.T. Shedd (1820-1894), US-amerikanischer Theologe Tweet

Der betrunkene Mann, der seinen Schlüssel verlor

Unter einer Straßenlaterne steht ein betrunkener Mann. Er sucht und sucht.
Ein Polizist, der den betrunkenen Mann sieht, fragt ihn, was er verloren habe. Der Mann antwortet: „Meinen Schlüssel.“, sodass er Polizist dem Mann seine Hilfe anbot.
Ohne Erfolg beim gemeinsamen Suchen will der Polizist schließlich wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben. Der Mann verneinte, zeigte auf eine Straßenecke und meinte, er habe dort seine Schlüssel verloren. Der Polizist fragte den Mann, weshalb er dann trotzdem hier unter der Straßenlaterne suche. Der Mann antwortet: „Ich suche hier, weil hier das Licht ist.“

Diese kleine Geschichte, stammt aus dem Buch Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick und beschreibt wunderbar, dass wir unsere Lösungen und Antworten im Leben nicht immer im sicheren – in der Geschichte den beleuchteten – Bereich finden werden. 

Der Lichtpegel der Laterne spiegelt die Komfortzone wider. Hier kennt sich der Mann aus, sieht alles ganz klar und fühlt sich sicher. Er weiß aber ganz recht, dass er seine Schlüssel hier nicht finden wird. Sein Schlüssel, der als Symbol für sein persönliches Glück steht, um sein abendliches Dilemma zu beenden, liegt im finsteren Dunklen. Er weiß, wo er sein Glück finden kann. Erst wenn der Mann seinen Mut zusammennimmt und seinen sicheren Bereich verlässt, wird er das finden, wonach er sehnlichst auf der Suche ist. 

Und so handelt womöglich jeder von uns in gewissen Lebensbereichen. Wir handeln nicht immer so, wie es für uns am optimalsten wäre, sondern so, wie es für uns am gewohntesten und bequemsten scheint. Die Dunkelheit scheint uns vom Standpunkt unter Lichtpegel vielleicht ein wenig furchteinflößend, doch hier finden wir womöglich mehr Antworten, als wir denken. 

Es ist also die Zeit, dass man die eigene Komfortzone verlässt, um auch die dunklen Bereiche zu beleuchten und zu erfahren, was sich dort verbirgt. Wir wünschen uns für dich, dass auch du dein „Warum“ findest, um dich aus dem sicheren Bereich des Lichtkegels zu trauen.

Mutiger werden – Wie du dich jeder Herausforderung stellst

Mutiger werden beschrieben durch einen Mann, der von einer Klippe ins Wasser springt

Seine Lebensziele verfolgen, aufs Ganze gehen und sich seine kühnsten Wünsche erfüllen – das ist, was wir alle in unserem Leben wollen. Doch was hindert uns daran? Warum gehen wir nicht den nächsten Schritt? Warum machen wir nicht die Dinge, die wir uns immer erträumt haben? „Ich würde ja gerne mal, aber…“ oder „eigentlich wollte ich ja, dann ist aber…“ sind Satzfetzen, die sich oft in unseren Köpfen wiederfinden, wenn wir uns wieder einmal einer entgangenen Chance bewusst werden. Doch was hat gefehlt?

Simpel gesagt ist es der Mut. Der Mut etwas mit unbekanntem Ausgang zu tun – der Sprung ins Ungewisse. Doch mutiger werden ist kein einfaches Unterfangen. So kämpfen wir leider doch fast tagtäglich mit unseren Problemen im Beruf, in der Familie oder anderen alltäglichen Dingen. Jetzt noch ein „weiteres Fass aufmachen“ und etwas Riskantes versuchen, das vielleicht alles noch schlimmer macht? Das traut man sich dann oft nicht. Doch das Sprichwort: „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, kommt nicht von ungefähr. Wir werden in diesem Artikel genau beleuchten, was zum Mutiger werden überhaupt gehört. Du wirst hoffentlich am Ende merken, dass gar nicht so viel von dir abverlangt wird, deinen Mut zu finden, damit du mutiger werden kannst – ohne gleich ein Held zu werden.

Was ist Mut?

Mut ist per Definition die Fähigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um anderen oder sich selbst trotz erheblicher Risiken oder Gefahren zu helfen. Diese Stärke ermöglicht es den Menschen, nicht vor den Bedrohungen, Herausforderungen oder Schmerzen zurückzuschrecken, die mit dem Versuch verbunden sind, gute Sachen zu tun. Mutige Handlungen werden freiwillig unter vollständiger Kenntnis der möglichen Widrigkeiten durchgeführt. Tapfere Menschen legen höchsten Wert auf höhere Ziele und Moral, unabhängig von den Folgen.

Doch wir zeigen unseren Mut nicht nur bei Bedrohungen oder durch mutige Handlungen. Generell kann man Mut in vier verschiedene Bereiche aufteilen:

  • Physischer Mut. Die klassische Form, die man oft primär unter Mut versteht. Es dreht sich hierbei darum, sich einer Gefahrensituation zu stellen. Dies ist vor allem wichtig für verschiedene Berufe wie Polizist oder Feuerwehrmann.
  • Verbaler Mut. Beschreibt das Ausdrücken der Bedürfnisse und Gedanken in verbaler Form. Dazu gehört auch das Sprechen vor Gruppen, das verbale Lösen von Konfliktsituationen und Ansprechen von Problemen.
  • Emotionaler Mut. In diesem Bereich geht es hauptsächlich darum, sich emotional auf eine Situation einzulassen und öffnen zu können. Das bedeutet auch den Mut zu besitzen, ein emotionales Risiko einzugehen und zum Beispiel einem anderen Menschen in die eigene Gefühlswelt hineinzulassen.
  • Psychologischer Mut. In diesen Bereich geht es hauptsächlich in unserem Online-Magazin. Psychologischer Mut beschreibt die Fähigkeiten Entscheidungen für sich selbst zu treffen, auch wenn sie womöglich riskant sind oder schwerfallen. Dazu gehört es auch den Mut zu besitzen, sich selbst zu reflektieren und ehrlich mit sich selbst zu sein.

Was setzt sich dem Mut entgegen?

Das genaue Gegenteil von Mut in Menschen bezeichnen viele als Feigheit. Wer sich seinen Problemen nicht stellt, ist feige. Doch als passenderen Gegenpart von Mut sehen wir bei DailyMentor die Angst. Denn das ist es, was dich davon abhält mutiger zu werden. Die Angst zu versagen und die Angst vor den Risiken sind zwei der Hauptgründe, warum wir viele Sachen gar nicht erst versuchen.

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der Triumph über sie.

Nelson Mandela (1918 - 2013), südafrikanischer Politiker und Friedensnobelpreisträger Tweet

Das Problem hierbei ist, dass wir unseren Fokus oft darauf setzen, was alles schiefgehen kann. Der Gedanke, dass wir versagen könnten oder unsere Risikoszenarien eintreffen, paralysiert uns. Der Schauspieler Jim Carrey sagte dazu sehr passend: „Du kannst an dem scheitern, was du nicht willst, also kannst du genauso gut die Chance nutzen, das zu tun, was du liebst.”

Es bedeutet, dass du dir im Endeffekt nur eine Frage stellen musst: Bist du glücklich in deiner Situation? Wenn nicht, dann hast du Grund genug, etwas daran zu ändern.

Ablegen unserer Abwehrmechanismen, um mutiger zu werden

Die generelle Angst ist aber nicht der einzige Mechanismus, der dich am mutiger werden hindert. Oft nehmen wir viele unserer Gewohnheiten als Ausrede, um uns selbst zu hemmen. So verstecken wir uns gerne hinter Perfektionismus, Kontrollwahn, “kalkuliertem Risikomanagement” oder sozialen Normen. Doch zum mutig sein gehört eben genau, dass man auch einmal etwas wagt, was andere vielleicht nicht tun würden. Vielleicht hast du Ziele über die andere Menschen, die Stirn runzeln würden. Das können sie auch noch weiter machen, wenn du deine Ziele erreicht hast und glücklich bist.

Fakt ist, dass du immer einen Grund finden wirst, warum du etwas nicht tun solltest. Genauso gibt es sehr viel mehr Gründe deinen Träumen hinterherzueifern und dich zu trauen.

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht – sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Mutiger werden und verletzlich sein

Ein weiterer Grund, warum viele Menschen nicht mutiger werden und ihren Träumen hinterhereifern, ist der Verlust von Sicherheit. Ist man einmal in seinem Trott – in seinem Hamsterrad – gefangen und merkt, dass man zwar nicht unbedingt glücklich ist, aber wenigstens sicher, dann will man diese Sicherheit auch nicht verlieren.

Doch wovor hat man dabei Angst? Man hat Angst verletzlich zu sein. Je mehr man sich traut und je mehr du aus deiner Komfortzone ausbrichst, desto angreifbarer machst du dich. Die eigene Verletzlichkeit ist also ein weiterer Grund nicht mutig zu sein. Diese Angst vor Verletzlichkeit spielt sich in allen vier Bereichen des Muts ab:

Vielleicht wollte man schon immer einmal einen Marathon laufen, aber traut es sich nicht zu. Anstatt einfach anzufangen, lesen wir im Internet Studien darüber, wie ungesund joggen ist und finden unsere Ausrede, nicht unseren Traum zu verwirklichen.

Wir beweisen keinen verbalen Mut, weil wir Angst haben in der Öffentlichkeit bloßgestellt zu werden. Wir könnten für unsere Meinung verlacht und verletzt werden. Deswegen sagen wir lieber nicht, was wir denken.

Nach einer unglücklichen Beziehung fällt es uns schwer eine neue Beziehung einzugehen. Die Gefahr erneut verletzt zu werden, scheint uns zu real. Anstatt dem Glück eine Chance zu geben, bleiben wir lieber allein und “sicher” vor emotionalem Schmerz.

Psychologischer Mut bedeutet, an sich zu arbeiten und seine eigenen Schwächen zu erkennen, um im Endeffekt ein besserer Mensch zu werden. Aber sich mit den eigenen Fehlern zu konfrontieren, kann oft wehtun. Deswegen bleiben wir lieber so, wie wir sind. Das ist sicherer.

Wie du jetzt vielleicht gemerkt hast, kann man in jedem Bereich verletzt werden. Was soll man jetzt tun? Der wichtige Fakt dahinter ist der folgende: Verletzlich sein ist gut.

Am Ende ist ein starker Mensch nicht einer, der es schafft, lange Zeit ein falsches Bild des Glücks zu bewahren. Du bist stark, wenn du deine Gefühle in die Welt hinauslässt und wenn du deine Fehler und Schmerzen akzeptierst

Verletzlich sein erfordert Kraft. In einer Welt, in der Menschen Selbstvertrauen und Zähigkeit schätzen, sind diejenigen, die es wagen, ihre Abwehrmechanismen wie Perfektionismus loszulassen, bemerkenswert mutig. Verletzlichkeit ist also kein Zeichen von Schwäche, sondern sehr wichtig, um mutiger werden zu können.

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Mutiger werden – Übung macht den Meister

Wir haben in diesem Artikel also gelernt, was Mut wirklich ist, in welche Bereiche man es unterteilen kann und was die größten Hindernisse des Menschen sind, mutig zu sein. Die wichtige Frage ist natürlich nun, wie man mutiger werden kann.

Hast du dich je gefragt, wie Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten in stressvollen und risikoreichen Momenten die Ruhe bewahren und (meistens) die richtigen Manöver auswählen können? Die magische Antwort ist: Training.

In diesen Stressmomenten, wenn der Mut gefragt ist und dein Körper nach dem klassischen “Fight or Flight” Modell auswählen muss, entscheidet er sich oft für den Weg, den er am meisten geübt hat. Natürlich könnte ein Feuerwehrmann im Angesicht des Feuers wegrennen. Aber er hat diese Situation schon oft geprobt. Oft genug wurden alle Handgriffe in voller Schutzkleidung in der Ausbildung genau geübt, sodass man jetzt im Ernstfall auf diese Automatismen zurückgreifen kann.

Mutiger Kontruktionsarbeiter
Schwierige Situationen fallen dir leichter, wenn du sich auf sie vorbereitest.

Genauso ist es auch in anderen Situationen, die Mut erfordern. So fällt es dir immer leichter, deine Wünsche und Gefühle verbal zu äußern oder auch hinter deiner Meinung zu stehen, wenn du es öfters tust. Genau so kannst du dann auch Menschen einfacher in dein emotionales Umfeld hineinlassen – selbst wenn das schon einmal gescheitert ist.

Auch deinen psychologischen Mut kannst du immer weiter schulen. Das erste Mal in dein Erfolgsjournal schreiben oder dir das erste Mal vor dem Spiegel Affirmationen laut vorsprechen kann sich seltsam anfühlen. Aber je öfter du dich mit dieser Situation auseinandersetzt, umso vertrauter wird sie für dich sein.

Wichtig ist nur, dass du nicht bei dem ersten Rückschlag die Hoffnung verlierst und aufgibst. Zum Mutiger werden gehört also eine Menge an Wiederholung und Fleiß, vor allem aber eine gewisse Initialzündung um anzufangen. Je länger man damit wartet, desto schwieriger wird es letztendlich sich ein Herz zu fassen und es zu versuchen.

Mutiger werden und Persönlichkeitsentwicklung

Natürlich kann man nicht abstreiten, dass Menschen mit mehr Selbstvertrauen oft mutiger sind oder mutigere Menschen oft mehr Selbstvertrauen besitzen. So finden wir von DailyMentor, dass Mut vor allem daherkommt, hinter dem zu stehen, was man wirklich will.

Dazu gehört nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch eine richtige Selbstreflexion. Man muss zu sich selbst finden, verstehen, wer man ist, wer man sein möchte und was einen wirklich glücklich macht.

Hat man erst einmal ein Ziel vor Augen – einen Grund mutiger zu werden – dann fällt einem der nächste Schritt auch weitaus einfacher. Im Endeffekt kann man seinen Mut mit einer guten Vorbereitung selbst entwickeln.

Der gesamte Prozess ist nicht immer einfach, aber das einzige Hindernis bist du selbst. Versagensangst, negative Gefühle und Unsicherheiten sind alles Probleme in deinem Kopf, die du dir selbst auferlegt hast. Das Gute daran ist: Wenn du sie dir selbst auferlegt hast, kannst du sie auch selbst wieder lösen.

Selbstbild und Fremdbild – Wer bist du wirklich?

Selbstbild und Fremdbild beschrieben mit einer Brille

Jeder Mensch hat eine bestimmte Vorstellung, wie er sein möchte und darüber, wie er gerade ist. Doch ist dir je aufgefallen, dass diese Wahrnehmung nicht immer richtig ist? Gucke dir deine Freunde an. Bestimmt fallen dir spontan einige ein, die zum Beispiel sehr kreativ oder selbstsicher sind, aber es niemals von sich behaupten würden. Das liegt daran, dass ihr Selbstbild nicht mit dem Fremdbild – also das Bild, das du von ihnen hast – übereinstimmt.

Diese Inkongruenz ist bei jedem Mensch verschieden groß und es gibt eine vielfältige Anzahl an Gründen, warum sie überhaupt existiert. In diesem Artikel untersuchen wir den Zusammenhang zwischen deinem Selbstbild und Fremdbild und erklären, wieso dieses Thema so wichtig für deine Persönlichkeit und dein persönliches Wachstum ist. Abschließend schauen wir uns einen sehr interessanten Test an, den du direkt selbst machen kannst, um deine Selbstwahrnehmung zu testen.

Was ist dein Selbstbild? Woher kommt dein Fremdbild?

Dein Selbstbild besteht aus mehreren verschiedenen Bereichen und ist eng mit der Fähigkeit der Selbstreflexion verknüpft. Dabei geht es in erster Linie um das Wissen über den eigenen Charakter, deine Werte, Eigenschaften und Antriebe. Darüber hinaus spielt aber auch deine emotionale Seite eine wichtige Rolle. Dein Selbstbewusstsein und deine Selbstachtung beeinflussen dein Selbstbild, da von ihnen oft auch deine Handlungen und Gedanken gesteuert werden.

Das Fremdbild hingegen wird von deinen Mitmenschen gebildet. Es erklärt, mit welchen Werten und Eigenschaften sie dich beschreiben. Es ist also das Bild, dass sie sich durch Erfahrungen und Beobachtungen über dich gemacht haben. Genauso wie das Selbstbild muss diese Wahrnehmung nicht dein wirkliches “wahres Ich” repräsentieren, sondern ist lediglich ein subjektives Ergebnis der Schlussfolgerung des betroffenen Geistes.

Dieses Fremdbild über dich kann aber von Person zu Person unterschiedlich sein. Dir ist bestimmt schon einmal aufgefallen, dass du dich in verschiedenen Kreisen anders verhältst. Beispielsweise bist du mit deinen engen Freunden viel selbstbewusster oder offener als bei der Arbeit. Das kann natürlich daran liegen, dass du mit deinen Kollegen einen weniger vertrauten Umgang hast, aber durchaus könnte auch das verschiedene Fremdbild der Grund sein. Das würde bedeuten, dass dein Verhalten – und auch dein Selbstbild – von dem Fremdbild anderer gesteuert werden kann. Wie kann das sein?

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte Meinung hat.

George Bernhard Shaw (1856 – 1950), irischer Autor und Kritiker Tweet

Wie hängen Selbst- und Fremdbild zusammen?

Dein Selbstbild und dein Fremdbild sind keine voneinander abgekoppelten Wahrnehmungen. Ganz im Gegenteil können sie sich in beide Richtungen beeinflussen. Als einfaches Beispiel kannst du dir erfolgreiche Menschen angucken. Sie sind oft selbstbewusst und strahlen eine gewisse Aura von Erfolg aus. Diese Ausstrahlung formt dein Bild über sie. Andersrum gibt es sehr scheue und zurückhaltende Menschen, die ihre Unsicherheit offen zeigen und somit dir schon ein Fremdbild suggerieren. Diese Form des Zusammenhangs zwischen Selbst- und Fremdbild ist einfach zu verstehen und wahrscheinlich nichts Neues für dich.

