Selbstbild und Fremdbild – Wer bist du wirklich?

Selbstbild und Fremdbild beschrieben mit einer Brille

Jeder Mensch hat eine bestimmte Vorstellung, wie er sein möchte und darüber, wie er gerade ist. Doch ist dir je aufgefallen, dass diese Wahrnehmung nicht immer richtig ist? Gucke dir deine Freunde an. Bestimmt fallen dir spontan einige ein, die zum Beispiel sehr kreativ oder selbstsicher sind, aber es niemals von sich behaupten würden. Das liegt daran, dass ihr Selbstbild nicht mit dem Fremdbild – also das Bild, das du von ihnen hast – übereinstimmt.

Diese Inkongruenz ist bei jedem Mensch verschieden groß und es gibt eine vielfältige Anzahl an Gründen, warum sie überhaupt existiert. In diesem Artikel untersuchen wir den Zusammenhang zwischen deinem Selbstbild und Fremdbild und erklären, wieso dieses Thema so wichtig für deine Persönlichkeit und dein persönliches Wachstum ist. Abschließend schauen wir uns einen sehr interessanten Test an, den du direkt selbst machen kannst, um deine Selbstwahrnehmung zu testen.

Was ist dein Selbstbild? Woher kommt dein Fremdbild?

Dein Selbstbild besteht aus mehreren verschiedenen Bereichen und ist eng mit der Fähigkeit der Selbstreflexion verknüpft. Dabei geht es in erster Linie um das Wissen über den eigenen Charakter, deine Werte, Eigenschaften und Antriebe. Darüber hinaus spielt aber auch deine emotionale Seite eine wichtige Rolle. Dein Selbstbewusstsein und deine Selbstachtung beeinflussen dein Selbstbild, da von ihnen oft auch deine Handlungen und Gedanken gesteuert werden.

Das Fremdbild hingegen wird von deinen Mitmenschen gebildet. Es erklärt, mit welchen Werten und Eigenschaften sie dich beschreiben. Es ist also das Bild, dass sie sich durch Erfahrungen und Beobachtungen über dich gemacht haben. Genauso wie das Selbstbild muss diese Wahrnehmung nicht dein wirkliches “wahres Ich” repräsentieren, sondern ist lediglich ein subjektives Ergebnis der Schlussfolgerung des betroffenen Geistes.

Dieses Fremdbild über dich kann aber von Person zu Person unterschiedlich sein. Dir ist bestimmt schon einmal aufgefallen, dass du dich in verschiedenen Kreisen anders verhältst. Beispielsweise bist du mit deinen engen Freunden viel selbstbewusster oder offener als bei der Arbeit. Das kann natürlich daran liegen, dass du mit deinen Kollegen einen weniger vertrauten Umgang hast, aber durchaus könnte auch das verschiedene Fremdbild der Grund sein. Das würde bedeuten, dass dein Verhalten – und auch dein Selbstbild – von dem Fremdbild anderer gesteuert werden kann. Wie kann das sein?

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte Meinung hat.

George Bernhard Shaw (1856 – 1950), irischer Autor und Kritiker Tweet

Wie hängen Selbst- und Fremdbild zusammen?

Dein Selbstbild und dein Fremdbild sind keine voneinander abgekoppelten Wahrnehmungen. Ganz im Gegenteil können sie sich in beide Richtungen beeinflussen. Als einfaches Beispiel kannst du dir erfolgreiche Menschen angucken. Sie sind oft selbstbewusst und strahlen eine gewisse Aura von Erfolg aus. Diese Ausstrahlung formt dein Bild über sie. Andersrum gibt es sehr scheue und zurückhaltende Menschen, die ihre Unsicherheit offen zeigen und somit dir schon ein Fremdbild suggerieren. Diese Form des Zusammenhangs zwischen Selbst- und Fremdbild ist einfach zu verstehen und wahrscheinlich nichts Neues für dich.

Aber wusstest du, dass dein Selbstbild genauso von dem Fremdbild anderer geformt werden kann? Beispielsweise, wenn dich jemand – oder ein gewisses Umfeld – deine Fähigkeiten immer wieder anpreist und lobt, dann entwickelst du Stolz und das Selbstbewusstsein, dass du diese Fähigkeit besitzt. 

Hebt man wiederum eine deiner vermeintlichen Schwächen immer wieder hervor, so glaubst du selbst an diese Schwäche, obwohl sie vielleicht gar nicht existiert.

Dieses Phänomen kann dafür sorgen, dass sich dein Selbst- und dein Fremdbild in gewissen Bereich deckt, aber nichts mit der Realität zu tun hat. Aber dein Selbstbild und dein Fremdbild müssen nicht immer übereinstimmen. Oft gibt es Charaktereigenschaften, die du in dir siehst, die von anderen nicht wahrgenommen werden. Oder aber dein Umfeld sieht Eigenschaften, die du zwar nicht in dir siehst, die aber existieren. 

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Selbstbild und Fremdbild testen mit dem Johari-Fenster

Wir haben jetzt gelernt, wie dein Selbstbild und wie dein Fremdbild entsteht. Des Weiteren haben wir uns angeschaut, wie sie sich gegenseitig beeinflussen können. Wir haben auch gelernt, dass unser Selbstbild oft nicht mit dem Fremdbild übereinstimmt. Aber wie kann man jetzt den Unterschied konkret beschreiben und untersuchen?

Dafür haben Wissenschaftler im Jahre 1955 das Johari-Fenster entwickelt. Prinzipiell geht es bei dem Johari-Fenster um vier verschiedene Bereiche, die zusammen dein Selbstbild und dein Fremdbild abstrakt beschreiben:

  1. Der öffentliche Bereich. Zu dem öffentlichen Bereich zählt man alles, das wir in der Öffentlichkeit über uns preisgeben. Dazu gehören offensichtliche persönliche Eigenschaften, sowie äußere Merkmale wie Erscheinungsbild, Kleidungsstil etc.
  2. Der geheime Bereich. In diesen Bereich gehören alle Informationen, die wir wissentlich und unwissentlich vor der Öffentlichkeit verbergen. Dazu gehören oft kleine Laster, Schwächen, aber auch Charaktereigenschaften, die wir versuchen zu unterdrücken.
  3. Der blinde Fleck. Zu diesem Bereich zählen alle Eigenschaften von einem selbst, die einem nicht bewusst sind. Der blinde Fleck ist somit der Bereich, indem wir die Inkongruenz zwischen unserem Selbstbild und unserem Fremdbild am wenigsten steuern können.
  4. Die Unbekannte. Der letzte Bereich besteht aus Eigenschaften, die niemand über einen kennt, nicht einmal man selbst. Wie verhältst du dich in extremen Gefahrsituationen? Falls du noch nie in so einer Situation warst, kannst weder du noch andere einschätzen, wie du diese bewältigst.
Selbstbild und Fremdbild mit einem Johari-Fenster
Das Johari-Fenster von Joseph Luft und Harry Ingham

Welcher Bereich der größte bei jedem Menschen ist, kann sehr unterschiedlich sein. Manche sind sehr offen und geben vieles über einen selbst preis. Andere verschließen sich vor Menschen als eine Art Schutzmechanismus und haben einen eher größeren geheimen Bereich.

Vor allem jüngere Menschen haben oft einen größeren blinden Fleck. Das bedeutet, sie sind sich nicht darüber bewusst, welche Eigenschaften und Merkmale andere in ihnen sehen.

Wie können wir jetzt das Johari-Fenster nutzen, um unser Selbstbild und Fremdbild zu testen? Zuallererst gucke dir die folgende Liste an Adjektiven an und versuchen die sechs Adjektive zu finden, die dich am besten beschreiben. Wichtig ist hierbei, dass du nicht die sechs Adjektive nimmt, die du gerne sein möchtest, sondern die dich wirklich ausmachen. Versuche dabei so ehrlich wie möglich mit dir zu sein, aber auch nicht zu hart. Je spontaner du die Adjektive auswählst, also auf dein Bauchgefühl hörst, umso besser ist oft das Ergebnis.

Nachdem du dir sechs Adjektive ausgewählt hast, ist jetzt die Hilfe von deinen engen Freunden oder der Familie nötig. Frage sie, welche dieser sechs Adjektive sie nutzen würden, um dich zu beschreiben. Mache ihnen vorher klar, dass sie nicht nur positive Eigenschaften nennen sollen, sondern so ehrlich und spontan wie möglich die passendsten aussuchen sollen.

Es geht hier nicht darum, dir zu schmeicheln, damit du dich besser fühlst, sondern um eine neutrale Wahrnehmung. Da deine engen Freunde und deine Familie dennoch oft vor allem die positiven Eigenschaften auswählen werden, kannst du auch außenstehende Personen wie Arbeitskollegen befragen, um ein noch neutraleres Ergebnis zu erhalten.

Ich weiß, es kann seltsam sein zu Menschen zu gehen und sie zu fragen: “Hey, sag mal wie findest du mich eigentlich?” Deswegen erkläre ihnen doch, warum du sie darum bittest und frage sie, ob sie sich selbst vielleicht auch testen wollen. Du könntest ihnen ihre sechs Adjektive aussuchen.

  • akzeptierend
  • albern
  • angespannt
  • anpassungsfähig
  • aufmerksam
  • bescheiden
  • bestimmt
  • energievoll
  • entspannt
  • extrovertiert
  • fähig
  • freundlich
  • fürsorglich
  • geduldig
  • geschickt
  • genial
  • glücklich
  • großzügig
  • heiter
  • hilfreich
  • idealistisch
  • intelligent
  • introvertiert
  • kompetent
  • komplex
  • kühn
  • liebevoll
  • logisch
  • mächtig
  • mitfühlend
  • nachdenklich
  • nervös
  • nett
  • organisiert
  • reaktionsschnell
  • reif
  • religiös
  • ruhig
  • scheu
  • schlau
  • selbstbewusst
  • selbstsicher
  • sentimental
  • spontan
  • still
  • stolz
  • suchend
  • tapfer
  • unabhängig
  • verlässlich
  • vernünftig
  • vertrauenswürdig
  • warmherzig
  • weise
  • witzig
  • würdevoll

Auswertung deiner Johari-Adjektive

Nachdem du dir deine eigenen Adjektive aufgeschrieben haben und du von deinem Umfeld Beschreibungen gesammelt hast, ist es an der Zeit dein Johari-Fenster auszufüllen. Vergleiche dafür deine eigenen Adjektive, mit denen von deinen Freunden. Gibt es irgendwelche Schnittmengen? Wenn ja, trage diese in das öffentliche Feld ein. Alle anderen Adjektive, die du dir selbst gegeben hast, aber nicht von anderen genannt wurden, trägst du vorerst in den geheimen Bereich ein.

Die restlichen Adjektive deiner Freunde kommen jetzt in den blinden Fleck. Als Nächstes schaue dir an, welche Adjektive sich überschneiden und in dem öffentlichen Bereich stehen. Stelle dir die folgenden Fragen:

  • Warum sind diese Adjektive so prominent für die Beschreibung deines Charakters? 
  • Haben diese Adjektive sogar mehrere Leute angegeben? 
  • Sind es positive oder negative Adjektive? Macht dich diese Wahrnehmung glücklich oder unglücklich?
  • Willst du etwas daran ändern oder es noch mehr forcieren?

Du merkst, dass man mit diesen Informationen aus dem ersten Bereich schon eine Menge anfangen kann. Je mehr Leute du fragst, umso höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass jemand genau deine Adjektive trifft. Solltest du also viele Menschen nach Adjektiven gefragt haben, ergibt es Sinn, diesen Bereich nach Anzahl an Nennungen zu sortieren.

 

Jetzt schaue dir die Adjektive an, die du dir gegeben hast, aber deine Angehörigen nicht genannt haben. Diese schreibst du dir in dein geheimes Feld. Sie zeigen dir, welche Eigenschaften über dich du augenscheinlich nicht preisgegeben hast. Jetzt stelle dir diese Fragen:

  • Hast du diese Eigenschaften deiner Persönlichkeit bewusst versteckt?
  • Wie gut beschreiben dich diese Adjektive wirklich?
  • Ist es mehr Wunschdenken (bei positiven Adjektiven) oder sogar unnötiges Schlechtmachen (bei negativen Adjektiven) deiner Persönlichkeit?

Du merkst hier, dass es bei diesem Test sehr viel um Selbstreflexion geht. Im Endeffekt kannst nur du für dich selbst erklären, warum diese Adjektive nicht genannt wurden. Wie wichtig sind dir diese Adjektive für dich? Ist es etwas, dass du mehr forcieren willst?

 

Als Letztes schauen wir uns die Adjektive an, die deine Freunde genannt haben, aber du selbst nicht beachtet hast. Schreibe sie in deinen blinden Fleck. Meistens ist der blinde Fleck der größte Bereich, also der Bereich mit den meisten Adjektiven. Beachte außerdem, dass diese Anzahl steigt, je mehr Menschen du befragt hast.

Nun stelle dir folgende Fragen:

  • Welche dieser Adjektive überraschen dich am meisten?
  • Welche Adjektive haben mehrere genannt, an die du nicht gedacht hast? Treffen diese zu?
  • Welches Adjektiv ärgert dich am meisten und wie wahr ist es womöglich?
  • Welches Adjektiv freut dich am meisten? Hast du nach dieser Eigenschaft gestrebt oder war es Zufall?

Hier sind die Interpretationsmöglichkeiten nahezu endlos. Oftmals stehen hier viele Tugenden, die man entweder nicht wusste oder sich nicht getraut hat, anzugeben. Auch sollten hier negative Adjektive stehen. Versuche zu ergründen, woher sie stammen. Diese müssen nicht zwangsweise stimmen. Ergründe, woher sie stammen und ob sie dich stören. Hier ist jetzt ein guter Moment bei deinen befragten Personen nachzuhaken. Warum haben sie die bestimmten Adjektive ausgewählt? War es eine spontane Wahl oder auf Basis eines bestimmten Ereignisses? Betone dabei, dass du sie nicht umstimmen willst, oder ihnen erklären willst, dass es nicht wahr ist. 

Denn es geht in erster Linie darum, etwas über dein Selbst- und Fremdbild zu lernen. Bist du mit deinen Nachforschungen fertig, gucke dir abschließend noch einmal dein Johari-Fenster an. Bist du zufrieden mit deinem Ergebnis? Welche Sachen haben dich am meisten überrascht, gefreut oder geärgert? Jetzt ist der perfekte Moment dir Ziele zu setzen, welche Sachen du an dir ändern möchtest, oder Selbstreflexion zu betreiben, um die Ergebnisse deines Tests zu ergründen.

Selbstbild und Fremdbild mit einem gefüllten Johari-Fenster
So könnte dein Johari-Fenster aussehen.

Unser Fazit

Wir hoffen, wir konnten dir in diesem Artikel den Unterschied von Selbstbild und Fremdbild näher bringen. Wir glauben, dass du mit Hilfe des Johari-Fensters deine Eigenwahrnehmung erforschen konntest. Sei nicht zu traurig, falls die Ergebnisse nicht deinen Wünschen entsprechen. Dein Selbst- und dein Fremdbild sind wesentliche Bestandteile deiner Persönlichkeit, aber noch lange nicht in Stein gemeißelt. Du kannst jederzeit an dir arbeiten und auch die Meinung deiner Mitmenschen kann sich ändern. Ich habe den Test ebenfalls gemacht und war über das Ergebnis sehr überrascht. Aber letztlich hat es mich motiviert weiter an mir zu arbeiten – ich hoffe, dass es dir genauso ergehen wird.

Raus aus dem Hamsterrad: 08/15-Leben nicht mit mir!

Raus dem Hamsterrad beschrieben durch einen Mann, der seine Arme öffnet

Der Hamster in seinem Hamsterrad – er rennt und rennt und rennt. Jeden Tag dieselbe Geschichte, ohne dass es ihm dabei langweilig wird. Abwechslung? Fehlanzeige. Den kleinen Nager stört es nicht, dass er immer auf derselben Stelle rennt und das Gleiche erlebt. Auch wir Menschen können in einem Laufrad stecken. Doch wir haben andere Ansprüche als der Nager in seinem Käfig. Wir wollen raus aus dem Hamsterrad. Wir wollen den Alltagstrott hinter uns lassen, Neues erleben, die Welt erkunden und nicht auf derselben Stelle treten. Wir wollen leben.

Lass uns doch gemeinsam einmal ein wenig nachdenken, wie du diese ermüdende Eintönigkeit hinter dir lassen kannst. Dieses dumme Rad soll nicht über dein Leben bestimmen. Auf geht’s, raus aus dem Hamsterrad, um dich wieder lebendig zu fühlen!

Bevor du nun weiterliest: Wir wollen dir sagen, dass sich dieser Artikel von unseren bisherigen ein wenig unterscheidet. Wir werden wahrscheinlich das ein oder andere Mal mit unserer Meinung ein wenig anecken oder gar provozieren, aber wollen dich damit nicht ärgern. Viele mehr wollen wir dich zum Nachdenken anregen. Bei diesem Thema legen wir lieber den Finger in die Wunde, als dass wir durch die rosarote Brille schauen. 

Bitte sehe es uns nach und hab das im Hinterkopf, wenn du unseren Artikel liest. Wir wünschen dir viel Spaß!

Wir erbauen unser eigenes Hamsterrad

Derselbe Trott, derselbe 0815-Alltag. Man dreht tagtäglich seine Runden im Hamsterrad – egal ob in der Arbeit oder im Privatleben. So etwas kann ermüden.

Doch weißt du, wir sind es selbst, die sich dieses Hamsterrad errichten. Und es wird sogar noch schlimmer: Wir setzen uns noch selber in dieses Ding hinein!

Uns wird das „perfekte Leben“ vorgelebt:
Einen sicheren Job, der die Familie ernährt und noch etwas zum Sparen übrig lässt, eine glückliche Ehe führen, eine Familie gründen, ein bis zweimal im Jahr ein Urlaub in ferne Länder. Wenn es das Budget zulässt, erfüllt man sich vielleicht sogar den Traum vom Eigenheim.

Es sind nur einige Beispiele für die „großen Meilensteine“ des Hamsterradlebens. Viele denken, dass so das richtige Leben aussieht – Glückseligkeit in Perfektion.

„Ich will auch, was die anderen haben!“ – so dachte ich jedenfalls. Weil es ja alle so machen.

Mir hat die Gesellschaft gezeigt, wie ich zu leben habe und hat mir den Weg ins Hamsterrad vorgegeben.

Ich lag mit dieser Annahme falsch und erschuf mir eine Illusion. Ich kann nicht einfach denken, dass mich das glücklich macht, was andere glücklich macht. Ein Trugschluss.

Damals, als ich es mir selber sagte, rasselten im Hintergrund schon die Fußketten, die mich ein Leben lang ans Hamsterrad fesseln wollten. Und ich wollte sie mir sogar noch selber anlegen – ich Idiot.

Es ist ein fataler Irrtum das Leben anderer Menschen auf sein eigenes projizieren zu wollen, ohne wirklich zu wissen, ob man es selber führen will. Was andere glücklich macht, macht mich nicht automatisch auch glücklich.

Mit dieser Einsicht kam ich zu dem Entschluss: Ich will kein Hamsterradleben führen, was in der Gesellschaft als normal, perfekt oder erstrebenswert angesehen wird. Ich möchte MEIN Leben führen und MEINEN Erwartungen gerecht werden.

Immer schön drin bleiben im Hamsterrad

Durch Prinzipien, Erfahrungen, Normen und Regeln erschaffen wir uns eine Vorstellung des Lebens – und denken, wie wir es zu leben haben.

Uns wird gesagt, was richtig und was falsch ist. Falls man dann doch mal seinen Mut zusammennimmt und etwas macht, was nicht der Norm entspricht, wird man direkt kritisch beäugt: „Willst du das wirklich SO machen? Ich hab da ja meine Bedenken.“

Wie oft hat man es gehört? Das soll so nicht, das geht so nicht, das darf man nicht. Am besten also so weitermachen, wie es alle machen. Normal ist richtig. Anders ist falsch. Folge dem Schwarm. 

Doch man kann auch auf anderen Wegen sein Glück finden. Viele Menschen sehen das Hamsterrad als einzige Lösung. Doch wenn sie das Glück von den Hamsterrad-Aussteigern sehen, kann Neid aufkommen. Ein erschütternder Moment der „Hamstradler“: All die Mühen umsonst? Es geht auch anders?

Es würde die gesamten Jahre der harten Arbeit im Hamsterrad dieser Menschen entwerten, wenn sie sehen würden, dass es auch anders geht. Sie wollen es nicht wahrhaben. Aus diesem Grund wollen sie dich drin behalten – manchmal sogar ganz unbewusst.

Auf einmal zweifeln wir an unserer Meinung. Sie meinen es doch nur gut mit einem, wenn sie ihre Zweifel äußern. Sie wollen dich nur schützen (und doch heimlich zurück ins Hamsterrad ziehen). 

Schnell meldet man so den Rückzug an – aus Angst vor all den Zweifeln.

Anstatt, dass es raus aus dem Hamsterrad geht, geht es zurück in die Sicherheit.

Wir flüchten zurück in den sicheren Hafen – zurück in das mentale Konstrukt der Sicherheit.

Die Ansichten eines „normalen“ Lebens geben uns Rückhalt und diktieren uns, wie wir Karriere machen, wie wir Freundschaften und Beziehungen pflegen, wie wir unsere Freizeit gestalten, wie wir unser Geld ausgeben/investieren – wie wir einen Alltag führen, wie jeder andere. 

Doch wenn wir uns nie trauen Risiko einzugehen, bewegen wir uns auch nicht richtig nach vorne. Wir stagnieren. Wir werden es nicht erfahren, ob sich das Risiko jemals ausgezahlt hätte.

Es ist leichter gesagt, als getan: Raus aus Hamsterrad bedeutet mal ganz getrost all die Prinzipien abzulegen und Kommentare von außen zu ignorieren. Du weißt am besten, was du von dir erwartest und welches Leben du führen möchtest.

Keiner hat das Recht, dir dein Leben vorzuschreiben. Es ist dein Leben und du darfst entscheiden, wie du es gestalten möchtest. Erlebe das, was du erleben willst. Mach das, was sich für dich richtig anfühlt. 

Ob du richtig oder falsch lebst, hat niemand anderes zu beurteilen.

Raus aus dem Hamsterrad zu kommen, ist alles andere als einfach. Doch hab den Mut für Neues. Scheue dich nicht vor Veränderungen. Höre auf das, was dir dein inneres Bauchgefühl und die eigenen Bedürfnisse sagen. Halte sie nicht klein.

Lass dich nicht in einen Rahmen pressen, in den du nicht reinpasst.

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Das Hamsterrad Arbeit“

Der Begriff „Raus aus dem Hamsterrad“ wird von vielen in einem beruflichen Kontext gesetzt – mittlerweile vollkommen legitim in der heutigen Arbeits- und Leistungsgesellschaft. Viele Menschen definieren sich über ihre Arbeit, ihren beruflichen Erfolg und über die Ziffer, die auf ihrer monatlichen Entgeltabrechnung steht. 

Die Arbeit ist mittlerweile ein Statussymbol, über welches man sich definiert – egal ob sie einen erfüllt oder nicht. Für andere ist es „Mittel zum Zweck“. Einfach nur irgendwie Geld verdienen, um zu leben – und es am Wochenende zu genießen.

Mit großem Tatendrang und der Motivation noch etwas „bewegen zu wollen“, startet man als junger Erwachsener ins Arbeitsleben. Doch ehe man sich versieht, ist diese Euphorie verblasst und der triste Arbeitsalltag hat einen fest im Griff.

