Perfektionismus ablegen: 5 Methoden gegen übermäßige Perfektion

Perfektionismus ablegen beschrieben durch ein Schild "work harder"

Schneller. Höher. Weiter. Alles muss heutzutage perfekt sein. Perfektion – sie beschreibt die Vollkommenheit einer Sache, an der nicht das Geringste auszusetzen ist. Doch Perfektionismus kann gewisse (negative) Steigerungen haben, die bis hin zu extremer Fehlervermeidung und einem unermüdlichen Streben nach Perfektion gehen. 

Übertriebener Perfektionismus ist eine perfekte Falle. Der innere Zwang nach Perfektionismus kann die eigenen Bedürfnisse eingrenzen und sogar übersteigen. Man setzt sich einem übermäßigen Druck und Stress aus. Nichts ist mehr gut genug, über alles muss die Kontrolle gehalten werden und Fehler dürfen einem auf keinen Fall unterlaufen – alles scheint noch perfekter gehen zu müssen. Die Grenzen eines gesunden Perfektionismus können schnell verwischen.

Doch es gibt Methoden wie man diesen übermäßigen Perfektionismus ablegen kann. Denn Ergebnisse und Zielvorhaben können trotzdem erreicht sein, selbst wenn eine Sache noch nicht voller Perfektion scheint. Oftmals hat man sein Ziel früher erreicht, als man eigentlich denkt. 

Nur der eigene Ansporn, es noch “perfekter” machen zu wollen, steigert den Einsatz übermäßig. Der Aufwand steht dann nicht mehr in Relation zum ursprünglichen Vorhaben. 

Wir möchten uns anschauen, wie man es schafft, seinen Perfektionismus ablegen zu können und wie man eine gesunde Sicht gegenüber der Perfektion an sich aufbaut. 

Perfektionismus ablegen: der trügerische Hang der Perfektion

Perfektionismus definiert sich über zwei verschiedene Formen:

  1. funktionaler Perfektionismus, das Streben nach Vollkommenheit (perfektionistisches Streben)
  2. dysfunktionaler Perfektionismus, die übertriebene Fehlervermeidung (perfektionistisches Besorgnis)

Der funktionale Perfektionismus ist von Natur aus eine positive Eigenschaft. Man versucht das Beste aus sich herauszuholen und möchte Aufgaben gewissenhaft erfüllen. Wenn funktional perfektionistische Menschen scheitern, ist dies oft nicht leicht für sie, aber sie wissen damit umzugehen. Diese Art ist daher nicht zwingend gefährlich, sondern hilft uns vielmehr Dinge in Sorgfalt auszuführen.

Hingegen ist es der dysfunktionale Perfektionismus die tückische Form. In ausgeprägter Form kann dieser zu einem ängstlichem und neurotischem Vermeidungsverhalten führen. Die Menschen sind unverhältnismäßig kritisch, haben Versagensängste und starke Sorgen nicht gut genug zu sein. 

Bei perfektionistischen Menschen besteht grundlegend das Potenzial, dass diese Eigenschaft zwanghaft werden kann. Wenn der Mensch nicht mehr in der Lage ist, sein Handeln selbst zu bestimmen und stattdessen sein Perfektionismus dies für ihn übernimmt, ist Vorsicht geboten. Die eigenen Bedürfnisse werden ignoriert bzw. dem Perfektionismus untergeordnet.

Wer alles perfekt haben und stets perfekt sein will, wird perfekt unglücklich.

Walter Ludin, Schweizer Journalist, Redakteur, Autor Tweet

Als Folge können diese Menschen zu starken Selbstzweifel verfallen und verspüren oftmals innere Unruhe. Das Selbstbewusstsein der Betroffenen kann darunter leiden. Aber auch die körperliche und mentale Gesundheit kann von diesem starken Druck und Stressgefühl betroffen sein.

Das Paradoxon eines übertriebenen Perfektionismus ist, dass dieser im Prinzip nie erreicht wird. Die Betroffenen sind eigentlich nie mit sich selbst zufrieden und sehen stets noch Potenzial etwas besser machen zu wollen.

Gründe für übermäßigen Perfektionismus

Eigentlich weiß man genau, dass niemand ganzheitlich perfekt sein kann. Aber trotzdem versucht man es immer wieder zu sein. Oftmals findet diese Einsicht aus einer unbewussten Überzeugung statt, dass man nur etwas wert ist, wenn man seine Aufgaben in voller Zufriedenheit und Perfektion erfüllt.

Es ist der innere Antrieb der Perfektionisten, welcher sie denken lässt, „Ich bin nicht gut genug.“ Sie denken, etwas leisten zu müssen, um anderen oder sich selbst zu genügen.

Perfektionismus ablegen, heißt im ersten Schritt dessen Ursprung zu erkunden und so „das Übel an der Wurzel zu packen“. Wer die Gründe seines Perfektionismus erkennt, kann deutlich besser an ihm arbeiten. Es folgen die gängigsten Gründe für Perfektionismus. 

Perfekt ist der, der keine Ecken und Kanten hat; doch der ist schlicht langweilig.

1. Strenge Erziehung in der Kindheit

Eine Hauptursache für den Perfektionismus findet man oftmals in der eigenen Kindheit. Als Kind hast du gelernt, dass deine Eltern freundlicher und liebevoller zu dir waren, wenn du artig warst und dich so verhalten hast, wie sie es von dir erwarten. Wurdest du diesen Erwartungen nicht gerecht oder hast Fehler gemacht, wurdest du getadelt, ermahnt, bestraft oder vielleicht sogar ignoriert.

Die Eltern wollten mit solch einem Verhalten nichts Böses. Doch trotzdem können diese Erfahrungen einen erheblichen Einfluss für das Selbstwertgefühl eines Kindes haben und es ein Leben lang prägen. Für ein Kind ist es noch schwer zu verstehen, dass es die Eltern eigentlich nur gut meinen mit einem  – das Kind erkennt noch nicht den Grund dahinter.

Perfektionismus ablegen erklärt durch ein Kind, das ein Buch liest - Perfektionismus beginnt im Kindheitsalter
Oft findet Perfektionismus seinen Ursprung in der Kindheit.

Kinder denken, wenn sie perfekt sind, werden sie gut behandelt und nicht mehr bestraft. Sie erhoffen sich Lob und andere positive Umgänge, die sie von ihren Eltern erhalten, wenn sie sich fehlerfrei und perfekt verhalten. Genau dieser Glaube kann in das Erwachsenenleben weitergetragen werden – wenn auch ganz unbewusst.  

2. Angst vor Kontrollverlusten

Perfektionismus geht oft einher mit Kontrollzwängen. Der Ursprung dafür kann verschieden sein. Doch oftmals waren es (traumatische) Erfahrungen, in denen man die Kontrolle verloren hat und eine Situation aus dem Ruder gelaufen ist. So etwas will die Person in Zukunft zwanghaft vermeiden.

Dieser Kontrollzwang kann so weit gehen, dass es sogar ganz alltägliche Dinge im Leben berührt. Eine benutzte Kaffeetasse muss direkt abgespült werden, der Arbeitsplatz in kompletter Ordnung sein, ehe man sich an den Schreibtisch setzt.

Unter diesem Ordnungs- und Kontrollzwang leidet nicht nur die eigene Psyche, sondern auch die Produktivität. Viel zu oft kann dieser Drang nach Ordnung einen vom Wesentlichen und der eigenen Arbeit ablenken. Über jede Kleinigkeit muss die Kontrolle gehalten.

3. Angst vor Fehlern

Aufbauend auf den ersten zwei Punkten kann Perfektionismus auch aus übertriebener Fehlervermeidung kommen. Fehler sind schlecht. Als Kind fing es damit an, dass man für Fehler getadelt wurde. Im späteren Alter haben wir uns dann selbst für unsere Fehler kritisiert. Schnell ergeben sich so Selbstzweifel und -vorwürfe.

So entsteht die Angst vor eigenen Fehlern. Diese Angst kann so weit gehen, dass ein gemachter Fehler eine lähmende Wirkung haben kann: Man wird lieber gar nicht mehr aktiv, als dass man vielleicht etwas falsch macht und eine persönliche Abwertung erfahren muss.

Um jeden Preis wird versucht Fehler zu vermeiden. Durch dieses Verhalten werden banale Kleinigkeiten doppelt und dreifach geprüft und eine Menge Zeit kann so verloren gehen. Zudem beraubt man sich mit diesen Verhalten der Chance aus seinen eigenen Fehlern zu lernen. Denn auch sie sind eine Lektion, um das eigene Verhalten zu reflektieren. Manch ein Fehler lässt sich viel schneller ausbügeln, als es die subjektive Wahrnehmung empfinden lässt.

4. Starker Leistungsdruck

Noch nie wie zuvor empfinden viele Menschen einen starken Leistungsdruck – vorrangig für ihr Berufsleben, aber auch im privaten Bereichen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft.

Nur das Beste ist gut genug. Auch das wird einem bereits im Kindheitsalter eingetrichtert – sei es durch die Erziehung, aber auch in der Schule. Es gibt den Klassenbesten, aber hast du schon mal in diesem Zusammenhang was zum Zweitbesten gehört? Studienabschlüsse mit “summa cum laude” werden in besonderer Art ausgezeichnet. Je mehr und besser die Abschlüsse, desto mehr Geld und somit ein besseres Leben (wenn so die Rechnung mancher Leute ist). Jeder will die Goldmedaille und nicht mehr den unehrenhaften zweiten Platz belegen. Und dieses Bild findet sowohl im Berufsleben, aber auch im Privaten seinen Fortgang.

Dieses Leistungsbild immer das Beste erreichen zu müssen, resultiert in einem starken persönlichen Druckempfinden. Man wendet übermäßig viel Zeit für Aufgaben auf, macht Überstunden, vernachlässigt andere Lebensbereiche und setzt sich selbst unter extremen Druck. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr zu dem Ergebnis.

Perfektionismus ablegen mit 5 Tipps

Widmen wir uns nun unseren fünf effektivsten Tipps, wie man seinen Perfektionismus ablegen kann. Es ist wichtig, dass es hier nicht zu folgendem Missverständnis kommt: Mit dem Perfektionismus ablegen meinen wir die ungesunde Sichtweise auf das eigene Verhalten und nicht, dass man fahrlässig oder schlampig die eigenen Vorhaben angeht.

Das richtige und gesunde Maß an Perfektion tut gut und dieses soll nun gefunden werden.

1. Reflexion deines Verhaltens: Was ist dein Ziel? 

Wer seinen Perfektionismus ablegen will, muss sich stets an sein ursprüngliches Ziel erinnern. Was war nochmal dein Vorhaben und bist du vielleicht sogar schon über das Ziel hinausgeschossen?

Ab wann ist das eigene Verhalten zu perfektionistisch? Man hat das Ergebnis bereits erreicht und macht trotzdem weiter, ist übergenau und nimmt sich zu viel Zeit für seine Aufgaben. Man stellt sich zu hohe Erwartungen.

Daher ist es wichtig zu verstehen: Perfektionismus existiert nur in deinem Kopf. Du selbst kannst dir den Maßstab setzen, den du erfüllen möchtest. Es spricht nichts dagegen Dinge gut zu machen und das bestmögliche zu geben, doch irgendwann ist eine Grenze erreicht. Perfektionismus kennt kein Ende und lässt sich immer wieder erweitern. Den Schlusspunkt musst du setzen.

Es ist von extrem wichtiger Bedeutung, dass du verstehst, ab wann du dein Ziel erreicht hast und ab wann du zu viel investierst. Deine Ressourcen wie Zeit und Energie sind begrenzt. Es ist ein kräftezehrender Prozess dem Perfektionismus hinterherzurennen. Wirtschafte mit deinen persönlichen Ressourcen achtsam und teile sie dir gut ein.

2. Methoden aus der Wirtschaft nutzen

Ich möchte dir drei Prinzipien aus meinem Volkswirtschafts-Studium näher bringen. Auch wenn sie alle einen wirtschaftlichen Ursprung haben, können sie eine Hilfe sein, wie du lernst deinen Perfektionismus ablegen zu können.

Behält man diese Prinzipien im Hinterkopf, so kannst du das ein oder andere Mal dein (subjektives) Verhalten und Empfinden auch auf objektiver wirtschaftstheoretischer Sicht beurteilen und dich fragen, ob du gerade zu perfektionistisch handelst. 