Aber wusstest du, dass dein Selbstbild genauso von dem Fremdbild anderer geformt werden kann? Beispielsweise, wenn dich jemand – oder ein gewisses Umfeld – deine Fähigkeiten immer wieder anpreist und lobt, dann entwickelst du Stolz und das Selbstbewusstsein, dass du diese Fähigkeit besitzt. 

Hebt man wiederum eine deiner vermeintlichen Schwächen immer wieder hervor, so glaubst du selbst an diese Schwäche, obwohl sie vielleicht gar nicht existiert.

Dieses Phänomen kann dafür sorgen, dass sich dein Selbst- und dein Fremdbild in gewissen Bereich deckt, aber nichts mit der Realität zu tun hat. Aber dein Selbstbild und dein Fremdbild müssen nicht immer übereinstimmen. Oft gibt es Charaktereigenschaften, die du in dir siehst, die von anderen nicht wahrgenommen werden. Oder aber dein Umfeld sieht Eigenschaften, die du zwar nicht in dir siehst, die aber existieren. 

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Selbstbild und Fremdbild testen mit dem Johari-Fenster

Wir haben jetzt gelernt, wie dein Selbstbild und wie dein Fremdbild entsteht. Des Weiteren haben wir uns angeschaut, wie sie sich gegenseitig beeinflussen können. Wir haben auch gelernt, dass unser Selbstbild oft nicht mit dem Fremdbild übereinstimmt. Aber wie kann man jetzt den Unterschied konkret beschreiben und untersuchen?

Dafür haben Wissenschaftler im Jahre 1955 das Johari-Fenster entwickelt. Prinzipiell geht es bei dem Johari-Fenster um vier verschiedene Bereiche, die zusammen dein Selbstbild und dein Fremdbild abstrakt beschreiben:

  1. Der öffentliche Bereich. Zu dem öffentlichen Bereich zählt man alles, das wir in der Öffentlichkeit über uns preisgeben. Dazu gehören offensichtliche persönliche Eigenschaften, sowie äußere Merkmale wie Erscheinungsbild, Kleidungsstil etc.
  2. Der geheime Bereich. In diesen Bereich gehören alle Informationen, die wir wissentlich und unwissentlich vor der Öffentlichkeit verbergen. Dazu gehören oft kleine Laster, Schwächen, aber auch Charaktereigenschaften, die wir versuchen zu unterdrücken.
  3. Der blinde Fleck. Zu diesem Bereich zählen alle Eigenschaften von einem selbst, die einem nicht bewusst sind. Der blinde Fleck ist somit der Bereich, indem wir die Inkongruenz zwischen unserem Selbstbild und unserem Fremdbild am wenigsten steuern können.
  4. Die Unbekannte. Der letzte Bereich besteht aus Eigenschaften, die niemand über einen kennt, nicht einmal man selbst. Wie verhältst du dich in extremen Gefahrsituationen? Falls du noch nie in so einer Situation warst, kannst weder du noch andere einschätzen, wie du diese bewältigst.
Selbstbild und Fremdbild mit einem Johari-Fenster
Das Johari-Fenster von Joseph Luft und Harry Ingham

Welcher Bereich der größte bei jedem Menschen ist, kann sehr unterschiedlich sein. Manche sind sehr offen und geben vieles über einen selbst preis. Andere verschließen sich vor Menschen als eine Art Schutzmechanismus und haben einen eher größeren geheimen Bereich.

Vor allem jüngere Menschen haben oft einen größeren blinden Fleck. Das bedeutet, sie sind sich nicht darüber bewusst, welche Eigenschaften und Merkmale andere in ihnen sehen.

Wie können wir jetzt das Johari-Fenster nutzen, um unser Selbstbild und Fremdbild zu testen? Zuallererst gucke dir die folgende Liste an Adjektiven an und versuchen die sechs Adjektive zu finden, die dich am besten beschreiben. Wichtig ist hierbei, dass du nicht die sechs Adjektive nimmt, die du gerne sein möchtest, sondern die dich wirklich ausmachen. Versuche dabei so ehrlich wie möglich mit dir zu sein, aber auch nicht zu hart. Je spontaner du die Adjektive auswählst, also auf dein Bauchgefühl hörst, umso besser ist oft das Ergebnis.

Nachdem du dir sechs Adjektive ausgewählt hast, ist jetzt die Hilfe von deinen engen Freunden oder der Familie nötig. Frage sie, welche dieser sechs Adjektive sie nutzen würden, um dich zu beschreiben. Mache ihnen vorher klar, dass sie nicht nur positive Eigenschaften nennen sollen, sondern so ehrlich und spontan wie möglich die passendsten aussuchen sollen.

Es geht hier nicht darum, dir zu schmeicheln, damit du dich besser fühlst, sondern um eine neutrale Wahrnehmung. Da deine engen Freunde und deine Familie dennoch oft vor allem die positiven Eigenschaften auswählen werden, kannst du auch außenstehende Personen wie Arbeitskollegen befragen, um ein noch neutraleres Ergebnis zu erhalten.

Ich weiß, es kann seltsam sein zu Menschen zu gehen und sie zu fragen: “Hey, sag mal wie findest du mich eigentlich?” Deswegen erkläre ihnen doch, warum du sie darum bittest und frage sie, ob sie sich selbst vielleicht auch testen wollen. Du könntest ihnen ihre sechs Adjektive aussuchen.

  • akzeptierend
  • albern
  • angespannt
  • anpassungsfähig
  • aufmerksam
  • bescheiden
  • bestimmt
  • energievoll
  • entspannt
  • extrovertiert
  • fähig
  • freundlich
  • fürsorglich
  • geduldig
  • geschickt
  • genial
  • glücklich
  • großzügig
  • heiter
  • hilfreich
  • idealistisch
  • intelligent
  • introvertiert
  • kompetent
  • komplex
  • kühn
  • liebevoll
  • logisch
  • mächtig
  • mitfühlend
  • nachdenklich
  • nervös
  • nett
  • organisiert
  • reaktionsschnell
  • reif
  • religiös
  • ruhig
  • scheu
  • schlau
  • selbstbewusst
  • selbstsicher
  • sentimental
  • spontan
  • still
  • stolz
  • suchend
  • tapfer
  • unabhängig
  • verlässlich
  • vernünftig
  • vertrauenswürdig
  • warmherzig
  • weise
  • witzig
  • würdevoll

Auswertung deiner Johari-Adjektive

Nachdem du dir deine eigenen Adjektive aufgeschrieben haben und du von deinem Umfeld Beschreibungen gesammelt hast, ist es an der Zeit dein Johari-Fenster auszufüllen. Vergleiche dafür deine eigenen Adjektive, mit denen von deinen Freunden. Gibt es irgendwelche Schnittmengen? Wenn ja, trage diese in das öffentliche Feld ein. Alle anderen Adjektive, die du dir selbst gegeben hast, aber nicht von anderen genannt wurden, trägst du vorerst in den geheimen Bereich ein.

Die restlichen Adjektive deiner Freunde kommen jetzt in den blinden Fleck. Als Nächstes schaue dir an, welche Adjektive sich überschneiden und in dem öffentlichen Bereich stehen. Stelle dir die folgenden Fragen:

  • Warum sind diese Adjektive so prominent für die Beschreibung deines Charakters? 
  • Haben diese Adjektive sogar mehrere Leute angegeben? 
  • Sind es positive oder negative Adjektive? Macht dich diese Wahrnehmung glücklich oder unglücklich?
  • Willst du etwas daran ändern oder es noch mehr forcieren?

Du merkst, dass man mit diesen Informationen aus dem ersten Bereich schon eine Menge anfangen kann. Je mehr Leute du fragst, umso höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass jemand genau deine Adjektive trifft. Solltest du also viele Menschen nach Adjektiven gefragt haben, ergibt es Sinn, diesen Bereich nach Anzahl an Nennungen zu sortieren.

 

Jetzt schaue dir die Adjektive an, die du dir gegeben hast, aber deine Angehörigen nicht genannt haben. Diese schreibst du dir in dein geheimes Feld. Sie zeigen dir, welche Eigenschaften über dich du augenscheinlich nicht preisgegeben hast. Jetzt stelle dir diese Fragen:

  • Hast du diese Eigenschaften deiner Persönlichkeit bewusst versteckt?
  • Wie gut beschreiben dich diese Adjektive wirklich?
  • Ist es mehr Wunschdenken (bei positiven Adjektiven) oder sogar unnötiges Schlechtmachen (bei negativen Adjektiven) deiner Persönlichkeit?

Du merkst hier, dass es bei diesem Test sehr viel um Selbstreflexion geht. Im Endeffekt kannst nur du für dich selbst erklären, warum diese Adjektive nicht genannt wurden. Wie wichtig sind dir diese Adjektive für dich? Ist es etwas, dass du mehr forcieren willst?

 

Als Letztes schauen wir uns die Adjektive an, die deine Freunde genannt haben, aber du selbst nicht beachtet hast. Schreibe sie in deinen blinden Fleck. Meistens ist der blinde Fleck der größte Bereich, also der Bereich mit den meisten Adjektiven. Beachte außerdem, dass diese Anzahl steigt, je mehr Menschen du befragt hast.

Nun stelle dir folgende Fragen:

  • Welche dieser Adjektive überraschen dich am meisten?
  • Welche Adjektive haben mehrere genannt, an die du nicht gedacht hast? Treffen diese zu?
  • Welches Adjektiv ärgert dich am meisten und wie wahr ist es womöglich?
  • Welches Adjektiv freut dich am meisten? Hast du nach dieser Eigenschaft gestrebt oder war es Zufall?

Hier sind die Interpretationsmöglichkeiten nahezu endlos. Oftmals stehen hier viele Tugenden, die man entweder nicht wusste oder sich nicht getraut hat, anzugeben. Auch sollten hier negative Adjektive stehen. Versuche zu ergründen, woher sie stammen. Diese müssen nicht zwangsweise stimmen. Ergründe, woher sie stammen und ob sie dich stören. Hier ist jetzt ein guter Moment bei deinen befragten Personen nachzuhaken. Warum haben sie die bestimmten Adjektive ausgewählt? War es eine spontane Wahl oder auf Basis eines bestimmten Ereignisses? Betone dabei, dass du sie nicht umstimmen willst, oder ihnen erklären willst, dass es nicht wahr ist. 

Denn es geht in erster Linie darum, etwas über dein Selbst- und Fremdbild zu lernen. Bist du mit deinen Nachforschungen fertig, gucke dir abschließend noch einmal dein Johari-Fenster an. Bist du zufrieden mit deinem Ergebnis? Welche Sachen haben dich am meisten überrascht, gefreut oder geärgert? Jetzt ist der perfekte Moment dir Ziele zu setzen, welche Sachen du an dir ändern möchtest, oder Selbstreflexion zu betreiben, um die Ergebnisse deines Tests zu ergründen.

Selbstbild und Fremdbild mit einem gefüllten Johari-Fenster
So könnte dein Johari-Fenster aussehen.

Unser Fazit

Wir hoffen, wir konnten dir in diesem Artikel den Unterschied von Selbstbild und Fremdbild näher bringen. Wir glauben, dass du mit Hilfe des Johari-Fensters deine Eigenwahrnehmung erforschen konntest. Sei nicht zu traurig, falls die Ergebnisse nicht deinen Wünschen entsprechen. Dein Selbst- und dein Fremdbild sind wesentliche Bestandteile deiner Persönlichkeit, aber noch lange nicht in Stein gemeißelt. Du kannst jederzeit an dir arbeiten und auch die Meinung deiner Mitmenschen kann sich ändern. Ich habe den Test ebenfalls gemacht und war über das Ergebnis sehr überrascht. Aber letztlich hat es mich motiviert weiter an mir zu arbeiten – ich hoffe, dass es dir genauso ergehen wird.

Vertraue deiner Intuition – 5 Tipps, die deine Intuition stärken

Intuition stärken beschrieben durch eine Sternschnuppe am Sternenhimmel

Kennst du das, wenn du vor einem Restaurant stehst und aus irgendeinem Grund nicht mehr dort essen willst? Oder du stehst im Kino vor den Filmplakaten und bist dir sicher, dieser eine Film wird ein Flop, ohne irgendetwas über diesen Film zu wissen? Man hat einfach so ein Bauchgefühl. Du kannst nicht genau erklären, was sich falsch anfühlt, aber es ist einfach so. 

Dieses Gefühl nennt man auch deine Intuition. Doch ist Verlass auf meine Intuition? Sollte ich meine Intuition stärken oder versuchen sie zu unterdrücken? In diesem Artikel gucken wir uns genau an, woher die Intuition überhaupt herkommt. Wir beleuchten, wie du sie dir zunutze machst und sie mit unseren einfachen Tipps förderst. 

Was ist Intuition überhaupt?

Intuition beschreibt die Fähigkeit, Situationen zu erkennen und Entscheidungen zu treffen, ohne den Gebrauch des eigenen Verstandes. Das heißt, ohne darüber wirklich nachzudenken oder sich eine Meinung zu bilden, hat man dennoch so ein gewisses Bauchgefühl. Die Frage ist nun, woher dieses Gefühl kommt. Unter den Akademikern wurde die Wissenschaft der Intuition oft als eine Pseudowissenschaft angesehen. Das Konzept der Intuition wurde als unsinnig abgestimmt – Hirngespinste, denen man nicht trauen sollte.

Doch jetzt weiß man es besser. Intuition ist eher dein Gehirn, das in Vorleistung geht, als ein Hirngespinst. Was genau soll das heißen? Deine fünf Sinne können enorm viele Informationen in kurzer Zeit aufnehmen, aber dein Gehirn braucht etwas Zeit diese Informationen zu verarbeiten. Danach braucht dein Bewusstsein noch etwas länger, um diese Informationen zu verstehen und zu bewerten. Das bedeutet, dass du unbewusst womöglich schon eine Entscheidung getroffen hast, bevor du es überhaupt weißt.

Folgendes Beispiel wurde von Wissenschaftlern der Leeds University untersucht:

Bei einem Rennen in der Formel 1 gab es eine große Karambolage an einer Haarnadel (180° Kurve). Der nächste Fahrer konnte diese nicht sehen und wäre unausweichlich in die vor ihm liegenden Autos gekracht. Aus irgendeinem Grund ging er früher auf die Bremse als üblich und konnte im letzten Moment ausweichen. Danach hat man diesen Fahrer gefragt, warum er gebremst hatte, aber er konnte sich nicht erklären. Er hatte nur im Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.

Im Nachhinein gab es mehrere Anzeichen dafür, dass etwas nicht richtig war. Die Fans jubelten ihm nicht so laut zu, wie in den Runden davor. Der Motorenlärm war ein anderer. Vielleicht waren ein paar mehr Staubpartikel in der Luft. Dennoch waren es alles kleine Faktoren, die der Fahrer in der kurzen Zeit nur unbewusst wahrgenommen hat. Sein Gehirn hat die Entscheidung für ihn getroffen.

Doch Intuition wird auch mit anderen Aspekten in Verbindung gebracht. So gehört die Empathie, also das Einfühlungsvermögen, und der “gesunde Menschenverstand” genauso zu Intuition wie Fantasie oder der berühmte Geistesblitz – eine plötzliche Eingebung oder Idee. In diesem Artikel beschäftigen wir uns vor allem mit dem Nutzen der Intuition als Instinkt. Die innere Stimme, die dir versucht den Weg zu weisen und das Ziel hat, dein Leben so glücklich wie möglich zu gestalten.

Wieso ist Intuition stärken so wichtig?

Intuition ist also ein Mechanismus unseres Gehirns, den jeder Mensch besitzt. Dennoch ist er nicht bei allen gleichermaßen ausgeprägt. Je nach Charakter hört jeder Mensch anders auf seine innere Stimme. Ich bin selbst eher analytisch, glaube mehr an Fakten und meinen Verstand, aber ich habe gelernt, meine Intuition nicht zu unterschätzen. Viele andere sind emotionaler und verlassen sich mehr auf ihr Gefühl – ihre Intuition. Sie lassen sich davon leiten. Trotzdem gibt es Phasen im Leben, in denen wir aufhören unserer inneren Stimme zu vertrauen.

Rückschläge und negative Erlebnisse können dafür sorgen, dass man der eigenen Intuition keinen Glauben mehr schenkt. Man verliert das Vertrauen ins eigene Gespür. Wenn jetzt ein geringeres Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein dazukommt, leidet das sensible Gefühl unserer Intuition.

Doch die Wahrheit ist, dass jeder einmal falsch liegen kann. Natürlich kann deine Intuition dir einen Strich durch die Rechnung machen. Wir wollen dir auch nicht suggerieren, dass du einzig und allein deine Intuition nutzen solltest. Es gibt viele andere Methoden, wie du beispielsweise deine Entscheidungen treffen solltest und dein Bauchgefühl ist nur ein Mittel. Aber es ist sehr wichtig, dass du auf deine Intuition achtest, sie verstehst und in deine Überlegungen miteinbeziehen kannst, wenn du es möchtest.

Intuition stärken gezeigt anhand einer Frau, die zur Sonne blickt
Viele mentale Fähigkeiten können gezielt geschult werden. So auch die Intuition.

Deine Intuition stärken mit diesen 5 Tipps

Es spielt keine Rolle, ob du deine Intuition verloren bzw. vernachlässigt hast oder sie stetig nutzt. Du kannst sie dennoch weiter ausbauen und stärken. Mit unseren nachfolgenden Tipps wollen wir dir erklären, wie du deine Intuition stärken kannst und gegebenenfalls auch wieder ein größeres Vertrauen zu ihr aufbaust. 