Wir kennen das „perfekte Hamsterrad“ einer Arbeit aus verschiedenen Filmen. Dort sieht es schnell mal so aus:

Ein typischer Nine-to-Five-Job im Angestelltenverhältnis einer großen Firma mit 40+ Stunden-Wochen. Um 7:30 Uhr stehst du auf, ziehst dir deine schicke Bluse oder dein Arbeitshemd für das Büro an, schmierst dir womöglich deine Brote für die Mittagspause und gehst los zur Arbeit. Acht Stunden wird auf einen Bildschirm gestarrt. Es werden Mails geschrieben, Meetings gehalten und Excel-Tabellen hin- und hergeschoben.

In deiner wohlverdienten Mittagspause hast du eine halbe Stunde Zeit deinen Hunger zu stillen und dich vom bimmelnden Telefon zu erholen. Um 17:30 Uhr meldet sich die Stechuhr und es geht in den Feierabend - endlich! Heute mal ohne Überstunden. Du bist erschöpft vom Tag, doch die Motivation jeden Morgen erneut aufzustehen und sich ins Hamsterrad zu begeben, befindet sich am Monatsende auf deinem Konto: dein Lohn.

Wir erschaffen uns eine Fata Morgana, mit der wir unser Arbeitsleben schönreden. Ein imponierender Jobtitel und ein guter Monatslohn. Bald ruft auch die Beförderung! Noch mehr Geld, noch mehr Arbeit und noch mehr Macht. Irgendwie erfinden wir uns schon unsere Gründe, weshalb wir weiterhin im Hamsterrad bleiben sollen.

Doch nehmen wir mal an, die Arbeit macht dir keinen Spaß oder erfüllt dich nicht: Sind ein cool klingender Jobtitel und guter Lohn Argument genug diesen Job auszuüben? Sich fünf Tage in der Woche in dieses Jobbild pressen zu lassen, um sich dann am Wochenende davon erholen zu können? Soll der große zweiwöchige Sommerurlaub wirklich das Highlight des Jahres sein?  

Ein Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter.

Raus aus dem Hamsterrad: Ein paar Fragen an dein Arbeitsleben

Bitte verstehe uns nicht falsch. Jeder soll sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen und Wünschen definieren können. Genauso auch was und wie er arbeitet. Jeder hat eigene Präferenzen, die man keinem vorschreiben kann.

Wir möchten dich mit den folgenden Fragen anregen und dir Inspiration schenken. Vielleicht erweitern sie deinen Horizont, wie du Arbeit für dich definierst. Vielleicht fühlst du dich aber auch durch diese Fragen in deiner Sicht bestärkt – umso besser dann.

  • Aus welchem Grund sind 40 Wochenstunden der normale Arbeitsstandard?
  • Wie viele Stunden arbeitest du? Ist es dir zu viel oder zu wenig? 
  • Sind Überstunden für dich in Ordnung? Falls ja, wirst du dafür auch entlohnt?
  • Zu welchen Uhrzeiten arbeitest du am liebsten? Manch einer hat seine produktiven Stunden im Morgen, andere zum Abend. Stimmen diese mit deiner Arbeitszeit überein?
  • Inwiefern verträgt sich deine Arbeitszeit mit deinem restlichen Alltag? Kannst du deinen Freizeitaktivitäten nachgehen und schaffst du dabei all deine täglichen Pflichten zu erledigen?
  • Gibt es die Möglichkeit von Gleitarbeitszeit, sodass du deine Arbeitszeit mitbestimmen kannst?
  • Ist eine Fünf-Tage-Woche der Arbeitsstandard, der dich glücklich macht?
  • Inwiefern reichen dir deine Urlaubstage aus?
  • Hast du die Möglichkeiten längere Zeit von der Arbeit fernzubleiben, falls du mal drei Monate reisen möchtest o.Ä.? Eine Möglichkeit wäre bspw. ein Sabbatical-Modell.
  • Unterstützt dein Job deine persönlichen Stärken?
  • Stehen dir Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung?
  • Falls du eine berufliche Karriere anstreben möchtest, ist sie dir in deiner aktuellen Arbeit gegeben?
  • Fühlst du dich für deine Fähigkeiten und erbrachten Arbeiten gerecht entlohnt?
  • Inwiefern erfüllt dich dein Job?
  • Was ist dein Traumjob und siehst du dich lieber in einem Angestelltenverhältnis oder als ein Selbstständiger?
  • Was für eine Rolle spielen für dich die Themen Sicherheit, Aufstiegsmöglichkeiten, Entlohnung, Erfüllung im Berufsleben?

5-Tage-Wochen mit 40+ Stunden sind zwar die gesellschaftliche Norm. Trotzdem heißt es nicht, dass man sich dieser Erwartung gerecht werden muss. Falls du kein Selbstständiger bist, stehen dir als Arbeitnehmer trotzdem gewisse Rechte zu. Auch als Arbeitnehmer hast du Möglichkeiten dein Arbeitsverhältnis deinen Bedürfnissen anzupassen.

Falls du unzufrieden bist, gehe doch gerne ins Gespräch mit deinem Arbeitgeber. Womöglich könnt ihr deinen Arbeitsalltag so gestalten, dass es mehr deinen Vorstellungen entspricht. Ein erster Schritt aus dem Hamsterrad!

Arbeit ist mehr als nur Mittel zum Zweck. Sie soll dich fordern und erfüllen – und nicht nur dein täglich Brot finanzieren können. Das Leben ist zu schade, als dass man sich mehr als 40 Stunden die Woche mit etwas herumschlägt, das einem keinen Spaß macht.

Wir von DailyMentor sind keine Freunde der klassischen Arbeitswelt und haben uns von diesen Gedanken lösen können. Wir wollen uns eigene Regeln schaffen und unsere Arbeit um unser Leben aufstellen – nicht andersrum!

Arbeit ist das halbe Leben – wenn überhaupt

Ist man auf einer Feier, wird man manchmal von einem Fremden gefragt „Und was machst du so?“, um so den Gesprächsfaden aufzunehmen. Was ist dein erster Gedanke, was du „machst“? 

Bei vielen – auch bei mir – denke ich intuitiv an meine Arbeit. Doch ich mache auch Sport, meine Hobbys, diese Website, meine Beziehung, meine Reisen etc.

Ich mache viel mehr als nur meine Arbeit. Ich definiere mich nicht nur über meinen Beruf, sondern über das was ich bin. Über mein Leben – und vor allem über das, was ich außerhalb von meiner Arbeit mache.

Die Arbeit ist nicht Dreh- und Angelpunkt eines Lebens. So sieht doch nicht Selbstverwirklichung aus?

Arbeit ist – wenn überhaupt – nur das halbe Leben bzw. die halbe Miete. Eine erfüllende und dich glücklich machende Arbeit sollte vor allem eines erlauben: finanzielle Absicherung, sodass man das im Leben machen kann, was einen glücklich macht.

Wir haben doch alle eine Wunschvorstellung vom Leben. Ich definiere diese primär über die Erfahrungen, die ich außerhalb der Arbeit erleben will. Erst an zweiter Stelle frage ich mich, wie meine Arbeit diese Visionen unterstützen kann. Leben ist nicht Arbeit. Leben ist mehr und das was wirklich passiert!

Was sind deine Lebensziele? Was willst du alles erleben und erreichen? Auch wenn es Phrase ist: Doch das Leben ist zu kurz für irgendwann.

Das Leben ist ein Spielplatz und bietet einem so viele Abenteuer, die es zu erleben gibt. Es wäre schlichtweg zu schade, dass einem diese verwehrt bleiben, weil man seine Runden im Hamsterrad gedreht hat. 

Also raus aus dem Hamsterrad mit dir und rein ins Leben – mit allen Höhen und Tiefen! Egal wie alt du bist. Es ist nie zu spät dafür! 

Fühle dich lebendig! Sammle Erinnerungen, die du noch deinen Enkeln erzählen willst.

Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie dir an.

Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Schriftsteller Tweet

Die 15 Gesetze, um im Hamsterrad zu verharren

Wir möchten dir nun die 15 Gesetze aus dem Hamsterrad erzählen, die uns daran hindern aus diesem dummen Ding auszubrechen. Diese Gesetze halten uns klein und unterstützen den Fakt, dass wir die Eigenverantwortung über unser Leben abgeben.

Es folgen jetzt viele Negationen. Manche sind ein wenig schnippisch oder gar zynisch formuliert. Doch wir wollen lieber den Finger in die Wunde legen, als irgendwas davon zu verschönigen. 

Nicht jedem Gesetz kann man sich 24/7 widersetzen. Es kostet viel Kraft sich all diesen Gesetzen entgegenzustellen und manchmal ist man auch schlichtweg zu faul – so geht es auch uns.

Wir würden uns trotzdem freuen, wenn du dich beim Durchlesen dieser Punkte ehrlich hinterfragst, wie es bei dir ist. Denn es sind alles Punkte, die einen daran hindern raus aus dem Hamsterrad zu kommen.

Willst du raus aus dem Hamsterrad? Dann zerstöre diese Gesetze!

Willst du drin bleiben? Dann mach sie zu deiner neuen Hamsterrad-Bibel.

Es ist deine Entscheidung.

1. Genieße nur dein Wochenende

Ist doch klar: Von Montag bis Freitag gehörst du der Arbeit. Erst am Wochenende ist „Ich-Zeit“ – erstmal durchschnaufen von der stressigen Arbeitswoche, genug Energie tanken, damit es am Montag von vorne losgeht.

2. Lieber nörgeln, als es besser zu machen

Sich beschweren und aufregen ist doch so viel einfacher, als selber aktiv zu werden. Dann drückt der Schuh halt an ein bis zwei Stellen. Anstatt dass du versuchst diese Dinge aus deinem Leben zu verbannen und dein Leben eigenständig in die Hand zu nehmen, lieber schön weiter meckern. Damit lässt es sich doch trotzdem aushalten.

3. Stetigkeit ist das Maß aller Dinge

Veränderung? Nicht mit dir. Es ist viel zu anstrengend sich umzugewöhnen und seine Gewohnheiten abzulegen. Lief doch alles gut so – irgendwie. Warum solltest du etwas machen, wenn du nicht mal weißt, ob es dir gefällt. Lieber nicht.

4. Setz die Messlatte niedrig an

So kommt man auch immer schön und einfach über sie. Steck dir deine Ziele schön niedrig, damit du es auch ja immer schaffst! Der Enttäuschung geht man so ganz einfach aus dem Weg. 

5. Warte auf den richtigen Zeitpunkt

Was du heute kannst besorgen, verschiebe lieber doch auf morgen. Der richtige Zeitpunkt kommt noch. Sei auf der Hut und bereite dich noch fleißig vor! Bald kommt der große Tag! Vielleicht.

6. Führe dein Traumleben in Social Media

Mit scheinheiligen Angebereien auf Social Media prahlen? Das perfekt illustrierte Leben der Promis und Freunde anschauen? So nutzt man doch gerne seine Freizeit und schafft sich einen Mehrwert! Achte immer schön auf deine Außendarstellung und was andere Menschen von dir denken.

7. Nimm alles für selbstverständlich hin

Das hat schon alles seinen Grund, wie das Leben so läuft. Das hat nichts mit Dankbarkeit oder eigener Mühe zu tun. All die guten Dinge sind dir so zugeflattert – ist doch selbstverständlich. Bloß nicht hinterfragen.

8. Zerbrich dir den Kopf über deine Sorgen

Oh Gott, all die Sorgen und Ängste, die du hast. Es kann doch so viel schiefgehen. Dann spinne dir lieber deine Hirngespinste zusammen und glaub an sie. Bleib lieber in deinem sicheren Rahmen!

9. Sag dir oft Das kann ich nicht.“

Es ist eine echte Garantie etwas nicht zu erreichen, wenn du es dir oft genug sagst. Dann hat sich dieses Mindset in deinem Kopf zementiert. Glaub immer fest daran, dass du es nicht schaffst!

10. Beneide die anderen, aber tu nichts, um selber beneidet zu werden

Schiele auf den Erfolg der anderen, meckere darüber, sag dir „Der hat’s das doch gar nicht verdient.“ und denke dir insgeheim, dass es dir viel zu anstrengend wäre.

11. Akzeptiere das, was andere dir sagen

Heute mal lieber nicht diskutieren. Es lebt sich doch viel einfacher, wenn man fünf auch mal gerade sein lässt. Nicht denken. Nicken. Lächeln. Weitermachen.

12. Gehe bloß kein Risiko ein

Wer kein Risiko eingeht, kann auch nicht verlieren. Vielleicht zwar dann auch nicht immer gewinnen, aber egal. Kein schlechter Einfall!   

13. Vergleiche dich immer mit anderen

Halte dir immer schön die Karotte vor die Nase. Guck mal was die anderen alles haben und du nicht. Schade, genau das hätte dir doch noch gefehlt, um glücklich zu sein. Wie ärgerlich: Immer geht es den anderen irgendwie besser. Unverdienterweise. 

14. Sage immer fleißig „So bin ich halt.“

Kein tatkräftiges Argument mehr? „So bin ich halt“, geht immer! Du musst dich nicht ändern. Halte lieber an deiner Meinung fest und lass dich nicht eines Besseren belehren. Du kannst ja eh nichts dagegen tun, wie du bist.

15. Wäge immer ab, ob sich die Entscheidung jetzt lohnt

Denke lieber kurzfristig. Zahlt sich die Entscheidung für dich jetzt aus? Wenn nicht, dann lass es lieber. Die Mühe ist es für „irgendwann“ nicht wert. Planen ist sowieso viel zu anstrengend. 

Und zu guter letzt…

…sind wir dir hoffentlich mit unseren Worten nicht zu sehr auf den Schlips getreten.

Ab und zu muss man es auch ein bisschen härter gesagt bekommen. Wenn nicht beim lästigen Hamsterrad, wann dann?

Wenn wir dir einen anderen Standpunkt näher bringen konnten oder gar einen Denkanstoß gegeben haben, dann haben wir unser Ziel mit unserem Text erreicht. Danke dir fürs Lesen!

Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens.

Armin Mueller-Stahl, deutscher Schauspieler Tweet

Vertraue deiner Intuition – 5 Tipps, die deine Intuition stärken

Intuition stärken beschrieben durch eine Sternschnuppe am Sternenhimmel

Kennst du das, wenn du vor einem Restaurant stehst und aus irgendeinem Grund nicht mehr dort essen willst? Oder du stehst im Kino vor den Filmplakaten und bist dir sicher, dieser eine Film wird ein Flop, ohne irgendetwas über diesen Film zu wissen? Man hat einfach so ein Bauchgefühl. Du kannst nicht genau erklären, was sich falsch anfühlt, aber es ist einfach so. 

Dieses Gefühl nennt man auch deine Intuition. Doch ist Verlass auf meine Intuition? Sollte ich meine Intuition stärken oder versuchen sie zu unterdrücken? In diesem Artikel gucken wir uns genau an, woher die Intuition überhaupt herkommt. Wir beleuchten, wie du sie dir zunutze machst und sie mit unseren einfachen Tipps förderst. 

Was ist Intuition überhaupt?

Intuition beschreibt die Fähigkeit, Situationen zu erkennen und Entscheidungen zu treffen, ohne den Gebrauch des eigenen Verstandes. Das heißt, ohne darüber wirklich nachzudenken oder sich eine Meinung zu bilden, hat man dennoch so ein gewisses Bauchgefühl. Die Frage ist nun, woher dieses Gefühl kommt. Unter den Akademikern wurde die Wissenschaft der Intuition oft als eine Pseudowissenschaft angesehen. Das Konzept der Intuition wurde als unsinnig abgestimmt – Hirngespinste, denen man nicht trauen sollte.

Doch jetzt weiß man es besser. Intuition ist eher dein Gehirn, das in Vorleistung geht, als ein Hirngespinst. Was genau soll das heißen? Deine fünf Sinne können enorm viele Informationen in kurzer Zeit aufnehmen, aber dein Gehirn braucht etwas Zeit diese Informationen zu verarbeiten. Danach braucht dein Bewusstsein noch etwas länger, um diese Informationen zu verstehen und zu bewerten. Das bedeutet, dass du unbewusst womöglich schon eine Entscheidung getroffen hast, bevor du es überhaupt weißt.

Folgendes Beispiel wurde von Wissenschaftlern der Leeds University untersucht:

Bei einem Rennen in der Formel 1 gab es eine große Karambolage an einer Haarnadel (180° Kurve). Der nächste Fahrer konnte diese nicht sehen und wäre unausweichlich in die vor ihm liegenden Autos gekracht. Aus irgendeinem Grund ging er früher auf die Bremse als üblich und konnte im letzten Moment ausweichen. Danach hat man diesen Fahrer gefragt, warum er gebremst hatte, aber er konnte sich nicht erklären. Er hatte nur im Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.

Im Nachhinein gab es mehrere Anzeichen dafür, dass etwas nicht richtig war. Die Fans jubelten ihm nicht so laut zu, wie in den Runden davor. Der Motorenlärm war ein anderer. Vielleicht waren ein paar mehr Staubpartikel in der Luft. Dennoch waren es alles kleine Faktoren, die der Fahrer in der kurzen Zeit nur unbewusst wahrgenommen hat. Sein Gehirn hat die Entscheidung für ihn getroffen.

Doch Intuition wird auch mit anderen Aspekten in Verbindung gebracht. So gehört die Empathie, also das Einfühlungsvermögen, und der “gesunde Menschenverstand” genauso zu Intuition wie Fantasie oder der berühmte Geistesblitz – eine plötzliche Eingebung oder Idee. In diesem Artikel beschäftigen wir uns vor allem mit dem Nutzen der Intuition als Instinkt. Die innere Stimme, die dir versucht den Weg zu weisen und das Ziel hat, dein Leben so glücklich wie möglich zu gestalten.

Wieso ist Intuition stärken so wichtig?

Intuition ist also ein Mechanismus unseres Gehirns, den jeder Mensch besitzt. Dennoch ist er nicht bei allen gleichermaßen ausgeprägt. Je nach Charakter hört jeder Mensch anders auf seine innere Stimme. Ich bin selbst eher analytisch, glaube mehr an Fakten und meinen Verstand, aber ich habe gelernt, meine Intuition nicht zu unterschätzen. Viele andere sind emotionaler und verlassen sich mehr auf ihr Gefühl – ihre Intuition. Sie lassen sich davon leiten. Trotzdem gibt es Phasen im Leben, in denen wir aufhören unserer inneren Stimme zu vertrauen.

Rückschläge und negative Erlebnisse können dafür sorgen, dass man der eigenen Intuition keinen Glauben mehr schenkt. Man verliert das Vertrauen ins eigene Gespür. Wenn jetzt ein geringeres Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein dazukommt, leidet das sensible Gefühl unserer Intuition.

Doch die Wahrheit ist, dass jeder einmal falsch liegen kann. Natürlich kann deine Intuition dir einen Strich durch die Rechnung machen. Wir wollen dir auch nicht suggerieren, dass du einzig und allein deine Intuition nutzen solltest. Es gibt viele andere Methoden, wie du beispielsweise deine Entscheidungen treffen solltest und dein Bauchgefühl ist nur ein Mittel. Aber es ist sehr wichtig, dass du auf deine Intuition achtest, sie verstehst und in deine Überlegungen miteinbeziehen kannst, wenn du es möchtest.

Intuition stärken gezeigt anhand einer Frau, die zur Sonne blickt
Viele mentale Fähigkeiten können gezielt geschult werden. So auch die Intuition.

Deine Intuition stärken mit diesen 5 Tipps

Es spielt keine Rolle, ob du deine Intuition verloren bzw. vernachlässigt hast oder sie stetig nutzt. Du kannst sie dennoch weiter ausbauen und stärken. Mit unseren nachfolgenden Tipps wollen wir dir erklären, wie du deine Intuition stärken kannst und gegebenenfalls auch wieder ein größeres Vertrauen zu ihr aufbaust. 

1. Achte darauf, mit welchen Menschen du dich umgibst

Auf den ersten Blick hat dein soziales Umfeld wenig mit deiner eigenen Intuition zu tun. Doch überleg noch einmal genauer. So gut wie jeder Mensch hat diese Personen in seinem Bekanntenkreis, die generell erst einmal kritisch reagieren. “Willst du das wirklich machen?” oder “Das klingt nach keiner guten Idee” sind ihre Leitsätze. Diese Sätze sind gut gemeint, aber oft kommen sie aus einer eigenen inneren Unsicherheit bzw. Unwissenheit. Hörst du immer mehr diese negativen Stimmen deiner Mitmenschen, fängst du immer häufiger an selbst genauso zu denken. Du schenkst ihren Glaubenssätzen Aufmerksamkeit, sodass du diese womöglich auch ohne es zu bemerken in dein Unterbewusstsein mitaufnimmst. Das führt dazu, dass du anfängst an deiner Intuition zu zweifeln. Dieser Effekt ist erst unbewusst, kann aber langfristig dein Selbstbewusstsein mindern.

Versuche dich deswegen mit Menschen zu umgeben, die dir Kraft geben und die einen positiven Blick auf die Welt haben. Natürlich heißt es nicht, dass du jetzt alle deine Freundschaften direkt infrage stellen und jede Kritik oder Zweifel ausschlagen musst. Stattdessen verstehe, in welchem Umfeld du dich befindest. Erkenne, wann es dich positiv oder negativ beeinflusst und treffe deine eigenen Entscheidungen.

2. Schenke deiner Intuition mehr Gehör

Dieser Tipp scheint sehr simpel zu wirken, ist aber trotzdem immens wichtig. Viele Menschen haben vergessen, dass ihre Intuition überhaupt existiert. Man lebt seinen Alltagsstress. Man kümmert sich um seine täglichen Probleme. Alles ist irgendwie greifbar und erklärbar. Die Intuition muss sich viel weniger melden, weil wir in unserem Alltag einen Rahmen haben. Einen Alltag mit Gewohnheitsentscheidungen, wo die Intuition nicht mitwirkt. Die Intuition hingegen ist ein einfaches Gefühl oder ein kurzer Instinkt, der einsetzt. Sei dir über die Existenz der Intuition und ihrer Wichtigkeit bewusst. Alleine das wird dir schon helfen, sie mehr in dein Leben zu lassen.

Versuche dabei auch zu erkennen, wann du einmal auf deine Intuition gehört hast und versuche im Nachhinein herausfinden, wie sie zustande kam. Du wirst feststellen, dass sie wahrscheinlich jetzt schon eine weitaus größere Rolle in deinem Leben spielt, als du es gedacht hast. Falls deine Intuition dich mal getäuscht hat, erforsche, was schiefgelaufen ist. Eine negativer intuitiver Impuls findet nämlich oft seinen Ursprung in der Vergangenheit – in einer schlechten Erfahrung – vor der uns die Intuition schützen möchten. Haben dich vielleicht Vorurteile oder negative Gedanken getäuscht? 

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3. Verstehe den Einfluss von negativen Emotionen auf deine Intuition

In einer Studie aus der Universität in Braunschweig hat man den Zusammenhang zwischen dem Gemütszustand und der Intuition untersucht. Sie haben herausgefunden, dass bei positiver Laune, sowohl Entscheidungsverhalten und Erinnerungsvermögen verbessert werden. Des Weiteren wird bei negativer Stimmung die Intuition geschwächt.

Einfach ausgedrückt beeinflussen dich deine negativen Gefühle so weit, dass du ihnen weniger Glauben schenken solltest. Du neigst dann dazu Dinge “schwarz zu malen”. Daraufhin wird deine Intuition durch Angst ersetzt, ohne dass du es mitbekommst. Das kann vor allem dann gefährlich sein, wenn du normalerweise oft auf deine Gefühle hörst. Du kennst bestimmt sehr emotionale Menschen, die sich von ihrer Gemütslage mitreißen lassen. Wenn sie gutgelaunt sind, wirken sie, als könnten sie Bäume ausreißen. Sollte aber einmal etwas schiefgehen und sie sind schlecht gelaunt, dann sind sie mürrisch und sehen in allem nur das Schlechte. Genau in diesen Momenten ist deine Intuition nicht immer der objektivste Freund.