Das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip sagt aus, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Hingegen erfordern die verbleibenden 20 % der Ergebnisse mit 80 % des Gesamtaufwandes die quantitativ meiste Arbeit.

Der Grundgedanke ist also klar: Ein Großteil deiner Arbeit kann schnell abgeschlossen werden. Anschließend solltest du dir die Frage stellen, ob der verhältnismäßig große Aufwand das restliche Endresultat wirklich wert ist.

Das Parkinsonsche Gesetz

„Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“ – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. Dies ist der Kerngedanke des britischen Soziologen C. Northcote Parkinson zur Verwaltungs- und Wirtschaftslehre.

Es ist die verfügbare Zeit, die ausschlaggebend ist, wie lang wir für eine Aufgabe benötigen. Ein perfektionistisches Verhalten kann also auch dann ausgeübten, wenn man genug Zeit hat. Die Erledigung der Aufgabe wird sozusagen künstlich in die Länge gezogen.

Die Kosten-Nutzen-Analyse

Das Kosten-Nutzen-Prinzip stellt die aufgewendeten Kosten und Arbeiten dem potenziellen Nutzen gegenüber. Einfach runtergebrochen also: „Ist meine Arbeit die Mühe wirklich wert? Erhalte ich mindestens den gleichen Mehrwert an Nutzen zurück für die Leistungen, die ich erbracht habe?“

Für einen Perfektionisten kann die Antwort auf diese Fragen schnell mal „Nein“ sein. Übermäßig viele Anstrengungen werden investiert für einen im Verhältnis zu kleinen Nutzen.

Vielleicht helfen diese drei Prinzipien, dass du dein Verhalten zukünftiger Weise auch aus einem wirtschaftlichen Gedanken reflektieren und deinen Perfektionismus ablegen kannst. Es ist immer wichtig, dass du das richtige Maß an Aufwendungen findest, wenn es um die Zielerreichung geht. 

3. Kontrolle aufgeben und mit Ruhe begegnen

Bemerkst du in einer Situation, dass der Drang nach Perfektionismus aufsteigt, ist es zuallererst wichtig diesen für sich zu erkennen. Wenn du diesen inneren Zwang verspürst, der dich stresst und unruhig werden lässt, versuche kräftig ein- und auszuatmen.

Perfektionismus ablegen beschrieben durch einen Mann, der müde und anstrengt auf seinen Bildschirm schaut
Wenn einen die Perfektion im Griff hat, wird jedes Bedürfnis diesem untergeordnet.

Es ist leichter gesagt, als getan, dennoch: Wenn du deinen Perfektionismus ablegen willst, dann musst du damit aufhören, immer alles unter Kontrolle haben zu wollen.

Du darfst deinen eigenen Fähigkeiten vertrauen, denn du hast es dir bereits in der Vergangenheit oft genug bewiesen. Nicht alles lässt sich kontrollieren oder muss von dir kontrolliert werden. Schenke dieses Vertrauen nicht nur dir, sondern auch den Fähigkeiten von anderen.

Es kann einen schwer unter Druck setzen, wenn man versucht immer und über alles die Kontrolle zu halten. Du sollst keinesfalls die Ernsthaftigkeit für die Situation verlieren, doch trotzdem kann es einem sehr helfen mit einer gewissen Gelassenheit an die Sache heranzutreten. 

Viel zu oft sehen wir Sachen kritischer, als sie schlussendlich sind. Das ist ein ganz normales Verhalten, denn wir Menschen sind risikoavers (sprich risikoscheu) und wollen diesem Risiko unbedingt aus dem Weg gehen.

4. Akzeptanz gegenüber Fehlern

Zur Risikoaversion gehört auch die Angst vor Fehlern – du erinnerst dich an den dysfunktionalen Perfektionismus? Fehler werden schnell verteufelt und manchmal als was Schlimmeres dargestellt, als sie letztlich sind. 

Natürlich: Es ist ein Fehler, wenn falsch gehandelt wurde oder das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Heißt es trotzdem, dass man direkt versagt hat oder das Ziel nicht mehr erreichen kann? Ich denke nicht.

Man kann seine Fehler akzeptieren und diese auch wieder ausbügeln. Du bist nicht perfekt, ich bin nicht perfekt und auch niemand anderes. Fehler gehören im Leben dazu und lassen sich manchmal nicht vermeiden.

Wer keinen Fehler machen will, fällt auf sich selbst herein.

Stattdessen ist es entscheidend, wie man mit seinen Fehlern umgeht. Ärgerst du dich jetzt grün und blau oder verfällst in einen Status der Schockstarre? Oder überlegst du dir nun eine Lösung wie du deinen Fehler beheben kannst? Es liegt in deiner Hand wie du dich entscheidest.

Fehler sind nicht als Versagen, sondern als Chancen für Verbesserungen zu sehen. Beurteile dein Fehlverhalten und du wirst es beim nächsten Mal besser machen können.

5. Erfolge würdigen und Zufriedenheit üben

Wer perfektionistisch ist, triezt sich auf einer ungesunden Basis und kennt nichts als gut genug an. Wenn man es schaffen möchte, diesen Perfektionismus ablegen zu wollen, ist es wichtig, dass man erkennt, dass man gut genug ist und dass man auch ohne diesen erfolgreich und zufrieden sein kann.

Als Perfektionist gibt es in Sachen Erfolg-Misserfolg eine klare Schwarz-Weiß-Welt. Entweder man hat etwas in Perfektion geschafft oder versagt – und dabei sind die Chancen zu versagen deutlich größer. Dieses Mindset muss wieder auf eine gesunde Ebene zurückgeführt werden.

 Wenn du etwas geschafft hast, ist es Zeit darauf stolz zu sein. Du hast dein Vorhaben erreicht – egal wie einfach oder schwer diese Aufgabe war. Ziel erreicht! Und das darfst du entsprechend würdigen.

Suche nicht nach Fehlern oder was du hättest alles besser machen können, sondern fokussiere dich auf das, was du alles richtig gemacht hast. Wenn du dein Bestes gegeben hast, kannst du stolz auf dich sein. Mache dir immer wieder bewusst, dass in jeder kleinen abgeschlossen Aufgabe bereits ein Erfolg stecken kann.

Training eines gesunden Perfektionismus

Zuletzt möchten wir nochmal erklären, dass es auch einen „akzeptablen“ und gesunden Perfektionismus gibt. Es ist der eigene Anspruch an seine Arbeit und Vorhaben, dass man diese sorgfältig und der richtigen Zufriedenheit erfüllt. Perfektionismus kann in Maßen gut sein und diesen Maßstab muss jeder für sich finden. 

Versuche dir eigene Verhaltensregeln zu kreieren, sodass sich dein Perfektionismus in Grenzen hält und dich nicht belastet.

Das bedeutet Überstunden nur in Ausnahmefällen, manchmal auch „nein“ zu sagen, einen Zeitrahmen setzen für eine Aufgabe, die du erledigen möchtest – eine effektive Methode gegen Perfektionismus ist, sich eigene Alltagsregeln aufzustellen.

Verliere dich nicht in den Details einer Aufgabe und habe „das große Ganze“ vor Augen. Ab und zu darfst du die fünf auch mal gerade sein lassen. Denn zwischen Erfolg und Misserfolg gibt es noch einige Abstufungen. Mach dir klar, dass du nur selten 100 Prozent erreichen kannst.

Unser Schlusswort

Das war es nun – unser Beitrag, wie man es schafft seinen Perfektionismus abzulegen. Du siehst, dass es Möglichkeiten gibt ein wenig gelassener an deine Vorhaben heranzutreten und sie dennoch erreichen kannst. Nimm dir ein wenig Last von Schultern und sieh nicht alles allzu kritisch.

Es ist der richtige Maßstab an Perfektion, dass du dich selber nicht zu sehr belastest und trotzdem deine Aufgaben in ihrer „neuen Vollkommenheit“ erfüllen kannst. Denk daran, dass du dir deine Ideale setzt und du für dich bestimmst, was perfekt heißt. 

Zu sich selbst finden: Die drei großen Schritte zur Selbstfindung

Zu sich selbst finden beschrieben durch eine einzelne Person am Meer

Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich? Viele dieser Fragen können einem im Kopf herumschwirren, wenn man sich dem übergeordneten Thema des „zu sich selbst findens“ widmet.

Es ist ein verwirrendes Gefühl, wenn man noch nicht die Antworten auf solche Fragen hat. Man fühlt sich ein wenig unbeholfen und ziellos. Diese Zweifel können einen schwer belasten. Wie schön es doch nur wäre, wenn es eine „Pille der persönlichen Erleuchtung“ gebe, damit man zu sich selbst finden könnte.

Doch weißt du was? Dieses Gefühl der Ungewissheit kennt wohl jeder – und jeder ist bzw. war auf der Suche nach diesen Antworten.

Wohl kaum ein Mensch hat das Licht der Welt erblickt und hat bereits zu sich selbst gefunden. Erst mit dem bewussten (Konfrontations-)Prozess der Selbstfindung folgen solche Einsichten und man versteht was das Leben für einen bedeutet. Dieser Prozess ist ganz natürlich und benötigt seine Zeit. Damit bist du nicht alleine.

Wer zu sich selbst gefunden hat, hat es geschafft all diese Zweifel abzulegen und seine Antworten zu finden. Es ist wie ein Upgrade des eigenen Lebens, in dem man sich viel wohler und erfüllter fühlt. Man ist lebendiger und glücklicher und kann jeden einzelnen Moment so richtig auskosten. 

Zu sich selbst finden, ist ein Gefühl des Ankommens – als hätte man seinen Platz im Leben und seine Bestimmung gefunden. Man weiß nun wer man ist und welche Wege und Abenteuer man bestreiten möchten.

Lass uns gemeinsam den Prozess der Selbstfindung ein wenig mehr beleuchten. Wir möchten dir mit unserer großen Schritt-für-Schritt-Anleitung unter die Arme greifen, sodass du es schaffst genau diese und viele weitere Vorzüge genießen kannst.

Was benötigt es, um zu sich selbst zu finden und welche Schritte kann man einleiten? Es gibt Antworten und Möglichkeiten, sodass du dies für dich herausfinden kannst. Damit wollen wir uns nun genauer auseinandersetzen.

Wer einmal sich selbst gefunden hat, kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.

Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller Tweet

Was bedeutet es zu sich selbst zu finden?

Zu sich selbst finden – ist das der besagte Sinn des Lebens, den jeder finden muss? Womöglich auch. Doch viel mehr ist es ein beachtlicher Schritt des eigenen persönlichen Wachstums, wenn man erkennt, wer man wirklich ist.

Wer zu sich selbst gefunden hat, kennt seine Werte, für die er einstehen will, wer er ist, was ihn erfüllt – im Allgemeinen also, was ihm im Leben wichtig ist und was er damit anstellen möchte.

Es ist die freie und vollkommene Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, die es ermöglicht das Leben in vollen Zügen auszukosten. Auch wenn es nach außen hin keinen großen Unterschied macht: Das Leben lässt sich viel mehr genießen, wenn man zu sich selbst gefunden hat, als wenn man noch auf der Suche ist.

Es kann in einem ganz neue Energien freisetzen, wenn man sich der Selbstfindung nähert. Wer es schafft, zu sich selbst zu finden, kann… 

  • lebendiger
  • glücklicher
  • aufgeschossener
  • aktiver
  • motivierter

…durch das Leben gehen. Als würden sich die Farben, Emotionen und allgemein deine Empfindungen verstärken. Du fühlst dich lebendiger.

Zu sich selbst finden beschrieben durch einen jungen, der sich freut und in den Sonnenuntergang schaut
Es ist ein gutes Lebengefühl, wenn man auf dem Selbstfindsweg immer weiter vorankommt.