1. Achte darauf, mit welchen Menschen du dich umgibst

Auf den ersten Blick hat dein soziales Umfeld wenig mit deiner eigenen Intuition zu tun. Doch überleg noch einmal genauer. So gut wie jeder Mensch hat diese Personen in seinem Bekanntenkreis, die generell erst einmal kritisch reagieren. “Willst du das wirklich machen?” oder “Das klingt nach keiner guten Idee” sind ihre Leitsätze. Diese Sätze sind gut gemeint, aber oft kommen sie aus einer eigenen inneren Unsicherheit bzw. Unwissenheit. Hörst du immer mehr diese negativen Stimmen deiner Mitmenschen, fängst du immer häufiger an selbst genauso zu denken. Du schenkst ihren Glaubenssätzen Aufmerksamkeit, sodass du diese womöglich auch ohne es zu bemerken in dein Unterbewusstsein mitaufnimmst. Das führt dazu, dass du anfängst an deiner Intuition zu zweifeln. Dieser Effekt ist erst unbewusst, kann aber langfristig dein Selbstbewusstsein mindern.

Versuche dich deswegen mit Menschen zu umgeben, die dir Kraft geben und die einen positiven Blick auf die Welt haben. Natürlich heißt es nicht, dass du jetzt alle deine Freundschaften direkt infrage stellen und jede Kritik oder Zweifel ausschlagen musst. Stattdessen verstehe, in welchem Umfeld du dich befindest. Erkenne, wann es dich positiv oder negativ beeinflusst und treffe deine eigenen Entscheidungen.

2. Schenke deiner Intuition mehr Gehör

Dieser Tipp scheint sehr simpel zu wirken, ist aber trotzdem immens wichtig. Viele Menschen haben vergessen, dass ihre Intuition überhaupt existiert. Man lebt seinen Alltagsstress. Man kümmert sich um seine täglichen Probleme. Alles ist irgendwie greifbar und erklärbar. Die Intuition muss sich viel weniger melden, weil wir in unserem Alltag einen Rahmen haben. Einen Alltag mit Gewohnheitsentscheidungen, wo die Intuition nicht mitwirkt. Die Intuition hingegen ist ein einfaches Gefühl oder ein kurzer Instinkt, der einsetzt. Sei dir über die Existenz der Intuition und ihrer Wichtigkeit bewusst. Alleine das wird dir schon helfen, sie mehr in dein Leben zu lassen.

Versuche dabei auch zu erkennen, wann du einmal auf deine Intuition gehört hast und versuche im Nachhinein herausfinden, wie sie zustande kam. Du wirst feststellen, dass sie wahrscheinlich jetzt schon eine weitaus größere Rolle in deinem Leben spielt, als du es gedacht hast. Falls deine Intuition dich mal getäuscht hat, erforsche, was schiefgelaufen ist. Eine negativer intuitiver Impuls findet nämlich oft seinen Ursprung in der Vergangenheit – in einer schlechten Erfahrung – vor der uns die Intuition schützen möchten. Haben dich vielleicht Vorurteile oder negative Gedanken getäuscht? 

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3. Verstehe den Einfluss von negativen Emotionen auf deine Intuition

In einer Studie aus der Universität in Braunschweig hat man den Zusammenhang zwischen dem Gemütszustand und der Intuition untersucht. Sie haben herausgefunden, dass bei positiver Laune, sowohl Entscheidungsverhalten und Erinnerungsvermögen verbessert werden. Des Weiteren wird bei negativer Stimmung die Intuition geschwächt.

Einfach ausgedrückt beeinflussen dich deine negativen Gefühle so weit, dass du ihnen weniger Glauben schenken solltest. Du neigst dann dazu Dinge “schwarz zu malen”. Daraufhin wird deine Intuition durch Angst ersetzt, ohne dass du es mitbekommst. Das kann vor allem dann gefährlich sein, wenn du normalerweise oft auf deine Gefühle hörst. Du kennst bestimmt sehr emotionale Menschen, die sich von ihrer Gemütslage mitreißen lassen. Wenn sie gutgelaunt sind, wirken sie, als könnten sie Bäume ausreißen. Sollte aber einmal etwas schiefgehen und sie sind schlecht gelaunt, dann sind sie mürrisch und sehen in allem nur das Schlechte. Genau in diesen Momenten ist deine Intuition nicht immer der objektivste Freund.

Sobald du diesen Einfluss auf dein Bauchgefühl verstanden hast, wird es dir leichter fallen, wann du deine Intuition nutzen solltest und wann du vielleicht noch einmal darüber nachdenken solltest.

Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus.

Alexander von Humboldt (1769-1859), Forscher, Mitbegründer der Geographie als Wissenschaft Tweet

4. Nutze diese Übung der Achtsamkeit und lebe im Jetzt

Das Konzept der Achtsamkeit beschreibt sich auf den wesentlichen Moment im Hier und Jetzt zu konzentrieren. Oftmals leben wir Menschen in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wir denken darüber nach, welche Chancen wir in der Vergangenheit verpasst haben oder was wir noch für Sachen in der Woche machen müssen. Bei der Achtsamkeit geht es hingegen darum, welche Gedanken und Gefühle du genau jetzt in der Gegenwart hast. Dafür reicht es aus, wenn man sich täglich fünf bis zehn Minuten Zeit nimmt und an einem ruhigen Ort die Augen schließt. Versuche dich nun auf den Moment zu konzentrieren, ohne deine Gedanken abschweifen zu lassen. Solltest du diese Übung öfters praktizieren, kannst du die Zeit auf 20 Minuten ausweiten. Sieh es als eine Pause vom Alltag für dein Gehirn und beobachte, wohin deine Gedanken und Emotionen dich treiben.

Mit dieser Übung kannst du abschalten und dich von deinem Alltagsstress erholen. Jetzt fragst du dich womöglich, inwiefern das hilft deine Intuition zu stärken. Die stärksten intuitiven Momente erleben wir meistens, wenn wir etwas Abstand gewinnen und mit einer gewissen Klarheit an eine Situation rangehen. Diese Achtsamkeitsübung hilft dir genau dabei. Sie löst dein mentales Wirrwarr und hilft dir dich mehr mit deinen Instinkten zu beschäftigen.

5. Vertraue dir und liebe dich selbst

Der letzte Tipp ist für viele Menschen eine Herausforderung. Damit du deine Intuition stärken und nutzen kannst, musst du natürlich erst einmal dir selbst vertrauen. Dazu gehören die wichtigsten Themen der Persönlichkeitsentwicklung: Selbstbewusstsein, Selbstliebe, und Selbstfindung.

Warum diese Themen auch für die Intuition so wichtig sind, liegt klar auf der Hand. Solltest du wenig Selbstbewusstsein und Selbstliebe besitzen, dann vertraust du weniger deinem eigenen Urteil. Intuition und Instinkte sind letztlich nur Tipps, die unser Gehirn uns selbst geben möchte. Je weniger wir aber uns selbst vertrauen und schätzen, desto weniger Ratschläge wird dir dein Geist geben und desto weniger wirst du auf sie hören. Selbstfindung ist ebenfalls wichtig für deine Intuition. Ein Mensch, der zu sich selbst gefunden hat, weiß genau, was er im Leben möchte. Er steht morgens mit dem Ziel auf, ein schönes und glückliches Leben zu führen. Diese bewusste Zielstrebigkeit hat einen großen Einfluss auf deine unbewussten Gedankengänge und sorgen dafür, dass deine Intuition sich im Einklang mit deinen Wünschen und Zielen befindet.

Unser Schlusswort

Das waren unsere fünf Tipps, wie du deine Intuition stärken kannst und lernst sie mehr in deinem Alltag einzusetzen. Wir hoffen dieser Artikel hat dir geholfen, deine unbewussten Gedankengänge zu verstehen. Denn Intuition wird oft als etwas Mystisches betrachtet – eine unbekannte Kraft in unserem Inneren. Doch eigentlich ist sie fast genauso lernbar, wie andere bewusste Fähigkeiten des Menschen. 

Für uns ist es immer wieder faszinierend, wenn wir einen plötzlichen intuitiven Moment haben, bei dem wir nicht genau wissen, wo er herkommt. Wir wissen nur – es lohnt sich darauf zu hören.

Die eigene Unsicherheit überwinden mit 7 einfachen Methoden

Unsicherheit überwinden beschrieben durch einen Mann, der über einen Felsspalt springt

Eine Unsicherheit überwinden. Als Kind schien es noch so einfach. Ein kleines Beispiel? Da stehe ich also. Als kleiner Bub’ auf dem Dreimeterbrett mit zittrigen Knien. “Drehe ich um und drücke mich? Nein!” Augen zu und durch! Der Sprung ins nasse Blau. Ich tauche auf und die Glückshormone zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. So schlimm war es doch gar nicht. Ganz anders sogar: Es hat Spaß gemacht! Den ganzen Nachmittag bin ich vom Dreimeterbrett gesprungen. Aber erst, nachdem ich meine Unsicherheiten überwinden konnte und mich entschied zu springen. Ich habe mich der Unsicherheit gestellt.

Doch leider bleiben diese Sorgen im Erwachsenenalter nicht die gleichen. Viel größer und wichtiger fühlen sich mittlerweile diese Situationen an, in denen man sich seinen Unsicherheiten konfrontiert fühlt.

Wir entwickeln ausgereiftere Denkprozesse und schätzen zukünftige Konsequenzen mit ab. Die kindliche Leichtigkeit wird ersetzt mit Ernsthaftigkeit und zukunftsorientiertem Denken. Schnell können (Selbst-)Zweifel, Entscheidungsängste und andere Sorgen das Resultat sein.

Eine zittrige Stimme, schweißnasse Hände, kurze Atmung – die zitternden Knie bleiben – aber auch noch weitere Reaktionen können sich ergeben. Schlimmstenfalls leidet sogar die mentale und körperliche Gesundheit darunter, wenn wir uns langfristig unseren Unsicherheiten stellen müssen und diese nicht schaffen zu überwinden.

Eines ist jedoch klar: Unsicherheiten lassen die wenigsten Menschen kalt und rufen intensive (negative) emotionale Reaktionen hervor. Umso wichtiger ist es, dass man sich in diesem Status nicht anhaltend aufhält und diese Empfindungen schnellstmöglich abhaken kann.

Wir widmen uns daher dem Thema wie du deine Unsicherheit überwinden kannst. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten wie du mit diesen Hemmnissen entgegentreten kannst! Diese wollen wir dir nun zeigen.

Warum es so wichtig ist seine Unsicherheit zu überwinden

Unsicherheit zu spüren ist kein schönes Gefühl. Es bringt vorrangig nur negative Konsequenzen mit sich.

In einer Studie wurden Teilnehmer gebeten, ihre bezogenen Gefühle zu beschreiben, die sie verspüren, wenn sie eine Unsicherheit konfrontieren. Als Hauptantwort wurde „Bedrohung“ genannt. Nur wenige Menschen sehen eine Unsicherheit als Herausforderung oder Abenteuer vor dem Ungewissen. Die meisten Menschen fühlen sich einer Bedrohung bzw. Angst ausgesetzt.

Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.

Joachim Ringelnatz (1883-1934), deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler Tweet

Schnell kann es vorkommen, dass man sich in diesen Momenten der Unsicherheit in seinem Handeln und Denken eingeschränkt fühlt. Im schlimmsten Fall verfällt man sogar in einen Status des „Nicht-Handelns“. Man fühlt sich gelähmt. Entscheidungsängste, Stress oder ein instinktives Rückzugsverhalten vor der Bedrohung sind typische Reaktionen.

Unsicherheit überwinden erklärt durch eine Grafik: "Negativ-Spirale!
Der Negativkreislauf einer Unsicherheit.

Eine Unsicherheit kann uns fest im Griff haben. Ihre Präsenz schüchtert uns ein. Sie kann sich mit der Zeit sogar manifestieren oder gar in andere Lebensbereiche ausbreiten. Eine berufliche Untersicherheit kann bspw. nicht jeder so einfach am Arbeitsplatz lassen. Sie kann einen nach Hause begleiten und Auswirkungen auf das Privatleben haben.

Nur schwer können wir uns dann von einer Unsicherheit lösen. Schlimmstenfalls fühlt es sich wie eine Abwärtsspirale an. Umso wichtiger ist es diesen Prozess zu stoppen und sich von seiner Unsicherheit zu befreien und ihr entgegenzutreten.

Unsicherheit überwinden: 7 Tipps gegen die eigenen Hemmungen

Wir haben dir 7 Tipps zusammengestellt, wie du deine Unsicherheit überwinden kannst. Wir wollen uns schematisch an die Unsicherheit „herantasten“, indem wir ihren Ursprung identifizieren und anschließend dir weitere Tipps mitgeben, die dir helfen können, um mit deiner Unsicherheit umzugehen.

Seine eigene Unsicherheit zu überwinden kann ein schwieriger Prozess sein, der vor allem auf mentaler Ebene stattfindet. Viele Unsicherheiten lösen sich nicht von heute auf morgen. Vertraue daher dem ganzen Prozess, würdige die kleinen (Zwischen-)Erfolge und schenke dir die nötige Zeit. Deine Arbeit wird sich auszahlen!

1. Erkenne den Ursprung deiner Unsicherheit

Weißt du, dass es unterschiedliche Arten an Unsicherheiten gibt? Hinter jeder Unsicherheit versteckt sich ein besonderer Grund, weshalb man sich in der aktuellen Situation gerade gehemmt fühlt.

Kommt in dir das Unsicherheitsgefühl auf, kann es dir an erster Stelle helfen, dass du dir über deren Hintergründe bewusst wirst – und dass du dich bewusst fragst „Wieso fühle ich mich gerade unsicher?“.

  1. Wissensunsicherheit – bezieht sich auf den Mangel an Informationen, Fähigkeiten oder Erfahrungen, um die aktuelle Situation adäquat einschätzen zu können,
  2. Handlungsunsicherheit – sind Zweifel auf die Verfügbarkeit von effektiven Eingriffs- und Handlungsmöglichkeiten zur Veränderung und Entscheidung einer Situation.
  3. Zukunftsunsicherheit – sind gewisse Unvorhersehbarkeiten und Unwägbarkeiten über die weitere Entwicklung einer Situation,
  4. Folgenunsicherheit – ist die Angst vor den möglichen Konsequenzen für dich und andere, die eine Situation oder Entscheidung mit sich bringt,
  5. Unterstützungsunsicherheit – bezieht sich auf die Unklarheit, ob sich zur Bewältigung einer Problemsituation Unterstützung von anderen gewünscht oder auch zugelassen werden kann.

Um im ersten Schritt die eigene Unsicherheit zu überwinden, kann es einem daher helfen, deren Ursprung zu erkennen, um so „das Übel an der Wurzel zu packen“. Jede Unsicherheit hat seinen Grund bzw. Auslöser. Es ist daher von großer Bedeutung, dass du diesen erkennst, um so besser an ihr zu arbeiten.

Verstehst du nämlich mehr die Hintergründe, kannst du einerseits die nächsten Tipps für dich besser anwenden, andererseits gewährst du dir aber auch einen besseren Zugang zu deiner aktuellen Situation und deinen Emotionen.

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2. Selbstvertrauen stärken: Werde dir deiner Fähigkeiten bewusst 

Wer sich unsicher fühlt, kann schnell das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verlieren. Gerade im ersten Moment fallen einem all die Sachen ein, die man nicht kann, anstatt die, die einem helfen können solch eine Unsicherheit und Situation zu bewältigen.

Meistens bringt man jedoch viel mehr positive Eigenschaften und Fähigkeiten mit, als man eigentlich denkt. In solchen Unsicherheitsmomenten geraten diese schnell in Vergessenheit. Doch gerade in diesen Momenten bist du gefragt! Weise deine Zweifel zurück, stehe zu dir selbst, werde dir über deine Stärken bewusst und darüber was du alles kannst!

Selbstbewusstsein spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie hilft dir um deine Unsicherheit überwinden zu können. Mit einem gesunden Maß an Selbstbewusstsein vertraust du deinen Fähigkeiten direkt viel mehr und kannst mögliche Zweifel überwinden.

3. Entwickle das richtige Mindset

In unsicheren Momenten können einem schnell Gedanken in den Kopf schießen wie „Das kann ich nicht. Wie soll ich das bloß schaffen?“.

Doch hast du schon mal was von Framing gehört? Framing bedeutet, dass unterschiedliche Formulierungen einer Botschaft bei gleichem Inhalt das Verhalten des Empfängers unterschiedlich beeinflussen. Je nachdem wie du deine Botschaft also formulierst – ob positiv oder negativ – wird dessen Inhalt auch verstanden. Glaubst du also an einen positiven oder negativen Ausgang deiner Unsicherheit? 

Bestätigst du eine Unsicherheit mit genau negativen Gedanken, gibst du der Unsicherheit die Möglichkeit sich zu entfalten und zu etablieren. Wer denkt, dass er verliert, sollte sich auch nicht wundern, wenn er verloren hat. 

Negative Gedanken in positive Formulierung zu verpacken, nennt man auch Reframing. Das typische Beispiel: Ist das Glas für dich halb voll oder halb leer? 

Es ist wissenschaftlich belegt, dass unser Unterbewusstsein keine Verneinungen versteht und sich Negationen in unserem Unterbewusstsein dadurch als „Wahrheit“ etablieren.

Du wirst garantiert fallen, wenn du immer nur an das Stolpern denkst.

Konfrontierst du jedoch eine Unsicherheit mit einem positiven Mindset und sagst dir selber, dass du diese Situation bewältigen kannst, ist ein positiver Ausgang direkt viel wahrscheinlicher, als wenn du dir den Kopf zerbrichst und Argumente für dein Scheitern findest. 

Es ist leichter als gesagt, als getan: Aber sprich dir selber zu und behandle deine Unsicherheit mit einer positiven Grundstimmung. Lass deinen Selbstzweifeln keinen Platz. Du bist derjenige, der entscheidet, mit welcher Einstellung du an eine Situation herantrittst.

4. Stopp mit dem Vergleich!

Unsicherheiten resultieren schnell aus dem Vergleich mit anderen. “Der macht das besser, die kann das besser.” Wir werden immer jemanden finden können, der etwas besser macht als man selbst.

Doch was bringt uns diese Einsicht, außer Zweifel an den eigenen Fähigkeiten? Du bist eine einzigartige Person mit deinen ganz besonderen Stärken und Schwächen. Genauso wie du immer einen besseren finden wirst, finden es andere Leute womöglich auch in dir.