Sobald du diesen Einfluss auf dein Bauchgefühl verstanden hast, wird es dir leichter fallen, wann du deine Intuition nutzen solltest und wann du vielleicht noch einmal darüber nachdenken solltest.

Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus.

Alexander von Humboldt (1769-1859), Forscher, Mitbegründer der Geographie als Wissenschaft Tweet

4. Nutze diese Übung der Achtsamkeit und lebe im Jetzt

Das Konzept der Achtsamkeit beschreibt sich auf den wesentlichen Moment im Hier und Jetzt zu konzentrieren. Oftmals leben wir Menschen in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wir denken darüber nach, welche Chancen wir in der Vergangenheit verpasst haben oder was wir noch für Sachen in der Woche machen müssen. Bei der Achtsamkeit geht es hingegen darum, welche Gedanken und Gefühle du genau jetzt in der Gegenwart hast. Dafür reicht es aus, wenn man sich täglich fünf bis zehn Minuten Zeit nimmt und an einem ruhigen Ort die Augen schließt. Versuche dich nun auf den Moment zu konzentrieren, ohne deine Gedanken abschweifen zu lassen. Solltest du diese Übung öfters praktizieren, kannst du die Zeit auf 20 Minuten ausweiten. Sieh es als eine Pause vom Alltag für dein Gehirn und beobachte, wohin deine Gedanken und Emotionen dich treiben.

Mit dieser Übung kannst du abschalten und dich von deinem Alltagsstress erholen. Jetzt fragst du dich womöglich, inwiefern das hilft deine Intuition zu stärken. Die stärksten intuitiven Momente erleben wir meistens, wenn wir etwas Abstand gewinnen und mit einer gewissen Klarheit an eine Situation rangehen. Diese Achtsamkeitsübung hilft dir genau dabei. Sie löst dein mentales Wirrwarr und hilft dir dich mehr mit deinen Instinkten zu beschäftigen.

5. Vertraue dir und liebe dich selbst

Der letzte Tipp ist für viele Menschen eine Herausforderung. Damit du deine Intuition stärken und nutzen kannst, musst du natürlich erst einmal dir selbst vertrauen. Dazu gehören die wichtigsten Themen der Persönlichkeitsentwicklung: Selbstbewusstsein, Selbstliebe, und Selbstfindung.

Warum diese Themen auch für die Intuition so wichtig sind, liegt klar auf der Hand. Solltest du wenig Selbstbewusstsein und Selbstliebe besitzen, dann vertraust du weniger deinem eigenen Urteil. Intuition und Instinkte sind letztlich nur Tipps, die unser Gehirn uns selbst geben möchte. Je weniger wir aber uns selbst vertrauen und schätzen, desto weniger Ratschläge wird dir dein Geist geben und desto weniger wirst du auf sie hören. Selbstfindung ist ebenfalls wichtig für deine Intuition. Ein Mensch, der zu sich selbst gefunden hat, weiß genau, was er im Leben möchte. Er steht morgens mit dem Ziel auf, ein schönes und glückliches Leben zu führen. Diese bewusste Zielstrebigkeit hat einen großen Einfluss auf deine unbewussten Gedankengänge und sorgen dafür, dass deine Intuition sich im Einklang mit deinen Wünschen und Zielen befindet.

Unser Schlusswort

Das waren unsere fünf Tipps, wie du deine Intuition stärken kannst und lernst sie mehr in deinem Alltag einzusetzen. Wir hoffen dieser Artikel hat dir geholfen, deine unbewussten Gedankengänge zu verstehen. Denn Intuition wird oft als etwas Mystisches betrachtet – eine unbekannte Kraft in unserem Inneren. Doch eigentlich ist sie fast genauso lernbar, wie andere bewusste Fähigkeiten des Menschen. 

Für uns ist es immer wieder faszinierend, wenn wir einen plötzlichen intuitiven Moment haben, bei dem wir nicht genau wissen, wo er herkommt. Wir wissen nur – es lohnt sich darauf zu hören.

Die eigene Unsicherheit überwinden mit 7 einfachen Methoden

Unsicherheit überwinden beschrieben durch einen Mann, der über einen Felsspalt springt

Eine Unsicherheit überwinden. Als Kind schien es noch so einfach. Ein kleines Beispiel? Da stehe ich also. Als kleiner Bub’ auf dem Dreimeterbrett mit zittrigen Knien. “Drehe ich um und drücke mich? Nein!” Augen zu und durch! Der Sprung ins nasse Blau. Ich tauche auf und die Glückshormone zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. So schlimm war es doch gar nicht. Ganz anders sogar: Es hat Spaß gemacht! Den ganzen Nachmittag bin ich vom Dreimeterbrett gesprungen. Aber erst, nachdem ich meine Unsicherheiten überwinden konnte und mich entschied zu springen. Ich habe mich der Unsicherheit gestellt.

Doch leider bleiben diese Sorgen im Erwachsenenalter nicht die gleichen. Viel größer und wichtiger fühlen sich mittlerweile diese Situationen an, in denen man sich seinen Unsicherheiten konfrontiert fühlt.

Wir entwickeln ausgereiftere Denkprozesse und schätzen zukünftige Konsequenzen mit ab. Die kindliche Leichtigkeit wird ersetzt mit Ernsthaftigkeit und zukunftsorientiertem Denken. Schnell können (Selbst-)Zweifel, Entscheidungsängste und andere Sorgen das Resultat sein.

Eine zittrige Stimme, schweißnasse Hände, kurze Atmung – die zitternden Knie bleiben – aber auch noch weitere Reaktionen können sich ergeben. Schlimmstenfalls leidet sogar die mentale und körperliche Gesundheit darunter, wenn wir uns langfristig unseren Unsicherheiten stellen müssen und diese nicht schaffen zu überwinden.

Eines ist jedoch klar: Unsicherheiten lassen die wenigsten Menschen kalt und rufen intensive (negative) emotionale Reaktionen hervor. Umso wichtiger ist es, dass man sich in diesem Status nicht anhaltend aufhält und diese Empfindungen schnellstmöglich abhaken kann.

Wir widmen uns daher dem Thema wie du deine Unsicherheit überwinden kannst. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten wie du mit diesen Hemmnissen entgegentreten kannst! Diese wollen wir dir nun zeigen.

Warum es so wichtig ist seine Unsicherheit zu überwinden

Unsicherheit zu spüren ist kein schönes Gefühl. Es bringt vorrangig nur negative Konsequenzen mit sich.

In einer Studie wurden Teilnehmer gebeten, ihre bezogenen Gefühle zu beschreiben, die sie verspüren, wenn sie eine Unsicherheit konfrontieren. Als Hauptantwort wurde „Bedrohung“ genannt. Nur wenige Menschen sehen eine Unsicherheit als Herausforderung oder Abenteuer vor dem Ungewissen. Die meisten Menschen fühlen sich einer Bedrohung bzw. Angst ausgesetzt.

Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.

Joachim Ringelnatz (1883-1934), deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler Tweet

Schnell kann es vorkommen, dass man sich in diesen Momenten der Unsicherheit in seinem Handeln und Denken eingeschränkt fühlt. Im schlimmsten Fall verfällt man sogar in einen Status des „Nicht-Handelns“. Man fühlt sich gelähmt. Entscheidungsängste, Stress oder ein instinktives Rückzugsverhalten vor der Bedrohung sind typische Reaktionen.

Unsicherheit überwinden erklärt durch eine Grafik: "Negativ-Spirale!
Der Negativkreislauf einer Unsicherheit.

Eine Unsicherheit kann uns fest im Griff haben. Ihre Präsenz schüchtert uns ein. Sie kann sich mit der Zeit sogar manifestieren oder gar in andere Lebensbereiche ausbreiten. Eine berufliche Untersicherheit kann bspw. nicht jeder so einfach am Arbeitsplatz lassen. Sie kann einen nach Hause begleiten und Auswirkungen auf das Privatleben haben.

Nur schwer können wir uns dann von einer Unsicherheit lösen. Schlimmstenfalls fühlt es sich wie eine Abwärtsspirale an. Umso wichtiger ist es diesen Prozess zu stoppen und sich von seiner Unsicherheit zu befreien und ihr entgegenzutreten.

Unsicherheit überwinden: 7 Tipps gegen die eigenen Hemmungen

Wir haben dir 7 Tipps zusammengestellt, wie du deine Unsicherheit überwinden kannst. Wir wollen uns schematisch an die Unsicherheit „herantasten“, indem wir ihren Ursprung identifizieren und anschließend dir weitere Tipps mitgeben, die dir helfen können, um mit deiner Unsicherheit umzugehen.

Seine eigene Unsicherheit zu überwinden kann ein schwieriger Prozess sein, der vor allem auf mentaler Ebene stattfindet. Viele Unsicherheiten lösen sich nicht von heute auf morgen. Vertraue daher dem ganzen Prozess, würdige die kleinen (Zwischen-)Erfolge und schenke dir die nötige Zeit. Deine Arbeit wird sich auszahlen!

1. Erkenne den Ursprung deiner Unsicherheit

Weißt du, dass es unterschiedliche Arten an Unsicherheiten gibt? Hinter jeder Unsicherheit versteckt sich ein besonderer Grund, weshalb man sich in der aktuellen Situation gerade gehemmt fühlt.

Kommt in dir das Unsicherheitsgefühl auf, kann es dir an erster Stelle helfen, dass du dir über deren Hintergründe bewusst wirst – und dass du dich bewusst fragst „Wieso fühle ich mich gerade unsicher?“.

  1. Wissensunsicherheit – bezieht sich auf den Mangel an Informationen, Fähigkeiten oder Erfahrungen, um die aktuelle Situation adäquat einschätzen zu können,
  2. Handlungsunsicherheit – sind Zweifel auf die Verfügbarkeit von effektiven Eingriffs- und Handlungsmöglichkeiten zur Veränderung und Entscheidung einer Situation.
  3. Zukunftsunsicherheit – sind gewisse Unvorhersehbarkeiten und Unwägbarkeiten über die weitere Entwicklung einer Situation,
  4. Folgenunsicherheit – ist die Angst vor den möglichen Konsequenzen für dich und andere, die eine Situation oder Entscheidung mit sich bringt,
  5. Unterstützungsunsicherheit – bezieht sich auf die Unklarheit, ob sich zur Bewältigung einer Problemsituation Unterstützung von anderen gewünscht oder auch zugelassen werden kann.

Um im ersten Schritt die eigene Unsicherheit zu überwinden, kann es einem daher helfen, deren Ursprung zu erkennen, um so „das Übel an der Wurzel zu packen“. Jede Unsicherheit hat seinen Grund bzw. Auslöser. Es ist daher von großer Bedeutung, dass du diesen erkennst, um so besser an ihr zu arbeiten.

Verstehst du nämlich mehr die Hintergründe, kannst du einerseits die nächsten Tipps für dich besser anwenden, andererseits gewährst du dir aber auch einen besseren Zugang zu deiner aktuellen Situation und deinen Emotionen.

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2. Selbstvertrauen stärken: Werde dir deiner Fähigkeiten bewusst 

Wer sich unsicher fühlt, kann schnell das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verlieren. Gerade im ersten Moment fallen einem all die Sachen ein, die man nicht kann, anstatt die, die einem helfen können solch eine Unsicherheit und Situation zu bewältigen.

Meistens bringt man jedoch viel mehr positive Eigenschaften und Fähigkeiten mit, als man eigentlich denkt. In solchen Unsicherheitsmomenten geraten diese schnell in Vergessenheit. Doch gerade in diesen Momenten bist du gefragt! Weise deine Zweifel zurück, stehe zu dir selbst, werde dir über deine Stärken bewusst und darüber was du alles kannst!

Selbstbewusstsein spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie hilft dir um deine Unsicherheit überwinden zu können. Mit einem gesunden Maß an Selbstbewusstsein vertraust du deinen Fähigkeiten direkt viel mehr und kannst mögliche Zweifel überwinden.

3. Entwickle das richtige Mindset

In unsicheren Momenten können einem schnell Gedanken in den Kopf schießen wie „Das kann ich nicht. Wie soll ich das bloß schaffen?“.

Doch hast du schon mal was von Framing gehört? Framing bedeutet, dass unterschiedliche Formulierungen einer Botschaft bei gleichem Inhalt das Verhalten des Empfängers unterschiedlich beeinflussen. Je nachdem wie du deine Botschaft also formulierst – ob positiv oder negativ – wird dessen Inhalt auch verstanden. Glaubst du also an einen positiven oder negativen Ausgang deiner Unsicherheit? 

Bestätigst du eine Unsicherheit mit genau negativen Gedanken, gibst du der Unsicherheit die Möglichkeit sich zu entfalten und zu etablieren. Wer denkt, dass er verliert, sollte sich auch nicht wundern, wenn er verloren hat. 

Negative Gedanken in positive Formulierung zu verpacken, nennt man auch Reframing. Das typische Beispiel: Ist das Glas für dich halb voll oder halb leer? 

Es ist wissenschaftlich belegt, dass unser Unterbewusstsein keine Verneinungen versteht und sich Negationen in unserem Unterbewusstsein dadurch als „Wahrheit“ etablieren.

Du wirst garantiert fallen, wenn du immer nur an das Stolpern denkst.

Konfrontierst du jedoch eine Unsicherheit mit einem positiven Mindset und sagst dir selber, dass du diese Situation bewältigen kannst, ist ein positiver Ausgang direkt viel wahrscheinlicher, als wenn du dir den Kopf zerbrichst und Argumente für dein Scheitern findest. 

Es ist leichter als gesagt, als getan: Aber sprich dir selber zu und behandle deine Unsicherheit mit einer positiven Grundstimmung. Lass deinen Selbstzweifeln keinen Platz. Du bist derjenige, der entscheidet, mit welcher Einstellung du an eine Situation herantrittst.

4. Stopp mit dem Vergleich!

Unsicherheiten resultieren schnell aus dem Vergleich mit anderen. “Der macht das besser, die kann das besser.” Wir werden immer jemanden finden können, der etwas besser macht als man selbst.

Doch was bringt uns diese Einsicht, außer Zweifel an den eigenen Fähigkeiten? Du bist eine einzigartige Person mit deinen ganz besonderen Stärken und Schwächen. Genauso wie du immer einen besseren finden wirst, finden es andere Leute womöglich auch in dir.

Mach dich nicht kleiner als du bist und berufe dich genau auf all deine positiven Eigenschaften. Wir sind selbst immer unser größter Kritiker und können viel schneller aufzählen, was wir nicht können, anstatt zu sagen, in was wir so richtig gut sind.

Unsicherheit überwinden beschrieben durch eine Frau, die ihre Arme befreiend zum Himmel ausbreitet
Du musst es keinem recht machen oder dich mit anderen vergleichen. Du bist du!

Der stetige Vergleich bringt einem nicht viel, außer dass wir schneller an uns selber zweifeln. Gerade dann, wenn wir von einer Situation verunsichert sind, sind wir viel mehr bereit Selbstkritik zu pflegen – und das verstärkt letztlich die Unsicherheit.

5. Entscheidungsangst: Werde dir über das Worst-Case-Szenario bewusst

Entscheidungsangst – A oder B? Oder doch vielleicht C? Gedankenchaos und so viele Entscheidungsmöglichkeiten, die allesamt mit verschiedene potenziellen Ausgänge einer Situation einhergehen können.

Unsicherheitssituationen lösen in vielen Menschen besonders intensive emotionale Reaktionen aus. Unser Kopf funktioniert nicht mehr auf einer rationalen objektiven Ebene und wir werden verstärkt von unseren Emotionen und Ängsten getrieben. 

Jeder Ausgang einer Situation wirkt gleichermaßen realistisch – oder gar schlimmer: Man befürchtet das Übelste in seinem Entscheidungsprozess

Man malt den Teufel an die Wand. Doch weißt du was? So ein Verhalten ist ganz natürlich. Menschen sind risikoavers, sprich sie scheuen das Risiko. Zwei der prominentesten Formen dieser Risikoaversion sind die übermäßige Angst vor Fehlern und die irrationale Vorstellung des sogenannten Worst-Case-Szenarios – der schlimmste Ausgang einer Situation.

Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht.

Jean Paul Sartre (1905-1980), französischer Romancier, Philosoph und Publizist Tweet

Doch sind wir mal ehrlich: Wie oft ist eine Situation wirklich komplett nach hinten losgegangen? Wie realistisch siehst du WIRKLICH die Chancen eines Worst-Case-Szenarios? Ich kann dir die Antwort geben: Viel zu selten, als dass man diesen Sorgen solch große Beachtung schenken muss. Aber da sind wir Menschen alle gleich.

Wenn du deine Unsicherheit überwinden möchtest, beantworte dir ganz ehrlich die Frage wie wahrscheinlich ein positiver bzw. negativer Ausgang deiner Entscheidung ist? Versuche dabei wirklich ganz objektiv dies zu beurteilen und versuche deine Emotionen ein wenig ausklammern.

6. Finde einen Weg, um deine Unsicherheit zu überwinden 

Wir sind mittlerweile schon ziemlich weit – und auch bald am Ende – mit unseren Tipps, wie du deine Unsicherheit überwinden kannst. Du kennst bereits viele Handwerkzeuge, wie du deine Unsicherheit identifizierst und mental konfrontierst. 

Doch jetzt müssen wir uns mit der praktischen Umsetzung der Tipps befassen, damit du deine Unsicherheit überwinden kannst. Was für Möglichkeiten gibt es? Ein Plan schafft dir Abhilfe. Jede Unsicherheit kann ganz individuell sein. Daher ist es schwer eine explizite Anleitung für deine individuelle Unsicherheit vorzubereiten. 

Wir machen uns Lernpläne, strukturieren unseren Alltag mit einem Kalender, organisieren Feiern mit einer To-do-Liste. Wieso dann nicht auch, wenn es um das Bezwingen seiner Unsicherheit geht? 

Mache dir einen Plan, verschaffe dir Transparenz und Struktur, wie du an deine Unsicherheit herantreten möchtest. Solch einen Plan zu gestalten, ist nicht ganz intuitiv. Doch verstehe den Ursprung deiner Unsicherheit. Woher kommt dein Hemmnis und welche Überwindungsmöglichkeiten fallen dir ein? Ohne Fahrplan zu seinem Ziel zu kommen ist deutlich schwerer. Erschaffe dir Anhaltspunkte, mit denen du an deiner Unsicherheit arbeiten kannst.

Damit du dir unter dem Thema was vorstellen kannst, wollen wir dir ein praktisches Beispiel geben.

Jemand hat Präsentationsangst. Was kann er dagegen tun?

Der Ursprung kann dabei ganz unterschiedlich sein. Vielleicht vertraut er nicht der Situation und ist sich unsicher, wie er sich vor seinem Publikum schlagen wird. Passiert ihm womöglich ein Fauxpas? Was wäre, wenn er auf eine Frage keine Antwort hat oder ihm ein Fehler in seiner Präsentation unterläuft? All das sind praktische Beispiele von Handlungs-, Wissens- und Zukunftsunsicherheit.

Sein Plan könnte wie folgt aussehen:

1) Vor dem Präsentieren mit Atem- und Entspannungsübungen der Aufregung entgegenwirken.

2) Seine Präsentation alleine halten, zu sich selbst sprechen und die zu präsentierenden Inhalte verinnerlichen.

3) Die Präsentation dann vor engen Verwandten oder guten Freunden halten. 

4) Die Fragen des kleinen Publikums beantworten, sich Feedback und Verbesserungsvorschlägen einholen.

5) Sich selber reflektieren: Wie war seine emotionale Verfassung während der Präsentation? Wie sicher hat er seine Inhalte präsentieren können? Wie ging es ihm mit der Aufregung und Unsicherheit?

Die definitiv sicherere Option ist das oben genannte Beispiel. Das langsame Herantasten – Schritt für Schritt zum großen Ziel. Gerade bei solch einem sensiblen Thema, wie die eigene Unsicherheit zu überwinden, ist es wichtig sich seine Herausforderung in kleine Portionen aufzuteilen. Mit jedem Teilerfolg lässt sich weiteres Selbstvertrauen erlangen ehe man so das “große Ganze” bezwungen hat.

Ich persönlich bevorzuge die radikalere Variante, indem ich mir ab einem Punkt selber sage: „Schluss mit lustig! Jetzt ist es so weit. Ich stelle mich meinem Hemmnis, blicke ihr ins Auge und schaue wie ich mich in dieser Situation schlage.“ Ganz unabhängig von Erfolg oder Misserfolg sammle ich mir so meine Erfahrungen und versuche es ggf. nochmal im zweiten Anlauf.

Der Kerngedanke wird jedoch klar: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Erfrage dich nach deinem Weg und suche deine Möglichkeiten. Du kannst dich nicht für immer vor deinen Hemmnissen verstecken.

Finde deine Antworten, WIE du deine Unsicherheit überwinden kannst. Was für Möglichkeiten stehen dir bereit bzw. welche kannst du dir schaffen? 

Und denk dran: Du musst dich deiner Unsicherheit nicht alleine stellen. Kommunikation hilft wie so oft auch in solchen Situationen. Vielleicht kann dir eine nahestehende Person einen guten Rat geben oder dich auf deinem Weg begleiten, deine Unsicherheit zu überwinden.

7. Phänomen Sensation Seeking: Nimm die Herausforderungen an

Was ist der Hauptgrund, weshalb man eine Unsicherheit überwinden muss? Wir haben Angst vor dem Resultat einer Situation, und dass sie nicht unseren Erwartungen entspricht.

Doch hast du schon mal was von Sensation Seeking gehört? Sensation Seeking wird als ein mehrdimensionales Persönlichkeitsmerkmal beschrieben. Es wird durch das Verhalten charakterisiert neue, komplexe und intensive Erlebnisse und Erfahrungen in Situationen aufzusuchen. Die Situation können von physischen, psychischen oder sozialen Herausforderungen oder Risiken stammen.

Grob gesehen, ist eine Unsicherheit nichts anderes: ein Risiko bzw. eine Herausforderung mit einem nicht sicheren Ausgang.

Einfacher gesagt, als getan: Aber wenn man genau so eine Unsicherheit sieht – als eine Herausforderung für deine Person – schmälern wir womöglich auch den einschüchternden Effekt vor dieser Ungewissheit.

Eine Unsicherheit ist eine Situation, die dich herausfordert. Nicht überall wird es dieselbe positive Aufregung vor dem Ungewissen geben. Doch viel mehr geht es darum, dass du deine Unsicherheit überwinden, konfrontieren und dich nicht vor ihr verstecken willst.

Ist es nicht ein total befreiendes Gefühl, wenn du von Endorphinen überschüttet wirst, nachdem du deine Unsicherheit überwinden konntest und als Sieger vom Platz gegangen bist? Ich finde schon. Trau dich den Sprung ins kalte Wasser (da sind wir wieder bei unserem Dreimeterbrett) und blicke deiner Unsicherheit ins Auge. Wer ist nun der Angsthase? Du nicht!

Unser Schlusswort

Das waren unsere sieben Tipps wie du deine Unsicherheit überwinden kannst. Mach dir klar, dass sich die meisten Unsicherheiten in deinem Kopf abspielen und wir sie manchmal größer machen, als sie in Wirklichkeit sind.

Scheue dich nicht vor dem Ungewissen, sondern nehme die Herausforderung an und nutze es als Chance an ihr zu wachsen. Lass nicht die Untersicherheit die Kontrolle über dich haben, sondern genau andersherum. Du bist der Situation gewachsen – ganz sicher!

Perfektionismus ablegen: 5 Methoden gegen übermäßige Perfektion

Perfektionismus ablegen beschrieben durch ein Schild "work harder"

Schneller. Höher. Weiter. Alles muss heutzutage perfekt sein. Perfektion – sie beschreibt die Vollkommenheit einer Sache, an der nicht das Geringste auszusetzen ist. Doch Perfektionismus kann gewisse (negative) Steigerungen haben, die bis hin zu extremer Fehlervermeidung und einem unermüdlichen Streben nach Perfektion gehen. 