Genauso sind es Fähigkeiten und Ansichten auf das Leben, die man erhält, wenn man zu sich selbst gefunden hat. Man fühlt sich in der eigenen Haut einfach wohler und dies hat positive Auswirkungen auf das tägliche Leben. Sich selbst finden heißt…

  • im Einklang mit seinem inneren und äußeren Erscheinungsbild zu sein
  • tiefe Bindungen und Beziehungen zu Menschen aufzubauen
  • innere Ruhe und Gelassenheit zu verspüren – auch in stressigen Situationen
  • Interesse und Mut für Neues zu entwickeln
  • Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu haben
  • seine Stärken und Schwächen zu akzeptieren
  • stolz auf seinen gemachten Lebensweg zu sein
  • motiviert auf seine Lebensziele und Visionen zu schauen

Im Selbstfindungsprozess findet man nicht nur sein “jetziges Ich”, sondern auch sein zukünftiges – es ist ein sehr progressiver Prozess. Derjenige, der sich gefunden hat, ermöglicht sich nämlich auch zu entscheiden, wer er sein will. Er findet seinen ganzen persönlichen Weg, den er im Leben bestreiten will.

Selbstfindung ist definitiv ein Status, der für uns Menschen erstrebenswert ist – denn es kommt mit vielen wünschenswerten Vorteilen. Jeder von uns möchte gerne über sein „Sein“ erfahren.

Zu sich selbst finden – die Anleitung

Bevor wir uns der Schritt-für-Schritt-Anleitung widmen, möchten wir noch ein paar wichtige Worte vorweg verlieren.

Zu sich selbst finden ist ein langwieriger Prozess, der nicht von heute auf morgen oder mit dem Lesen dieses Beitrags passiert. Es ist ein erster wichtiger Schritt, dass du die Erkenntnis erlangt hast, dich auf deinen ganz persönlichen Selbstfindungspfad begeben zu wollen. 

Viele Menschen finden nicht zu sich selbst, weil sie sich erst gar nicht suchen.

Willy Meurer (1934 - 2018), deutsch-kanadischer Aphoristiker und Publizist Tweet

Dieser Weg kann dir viel Mühe bereiten und erfordert stetiges proaktives Handeln deiner selbst. Für viele dieser Teilprozesse wirst du dich ganz bewusst mit deiner eigenen Person und Gedankenwelt auseinandersetzen – ein Schlüsselfaktor, um zu sich selbst zu finden. Doch auch in deinem Unterbewusstsein können dadurch viele Prozessketten angestoßen werden, die dir helfen werden. Denn nicht alles findet an der für uns greifbaren Oberfläche statt, trotzdem können wir diese beeinflussen.

Genau aus diesen Gründen haben wir unsere Anleitung in drei Kategorien eingeteilt. Die einzelnen Schritte beleuchten alle einen anderen Aspekt, doch folgen alle dem übergeordneten Ziel sich selbst zu finden:

Schritt 1: Der Status Quo - Reflexion deines jetzigen Ichs und wo du im Leben stehst

Schritt 2: Proaktive Handlungsmethoden für den Selbstfindungsprozess  

Schritt 3: Charakterliche Eigenschaften und Fähigkeiten für den langfristigen Erfolg des Selbstfindungsprozesses

Wir möchten keinen der Punkte vernachlässigen und dir das grundlegende Handwerkszeug der Selbstfindung mit an die Hand geben. Der Beitrag kann und wird für sich allein stehen.

Viele Methoden können und sollten jedoch noch weiter beleuchtet werden. Möchtest du in gewisse Thematiken tiefer eintauchen, haben wir für viele dieser Punkte weiterführende und umfangreiche Beiträge geschrieben.

Nun jedoch genug. Lass uns starten!

Zu sich selbst finden Schritt 1: Der Status Quo – Reflexion deines jetzigen Ichs und wo du im Leben stehst

Im ersten Schritt steht der aktuelle IST-Zustand im Vordergrund. Um zu sich selbst zu finden ist eine umfangreiche Selbstreflexion der Persönlichkeit notwendig – also zu ermitteln, wer du als Person bist. Was für ein Charakter bist du? Was ist dein Weltbild? Was sind deine Werte? Was sind deine Stärken und Schwächen?

Wir möchten diesen Fragen auf den Grund gehen, was dich als Person ausmacht. Folgende zwei Schritte können dich deiner Antwort näher bringen.

1. Selbstreflexion: Erkenne deine Werte und definiere dein Weltbild

Zuerst  – um auch die nächsten Schritte für dich einfacher zu gestalten – möchten wir uns der Methodiken der Selbstreflexion widmen. Es geht darum, sich wichtige Fragen zu beantworten, die einem mehr Aufschluss geben können. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Art und Weise die Welt zu sehen. Wir unterscheiden uns in unseren Eigenschaften, Fähigkeiten, Werten und was uns wichtig ist.

Dabei ist regelmäßige Selbstreflexion ein zentraler Schlüsselfaktor der Selbstfindung, der von dir beachtet werden muss. Selbstreflexion ein mentaler Prozess, der darauf abzielt seine eigenen Gedanken, Gefühle und Ideen mithilfe von Denken, Nachforschen und Argumentation zu erklären. 

Wie auch in vielen der nächsten Schritte ist es ganz bewusster (Konfrontations-)Prozesse mit deinen Empfindungen und der eigenen Person. Ein wichtiger Schritt, um sich selbst zu finden, ist genau dies zu erkennen. Was macht dich als Person aus und was unterscheidet dich von anderen?

Wir haben dir eine große Auswahl vieler wichtiger Fragen zusammengestellt. Doch womöglich findest du auch noch andere oder weiterführende Fragen, die du dir stellen kannst. Nutze es also auch als Gedankenanstoß und Inspiration, um weitere solcher Fragen zu finden.

Ganz wichtig ist es hierbei, dass du dir die Fragen ganz ehrlich beantwortest – so wie du wirklich bist oder die Welt siehst und nicht wie du es dir selber wünschst. Gerne kannst du es auch mit einer dir verbundenen Person machen – einer, der du vertraust. Auch sie kann dir diese Fragen beantworten oder einen positiven Input geben.

  • Was ist dir im Leben wirklich wichtig?
  • Was möchtest du in deinem Alltag vermeiden?
  • Welche sind die Werte, für die du einstehst und die dir wichtig sind?
  • Was für Stresssituationen begegnen dir im Leben?
  • Wann verspürst du Ungerechtigkeit?
  • Wie möchtest du dein Leben gestalten?
  • Was für Wünsche hast du?
  • Was bedeutet für dich Freiheit und wann verspürst du diese?
  • Welche Ängste und Unsicherheiten trägst du in dir?
  • Wie stellst du dir deine Zukunft vor?
  • Was für Beziehungen und Freundschaften möchtest du pflegen?
  • Auf was bist du in deinem Leben wirklich stolz oder dankbar?
  • In welchen Werten, Eigenschaften und Fähigkeiten unterscheidest du dich von anderen?
  • Worin bist du besser als andere? Worin wirst du ab und zu kritisiert?
  • Was erfüllt dich im Leben – freizeitlich, beruflich, familiär, freundschaftlich?

Deine Werte können aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen stammen. Zu allem was dich im Leben tangiert, kannst du eine persönliche Wert- und Weltvorstellung haben. 

Finde deine Werte und Prioritäten, wofür du als Mensch einstehen möchtest. Erkennst du dies für dich, machst du einen riesigen Schritt in die richtige Richtung, um dich selbst finden zu können.

Erst wer es schafft sich in gewissermaßen zu reflektieren, schafft es auch zu sich selbst zu finden. Dies bedeutet nicht, dass du von Selbstreflektiertheit erfüllt sein musst, jedoch zu diesen Bereichen deiner Persönlichkeit einen Zugang aufbaust. Es öffnet dir die Tür, dass du erkennst, wer du wirklich bist.

Empfehlung von DailyMentor

Selbstreflexion lässt sich auch noch durch weitere verschiedene Methoden ausüben. Falls du noch tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest, möchten wir dich auf unseren Beitrag dazu verweisen. Selbstreflexion ist eine ganz zentrale und umfangreiche Fähigkeiten, die erlernt werden kann und im weiteren Selbstfindungsprozess regelmäßig ihre Überschneidungspunkte mit anderen Thematiken hat. Aus diesem Grund wollen wir ganz explizit auf die Methoden der Selbstreflexion verweisen.

2. Akzeptanz und Selbstliebe: Sei du selbst – mit all deinen Ecken und Kanten 

In diesem Punkt geht es nun darum dein Bild, welches du von dir erlangt hast, bewusst zu sehen und auch zu akzeptieren. Du siehst dich – und zwar als die wundervolle und besondere Person, die du bist. Es sind die Eigenschaften Selbstliebe und Akzeptanz, die hier ihren Anklang finden. 

Wenn du dir für den ersten Punkt der Selbstreflexion sorgfältig Zeit genommen hast, liegt mittlerweile eine Menge Arbeit hinter dir. Gewisse Sachen kanntest du bereits an dir – andere hingegen vielleicht noch nicht. Du hast deine Stärken, Fähigkeiten, Sichtweisen und positiven Eigenschaften erkannt, aber vermutlich auch gewisse Schwächen und „persönliche Baustellen“.

Doch dies ist kein Grund an dir zu zweifeln. Kein Mensch ist perfekt und jeder besitzt seine Ecken und Kanten. Erst das macht uns zu einzigartigen Individuen. Anstatt diese auf Biegen und Brechen ändern zu wollen, ist es eine ganz tolle und bewundernswerte Eigenschaft diese Dinge an sich anzuerkennen und zu akzeptieren.

Bedenke, dass wir stets unser größter Kritiker sind. Wir reden uns manchmal schlechter und machen uns kleiner als wir in Wirklichkeit sind. Die Eigenschaft (Selbst-)Akzeptanz ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Selbstliebe, sondern auch ein bedeutsamer Baustein für den Selbstfindungsprozess.

Selbstliebe und Akzeptanz öffnen dir eine Tür, dass du anerkennst, wer du wirklich bist – und dass du dich lieben darfst. Es ist ein beachtlicher Schritt in deiner persönlichen Entwicklung, dass du dich so wahrnimmst, wie du bist – und auch wertschätzt.

Sei du selbst. Akzeptiere und liebe dich, wer du bist und wie du bist. Du bist gut so – mit all deinen Stärken und Schwächen.

Empfehlung von DailyMentor

Auch zu diesem Punkt möchten wir dich auf unsere zwei Beiträge hinweisen. Wir haben einen Beitrag mit Übungen der Selbstliebe verfasst, sowie einen über das Thema Akzeptanz lernen. Vielleicht helfen dir unsere Artikel diese Fähigkeiten zu stärken.

Du bist dir nun ein Stückchen näher gekommen und hast hoffentlich erkannt, wer dein jetziges Ich ist und wo du im Leben aktuell stehst. Du hast dich im ersten Punkt reflektiert, erkannt, wer du bist, dein Wert- und Weltbild entwickelt. Im zweiten Punkt hast du genau diese Ergebnisse bewusst wahrgenommen und mit Hilfe von Selbstliebe und Akzeptanz angenommen und gestärkt.

Um nochmal wiederholend zu sagen, ist dies ein langer und müßiger Prozess, der dich Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre kosten wird. Doch so geht nicht nur dir. Erkenne und frage dich regelmäßig wer du wirklich bist mit genau diesen drei zentralen Fähigkeiten und Methoden: Selbstreflexion, Selbstakzeptanz und Selbstliebe.

Zu sich selbst finden Schritt 2: Proaktive Handlungsmethoden für den Selbstfindungsprozess

Im zweiten Schritt geht es nun darum, dass wir auf den erarbeiteten Ergebnissen aus Schritt 1 weiter aufbauen. Zu sich selbst finden ist ein progressiver Prozess. Das heißt, dass man nicht nur erkennt, wer man im Jetzt ist, sondern auch wer man in der Zukunft sein will.

Der, der erkennt, wer er ist, hat die Möglichkeit sich zu entscheiden, wer er sein will.

Ein schwieriger Satz, doch ein ganz entscheidender für die Selbstfindung. Es ist die halbe Miete, wenn man erkennt, wer man im jetzigen Zeitpunkt ist. Es heißt jedoch noch nicht, dass man zu sich selbst gefunden hat.

Aus diesem Grund beschäftigen wir uns jetzt nicht mehr mit der Reflexion deines jetzigen Ichs, sondern wollen nun den Blick nach vorne richten – in die Zukunft.

1. Schaue über den Tellerrand – Leben außerhalb der Komfortzone

Ein wichtiger Punkt, um sich selbst zu finden, ist das Ablegen von gewissen Prinzipien. Erfahrungen, Erlerntes, Regeln, Normen, aber auch die Erziehungen und der soziale Kontakt zu anderen haben uns gelehrt, was „gesellschaftlich richtig“ ist.