Mach dich nicht kleiner als du bist und berufe dich genau auf all deine positiven Eigenschaften. Wir sind selbst immer unser größter Kritiker und können viel schneller aufzählen, was wir nicht können, anstatt zu sagen, in was wir so richtig gut sind.

Unsicherheit überwinden beschrieben durch eine Frau, die ihre Arme befreiend zum Himmel ausbreitet
Du musst es keinem recht machen oder dich mit anderen vergleichen. Du bist du!

Der stetige Vergleich bringt einem nicht viel, außer dass wir schneller an uns selber zweifeln. Gerade dann, wenn wir von einer Situation verunsichert sind, sind wir viel mehr bereit Selbstkritik zu pflegen – und das verstärkt letztlich die Unsicherheit.

5. Entscheidungsangst: Werde dir über das Worst-Case-Szenario bewusst

Entscheidungsangst – A oder B? Oder doch vielleicht C? Gedankenchaos und so viele Entscheidungsmöglichkeiten, die allesamt mit verschiedene potenziellen Ausgänge einer Situation einhergehen können.

Unsicherheitssituationen lösen in vielen Menschen besonders intensive emotionale Reaktionen aus. Unser Kopf funktioniert nicht mehr auf einer rationalen objektiven Ebene und wir werden verstärkt von unseren Emotionen und Ängsten getrieben. 

Jeder Ausgang einer Situation wirkt gleichermaßen realistisch – oder gar schlimmer: Man befürchtet das Übelste in seinem Entscheidungsprozess

Man malt den Teufel an die Wand. Doch weißt du was? So ein Verhalten ist ganz natürlich. Menschen sind risikoavers, sprich sie scheuen das Risiko. Zwei der prominentesten Formen dieser Risikoaversion sind die übermäßige Angst vor Fehlern und die irrationale Vorstellung des sogenannten Worst-Case-Szenarios – der schlimmste Ausgang einer Situation.

Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht.

Jean Paul Sartre (1905-1980), französischer Romancier, Philosoph und Publizist Tweet

Doch sind wir mal ehrlich: Wie oft ist eine Situation wirklich komplett nach hinten losgegangen? Wie realistisch siehst du WIRKLICH die Chancen eines Worst-Case-Szenarios? Ich kann dir die Antwort geben: Viel zu selten, als dass man diesen Sorgen solch große Beachtung schenken muss. Aber da sind wir Menschen alle gleich.

Wenn du deine Unsicherheit überwinden möchtest, beantworte dir ganz ehrlich die Frage wie wahrscheinlich ein positiver bzw. negativer Ausgang deiner Entscheidung ist? Versuche dabei wirklich ganz objektiv dies zu beurteilen und versuche deine Emotionen ein wenig ausklammern.

6. Finde einen Weg, um deine Unsicherheit zu überwinden 

Wir sind mittlerweile schon ziemlich weit – und auch bald am Ende – mit unseren Tipps, wie du deine Unsicherheit überwinden kannst. Du kennst bereits viele Handwerkzeuge, wie du deine Unsicherheit identifizierst und mental konfrontierst. 

Doch jetzt müssen wir uns mit der praktischen Umsetzung der Tipps befassen, damit du deine Unsicherheit überwinden kannst. Was für Möglichkeiten gibt es? Ein Plan schafft dir Abhilfe. Jede Unsicherheit kann ganz individuell sein. Daher ist es schwer eine explizite Anleitung für deine individuelle Unsicherheit vorzubereiten. 

Wir machen uns Lernpläne, strukturieren unseren Alltag mit einem Kalender, organisieren Feiern mit einer To-do-Liste. Wieso dann nicht auch, wenn es um das Bezwingen seiner Unsicherheit geht? 

Mache dir einen Plan, verschaffe dir Transparenz und Struktur, wie du an deine Unsicherheit herantreten möchtest. Solch einen Plan zu gestalten, ist nicht ganz intuitiv. Doch verstehe den Ursprung deiner Unsicherheit. Woher kommt dein Hemmnis und welche Überwindungsmöglichkeiten fallen dir ein? Ohne Fahrplan zu seinem Ziel zu kommen ist deutlich schwerer. Erschaffe dir Anhaltspunkte, mit denen du an deiner Unsicherheit arbeiten kannst.

Damit du dir unter dem Thema was vorstellen kannst, wollen wir dir ein praktisches Beispiel geben.

Jemand hat Präsentationsangst. Was kann er dagegen tun?

Der Ursprung kann dabei ganz unterschiedlich sein. Vielleicht vertraut er nicht der Situation und ist sich unsicher, wie er sich vor seinem Publikum schlagen wird. Passiert ihm womöglich ein Fauxpas? Was wäre, wenn er auf eine Frage keine Antwort hat oder ihm ein Fehler in seiner Präsentation unterläuft? All das sind praktische Beispiele von Handlungs-, Wissens- und Zukunftsunsicherheit.

Sein Plan könnte wie folgt aussehen:

1) Vor dem Präsentieren mit Atem- und Entspannungsübungen der Aufregung entgegenwirken.

2) Seine Präsentation alleine halten, zu sich selbst sprechen und die zu präsentierenden Inhalte verinnerlichen.

3) Die Präsentation dann vor engen Verwandten oder guten Freunden halten. 

4) Die Fragen des kleinen Publikums beantworten, sich Feedback und Verbesserungsvorschlägen einholen.

5) Sich selber reflektieren: Wie war seine emotionale Verfassung während der Präsentation? Wie sicher hat er seine Inhalte präsentieren können? Wie ging es ihm mit der Aufregung und Unsicherheit?

Die definitiv sicherere Option ist das oben genannte Beispiel. Das langsame Herantasten – Schritt für Schritt zum großen Ziel. Gerade bei solch einem sensiblen Thema, wie die eigene Unsicherheit zu überwinden, ist es wichtig sich seine Herausforderung in kleine Portionen aufzuteilen. Mit jedem Teilerfolg lässt sich weiteres Selbstvertrauen erlangen ehe man so das “große Ganze” bezwungen hat.

Ich persönlich bevorzuge die radikalere Variante, indem ich mir ab einem Punkt selber sage: „Schluss mit lustig! Jetzt ist es so weit. Ich stelle mich meinem Hemmnis, blicke ihr ins Auge und schaue wie ich mich in dieser Situation schlage.“ Ganz unabhängig von Erfolg oder Misserfolg sammle ich mir so meine Erfahrungen und versuche es ggf. nochmal im zweiten Anlauf.

Der Kerngedanke wird jedoch klar: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Erfrage dich nach deinem Weg und suche deine Möglichkeiten. Du kannst dich nicht für immer vor deinen Hemmnissen verstecken.

Finde deine Antworten, WIE du deine Unsicherheit überwinden kannst. Was für Möglichkeiten stehen dir bereit bzw. welche kannst du dir schaffen? 

Und denk dran: Du musst dich deiner Unsicherheit nicht alleine stellen. Kommunikation hilft wie so oft auch in solchen Situationen. Vielleicht kann dir eine nahestehende Person einen guten Rat geben oder dich auf deinem Weg begleiten, deine Unsicherheit zu überwinden.

7. Phänomen Sensation Seeking: Nimm die Herausforderungen an

Was ist der Hauptgrund, weshalb man eine Unsicherheit überwinden muss? Wir haben Angst vor dem Resultat einer Situation, und dass sie nicht unseren Erwartungen entspricht.

Doch hast du schon mal was von Sensation Seeking gehört? Sensation Seeking wird als ein mehrdimensionales Persönlichkeitsmerkmal beschrieben. Es wird durch das Verhalten charakterisiert neue, komplexe und intensive Erlebnisse und Erfahrungen in Situationen aufzusuchen. Die Situation können von physischen, psychischen oder sozialen Herausforderungen oder Risiken stammen.

Grob gesehen, ist eine Unsicherheit nichts anderes: ein Risiko bzw. eine Herausforderung mit einem nicht sicheren Ausgang.

Einfacher gesagt, als getan: Aber wenn man genau so eine Unsicherheit sieht – als eine Herausforderung für deine Person – schmälern wir womöglich auch den einschüchternden Effekt vor dieser Ungewissheit.

Eine Unsicherheit ist eine Situation, die dich herausfordert. Nicht überall wird es dieselbe positive Aufregung vor dem Ungewissen geben. Doch viel mehr geht es darum, dass du deine Unsicherheit überwinden, konfrontieren und dich nicht vor ihr verstecken willst.

Ist es nicht ein total befreiendes Gefühl, wenn du von Endorphinen überschüttet wirst, nachdem du deine Unsicherheit überwinden konntest und als Sieger vom Platz gegangen bist? Ich finde schon. Trau dich den Sprung ins kalte Wasser (da sind wir wieder bei unserem Dreimeterbrett) und blicke deiner Unsicherheit ins Auge. Wer ist nun der Angsthase? Du nicht!

Unser Schlusswort

Das waren unsere sieben Tipps wie du deine Unsicherheit überwinden kannst. Mach dir klar, dass sich die meisten Unsicherheiten in deinem Kopf abspielen und wir sie manchmal größer machen, als sie in Wirklichkeit sind.

Scheue dich nicht vor dem Ungewissen, sondern nehme die Herausforderung an und nutze es als Chance an ihr zu wachsen. Lass nicht die Untersicherheit die Kontrolle über dich haben, sondern genau andersherum. Du bist der Situation gewachsen – ganz sicher!

Perfektionismus ablegen: 5 Methoden gegen übermäßige Perfektion

Perfektionismus ablegen beschrieben durch ein Schild "work harder"

Schneller. Höher. Weiter. Alles muss heutzutage perfekt sein. Perfektion – sie beschreibt die Vollkommenheit einer Sache, an der nicht das Geringste auszusetzen ist. Doch Perfektionismus kann gewisse (negative) Steigerungen haben, die bis hin zu extremer Fehlervermeidung und einem unermüdlichen Streben nach Perfektion gehen. 

Übertriebener Perfektionismus ist eine perfekte Falle. Der innere Zwang nach Perfektionismus kann die eigenen Bedürfnisse eingrenzen und sogar übersteigen. Man setzt sich einem übermäßigen Druck und Stress aus. Nichts ist mehr gut genug, über alles muss die Kontrolle gehalten werden und Fehler dürfen einem auf keinen Fall unterlaufen – alles scheint noch perfekter gehen zu müssen. Die Grenzen eines gesunden Perfektionismus können schnell verwischen.

Doch es gibt Methoden wie man diesen übermäßigen Perfektionismus ablegen kann. Denn Ergebnisse und Zielvorhaben können trotzdem erreicht sein, selbst wenn eine Sache noch nicht voller Perfektion scheint. Oftmals hat man sein Ziel früher erreicht, als man eigentlich denkt. 

Nur der eigene Ansporn, es noch “perfekter” machen zu wollen, steigert den Einsatz übermäßig. Der Aufwand steht dann nicht mehr in Relation zum ursprünglichen Vorhaben. 

Wir möchten uns anschauen, wie man es schafft, seinen Perfektionismus ablegen zu können und wie man eine gesunde Sicht gegenüber der Perfektion an sich aufbaut. 

Perfektionismus ablegen: der trügerische Hang der Perfektion

Perfektionismus definiert sich über zwei verschiedene Formen:

  1. funktionaler Perfektionismus, das Streben nach Vollkommenheit (perfektionistisches Streben)
  2. dysfunktionaler Perfektionismus, die übertriebene Fehlervermeidung (perfektionistisches Besorgnis)

Der funktionale Perfektionismus ist von Natur aus eine positive Eigenschaft. Man versucht das Beste aus sich herauszuholen und möchte Aufgaben gewissenhaft erfüllen. Wenn funktional perfektionistische Menschen scheitern, ist dies oft nicht leicht für sie, aber sie wissen damit umzugehen. Diese Art ist daher nicht zwingend gefährlich, sondern hilft uns vielmehr Dinge in Sorgfalt auszuführen.

Hingegen ist es der dysfunktionale Perfektionismus die tückische Form. In ausgeprägter Form kann dieser zu einem ängstlichem und neurotischem Vermeidungsverhalten führen. Die Menschen sind unverhältnismäßig kritisch, haben Versagensängste und starke Sorgen nicht gut genug zu sein. 

Bei perfektionistischen Menschen besteht grundlegend das Potenzial, dass diese Eigenschaft zwanghaft werden kann. Wenn der Mensch nicht mehr in der Lage ist, sein Handeln selbst zu bestimmen und stattdessen sein Perfektionismus dies für ihn übernimmt, ist Vorsicht geboten. Die eigenen Bedürfnisse werden ignoriert bzw. dem Perfektionismus untergeordnet.

Wer alles perfekt haben und stets perfekt sein will, wird perfekt unglücklich.

Walter Ludin, Schweizer Journalist, Redakteur, Autor Tweet

Als Folge können diese Menschen zu starken Selbstzweifel verfallen und verspüren oftmals innere Unruhe. Das Selbstbewusstsein der Betroffenen kann darunter leiden. Aber auch die körperliche und mentale Gesundheit kann von diesem starken Druck und Stressgefühl betroffen sein.

Das Paradoxon eines übertriebenen Perfektionismus ist, dass dieser im Prinzip nie erreicht wird. Die Betroffenen sind eigentlich nie mit sich selbst zufrieden und sehen stets noch Potenzial etwas besser machen zu wollen.

Gründe für übermäßigen Perfektionismus

Eigentlich weiß man genau, dass niemand ganzheitlich perfekt sein kann. Aber trotzdem versucht man es immer wieder zu sein. Oftmals findet diese Einsicht aus einer unbewussten Überzeugung statt, dass man nur etwas wert ist, wenn man seine Aufgaben in voller Zufriedenheit und Perfektion erfüllt.

Es ist der innere Antrieb der Perfektionisten, welcher sie denken lässt, „Ich bin nicht gut genug.“ Sie denken, etwas leisten zu müssen, um anderen oder sich selbst zu genügen.

Perfektionismus ablegen, heißt im ersten Schritt dessen Ursprung zu erkunden und so „das Übel an der Wurzel zu packen“. Wer die Gründe seines Perfektionismus erkennt, kann deutlich besser an ihm arbeiten. Es folgen die gängigsten Gründe für Perfektionismus. 

Perfekt ist der, der keine Ecken und Kanten hat; doch der ist schlicht langweilig.

1. Strenge Erziehung in der Kindheit

Eine Hauptursache für den Perfektionismus findet man oftmals in der eigenen Kindheit. Als Kind hast du gelernt, dass deine Eltern freundlicher und liebevoller zu dir waren, wenn du artig warst und dich so verhalten hast, wie sie es von dir erwarten. Wurdest du diesen Erwartungen nicht gerecht oder hast Fehler gemacht, wurdest du getadelt, ermahnt, bestraft oder vielleicht sogar ignoriert.

Die Eltern wollten mit solch einem Verhalten nichts Böses. Doch trotzdem können diese Erfahrungen einen erheblichen Einfluss für das Selbstwertgefühl eines Kindes haben und es ein Leben lang prägen. Für ein Kind ist es noch schwer zu verstehen, dass es die Eltern eigentlich nur gut meinen mit einem  – das Kind erkennt noch nicht den Grund dahinter.

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Kinder denken, wenn sie perfekt sind, werden sie gut behandelt und nicht mehr bestraft. Sie erhoffen sich Lob und andere positive Umgänge, die sie von ihren Eltern erhalten, wenn sie sich fehlerfrei und perfekt verhalten. Genau dieser Glaube kann in das Erwachsenenleben weitergetragen werden – wenn auch ganz unbewusst.  

2. Angst vor Kontrollverlusten

Perfektionismus geht oft einher mit Kontrollzwängen. Der Ursprung dafür kann verschieden sein. Doch oftmals waren es (traumatische) Erfahrungen, in denen man die Kontrolle verloren hat und eine Situation aus dem Ruder gelaufen ist. So etwas will die Person in Zukunft zwanghaft vermeiden.

Dieser Kontrollzwang kann so weit gehen, dass es sogar ganz alltägliche Dinge im Leben berührt. Eine benutzte Kaffeetasse muss direkt abgespült werden, der Arbeitsplatz in kompletter Ordnung sein, ehe man sich an den Schreibtisch setzt.

Unter diesem Ordnungs- und Kontrollzwang leidet nicht nur die eigene Psyche, sondern auch die Produktivität. Viel zu oft kann dieser Drang nach Ordnung einen vom Wesentlichen und der eigenen Arbeit ablenken. Über jede Kleinigkeit muss die Kontrolle gehalten.

3. Angst vor Fehlern

Aufbauend auf den ersten zwei Punkten kann Perfektionismus auch aus übertriebener Fehlervermeidung kommen. Fehler sind schlecht. Als Kind fing es damit an, dass man für Fehler getadelt wurde. Im späteren Alter haben wir uns dann selbst für unsere Fehler kritisiert. Schnell ergeben sich so Selbstzweifel und -vorwürfe.

So entsteht die Angst vor eigenen Fehlern. Diese Angst kann so weit gehen, dass ein gemachter Fehler eine lähmende Wirkung haben kann: Man wird lieber gar nicht mehr aktiv, als dass man vielleicht etwas falsch macht und eine persönliche Abwertung erfahren muss.

Um jeden Preis wird versucht Fehler zu vermeiden. Durch dieses Verhalten werden banale Kleinigkeiten doppelt und dreifach geprüft und eine Menge Zeit kann so verloren gehen. Zudem beraubt man sich mit diesen Verhalten der Chance aus seinen eigenen Fehlern zu lernen. Denn auch sie sind eine Lektion, um das eigene Verhalten zu reflektieren. Manch ein Fehler lässt sich viel schneller ausbügeln, als es die subjektive Wahrnehmung empfinden lässt.

4. Starker Leistungsdruck

Noch nie wie zuvor empfinden viele Menschen einen starken Leistungsdruck – vorrangig für ihr Berufsleben, aber auch im privaten Bereichen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft.