Übertriebener Perfektionismus ist eine perfekte Falle. Der innere Zwang nach Perfektionismus kann die eigenen Bedürfnisse eingrenzen und sogar übersteigen. Man setzt sich einem übermäßigen Druck und Stress aus. Nichts ist mehr gut genug, über alles muss die Kontrolle gehalten werden und Fehler dürfen einem auf keinen Fall unterlaufen – alles scheint noch perfekter gehen zu müssen. Die Grenzen eines gesunden Perfektionismus können schnell verwischen.

Doch es gibt Methoden wie man diesen übermäßigen Perfektionismus ablegen kann. Denn Ergebnisse und Zielvorhaben können trotzdem erreicht sein, selbst wenn eine Sache noch nicht voller Perfektion scheint. Oftmals hat man sein Ziel früher erreicht, als man eigentlich denkt. 

Nur der eigene Ansporn, es noch “perfekter” machen zu wollen, steigert den Einsatz übermäßig. Der Aufwand steht dann nicht mehr in Relation zum ursprünglichen Vorhaben. 

Wir möchten uns anschauen, wie man es schafft, seinen Perfektionismus ablegen zu können und wie man eine gesunde Sicht gegenüber der Perfektion an sich aufbaut. 

Perfektionismus ablegen: der trügerische Hang der Perfektion

Perfektionismus definiert sich über zwei verschiedene Formen:

  1. funktionaler Perfektionismus, das Streben nach Vollkommenheit (perfektionistisches Streben)
  2. dysfunktionaler Perfektionismus, die übertriebene Fehlervermeidung (perfektionistisches Besorgnis)

Der funktionale Perfektionismus ist von Natur aus eine positive Eigenschaft. Man versucht das Beste aus sich herauszuholen und möchte Aufgaben gewissenhaft erfüllen. Wenn funktional perfektionistische Menschen scheitern, ist dies oft nicht leicht für sie, aber sie wissen damit umzugehen. Diese Art ist daher nicht zwingend gefährlich, sondern hilft uns vielmehr Dinge in Sorgfalt auszuführen.

Hingegen ist es der dysfunktionale Perfektionismus die tückische Form. In ausgeprägter Form kann dieser zu einem ängstlichem und neurotischem Vermeidungsverhalten führen. Die Menschen sind unverhältnismäßig kritisch, haben Versagensängste und starke Sorgen nicht gut genug zu sein. 

Bei perfektionistischen Menschen besteht grundlegend das Potenzial, dass diese Eigenschaft zwanghaft werden kann. Wenn der Mensch nicht mehr in der Lage ist, sein Handeln selbst zu bestimmen und stattdessen sein Perfektionismus dies für ihn übernimmt, ist Vorsicht geboten. Die eigenen Bedürfnisse werden ignoriert bzw. dem Perfektionismus untergeordnet.

Wer alles perfekt haben und stets perfekt sein will, wird perfekt unglücklich.

Walter Ludin, Schweizer Journalist, Redakteur, Autor Tweet

Als Folge können diese Menschen zu starken Selbstzweifel verfallen und verspüren oftmals innere Unruhe. Das Selbstbewusstsein der Betroffenen kann darunter leiden. Aber auch die körperliche und mentale Gesundheit kann von diesem starken Druck und Stressgefühl betroffen sein.

Das Paradoxon eines übertriebenen Perfektionismus ist, dass dieser im Prinzip nie erreicht wird. Die Betroffenen sind eigentlich nie mit sich selbst zufrieden und sehen stets noch Potenzial etwas besser machen zu wollen.

Gründe für übermäßigen Perfektionismus

Eigentlich weiß man genau, dass niemand ganzheitlich perfekt sein kann. Aber trotzdem versucht man es immer wieder zu sein. Oftmals findet diese Einsicht aus einer unbewussten Überzeugung statt, dass man nur etwas wert ist, wenn man seine Aufgaben in voller Zufriedenheit und Perfektion erfüllt.

Es ist der innere Antrieb der Perfektionisten, welcher sie denken lässt, „Ich bin nicht gut genug.“ Sie denken, etwas leisten zu müssen, um anderen oder sich selbst zu genügen.

Perfektionismus ablegen, heißt im ersten Schritt dessen Ursprung zu erkunden und so „das Übel an der Wurzel zu packen“. Wer die Gründe seines Perfektionismus erkennt, kann deutlich besser an ihm arbeiten. Es folgen die gängigsten Gründe für Perfektionismus. 

Perfekt ist der, der keine Ecken und Kanten hat; doch der ist schlicht langweilig.

1. Strenge Erziehung in der Kindheit

Eine Hauptursache für den Perfektionismus findet man oftmals in der eigenen Kindheit. Als Kind hast du gelernt, dass deine Eltern freundlicher und liebevoller zu dir waren, wenn du artig warst und dich so verhalten hast, wie sie es von dir erwarten. Wurdest du diesen Erwartungen nicht gerecht oder hast Fehler gemacht, wurdest du getadelt, ermahnt, bestraft oder vielleicht sogar ignoriert.

Die Eltern wollten mit solch einem Verhalten nichts Böses. Doch trotzdem können diese Erfahrungen einen erheblichen Einfluss für das Selbstwertgefühl eines Kindes haben und es ein Leben lang prägen. Für ein Kind ist es noch schwer zu verstehen, dass es die Eltern eigentlich nur gut meinen mit einem  – das Kind erkennt noch nicht den Grund dahinter.

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Kinder denken, wenn sie perfekt sind, werden sie gut behandelt und nicht mehr bestraft. Sie erhoffen sich Lob und andere positive Umgänge, die sie von ihren Eltern erhalten, wenn sie sich fehlerfrei und perfekt verhalten. Genau dieser Glaube kann in das Erwachsenenleben weitergetragen werden – wenn auch ganz unbewusst.  

2. Angst vor Kontrollverlusten

Perfektionismus geht oft einher mit Kontrollzwängen. Der Ursprung dafür kann verschieden sein. Doch oftmals waren es (traumatische) Erfahrungen, in denen man die Kontrolle verloren hat und eine Situation aus dem Ruder gelaufen ist. So etwas will die Person in Zukunft zwanghaft vermeiden.

Dieser Kontrollzwang kann so weit gehen, dass es sogar ganz alltägliche Dinge im Leben berührt. Eine benutzte Kaffeetasse muss direkt abgespült werden, der Arbeitsplatz in kompletter Ordnung sein, ehe man sich an den Schreibtisch setzt.

Unter diesem Ordnungs- und Kontrollzwang leidet nicht nur die eigene Psyche, sondern auch die Produktivität. Viel zu oft kann dieser Drang nach Ordnung einen vom Wesentlichen und der eigenen Arbeit ablenken. Über jede Kleinigkeit muss die Kontrolle gehalten.

3. Angst vor Fehlern

Aufbauend auf den ersten zwei Punkten kann Perfektionismus auch aus übertriebener Fehlervermeidung kommen. Fehler sind schlecht. Als Kind fing es damit an, dass man für Fehler getadelt wurde. Im späteren Alter haben wir uns dann selbst für unsere Fehler kritisiert. Schnell ergeben sich so Selbstzweifel und -vorwürfe.

So entsteht die Angst vor eigenen Fehlern. Diese Angst kann so weit gehen, dass ein gemachter Fehler eine lähmende Wirkung haben kann: Man wird lieber gar nicht mehr aktiv, als dass man vielleicht etwas falsch macht und eine persönliche Abwertung erfahren muss.

Um jeden Preis wird versucht Fehler zu vermeiden. Durch dieses Verhalten werden banale Kleinigkeiten doppelt und dreifach geprüft und eine Menge Zeit kann so verloren gehen. Zudem beraubt man sich mit diesen Verhalten der Chance aus seinen eigenen Fehlern zu lernen. Denn auch sie sind eine Lektion, um das eigene Verhalten zu reflektieren. Manch ein Fehler lässt sich viel schneller ausbügeln, als es die subjektive Wahrnehmung empfinden lässt.

4. Starker Leistungsdruck

Noch nie wie zuvor empfinden viele Menschen einen starken Leistungsdruck – vorrangig für ihr Berufsleben, aber auch im privaten Bereichen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft.

Nur das Beste ist gut genug. Auch das wird einem bereits im Kindheitsalter eingetrichtert – sei es durch die Erziehung, aber auch in der Schule. Es gibt den Klassenbesten, aber hast du schon mal in diesem Zusammenhang was zum Zweitbesten gehört? Studienabschlüsse mit “summa cum laude” werden in besonderer Art ausgezeichnet. Je mehr und besser die Abschlüsse, desto mehr Geld und somit ein besseres Leben (wenn so die Rechnung mancher Leute ist). Jeder will die Goldmedaille und nicht mehr den unehrenhaften zweiten Platz belegen. Und dieses Bild findet sowohl im Berufsleben, aber auch im Privaten seinen Fortgang.

Dieses Leistungsbild immer das Beste erreichen zu müssen, resultiert in einem starken persönlichen Druckempfinden. Man wendet übermäßig viel Zeit für Aufgaben auf, macht Überstunden, vernachlässigt andere Lebensbereiche und setzt sich selbst unter extremen Druck. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr zu dem Ergebnis.

Perfektionismus ablegen mit 5 Tipps

Widmen wir uns nun unseren fünf effektivsten Tipps, wie man seinen Perfektionismus ablegen kann. Es ist wichtig, dass es hier nicht zu folgendem Missverständnis kommt: Mit dem Perfektionismus ablegen meinen wir die ungesunde Sichtweise auf das eigene Verhalten und nicht, dass man fahrlässig oder schlampig die eigenen Vorhaben angeht.

Das richtige und gesunde Maß an Perfektion tut gut und dieses soll nun gefunden werden.

1. Reflexion deines Verhaltens: Was ist dein Ziel? 

Wer seinen Perfektionismus ablegen will, muss sich stets an sein ursprüngliches Ziel erinnern. Was war nochmal dein Vorhaben und bist du vielleicht sogar schon über das Ziel hinausgeschossen?

Ab wann ist das eigene Verhalten zu perfektionistisch? Man hat das Ergebnis bereits erreicht und macht trotzdem weiter, ist übergenau und nimmt sich zu viel Zeit für seine Aufgaben. Man stellt sich zu hohe Erwartungen.

Daher ist es wichtig zu verstehen: Perfektionismus existiert nur in deinem Kopf. Du selbst kannst dir den Maßstab setzen, den du erfüllen möchtest. Es spricht nichts dagegen Dinge gut zu machen und das bestmögliche zu geben, doch irgendwann ist eine Grenze erreicht. Perfektionismus kennt kein Ende und lässt sich immer wieder erweitern. Den Schlusspunkt musst du setzen.

Es ist von extrem wichtiger Bedeutung, dass du verstehst, ab wann du dein Ziel erreicht hast und ab wann du zu viel investierst. Deine Ressourcen wie Zeit und Energie sind begrenzt. Es ist ein kräftezehrender Prozess dem Perfektionismus hinterherzurennen. Wirtschafte mit deinen persönlichen Ressourcen achtsam und teile sie dir gut ein.

2. Methoden aus der Wirtschaft nutzen

Ich möchte dir drei Prinzipien aus meinem Volkswirtschafts-Studium näher bringen. Auch wenn sie alle einen wirtschaftlichen Ursprung haben, können sie eine Hilfe sein, wie du lernst deinen Perfektionismus ablegen zu können.

Behält man diese Prinzipien im Hinterkopf, so kannst du das ein oder andere Mal dein (subjektives) Verhalten und Empfinden auch auf objektiver wirtschaftstheoretischer Sicht beurteilen und dich fragen, ob du gerade zu perfektionistisch handelst. 

Das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip sagt aus, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Hingegen erfordern die verbleibenden 20 % der Ergebnisse mit 80 % des Gesamtaufwandes die quantitativ meiste Arbeit.

Der Grundgedanke ist also klar: Ein Großteil deiner Arbeit kann schnell abgeschlossen werden. Anschließend solltest du dir die Frage stellen, ob der verhältnismäßig große Aufwand das restliche Endresultat wirklich wert ist.

Das Parkinsonsche Gesetz

„Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“ – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. Dies ist der Kerngedanke des britischen Soziologen C. Northcote Parkinson zur Verwaltungs- und Wirtschaftslehre.

Es ist die verfügbare Zeit, die ausschlaggebend ist, wie lang wir für eine Aufgabe benötigen. Ein perfektionistisches Verhalten kann also auch dann ausgeübten, wenn man genug Zeit hat. Die Erledigung der Aufgabe wird sozusagen künstlich in die Länge gezogen.

Die Kosten-Nutzen-Analyse

Das Kosten-Nutzen-Prinzip stellt die aufgewendeten Kosten und Arbeiten dem potenziellen Nutzen gegenüber. Einfach runtergebrochen also: „Ist meine Arbeit die Mühe wirklich wert? Erhalte ich mindestens den gleichen Mehrwert an Nutzen zurück für die Leistungen, die ich erbracht habe?“

Für einen Perfektionisten kann die Antwort auf diese Fragen schnell mal „Nein“ sein. Übermäßig viele Anstrengungen werden investiert für einen im Verhältnis zu kleinen Nutzen.

Vielleicht helfen diese drei Prinzipien, dass du dein Verhalten zukünftiger Weise auch aus einem wirtschaftlichen Gedanken reflektieren und deinen Perfektionismus ablegen kannst. Es ist immer wichtig, dass du das richtige Maß an Aufwendungen findest, wenn es um die Zielerreichung geht. 

3. Kontrolle aufgeben und mit Ruhe begegnen

Bemerkst du in einer Situation, dass der Drang nach Perfektionismus aufsteigt, ist es zuallererst wichtig diesen für sich zu erkennen. Wenn du diesen inneren Zwang verspürst, der dich stresst und unruhig werden lässt, versuche kräftig ein- und auszuatmen.

Perfektionismus ablegen beschrieben durch einen Mann, der müde und anstrengt auf seinen Bildschirm schaut
Wenn einen die Perfektion im Griff hat, wird jedes Bedürfnis diesem untergeordnet.

Es ist leichter gesagt, als getan, dennoch: Wenn du deinen Perfektionismus ablegen willst, dann musst du damit aufhören, immer alles unter Kontrolle haben zu wollen.

Du darfst deinen eigenen Fähigkeiten vertrauen, denn du hast es dir bereits in der Vergangenheit oft genug bewiesen. Nicht alles lässt sich kontrollieren oder muss von dir kontrolliert werden. Schenke dieses Vertrauen nicht nur dir, sondern auch den Fähigkeiten von anderen.

Es kann einen schwer unter Druck setzen, wenn man versucht immer und über alles die Kontrolle zu halten. Du sollst keinesfalls die Ernsthaftigkeit für die Situation verlieren, doch trotzdem kann es einem sehr helfen mit einer gewissen Gelassenheit an die Sache heranzutreten. 

Viel zu oft sehen wir Sachen kritischer, als sie schlussendlich sind. Das ist ein ganz normales Verhalten, denn wir Menschen sind risikoavers (sprich risikoscheu) und wollen diesem Risiko unbedingt aus dem Weg gehen.

4. Akzeptanz gegenüber Fehlern

Zur Risikoaversion gehört auch die Angst vor Fehlern – du erinnerst dich an den dysfunktionalen Perfektionismus? Fehler werden schnell verteufelt und manchmal als was Schlimmeres dargestellt, als sie letztlich sind. 

Natürlich: Es ist ein Fehler, wenn falsch gehandelt wurde oder das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Heißt es trotzdem, dass man direkt versagt hat oder das Ziel nicht mehr erreichen kann? Ich denke nicht.

Man kann seine Fehler akzeptieren und diese auch wieder ausbügeln. Du bist nicht perfekt, ich bin nicht perfekt und auch niemand anderes. Fehler gehören im Leben dazu und lassen sich manchmal nicht vermeiden.

Wer keinen Fehler machen will, fällt auf sich selbst herein.

Stattdessen ist es entscheidend, wie man mit seinen Fehlern umgeht. Ärgerst du dich jetzt grün und blau oder verfällst in einen Status der Schockstarre? Oder überlegst du dir nun eine Lösung wie du deinen Fehler beheben kannst? Es liegt in deiner Hand wie du dich entscheidest.

Fehler sind nicht als Versagen, sondern als Chancen für Verbesserungen zu sehen. Beurteile dein Fehlverhalten und du wirst es beim nächsten Mal besser machen können.

5. Erfolge würdigen und Zufriedenheit üben

Wer perfektionistisch ist, triezt sich auf einer ungesunden Basis und kennt nichts als gut genug an. Wenn man es schaffen möchte, diesen Perfektionismus ablegen zu wollen, ist es wichtig, dass man erkennt, dass man gut genug ist und dass man auch ohne diesen erfolgreich und zufrieden sein kann.

Als Perfektionist gibt es in Sachen Erfolg-Misserfolg eine klare Schwarz-Weiß-Welt. Entweder man hat etwas in Perfektion geschafft oder versagt – und dabei sind die Chancen zu versagen deutlich größer. Dieses Mindset muss wieder auf eine gesunde Ebene zurückgeführt werden.

 Wenn du etwas geschafft hast, ist es Zeit darauf stolz zu sein. Du hast dein Vorhaben erreicht – egal wie einfach oder schwer diese Aufgabe war. Ziel erreicht! Und das darfst du entsprechend würdigen.

Suche nicht nach Fehlern oder was du hättest alles besser machen können, sondern fokussiere dich auf das, was du alles richtig gemacht hast. Wenn du dein Bestes gegeben hast, kannst du stolz auf dich sein. Mache dir immer wieder bewusst, dass in jeder kleinen abgeschlossen Aufgabe bereits ein Erfolg stecken kann.

Training eines gesunden Perfektionismus

Zuletzt möchten wir nochmal erklären, dass es auch einen „akzeptablen“ und gesunden Perfektionismus gibt. Es ist der eigene Anspruch an seine Arbeit und Vorhaben, dass man diese sorgfältig und der richtigen Zufriedenheit erfüllt. Perfektionismus kann in Maßen gut sein und diesen Maßstab muss jeder für sich finden. 

Versuche dir eigene Verhaltensregeln zu kreieren, sodass sich dein Perfektionismus in Grenzen hält und dich nicht belastet.

Das bedeutet Überstunden nur in Ausnahmefällen, manchmal auch „nein“ zu sagen, einen Zeitrahmen setzen für eine Aufgabe, die du erledigen möchtest – eine effektive Methode gegen Perfektionismus ist, sich eigene Alltagsregeln aufzustellen.

Verliere dich nicht in den Details einer Aufgabe und habe „das große Ganze“ vor Augen. Ab und zu darfst du die fünf auch mal gerade sein lassen. Denn zwischen Erfolg und Misserfolg gibt es noch einige Abstufungen. Mach dir klar, dass du nur selten 100 Prozent erreichen kannst.

Unser Schlusswort

Das war es nun – unser Beitrag, wie man es schafft seinen Perfektionismus abzulegen. Du siehst, dass es Möglichkeiten gibt ein wenig gelassener an deine Vorhaben heranzutreten und sie dennoch erreichen kannst. Nimm dir ein wenig Last von Schultern und sieh nicht alles allzu kritisch.

Es ist der richtige Maßstab an Perfektion, dass du dich selber nicht zu sehr belastest und trotzdem deine Aufgaben in ihrer „neuen Vollkommenheit“ erfüllen kannst. Denk daran, dass du dir deine Ideale setzt und du für dich bestimmst, was perfekt heißt. 

Zu sich selbst finden: Die drei großen Schritte zur Selbstfindung

Zu sich selbst finden beschrieben durch eine einzelne Person am Meer

Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich? Viele dieser Fragen können einem im Kopf herumschwirren, wenn man sich dem übergeordneten Thema des „zu sich selbst findens“ widmet.

Es ist ein verwirrendes Gefühl, wenn man noch nicht die Antworten auf solche Fragen hat. Man fühlt sich ein wenig unbeholfen und ziellos. Diese Zweifel können einen schwer belasten. Wie schön es doch nur wäre, wenn es eine „Pille der persönlichen Erleuchtung“ gebe, damit man zu sich selbst finden könnte.

Doch weißt du was? Dieses Gefühl der Ungewissheit kennt wohl jeder – und jeder ist bzw. war auf der Suche nach diesen Antworten.

Wohl kaum ein Mensch hat das Licht der Welt erblickt und hat bereits zu sich selbst gefunden. Erst mit dem bewussten (Konfrontations-)Prozess der Selbstfindung folgen solche Einsichten und man versteht was das Leben für einen bedeutet. Dieser Prozess ist ganz natürlich und benötigt seine Zeit. Damit bist du nicht alleine.

Wer zu sich selbst gefunden hat, hat es geschafft all diese Zweifel abzulegen und seine Antworten zu finden. Es ist wie ein Upgrade des eigenen Lebens, in dem man sich viel wohler und erfüllter fühlt. Man ist lebendiger und glücklicher und kann jeden einzelnen Moment so richtig auskosten. 

Zu sich selbst finden, ist ein Gefühl des Ankommens – als hätte man seinen Platz im Leben und seine Bestimmung gefunden. Man weiß nun wer man ist und welche Wege und Abenteuer man bestreiten möchten.

Lass uns gemeinsam den Prozess der Selbstfindung ein wenig mehr beleuchten. Wir möchten dir mit unserer großen Schritt-für-Schritt-Anleitung unter die Arme greifen, sodass du es schaffst genau diese und viele weitere Vorzüge genießen kannst.

Was benötigt es, um zu sich selbst zu finden und welche Schritte kann man einleiten? Es gibt Antworten und Möglichkeiten, sodass du dies für dich herausfinden kannst. Damit wollen wir uns nun genauer auseinandersetzen.

Wer einmal sich selbst gefunden hat, kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.

Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller Tweet

Was bedeutet es zu sich selbst zu finden?

Zu sich selbst finden – ist das der besagte Sinn des Lebens, den jeder finden muss? Womöglich auch. Doch viel mehr ist es ein beachtlicher Schritt des eigenen persönlichen Wachstums, wenn man erkennt, wer man wirklich ist.

Wer zu sich selbst gefunden hat, kennt seine Werte, für die er einstehen will, wer er ist, was ihn erfüllt – im Allgemeinen also, was ihm im Leben wichtig ist und was er damit anstellen möchte.

Es ist die freie und vollkommene Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, die es ermöglicht das Leben in vollen Zügen auszukosten. Auch wenn es nach außen hin keinen großen Unterschied macht: Das Leben lässt sich viel mehr genießen, wenn man zu sich selbst gefunden hat, als wenn man noch auf der Suche ist.

Es kann in einem ganz neue Energien freisetzen, wenn man sich der Selbstfindung nähert. Wer es schafft, zu sich selbst zu finden, kann… 

  • lebendiger
  • glücklicher
  • aufgeschossener
  • aktiver
  • motivierter

…durch das Leben gehen. Als würden sich die Farben, Emotionen und allgemein deine Empfindungen verstärken. Du fühlst dich lebendiger.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

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Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Genauso sind es Fähigkeiten und Ansichten auf das Leben, die man erhält, wenn man zu sich selbst gefunden hat. Man fühlt sich in der eigenen Haut einfach wohler und dies hat positive Auswirkungen auf das tägliche Leben. Sich selbst finden heißt…

  • im Einklang mit seinem inneren und äußeren Erscheinungsbild zu sein
  • tiefe Bindungen und Beziehungen zu Menschen aufzubauen
  • innere Ruhe und Gelassenheit zu verspüren – auch in stressigen Situationen
  • Interesse und Mut für Neues zu entwickeln
  • Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu haben
  • seine Stärken und Schwächen zu akzeptieren
  • stolz auf seinen gemachten Lebensweg zu sein
  • motiviert auf seine Lebensziele und Visionen zu schauen

Im Selbstfindungsprozess findet man nicht nur sein “jetziges Ich”, sondern auch sein zukünftiges – es ist ein sehr progressiver Prozess. Derjenige, der sich gefunden hat, ermöglicht sich nämlich auch zu entscheiden, wer er sein will. Er findet seinen ganzen persönlichen Weg, den er im Leben bestreiten will.