Wir sprechen nun nicht von Gesetzesbrüchen, Dingen, mit den du anderen Leuten schaden könntest o.Ä., aber trotzdem: Wie oft haben wir es gehört oder es zu uns selbst gesagt:

  • Das darf so nicht.
  • Das soll so nicht.
  • Das geht so nicht.

Aber wieso? Mit gemachten Erfahrungen im Leben bauen wir uns einen Rahmen von Restriktionen und (Verhaltens-)Regeln. Es sind die Ansichten, die uns sagen, wie wir Karriere machen, wie wir Freundschaften und Beziehungen pflegen, wie wir unsere Freizeit gestalten, wie und was wir lernen sollen, wie wir unser Geld ausgeben/investieren etc. Dieser Rahmen “bestimmt” wie wir unser Leben führen (sollen).

Einige dieser Prinzipien haben ihre Daseinsberechtigung, doch trotzdem sollten wir nicht alles für bare Münze nehmen. Nicht alles sollte sich in unserem Kopf so fest zementieren.

Um zu sich selbst zu finden, muss man auch seine Scheuklappen ablegen. Es gehört dazu nach links und rechts zu schauen und zu erkunden, was sich hinter „diesem Vorhang“ verbürgt. 

Es ist Zeit über den Tellerrand zu schauen und was das Leben so alles bieten kann. Viele Grenzen hat sich jeder von uns ganz unbewusst gesetzt und diese sollte man unter die Lupe nehmen.

Keiner zwingt dich nach einem bestimmten Muster zu leben. Wer weiß, ob dieser Rahmen, in dem du dich bewegst, ausreicht um sich selbst zu finden? Teste deine Grenzen und schaue, wo dein Potenzial liegt.

Erst wer den Mut hat Neues zu entdecken, kann auch mehr über sich selbst erfahren. Du bringst dich in neue, unbekannte Situationen. Du wirst dich lebendig fühlen und viele neue Dinge erfahren – und dabei lernst du auch viel über dich.

Und weißt du was? Fehler und Enttäuschungen werden dabei wahrscheinlich nicht ausbleiben. Doch anstatt, dass du dich von diesen ausbremsen lässt, kannst du es als Lektion sehen. Denn auch negative Erfahrungen bringen dich in deinem persönlichen Wachstum weiter.

Du bist es dir wert dich und neue Dinge zu erkunden! Ein wenig zögerlich kann man am Anfang sein, doch wenn du erstmal auf den Geschmack gekommen bist, kannst du merken wie wertvoll diese Erfahrungen für deine eigene Person sein können.

Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.

Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller Tweet

2. Erkenne deine Lebensziele und -aufgaben

Nicht nur unsere charakterlichen Eigenschaften und Fähigkeiten machen uns zu dem wer wir sind. Es sind auch unsere Taten, die uns bezeichnen können.

„Taten sprechen mehr als Worte.“ Ein Mensch definiert sich auch darüber, was er im Leben tut und welche Aufgaben und Ziele er dabei verfolgt.

Persönliche Lebensziele und -aufgaben können einen zu sich selbst finden lassen – oder den Selbstfindungsprozess unterstützen. Menschen wollen nicht nur „vor sich hinleben“. Sie wollen etwas bewegen – etwas mit ihrem Leben anstellen und am Ende etwas hinterlassen.

Den Charakter kann man auch aus den kleinsten Handlungen erkennen.

Lucius Annaeus Seneca ( -65. n Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Lebensziele und -aufgaben sind übergeordnete Anforderungen, die man anstreben möchte. Sie können das Denken und Handeln beeinflussen. Sie beeinträchtigen grundlegend, wie wir unser alltägliches Leben definieren und strukturieren – manchmal auch ohne, dass es uns selber bewusst ist.

Jede deiner Handlungen verfolgt ein Ziel oder eine Aufgabe. Genauso wie deine kurzfristigen Ziele und Aufgaben dein temporäres Handeln beeinflussen – manchmal nur ein paar Sekunden, Minuten oder Stunden – können Lebensziele eine gewisse Grundrichtung für dein Leben ausgeben. Sie sind der Antrieb unseres Alltags.

Lebensziele können aus jeglichen Bereichen deines Lebens kommen. Dabei gibt es keine Einschränkungen. Aus folgenden Bereichen können sich Lebensziele ableiten:

  • Familie
  • Liebe
  • soziales Umfeld und Freundschaften
  • persönliche Weiterentwicklung, Fähigkeiten
  • Erfahrungen, Abenteuer und andere Erlebnisse
  • intellektuelle Weiterbildung
  • Spiritualität, Religion
  • Beruflich
  • Freizeit, Sport, Hobby
  • Finanzen, Besitz, materielle und immaterielle Wünsche

 Nicht aus jedem Lebensbereich musst du für dich Lebensziele und -aufgaben erarbeiten. Genauso wird manch ein Bereich wichtiger sein als andere. Doch es ist bedeutend seine persönlichen Lebensziele zu erforschen und zu erkennen. Zu sich selbst finden bedeutet nämlich auch zu erkennen, was man mit seinem Leben anstellen will.

Empfehlung von DailyMentor

Was genau Lebensziele sind, welche Auswirkungen sie haben und wie du sie finden kannst, haben wir in einem gesonderten Beitrag festgehalten. Ähnlich wie in diesem Beitrag wirst du viele praktische Methoden finden, wie du deine Lebensziele finden kannst.

3. Sich selbst finden durch Momente des Anhaltens und Alleinseins

Wer zu sich finden will, muss zwischendurch anhalten – sich selber stoppen. Viele haben einen stressigen Alltag. Viele von uns sind ständig beschäftigt und abgelenkt. Dem Geist schenken wir dabei viel zu selten seine Pausen.

Um den stressigen Gedanken zu entfliehen, reagieren manche Menschen mit vorschnellen Käufen, dem schnellen Griff zum Smartphone, erhöhtem Fernsehkonsum oder dem Drang nach Bestätigung von außenstehenden Personen. All das nur, um sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Diese Ablehnung vor der Beschäftigung mit sich selbst mündet aus der Angst, sich mit seinen (negativen) Gedanken auseinandersetzen zu müssen. So lenken Sie sich immer weiter ab.  

Das hört sich jetzt härter an, als es gemeint ist: Doch wer zu sich selbst finden will, muss sich selbst aushalten können – und das in kompletter Ruhe und ohne Ablenkungen. So, dass du nur dich selbst konfrontierst. Dich und deine Gedanken.

So erkennst du den Hauptzustand deiner Persönlichkeit, der hinter deinen Gedanken und Verhaltensweisen steckt und wirst so mit all deren Facetten vertraut.

Einige dieser Gedanken stammen aus dem Buch „Ein neues Ich“ von Dr. Joe Dispenza, welches genau diese Methode genauer beleuchtet und deinen Selbstfindungsprozess unterstützen kann. Dieses Buch können wir dir sehr empfehlen.

In der Ruhe finden wir uns selbst und alle unsere verborgenen Schätze.

Wolfgang Lörzer, deutscher Pädagoge und Autor Tweet

Bis ins 18./19. Jahrhundert wurde Alleinsein als Privileg anerkannt. Dieser Status wurde als Möglichkeit von spirituellen Erlebnissen und besonderen Erfahrungen gesehen. Heutzutage wird es schnell als etwas Negatives gesehen und einige versuchen es zu vermeiden. Doch dabei wurde es wissenschaftlich belegt, dass Alleinsein dem Menschen und Geist guttun kann.

Gehe auf Konfrontationskurs mit dir selbst. Lege das Smartphone und andere Ablenkungen zur Seite und versuche deine Geräuschkulisse auf das Minimum zu reduzieren. Setz dich hin und nimm dich selbst wahr.

  • Wie geht es dir wirklich?
  • Was spürst du in deinem Körper?
  • Wie fühlst du dich in dem Moment, wenn du nichts tust?

Versuche dich selber zu fühlen, bemerke deine Gedanken und spüre deinen Körper. Was sagen sie zu dir? Nehme deine Empfindungen und Gefühle bewusst wahr. Sie sind die Zeichen deiner Person, die nun an die Oberflächen gelangen. Flüchte nicht vor ihnen oder versuche sie wegzuschieben. Stattdessen nehme sie in ihrem Sein wahr und durchfühle deine Emotionen.

Zu sich selbst finden erklärt durch ein Feld bezeichnend für die innere Ruhe
Zu sich selbst finden kann man in Momenten der kompletten Ruhe und des Anhaltens.

Du wirst selber bemerken, wie du zwischenzeitlich mit den Gedanken von den obenstehenden Fragen abschweifst und über andere (alltägliche) Dinge nachdenkst. Das beschäftigt dich und lenkt dich von der Übung ab. Versuche diese aufgekommenen Gedanken zu unterbinden. 

Diese Übung kann einem schwerfallen – vor allem, wenn man sie die ersten Male macht. Doch lerne dich selbst kennen und bringe dich bewusst in eine Zeit des Alleinseins ohne Ablenkungen. Tauche ein in die Gedanken- und Gefühlswelten zu deiner eigenen Person. Gehe auf deine persönliche Erkundungstour und stärke so deinen Selbstfindungsprozess.

Zu sich selbst finden Schritt 3: Charakterliche Eigenschaften und Fähigkeiten für einen langfristigen Erfolg des Selbstfindungsprozesses  

Nach nun vielen praktischen Ratschlägen und Methoden, möchten wir noch auf charakterliche Eigenschaften und Fähigkeiten eingehen, die deinen Selbstfindungsprozess langfristigen unterstützen können.

Die richtige Herangehensweise, aufbauend auf (Selbst-)Vertrauen und der richtigen Einstellung, entscheidet wie sehr man sich dem Zugang zur eigenen Person gewährt. Es ist der Umgang mit einem selbst. Diesen wollen wir stärken.

1. Gib dir Zeit – Vertraue dem Prozess und sei geduldig

Zuerst wollen wir dich nochmal daran erinnern, dass zu sich selbst finden ein langer Prozess sein kann. Jeder muss seine Erfahrungen sammeln und aktiv auf die Suche seiner eigenen Person gehen. Vertraue diesem Prozess und gehe mit dir nicht allzu hart ins Gericht.

Sei geduldig mit dir, ganz nach dem Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“. Schenke dir und der Entwicklung das nötige Vertrauen und gehe mit einer gewissen Gelassenheit an die Sache. Sei nicht zu verbissen und genieße das Leben in vollen Zügen – jeden Tag.

2. Lass die Vergangenheit hinter dir

Alles, was du erlebt hast, hat dich zu dem gemacht, wer du heute bist – egal, ob es die negativen oder positiven Erfahrungen waren. Alles davon hat seinen Platz – und zwar in deiner Vergangenheit.

Jeder trägt Laster mit sich: schlechte Erfahrungen, Enttäuschungen, Beziehungen mit Menschen, die einen aufgehalten haben und vieles weiteres. Diese Erinnerungen können schnell in Selbstzweifel und -vorwürfen resultieren.

Du kannst nicht das nächste Kapitel deines Lebens beginnen, wenn du ständig den letzten Abschnitt wiederholst.

Michael McMillan, britischer Dramatiker und Künstler Tweet

Es ist ein großer mentaler Schritt seinen Umgang mit diesen Erfahrungen zu ändern. Anstatt dass man sich von diesen Teilabschnitten seiner Vergangenheit aufhalten lässt, lernt man sie zu akzeptieren. 

Sie sind ein Teil des Lebens – des vergangenen Lebens. Doch der Blick liegt nun in Richtung Zukunft. Lass dich nicht von deiner Vergangenheit aufhalten, wenn du auf der Suche nach dir selbst bist.

3. Stärke die Beziehung zu dir selbst

Stell dir vor, die Beziehung zu dir selbst wäre eine zwischen zwei Menschen: Wann habt ihr euch das letzte Mal umarmt? Euch gesagt was ihr euch bedeutet und ihr für einander empfindet? Euch umeinander gesorgt, gegenseitig überrascht oder euch was gegönnt?

Die Basis und eine wichtige Eigenschaft für eine gute Beziehung ist Achtsamkeit. In einer Beziehung hört man dem anderen Menschen zu, schaut sich an, spricht zu ihm und schätzt die gemeinsame Zeit. Genau die Wertschätzung, die du deinem Partner schenkst, solltest du auch dir schenken. Stärke die Beziehung zu deiner eigenen Person.