Nur das Beste ist gut genug. Auch das wird einem bereits im Kindheitsalter eingetrichtert – sei es durch die Erziehung, aber auch in der Schule. Es gibt den Klassenbesten, aber hast du schon mal in diesem Zusammenhang was zum Zweitbesten gehört? Studienabschlüsse mit “summa cum laude” werden in besonderer Art ausgezeichnet. Je mehr und besser die Abschlüsse, desto mehr Geld und somit ein besseres Leben (wenn so die Rechnung mancher Leute ist). Jeder will die Goldmedaille und nicht mehr den unehrenhaften zweiten Platz belegen. Und dieses Bild findet sowohl im Berufsleben, aber auch im Privaten seinen Fortgang.

Dieses Leistungsbild immer das Beste erreichen zu müssen, resultiert in einem starken persönlichen Druckempfinden. Man wendet übermäßig viel Zeit für Aufgaben auf, macht Überstunden, vernachlässigt andere Lebensbereiche und setzt sich selbst unter extremen Druck. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr zu dem Ergebnis.

Perfektionismus ablegen mit 5 Tipps

Widmen wir uns nun unseren fünf effektivsten Tipps, wie man seinen Perfektionismus ablegen kann. Es ist wichtig, dass es hier nicht zu folgendem Missverständnis kommt: Mit dem Perfektionismus ablegen meinen wir die ungesunde Sichtweise auf das eigene Verhalten und nicht, dass man fahrlässig oder schlampig die eigenen Vorhaben angeht.

Das richtige und gesunde Maß an Perfektion tut gut und dieses soll nun gefunden werden.

1. Reflexion deines Verhaltens: Was ist dein Ziel? 

Wer seinen Perfektionismus ablegen will, muss sich stets an sein ursprüngliches Ziel erinnern. Was war nochmal dein Vorhaben und bist du vielleicht sogar schon über das Ziel hinausgeschossen?

Ab wann ist das eigene Verhalten zu perfektionistisch? Man hat das Ergebnis bereits erreicht und macht trotzdem weiter, ist übergenau und nimmt sich zu viel Zeit für seine Aufgaben. Man stellt sich zu hohe Erwartungen.

Daher ist es wichtig zu verstehen: Perfektionismus existiert nur in deinem Kopf. Du selbst kannst dir den Maßstab setzen, den du erfüllen möchtest. Es spricht nichts dagegen Dinge gut zu machen und das bestmögliche zu geben, doch irgendwann ist eine Grenze erreicht. Perfektionismus kennt kein Ende und lässt sich immer wieder erweitern. Den Schlusspunkt musst du setzen.

Es ist von extrem wichtiger Bedeutung, dass du verstehst, ab wann du dein Ziel erreicht hast und ab wann du zu viel investierst. Deine Ressourcen wie Zeit und Energie sind begrenzt. Es ist ein kräftezehrender Prozess dem Perfektionismus hinterherzurennen. Wirtschafte mit deinen persönlichen Ressourcen achtsam und teile sie dir gut ein.

2. Methoden aus der Wirtschaft nutzen

Ich möchte dir drei Prinzipien aus meinem Volkswirtschafts-Studium näher bringen. Auch wenn sie alle einen wirtschaftlichen Ursprung haben, können sie eine Hilfe sein, wie du lernst deinen Perfektionismus ablegen zu können.

Behält man diese Prinzipien im Hinterkopf, so kannst du das ein oder andere Mal dein (subjektives) Verhalten und Empfinden auch auf objektiver wirtschaftstheoretischer Sicht beurteilen und dich fragen, ob du gerade zu perfektionistisch handelst. 

Das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip sagt aus, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Hingegen erfordern die verbleibenden 20 % der Ergebnisse mit 80 % des Gesamtaufwandes die quantitativ meiste Arbeit.

Der Grundgedanke ist also klar: Ein Großteil deiner Arbeit kann schnell abgeschlossen werden. Anschließend solltest du dir die Frage stellen, ob der verhältnismäßig große Aufwand das restliche Endresultat wirklich wert ist.

Das Parkinsonsche Gesetz

„Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“ – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. Dies ist der Kerngedanke des britischen Soziologen C. Northcote Parkinson zur Verwaltungs- und Wirtschaftslehre.

Es ist die verfügbare Zeit, die ausschlaggebend ist, wie lang wir für eine Aufgabe benötigen. Ein perfektionistisches Verhalten kann also auch dann ausgeübten, wenn man genug Zeit hat. Die Erledigung der Aufgabe wird sozusagen künstlich in die Länge gezogen.

Die Kosten-Nutzen-Analyse

Das Kosten-Nutzen-Prinzip stellt die aufgewendeten Kosten und Arbeiten dem potenziellen Nutzen gegenüber. Einfach runtergebrochen also: „Ist meine Arbeit die Mühe wirklich wert? Erhalte ich mindestens den gleichen Mehrwert an Nutzen zurück für die Leistungen, die ich erbracht habe?“

Für einen Perfektionisten kann die Antwort auf diese Fragen schnell mal „Nein“ sein. Übermäßig viele Anstrengungen werden investiert für einen im Verhältnis zu kleinen Nutzen.

Vielleicht helfen diese drei Prinzipien, dass du dein Verhalten zukünftiger Weise auch aus einem wirtschaftlichen Gedanken reflektieren und deinen Perfektionismus ablegen kannst. Es ist immer wichtig, dass du das richtige Maß an Aufwendungen findest, wenn es um die Zielerreichung geht. 

3. Kontrolle aufgeben und mit Ruhe begegnen

Bemerkst du in einer Situation, dass der Drang nach Perfektionismus aufsteigt, ist es zuallererst wichtig diesen für sich zu erkennen. Wenn du diesen inneren Zwang verspürst, der dich stresst und unruhig werden lässt, versuche kräftig ein- und auszuatmen.

Perfektionismus ablegen beschrieben durch einen Mann, der müde und anstrengt auf seinen Bildschirm schaut
Wenn einen die Perfektion im Griff hat, wird jedes Bedürfnis diesem untergeordnet.

Es ist leichter gesagt, als getan, dennoch: Wenn du deinen Perfektionismus ablegen willst, dann musst du damit aufhören, immer alles unter Kontrolle haben zu wollen.

Du darfst deinen eigenen Fähigkeiten vertrauen, denn du hast es dir bereits in der Vergangenheit oft genug bewiesen. Nicht alles lässt sich kontrollieren oder muss von dir kontrolliert werden. Schenke dieses Vertrauen nicht nur dir, sondern auch den Fähigkeiten von anderen.

Es kann einen schwer unter Druck setzen, wenn man versucht immer und über alles die Kontrolle zu halten. Du sollst keinesfalls die Ernsthaftigkeit für die Situation verlieren, doch trotzdem kann es einem sehr helfen mit einer gewissen Gelassenheit an die Sache heranzutreten. 

Viel zu oft sehen wir Sachen kritischer, als sie schlussendlich sind. Das ist ein ganz normales Verhalten, denn wir Menschen sind risikoavers (sprich risikoscheu) und wollen diesem Risiko unbedingt aus dem Weg gehen.

4. Akzeptanz gegenüber Fehlern

Zur Risikoaversion gehört auch die Angst vor Fehlern – du erinnerst dich an den dysfunktionalen Perfektionismus? Fehler werden schnell verteufelt und manchmal als was Schlimmeres dargestellt, als sie letztlich sind. 

Natürlich: Es ist ein Fehler, wenn falsch gehandelt wurde oder das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Heißt es trotzdem, dass man direkt versagt hat oder das Ziel nicht mehr erreichen kann? Ich denke nicht.

Man kann seine Fehler akzeptieren und diese auch wieder ausbügeln. Du bist nicht perfekt, ich bin nicht perfekt und auch niemand anderes. Fehler gehören im Leben dazu und lassen sich manchmal nicht vermeiden.

Wer keinen Fehler machen will, fällt auf sich selbst herein.

Stattdessen ist es entscheidend, wie man mit seinen Fehlern umgeht. Ärgerst du dich jetzt grün und blau oder verfällst in einen Status der Schockstarre? Oder überlegst du dir nun eine Lösung wie du deinen Fehler beheben kannst? Es liegt in deiner Hand wie du dich entscheidest.

Fehler sind nicht als Versagen, sondern als Chancen für Verbesserungen zu sehen. Beurteile dein Fehlverhalten und du wirst es beim nächsten Mal besser machen können.

5. Erfolge würdigen und Zufriedenheit üben

Wer perfektionistisch ist, triezt sich auf einer ungesunden Basis und kennt nichts als gut genug an. Wenn man es schaffen möchte, diesen Perfektionismus ablegen zu wollen, ist es wichtig, dass man erkennt, dass man gut genug ist und dass man auch ohne diesen erfolgreich und zufrieden sein kann.

Als Perfektionist gibt es in Sachen Erfolg-Misserfolg eine klare Schwarz-Weiß-Welt. Entweder man hat etwas in Perfektion geschafft oder versagt – und dabei sind die Chancen zu versagen deutlich größer. Dieses Mindset muss wieder auf eine gesunde Ebene zurückgeführt werden.

 Wenn du etwas geschafft hast, ist es Zeit darauf stolz zu sein. Du hast dein Vorhaben erreicht – egal wie einfach oder schwer diese Aufgabe war. Ziel erreicht! Und das darfst du entsprechend würdigen.

Suche nicht nach Fehlern oder was du hättest alles besser machen können, sondern fokussiere dich auf das, was du alles richtig gemacht hast. Wenn du dein Bestes gegeben hast, kannst du stolz auf dich sein. Mache dir immer wieder bewusst, dass in jeder kleinen abgeschlossen Aufgabe bereits ein Erfolg stecken kann.

Training eines gesunden Perfektionismus

Zuletzt möchten wir nochmal erklären, dass es auch einen „akzeptablen“ und gesunden Perfektionismus gibt. Es ist der eigene Anspruch an seine Arbeit und Vorhaben, dass man diese sorgfältig und der richtigen Zufriedenheit erfüllt. Perfektionismus kann in Maßen gut sein und diesen Maßstab muss jeder für sich finden. 

Versuche dir eigene Verhaltensregeln zu kreieren, sodass sich dein Perfektionismus in Grenzen hält und dich nicht belastet.

Das bedeutet Überstunden nur in Ausnahmefällen, manchmal auch „nein“ zu sagen, einen Zeitrahmen setzen für eine Aufgabe, die du erledigen möchtest – eine effektive Methode gegen Perfektionismus ist, sich eigene Alltagsregeln aufzustellen.

Verliere dich nicht in den Details einer Aufgabe und habe „das große Ganze“ vor Augen. Ab und zu darfst du die fünf auch mal gerade sein lassen. Denn zwischen Erfolg und Misserfolg gibt es noch einige Abstufungen. Mach dir klar, dass du nur selten 100 Prozent erreichen kannst.

Unser Schlusswort

Das war es nun – unser Beitrag, wie man es schafft seinen Perfektionismus abzulegen. Du siehst, dass es Möglichkeiten gibt ein wenig gelassener an deine Vorhaben heranzutreten und sie dennoch erreichen kannst. Nimm dir ein wenig Last von Schultern und sieh nicht alles allzu kritisch.

Es ist der richtige Maßstab an Perfektion, dass du dich selber nicht zu sehr belastest und trotzdem deine Aufgaben in ihrer „neuen Vollkommenheit“ erfüllen kannst. Denk daran, dass du dir deine Ideale setzt und du für dich bestimmst, was perfekt heißt. 

Die vier Lerntypen – Was für ein Lerntyp bin ich? Finde es heraus!

Die vier Lerntypen: Was für ein Lerntyp bin ich? Erklärt mit einer angenehmen Lernatmosphäre

Ob in der Schule, dem Studium, der Ausbildung oder sogar noch bei der Arbeit – Lernen gehört einfach zu unserem Alltag. Vielen kann es schwerfallen sich Inhalte langfristig zu merken. Dies hängt oftmals von der Herangehensweise des Lernens ab – und dabei ist es egal, ob man ein Kind oder Erwachsener ist.

Lernen ist ein ganz individueller Prozess, bei dem sich jeder unterscheidet. Das Schlüsselwort ist hierbei „Lerntypen“. Sie entscheiden grundlegend, welche Lernform wir bevorzugen und wie wir uns Wissen am besten aneignen können.

Aus diesem Grund möchten wir uns den vier Lerntypen widmen und sie genauer vorstellen, um dir die folgende Frage zu beantworten: „Was für ein Lerntyp bin ich?“.

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.

Laozi, chinesischer Philosoph aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Tweet

Lernen – ein individueller Prozess

Manch einer kann sich an seine Kindheitstage erinnern oder es bei seinen eigenen Nachfahren erkennen. Man hat als  Kind vermeintlich 30 Minuten konzentriert gelernt. Doch im Anschluss ist von dieser Arbeit nur wenig hängen geblieben. Wie kann das möglich sein?

Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass sich mehr erbrachte Lernzeit leider nicht immer in einem besseren Lernerfolg niederschlägt. Ausschlaggebend ist nämlich nicht die Frage wie lange, sondern wie genau gelernt wurde – die Strategie ist entscheidend.

Der eine lernt besser auswendig, der andere muss die Lerninhalte in eigenen Worten wiedergeben. Andere verstehen die Zusammenhänge durch Veranschaulichungen und wiederum andere benötigen eigene Erfahrungen und praktische Beispiele, um die Lerninhalte zu verinnerlichen. Die Bandbreite an Lernstrategien sind vielfältig – lesen, hören, sprechen, schauen, fühlen. Alle können sie das Gehirn anders beanspruchen.

Schon im Jahr 1638 regte der Philosoph Johann Amos Comenius die Menschen dazu an, beim Lernen möglichst viele Sinne anzuregen, um so erfolgreicher lernen zu können. Doch die Ausprägung der Sinnesorgane, bzw. welche man bevorzugt nutzen sollte, variiert von Menschen zu Mensch.

Es hat sich wissenschaftlich erwiesen, dass beim Lernprozess möglichst viele und unterschiedliche Sinne angesprochen werden sollten. Unterschiedliche (Sinnes-)Reize erreichen nämlich so das Gehirn. Es baut unterschiedliche Verbindungen auf und kann sich dadurch Lerninhalte besser merken.

Aus diesem Grund ist es bedeutend seine bevorzugten Lernmethoden zu kennen, damit dem Gehirn so der Lernprozess erleichtert wird. Das Ergebnis ist ein besserer Lernerfolg. Um dies zu erreichen, bietet das Modell der vier Lerntypen eine gute und nachvollziehbare Möglichkeit, um die grundlegenden Lernprozesse zu verstehen und besitzt dabei praktische Hilfen und Tipps für den jeweiligen Lerntypen. 

Was sind Lerntypen?

Mitte Ende des 19. Jahrhunderts haben sich im Volksmund die vier Lerntypen etabliert. Wobei der Begriff “Lerntyp” zum ersten Mal im Jahre 1975 von Fredric Vester in seinem Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ verwendet wurde. Dabei wollen wir dir jedoch nicht die Information verschweigen, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für die Existenz der vier Lerntypen gibt.

Trotzdem kennt jeder von uns das Phänomen, dass wir gewisse Lernformen bevorzugen. Wie wir bereits besprochen haben, kann jeder unterschiedlich gut Informationen verarbeiten, abhängig davon wie sie uns übermittelt werden – ob akustisch, schriftlich, visuell o.Ä.

Daher macht es durchaus Sinn, dass jeder seinen persönlichen Lerntypen kennt, um so seine individuellen Präferenzen und Sinne bestmöglich zu nutzen. Vielmehr bietet dir das Modell der vier Lerntypen eine ungefähre Grundausrichtung, an die du dich halten kannst, wobei du die Methoden auf deine eigenen Fähigkeiten anpassen und ändern solltest. 

Lernen und nicht denken ist nichtig. Denken und nicht lernen ist ermüdend.

Konfuzius (551 v. Chr.- 479 v. Chr.), chinesischer Philosoph Tweet

Du kannst es dir so vorstellen, dass du nicht nur der eine isolierte Lerntyp aus dem Modell bist, sondern jeder von uns eine Mischform dieser Lerntypen ist und so mehrere Lernformen gegenüber anderen präferiert. In dieser Mischform gibt es jedoch meistens einen der vier Lerntypen und -methoden, die dann dominiert. Das Ziel ist es deshalb deine Lerntypen für dich zu erkennen.

Auf die Frage „Was für ein Lerntyp bin ich?“ findest du daher vermutlich mehr als nur eine Antwort, die auf dich zutrifft, da du dich mit mehr als nur einem der vier Lerntypen identifizieren kannst. Das wirst du nun in der Vorstellung der vier Lerntypen erfahren.

Die vier Lerntypen 

Jeder der vier vorgestellten Lerntypen hat seine ganz eigene Lernpräferenz und -struktur. Du wirst dich vermutlich beim Durchlesen dieser Lerntypen in dem einen oder anderen verstärkt wiedererkennen. Dies ist ein wichtiges Indiz dafür, dass du dich tiefgründiger mit diesem Lerntypen auseinandersetzen solltest. 

Wir empfehlen dir, dass du zu diesem Lerntypen ganz besonders auf die bevorzugten Lernmethoden und Tipps achtest. Womöglich fühlst du dich in diesen Beschreibungen deines Lernverhaltens bekräftigt und solltest diesen somit stärker nachgehen oder andernfalls für dich ausprobieren.

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Auditiver Lerntyp

Der auditive Lerntyp lernt besonders gut über das Gehör. Alles, was er akustisch wahrnimmt, kann er sehr gut verarbeiten.

Dem auditiven Lerntypen fällt es besonders einfach das Wissen bereits durch das Zuhören von Gesprächen anzueignen. In Vorträgen, Gesprächen und im Frontalunterricht kann dieser Lerntyp sich bereits viele Informationen einprägen. Er verinnerlicht bereits während des Gesprächs viele Informationen.

Nimmt der auditive Lerntyp bereits in den Unterrichtsstunden und Vorträgen aufmerksam teil, kann er sich schon währenddessen viel der Lerninhalte aneignen, sodass dies nicht erst in der Nachbearbeitung passieren muss. Beim Schreiben hilft es dem auditiven Lerner, wenn er bereits im Kopf alles detailliert ausformuliert, bevor er es seine Gedanken zu Papier bringt.