Selbstfindung ist definitiv ein Status, der für uns Menschen erstrebenswert ist – denn es kommt mit vielen wünschenswerten Vorteilen. Jeder von uns möchte gerne über sein „Sein“ erfahren.

Zu sich selbst finden – die Anleitung

Bevor wir uns der Schritt-für-Schritt-Anleitung widmen, möchten wir noch ein paar wichtige Worte vorweg verlieren.

Zu sich selbst finden ist ein langwieriger Prozess, der nicht von heute auf morgen oder mit dem Lesen dieses Beitrags passiert. Es ist ein erster wichtiger Schritt, dass du die Erkenntnis erlangt hast, dich auf deinen ganz persönlichen Selbstfindungspfad begeben zu wollen. 

Viele Menschen finden nicht zu sich selbst, weil sie sich erst gar nicht suchen.

Willy Meurer (1934 - 2018), deutsch-kanadischer Aphoristiker und Publizist Tweet

Dieser Weg kann dir viel Mühe bereiten und erfordert stetiges proaktives Handeln deiner selbst. Für viele dieser Teilprozesse wirst du dich ganz bewusst mit deiner eigenen Person und Gedankenwelt auseinandersetzen – ein Schlüsselfaktor, um zu sich selbst zu finden. Doch auch in deinem Unterbewusstsein können dadurch viele Prozessketten angestoßen werden, die dir helfen werden. Denn nicht alles findet an der für uns greifbaren Oberfläche statt, trotzdem können wir diese beeinflussen.

Genau aus diesen Gründen haben wir unsere Anleitung in drei Kategorien eingeteilt. Die einzelnen Schritte beleuchten alle einen anderen Aspekt, doch folgen alle dem übergeordneten Ziel sich selbst zu finden:

Schritt 1: Der Status Quo - Reflexion deines jetzigen Ichs und wo du im Leben stehst

Schritt 2: Proaktive Handlungsmethoden für den Selbstfindungsprozess  

Schritt 3: Charakterliche Eigenschaften und Fähigkeiten für den langfristigen Erfolg des Selbstfindungsprozesses

Wir möchten keinen der Punkte vernachlässigen und dir das grundlegende Handwerkszeug der Selbstfindung mit an die Hand geben. Der Beitrag kann und wird für sich allein stehen.

Viele Methoden können und sollten jedoch noch weiter beleuchtet werden. Möchtest du in gewisse Thematiken tiefer eintauchen, haben wir für viele dieser Punkte weiterführende und umfangreiche Beiträge geschrieben.

Nun jedoch genug. Lass uns starten!

Zu sich selbst finden Schritt 1: Der Status Quo – Reflexion deines jetzigen Ichs und wo du im Leben stehst

Im ersten Schritt steht der aktuelle IST-Zustand im Vordergrund. Um zu sich selbst zu finden ist eine umfangreiche Selbstreflexion der Persönlichkeit notwendig – also zu ermitteln, wer du als Person bist. Was für ein Charakter bist du? Was ist dein Weltbild? Was sind deine Werte? Was sind deine Stärken und Schwächen?

Wir möchten diesen Fragen auf den Grund gehen, was dich als Person ausmacht. Folgende zwei Schritte können dich deiner Antwort näher bringen.

1. Selbstreflexion: Erkenne deine Werte und definiere dein Weltbild

Zuerst  – um auch die nächsten Schritte für dich einfacher zu gestalten – möchten wir uns der Methodiken der Selbstreflexion widmen. Es geht darum, sich wichtige Fragen zu beantworten, die einem mehr Aufschluss geben können. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Art und Weise die Welt zu sehen. Wir unterscheiden uns in unseren Eigenschaften, Fähigkeiten, Werten und was uns wichtig ist.

Dabei ist regelmäßige Selbstreflexion ein zentraler Schlüsselfaktor der Selbstfindung, der von dir beachtet werden muss. Selbstreflexion ein mentaler Prozess, der darauf abzielt seine eigenen Gedanken, Gefühle und Ideen mithilfe von Denken, Nachforschen und Argumentation zu erklären. 

Wie auch in vielen der nächsten Schritte ist es ganz bewusster (Konfrontations-)Prozesse mit deinen Empfindungen und der eigenen Person. Ein wichtiger Schritt, um sich selbst zu finden, ist genau dies zu erkennen. Was macht dich als Person aus und was unterscheidet dich von anderen?

Wir haben dir eine große Auswahl vieler wichtiger Fragen zusammengestellt. Doch womöglich findest du auch noch andere oder weiterführende Fragen, die du dir stellen kannst. Nutze es also auch als Gedankenanstoß und Inspiration, um weitere solcher Fragen zu finden.

Ganz wichtig ist es hierbei, dass du dir die Fragen ganz ehrlich beantwortest – so wie du wirklich bist oder die Welt siehst und nicht wie du es dir selber wünschst. Gerne kannst du es auch mit einer dir verbundenen Person machen – einer, der du vertraust. Auch sie kann dir diese Fragen beantworten oder einen positiven Input geben.

  • Was ist dir im Leben wirklich wichtig?
  • Was möchtest du in deinem Alltag vermeiden?
  • Welche sind die Werte, für die du einstehst und die dir wichtig sind?
  • Was für Stresssituationen begegnen dir im Leben?
  • Wann verspürst du Ungerechtigkeit?
  • Wie möchtest du dein Leben gestalten?
  • Was für Wünsche hast du?
  • Was bedeutet für dich Freiheit und wann verspürst du diese?
  • Welche Ängste und Unsicherheiten trägst du in dir?
  • Wie stellst du dir deine Zukunft vor?
  • Was für Beziehungen und Freundschaften möchtest du pflegen?
  • Auf was bist du in deinem Leben wirklich stolz oder dankbar?
  • In welchen Werten, Eigenschaften und Fähigkeiten unterscheidest du dich von anderen?
  • Worin bist du besser als andere? Worin wirst du ab und zu kritisiert?
  • Was erfüllt dich im Leben – freizeitlich, beruflich, familiär, freundschaftlich?

Deine Werte können aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen stammen. Zu allem was dich im Leben tangiert, kannst du eine persönliche Wert- und Weltvorstellung haben. 

Finde deine Werte und Prioritäten, wofür du als Mensch einstehen möchtest. Erkennst du dies für dich, machst du einen riesigen Schritt in die richtige Richtung, um dich selbst finden zu können.

Erst wer es schafft sich in gewissermaßen zu reflektieren, schafft es auch zu sich selbst zu finden. Dies bedeutet nicht, dass du von Selbstreflektiertheit erfüllt sein musst, jedoch zu diesen Bereichen deiner Persönlichkeit einen Zugang aufbaust. Es öffnet dir die Tür, dass du erkennst, wer du wirklich bist.

Empfehlung von DailyMentor

Selbstreflexion lässt sich auch noch durch weitere verschiedene Methoden ausüben. Falls du noch tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest, möchten wir dich auf unseren Beitrag dazu verweisen. Selbstreflexion ist eine ganz zentrale und umfangreiche Fähigkeiten, die erlernt werden kann und im weiteren Selbstfindungsprozess regelmäßig ihre Überschneidungspunkte mit anderen Thematiken hat. Aus diesem Grund wollen wir ganz explizit auf die Methoden der Selbstreflexion verweisen.

2. Akzeptanz und Selbstliebe: Sei du selbst – mit all deinen Ecken und Kanten 

In diesem Punkt geht es nun darum dein Bild, welches du von dir erlangt hast, bewusst zu sehen und auch zu akzeptieren. Du siehst dich – und zwar als die wundervolle und besondere Person, die du bist. Es sind die Eigenschaften Selbstliebe und Akzeptanz, die hier ihren Anklang finden. 

Wenn du dir für den ersten Punkt der Selbstreflexion sorgfältig Zeit genommen hast, liegt mittlerweile eine Menge Arbeit hinter dir. Gewisse Sachen kanntest du bereits an dir – andere hingegen vielleicht noch nicht. Du hast deine Stärken, Fähigkeiten, Sichtweisen und positiven Eigenschaften erkannt, aber vermutlich auch gewisse Schwächen und „persönliche Baustellen“.

Doch dies ist kein Grund an dir zu zweifeln. Kein Mensch ist perfekt und jeder besitzt seine Ecken und Kanten. Erst das macht uns zu einzigartigen Individuen. Anstatt diese auf Biegen und Brechen ändern zu wollen, ist es eine ganz tolle und bewundernswerte Eigenschaft diese Dinge an sich anzuerkennen und zu akzeptieren.

Bedenke, dass wir stets unser größter Kritiker sind. Wir reden uns manchmal schlechter und machen uns kleiner als wir in Wirklichkeit sind. Die Eigenschaft (Selbst-)Akzeptanz ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Selbstliebe, sondern auch ein bedeutsamer Baustein für den Selbstfindungsprozess.

Selbstliebe und Akzeptanz öffnen dir eine Tür, dass du anerkennst, wer du wirklich bist – und dass du dich lieben darfst. Es ist ein beachtlicher Schritt in deiner persönlichen Entwicklung, dass du dich so wahrnimmst, wie du bist – und auch wertschätzt.

Sei du selbst und stehe zu dir. Akzeptiere und liebe dich, wer du bist und wie du bist. Du bist gut so – mit all deinen Stärken und Schwächen.

Empfehlung von DailyMentor

Auch zu diesem Punkt möchten wir dich auf unsere zwei Beiträge hinweisen. Wir haben einen Beitrag mit Übungen der Selbstliebe verfasst, sowie einen über das Thema Akzeptanz lernen. Vielleicht helfen dir unsere Artikel diese Fähigkeiten zu stärken.

Du bist dir nun ein Stückchen näher gekommen und hast hoffentlich erkannt, wer dein jetziges Ich ist und wo du im Leben aktuell stehst. Du hast dich im ersten Punkt reflektiert, erkannt, wer du bist, dein Wert- und Weltbild entwickelt. Im zweiten Punkt hast du genau diese Ergebnisse bewusst wahrgenommen und mit Hilfe von Selbstliebe und Akzeptanz angenommen und gestärkt.

Um nochmal wiederholend zu sagen, ist dies ein langer und müßiger Prozess, der dich Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre kosten wird. Doch so geht nicht nur dir. Erkenne und frage dich regelmäßig wer du wirklich bist mit genau diesen drei zentralen Fähigkeiten und Methoden: Selbstreflexion, Selbstakzeptanz und Selbstliebe.

Zu sich selbst finden Schritt 2: Proaktive Handlungsmethoden für den Selbstfindungsprozess

Im zweiten Schritt geht es nun darum, dass wir auf den erarbeiteten Ergebnissen aus Schritt 1 weiter aufbauen. Zu sich selbst finden ist ein progressiver Prozess. Das heißt, dass man nicht nur erkennt, wer man im Jetzt ist, sondern auch wer man in der Zukunft sein will.

Der, der erkennt, wer er ist, hat die Möglichkeit sich zu entscheiden, wer er sein will.

Ein schwieriger Satz, doch ein ganz entscheidender für die Selbstfindung. Es ist die halbe Miete, wenn man erkennt, wer man im jetzigen Zeitpunkt ist. Es heißt jedoch noch nicht, dass man zu sich selbst gefunden hat.

Aus diesem Grund beschäftigen wir uns jetzt nicht mehr mit der Reflexion deines jetzigen Ichs, sondern wollen nun den Blick nach vorne richten – in die Zukunft.

1. Schaue über den Tellerrand – Leben außerhalb der Komfortzone

Ein wichtiger Punkt, um sich selbst zu finden, ist das Ablegen von gewissen Prinzipien. Erfahrungen, Erlerntes, Regeln, Normen, aber auch die Erziehungen und der soziale Kontakt zu anderen haben uns gelehrt, was „gesellschaftlich richtig“ ist.

Wir sprechen nun nicht von Gesetzesbrüchen, Dingen, mit den du anderen Leuten schaden könntest o.Ä., aber trotzdem: Wie oft haben wir es gehört oder es zu uns selbst gesagt:

  • Das darf so nicht.
  • Das soll so nicht.
  • Das geht so nicht.

Aber wieso? Mit gemachten Erfahrungen im Leben bauen wir uns einen Rahmen von Restriktionen und (Verhaltens-)Regeln. Es sind die Ansichten, die uns sagen, wie wir Karriere machen, wie wir Freundschaften und Beziehungen pflegen, wie wir unsere Freizeit gestalten, wie und was wir lernen sollen, wie wir unser Geld ausgeben/investieren etc. Dieser Rahmen “bestimmt” wie wir unser Leben führen (sollen).

Einige dieser Prinzipien haben ihre Daseinsberechtigung, doch trotzdem sollten wir nicht alles für bare Münze nehmen. Nicht alles sollte sich in unserem Kopf so fest zementieren.

Um zu sich selbst zu finden, muss man auch seine Scheuklappen ablegen. Es gehört dazu nach links und rechts zu schauen und zu erkunden, was sich hinter „diesem Vorhang“ verbürgt. 

Es ist Zeit über den Tellerrand zu schauen, die eigene Komfortzone zu verlassen und was das Leben so alles bieten kann. Viele Grenzen hat sich jeder von uns ganz unbewusst gesetzt und diese sollte man unter die Lupe nehmen.

Keiner zwingt dich nach einem bestimmten Muster zu leben. Wer weiß, ob dieser Rahmen, in dem du dich bewegst, ausreicht um sich selbst zu finden? Teste deine Grenzen und schaue, wo dein Potenzial liegt.

Erst wer den Mut hat Neues zu entdecken, kann auch mehr über sich selbst erfahren. Du bringst dich in neue, unbekannte Situationen. Du wirst dich lebendig fühlen und viele neue Dinge erfahren – und dabei lernst du auch viel über dich.

Und weißt du was? Fehler und Enttäuschungen werden dabei wahrscheinlich nicht ausbleiben. Doch anstatt, dass du dich von diesen ausbremsen lässt, kannst du es als Lektion sehen. Denn auch negative Erfahrungen bringen dich in deinem persönlichen Wachstum weiter.

Du bist es dir wert dich und neue Dinge zu erkunden! Ein wenig zögerlich kann man am Anfang sein, doch wenn du erstmal auf den Geschmack gekommen bist, kannst du merken wie wertvoll diese Erfahrungen für deine eigene Person sein können.

Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.

Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller Tweet

2. Erkenne deine Lebensziele und -aufgaben

Nicht nur unsere charakterlichen Eigenschaften und Fähigkeiten machen uns zu dem wer wir sind. Es sind auch unsere Taten, die uns bezeichnen können.

„Taten sprechen mehr als Worte.“ Ein Mensch definiert sich auch darüber, was er im Leben tut und welche Aufgaben und Ziele er dabei verfolgt.

Persönliche Lebensziele und -aufgaben können einen zu sich selbst finden lassen – oder den Selbstfindungsprozess unterstützen. Menschen wollen nicht nur „vor sich hinleben“. Sie wollen etwas bewegen – etwas mit ihrem Leben anstellen und am Ende etwas hinterlassen.

Den Charakter kann man auch aus den kleinsten Handlungen erkennen.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Lebensziele und -aufgaben sind übergeordnete Anforderungen, die man anstreben möchte. Sie können das Denken und Handeln beeinflussen. Sie beeinträchtigen grundlegend, wie wir unser alltägliches Leben definieren und strukturieren – manchmal auch ohne, dass es uns selber bewusst ist.

Jede deiner Handlungen verfolgt ein Ziel oder eine Aufgabe. Genauso wie deine kurzfristigen Ziele und Aufgaben dein temporäres Handeln beeinflussen – manchmal nur ein paar Sekunden, Minuten oder Stunden – können Lebensziele eine gewisse Grundrichtung für dein Leben ausgeben. Sie sind der Antrieb unseres Alltags.

Lebensziele können aus jeglichen Bereichen deines Lebens kommen. Dabei gibt es keine Einschränkungen. Aus folgenden Bereichen können sich Lebensziele ableiten:

  • Familie
  • Liebe
  • soziales Umfeld und Freundschaften
  • persönliche Weiterentwicklung, Fähigkeiten
  • Erfahrungen, Abenteuer und andere Erlebnisse
  • intellektuelle Weiterbildung
  • Spiritualität, Religion
  • Beruflich
  • Freizeit, Sport, Hobby
  • Finanzen, Besitz, materielle und immaterielle Wünsche

 Nicht aus jedem Lebensbereich musst du für dich Lebensziele und -aufgaben erarbeiten. Genauso wird manch ein Bereich wichtiger sein als andere. Doch es ist bedeutend seine persönlichen Lebensziele zu erforschen und zu erkennen. Zu sich selbst finden bedeutet nämlich auch zu erkennen, was man mit seinem Leben anstellen will.

Empfehlung von DailyMentor

Was genau Lebensziele sind, welche Auswirkungen sie haben und wie du sie finden kannst, haben wir in einem gesonderten Beitrag festgehalten. Ähnlich wie in diesem Beitrag wirst du viele praktische Methoden finden, wie du deine Lebensziele finden kannst.

3. Sich selbst finden durch Momente des Anhaltens und Alleinseins

Wer zu sich finden will, muss zwischendurch anhalten – sich selber stoppen. Viele haben einen stressigen Alltag. Viele von uns sind ständig beschäftigt und abgelenkt. Dem Geist schenken wir dabei viel zu selten seine Pausen.

Um den stressigen Gedanken zu entfliehen, reagieren manche Menschen mit vorschnellen Käufen, dem schnellen Griff zum Smartphone, erhöhtem Fernsehkonsum oder dem Drang nach Bestätigung von außenstehenden Personen. All das nur, um sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Diese Ablehnung vor der Beschäftigung mit sich selbst mündet aus der Angst, sich mit seinen (negativen) Gedanken auseinandersetzen zu müssen. So lenken Sie sich immer weiter ab.  

Das hört sich jetzt härter an, als es gemeint ist: Doch wer zu sich selbst finden will, muss sich selbst aushalten können – und das in kompletter Ruhe und ohne Ablenkungen. So, dass du nur dich selbst konfrontierst. Dich und deine Gedanken.

So erkennst du den Hauptzustand deiner Persönlichkeit, der hinter deinen Gedanken und Verhaltensweisen steckt und wirst so mit all deren Facetten vertraut.

Einige dieser Gedanken stammen aus dem Buch „Ein neues Ich“ von Dr. Joe Dispenza, welches genau diese Methode genauer beleuchtet und deinen Selbstfindungsprozess unterstützen kann. Dieses Buch können wir dir sehr empfehlen.

In der Ruhe finden wir uns selbst und alle unsere verborgenen Schätze.

Wolfgang Lörzer, deutscher Pädagoge und Autor Tweet

Bis ins 18./19. Jahrhundert wurde Alleinsein als Privileg anerkannt. Dieser Status wurde als Möglichkeit von spirituellen Erlebnissen und besonderen Erfahrungen gesehen. Heutzutage wird es schnell als etwas Negatives gesehen und einige versuchen es zu vermeiden. Doch dabei wurde es wissenschaftlich belegt, dass Alleinsein dem Menschen und Geist guttun kann.

Gehe auf Konfrontationskurs mit dir selbst. Lege das Smartphone und andere Ablenkungen zur Seite und versuche deine Geräuschkulisse auf das Minimum zu reduzieren. Setz dich hin und nimm dich selbst wahr.

  • Wie geht es dir wirklich?
  • Was spürst du in deinem Körper?
  • Wie fühlst du dich in dem Moment, wenn du nichts tust?

Versuche dich selber zu fühlen, bemerke deine Gedanken und spüre deinen Körper. Was sagen sie zu dir? Nehme deine Empfindungen und Gefühle bewusst wahr. Sie sind die Zeichen deiner Person, die nun an die Oberflächen gelangen. Flüchte nicht vor ihnen oder versuche sie wegzuschieben. Stattdessen nehme sie in ihrem Sein wahr und durchfühle deine Emotionen.

Zu sich selbst finden erklärt durch ein Feld bezeichnend für die innere Ruhe
Zu sich selbst finden kann man in Momenten der kompletten Ruhe und des Anhaltens.

Du wirst selber bemerken, wie du zwischenzeitlich mit den Gedanken von den obenstehenden Fragen abschweifst und über andere (alltägliche) Dinge nachdenkst. Das beschäftigt dich und lenkt dich von der Übung ab. Versuche diese aufgekommenen Gedanken zu unterbinden. 

Diese Übung kann einem schwerfallen – vor allem, wenn man sie die ersten Male macht. Doch lerne dich selbst kennen und bringe dich bewusst in eine Zeit des Alleinseins ohne Ablenkungen. Tauche ein in die Gedanken- und Gefühlswelten zu deiner eigenen Person. Gehe auf deine persönliche Erkundungstour und stärke so deinen Selbstfindungsprozess.

Zu sich selbst finden Schritt 3: Charakterliche Eigenschaften und Fähigkeiten für einen langfristigen Erfolg des Selbstfindungsprozesses  

Nach nun vielen praktischen Ratschlägen und Methoden, möchten wir noch auf charakterliche Eigenschaften und Fähigkeiten eingehen, die deinen Selbstfindungsprozess langfristigen unterstützen können.

Die richtige Herangehensweise, aufbauend auf (Selbst-)Vertrauen und der richtigen Einstellung, entscheidet wie sehr man sich dem Zugang zur eigenen Person gewährt. Es ist der Umgang mit einem selbst. Diesen wollen wir stärken.

1. Gib dir Zeit – Vertraue dem Prozess und sei geduldig

Zuerst wollen wir dich nochmal daran erinnern, dass zu sich selbst finden ein langer Prozess sein kann. Jeder muss seine Erfahrungen sammeln und aktiv auf die Suche seiner eigenen Person gehen. Vertraue diesem Prozess und gehe mit dir nicht allzu hart ins Gericht.

Sei geduldig mit dir, ganz nach dem Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“. Schenke dir und der Entwicklung das nötige Vertrauen und gehe mit einer gewissen Gelassenheit an die Sache. Sei nicht zu verbissen und genieße das Leben in vollen Zügen – jeden Tag.

2. Lass die Vergangenheit hinter dir

Alles, was du erlebt hast, hat dich zu dem gemacht, wer du heute bist – egal, ob es die negativen oder positiven Erfahrungen waren. Alles davon hat seinen Platz – und zwar in deiner Vergangenheit.

Jeder trägt Laster mit sich: schlechte Erfahrungen, Enttäuschungen, Beziehungen mit Menschen, die einen aufgehalten haben und vieles weiteres. Diese Erinnerungen können schnell in Selbstzweifel und -vorwürfen resultieren.

Du kannst nicht das nächste Kapitel deines Lebens beginnen, wenn du ständig den letzten Abschnitt wiederholst.

Michael McMillan, britischer Dramatiker und Künstler Tweet

Es ist ein großer mentaler Schritt seinen Umgang mit diesen Erfahrungen zu ändern. Anstatt dass man sich von diesen Teilabschnitten seiner Vergangenheit aufhalten lässt, lernt man sie zu akzeptieren. 

Sie sind ein Teil des Lebens – des vergangenen Lebens. Doch der Blick liegt nun in Richtung Zukunft. Lass dich nicht von deiner Vergangenheit aufhalten, wenn du auf der Suche nach dir selbst bist.

3. Stärke die Beziehung zu dir selbst

Stell dir vor, die Beziehung zu dir selbst wäre eine zwischen zwei Menschen: Wann habt ihr euch das letzte Mal umarmt? Euch gesagt was ihr euch bedeutet und ihr für einander empfindet? Euch umeinander gesorgt, gegenseitig überrascht oder euch was gegönnt?