Gerade dann, wenn du zu dir selbst finden möchtest, schätze genau diese achtsamen Momente. Erkenne in deinem persönlichen Selbstfindungsprozess auch die kleinsten Erfolge und sei stolz auf dich. So etwas ist Balsam für die Seele, kann dich motivieren und zeigt dir wie weit du schon auf deinem Weg gekommen bist.

4. Steh für dich ein, beeindrucke dich selbst und übernimm die Verantwortung

Wer zu sich selbst finden will, will sich in seiner eigenen Haut wohlfühlen, will ein glücklicheres und erfüllteres Leben, will wissen, wer er selber ist. Dieser Fakt macht dir erkenntlich, für wen du diesen Prozess bestreitest: für dich und keinen anderen!

Übernehme die Verantwortung für dich selbst. Es klingt schon fast egoistisch, doch wenn du zu dir selbst finden möchtest, solltest du es keinem anderen recht machen müssen. Selbstfindung ist ein ganz individueller Prozess, für den jeder selbst einstehen muss.

Mach in dieser Entwicklung nicht das, was andere von dir erwarten, sondern gehe deinen Erwartungen nach. Verantwortung übernehmen bedeutet, dass du so denkst und handelst, wie du es für dich am besten hältst. 

Dabei sollte es keine Rolle spielen, was andere von dir denken. Versuche niemand anderes zu beeindrucken. Stattdessen beeindrucke dich selbst. Deinem Umfeld wird auch dies positiv auffallen.

Gut gemeinten Ratschlägen sollte definitiv Gehör geschenkt werden, doch du bist der Entscheidungsträger und dabei muss es dir gut gehen. Das bist du dir immer wert!

5. Positives Mindset

Gedanken können Berge versetzen. Die Einstellung und Sichtweise, wie wir gewisse Situationen betrachten, ist ausschlaggebend für deren Erfolg.

Wer denkt, dass er verliert, sollte sich auch nicht wundern, wenn er verloren hat. Es gibt unzählige Geschichten, die dir aufzeigen können, dass es die positive Einstellung ist, die darüber entscheidet, inwiefern wir unser Potenzial ausschöpfen können.

Ein positives Mindset bedeutet eine optimistische Grundhaltung zu haben, Herausforderungen mutig entgegenzutreten, nicht aufzugeben und immer einen Weg zum Ziel zu finden.

Vertraue deiner Person, deinen Fähigkeiten und Stärken. Vertraue all dem Positiven in deinem Leben. Wer will, der kann! Wir wissen, dass du es kannst und dein Ziel, zu dir selbst zu finden, erreichen wirst.

Auf der Suche nach mir selbst habe ich viele Wege beschritten. Auf der Suche nach mir selbst habe ich immer wieder Mosaiksteinchen entdeckt. Nun liegt ein Haufen Steinchen vor mir, von denen ich weiß, dass sie zu mir gehören. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: die Steinchen zu einem schönen Bild zusammenzusetzen.

Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin Tweet

Unterdrückte Wut zulassen? 5 Tipps, wie du mit deiner negativen Energie umgehen kannst

Unterdrückte Wut zulassen beschrieben mit einem Lavaausbruch

Wie oft hast du schon deinen Ärger und Kummer heruntergeschluckt, nur um dann zu merken, dass es in deinem Inneren immer weiter hochkocht? Doch was ist die Lösung dafür? Soll man seine unterdrückte Wut zulassen oder sie weiter in sich schmoren lassen und versuchen damit klarzukommen?

Wie bei vielen Problemen gibt es natürlich kein Allheilmittel oder nur die eine Lösung, aber eines ist sicher: Langfristig unterdrückte Wut kann deinem Körper und Geist schaden. Wie genau es dich schädigt und welche Strategien du entwickeln kannst, um mit deiner Wut umzugehen, erfährst du in diesem Artikel.

Was macht unterdrückte Wut mit dir und deinen Mitmenschen

Unterdrückte Wut kann dein Leben vielfältig beeinflussen, ohne dass du es selbst merkst. So hat sie merklichen Einfluss auf deine zwischenmenschlichen Beziehungen, da du deinen Ärger und deine Probleme nicht richtig zur Sprache bringst. So ein Verhalten kann sich dann schnell negativ auf die Freundschaften auswirken. Man neigt zu unnötiger passiven Aggressivität, ist nervös und unausgeglichen.

Psychisch ist es eine der Begleitursachen für Angstattacken und Depressionen. Außerdem kann chronisch unterdrückte Wut dich auch gesundheitlich beeinträchtigen. So wurde medizinisch eine Verbindung von Wut zu gesundheitlichen Problemen wie hohem Blutdruck, Herzleiden, Kopfschmerzen und Hautirritationen festgestellt.

Woher kommt die unterdrückte Wut

Der Hang zur unterdrückten Wut ist oft eine unbewusste Entscheidung, die wir oft schon als Kind getroffen haben. Man hat sich also im Kindesalter dafür entschieden, “immer glücklich und positiv zu sein”. Anstatt sich mit seinen negativen Emotionen auseinander zu setzen, gibt es einige Menschen, die sich diesen lieber verschließen. Sie haben auch oft Probleme mit ihren Enttäuschungen und Ängsten klarzukommen. Diese Eigenschaften sind stark mit der eigenen Persönlichkeit verknüpft.

Manche Menschen unterdrücken aber ihre Wut und ihren Ärger bewusst. Abhängig davon in welchem Elternhaus man aufgewachsen ist, wurde einem der Umgang mit dieser negativen Energie anders beigebracht und vorgemacht. Manch einer wuchs in einem Haushalt auf, wo Probleme klar und mitunter auch lautstark mitgeteilt wurden. Andere wiederum sind in Familien aufgewachsen, die Probleme lieber unter den Teppich gekehrt haben.

Egal, ob man seine Wut bewusst oder unbewusst unterdrückt, der Grund dafür ist eine falsche Einstellung zu negativen Emotionen. Negative Emotionen werden unter allen Umständen vermieden, haben aber in Wirklichkeit genau so ein Existenzrecht wie positive Emotionen. Sie müssen auch ausgelebt werden und dürfen nicht ignoriert werden.

Unterdrückte Wut zulassen beschrieben durch Essen auf einem Tisch
Menschen haben viele (leider auch ungesunde) Strategien entwickelt, mit ihrem Ärger klarzukommen.

Warum wir unterdrückte Wut zulassen müssen

Du kennst bestimmt Menschen, die von sich behaupten, sie würden “eigentlich nie sauer werden”. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie nie Wut empfinden. Es beschreibt lediglich, wie sie mit dieser umgehen. Sie denken sie verspüren keine negativen Gefühle wie Wut o.ä., doch in Wahrheit könnte es eine persönliche innerliche Angst sein solch unangenehme Gefühle zu konfrontieren. Stattdessen schauen sie über „dieses Problem“ hinweg – als würden sie es nicht sehen wollen. Sie wollen sich nicht mit diesen Gefühlen befassen.

Natürlich ist es auch nicht immer richtig wegen jeder Kleinigkeit an die Decke zu gehen. Den richtigen Mittelweg zu finden ist nicht immer leicht. Dennoch neigen die meisten dazu ihre Wut zu unterdrücken, ohne es zu merken.

Menschen, die ihre Wut und ihren Ärger unterdrücken, neigen häufig zu bestimmten Verhaltensmustern, um mit ihrem Stress klarzukommen. Diese Verhaltensweisen sind oft ungesund und können den Ärger kurzfristig vergessen lassen. Dazu gehören bspw. erhöhte Essenslust auf Süßigkeiten und andere Snacks, exzessiver Genuss von Alkohol oder Zigaretten, sowie das Aufschieben seiner Pflichten. Bei diesen Sachen wird dafür gesorgt, dass es einem für kurze Zeit besser geht, ohne dass man sich seinen Problemen wirklich widmet.

Anzeichen für unterdrückte Wut

Nicht jeder Mensch merkt, dass er seine Wut wirklich unterdrückt. Die unterdrückte Wut  beeinflusst vielfältig sein Leben, aber dieser Einfluss kann darauf nicht einfach zurückgeführt werden. In der folgenden Liste siehst du einige Anzeichen dafür, dass du deine Wut unterdrückst. Es muss nicht jedes Anzeichen auf dich persönlich zutreffen, genauso wenig sind es keine absoluten Indikatoren. Das bedeutet, auch wenn einige dieser Verhaltensmerkmale sich bei dir widerspiegeln, muss es nicht zwangsweise heißen, dass du unter diesem Problem leidest:

  • Du bist nie sauer, aber hast oft leichte Depressionen.
    Anstatt deinen Ärger nach außen zu tragen, blockst du deine negativen Emotionen. Das geht über längere Zeit auf deine Psyche, da du deinen Ärger “nach innen” drängst.
  • Dich regen kleine Sachen übermäßig auf.
    Dein Partner hat vergessen, Milch zu kaufen oder im Straßenverkehr hat jemand nicht geblinkt? Wenn du dich bei diesen Sachen übermäßig aufregst, liegt es oft daran, dass deine unterdrückte Wut ein Ventil sucht und du diese kleinen Probleme nutzt, um Energie herauszulassen.
  • Du besitzt nervöse Ticks.
    Menschen mit unterdrückter Wut neigen oft zu nervösen Lastern wie Nägelkauen oder das Aufbeißen der Lippen.
  • Man wirft dir passiv aggressives Verhalten vor.
    Da du deinen Ärger nicht Luft machst, benutzt du mehr indirekte Arten, deinen Frust herauszulassen. Dazu gehört bspw. auch nett zu Menschen zu sein und hinterher über sie zu lästern.
  • Du neigst zu Suchtproblemen.
    Diese Sucht muss nicht etwas mit Alkohol oder anderen Drogen zu tun haben. Dazu gehört auch Kaufsucht, übermäßiges Sport treiben und auffälliges Essverhalten wie bspw. viel Fast Food oder Süßigkeiten.
  • In den seltenen Fall, dass du sauer wirst, explodierst du.
    Wenn man seine Wut nicht regelmäßig rauslässt, kann sie sich immer weiter aufstauen. Wenn dann der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt, kommt deine gesamte negative Energie auf einmal heraus.

5 Tipps, die dir helfen, deine unterdrückte Wut zulassen zu können

Deine unterdrückte Wut in dem richtigen Maß zuzulassen ist keine einfache Tat. Deswegen müssen wir lernen mit unseren Problemen und Stress richtig umzugehen. Wir stellen dir unsere fünf besten Tipps vor, wie du mit deiner Wut und negativen Energie proaktiv umgehen und letztendlich in positive Energie umwandeln kannst.

1. Lerne mit Ärger und Wut umzugehen

Das größte Problem, wenn man seine Wut normalerweise unterdrückt, ist zu lernen, wie man korrekt in diesen Momenten der Wut umgehen sollte. Merke die physischen Anzeichen an dir, wenn du kurz davor bist zu explodieren. Dein Kopf wird wärmer, dein Herzschlag steigt und dein Körper verkrampft sich. Mit dieser Wut klarzukommen ist nicht einfach und es gibt viele verschiedene Techniken – zusammengefasst unter dem Thema “Anger Management” – mit denen man dieser Lage Herr werden kann.

Eine Möglichkeit um seinen Ärger herunterzuschlucken, ist es langsam bis zehn zu zählen und dabei ruhig ein- und auszuatmen. Ich weiß, das ist in vielen Situationen sehr schwer, aber es sollte dir helfen deine Gedanken zu ordnen und das Problem klarer zu sehen

2. Regelmäßiger Sport

Der Körper des Menschen ist für regelmäßige körperliche Ertüchtigung gemacht. Es ist unser Werkzeug Adrenalin aufzubauen und herauszulassen. Bist du dieses Adrenalin durch den Sport mehr gewöhnt, ist dein Körper nicht mehr überfordert, solltest du das gleiche Gefühl durch Wut bekommen. Dabei sollst du es nicht benutzen, um dich abzureagieren, sondern es stattdessen in deinen Alltag als Gewohnheit mit einbauen.

Der Ärger ist als Gewitter, nicht als Dauerregen gedacht; er soll die Luft reinigen und nicht die Ernte verderben.