  • Zuhören fällt auch über längere Zeit leicht
  • gutes Einprägungsvermögen von gesprochenen Informationen
  • es wird sich besonders auf das Zuhören konzentriert und währenddessen werden wenig Notizen gemacht
  • beim Schreiben werden die Sätze bereits im Kopf vorformuliert
  • klassischer Frontalunterricht wie Vorlesungen und Unterrichtsstunden 
  • Gespräche und Diskussionen – auch als passiver Zuhörer
  • Lerninhalte abfragen lassen
  • Hörbücher, Interviews, Podcasts
  • ruhige Arbeitsatmosphäre schaffen, ggf. mit ruhiger Musik unterstützen
  • Aufzeichnungen machen und anhören
  • für sich selbst und laut vorlesen
  • Selbstgespräche über Lerninhalt führen

Visueller Lerntyp

Am besten lernt der visuelle Lerntyp, indem er den Lernstoff sieht oder liest. Lesen, Anschauen und Beobachten – alle visuellen Reize, die ihm Wissen bildlich vermitteln, kann er am besten von den vier Lerntypen verarbeiten.

Beim Lernen helfen dem visuellen Lerntypen Infografiken, Bilder, Mind Maps, Lernposter und Videos, um so das Wissen zu visualisieren und besser aufzunehmen. Aus diesem Grund hat der visuelle Lerntyp auch in der Schule und im Studium einige Vorteile, da viel Wissen über Lesen und Tafelbilder vermittelt wird. 

Wird das Wissen durch einen Vortragenden präsentiert, fällt ihm das Lernen einfacher, wenn der Sprecher viel gestikuliert und bildstarke Sprache benutzt. Der visuelle Lerner ist oftmals ein begeisterter Leser und kann sich die Handlung eines Buches auch besonders gut vorstellen.

  • mag Arten von visualisiertem Wissen in Grafiken, Schaubildern, Tabellen o.Ä.
  • eigene Notizen werden mit Zeichnungen, Listen und Tabellen unterstützt
  • starke Gestik und bildliche Sprache werden vom Lehrenden bevorzugt
  • Lerninhalte in visualisierter Form bereitstellen
  • Ton- und Bildpräsentationen
  • Nutzen von Videomaterialien
  • Erarbeiten und Nutzen von Infografiken, Tabellen und Mindmaps
  • Lerninhalte im Frontalunterricht mitschreiben und sich so vor Augen führen
  • Schaffen einer ansprechenden Lernumgebung wie einem aufgeräumten Schreibtisch, um sich wohlzufühlen
  • Lernkarten mit Bildern
  • Videomaterial, Online-Seminare und Workshop

Motorischer Lerntyp

Der motorische Lerntyp ist gegenüber dem auditiven und visuellen Lerntypen gerne selbst aktiv im Lernprozess. Er nimmt weniger die passive Rolle im Lernen ein, sondern möchte bestimmte Prozesse selber durchführen, beobachten und ausprobieren. Durch diesen Drang des „Aktivseins“ fällt es dem motorischen Lerntypen schnell auch mal schwer längere am Zeit am Schreibtisch zu sitzen – er will sich bewegen und das „stumpfe Lernen“ dynamisch gestalten.

Das übermittelte Wissen darf nicht nur erklärt und veranschaulicht werden, sondern soll für den motorischen Lerntyp durch eigene praktische Erfahrungen gestützt werden. Die Lerninhalte verinnerlicht er am besten durch eigene Projekte, wo er tatsächlich auch seine eigenen Hände einsetzen kann – ganz nach dem Prinzip „Learning by Doing“.

  • muss (praktische) Erfahrungen selbst gemacht haben
  • das Verstehen von Zusammenhängen ist besonders wichtig
  • kann nicht lange an Stück am Schreibtisch sitze
  • „spielt“ gerne mit Gegenständen beim Zuhören
  • praktische und interaktive Übungen
  • Spiele, Quizze und weitere Lernmethoden, bei denen er mitwirken kann
  • konkrete Anwendungsbeispiele für Sachverhalte
  • Erstellen und Suchen von Übungsaufgaben
  • das „aktive“ Erstellen von eigenen Lernmaterialien, wie Lernkarten – Schreiben, Zeichnen, Ankreuzen
  • Lernprozess dynamisch gestalten (bspw. durch Gruppenarbeiten) und nicht stumpf am Schreibtisch sitzen
  • Abwechslung von unterschiedlichen Lernmethoden, um Monotonie vorzubeugen
  • Wissen bspw. mit Zetteln im Zimmer verteilen und dann zu diesen Orten gehen

Kommunikativer Lerntyp

Um zu lernen, schätzt der kommunikative Lerntyp vor allem das Gespräch und den Austausch mit anderen. Daher kann er auch am besten in einer Gruppe lernen, wenn Diskussionen entstehen und unterschiedliche Meinungen zusammengetragen werden. Auch im Unterricht und anderen Diskussionen bringt er sich gerne ein.

Durch das Diskutieren und Erklären werden dem kommunikativen Lerntyp die Zusammenhänge richtig klar und er kann sie verinnerlichen. Auch durch das Halten von Vorträgen kann er sein Erlerntes weiterhin vertiefen – Hauptsache die Kommunikation mit anderen steht für den kommunikativen Lerntypen im Mittelpunkt.

  • schätzt Gruppenarbeiten und Seminare
  • sucht die Interaktion und bringt sich im Unterricht gerne ein
  • Diskussionen und Gespräche helfen beim Lernen, um Wissen zu verinnerlichen
  • mag es gerne Erlerntes durch Vorträge und Referate zu präsentieren
  • angeregte Gespräche und Diskussionen
  • Gruppen- und Seminararbeiten
  • Lerninhalte gegenseitig abfragen
  • Vorträge und Referate
  • Mitwirken in einer Lerngruppe
  • Diskussionen über Lerninhalte führen, ggf. auch bewusst unterschiedliche Rollen und Standpunkte einnehmen
  • Kommunikation über das Erlernte, bspw. durch das Erklären von Lerninhalten gegenüber Freunden und Familie oder auch Erstellen und Halten von Vorträge

Was für Lerntyp bin ich nun?

In welchen dieser vier Lerntypen hast du dich wiedergefunden? Bedenke dabei, dass du auch mehr als nur ein Lerntyp sein kann, wobei einer in dominanter Form bei dir auftritt. Hast du dich in einem oder mehreren wiedererkannt?

Dass du dir nun weitergehend die Frage “Was für ein Lerntyp bin ich?“ beantworten kannst, empfehlen wir dir, dass du die unterschiedlichen Lernmethoden und -tipps an dir regelmäßig austestet. Probieren geht über Studieren. Du wirst mit Testen der unterschiedlichen Varianten an Lernmethoden und dann anhand deines Lernerfolgs bemerken, inwiefern du dich wirklich in diesem Lerntypen wiederfinden kannst. Anschließend kannst du deine Schlüsse ableiten: Du erkennst deine favorisierten Lerntechniken und kannst deinen Lernerfolg langfristig steigern.

Abschließend wollen wir nochmal erklären, wie wichtig es ist, seinen (bevorzugten) Lerntypen zu identifizieren. Kennen man nämlich seinen Lerntypen, kann man Informationen schneller und nachhaltiger aufnehmen kann. Die für das reine Lernen aufgewendete Zeit lässt sich so unterm Strich verkürzen. Es ist auch was Positives, wenn man erkennt, dass man sich die Lerninhalte einfacher merken kann – so etwas sollten man versuchen zu erreichen. Wer letztlich mehr über seine Art zu lernen weiß, lernt auch effektiver.

Unterdrückte Wut zulassen? 5 Tipps, wie du mit deiner negativen Energie umgehst

Unterdrückte Wut zulassen beschrieben mit einem Lavaausbruch

Wie oft hast du schon deinen Ärger und Kummer heruntergeschluckt, nur um dann zu merken, dass es in deinem Inneren immer weiter hochkocht? Doch was ist die Lösung dafür? Soll man seine unterdrückte Wut zulassen oder sie weiter in sich schmoren lassen und versuchen damit klarzukommen?

Wie bei vielen Problemen gibt es natürlich kein Allheilmittel oder nur die eine Lösung, aber eines ist sicher: Langfristig unterdrückte Wut kann deinem Körper und Geist schaden. Wie genau es dich schädigt und welche Strategien du entwickeln kannst, um mit deiner Wut umzugehen, erfährst du in diesem Artikel.

Was macht unterdrückte Wut mit dir und deinen Mitmenschen

Unterdrückte Wut kann dein Leben vielfältig beeinflussen, ohne dass du es selbst merkst. So hat sie merklichen Einfluss auf deine zwischenmenschlichen Beziehungen, da du deinen Ärger und deine Probleme nicht richtig zur Sprache bringst. So ein Verhalten kann sich dann schnell negativ auf die Freundschaften auswirken. Man neigt zu unnötiger passiven Aggressivität, ist nervös und unausgeglichen.

Psychisch ist es eine der Begleitursachen für Angstattacken und Depressionen. Außerdem kann chronisch unterdrückte Wut dich auch gesundheitlich beeinträchtigen. So wurde medizinisch eine Verbindung von Wut zu gesundheitlichen Problemen wie hohem Blutdruck, Herzleiden, Kopfschmerzen und Hautirritationen festgestellt.

Woher kommt die unterdrückte Wut

Der Hang zur unterdrückten Wut ist oft eine unbewusste Entscheidung, die wir oft schon als Kind getroffen haben. Man hat sich also im Kindesalter dafür entschieden, “immer glücklich und positiv zu sein”. Anstatt sich mit seinen negativen Emotionen auseinander zu setzen, gibt es einige Menschen, die sich diesen lieber verschließen. Sie haben auch oft Probleme mit ihren Enttäuschungen und Ängsten klarzukommen. Diese Eigenschaften sind stark mit der eigenen Persönlichkeit verknüpft.

Manche Menschen unterdrücken aber ihre Wut und ihren Ärger bewusst. Abhängig davon in welchem Elternhaus man aufgewachsen ist, wurde einem der Umgang mit dieser negativen Energie anders beigebracht und vorgemacht. Manch einer wuchs in einem Haushalt auf, wo Probleme klar und mitunter auch lautstark mitgeteilt wurden. Andere wiederum sind in Familien aufgewachsen, die Probleme lieber unter den Teppich gekehrt haben.

Egal, ob man seine Wut bewusst oder unbewusst unterdrückt, der Grund dafür ist eine falsche Einstellung zu negativen Emotionen. Negative Emotionen werden unter allen Umständen vermieden, haben aber in Wirklichkeit genau so ein Existenzrecht wie positive Emotionen. Sie müssen auch ausgelebt werden und dürfen nicht ignoriert werden.

Unterdrückte Wut zulassen beschrieben durch Essen auf einem Tisch
Menschen haben viele (leider auch ungesunde) Strategien entwickelt, mit ihrem Ärger klarzukommen.

Warum wir unterdrückte Wut zulassen müssen

Du kennst bestimmt Menschen, die von sich behaupten, sie würden “eigentlich nie sauer werden”. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie nie Wut empfinden. Es beschreibt lediglich, wie sie mit dieser umgehen. Sie denken sie verspüren keine negativen Gefühle wie Wut o.ä., doch in Wahrheit könnte es eine persönliche innerliche Angst sein solch unangenehme Gefühle zu konfrontieren. Stattdessen schauen sie über „dieses Problem“ hinweg – als würden sie es nicht sehen wollen. Sie wollen sich nicht mit diesen Gefühlen befassen.

Natürlich ist es auch nicht immer richtig wegen jeder Kleinigkeit an die Decke zu gehen. Den richtigen Mittelweg zu finden ist nicht immer leicht. Dennoch neigen die meisten dazu ihre Wut zu unterdrücken, ohne es zu merken.

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Menschen, die ihre Wut und ihren Ärger unterdrücken, neigen häufig zu bestimmten Verhaltensmustern, um mit ihrem Stress klarzukommen. Diese Verhaltensweisen sind oft ungesund und können den Ärger kurzfristig vergessen lassen. Dazu gehören bspw. erhöhte Essenslust auf Süßigkeiten und andere Snacks, exzessiver Genuss von Alkohol oder Zigaretten, sowie das Aufschieben seiner Pflichten. Bei diesen Sachen wird dafür gesorgt, dass es einem für kurze Zeit besser geht, ohne dass man sich seinen Problemen wirklich widmet.

Anzeichen für unterdrückte Wut

Nicht jeder Mensch merkt, dass er seine Wut wirklich unterdrückt. Die unterdrückte Wut  beeinflusst vielfältig sein Leben, aber dieser Einfluss kann darauf nicht einfach zurückgeführt werden. In der folgenden Liste siehst du einige Anzeichen dafür, dass du deine Wut unterdrückst. Es muss nicht jedes Anzeichen auf dich persönlich zutreffen, genauso wenig sind es keine absoluten Indikatoren. Das bedeutet, auch wenn einige dieser Verhaltensmerkmale sich bei dir widerspiegeln, muss es nicht zwangsweise heißen, dass du unter diesem Problem leidest:

  • Du bist nie sauer, aber hast oft leichte Depressionen.
    Anstatt deinen Ärger nach außen zu tragen, blockst du deine negativen Emotionen. Das geht über längere Zeit auf deine Psyche, da du deinen Ärger “nach innen” drängst.
  • Dich regen kleine Sachen übermäßig auf.
    Dein Partner hat vergessen, Milch zu kaufen oder im Straßenverkehr hat jemand nicht geblinkt? Wenn du dich bei diesen Sachen übermäßig aufregst, liegt es oft daran, dass deine unterdrückte Wut ein Ventil sucht und du diese kleinen Probleme nutzt, um Energie herauszulassen.
  • Du besitzt nervöse Ticks.
    Menschen mit unterdrückter Wut neigen oft zu nervösen Lastern wie Nägelkauen oder das Aufbeißen der Lippen.
  • Man wirft dir passiv aggressives Verhalten vor.
    Da du deinen Ärger nicht Luft machst, benutzt du mehr indirekte Arten, deinen Frust herauszulassen. Dazu gehört bspw. auch nett zu Menschen zu sein und hinterher über sie zu lästern.
  • Du neigst zu Suchtproblemen.
    Diese Sucht muss nicht etwas mit Alkohol oder anderen Drogen zu tun haben. Dazu gehört auch Kaufsucht, übermäßiges Sport treiben und auffälliges Essverhalten wie bspw. viel Fast Food oder Süßigkeiten.
  • In den seltenen Fall, dass du sauer wirst, explodierst du.
    Wenn man seine Wut nicht regelmäßig rauslässt, kann sie sich immer weiter aufstauen. Wenn dann der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt, kommt deine gesamte negative Energie auf einmal heraus.

5 Tipps, die dir helfen, deine unterdrückte Wut zulassen zu können

Deine unterdrückte Wut in dem richtigen Maß zuzulassen ist keine einfache Tat. Deswegen müssen wir lernen mit unseren Problemen und Stress richtig umzugehen. Wir stellen dir unsere fünf besten Tipps vor, wie du mit deiner Wut und negativen Energie proaktiv umgehen und letztendlich in positive Energie umwandeln kannst.

1. Lerne mit Ärger und Wut umzugehen

Das größte Problem, wenn man seine Wut normalerweise unterdrückt, ist zu lernen, wie man korrekt in diesen Momenten der Wut umgehen sollte. Merke die physischen Anzeichen an dir, wenn du kurz davor bist zu explodieren. Dein Kopf wird wärmer, dein Herzschlag steigt und dein Körper verkrampft sich. Mit dieser Wut klarzukommen ist nicht einfach und es gibt viele verschiedene Techniken – zusammengefasst unter dem Thema “Anger Management” – mit denen man dieser Lage Herr werden kann.

Eine Möglichkeit um seinen Ärger herunterzuschlucken, ist es langsam bis zehn zu zählen und dabei ruhig ein- und auszuatmen. Ich weiß, das ist in vielen Situationen sehr schwer, aber es sollte dir helfen deine Gedanken zu ordnen und das Problem klarer zu sehen

2. Regelmäßiger Sport

Der Körper des Menschen ist für regelmäßige körperliche Ertüchtigung gemacht. Es ist unser Werkzeug Adrenalin aufzubauen und herauszulassen. Bist du dieses Adrenalin durch den Sport mehr gewöhnt, ist dein Körper nicht mehr überfordert, solltest du das gleiche Gefühl durch Wut bekommen. Dabei sollst du es nicht benutzen, um dich abzureagieren, sondern es stattdessen in deinen Alltag als Gewohnheit mit einbauen.

Der Ärger ist als Gewitter, nicht als Dauerregen gedacht; er soll die Luft reinigen und nicht die Ernte verderben.

Ernst R. Hauschka (1926-2012), deutscher Philosoph Tweet

3. Finde einen gesunden Weg deine Wut herauszulassen

Jeder Mensch sollte eine eigene Methode entwickeln, wie er am besten seine Wut herauslässt. Wichtig ist hierbei, dass du Wut nicht mit Gewalt verwechselst. Menschen sind in diesen emotionalen Momenten ihrer Wut von ihren negativen Gefühlen geleitet und oft nicht objektiv und rational. Deswegen solltest du versuchen, dich wenn möglich kurz zurückzuziehen. Mir persönlich hilft es den Ärger physisch aus mir herauszulassen, indem ich in mein Kissen schreie.

4. Mache dich selbst nicht mehr runter

Viele Menschen verstecken ihre Wut in negativen Gedanken, die sich an sich selbst richten. Sie machen sich selbst runter oder beleidigen sich. Versuch diese Gedanken ins Positive zu wandeln. Dadurch verhinderst du, dass deine Wut dich in deinem Kopf auffrisst. Regelmäßige positive Affirmationen können langfristig verhindern, dass du deine Wut und Frustration nach innen auf dich leitest, sondern nach außen bringst. Wenn sich deine Wut gelegt hat, solltest du dir etwas Gutes tun, um deinen Tag wieder ein wenig aufzubessern.

5. Wut ist eine normale Emotion, die ihren Platz verdient

Der letzte Tipp, den wir dir geben können, ist das richtige Verständnis, was Wut überhaupt ist. Wut ist genauso eine Emotion wie Freude, Trauer und Enttäuschung. Sie hat genauso einen Platz in deinem Alltag wie jedes andere Gefühl. Erst wenn wir diese Wut aus unserem Körper versuchen zu verbannen, machen wir sie zu einem Problem – wir sollten also eine bewusste Entscheidung der Wut zulassen.