Die Basis und eine wichtige Eigenschaft für eine gute Beziehung ist Achtsamkeit. In einer Beziehung hört man dem anderen Menschen zu, schaut sich an, spricht zu ihm und schätzt die gemeinsame Zeit. Genau die Wertschätzung, die du deinem Partner schenkst, solltest du auch dir schenken. Stärke die Beziehung zu deiner eigenen Person.

Gerade dann, wenn du zu dir selbst finden möchtest, schätze genau diese achtsamen Momente. Erkenne in deinem persönlichen Selbstfindungsprozess auch die kleinsten Erfolge, sei stolz auf dich und stehe zu dir selbst. So etwas ist Balsam für die Seele, kann dich motivieren und zeigt dir wie weit du schon auf deinem Weg gekommen bist.

4. Steh für dich ein, beeindrucke dich selbst und übernimm die Verantwortung

Wer zu sich selbst finden will, will sich in seiner eigenen Haut wohlfühlen, will ein glücklicheres und erfüllteres Leben, will wissen, wer er selber ist. Dieser Fakt macht dir erkenntlich, für wen du diesen Prozess bestreitest: für dich und keinen anderen!

Übernehme die Verantwortung für dich selbst. Es klingt schon fast egoistisch, doch wenn du zu dir selbst finden möchtest, solltest du es keinem anderen recht machen müssen. Selbstfindung ist ein ganz individueller Prozess, für den jeder selbst einstehen muss.

Mach in dieser Entwicklung nicht das, was andere von dir erwarten, sondern gehe deinen Erwartungen nach. Verantwortung übernehmen bedeutet, dass du so denkst und handelst, wie du es für dich am besten hältst. 

Dabei sollte es keine Rolle spielen, was andere von dir denken. Versuche niemand anderes zu beeindrucken. Stattdessen beeindrucke dich selbst. 

Gut gemeinten Ratschlägen sollte definitiv Gehör geschenkt werden, doch du bist der Entscheidungsträger und dabei muss es dir gut gehen. Das bist du dir immer wert!

5. Positives Mindset

Gedanken können Berge versetzen. Die Einstellung und Sichtweise, wie wir gewisse Situationen betrachten, ist ausschlaggebend für deren Erfolg.

Wer denkt, dass er verliert, sollte sich auch nicht wundern, wenn er verloren hat. Es gibt unzählige Geschichten, die dir aufzeigen können, dass es die positive Einstellung ist, die darüber entscheidet, inwiefern wir unser Potenzial ausschöpfen können.

Ein positives Mindset bedeutet eine optimistische Grundhaltung zu haben, Herausforderungen mutig entgegenzutreten, nicht aufzugeben und immer einen Weg zum Ziel zu finden.

Vertraue deiner Person, deinen Fähigkeiten und Stärken. Vertraue all dem Positiven in deinem Leben. Wer will, der kann! Wir wissen, dass du es kannst und dein Ziel, zu dir selbst zu finden, erreichen wirst.

Auf der Suche nach mir selbst habe ich viele Wege beschritten. Auf der Suche nach mir selbst habe ich immer wieder Mosaiksteinchen entdeckt. Nun liegt ein Haufen Steinchen vor mir, von denen ich weiß, dass sie zu mir gehören. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: die Steinchen zu einem schönen Bild zusammenzusetzen.

Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin Tweet

Die vier Lerntypen – Was für ein Lerntyp bin ich? Finde es heraus!

Die vier Lerntypen: Was für ein Lerntyp bin ich? Erklärt mit einer angenehmen Lernatmosphäre

Ob in der Schule, dem Studium, der Ausbildung oder sogar noch bei der Arbeit – Lernen gehört einfach zu unserem Alltag. Vielen kann es schwerfallen sich Inhalte langfristig zu merken. Dies hängt oftmals von der Herangehensweise des Lernens ab – und dabei ist es egal, ob man ein Kind oder Erwachsener ist.

Lernen ist ein ganz individueller Prozess, bei dem sich jeder unterscheidet. Das Schlüsselwort ist hierbei „Lerntypen“. Sie entscheiden grundlegend, welche Lernform wir bevorzugen und wie wir uns Wissen am besten aneignen können.

Aus diesem Grund möchten wir uns den vier Lerntypen widmen und sie genauer vorstellen, um dir die folgende Frage zu beantworten: „Was für ein Lerntyp bin ich?“.

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.

Laozi, chinesischer Philosoph aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Tweet

Lernen – ein individueller Prozess

Manch einer kann sich an seine Kindheitstage erinnern oder es bei seinen eigenen Nachfahren erkennen. Man hat als  Kind vermeintlich 30 Minuten konzentriert gelernt. Doch im Anschluss ist von dieser Arbeit nur wenig hängen geblieben. Wie kann das möglich sein?

Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass sich mehr erbrachte Lernzeit leider nicht immer in einem besseren Lernerfolg niederschlägt. Ausschlaggebend ist nämlich nicht die Frage wie lange, sondern wie genau gelernt wurde – die Strategie ist entscheidend.

Der eine lernt besser auswendig, der andere muss die Lerninhalte in eigenen Worten wiedergeben. Andere verstehen die Zusammenhänge durch Veranschaulichungen und wiederum andere benötigen eigene Erfahrungen und praktische Beispiele, um die Lerninhalte zu verinnerlichen. Die Bandbreite an Lernstrategien sind vielfältig – lesen, hören, sprechen, schauen, fühlen. Alle können sie das Gehirn anders beanspruchen.

Schon im Jahr 1638 regte der Philosoph Johann Amos Comenius die Menschen dazu an, beim Lernen möglichst viele Sinne anzuregen, um so erfolgreicher lernen zu können. Doch die Ausprägung der Sinnesorgane, bzw. welche man bevorzugt nutzen sollte, variiert von Menschen zu Mensch.

Es hat sich wissenschaftlich erwiesen, dass beim Lernprozess möglichst viele und unterschiedliche Sinne angesprochen werden sollten. Unterschiedliche (Sinnes-)Reize erreichen nämlich so das Gehirn. Es baut unterschiedliche Verbindungen auf und kann sich dadurch Lerninhalte besser merken.

Aus diesem Grund ist es bedeutend seine bevorzugten Lernmethoden zu kennen, damit dem Gehirn so der Lernprozess erleichtert wird. Das Ergebnis ist ein besserer Lernerfolg. Um dies zu erreichen, bietet das Modell der vier Lerntypen eine gute und nachvollziehbare Möglichkeit, um die grundlegenden Lernprozesse zu verstehen und besitzt dabei praktische Hilfen und Tipps für den jeweiligen Lerntypen. 

Was sind Lerntypen?

Mitte Ende des 19. Jahrhunderts haben sich im Volksmund die vier Lerntypen etabliert. Wobei der Begriff “Lerntyp” zum ersten Mal im Jahre 1975 von Fredric Vester in seinem Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ verwendet wurde. Dabei wollen wir dir jedoch nicht die Information verschweigen, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für die Existenz der vier Lerntypen gibt.

Trotzdem kennt jeder von uns das Phänomen, dass wir gewisse Lernformen bevorzugen. Wie wir bereits besprochen haben, kann jeder unterschiedlich gut Informationen verarbeiten, abhängig davon wie sie uns übermittelt werden – ob akustisch, schriftlich, visuell o.Ä.

Daher macht es durchaus Sinn, dass jeder seinen persönlichen Lerntypen kennt, um so seine individuellen Präferenzen und Sinne bestmöglich zu nutzen. Vielmehr bietet dir das Modell der vier Lerntypen eine ungefähre Grundausrichtung, an die du dich halten kannst, wobei du die Methoden auf deine eigenen Fähigkeiten anpassen und ändern solltest. 

Lernen und nicht denken ist nichtig. Denken und nicht lernen ist ermüdend.

Konfuzius (551 v. Chr.- 479 v. Chr.), chinesischer Philosoph Tweet

Du kannst es dir so vorstellen, dass du nicht nur der eine isolierte Lerntyp aus dem Modell bist, sondern jeder von uns eine Mischform dieser Lerntypen ist und so mehrere Lernformen gegenüber anderen präferiert. In dieser Mischform gibt es jedoch meistens einen der vier Lerntypen und -methoden, die dann dominiert. Das Ziel ist es deshalb deine Lerntypen für dich zu erkennen.

Auf die Frage „Was für ein Lerntyp bin ich?“ findest du daher vermutlich mehr als nur eine Antwort, die auf dich zutrifft, da du dich mit mehr als nur einem der vier Lerntypen identifizieren kannst. Das wirst du nun in der Vorstellung der vier Lerntypen erfahren.

Die vier Lerntypen 

Jeder der vier vorgestellten Lerntypen hat seine ganz eigene Lernpräferenz und -struktur. Du wirst dich vermutlich beim Durchlesen dieser Lerntypen in dem einen oder anderen verstärkt wiedererkennen. Dies ist ein wichtiges Indiz dafür, dass du dich tiefgründiger mit diesem Lerntypen auseinandersetzen solltest. 

Wir empfehlen dir, dass du zu diesem Lerntypen ganz besonders auf die bevorzugten Lernmethoden und Tipps achtest. Womöglich fühlst du dich in diesen Beschreibungen deines Lernverhaltens bekräftigt und solltest diesen somit stärker nachgehen oder andernfalls für dich ausprobieren.

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Auditiver Lerntyp

Der auditive Lerntyp lernt besonders gut über das Gehör. Alles, was er akustisch wahrnimmt, kann er sehr gut verarbeiten.

Dem auditiven Lerntypen fällt es besonders einfach das Wissen bereits durch das Zuhören von Gesprächen anzueignen. In Vorträgen, Gesprächen und im Frontalunterricht kann dieser Lerntyp sich bereits viele Informationen einprägen. Er verinnerlicht bereits während des Gesprächs viele Informationen.

Nimmt der auditive Lerntyp bereits in den Unterrichtsstunden und Vorträgen aufmerksam teil, kann er sich schon währenddessen viel der Lerninhalte aneignen, sodass dies nicht erst in der Nachbearbeitung passieren muss. Beim Schreiben hilft es dem auditiven Lerner, wenn er bereits im Kopf alles detailliert ausformuliert, bevor er es seine Gedanken zu Papier bringt.

  • Zuhören fällt auch über längere Zeit leicht
  • gutes Einprägungsvermögen von gesprochenen Informationen
  • es wird sich besonders auf das Zuhören konzentriert und währenddessen werden wenig Notizen gemacht
  • beim Schreiben werden die Sätze bereits im Kopf vorformuliert
  • klassischer Frontalunterricht wie Vorlesungen und Unterrichtsstunden 
  • Gespräche und Diskussionen – auch als passiver Zuhörer
  • Lerninhalte abfragen lassen
  • Hörbücher, Interviews, Podcasts
  • ruhige Arbeitsatmosphäre schaffen, ggf. mit ruhiger Musik unterstützen
  • Aufzeichnungen machen und anhören
  • für sich selbst und laut vorlesen
  • Selbstgespräche über Lerninhalt führen

Visueller Lerntyp

Am besten lernt der visuelle Lerntyp, indem er den Lernstoff sieht oder liest. Lesen, Anschauen und Beobachten – alle visuellen Reize, die ihm Wissen bildlich vermitteln, kann er am besten von den vier Lerntypen verarbeiten.

Beim Lernen helfen dem visuellen Lerntypen Infografiken, Bilder, Mind Maps, Lernposter und Videos, um so das Wissen zu visualisieren und besser aufzunehmen. Aus diesem Grund hat der visuelle Lerntyp auch in der Schule und im Studium einige Vorteile, da viel Wissen über Lesen und Tafelbilder vermittelt wird. 

Wird das Wissen durch einen Vortragenden präsentiert, fällt ihm das Lernen einfacher, wenn der Sprecher viel gestikuliert und bildstarke Sprache benutzt. Der visuelle Lerner ist oftmals ein begeisterter Leser und kann sich die Handlung eines Buches auch besonders gut vorstellen.

  • mag Arten von visualisiertem Wissen in Grafiken, Schaubildern, Tabellen o.Ä.
  • eigene Notizen werden mit Zeichnungen, Listen und Tabellen unterstützt
  • starke Gestik und bildliche Sprache werden vom Lehrenden bevorzugt
  • Lerninhalte in visualisierter Form bereitstellen
  • Ton- und Bildpräsentationen
  • Nutzen von Videomaterialien
  • Erarbeiten und Nutzen von Infografiken, Tabellen und Mindmaps
  • Lerninhalte im Frontalunterricht mitschreiben und sich so vor Augen führen
  • Schaffen einer ansprechenden Lernumgebung wie einem aufgeräumten Schreibtisch, um sich wohlzufühlen
  • Lernkarten mit Bildern
  • Videomaterial, Online-Seminare und Workshop

Motorischer Lerntyp

Der motorische Lerntyp ist gegenüber dem auditiven und visuellen Lerntypen gerne selbst aktiv im Lernprozess. Er nimmt weniger die passive Rolle im Lernen ein, sondern möchte bestimmte Prozesse selber durchführen, beobachten und ausprobieren. Durch diesen Drang des „Aktivseins“ fällt es dem motorischen Lerntypen schnell auch mal schwer längere am Zeit am Schreibtisch zu sitzen – er will sich bewegen und das „stumpfe Lernen“ dynamisch gestalten.

Das übermittelte Wissen darf nicht nur erklärt und veranschaulicht werden, sondern soll für den motorischen Lerntyp durch eigene praktische Erfahrungen gestützt werden. Die Lerninhalte verinnerlicht er am besten durch eigene Projekte, wo er tatsächlich auch seine eigenen Hände einsetzen kann – ganz nach dem Prinzip „Learning by Doing“.

  • muss (praktische) Erfahrungen selbst gemacht haben
  • das Verstehen von Zusammenhängen ist besonders wichtig
  • kann nicht lange an Stück am Schreibtisch sitze
  • „spielt“ gerne mit Gegenständen beim Zuhören
  • praktische und interaktive Übungen
  • Spiele, Quizze und weitere Lernmethoden, bei denen er mitwirken kann
  • konkrete Anwendungsbeispiele für Sachverhalte
  • Erstellen und Suchen von Übungsaufgaben
  • das „aktive“ Erstellen von eigenen Lernmaterialien, wie Lernkarten – Schreiben, Zeichnen, Ankreuzen
  • Lernprozess dynamisch gestalten (bspw. durch Gruppenarbeiten) und nicht stumpf am Schreibtisch sitzen
  • Abwechslung von unterschiedlichen Lernmethoden, um Monotonie vorzubeugen
  • Wissen bspw. mit Zetteln im Zimmer verteilen und dann zu diesen Orten gehen

Kommunikativer Lerntyp

Um zu lernen, schätzt der kommunikative Lerntyp vor allem das Gespräch und den Austausch mit anderen. Daher kann er auch am besten in einer Gruppe lernen, wenn Diskussionen entstehen und unterschiedliche Meinungen zusammengetragen werden. Auch im Unterricht und anderen Diskussionen bringt er sich gerne ein.

Durch das Diskutieren und Erklären werden dem kommunikativen Lerntyp die Zusammenhänge richtig klar und er kann sie verinnerlichen. Auch durch das Halten von Vorträgen kann er sein Erlerntes weiterhin vertiefen – Hauptsache die Kommunikation mit anderen steht für den kommunikativen Lerntypen im Mittelpunkt.

  • schätzt Gruppenarbeiten und Seminare
  • sucht die Interaktion und bringt sich im Unterricht gerne ein
  • Diskussionen und Gespräche helfen beim Lernen, um Wissen zu verinnerlichen
  • mag es gerne Erlerntes durch Vorträge und Referate zu präsentieren
  • angeregte Gespräche und Diskussionen
  • Gruppen- und Seminararbeiten
  • Lerninhalte gegenseitig abfragen
  • Vorträge und Referate
  • Mitwirken in einer Lerngruppe
  • Diskussionen über Lerninhalte führen, ggf. auch bewusst unterschiedliche Rollen und Standpunkte einnehmen
  • Kommunikation über das Erlernte, bspw. durch das Erklären von Lerninhalten gegenüber Freunden und Familie oder auch Erstellen und Halten von Vorträge

Was für Lerntyp bin ich nun?

In welchen dieser vier Lerntypen hast du dich wiedergefunden? Bedenke dabei, dass du auch mehr als nur ein Lerntyp sein kann, wobei einer in dominanter Form bei dir auftritt. Hast du dich in einem oder mehreren wiedererkannt?

Dass du dir nun weitergehend die Frage “Was für ein Lerntyp bin ich?“ beantworten kannst, empfehlen wir dir, dass du die unterschiedlichen Lernmethoden und -tipps an dir regelmäßig austestet. Probieren geht über Studieren. Du wirst mit Testen der unterschiedlichen Varianten an Lernmethoden und dann anhand deines Lernerfolgs bemerken, inwiefern du dich wirklich in diesem Lerntypen wiederfinden kannst. Anschließend kannst du deine Schlüsse ableiten: Du erkennst deine favorisierten Lerntechniken und kannst deinen Lernerfolg langfristig steigern.

Abschließend wollen wir nochmal erklären, wie wichtig es ist, seinen (bevorzugten) Lerntypen zu identifizieren. Kennen man nämlich seinen Lerntypen, kann man Informationen schneller und nachhaltiger aufnehmen kann. Die für das reine Lernen aufgewendete Zeit lässt sich so unterm Strich verkürzen. Es ist auch was Positives, wenn man erkennt, dass man sich die Lerninhalte einfacher merken kann – so etwas sollten man versuchen zu erreichen. Wer letztlich mehr über seine Art zu lernen weiß, lernt auch effektiver.

Unterdrückte Wut zulassen? 5 Tipps, wie du mit deiner negativen Energie umgehst

Unterdrückte Wut zulassen beschrieben mit einem Lavaausbruch

Wie oft hast du schon deinen Ärger und Kummer heruntergeschluckt, nur um dann zu merken, dass es in deinem Inneren immer weiter hochkocht? Doch was ist die Lösung dafür? Soll man seine unterdrückte Wut zulassen oder sie weiter in sich schmoren lassen und versuchen damit klarzukommen?

Wie bei vielen Problemen gibt es natürlich kein Allheilmittel oder nur die eine Lösung, aber eines ist sicher: Langfristig unterdrückte Wut kann deinem Körper und Geist schaden. Wie genau es dich schädigt und welche Strategien du entwickeln kannst, um mit deiner Wut umzugehen, erfährst du in diesem Artikel.

Was macht unterdrückte Wut mit dir und deinen Mitmenschen

Unterdrückte Wut kann dein Leben vielfältig beeinflussen, ohne dass du es selbst merkst. So hat sie merklichen Einfluss auf deine zwischenmenschlichen Beziehungen, da du deinen Ärger und deine Probleme nicht richtig zur Sprache bringst. So ein Verhalten kann sich dann schnell negativ auf die Freundschaften auswirken. Man neigt zu unnötiger passiven Aggressivität, ist nervös und unausgeglichen.

Psychisch ist es eine der Begleitursachen für Angstattacken und Depressionen. Außerdem kann chronisch unterdrückte Wut dich auch gesundheitlich beeinträchtigen. So wurde medizinisch eine Verbindung von Wut zu gesundheitlichen Problemen wie hohem Blutdruck, Herzleiden, Kopfschmerzen und Hautirritationen festgestellt.

Woher kommt die unterdrückte Wut

Der Hang zur unterdrückten Wut ist oft eine unbewusste Entscheidung, die wir oft schon als Kind getroffen haben. Man hat sich also im Kindesalter dafür entschieden, “immer glücklich und positiv zu sein”. Anstatt sich mit seinen negativen Emotionen auseinander zu setzen, gibt es einige Menschen, die sich diesen lieber verschließen. Sie haben auch oft Probleme mit ihren Enttäuschungen und Ängsten klarzukommen. Diese Eigenschaften sind stark mit der eigenen Persönlichkeit verknüpft.

Manche Menschen unterdrücken aber ihre Wut und ihren Ärger bewusst. Abhängig davon in welchem Elternhaus man aufgewachsen ist, wurde einem der Umgang mit dieser negativen Energie anders beigebracht und vorgemacht. Manch einer wuchs in einem Haushalt auf, wo Probleme klar und mitunter auch lautstark mitgeteilt wurden. Andere wiederum sind in Familien aufgewachsen, die Probleme lieber unter den Teppich gekehrt haben.

Egal, ob man seine Wut bewusst oder unbewusst unterdrückt, der Grund dafür ist eine falsche Einstellung zu negativen Emotionen. Negative Emotionen werden unter allen Umständen vermieden, haben aber in Wirklichkeit genau so ein Existenzrecht wie positive Emotionen. Sie müssen auch ausgelebt werden und dürfen nicht ignoriert werden.

Unterdrückte Wut zulassen beschrieben durch Essen auf einem Tisch
Menschen haben viele (leider auch ungesunde) Strategien entwickelt, mit ihrem Ärger klarzukommen.

Warum wir unterdrückte Wut zulassen müssen

Du kennst bestimmt Menschen, die von sich behaupten, sie würden “eigentlich nie sauer werden”. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie nie Wut empfinden. Es beschreibt lediglich, wie sie mit dieser umgehen. Sie denken sie verspüren keine negativen Gefühle wie Wut o.ä., doch in Wahrheit könnte es eine persönliche innerliche Angst sein solch unangenehme Gefühle zu konfrontieren. Stattdessen schauen sie über „dieses Problem“ hinweg – als würden sie es nicht sehen wollen. Sie wollen sich nicht mit diesen Gefühlen befassen.

Natürlich ist es auch nicht immer richtig wegen jeder Kleinigkeit an die Decke zu gehen. Den richtigen Mittelweg zu finden ist nicht immer leicht. Dennoch neigen die meisten dazu ihre Wut zu unterdrücken, ohne es zu merken.

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Menschen, die ihre Wut und ihren Ärger unterdrücken, neigen häufig zu bestimmten Verhaltensmustern, um mit ihrem Stress klarzukommen. Diese Verhaltensweisen sind oft ungesund und können den Ärger kurzfristig vergessen lassen. Dazu gehören bspw. erhöhte Essenslust auf Süßigkeiten und andere Snacks, exzessiver Genuss von Alkohol oder Zigaretten, sowie das Aufschieben seiner Pflichten. Bei diesen Sachen wird dafür gesorgt, dass es einem für kurze Zeit besser geht, ohne dass man sich seinen Problemen wirklich widmet.

Anzeichen für unterdrückte Wut

Nicht jeder Mensch merkt, dass er seine Wut wirklich unterdrückt. Die unterdrückte Wut  beeinflusst vielfältig sein Leben, aber dieser Einfluss kann darauf nicht einfach zurückgeführt werden. In der folgenden Liste siehst du einige Anzeichen dafür, dass du deine Wut unterdrückst. Es muss nicht jedes Anzeichen auf dich persönlich zutreffen, genauso wenig sind es keine absoluten Indikatoren. Das bedeutet, auch wenn einige dieser Verhaltensmerkmale sich bei dir widerspiegeln, muss es nicht zwangsweise heißen, dass du unter diesem Problem leidest:

  • Du bist nie sauer, aber hast oft leichte Depressionen.
    Anstatt deinen Ärger nach außen zu tragen, blockst du deine negativen Emotionen. Das geht über längere Zeit auf deine Psyche, da du deinen Ärger “nach innen” drängst.
  • Dich regen kleine Sachen übermäßig auf.
    Dein Partner hat vergessen, Milch zu kaufen oder im Straßenverkehr hat jemand nicht geblinkt? Wenn du dich bei diesen Sachen übermäßig aufregst, liegt es oft daran, dass deine unterdrückte Wut ein Ventil sucht und du diese kleinen Probleme nutzt, um Energie herauszulassen.
  • Du besitzt nervöse Ticks.
    Menschen mit unterdrückter Wut neigen oft zu nervösen Lastern wie Nägelkauen oder das Aufbeißen der Lippen.
  • Man wirft dir passiv aggressives Verhalten vor.
    Da du deinen Ärger nicht Luft machst, benutzt du mehr indirekte Arten, deinen Frust herauszulassen. Dazu gehört bspw. auch nett zu Menschen zu sein und hinterher über sie zu lästern.
  • Du neigst zu Suchtproblemen.
    Diese Sucht muss nicht etwas mit Alkohol oder anderen Drogen zu tun haben. Dazu gehört auch Kaufsucht, übermäßiges Sport treiben und auffälliges Essverhalten wie bspw. viel Fast Food oder Süßigkeiten.
  • In den seltenen Fall, dass du sauer wirst, explodierst du.
    Wenn man seine Wut nicht regelmäßig rauslässt, kann sie sich immer weiter aufstauen. Wenn dann der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt, kommt deine gesamte negative Energie auf einmal heraus.