Ernst R. Hauschka (1926-2012), deutscher Philosoph Tweet

3. Finde einen gesunden Weg deine Wut herauszulassen

Jeder Mensch sollte eine eigene Methode entwickeln, wie er am besten seine Wut herauslässt. Wichtig ist hierbei, dass du Wut nicht mit Gewalt verwechselst. Menschen sind in diesen emotionalen Momenten ihrer Wut von ihren negativen Gefühlen geleitet und oft nicht objektiv und rational. Deswegen solltest du versuchen, dich wenn möglich kurz zurückzuziehen. Mir persönlich hilft es den Ärger physisch aus mir herauszulassen, indem ich in mein Kissen schreie.

4. Mache dich selbst nicht mehr runter

Viele Menschen verstecken ihre Wut in negativen Gedanken, die sich an sich selbst richten. Sie machen sich selbst runter oder beleidigen sich. Versuch diese Gedanken ins Positive zu wandeln. Dadurch verhinderst du, dass deine Wut dich in deinem Kopf auffrisst. Regelmäßige positive Affirmationen können langfristig verhindern, dass du deine Wut und Frustration nach innen auf dich leitest, sondern nach außen bringst. Wenn sich deine Wut gelegt hat, solltest du dir etwas Gutes tun, um deinen Tag wieder ein wenig aufzubessern.

5. Wut ist eine normale Emotion, die ihren Platz verdient

Der letzte Tipp, den wir dir geben können, ist das richtige Verständnis, was Wut überhaupt ist. Wut ist genauso eine Emotion wie Freude, Trauer und Enttäuschung. Sie hat genauso einen Platz in deinem Alltag wie jedes andere Gefühl. Erst wenn wir diese Wut aus unserem Körper versuchen zu verbannen, machen wir sie zu einem Problem – wir sollten also eine bewusste Entscheidung der Wut zulassen.

Wut ist ein Gefühl, dem man genau zuhören sollte. Sauer sein ist ein normales menschliches Verhalten. Erst wenn man das versteht, kann man lernen mit seiner Wut umzugehen.

 

Unterdrückte Wut ist ein schwieriges Thema. Viele Menschen, die dieses Problem haben, wissen es meistens gar nicht. Darüber hinaus ist es eine Eigenschaft, die wir in unserer Kindheit mit ins Erwachsenendasein nehmen. Diese Gewohnheit zu brechen, erfordert viel Disziplin und Durchhaltevermögen. Dennoch denken wir von DailyMentor, dass man an jedem Problem in der Persönlichkeit arbeiten kann – egal welches Problem oder in welchem Alter.

Kennst du Menschen, die ihre Wut nicht richtig ausdrücken können? Wann hast du dich das letzte Mal dich über eine Nichtigkeit aufgeregt, nur um zu merken, dass du eigentlich ein ganz anderes Problem hast? Über deine Gedanken und Kommentare würden wir uns sehr freuen.

Lebensziele finden: Mit diesen Methoden erkennst du sie!

Lebensziele finden beschrieben durch einen Lichtkegel im Wald

„Wenn ich mal groß bin…“, so begann ein ums andere Mal der Satz eines Kindes. Lebensziele finden – als Kind schien es so einfach. Mit großen Kinderaugen und einer Prise kindlicher Naivität erträumten wir uns als Kinder, was wir später alles erreicht, erlebt und gesehen haben werden. 

Doch im natürlichen Prozess des “Erwachsenwerdens“ verliert man schnell das Gefühl alles schaffen zu können – als würden wir ein wenig den Mut verlieren unseren Zielen nachzugehen. Dabei wäre genau dieser kindliche “Leichtsinn“ auch im späteren Alter wünschenswert, um seine Lebensziele zu finden und nach ihnen zu streben.

In diesem Artikel widmen wir uns Lebenszielen. Was sind Lebensziele? Wie kann ich meine Lebensziele finden und was kann ich machen, um diese zu erreichen? Diese Fragen möchten wir gemeinsam beantworten.

Lebensziele finden: Warum es so wichtig ist

Ob kurz- oder langfristig – jeder Mensch benötigt Ziele im Leben. Ziele sind der Antrieb unseres Alltags, denn die meiste Zeit unseres Daseins arbeiten wir auf genau solche hin.

Der Ziellose erleidet sein Schicksal - der Zielbewusste gestaltet es.

Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph Tweet

Stell dir vor dein Leben ist ein Auto und du bist der Fahrer, der hinterm Lenkrad sitzt. Die verfügbare Zeit und Energie, sprich deine verfügbaren Ressourcen, sind der Treibstoff deines Autos. Soweit wärst du nun fahrbereit. Was jedoch fehlt, ist die Richtung. Um nun zu wissen, in welche Richtung du lenken sollst, um auch deinen (begrenzten) Treibstoff richtig zu nutzen, sind deine Lebensziele der Kompass, die dir die Richtung vorgegeben.

Wir möchten dir eine Geschichte von der Schwimmerin Florence Chadwick erzählen, die dir zeigt, was es bedeuten kann, wenn einem genau solche Ziele fehlen bzw. man sie nicht sehen kann:

Florence Chadwick stellte sich am Morgen des 4. Juli 1952 der Herausforderung von der US-amerikanischen Insel Catalina 34 Kilometer durch das offene Meer zur Küste Kaliforniens zu schwimmen. Sie war gut trainiert und war die erste Frau, die von beiden Seiten durch den Ärmelkanal zwischen England und Frankreich schwamm. Es gab keine Zweifel, dass sie an dieser Herausforderungen scheitern sollte. Das Wasser war eiskalt und an jenem Tag herrschte starker Nebel, sodass sie weder die Küste noch ihr Begleitboot richtig sehen konnte. 

Nach über 15 Stunden war Chadwick ganz versteift vor Kälte und bat ihre Trainerin und Mutter, dass man sie aus dem Wasser holen solle. Die zwei sagten ihr, dass sie nicht aufgeben solle und die Küste schon gleich da wäre. Florence Chadwick sah jedoch keine Küste - sie sah nur Nebel und kein Ziel. Sie gab 800 Meter vor dem Ziel auf.

Auf die Frage eines Journalisten, warum sie aufgegeben habe, antwortete sie: „Es war der Nebel. Wenn ich das Land hätte sehen können…“ Dieser Satz wurde weltberühmt und noch im selben Jahr schaffte sie die Strecke - ohne Nebel an jenem Tag.

Aus dieser kleinen Geschichte lässt sich gut erkennen, wie wichtig es ist seine Lebensziele zu finden und zu kennen. Lebensziele motivieren einen nicht nur. Sie bündeln deine Fähigkeiten und lassen dich über deine Grenzen gehen. Sie tragen sogar ihren Teil dazu bei, dass du zu dir selbst finden kannst. Du wirst dich selber überraschen, was so alles in dir steckt und wozu du wirklich fähig bist, wenn du nach deinen größten Wünschen und Visionen strebst.

Lebensziele, die du für dich erkennst, geben dir:

  • Sinn und Erfüllung im Leben
  • eine Richtung vor
  • Vorfreude, Begeisterung und Tatendrang für deine Zukunft
  • Entschlossenheit für die Dinge, die du wirklich willst

Wenn man seine Lebensziele kennt, heißt das nicht, dass man sich diesen immer 24/7 widmen muss, um auf diese hinzuarbeiten. Oftmals erreicht man mehrere Zwischenstationen des Erfolgs ehe man sein großes Lebensziel erreicht hat.

Daher geben dir Lebensziele eine umfassende Klarheit, Ausrichtung und Motivation für dein tägliches Handeln – selbst wenn wir es so meistens nicht bewusst wahrnehmen. Sie schenken jedem Menschen den Antrieb und Sinn des Lebens, denn jeder von uns hat die intrinsische Motivation sich zu verwirklichen, etwas zu erreichen und glücklich zu werden.  

Welche Bereiche decken Lebensziele ab?

Man kann in unterschiedlichsten Bereichen seine Lebensziele finden. Es gibt in dieser Hinsicht keine Eingrenzungen. Die einzige Voraussetzung, die erfüllt werden muss, liegt auf der Hand: deine Lebensziele betreffen dich persönlich.

Zu einem Großteil der hier aufgelisteten Dinge wirst du mit Sicherheit einen persönlichen Bezug finden. Aus diesen Lebensbereichen könnten deine Lebensziele stammen. Nicht alle Lebensbereiche werden ggf. dieselbe Wertigkeit für dich besitzen, jedoch berühren dich die meisten in deinem täglichen Leben. Aus folgenden Bereichen könnten deine Lebensziele kommen:

  • Familie
  • Liebe
  • sozialen Umfeld und Freundschaften
  • persönliche Weiterentwicklung, Fähigkeiten, Erfahrungen
  • intellektuelle Weiterbildung
  • Finanzen, Besitz, Materielles
  • Spiritualität, Religion
  • Wohltätigkeit
  • Beruf
  • Freizeit, Sport, Hobby 

Des Weiteren nehmen wir als Person in unserem Leben und Zusammensein mit anderen Menschen unterschiedliche Rollen ein. Auch darüber können sich Lebensziele ableiten. Deshalb ist es wichtig, sich einmal darüber klar zu werden, welche Rollen wir in unserem sozialen Umfeld innehaben und was das für uns bedeutet. Mitunter kannst du sein:

  • Vater, Mutter, Sohn, Tochter etc.
  • Angestellter, Chef, Auszubildender, Selbstständiger
  • Gläubiger, Atheist
  • Gemeindemitglied
  • Vereinsmitglied
  • Freund, Bekannter, Nachbar
  • Reisender, Naturfreund, Sportler

Es ist in der Hinsicht egal, ob deine Wünsche von materieller, immaterieller oder emotionaler Natur sind. Um dir ein wenig Inspiration zu geben, wie solch kleinere oder größere Lebensziele eigentlich lauten können, möchten wir dir ein paar Beispiele vorstellen. Gewisse Lebensziele können wiederkehrende Ereignisse sein, die du als eine Gewohnheit etablierst. Andere hingegen können einmalige Erlebnisse sein, die du einmal in deinem Leben gemacht haben möchtest. 

kleinere Lebensziele

Sport treiben und sich gesund ernähren.

Einmal die Polarlichter sehen.

Einen Baum pflanzen.

Jeden Tag einer geliebten Person etwas Gutes tun.

größere Lebensziele

Das Lieblngsauto kaufen.

Eine lange Reise über mehrere Wochen machen.

Eine erfüllte Beziehung führen und eine Familie gründen.

Ein eigenes Unternehmen aufbauen und sich selbstständig machen.

Lebensziele finden: Darauf solltest du achten

Jeder von uns war, ist und wird auf der Suche nach seinen Lebenszielen sein. Es ist ein stetiger Prozess im Leben. Ziele können sich ändern oder gar auflösen und stattdessen treten neue ins Leben. An gewisse Regeln sollte man sich erinnern, wenn man sich irgendwann erneut die Fragen stellt „Wer bin ich? Was will ich erreichen? Was sind meine Ziele in meinem Leben?“.

Greif nach den Sternen

Wer nicht auf der Suche nach einem normalen einfachen Leben ist, muss nach den Sternen greifen und sich hohe Ziele setzen. Erst wer über den Tellerrand hinausschaut, kann sehen, was das Leben so alles bieten kann. Dabei erfahren wir viel über uns selbst und können noch unentdeckte Seiten an uns erkennen – ein wichtiger Schritt in einem Selbstfindungsprozess. Wer nie über seine Grenzen geht, wird vermutlich nie sein ganzes Potenzial ausschöpfen.

Dabei sind es oft wir selbst, die uns aus irgendwelchen Gründen selber „klein halten“ und die eigenen Erwartungen unbewusst schmälern. Eine kleine Geschichte, um dies zu verdeutlichen. 

In einem Behälter sitzt eine Vielzahl von Springflöhen, ohne dass sie jedoch aus dem Behälter springen können. Die meisten springen zwischen 20 und 30 Zentimeter hoch. Doch in diesen Behälter wurde eine Scheibe auf Höhe von 15 Zentimeter eingeführt. Jeder Floh sprang also gegen diese Scheibe und „stieß sich seinen Kopf“. Irgendwann haben sich die Flöhe an genau diese Höhe gewöhnt und verstanden, dass sie nicht höher kamen - egal was sie auch machten.