Wut ist ein Gefühl, dem man genau zuhören sollte. Sauer sein ist ein normales menschliches Verhalten. Erst wenn man das versteht, kann man lernen mit seiner Wut umzugehen.

 

Unterdrückte Wut ist ein schwieriges Thema. Viele Menschen, die dieses Problem haben, wissen es meistens gar nicht. Darüber hinaus ist es eine Eigenschaft, die wir in unserer Kindheit mit ins Erwachsenendasein nehmen. Diese Gewohnheit zu brechen, erfordert viel Disziplin und Durchhaltevermögen. Dennoch denken wir von DailyMentor, dass man an jedem Problem in der Persönlichkeit arbeiten kann – egal welches Problem oder in welchem Alter.

Kennst du Menschen, die ihre Wut nicht richtig ausdrücken können? Wann hast du dich das letzte Mal dich über eine Nichtigkeit aufgeregt, nur um zu merken, dass du eigentlich ein ganz anderes Problem hast? Über deine Gedanken und Kommentare würden wir uns sehr freuen.

Psychografie – was für ein Persönlichkeitstyp bist du? Erkenne dein Naturell

Psychografie Persönlichkeitstyp beschrieben durch verschiedenfarbige Pflanzen

Jedes Individuum wird ausgezeichnet durch verschiedene Eigenschaften, die uns entweder in die Wiege gelegt oder im Verlauf unseres Lebens angeeignet worden sind. Jeder Mensch ist einzigartig – dennoch streben viele von uns danach sich trotz der Vielfalt irgendwo einordnen zu können. Dafür gibt es verschiedene persönlichkeitspsychologische Ansätze, die dem Bedürfnis nahekommen. Einer davon ist die Psychografie. Sie ist ein adäquates, lebensnahes und verständliches System, um Persönlichkeitstypen zu verstehen und sich und sein Umfeld einordnen zu können. 

In der Psychografie spricht man von drei Persönlichkeitstypen: dem Handlungs-, Beziehungs- und Sachtypen. Jeder Mensch ist mindestens einem dieser Typen primär zugeordnet – auch Naturell genannt. Meistens kommt jedoch eine Mischform aus allen dieser Typen zustande, wonach kein einfaches Schubladendenken möglich ist. Davon dominiert jedoch immer einer, der viele Bereiche seines Lebens bestimmt.

Was kannst du in diesem Beitrag lernen?

Im Verlauf unseres Artikels bringen wir dir grundlegendes Wissen über die drei verschiedenen Typen bei. Wir werden uns mit den einzelnen Besonderheiten, Stärken, aber auch Schwächen und Ängsten der Persönlichkeiten befassen. 

Sobald du Kenntnisse über die verschiedenen Grundtypen erlangt hast, kannst du diese nicht nur auf dich anwenden, sondern wirst auch deine Mitmenschen in ihrem Denken und Verhalten besser verstehen können. Die Psychografie bietet dir daher eine hervorragende Voraussetzung für eine gute Selbstbeziehung und gelingende Beziehungen zu Anderen.

Empfehlung von DailyMentor

Bevor du weiterliest, haben wir einen Persönlichkeitstest auf Basis der Psychografie erstellt. 

Am besten du startest zuerst mit dem Test, um gleich einen persönlichen Bezug zur Psychografie zu erhalten.

Hier geht es zum Persönlichkeitstest

Was ist Psychografie?

Die Psychografie basiert auf der Grundannahme, dass die menschliche Psyche auf folgenden drei Bereichen aufgebaut ist: Denken, Handeln, Fühlen. Auf dieser Basis wurden in der Psychografie die drei Persönlichkeitstypen nach Dr. Dietmar Friedmann definiert, die alle ihre Besonderheiten, Talente, Fähigkeiten, aber auch Schwächen haben:

Jeder Mensch hat bereits seit seiner Kindheit eine gewisse Begabung und Bevorzugung in den Bereichen des Fühlens, Handelns oder Denkens entwickelt. Einen dieser Bereiche hat jeder von uns zu seiner persönlichen Stärke gemacht. Hingegen hat man sich unbewusst dazu entschieden einen anderen Teil dieser drei Persönlichkeitstypen eher zu vernachlässigen.  

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

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Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

In jedem von uns steckt jedoch zumindest ein kleiner Anteil aller drei Typen. Es ist allerdings die Gewichtung dieser drei Persönlichkeitstypen, die bei jedem Charakter unterschiedlich sein kann. Jeder von uns hat trotzdem seine “Lieblingsstrategie“ und eigene Art und Weise, wie man persönlich mit sich und seiner Umwelt interagiert.

So hat jeder Grundtyp seine ganz eigenen praktischen, emotionalen oder mentalen Kompetenzen. Diese ganz individuelle Dynamik ist ausschlaggebend, wie wir die Welt sehen und unseren Alltag bestreiten.

Die Psychografie unterscheidet sich in der Hinsicht von anderen eher statischen und starren Persönlichkeitstests und -modellen. Sie gibt dir eine Grundrichtung an und orientiert sich danach mehr, was innerhalb deiner Persönlichkeit passiert, ohne dich darin einzuschränken. 

Schließlich befasst sich die Psychografie mit ihren drei Persönlichkeitstypen damit, wie die einzelnen Typen handeln, Probleme lösen, wo ihre Stärken und Talente liegen, aber auch wo sich gewisse persönlichkeitstypische Fallen und Lösungswege verstecken können. 

Die drei Persönlichkeitstypen 

Wenn du dir nun die drei Persönlichkeitstypen durchliest, wirst du dich oder eine dir bekannte Person in einigen dieser Beschreibungen mehr – in anderen womöglich weniger – wiedererkennen.

Verstehe, dass du nicht alles “für bare Münze“ nehmen sollst. Die Beschreibung der einzelnen Persönlichkeitstypen entspricht einem 100 prozentigem Naturell, was keinem oder zumindest sehr wenigen von uns entspricht. Wir Menschen sind dynamische Individuen und werden von unserer Umwelt beeinflusst. Daher ist hier kein Schubladendenken angebracht. Eher sollen dir die Naturelle eine Tendenz deiner Persönlichkeit aufzeigen.

Psychografie Persönlichkeitstyp beschrieben durch unterschiedliche Blätterfarben
Abhängig vom Charakter können sich unsere Naturelle überschneiden.

Verstehst du dein Naturell, das deines Partners oder deiner Freunde, so kannst du womöglich diese besser nachvollziehen. Du erkennst, weshalb jemand so handelt wie er es tut, verstehst seine Stärken und Schwächen. Vor allem soll dir unsere Auflistung die Möglichkeit geben, dass du zwischenmenschliche Beziehungen besser handhaben und verstehen kannst. 

Jedoch wollen wir dir mit dem einordnen und erkennen der drei Naturelle nicht nur “Honig um den Mund schmieren”, sondern dir einen Lerneffekt mitgeben. Du erhältst von uns daher nicht ausschließlich Positives in der Auflistung, sondern wirst auch viele “persönlichen Baustellen“ der Naturelle erkennen. Denn es sind vor allem die Schwächen, die man bei den einzelnen Naturellen verstehen muss, sodass man sich in sein Gegenüber besser hineinfühlen kann. 

Beachte dabei bitte immer, dass es bei der Unterscheidung der drei Grundtypen nicht darum geht, dass der eine oder andere besser oder schlechter ist. Sondern es geht darum, dass man die Eigenheiten seines Persönlichkeitstyps und den seiner Mitmenschen analysieren und akzeptieren lernt, um Missverständnissen entgegenzuwirken.

Der Beziehungstyp

Der erste der hier vorgestellten Persönlichkeitstypen ist der Beziehungstyp. Er ist mit Abstand die kreativste uns abenteuerlustige der drei Grundtypen – mit ihm wirst du immer spannende neue Dinge erleben.

Mitunter liegt das daran, dass der Beziehungstyp ein nahezu chronischer “Ja”- Sager ist und nur selten “Nein” sagen kann. Dies kommt ihm jedoch nicht allzu oft zulasten, da er sich rasch für jegliche Dinge begeistern kann. Das sind vor allem die Dinge, bei denen er herausgefordert wird. Diese Hingabe kann jedoch schnell aufgrund des oberflächlichen Interesses schwinden, sobald sich ihm eine neue, spannendere Möglichkeit eröffnet. 

Er hat oftmals einen großen Freundeskreis und hegt eine starke Bindung zu seinem sozialen Umfeld, auf welches er großen Wert legt. Empathie und Verständnis für sein Gegenüber ist eine seiner größten Stärken. Er verstreut mit seiner offenen, optimistischen Persönlichkeit und vielfältigen Mimik stets viel positive Energie aus, wobei er auch stets selbstbewusst wirkt – dieser Schein kann jedoch in einigen Fällen trügen. 

Ein Beziehungsmensch hat eine große innere Angst von anderen ausgeschlossen oder gar nicht gemocht zu werden. Von allen Typen kann der Beziehungstyp am meisten unter seinen Problemen leiden. Die Fülle an negativen Gedanken kann dieser Typ jedoch mit seinen positiven Gefühlen ausgleichen, da er sehr gut mit seinen Gefühlen, als auch denen von anderen, umgehen kann.

Aufgrund seiner hohen emotionalen Wahrnehmungsdichte denkt, fühlt und handelt er demnach oft sehr emotional. Der Beziehungstyp hat einen ausgeprägten Sinn für alles Schöne, weshalb er auch einen großen Wert auf sein Erscheinungsbild legt, um anziehend und attraktiv zu wirken.

Der Beziehungstyp hat großes Interesse für Neues und scheut es daher nicht neue Wege einzuschlagen – weshalb der Werdegang eines Beziehungstyps nicht immer konstant ist. Der Beziehungstyp lebt nämlich stets im Hier und Jetzt – die Gegenwart ist seine Zeitform. 

  • lebendig, kontaktfreudig, ausdrucksstark, ideenreich, optimistisch
  • kommunikative und offene Persönlichkeit und findet schnell den Zugang zu anderen
  • starkes Empathievermögen und das Verständnis für andere Personen und Situationen
  • verantwortungsbewusst und hilfsbereit
  • kann sich sehr gut ausdrücken, was vor allem an seinen eigenen starken Emotionen liegt
  • ist durch die Begeisterungsfähigkeit in der Lage Zusammenhänge und Situationen schnell zu verstehen
  • ungeduldig, unvorsichtig, leichtgläubig, schnell ablenkbar, unpünktlich
  • nimmt viele Dinge sehr persönlich und bezieht vieles auf sich
  • verausgabt sich überdurchschnittlich für andere – geht er dem nicht nach, fühlt er sich schuldig
  • passt sich sehr an die Bedürfnisse von anderen an und stellt das eigene Wohl hinten an, im übertriebenen Ausmaß kann sich dies im Helfersyndrom bemerkbar machen
  • kann sich schwer abgrenzen
  • Probleme mit der Einteilung von zeitlichen und finanziellen Ressourcen durch vielfältiges und gleichzeitiges Interesse
  • kann sehr gut mit Menschen umgehen, weshalb er oft im Sozialen beruflich tätig ist
  • starke Beziehung zum Umfeld und daher sehr anfällig auf die Impulse, die von außen kommen – oder ggf. nicht kommen
  • vergleicht sich oft mit anderen und hat einen hohen Anspruch an sich selbst
  • durch vielfältiges und sprunghaftes Interesse kann der Beziehungstyp unkritisch und oberflächlich wirken, wobei gewisse Versprechen auch nicht immer eingehalten werden können 
  • besitzt eine Fluchttendenz, um sich abzuschotten, wenn ihm Abweisung widerfährt oder er sich ungeliebt und hilflos fühlt
  • nicht mehr gemocht oder geliebt zu werden und aus der Verbindung zu fallen
  • hilflos zu sein
  • dass sich andere nicht für ihr Interessen und Bedürfnisse interessieren
  • kritisches Denken und Hinterfragen
  • klares Denken, Abstand zu Situationen gewinnen
  • Geduld: sich Zeit einräumen und angefangene Projekte zu Ende bringen
  • auf das eigene Wohl verstärkter achten, auch wenn man es dabei nicht immer allen recht machen kann 
  • Rücksicht auf die eigenen Ressourcen und Planung des Alltags zu legen

Der Sachtyp

Der nächste der drei psychografischen Grundtypen ist der Sachtyp. Wie der Name schon vermuten lässt, ist er ein sehr theoretisch und geistig veranlagter Mensch, der stets rational handelt. Man könnte den Sachtyp auch als “Kopfmenschen” bezeichnen, der mehr theoretisch als praktisch veranlagt ist, da er lieber denkt als zu handeln.

Ein Sachtyp ist sehr wissbegierig, erkennt schnell Zusammenhänge und ist lernwillig für jegliche Thematiken, die ihn interessieren. Er schätzt stets Klarheit, Effizienz und Transparenz, wobei er Situationen immer wohlbedacht abwägt, ehe er Zeit, Anstrengungen und/oder Geld investiert. Im Allgemeinen ist der Sachtyp sehr sparsam mit seinen Finanzen und Ressourcen.

Trotz und womöglich gerade wegen seines Strebens nach Fehlervermeidung, ist der Sachtyp ein “Vielleicht”-Mensch, womit er in den für sich unangenehmen Entscheidungssituationen einen Spielraum offen lassen kann – und das meist über einen längeren Zeitraum. Er ist einfach kein typischer Initiator, sondern wartet gerne erstmal ab, um dann irgendwann zu reagieren. Das macht ihn zusätzlich sehr sicherheitsbedacht.

Die Zeit, die der Sachtyp für sich alleine hat und auch mal “nichts tut”, schätzt er sehr. Viele seiner persönlichen Angelegenheiten und Probleme macht der Sachtyp mit sich selber aus. Er ist meist zurückhaltend, konfliktvermeidend und unauffällig. Lässt sich ein Konflikt jedoch einmal nicht vermeiden oder geht es dem Sachtypen nicht gut, so hat er in solchen Situationen eine starke Tendenz zum Rückzug, Pessimismus und zur Sensibilität. Dies bekommt auch sein soziales Umfeld zu spüren – wobei er jedoch stets ein loyaler und fürsorglicher Freund und Partner ist.

Für Sachtypen ist es zudem nicht untypisch bestimmten Gewohnheiten nachzugehen, da sie Regeln und Sicherheit im Alltag brauchen. Ehe er sich von einer solchen Struktur trennt, sollte stets eine Alternative vorhanden sein. Nicht nur aufgrund seiner analytischen Vorgehensweise, sondern auch aufgrund seines überdurchschnittlich guten Gedächtnisses ist der Sachtyp ein vergangenheitsorientierter Mensch. 

  • strukturiertes Denken und analytisches Vorgehen
  • hohe Auffassungsgabe
  • ist sehr detailliert und kann sich im eigenen Fachgebiet viele Dinge merken 
  • hat die Fähigkeit Situationen zu versachlichen und nicht zu dramatisieren
  • bringt Gelassenheit mit und strahlt dabei Souveränität aus
  • schiebt unangenehme Aufgaben gerne auf und hat Probleme sich zu entscheiden
  • kann zu viel nachdenken und verpasst den Moment des Handelns, um aktiv zu werden
  • Probleme in der Äußerung der eigenen Gefühle, da er keinen guten Zugang zu den inneren Befindlichkeiten hat
  • Probleme Kritik aufzunehmen – vor allem dann, wenn sie sachlich geäußert wird
  • kann sich schnell zurückziehen, bei Überforderungen einer Situation
  • Probleme in Drucksituationen und Veränderungen
  • verhält sich introvertiert, starr und abgekühlt in unkomfortablen Situationen
  • kann zu unentschlossen und passiv sein – lange steht das “Vielleicht“, ehe er sich entscheiden kann
  • kommuniziert sachlich und klar, kann trotzdem gerne auch mal abschweifen 
  • geht tiefe Verbindungen ein und führt daher sehr loyale Freundschaften
  • lässt anderen Mitmenschen Raum und kann gut zuhören
  • ist nicht direkt schüchtern, sondern eher zurückhaltend und beobachtend
  • lässt sich wenig durch Emotionen durchrütteln 
  • hat tiefe Gefühle, doch zeigt diese nur ausgewählten Personen
  • macht viele Angelegenheiten mit sich selbst aus und lässt sich dabei nach außen wenig anmerken 
  • bleibt in Diskussionen sachlich und ruhig
  • lässt sich für Aktivitäten schwerfälliger motivieren 
  • hat eine hohe Reizschwelle in Konfliktsituationen – wird diese jedoch erreicht, kann es auch ihm “herausplatzen“ und ist dabei sehr treffsicher, zynisch oder auch gemein
  • Angst vor Sicherheits- und Kontrollverlusten
  • allgemeine Aversion von Risiko
  • Angst vor Verlusten und Niederlagen
  • nicht immer zu viel nachdenken und bereit sein ein Risiko einzugehen
  • sagen was er will und nicht nur was er nicht will
  • sich groß und laut machen für Dinge, für die er einsteht
  • Dinge weniger “verkopft“ und starr betrachten
  • proaktives Handeln und eine bessere Handhabung von Drucksituationen

Der Handlungstyp

Der letzte der drei Grundtypen ist entgegen dem Sachtypen ein sehr kraftvoller und entschlossener Typ. Die Rede ist von dem Handlungstypen. Er bevorzugt das praktische Handeln und schätzt positive Ergebnisse sehr, da seine Arbeit und die damit verbundenen Fähigkeiten meist Mittelpunkt seines Lebens sind. 

Um seine Ziele zu erreichen, ist er jedoch stets zum Kampfe bereit und nimmt den einen oder anderen Streit in Kauf – wobei er selbst hart im Nehmen ist und sich nicht viel beklagt. Er liebt es, sich zu messen und mit anderen zu vergleichen, deshalb erkennt er in allem einen Wettbewerb. Dabei erkennt er als strukturliebender Mensch die Regeln zwar an, ist meistens aber davon überzeugt im Recht zu sein und scheut dabei auch nicht davor ab andere zurechtzuweisen. 