5 Tipps, die dir helfen, deine unterdrückte Wut zulassen zu können

Deine unterdrückte Wut in dem richtigen Maß zuzulassen ist keine einfache Tat. Deswegen müssen wir lernen mit unseren Problemen und Stress richtig umzugehen. Wir stellen dir unsere fünf besten Tipps vor, wie du mit deiner Wut und negativen Energie proaktiv umgehen und letztendlich in positive Energie umwandeln kannst.

1. Lerne mit Ärger und Wut umzugehen

Das größte Problem, wenn man seine Wut normalerweise unterdrückt, ist zu lernen, wie man korrekt in diesen Momenten der Wut umgehen sollte. Merke die physischen Anzeichen an dir, wenn du kurz davor bist zu explodieren. Dein Kopf wird wärmer, dein Herzschlag steigt und dein Körper verkrampft sich. Mit dieser Wut klarzukommen ist nicht einfach und es gibt viele verschiedene Techniken – zusammengefasst unter dem Thema “Anger Management” – mit denen man dieser Lage Herr werden kann.

Eine Möglichkeit um seinen Ärger herunterzuschlucken, ist es langsam bis zehn zu zählen und dabei ruhig ein- und auszuatmen. Ich weiß, das ist in vielen Situationen sehr schwer, aber es sollte dir helfen deine Gedanken zu ordnen und das Problem klarer zu sehen

2. Regelmäßiger Sport

Der Körper des Menschen ist für regelmäßige körperliche Ertüchtigung gemacht. Es ist unser Werkzeug Adrenalin aufzubauen und herauszulassen. Bist du dieses Adrenalin durch den Sport mehr gewöhnt, ist dein Körper nicht mehr überfordert, solltest du das gleiche Gefühl durch Wut bekommen. Dabei sollst du es nicht benutzen, um dich abzureagieren, sondern es stattdessen in deinen Alltag als Gewohnheit mit einbauen.

Der Ärger ist als Gewitter, nicht als Dauerregen gedacht; er soll die Luft reinigen und nicht die Ernte verderben.

Ernst R. Hauschka (1926-2012), deutscher Philosoph Tweet

3. Finde einen gesunden Weg deine Wut herauszulassen

Jeder Mensch sollte eine eigene Methode entwickeln, wie er am besten seine Wut herauslässt. Wichtig ist hierbei, dass du Wut nicht mit Gewalt verwechselst. Menschen sind in diesen emotionalen Momenten ihrer Wut von ihren negativen Gefühlen geleitet und oft nicht objektiv und rational. Deswegen solltest du versuchen, dich wenn möglich kurz zurückzuziehen. Mir persönlich hilft es den Ärger physisch aus mir herauszulassen, indem ich in mein Kissen schreie.

4. Mache dich selbst nicht mehr runter

Viele Menschen verstecken ihre Wut in negativen Gedanken, die sich an sich selbst richten. Sie machen sich selbst runter oder beleidigen sich. Versuch diese Gedanken ins Positive zu wandeln. Dadurch verhinderst du, dass deine Wut dich in deinem Kopf auffrisst. Regelmäßige positive Affirmationen können langfristig verhindern, dass du deine Wut und Frustration nach innen auf dich leitest, sondern nach außen bringst. Wenn sich deine Wut gelegt hat, solltest du dir etwas Gutes tun, um deinen Tag wieder ein wenig aufzubessern.

5. Wut ist eine normale Emotion, die ihren Platz verdient

Der letzte Tipp, den wir dir geben können, ist das richtige Verständnis, was Wut überhaupt ist. Wut ist genauso eine Emotion wie Freude, Trauer und Enttäuschung. Sie hat genauso einen Platz in deinem Alltag wie jedes andere Gefühl. Erst wenn wir diese Wut aus unserem Körper versuchen zu verbannen, machen wir sie zu einem Problem – wir sollten also eine bewusste Entscheidung der Wut zulassen.

Wut ist ein Gefühl, dem man genau zuhören sollte. Sauer sein ist ein normales menschliches Verhalten. Erst wenn man das versteht, kann man lernen mit seiner Wut umzugehen.

 

Unterdrückte Wut ist ein schwieriges Thema. Viele Menschen, die dieses Problem haben, wissen es meistens gar nicht. Darüber hinaus ist es eine Eigenschaft, die wir in unserer Kindheit mit ins Erwachsenendasein nehmen. Diese Gewohnheit zu brechen, erfordert viel Disziplin und Durchhaltevermögen. Dennoch denken wir von DailyMentor, dass man an jedem Problem in der Persönlichkeit arbeiten kann – egal welches Problem oder in welchem Alter.

Kennst du Menschen, die ihre Wut nicht richtig ausdrücken können? Wann hast du dich das letzte Mal dich über eine Nichtigkeit aufgeregt, nur um zu merken, dass du eigentlich ein ganz anderes Problem hast? Über deine Gedanken und Kommentare würden wir uns sehr freuen.

Lebensziele finden – 3 Methoden, wie du sie identifizierst

Lebensziele finden beschrieben durch einen Lichtkegel im Wald

„Wenn ich mal groß bin…“, so begann ein ums andere Mal der Satz eines Kindes. Lebensziele finden – als Kind schien es so einfach. Mit großen Kinderaugen und einer Prise kindlicher Naivität erträumten wir uns als Kinder, was wir später alles erreicht, erlebt und gesehen haben werden. 

Doch im natürlichen Prozess des “Erwachsenwerdens“ verliert man schnell das Gefühl alles schaffen zu können – als würden wir ein wenig den Mut verlieren unseren Zielen nachzugehen. Dabei wäre genau dieser kindliche “Leichtsinn“ auch im späteren Alter wünschenswert, um seine Lebensziele zu finden und nach ihnen zu streben.

In diesem Artikel widmen wir uns Lebenszielen. Was sind Lebensziele? Wie kann ich meine Lebensziele finden und was kann ich machen, um diese zu erreichen? Diese Fragen möchten wir gemeinsam beantworten.

Lebensziele finden: Warum es so wichtig ist

Ob kurz- oder langfristig – jeder Mensch benötigt Ziele im Leben. Ziele sind der Antrieb unseres Alltags, denn die meiste Zeit unseres Daseins arbeiten wir auf genau solche hin.

Der Ziellose erleidet sein Schicksal - der Zielbewusste gestaltet es.

Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph Tweet

Stell dir vor dein Leben ist ein Auto und du bist der Fahrer, der hinterm Lenkrad sitzt. Die verfügbare Zeit und Energie, sprich deine verfügbaren Ressourcen, sind der Treibstoff deines Autos. Soweit wärst du nun fahrbereit. Was jedoch fehlt, ist die Richtung. Um nun zu wissen, in welche Richtung du lenken sollst, um auch deinen (begrenzten) Treibstoff richtig zu nutzen, sind deine Lebensziele der Kompass, die dir die Richtung vorgegeben.

Wir möchten dir eine Geschichte von der Schwimmerin Florence Chadwick erzählen, die dir zeigt, was es bedeuten kann, wenn einem genau solche Ziele fehlen bzw. man sie nicht sehen kann:

Florence Chadwick stellte sich am Morgen des 4. Juli 1952 der Herausforderung von der US-amerikanischen Insel Catalina 34 Kilometer durch das offene Meer zur Küste Kaliforniens zu schwimmen. Sie war gut trainiert und war die erste Frau, die von beiden Seiten durch den Ärmelkanal zwischen England und Frankreich schwamm. Es gab keine Zweifel, dass sie an dieser Herausforderungen scheitern sollte. Das Wasser war eiskalt und an jenem Tag herrschte starker Nebel, sodass sie weder die Küste noch ihr Begleitboot richtig sehen konnte. 

Nach über 15 Stunden war Chadwick ganz versteift vor Kälte und bat ihre Trainerin und Mutter, dass man sie aus dem Wasser holen solle. Die zwei sagten ihr, dass sie nicht aufgeben solle und die Küste schon gleich da wäre. Florence Chadwick sah jedoch keine Küste - sie sah nur Nebel und kein Ziel. Sie gab 800 Meter vor dem Ziel auf.

Auf die Frage eines Journalisten, warum sie aufgegeben habe, antwortete sie: „Es war der Nebel. Wenn ich das Land hätte sehen können…“ Dieser Satz wurde weltberühmt und noch im selben Jahr schaffte sie die Strecke - ohne Nebel an jenem Tag.

Aus dieser kleinen Geschichte lässt sich gut erkennen, wie wichtig es ist seine Lebensziele zu finden und zu kennen. Lebensziele motivieren einen nicht nur. Sie bündeln deine Fähigkeiten und lassen dich über deine Grenzen gehen. Sie tragen sogar ihren Teil dazu bei, dass du zu dir selbst finden kannst. Du wirst dich selber überraschen, was so alles in dir steckt und wozu du wirklich fähig bist, wenn du nach deinen größten Wünschen und Visionen strebst.

Lebensziele, die du für dich erkennst, geben dir:

  • Sinn und Erfüllung im Leben
  • eine Richtung vor
  • Vorfreude, Begeisterung und Tatendrang für deine Zukunft
  • Entschlossenheit für die Dinge, die du wirklich willst

Wenn man seine Lebensziele kennt, heißt das nicht, dass man sich diesen immer 24/7 widmen muss, um auf diese hinzuarbeiten. Oftmals erreicht man mehrere Zwischenstationen des Erfolgs ehe man sein großes Lebensziel erreicht hat.

Daher geben dir Lebensziele eine umfassende Klarheit, Ausrichtung und Motivation für dein tägliches Handeln – selbst wenn wir es so meistens nicht bewusst wahrnehmen. Sie schenken jedem Menschen den Antrieb und Sinn des Lebens, denn jeder von uns hat die intrinsische Motivation sich zu verwirklichen, etwas zu erreichen und glücklich zu werden.  

Welche Bereiche decken Lebensziele ab?

Man kann in unterschiedlichsten Bereichen seine Lebensziele finden. Es gibt in dieser Hinsicht keine Eingrenzungen. Die einzige Voraussetzung, die erfüllt werden muss, liegt auf der Hand: deine Lebensziele betreffen dich persönlich.

Zu einem Großteil der hier aufgelisteten Dinge wirst du mit Sicherheit einen persönlichen Bezug finden. Aus diesen Lebensbereichen könnten deine Lebensziele stammen. Nicht alle Lebensbereiche werden ggf. dieselbe Wertigkeit für dich besitzen, jedoch berühren dich die meisten in deinem täglichen Leben. Aus folgenden Bereichen könnten deine Lebensziele kommen:

  • Familie
  • Liebe
  • sozialen Umfeld und Freundschaften
  • persönliche Weiterentwicklung, Fähigkeiten, Erfahrungen
  • intellektuelle Weiterbildung
  • Finanzen, Besitz, Materielles
  • Spiritualität, Religion
  • Wohltätigkeit
  • Beruf
  • Freizeit, Sport, Hobby 

Des Weiteren nehmen wir als Person in unserem Leben und Zusammensein mit anderen Menschen unterschiedliche Rollen ein. Auch darüber können sich Lebensziele ableiten. Deshalb ist es wichtig, sich einmal darüber klar zu werden, welche Rollen wir in unserem sozialen Umfeld innehaben und was das für uns bedeutet. Mitunter kannst du sein:

  • Vater, Mutter, Sohn, Tochter etc.
  • Angestellter, Chef, Auszubildender, Selbstständiger
  • Gläubiger, Atheist
  • Gemeindemitglied
  • Vereinsmitglied
  • Freund, Bekannter, Nachbar
  • Reisender, Naturfreund, Sportler

Es ist in der Hinsicht egal, ob deine Wünsche von materieller, immaterieller oder emotionaler Natur sind. Um dir ein wenig Inspiration zu geben, wie solch kleinere oder größere Lebensziele eigentlich lauten können, möchten wir dir ein paar Beispiele vorstellen. Gewisse Lebensziele können wiederkehrende Ereignisse sein, die du als eine Gewohnheit etablierst. Andere hingegen können einmalige Erlebnisse sein, die du einmal in deinem Leben gemacht haben möchtest. 

kleinere Lebensziele

Sport treiben und sich gesund ernähren.

Einmal die Polarlichter sehen.

Einen Baum pflanzen.

Jeden Tag einer geliebten Person etwas Gutes tun.

größere Lebensziele

Das Lieblngsauto kaufen.

Eine lange Reise über mehrere Wochen machen.

Eine erfüllte Beziehung führen und eine Familie gründen.

Ein eigenes Unternehmen aufbauen und sich selbstständig machen.

Lebensziele finden: Darauf solltest du achten

Jeder von uns war, ist und wird auf der Suche nach seinen Lebenszielen sein. Es ist ein stetiger Prozess im Leben. Ziele können sich ändern oder gar auflösen und stattdessen treten neue ins Leben. An gewisse Regeln sollte man sich erinnern, wenn man sich irgendwann erneut die Fragen stellt „Wer bin ich? Was will ich erreichen? Was sind meine Ziele in meinem Leben?“.

Greif nach den Sternen

Wer nicht auf der Suche nach einem normalen einfachen Leben ist, muss nach den Sternen greifen und sich hohe Ziele setzen. Erst wer über den Tellerrand hinausschaut, kann sehen, was das Leben so alles bieten kann. Dabei erfahren wir viel über uns selbst und können noch unentdeckte Seiten an uns erkennen – ein wichtiger Schritt in einem Selbstfindungsprozess. Wer nie über seine Grenzen geht, wird vermutlich nie sein ganzes Potenzial ausschöpfen.

Dabei sind es oft wir selbst, die uns aus irgendwelchen Gründen selber „klein halten“ und die eigenen Erwartungen unbewusst schmälern. Eine kleine Geschichte, um dies zu verdeutlichen. 

In einem Behälter sitzt eine Vielzahl von Springflöhen, ohne dass sie jedoch aus dem Behälter springen können. Die meisten springen zwischen 20 und 30 Zentimeter hoch. Doch in diesen Behälter wurde eine Scheibe auf Höhe von 15 Zentimeter eingeführt. Jeder Floh sprang also gegen diese Scheibe und „stieß sich seinen Kopf“. Irgendwann haben sich die Flöhe an genau diese Höhe gewöhnt und verstanden, dass sie nicht höher kamen - egal was sie auch machten.

Nachdem die Scheibe entfernt wurde und die Flöhe wieder ihr ganzes Potenzial hätten nutzen können, haben sie sich jedoch schon an die alte Höhe gewöhnt. Kein Floh sprang mehr höher als 15 Zentimeter, obwohl es ihnen möglich gewesen wäre. Sie haben sich an genau diese Erwartungen gewöhnt.

Genau diese Scheibe können wir im übertragenen Sinne auch besitzen. Wir setzen uns selber Restriktionen und schmälern die Erwartungen an unsere eigenen Fähigkeiten. Deshalb ist jetzt Schluss mit dieser mentalen Scheibe! Lass deinen Gedanken freien Lauf und greife nach den Sternen, wenn du deine Lebensziele suchst.

Streiche den Konjunktiv 

Lebensziele sind nicht etwas, das du tun „solltest“ oder „müsstest“. Lebensziele sind etwas, was du erreichen willst und benötigen daher keinen Konjunktiv. Wer seine Lebensziele kennt, benötigt nicht solche Worte. Sie sind motivierend genug, dass du dich nicht im Konjunktiv verklausulieren musst.

Nicht umsonst stellst du dir ja auch die Frage „Was will ich?“ und nicht „Was würde ich gerne wollen?“. Es sind deine tiefen inneren Bedürfnisse, die du dir klarmachen musst, um genau diese Ziele zu verwirklichen und Erfüllung zu verspüren. 

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

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Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Ein Kind kennt den Konjunktiv noch nicht. Ein Kind „will das und das haben/sein/machen“. Es scheint in gewisser Weise so, als würden wir mit dem Erwachsenwerden und den größer werdenden Verantwortungen genau diesen Willen verlieren, weil wir uns dem gesellschaftlichen Bild fügen. Ein bisschen mehr Mut und Leichtigkeit tut jedem von uns gut.

„Wenn… dann…“

„Wenn ich erst mal reich bin und mir alles leisten kann, dann werde ich wirklich glücklich.“

Es ist ein typischer Fehler seine Lebensziele an gewisse Voraussetzungen zu koppeln. „Wenn ich mal reich bin, dann…“, „Wenn ich genug Zeit habe, dann…“, „Wenn ich diesen Schritt in meinem Leben erreicht habe, dann…“. 

Mit solchen Aussagen setzt du deinen Fokus zu sehr auf die Zukunft und knüpfst gewisse Bedingungen, um deine persönliche Erfüllung zu finden. Man verliert den Bezug zur Gegenwart – zum Hier und Jetzt. Womöglich lässt man sogar wichtige Erfahrungen aus, wenn man zu sehr versteift und diese Annahme vertritt, dass erst in Zukunft alles sich zusammenfügt. Im Endeffekt grenzt man sich selber von seinem Glück ab.

Wer sagt, dass du erst erfüllt und glücklich sein musst, wenn erst ein gewisses Szenario eingetroffen sein muss? Du kannst sehr wohl auch jetzt schon ein zufriedenes Leben führen und trotzdem noch deine Lebensziele finden bzw. nachgehen. Deine Wünsche und Lebensziele sollen dich in deinem Glück ergänzen und nicht im jetzigen Zeitpunkt von irgendetwas abhalten.

Die Zukunft kann noch lange hin sein und bis dahin kann sich noch vieles ändern. Niemand kann dir garantieren, dass du deine Ziele so erreichst. Knüpfe deine persönliche Erfüllung und Lebensziele also nicht an „Wenn… dann…“-Formulierungen.

Lebensziele finden: 3 Gedankenexperimente um deine Lebensziele zu erkennen

Als Anleitung, wie du am besten deine Lebensziele finden kannst, empfehlen wir dir die folgenden Punkte chronologisch durchzugehen. Starte mit den Gedankenexperimenten und begebe dich auf die Fantasiereisen. Du erhältst ein grobes Bild von deinem Leben und kannst womöglich schon erste Lebensziele für dich ableiten. Die Methoden, die wir dir später näherbringen, sind hingegen dann die praktische Umsetzung deiner Ergebnisse. Wichtig ist es nämlich deine Lebensziele zu visualisieren und später in regelmäßigen Abständen zu dokumentieren – dazu jedoch später mehr in unseren Methoden. Mit jedem Schritt werden deine Visionen konkreter.

Gewisse Gedankenexperimente können dir helfen deine Lebensziele zu finden. Doch eines noch vorweg: Es ist in Ordnung, wenn du nicht auf alles eine Antwort hast oder dir über gewisse Dinge einfach nicht sicher bist. Dabei ist es genauso irrelevant, in welchem Zeitpunkt deines Lebens du dich befindest. Egal wie alt du bist oder in welcher Situation deines Lebens du dich befindest –  auch du kannst noch deine Lebensziele finden.

Lebensziele finden ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passieren wird. Schenke der Sache Zeit und erfrage dich regelmäßig aufs Neue, was du im Leben für Ziele verfolgen möchtest.

1. Gedankenexperiment: Stell dir vor du hast unbegrenzt viel Geld und Zeit

Dieses Szenario soll dich vor allem eines machen: frei von jeglichen Restriktionen und Eingrenzungen, die du in deinem alltäglichen Leben hast. Stell dir vor, du hättest keine finanziellen oder zeitlichen Eingrenzungen, keine Termine und keine Verpflichtungen. Du hast mehr Geld als du  benötigst.

Du könntest tun und lassen, was du willst. Was stellst du mit dieser Freiheit an? Was würdest du dir mit dieser Freiheit ermöglichen? Wenn wir uns genau dies überlegen, können wir unsere größten Passionen entdecken, die womöglich in unserem Alltag mitunter abhandenkommen.

Hier ist mein Beispiel dafür:

Ich würde mir ein feines und gemütliches Haus mit großem Garten direkt an der Atlantikküste suchen. Wenn andere früh morgens zur Arbeit fahren, werde ich noch vor dem Frühstück auf das Surfboard steigen und meinen Morgensport betreiben. Ich würde viel gärtnern und mein eigenes Obst und Gemüse ernten. Ganz ohne Arbeit will ich jedoch auch nicht sein, da ich gerne als Handballtrainer eine Jugendmannschaft trainiere. Ich werde Musikinstrumente erlernen und mir zwei Hunde holen, die mich täglich auf Trapp halten werden. Mit meiner Freundin werde ich mir regelmäßig längere Auszeiten erlauben, Roadtrips in unserem ausgebauten Van machen oder die Welt bereisen.

Aus diesem Gedankenexperiment lassen sich doch schon ein paar Lebensziele finden. Für einige benötigt es sogar nicht mal groß Geld, sondern hauptsächlich Zeit. Gewisse Lebensziele kann ich bereits direkt übernehmen und angehen. Für andere benötige ich noch ein wenig mehr Zeit und finanzielle Freiheit, um dies zu ermöglichen.

2. Gedankenexperiment: Der ideale Tag

Der ideale Tag schließt sich dem ersten Gedankenexperiment an. Jedoch setzten wir uns nun genau die finanziellen und zeitlichen Ressourcen. Wir denken nun ein wenig kleiner und realer.

Trotzdem ist diese Fantasiereise ähnlich hilfreich wie die erstere, wobei sie auch noch viel realistischer ist. Spiele den Tag von morgens mit dem Aufstehen bis zum Schlafen gehen durch. 

  • Was für eine Morgenroutine hast du? 
  • Mit was für Leuten umgibst du dich? 
  • Was willst du unternehmen?

Dein idealer Tag sollte nicht langweilig sein und 24 Stunden Freude bringen. Genauso kannst du in diesem Gedankenexperiment festhalten, was du keinesfalls erleben möchtest. Es ist genauso wichtig zu wissen, was man nicht in seinem Leben haben möchte.

Der ideale Tag kann dir bewusst werden lassen, was dir im Leben wirklich wichtig ist. Genau diesen Dingen solltest du in deinem Alltag viel Zeit schenken und darum deine Lebensziele formulieren.

3. Gedankenexperiment: Der 80. Geburtstag

Seine Lebensziele finden kann man auch, indem man sich seinen 80. Geburtstag einmal vorstellt. Hierbei handelt es davon hauptsächlich in den „Spätherbst“ seines Lebens zu blicken, sodass man sozusagen sein Leben einmal rückblickend evaluiert und Revue passieren lässt.

Male dir deinen 80. Geburtstag aus. Wie wird er für dich aussehen?

  • Wer ist an deinem Geburtstag alles dabei? Dein Ehepartner, Kinder, Enkelkinder?
  • Was für Freunde werden an deiner Seite sein?
  • Wo wird dein Geburtstag stattfinden? In deinem eigenen Haus oder Garten? 
  • Wie werden die Leute von dir sprechen? Was sagen deine Familie, deine Freunde oder Kollegen über dich? Wie sehen sie dich?

Jeder kennt die typische Filmszene, wenn jemand auf dem Sterbebett liegt und den umstehenden Personen von seinen schönsten Momenten erzählt, was er in seinem Leben so alles erlebt und bereut hat. Auch das solltest du dein „Zukunfts-Ich“ einmal fragen: Was möchte dein 80-jähriges Ich erlebt haben?