Nachdem die Scheibe entfernt wurde und die Flöhe wieder ihr ganzes Potenzial hätten nutzen können, haben sie sich jedoch schon an die alte Höhe gewöhnt. Kein Floh sprang mehr höher als 15 Zentimeter, obwohl es ihnen möglich gewesen wäre. Sie haben sich an genau diese Erwartungen gewöhnt.

Genau diese Scheibe können wir im übertragenen Sinne auch besitzen. Wir setzen uns selber Restriktionen und schmälern die Erwartungen an unsere eigenen Fähigkeiten. Deshalb ist jetzt Schluss mit dieser mentalen Scheibe! Lass deinen Gedanken freien Lauf und greife nach den Sternen, wenn du deine Lebensziele suchst.

Streiche den Konjunktiv 

Lebensziele sind nicht etwas, das du tun „solltest“ oder „müsstest“. Lebensziele sind etwas, was du erreichen willst und benötigen daher keinen Konjunktiv. Wer seine Lebensziele kennt, benötigt nicht solche Worte. Sie sind motivierend genug, dass du dich nicht im Konjunktiv verklausulieren musst.

Nicht umsonst stellst du dir ja auch die Frage „Was will ich?“ und nicht „Was würde ich gerne wollen?“. Es sind deine tiefen inneren Bedürfnisse, die du dir klarmachen musst, um genau diese Ziele zu verwirklichen und Erfüllung zu verspüren. 

Lebensziele finden beschrieben durch ein einen kleinen Zettel mit dem Wort "Dream"
Wer seine Lebensziele finden will, muss nach seinen Wünschen suchen.

Ein Kind kennt den Konjunktiv noch nicht. Ein Kind „will das und das haben/sein/machen“. Es scheint in gewisser Weise so, als würden wir mit dem Erwachsenwerden und den größer werdenden Verantwortungen genau diesen Willen verlieren, weil wir uns dem gesellschaftlichen Bild fügen. Ein bisschen mehr Mut und Leichtigkeit tut jedem von uns gut.

„Wenn… dann…“

„Wenn ich erst mal reich bin und mir alles leisten kann, dann werde ich wirklich glücklich.“

Es ist ein typischer Fehler seine Lebensziele an gewisse Voraussetzungen zu koppeln. „Wenn ich mal reich bin, dann…“, „Wenn ich genug Zeit habe, dann…“, „Wenn ich diesen Schritt in meinem Leben erreicht habe, dann…“. 

Mit solchen Aussagen setzt du deinen Fokus zu sehr auf die Zukunft und knüpfst gewisse Bedingungen, um deine persönliche Erfüllung zu finden. Man verliert den Bezug zur Gegenwart – zum Hier und Jetzt. Womöglich lässt man sogar wichtige Erfahrungen aus, wenn zu sehr versteift und diese Annahme vertritt, dass erst in Zukunft alles sich zusammenfügt. Im Endeffekt grenzt man sich selber von seinem Glück ab.

Wer sagt, dass du erst erfüllt und glücklich sein musst, wenn erst ein gewisses Szenario eingetroffen sein muss? Du kannst sehr wohl auch jetzt schon ein zufriedenes Leben führen und trotzdem noch deine Lebensziele finden bzw. nachgehen. Deine Wünsche und Lebensziele sollen dich in deinem Glück ergänzen und nicht im jetzigen Zeitpunkt von irgendetwas abhalten.

Die Zukunft kann noch lange hin sein und bis dahin kann sich noch vieles ändern. Niemand kann dir garantieren, dass du deine Ziele so erreichst. Knüpfe deine persönliche Erfüllung und Lebensziele also nicht an „Wenn… dann…“-Formulierungen.

Lebensziele finden: 3 Gedankenexperimente um deine Lebensziele zu erkennen

Als Anleitung, wie du am besten deine Lebensziele finden kannst, empfehlen wir dir die folgenden Punkte chronologisch durchzugehen. Starte mit den Gedankenexperimenten und begebe dich auf die Fantasiereisen. Du erhältst ein grobes Bild von deinem Leben und kannst womöglich schon erste Lebensziele für dich ableiten. Die Methoden, die wir dir später näherbringen, sind hingegen dann die praktische Umsetzung deiner Ergebnisse. Wichtig ist es nämlich deine Lebensziele zu visualisieren und später in regelmäßigen Abständen zu dokumentieren – dazu jedoch später mehr in unseren Methoden. Mit jedem Schritt werden deine Visionen konkreter.

Gewisse Gedankenexperimente können dir helfen deine Lebensziele zu finden. Doch eines noch vorweg: Es ist in Ordnung, wenn du nicht auf alles eine Antwort hast oder dir über gewisse Dinge einfach nicht sicher bist. Dabei ist es genauso irrelevant, in welchem Zeitpunkt deines Lebens du dich befindest. Egal wie alt du bist oder in welcher Situation deines Lebens du dich befindest –  auch du kannst noch deine Lebensziele finden.

Lebensziele finden ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passieren wird. Schenke der Sache Zeit und erfrage dich regelmäßig aufs Neue, was du im Leben für Ziele verfolgen möchtest.

1. Gedankenexperiment: Stell dir vor du hast unbegrenzt viel Geld und Zeit

Dieses Szenario soll dich vor allem eines machen: frei von jeglichen Restriktionen und Eingrenzungen, die du in deinem alltäglichen Leben hast. Stell dir vor, du hättest keine finanziellen oder zeitlichen Eingrenzungen, keine Termine und keine Verpflichtungen. Du hast mehr Geld als du  benötigst.

Du könntest tun und lassen, was du willst. Was stellst du mit dieser Freiheit an? Was würdest du dir mit dieser Freiheit ermöglichen? Wenn wir uns genau dies überlegen, können wir unsere größten Passionen entdecken, die womöglich in unserem Alltag mitunter abhandenkommen.

Hier ist mein Beispiel dafür:

Ich würde mir ein feines und gemütliches Haus mit großem Garten direkt an der Atlantikküste suchen. Wenn andere früh morgens zur Arbeit fahren, werde ich noch vor dem Frühstück auf das Surfboard steigen und meinen Morgensport betreiben. Ich würde viel gärtnern und mein eigenes Obst und Gemüse ernten. Ganz ohne Arbeit will ich jedoch auch nicht sein, da ich gerne als Handballtrainer eine Jugendmannschaft trainiere. Ich werde Musikinstrumente erlernen und mir zwei Hunde holen, die mich täglich auf Trapp halten werden. Mit meiner Freundin werde ich mir regelmäßig längere Auszeiten erlauben, Roadtrips in unserem ausgebauten Van machen oder die Welt bereisen.

Aus diesem Gedankenexperiment lassen sich doch schon ein paar Lebensziele finden. Für einige benötigt es sogar nicht mal groß Geld, sondern hauptsächlich Zeit. Gewisse Lebensziele kann ich bereits direkt übernehmen und angehen. Für andere benötige ich noch ein wenig mehr Zeit und finanzielle Freiheit, um dies zu ermöglichen.

2. Gedankenexperiment: Der ideale Tag

Der ideale Tag schließt sich dem ersten Gedankenexperiment an. Jedoch setzten wir uns nun genau die finanziellen und zeitlichen Ressourcen. Wir denken nun ein wenig kleiner und realer.

Trotzdem ist diese Fantasiereise ähnlich hilfreich wie die erstere, wobei sie auch noch viel realistischer ist. Spiele den Tag von morgens mit dem Aufstehen bis zum Schlafen gehen durch. 

  • Was für eine Morgenroutine hast du? 
  • Mit was für Leuten umgibst du dich? 
  • Was willst du unternehmen?

Dein idealer Tag sollte nicht langweilig sein und 24 Stunden Freude bringen. Genauso kannst du in diesem Gedankenexperiment festhalten, was du keinesfalls erleben möchtest. Es ist genauso wichtig zu wissen, was man nicht in seinem Leben haben möchte.

Der ideale Tag kann dir bewusst werden lassen, was dir im Leben wirklich wichtig ist. Genau diesen Dingen solltest du in deinem Alltag viel Zeit schenken und darum deine Lebensziele formulieren.

3. Gedankenexperiment: Der 80. Geburtstag

Seine Lebensziele finden kann man auch, indem man sich seinen 80. Geburtstag einmal vorstellt. Hierbei handelt es davon hauptsächlich in den „Spätherbst“ seines Lebens zu blicken, sodass man sozusagen sein Leben einmal rückblickend evaluiert und Revue passieren lässt.

Male dir deinen 80. Geburtstag aus. Wie wird er für dich aussehen?

  • Wer ist an deinem Geburtstag alles dabei? Dein Ehepartner, Kinder, Enkelkinder?
  • Was für Freunde werden an deiner Seite sein?
  • Wo wird dein Geburtstag stattfinden? In deinem eigenen Haus oder Garten? 
  • Wie werden die Leute von dir sprechen? Was sagen deine Familie, deine Freunde oder Kollegen über dich? Wie sehen sie dich?

Jeder kennt die typische Filmszene, wenn jemand auf dem Sterbebett liegt und den umstehenden Personen von seinen schönsten Momenten erzählt, was er in seinem Leben so alles erlebt und bereut hat. Auch das solltest du dein „Zukunfts-Ich“ einmal fragen: Was möchte dein 80-jähriges Ich erlebt haben?

  • Worauf wirst du besonders stolz sein?
  • Was werden deine schönsten Erfahrungen sein? 
  • Gebe es womöglich etwas, das du bereuen wirst?

Auch hierbei spielt sich alles in einem nicht realen Zustand ab. Trotzdem kannst du erkennen, was du sein und erlebt haben möchtest – und was auch nicht. Es lassen sich für dein jetziges und zukünftiges Handeln Lebensziele finden und ableiten.

Lebensziele finden: 3 Methoden um deine Ziele zu definieren

Mit den eher praktischen Methoden beschäftigst du dich ganz bewusst mit deinem IST-Zustand und zukünftigem SOLL-Zustand, um deine Lebensziele zu finden. Durch die Gedankenexperimente hast du ein gutes Gefühl erhalten, was dir im Leben alles wichtig ist. Jedoch fehlt die Dokumentation und Visualisierung deiner Lebensziele.

Die drei Methoden sind nun die praktische Umsetzung der erkannten Lebensziele, die du nun Schritt für Schritt zu Papier und ins Gedächtnis bringen wirst. Wie auch bei unseren Gedankenexperimenten werden mit jeder Methode deine Lebensziele konkreter und greifbarer. 

1. Methode: Visualisierung durch Mindmaps und Pro-Contra-Listen

Mindmaps und Pro-Contra-Listen wirken womöglich ein wenig altbacken und kennen viele aus Schul- und Ausbildungszeiten. Trotzdem haben diese Methoden ihre Daseinsberechtigung. Sie ermöglichen dir einen guten Überblick über dein Leben und deine Lebensbereiche.

Für die Mindmap schreibe deinen Namen oder „Ich“ in die Mitte. Von da aus kannst du in deine Lebensbereiche gehen: Familie, Freunde, Arbeit, Hobbys, Leidenschaften, persönliche Entwicklung, Spiritualität, materielle und immaterielle Wünsche, Vision und vieles weiteres.

Was beschäftigt dich in diesen Lebensbereichen – sowohl positiv als auch negativ? Genauso kannst du in einer anderen Farbe die Dinge in der Mindmap ergänzen, die du dir gerne für dein zukünftiges Ich wünschst.

Lebensziele finden beschrieben durch eine Mindmap, um seine Lebensziele zu erkenne
Lebensziele finden: Mind Map Beispiel (in rot die Lebensziele, die man sich für das Zukunfts-Ich wünscht)

Ähnliches Ergebnis können wir auch durch eine Pro-Contra-Liste erreichen. Was gefällt dir in deinem Leben? Worauf bist du stolz und was weniger? Wo siehst du ggf. noch Potenziale?

2. Methode: Formulierung deiner Ziele mit Hilfe der SMART-Methode

Nun wo du weißt, in welchen Lebensbereiche du deine Lebensziele finden kannst, ist die korrekte Formulierung dieser wichtig. Es gibt unterschiedliche Methoden von Zielformulierungen.

Wir finden die SMART-Methode sehr hilfreich und möchten dir diese vorstellen. Gerne kannst du diese natürlich auch in abgewandelter Form auf deine Lebensziele und -bereiche anpassen, denn womöglich ist nicht jedes deiner Lebensziele so zu formulieren.