Nicht nur bei den Wettbewerben muss er an erster Stelle stehen, auch im Arbeitskontext übernimmt er gerne die Führungsposition, wobei er stets ein verantwortungs- und pflichtbewusster Mensch ist. Während andere noch denken, ist er bereits am Handeln und übernimmt die Führung. Er verabscheut Ungerechtigkeit und setzt sich wegen seines Beschützerinstinkts gerne für Schwächere ein. Er ist großzügig und teilt gerne.

In seinem Handeln ist er sehr lösungsorientiert und weiß schnell, was zu tun ist – das schätzt sein streng ausgewähltes Umfeld sehr an ihm. Sein Umfeld muss ihn nehmen, als das, was er ist, denn wenn er einmal leidet, wird er kritisch und polternd, hartherzig, gemein oder negativ, wodurch er nach außen machtvoll und dynamisch wirkt, was ihm jedoch keine Missverständnisse erspart.

Nicht nur nach außen wirkt der Handlungstyp so. Tatsächlich hat er einen schlechten Zugang zu seinen Gefühlen, welche für ihn oft nicht klar sind. Nach außen ist er stets robust, taff und kann seine Meinung gut durchsetzen – doch in Wahrheit sucht er die Möglichkeit sich bei jemanden anlehnen zu können, dem er auch seine schwache Seite zeigen kann. Der Handlungstyp ist ein Macher und handelt, wenn andere noch überlegen, deshalb ist seine Zeit die Zukunft

  • schätzt die sozialen Kontakte und ist ein wahrer “wir“-Mensch 
  • achtet auf das Wohl der Gruppe und Gerechtigkeit 
  • sucht die Führungsposition und ist dabei sehr lösungsorientiert
  • verantwortungsvoll, zuverlässig und pflichtgetreu
  • disziplinierter zuverlässiger Pragmatiker
  • ziel-, ergebnis- und erfolgsorientiert
  • arbeitet mehr als nötig und blendet dabei die emotionale Ebene aus
  • sehr ausgeprägtes Ordnungsbedürfnis und starkes Pochen auf das Einhalten von Regeln, was ihn als Kontrollfreak aussehen lassen kann
  • kann Konflikte verursachen durch die “Angriffslust” seine Meinung durchzusetzen
  • besitzt die Grundhaltung zuerst “Nein“ zu sagen
  • Hang zum Perfektionismus und das auch unter der Missachtung der eigenen Energie und Gesundheit
  • schätzt die Familie und Freunde und meint es gut mit ihnen
  • hat ein eigentlich ein weiches Herz – und zeigt dies vor allem Kindern und Tieren
  • bevorzugt eine klare Kommunikation – spricht dabei gerne laut und deutlich und untermauert dies mit Gestiken
  • schätzt die eigenen Kontakte sehr – doch eine zu nahe Bindung kann für ihn suspekt sein
  • braucht ein starkes Gegenüber, das seine eigene Postionen vertritt 
  • mag es sich mit anderen zu reiben und zu diskutieren 
  • Es geht ihm im sozialen Umfeld hauptsächlich darum etwas “zu machen” und weniger sich mit Emotionen zu beschäftigen
  • durch seine Beschützerrolle ist er für sein soziales Umfeld immer da
  • ist weniger der Zuhörer, sondern schlägt dem Gegenüber bei Problemen eigene Lösungswege vor, wie er selber vorgehen würde
  • Angst sich Schwächen einzugestehen – denkt, dass er immer resolut und standfest wirken muss
  • größte Angst sich eingeschränkt, machtlos oder blockiert zu fühlen
  • Angst von seinem Umfeld falsch wahrgenommen zu werden, dass er in irgendeiner Hinsicht schwach wäre
  • Feingefühl und Empathie, um andere Meinungen zu verstehen und akzeptieren
  • Bereitschaft seine schwache Seite zu zeigen, um sich auch bei anderen anlehnen zu können
  • Rücksichtnahme: fragen, was die Bedürfnisse und Gefühle anderer Personen sind
  • Situationen nicht immer zu ernst zu nehmen, um selber auch mal locker lassen zu können
  • verstärktes Zulassen für eigenen Spaß, Gelassenheit und Fördern der Kreativität

Sicherlich wirst du dich in einem dieser Naturelle verstärkt erkennen können. Nehme diesen Text für dich mit, um zu deinen Stärken zu stehen und diese ggf. noch weiter ausbauen zu können. Selbes gilt für deine Schwächen – nehme es als Anlass diese zu erkennen und anzupassen. Doch wie du es selber schon weißt: Niemand ist perfekt und hat seine Potenziale. Das gehört zum “Mensch sein” dazu.

Bestimmt hast auch du einen “aha”- Effekt für dich mitgenommen. Was war es für einer? Wir sind gespannt, welche Learnings du aus diesem Beitrag für dich mitgenommen hast. Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Die eigene Faulheit überwinden – Wie machst du es dir leichter?

Faulheit überwinden gezeigt durch eine schlafende Katze

Schon wieder eine neue Serie bei Netflix angefangen, obwohl man eigentlich gar keine Zeit hat? Hast du schon wieder einmal Essen bestellt, anstatt selbst zu kochen? Oder wieder auf der Couch versackt anstatt zum Sport zu gehen? Wenn du dich in diesen Situationen wiedererkennst, geht es dir wie vielen anderen. Die eigene Faulheit überwinden ist ein Problem, das mit Sicherheit jeder Mensch schon einmal hatte.

Natürlich hat man auch produktive Phasen, in denen man seine ganzen Erledigungen zeitig abarbeitet, sich um seinen Haushalt kümmert und in der Schule oder bei der Arbeit sein Bestes gibt. Dennoch schleicht es sich dann langsam ein. Man liegt länger im Bett als geplant oder vertreibt sich die Zeit auf YouTube und Social Media, obwohl man für den Tag so viel geplant hat.

Wir gucken uns genauer an, wieso Menschen zur Faulheit neigen und widmen uns der Frage, wie man seine Faulheit überwinden kann und nachhaltig produktiver im Leben wird. Denn: vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm, wenn man einen faulen Tag hat.

Faulheit überwinden – ein neuzeitliches Problem?

Faulheit und Prokrastination, der Drang Sachen aufzuschieben, sind immerwährende Probleme in unserer Gesellschaft. Wir sind eine der ersten Generationen, die sich mit dem Internet die Zeit vertreiben. Heutzutage geben viele den Überfluss an äußeren Reizen durch soziale Medien und Technologie die Schuld für eine wachsende Faulheit in der Gesellschaft, aber dem ist nicht der Fall. Unsere Vorfahren hatten dafür andere Formen der Ablenkung.

Der Geschichtsbiologe Dr. David Penman behauptet beispielsweise in seinem Buch, dass der wahre Grund für den Zerfall des römischen Reiches unter anderem die Faulheit der Römer war. Nach jahrelangen Eroberungen und immerwährenden Reichtümern haben die Menschen ihren produktiven Drang verloren. So wurden die Römer von Generation zu Generation tatsächlich ungebildeter, da die Gelehrten zu faul waren, alte Schriften neu abzuschreiben und neue Technologien zu erforschen.

Doch nicht nur gescheiterte Nationen, sondern auch wahre Genies sind bekannte Faulenzer. So hat Leonardo da Vinci ganze 15 Jahre gebraucht um sein berühmtestes Gemälde mit den mickrigen Maßen von 77 cm mal 53 cm zu malen – die Mona Lisa. Es lag dabei aber nicht an fehlender Inspiration oder ähnlichen Problemen, sondern schlichtweg daran, dass er zu faul war. Er gab in seinem Sterbebett selbst zu, dass er es bereut, so viele Sachen nicht beendet zu haben.

Wenn selbst einer der klügsten Köpfe unserer Geschichte (seines Erachtens) der Faulheit unterlag und sie nicht überwinden konnte, wieso sollte es uns dann anders gehen? Natürlich werden wir faule Tage haben, aber wir sollten uns an unseren Leistungen und Errungenschaften messen. Diese motivieren uns weiterzumachen und produktiv zu sein.

Faulheit überwinden beschrieben durch einen Mann, der auf einer Wiese schläft
Auch die erfolgreichsten und produktivsten Menschen haben einen faulen Tag.

Warum sind Menschen überhaupt faul?

Wenn du dir selbst Vorwürfe machst, weil du faul bist und wieder einmal irgendetwas aufgeschoben hast, dann können wir dich ein wenig beruhigen. Es ist ganz normal und liegt sogar in der menschlichen Natur. Menschen streben generell danach Glück zu empfinden. Wir machen Sachen, die uns glücklich machen. Wir umgeben uns mit Menschen, die uns glücklich machen. Nur leider sind wir selbst nicht immer gut darin zu entscheiden, was uns glücklich macht.

Zum Beispiel macht es uns für den Moment glücklich Videospiele zu spielen oder Serien zu schauen, aber langfristig führen unsere versäumten Aufgaben zu langfristigen Problemen. Das ist auch der Grund, warum es Menschen oft schwerfällt, regelmäßig Sport zu treiben. Es ist viel komfortabler einfach auf der Couch sitzen zu bleiben, als sich zum Training zu quälen.

Der Körper sehnt sich nach sogenannter sofortiger Belohnung. Wenn du jetzt eine Pizza bestellst, kann du deine Zeit mit Sachen füllen, die Spaß machen. Einkaufen gehen und Kochen sind Tätigkeiten, die mehr Arbeit und Zeit benötigen. Diese haben aber langfristig den Vorteil, dass es oft gesünder und günstiger ist. Das ist aber auch das Problem. Gesünder essen hat keinen sofortigen Einfluss auf dein Leben. Niemand fühlt sich wirklich schlecht nach einer leckeren Pizza (außer vielleicht dein Gewissen). Gesund essen und regelmäßiger Sport sind Tätigkeiten mit einer verzögerten Belohnung. Oft sieht man die sportlichen und gesundheitlichen Erfolge am eigenen Körper erst nach mehreren Wochen.

Dieses Konzept der sofortigen und verzögerten Belohnung ist in unseren Alltag eingebrannt. Deswegen ist es manchmal so schwer sich und seine Faulheit zu überwinden. Man weiß natürlich von den langfristigen Verpflichtungen, aber die sofortige Belohnung ist zu verlockend.

Wie kann ich meine eigene Faulheit überwinden?

Dass du diesen Artikel liest, ist schon einmal ein guter erster Schritt. Wahrscheinlich hast du davor auch schon einen anderen wichtigen Schritt getan: Du hast dir selbst eingestanden, dass du manchmal faul bist und du willst etwas an deinem Verhalten ändern. Als Nächstes schauen wir uns an, was man dagegen tun kann und wieso es manchmal auch gar nicht schlimm ist faul zu sein.

Strategische Faulheit – faul sein mit Konzept

Was ist, wenn ich dir sage, dass Faulheit durchaus Platz in deinem Leben hat und einnehmen sollte? Das Konzept der strategischen Faulheit sagt, dass es gesund ist, seinen Kopf in regelmäßigen Abständen auch einmal abzuschalten und faul zu sein. Das Wichtige ist aber, dass man diese faulen Momente planen muss. Wie genau das geht, erklären wir dir in den folgenden Schritten.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

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Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

1. Mache dir eine To-do-Liste

Mache dir eine Liste mit allen wichtigen Aufgaben des Tages und verfolge dabei eine Abwandlung des Pareto-Prinzips. Das Pareto-Prinzip sagt aus, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20 % der Ergebnisse erfordern mit 80 % des Gesamtaufwandes die quantitativ meiste Arbeit. Wir nutzen dieses Konzept für unsere To-do-Liste, indem wir genau prüfen, welche Aufgaben wirklich wichtig für uns sind und welchen Effekt die Erledigung der Aufgaben wirklich haben. Schau dir deine Liste an und priorisiere durch. Was willst du heute unbedingt erledigen? Wo drückt der Schuh am meisten? 

Eine To-do-Liste mit 20 Einträgen kann schlagartig demotivieren, während eine kurze und präzise Liste dich eher anspornt deine Aufgaben schnell zu erledigen. Nun muss die Liste noch richtig geordnet und Prioritäten verteilt werden. Dadurch kommen wir zu dem nächsten Punkt: das Abarbeiten der To-do-Liste.

2. Iss den Frosch

Iss einen lebendigen Frosch am Anfang des Tages, und nichts Schlimmeres wird dir den restlichen Tag über passieren.

Mark Twain (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller Tweet

Was Mark Twain mit diesem Zitat in unserem Bezug aussagen will, ist Folgendes: Mach deine wichtigste bzw. schwierigste Aufgabe zuerst. Wenn du diese Aufgabe hinter die anderen einfachen Aufgaben stellst, ist die Chance größer, dass du sie doch noch auf einen anderen Tag verschiebst.

Ein weiterer Vorteil ist, dass wir früh am Morgen noch nicht abgelenkt sind. Über den laufenden Tag wird man oft regelrecht überschwemmt von Social Media, WhatsApp oder E-Mails. Am Anfang des Tages ist es oft ruhiger, man hat noch einen klaren Kopf und kann sich direkt auf die schwierige Aufgabe stürzen, ohne das Risiko abgelenkt zu werden. Man hat außerdem morgens am meisten Energie und trifft die besten Entscheidungen. Des Weiteren hat man nach Abschluss der wichtigsten Aufgaben das Momentum auf seiner Seite und die kommenden leichteren Aufgaben gehen einem einfacher von der Hand.

3. Formuliere Kurzziele

Nimmst du dir zu viel auf einmal vor, kann dich eine Aufgabe schnell übermannen. Deswegen versuche sie dir vorher in kleinere Ziele aufzuteilen. Wenn du dir deine große Aufgabe in kleinere Teilaufgaben zerlegst, kannst du so dein Vorhaben besser visualisieren. Du entwickelst eine genaue Strategie und kannst die Kurzziele Schritt für Schritt abarbeiten. Jeder neue Schritt motiviert dich, weil du das Gefühl kriegst, etwas geschafft zu haben. Es lässt außerdem eine komplexe Aufgabe weniger einschüchternd wirken.

Wenn beispielsweise deine Aufgabe das Saubermachen deiner Wohnung ist, kannst du dir jedes Zimmer einzeln vornehmen und systematisch durcharbeiten.

4. Mache regelmäßige Pausen

Der nächste Schritt wird für viele als ein Zeichen von Faulheit angesehen, ist aber immens wichtig, um motiviert zu bleiben. Du solltest regelmäßige Pausen in deinen Arbeitsalltag und auch zu Hause einbauen. Nutze diese Zeit bewusst für dich. Unternehme etwas, was dir Spaß macht oder nehme dir die Zeit, um dich zu erholen und zu entspannen – denn auch das darfst du dir erlauben.

Gute Pausenrhythmen sind beispielsweise 20 Minuten Pausen nach zwei Stunden Arbeit oder auch zehn Minuten Pausen nach einer Stunde Arbeit. Das mag auf den ersten Blick nach vielen Pausen klingen, aber diese helfen dir kurz abzuschalten und motiviert zu bleiben. Wenn du dir in regelmäßigen Abständen Pausen von deinen Aufgaben nimmst, kannst du deinen „inneren Akku“ wieder aufladen. Der Trick dabei ist, dass du dich oft unterbewusst mit deinen weiteren Aufgaben beschäftigst. Dein Körper muss erstmal die Impulse der letzten Arbeit unbewusst verarbeiten, damit du weiter leistungsfähig sein kannst.

Diese Pausenregelung hilft dir vor allem langfristig nicht auszubrennen. Wenn du es schaffst dir bei der Arbeit immer wieder kurz Zeit für dich zu nehmen, bist du vielleicht sogar am Ende produktiver, obwohl du weniger gearbeitet hast.

5. Räume dir Zeit für dich ein

Anstatt generell faul zu sein und immer nach sofortiger Belohnung zu suchen, plane deine Freizeit. Du solltest dir klare Abende oder auch Tage in deinen Alltag einbauen, an denen du faul sein darfst. Diese Zeiträume sind dann frei von jeder Pflicht. Du machst nur das, was du wirklich willst.

Der Vorteil an dieser Vorgehensweise ist, dass man sich bei der Arbeit und während der Erledigung seiner Pflichten auf etwas freuen kann. Wenn man genau weiß, dass man sich morgen um nichts kümmern muss, ist man heute motivierter noch einmal alles zu geben.

Faulheit überwinden beschrieben durch zwei Frauen beim Picknick
Plane deine Erholungsphasen.

Wichtige Fähigkeiten, um deine Faulheit zu überwinden

Natürlich klingt die strategische Faulheit auf den ersten Blick verlockend. Viele Pausen und kurze To-do-Listen klingen einfach umzusetzen. Diese einfache Herangehensweise birgt aber auch ein paar Schwierigkeiten.

Passt man nicht auf, können sich kurze Pausen zu längeren Pausen ziehen oder man schätzt wichtige Aufgaben unwichtig ein, damit man mehr faulenzen kann. Deswegen ist es wichtig, an seiner Disziplin zu arbeiten. Sei ehrlich zu dir selbst und versuche nicht in alte schlechte Routinen zu fallen. Es hilft auch sich mit neuen Gewohnheiten und guten Routinen einen geordneten Alltag zu schaffen und so seine Faulheit zu überwinden.

Sei nicht so hart zu dir selbst, wenn du dir etwas vorgenommen hast und es doch nicht klappte. Es ist gut, wenn du dich selbst reflektierst und dir eingestehst, dass du heute faul warst. Dann machst du es am nächsten Tag einfach besser. Du befindest dich ggf. gerade in einem Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt, um ihn zu verinnerlichen. Es ist nicht einfach seinen inneren Schweinehund zu überwinden, aber es wird dir jeden Tag etwas leichter fallen. 

 

Was sind deine Erfahrungen mit To-do-Listen? Wie überwindest du deine Faulheit und welche Taktiken haben bei dir funktioniert? Machst du regelmäßige Pausen oder ackerst du acht Stunden durch? Über deine Kommentare und Anmerkungen würden wir uns sehr freuen.

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Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

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