  • Worauf wirst du besonders stolz sein?
  • Was werden deine schönsten Erfahrungen sein? 
  • Gebe es womöglich etwas, das du bereuen wirst?

Auch hierbei spielt sich alles in einem nicht realen Zustand ab. Trotzdem kannst du erkennen, was du sein und erlebt haben möchtest – und was auch nicht. Es lassen sich für dein jetziges und zukünftiges Handeln Lebensziele finden und ableiten.

Lebensziele finden: 3 Methoden um deine Ziele zu definieren

Mit den eher praktischen Methoden beschäftigst du dich ganz bewusst mit deinem IST-Zustand und zukünftigem SOLL-Zustand, um deine Lebensziele zu finden. Durch die Gedankenexperimente hast du ein gutes Gefühl erhalten, was dir im Leben alles wichtig ist. Jedoch fehlt die Dokumentation und Visualisierung deiner Lebensziele.

Die drei Methoden sind nun die praktische Umsetzung der erkannten Lebensziele, die du nun Schritt für Schritt zu Papier und ins Gedächtnis bringen wirst. Wie auch bei unseren Gedankenexperimenten werden mit jeder Methode deine Lebensziele konkreter und greifbarer. 

1. Methode: Visualisierung durch Mindmaps und Pro-Contra-Listen

Mindmaps und Pro-Contra-Listen wirken womöglich ein wenig altbacken und kennen viele aus Schul- und Ausbildungszeiten. Trotzdem haben diese Methoden ihre Daseinsberechtigung. Sie ermöglichen dir einen guten Überblick über dein Leben und deine Lebensbereiche.

Für die Mindmap schreibe deinen Namen oder „Ich“ in die Mitte. Von da aus kannst du in deine Lebensbereiche gehen: Familie, Freunde, Arbeit, Hobbys, Leidenschaften, persönliche Entwicklung, Spiritualität, materielle und immaterielle Wünsche, Vision und vieles weiteres.

Was beschäftigt dich in diesen Lebensbereichen – sowohl positiv als auch negativ? Genauso kannst du in einer anderen Farbe die Dinge in der Mindmap ergänzen, die du dir gerne für dein zukünftiges Ich wünschst.

Lebensziele finden beschrieben durch eine Mindmap, um seine Lebensziele zu erkenne
Lebensziele finden: Mind Map Beispiel (in rot die Lebensziele, die man sich für das Zukunfts-Ich wünscht)

Ähnliches Ergebnis können wir auch durch eine Pro-Contra-Liste erreichen. Was gefällt dir in deinem Leben? Worauf bist du stolz und was weniger? Wo siehst du ggf. noch Potenziale?

2. Methode: Formulierung deiner Ziele mit Hilfe der SMART-Methode

Nun wo du weißt, in welchen Lebensbereiche du deine Lebensziele finden kannst, ist die korrekte Formulierung dieser wichtig. Es gibt unterschiedliche Methoden von Zielformulierungen.

Wir finden die SMART-Methode sehr hilfreich und möchten dir diese vorstellen. Gerne kannst du diese natürlich auch in abgewandelter Form auf deine Lebensziele und -bereiche anpassen, denn womöglich ist nicht jedes deiner Lebensziele so zu formulieren.

Die SMART-Methode verhilft dir deine Lebensziele möglichst detailliert und genau zu spezifizieren. Dabei steht jeder Buchstabe für ein Attribut, wie du dein Lebensziel verpacken solltest. Hierzu haben wir dir folgende Grafik erstellt:

Lebensziele finden Infografik der SMART-Methode

Genauer gesagt, solltest du dir zu jeder Eigenschaft folgende Fragen stellen, um so deine Lebensziele zu definieren:

  • Wie lautet dein persönliches Lebensziel?
  • Sei hier so genau und spezifisch wie möglich
  • Womöglich einer der schwersten Punkte für Lebensziele
  • Finde einen Bewertungsmaßstab für dein Lebensziel – verpacke es in Zahlen
  • Mit was für einem Kriterium kannst du sagen, dass du dein Lebensziel erreicht hast?
  • Was für mögliche Zwischenstationen hat dein Lebensziel?
  • Das Lebensziel sollte dich betreffen und eine große Relevanz für dein Leben haben
  • Wirst du Erfüllung und Glück verspüren, wenn du dein Lebensziel erreicht hast?
  • Eine genaue Vorstellung des zukünftigen SOLL-Zustands lässt dir ein klares Bild geben und trägt zu deiner Motivation bei
  • Beantwortung der Frage „Wie?“
  • Sind deine Lebensziele für die realisierbar?
  • Wie kannst du dein Lebensziel erreichen?
  • Was für Schritte und Aufwendungen werden von dir benötigt, um die zu erreichen?
  • Bis wann möchtest du dein Lebensziel erreicht haben?
  • Kannst du einschätzen wie viel Zeit es von dir benötigt?

Empfehlung von DailyMentor

Wir haben einen ausführlichen Beitrag über die Zielformulierungen mit Hilfe der SMART-Methode geschrieben. Falls du mehr darüber erfahren möchtest, schau gerne vorbei!

3. Methode: Dokumentation von Lebenszielen durch Vision Board und Erfolgsjournal

Im letzten Schritt wollen wir uns darum kümmern, dass wir die Lebensziele auch richtig dokumentieren, um uns regelmäßig an diese erinnern. Eine hervorragende Möglichkeit ist das Erstellen eines Vision Boards und/oder Führen eines Erfolgsjournals.

Es ist nämlich wissenschaftlich belegt, dass wir uns Dinge am besten einprägen können, wenn wir uns regelmäßig mit ihnen auseinandersetzt. Je öfter man sich also mit seinen Visionen und Lebenszielen beschäftigt, desto präsenter sind sie in unserem Gedächtnis und Alltag.

Ein Vision Board ist eine umfassende visuelle Zusammenfassung deiner Lebensziele aus all deinen Lebensbereichen, welche dich jeden Tag aufs Neue an deine Wünsche, Ziele, Träume und Visionen erinnert. Für ein Vision Board kannst du all deine persönlichen Lebensbereiche runterschreiben. Dein Vision Board sollte anschließend mit Zeichnungen, Ausschnitten aus Zeitschriften, Bilder o.ä. dann ergänzt werden, die deine Lebensziele visuell unterstreichen.

Was möchtest du in jedem dieser Bereiche erreichen? In sechs Monaten, einem Jahr und fünf Jahren? Passe den Zeitraum gerne für deine Lebensziele an.

Lebensziele finden erklärt durch ein Vorlage eines Vision Boards
Lebensziele finden: Vision Board Beispiel

Dieselben Effekte lassen sich auch mit dem Führen eines Erfolgsjournals erreichen. Es ist wie ein Tagebuch, jedoch für deine Ziele und Erfolge.

Auf dem Markt findet man viele Erfolgsjournale mit vorgefertigten Seiten. Oftmals ist es eine Doppelseite pro Tag, die du mit deinen persönlichen Erfolgen und Zielerreichungen befüllen kannst. Es reichen dir ein paar Minuten am Tag, um so ein Erfolgsjournal zu führen.

In solchen Erfolgsjournalen wird sich nicht nur auf deine Lebensziele konzentriert. Als weitere positive Effekte dokumentierst du in vielen deine Momente und Dinge für die du dankbar und glücklich bist. Es fördert daher nicht nur deinen Dokumentationsprozess, sondern stärkt dein persönliches Wachstum und erfordert von dir regelmäßige Selbstreflexion.

Empfehlung von DailyMentor

Bist du weiter interessiert, wie man ein Erfolgsjournal führt oder möchtest gerne direkt Empfehlungen? Wir haben einen Beitrag über Erfolgsjournale geschrieben, wie sie dein Leben positiv beeinflussen und du fokussierter auf deine Lebensziele hinarbeiten kannst.

Unser Schlusswort über Lebensziele

Wir hoffen unser Beitrag konnte dir die Wichtigkeit und den Einfluss von Lebenszielen etwas näher bringen. Ziele sind für uns Menschen die treibende Kraft des Alltags. Sie bündeln unsere Energie, geben uns Disziplin, Motivation und Zielstrebigkeit.

Seine Lebensziele finden ist keinesfalls einfach. Wir sind es uns jedoch selber wert genau diese zu erkunden und ihnen nachzugehen. Sie schenken uns Erfüllung im Leben und lassen uns selber neue erfahren.

Das Leben bietet uns so viele Möglichkeiten. Schöpfe dein Potenzial aus und erkunde deine Wünsche, Träume und Visionen, die du im Leben hast! Wir glauben an dich!

Gelassener werden im Alltag: 10 praktische und einfache Methoden

gelassener werden beschrieben durch ein Bergpanorama

Wer kennt es nicht? Wir jagen den Verpflichtungen hinterher und rennen von Termin zu Termin. Es entsteht das Gefühl, als würde der Alltag uns auffressen und eine innere Anspannung macht sich breit. Die Lösung: gelassener werden, bewusst Zeit für sich finden und gegen die innere Anspannung proaktiv vorgehen.

Gelassener werden ist einfacher gesagt als getan und dennoch in vielen alltäglichen Situationen sehr hilfreich und wünschenswert. Sich in der Alltagshektik kurz besinnen und seine innere Ruhe finden, bringt viele Vorteile mit sich und ermöglicht es dir deinen Tag erfolgreicher, produktiver und sogar gesünder gestalten zu können. 

Wir möchten dir daher in unserem Beitrag zehn praktische Methoden präsentieren, die dir helfen können, sodass du ruhiger und gelassener werden kannst. 

Gelassener werden: Warum du es dir wert bist

Gelassenheit bringt nur positives mit sich – und das nicht nur für deine psychische und emotionale Verfassung, sondern auch für deine körperliche Gesundheit. 

Viele Situationen lassen sich viel besser meistern, wenn wir gelassener werden und weniger aus Einschränkungen und negativen Emotionen handeln. In einem angespannten Status trifft man viel eher unbedachte Entscheidungen, da einem die klaren Gedanken in solchen Situationen fehlen. Wir werden fahrlässig, gestresst und verspüren ein allgemein unwohles Gefühl – ein unangenehmer Zustand für jeden.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir in einem ruhigen Gemütszustand besser handeln und entscheiden. Wir fühlen uns besser, wenn wir gelassener sind – einen Status, den wir erreichen sollten.

Die höchste Krone des Helden ist die Besonnenheit mitten in Stürmen der Gegenwart.

Jean Paul (1763 - 1825), deutscher Schriftsteller Tweet

Doch auch für deine Gesundheit ist es ein wichtiger Faktor. Es besteht ein nachgewiesener Zusammenhang zwischen einer positiven Grundeinstellung und einem starken Immunsystem. Negatives, panisches Denken löst eine Stressreaktion im Körper aus. Daraus potenziell resultierender Dauerstress kann die Folge einer Menge an Erkrankungen sein, die mit Stressmanagement, Gelassenheit und Selbstfürsorge vermeidbar wären. 

Grundlegend möchten wir erklären, dass Gelassenheit nicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden sollten. Wer gelassen ist, legt hingegen eine gewisse Leichtigkeit an den Tag. Man weiß sich zu beherrschen, kann Situationen im richtigen Kontext einordnen und kann sein weiteres Vorgehen besser abschätzen. Entspannter und gelassener werden ist daher eine wichtige und positive Eigenschaft, um sein tägliches Leben besser zu bestreiten – genau diese Gelassenheit bist du dir wert!

gelassener werden beschrieben durch eine Frau, die auf einem Steg sitzt
Gelassenheit und innere Ruhe sind eine Fähigkeit für die körperliche und mentale Gesundheit.

Gelassener werden mit 10 praktischen Methoden

Wir möchten dir nun zehn praktische Methoden vorstellen, die dich gelassener werden lassen. Jeder dieser Tipps lässt sich schnell und einfach in Alltag umsetzen. Manch einen empfindest du womöglich wertvoller als andere. Picke dir deine Rosinen“ heraus, welche zu dir am besten passen könnten, um mehr Gelassenheit in deinem täglichen Leben zu genießen. 

1. Strukturiere deinen Alltag und reduziere deinen Stress 

Gelassenheit fällt uns besonders schwierig, wenn die eigenen persönlichen Grenzen überschritten werden, jemand/etwas über unsere Zeit verfügt, wir uns überfordert fühlen oder unsere Bedürfnisse ignoriert werden. In diesen Momenten wird es erforderlich auf das Bremspedal zu drücken und wieder Kontrolle über seinen Alltag zu gewinnen und die Ruhe zurückzubringen. Dafür können einem schon kleine Tipps helfen, um gelassener zu werden:

1.1. Reduziere deine Ablenkungen 

Störenden Ablenkungen reduzieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren, ist ein wichtiger Faktor, um zur inneren Ruhe zu finden. Immer up to date und erreichbar: das kleine nervige Smartphone, welches jeder von uns mit sich trägt, kann in solchen gestressten Momenten eher Fluch als Segen sein. Gelassener werden heißt seine innere Stimme zu hören – vor allem dann, wenn die äußeren Umstände immer lauter werden. Push Notification und andere Personen können erstmal warten – die sind auch in ein paar Stunden noch da.

1.2. Lerne „Nein“ zu sagen

Nein“ sagen fällt vielen schwer und benötigt gewisse Überzeugungskraft, doch kann gerlernt werden. Man will den gegenüber nicht kränken oder abweisen und tut ggf. gewisse Dinge aus persönlichem Pflichtgefühl. Verschaffe dir nicht mehr Stress und Aufgaben aus reinem Pflichtgefühl. Wenn deine Bedürfnisse ständig zu kurz kommen, funktionierst du nur noch anstatt zu leben.

Hinterfrage dein Verhalten und ob du so handelst, weil du es so möchtest oder du dich dazu gezwungen fühlst. Ein Nein” kann man auch erklären und seinem gegenüber verständlich machen. So wird es der anderen Partei auch leichter sein dies zu akzeptieren.

1.3. Plane deinen Tag im Voraus und setze Prioritäten

Plane deinen bevorstehenden Tag am besten noch am Vorabend, wenn du dich schlafen legst – oder spätestens morgens mit dem Aufstehen. Welche Dinge willst du heute unbedingt schaffen? Wenn du weißt, was du erledigen möchtest und deine täglichen Ziele formuliert hast, erhältst du sofort den Durchblick und kannst deine Aufgaben priorisiert „abarbeiten“. Was auf der Arbeit klappt, kann auch im Privaten verhelfen: mit einem Kalender hast du stets die Transparenz was bei dir die Tage ansteht. Denn erst mit der richtigen Planung und Struktur des Alltags können wir an der eigenen Gelassenheit arbeiten.   

Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen, ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter und Naturforscher Tweet

2. Meditation, Entspannungstechniken, Atemübungen

Um dich von deinem Tag zu erholen und das Gedankenchaos einmal auszuschalten, können dich Meditationen, Atemübungen oder Entspannungstechniken gelassener werden lassen. Sich einmal bewusst in Ruhe zu bringen, die Augen zu schließen, seinen Geist freizulassen und auf seinen Körper zu hören, kann einem zur inneren Ruhe verhelfen. Egal, ob Anfänger oder Fortgeschrittener – ein paar tiefe Atemzüge können dich wieder erden.

Viele denken für solche Praktiken bräuchte man mindestens eine halbe Stunde. Doch solch Übungen lassen sich auch wunderbar in fünf bis zehn Minuten und bspw. auf dem Weg in der Bahn durchführen.

Falls du diese Methode für dich ausprobieren möchtest und noch neu auf diesem Gebiet bist, findest du auch viele kostenfreie Apps, die dich durch geführte Affirmations- oder Meditationsübungen begleiten. Beispielsweise können wir die zwei Mediations-Apps Calm und Headspace. Ein Versuch ist es definitiv wert!

3. Räume dir Zeit für dich ein

Alltäglicher Stress und das Leben im Hamsterrad sind einer der Hauptgründe, weshalb man nicht gelassener werden kann und innere Unruhe verspürt. Bei all dieser Hektik und gleichem Trott kann schnell die eigene Person und Gesundheit in Vergessenheit geraten.

Es ist daher wichtig, dass du dir auf täglicher Basis Zeit für dich schenkst. Mache die Dinge, die dir guttun und Spaß machen. Auch dann, wenn wir den Kopf freibekommen und die alltäglichen Probleme und Pflichten für eine geraume Zeit in den Hintergrund rücken, können wir so gelassener werden. Jeder von uns hat eine gewisse Passion, der wir gerne nachgehen.

4. Grübeln aufgeben

Unser Kopf kann uns oftmals die eigene Gelassenheit verwehren, wenn uns dieselben Gedanken und Probleme einfach nicht in Ruhe lassen wollen – ein Gedankenkarussell. Das fortwährende Wiederkäuen der gleichen Probleme lähmt, statt zu Lösungen zu führen.

Wir verkrampfen und vertiefen uns im Grübeln – eine schwere Bürde um gelassener zu werden. Der ursprünglich sinnvolle Ansatz des Analysierens gerät beim Grübeln außer Kontrolle.

Anstatt sich in solchen Situation dem Warum“ zu widmen, erfrage dich nach einer Lösung:

  • Was kann ich tun, um solch eine Situation zu lösen?
  • Welches Ziel verfolge ich bei der Lösung?
  • Was sind meine Optionen und welche Schritte kann ich unternehmen? 

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5. Akzeptieren lernen

Akzeptanz kann einem einiges an Überwindung abverlangen. Doch lernen wir gewisse Dinge zu akzeptieren, haben wir mehr Zeit und Kraft, um uns auf das zu fokussieren, das uns vorantreibt. 

Nicht alles muss oder lässt sich ändern – diese Mühe ist es dann auch manchmal einfach nicht wert. Verurteile nicht die Vergangenheit oder gemachte Fehler, sondern akzeptiere sie als einen Teil deines Lebens. Denn reibst du nicht mehr langfristig an diesen Dingen auf, kannst du gelassener werden und dich auf das konzentrieren, was dich vorantreibt und glücklich macht.

Empfehlung von DailyMentor

Wir haben einen Beitrag über Akzeptieren lernen geschrieben und wie du mehr Akzeptanz in dein Leben lässt und erlernen kannst. Womöglich bist du daran interessiert etwas mehr darüber zu erfahren.

6. Kommunikation und sozialer Kontakt

Jeder von uns ist der finale Entscheider seines Lebens und Initiator, der entscheidet welche Wege wir bestreiten wollen. Trotzdem sind wir mit unserem Alltag nie alleine. Jeder hat ein soziales Umfeld – eine Familie, einen Partner oder Freundeskreis – welches einen in angespannten Situationen wieder auffangen und den Rücken stärken kann.

Gelassenheit lässt sich auch darüber generieren, indem man über seine Lebenssituation spricht. Wir Menschen wollen kommunizieren und unsere Anliegen mit unserem sozialen Umfeld teilen. Es kann dich gelassener werden lassen, wenn du über deine Situationen sprichst. Diese Menschen hören uns nicht zur zu, sondern können uns neue Wege aufzeigen – auch Wege für mehr Gelassenheit. 

Kommunikation kann – wie in vielen Lebensbereichen – eine große Stütze für Problemlösungen und der Wegweiser neuer Einsichten sein. 

7. Emotionen zulassen

Die eigene Gelassenheit kann schnell von unseren eigenen Emotionen blockiert werden. Angst, Enttäuschungen, innere Unruhe, Unsicherheit, Wut – diese Gefühle zu unterdrücken hilft dir nicht auf dem Weg zur Gelassenheit.

Vielmehr ist es notwendig, dass genau diese Gefühle von einem bewusst erlebt werden, um diese anzunehmen und zu konfrontieren. Erst wenn man dies schafft, verlieren diese Emotionen ihre Macht.

Um gelassener zu werden, hilft dir womöglich folgender Fakt: Eine (negative) Emotion, die man bewusst fühlt, kann bereits nach 90 Sekunden seine Intensität verlieren. Erst der Versuch diese Emotion zu verdrängen und zu unterdrücken, kann das Gefühl zu einem Dauerzustand werden, welches letztlich die eigene Gelassenheit stört.

8. Selbstfürsorge und Achtsamkeit

Sollte dir mal wieder eine Situation über den Kopf steigen, ist es hilfreich sich auf Selbstfürsorge und Achtsamkeit zu berufen, um gelassener zu werden. Das Leben ist schön und wertvoll – solche negativen Situationen sind hingegen viel mehr die Ausnahme und ein temporärer Zustand.

Erinnere dich in genau solchen Situationen an all das Gute, was du im Leben hast und dir widerfahren ist. Schenke dir diese achtsamen Momente und erinnere dich dankbar an Dinge in deinem Leben, um dich in einem ruhigeren Gemütszustand zurückzubringen. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass man sein Temperament ein wenig zügelt und bessere Transparenz gewinnen kann. So kann man viel schneller gelassener werden und solche Situationen bewältigen.

gelassener werden beschrieben durch Wellen, die auf die Küste treffen
Grade in aufregenden und turbulenten Situation ist Gelassenheit ein wichtiger Schlüsselfaktor.

9. Perfektionismus ablegen

Perfektionismus und Gelassenheit können schnell im direkten Konflikt stehen. Der krampfhafte Versuch kann einen schnell für eine Situation versteifen. Als Konsequenz verliert man die Leichtigkeit und Gelassenheit.

Je höher dein Anspruch ist, desto mehr kannst du dich auch ärgern, wenn etwas nicht nach Plan verläuft. Natürlich sollten wir angefangene Projekte auch mit der richtigen Zufriedenheit zu Ende bringen, doch manchmal hat man bereits mit 80 oder  90% sein gewünschtes Ergebnis erreicht. 

Ein sehr passendes Modell ist das Pareto-Prinzip. Der Grundgedanke dieses Modells lässt sich auch gut auf das eigene Leben projizieren, um den eigenen Perfektionismus abzulegen. Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht werden. Hingegen benötigt man für die restlichen 20% nochmals 80% der Arbeit. 

Der Grundgedanke wird klar: Ein Großteil eines Projekts kann schnell abgeschlossen werden. Anschließend sollte man sich die Frage stellen, ob der verhältnismäßig große Aufwand die restlichen Prozentpunkte wirklich wert ist.

Ein ähnliches Learning wie aus der Methode der Akzeptanz: Dinge als „unperfekt“ zu verstehen und den eigenen Perfektionismus abzulegen, kann einen gelassener werden lassen.

10. Entscheide dich bewusst für mehr Gelassenheit 

Letztlich haben wir nicht immer Einfluss auf die Situation, in welche uns das Leben schmeißt. Trotzdem ist es die Reaktion und das Verhalten, welches wir bestimmen können. Denn wir sind es, die sich dafür entscheiden, ob wir uns über eine Situation stressen lassen oder nicht. „Nein, Ich will mich jetzt nicht aufregen“ – das ist eine klare Entscheidung für mehr Gelassenheit, die wir selber bestimmen können.

Solche Entscheidungen können wir immer bewusst aufs Neue treffen. Denn auch Gelassenheit kann eine Gewohnheit werden, die uns mit ein wenig Übung immer leichter fallen kann.

Unser Schlusswort

Wir freuen uns, dass du es bis zum Ende unseres Artikels geschafft hast und hoffen, du konntest ein wenig Inspiration für deine persönliche Gelassenheit schöpfen. Wie du bestimmt im Verlauf des Artikels erkannt hast, ist gelassener werden“ keine Fähigkeit, die dem einen in Wiege gelegt wurde und dem anderen nicht, sondern etwas, was jeder mit gewisser Übung lernen kann.

Es ist deine persönliche Einstellung im Alltag, die bestimmt, inwiefern du mit Gelassenheit reagieren kannst und hoffen, dass du in Zukunft diese bewusster wahrnimmst. Denn eines ist klar: Gelassen sein tut dir gut – für deine Psyche und Gesundheit. 

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