Die SMART-Methode verhilft dir deine Lebensziele möglichst detailliert und genau zu spezifizieren. Dabei steht jeder Buchstabe für ein Attribut, wie du dein Lebensziel verpacken solltest. Hierzu haben wir dir folgende Grafik erstellt:

Lebensziele finden Infografik der SMART-Methode

Genauer gesagt, solltest du dir zu jeder Eigenschaft folgende Fragen stellen, um so deine Lebensziele zu definieren:

  • Wie lautet dein persönliches Lebensziel?
  • Sei hier so genau und spezifisch wie möglich
  • Womöglich einer der schwersten Punkte für Lebensziele
  • Finde einen Bewertungsmaßstab für dein Lebensziel – verpacke es in Zahlen
  • Mit was für einem Kriterium kannst du sagen, dass du dein Lebensziel erreicht hast?
  • Was für mögliche Zwischenstationen hat dein Lebensziel?
  • Das Lebensziel sollte dich betreffen und eine große Relevanz für dein Leben haben
  • Wirst du Erfüllung und Glück verspüren, wenn du dein Lebensziel erreicht hast?
  • Eine genaue Vorstellung des zukünftigen SOLL-Zustands lässt dir ein klares Bild geben und trägt zu deiner Motivation bei
  • Beantwortung der Frage „Wie?“
  • Sind deine Lebensziele für die realisierbar?
  • Wie kannst du dein Lebensziel erreichen?
  • Was für Schritte und Aufwendungen werden von dir benötigt, um die zu erreichen?
  • Bis wann möchtest du dein Lebensziel erreicht haben?
  • Kannst du einschätzen wie viel Zeit es von dir benötigt?

Empfehlung von DailyMentor

Wir haben einen ausführlichen Beitrag über die Zielformulierungen mit Hilfe der SMART-Methode geschrieben. Falls du mehr darüber erfahren möchtest, schau gerne vorbei!

3. Methode: Dokumentation von Lebenszielen durch Vision Board und Erfolgsjournal

Im letzten Schritt wollen wir uns darum kümmern, dass wir die Lebensziele auch richtig dokumentieren, um uns regelmäßig an diese erinnern. Eine hervorragende Möglichkeit ist das Erstellen eines Vision Boards und/oder Führen eines Erfolgsjournals.

Es ist nämlich wissenschaftlich belegt, dass wir uns Dinge am besten einprägen können, wenn wir uns regelmäßig mit ihnen auseinandersetzt. Je öfter man sich also mit seinen Visionen und Lebenszielen beschäftigt, desto präsenter sind sie in unserem Gedächtnis und Alltag.

Ein Vision Board ist eine umfassende visuelle Zusammenfassung deiner Lebensziele aus all deinen Lebensbereichen, welche dich jeden Tag aufs Neue an deine Wünsche, Ziele, Träume und Visionen erinnert. Für ein Vision Board kannst du all deine persönlichen Lebensbereiche runterschreiben. Dein Vision Board sollte anschließend mit Zeichnungen, Ausschnitten aus Zeitschriften, Bilder o.ä. dann ergänzt werden, die deine Lebensziele visuell unterstreichen.

Was möchtest du in jedem dieser Bereiche erreichen? In sechs Monaten, einem Jahr und fünf Jahren? Passe den Zeitraum gerne für deine Lebensziele an.

Lebensziele finden erklärt durch ein Vorlage eines Vision Boards
Lebensziele finden: Vision Board Beispiel

Dieselben Effekte lassen sich auch mit dem Führen eines Erfolgsjournals erreichen. Es ist wie ein Tagebuch, jedoch für deine Ziele und Erfolge.

Auf dem Markt findet man viele Erfolgsjournale mit vorgefertigten Seiten. Oftmals ist es eine Doppelseite pro Tag, die du mit deinen persönlichen Erfolgen und Zielerreichungen befüllen kannst. Es reichen dir ein paar Minuten am Tag, um so ein Erfolgsjournal zu führen.

In solchen Erfolgsjournalen wird sich nicht nur auf deine Lebensziele konzentriert. Als weitere positive Effekte dokumentierst du in vielen deine Momente und Dinge für die du dankbar und glücklich bist. Es fördert daher nicht nur deinen Dokumentationsprozess, sondern stärkt dein persönliches Wachstum und erfordert von dir regelmäßige Selbstreflexion.

Empfehlung von DailyMentor

Bist du weiter interessiert, wie man ein Erfolgsjournal führt oder möchtest gerne direkt Empfehlungen? Wir haben einen Beitrag über Erfolgsjournale geschrieben, wie sie dein Leben positiv beeinflussen und du fokussierter auf deine Lebensziele hinarbeiten kannst.

Unser Schlusswort über Lebensziele

Wir hoffen unser Beitrag konnte dir die Wichtigkeit und den Einfluss von Lebenszielen etwas näher bringen. Ziele sind für uns Menschen die treibende Kraft des Alltags. Sie bündeln unsere Energie, geben uns Disziplin, Motivation und Zielstrebigkeit.

Seine Lebensziele finden ist keinesfalls einfach. Wir sind es uns jedoch selber wert genau diese zu erkunden und ihnen nachzugehen. Sie schenken uns Erfüllung im Leben und lassen uns selber neue erfahren.

Das Leben bietet uns so viele Möglichkeiten. Schöpfe dein Potenzial aus und erkunde deine Wünsche, Träume und Visionen, die du im Leben hast! Wir glauben an dich!

Gelassener werden im Alltag: 10 praktische und einfache Methoden

gelassener werden beschrieben durch ein Bergpanorama

Wer kennt es nicht? Wir jagen den Verpflichtungen hinterher und rennen von Termin zu Termin. Es entsteht das Gefühl, als würde der Alltag uns auffressen und eine innere Anspannung macht sich breit. Die Lösung: gelassener werden, bewusst Zeit für sich finden und gegen die innere Anspannung proaktiv vorgehen.

Gelassener werden ist einfacher gesagt als getan und dennoch in vielen alltäglichen Situationen sehr hilfreich und wünschenswert. Sich in der Alltagshektik kurz besinnen und seine innere Ruhe finden, bringt viele Vorteile mit sich und ermöglicht es dir deinen Tag erfolgreicher, produktiver und sogar gesünder gestalten zu können. 

Wir möchten dir daher in unserem Beitrag zehn praktische Methoden präsentieren, die dir helfen können, sodass du ruhiger und gelassener werden kannst. 

Gelassener werden: Warum du es dir wert bist

Gelassenheit bringt nur positives mit sich – und das nicht nur für deine psychische und emotionale Verfassung, sondern auch für deine körperliche Gesundheit. 

Viele Situationen lassen sich viel besser meistern, wenn wir gelassener werden und weniger aus Einschränkungen und negativen Emotionen handeln. In einem angespannten Status trifft man viel eher unbedachte Entscheidungen, da einem die klaren Gedanken in solchen Situationen fehlen. Wir werden fahrlässig, gestresst und verspüren ein allgemein unwohles Gefühl – ein unangenehmer Zustand für jeden.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir in einem ruhigen Gemütszustand besser handeln und entscheiden. Wir fühlen uns besser, wenn wir gelassener sind – einen Status, den wir erreichen sollten.

Die höchste Krone des Helden ist die Besonnenheit mitten in Stürmen der Gegenwart.

Jean Paul (1763 - 1825), deutscher Schriftsteller Tweet

Doch auch für deine Gesundheit ist es ein wichtiger Faktor. Es besteht ein nachgewiesener Zusammenhang zwischen einer positiven Grundeinstellung und einem starken Immunsystem. Negatives, panisches Denken löst eine Stressreaktion im Körper aus. Daraus potenziell resultierender Dauerstress kann die Folge einer Menge an Erkrankungen sein, die mit Stressmanagement, Gelassenheit und Selbstfürsorge vermeidbar wären. 

Grundlegend möchten wir erklären, dass Gelassenheit nicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden sollten. Wer gelassen ist, legt hingegen eine gewisse Leichtigkeit an den Tag. Man weiß sich zu beherrschen, kann Situationen im richtigen Kontext einordnen und kann sein weiteres Vorgehen besser abschätzen. Entspannter und gelassener werden ist daher eine wichtige und positive Eigenschaft, um sein tägliches Leben besser zu bestreiten – genau diese Gelassenheit bist du dir wert!

gelassener werden beschrieben durch eine Frau, die auf einem Steg sitzt
Gelassenheit und innere Ruhe sind eine Fähigkeit für die körperliche und mentale Gesundheit.

Gelassener werden mit 10 praktischen Methoden

Wir möchten dir nun zehn praktische Methoden vorstellen, die dich gelassener werden lassen. Jeder dieser Tipps lässt sich schnell und einfach in Alltag umsetzen. Manch einen empfindest du womöglich als wertvoller als andere. Picke dir deine “Rosinen“ heraus, welche zu dir am besten passen könnten, um mehr Gelassenheit in deinem täglichen Leben zu genießen. 

1. Strukturiere deinen Alltag und reduziere deinen Stress 

Gelassenheit fällt uns besonders schwierig, wenn die eigenen persönlichen Grenzen überschritten werden, jemand/etwas über unsere Zeit verfügt, wir uns überfordert fühlen oder unsere Bedürfnisse ignoriert werden. In diesen Momenten wird es erforderlich auf das Bremspedal zu drücken und wieder Kontrolle über seinen Alltag zu gewinnen und die Ruhe zurückzubringen. Dafür können einem schon kleine Tipps helfen, um gelassener zu werden:

1.1. Reduziere deine Ablenkungen 

Störenden Ablenkungen reduzieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren, ist ein wichtiger Faktor, um zur inneren Ruhe zu finden. Immer up to date und erreichbar: das kleine nervige Smartphone, welches jeder von uns mit sich trägt, kann in solchen gestressten Momenten eher Fluch als Segen sein. Gelassener werden heißt seine innere Stimme zu hören – vor allem dann, wenn die äußeren Umstände immer lauter werden. Push Notification und andere Personen können erstmal warten – die sind auch in ein paar Stunden noch da.

1.2. Lerne “Nein“ zu sagen

“Nein“ sagen fällt vielen schwer und benötigt gewisse Überzeugungskraft, doch kann gerlernt werden. Man will den gegenüber nicht kränken oder abweisen und tut ggf. gewisse Dinge aus persönlichem Pflichtgefühl. Verschaffe dir nicht mehr Stress und Aufgaben aus reinem Pflichtgefühl. Wenn deine Bedürfnisse ständig zu kurz kommen, funktionierst du nur noch anstatt zu leben.

Hinterfrage dein Verhalten und ob du so handelst, weil du es so möchtest oder du dich dazu gezwungen fühlst. Ein “Nein” kann man auch erklären und seinem gegenüber verständlich machen. So wird es der anderen Partei auch leichter sein dies zu akzeptieren.

1.3. Plane deinen Tag im Voraus und setze Prioritäten

Plane deinen bevorstehenden Tag am besten noch am Vorabend, wenn du dich schlafen legst – oder spätestens morgens mit dem Aufstehen. Welche Dinge willst du heute unbedingt schaffen? Wenn du weißt, was du erledigen möchtest und deine täglichen Ziele formuliert hast, erhältst du sofort den Durchblick und kannst deine Aufgaben priorisiert “abarbeiten“. Was auf der Arbeit klappt, kann auch im Privaten verhelfen: mit einem Kalender hast du stets die Transparenz was bei dir die Tage ansteht. Denn erst mit der richtigen Planung und Struktur des Alltags können wir an der eigenen Gelassenheit arbeiten.   

Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen, ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter und Naturforscher Tweet

2. Meditation, Entspannungstechniken, Atemübungen

Um dich von deinem Tag zu erholen und das Gedankenchaos einmal auszuschalten, können dich Meditationen, Atemübungen oder Entspannungstechniken gelassener werden lassen. Sich einmal bewusst in Ruhe zu bringen, die Augen zu schließen, seinen Geist freizulassen und auf seinen Körper zu hören, kann einem zur inneren Ruhe verhelfen. Egal, ob Anfänger oder Fortgeschrittener – ein paar tiefe Atemzüge können dich wieder erden.

Viele denken für solche Praktiken bräuchte man mindestens eine halbe Stunde. Doch solch Übungen lassen sich auch wunderbar in fünf bis zehn Minuten und bspw. auf dem Weg in der Bahn durchführen.

Falls du diese Methode für dich ausprobieren möchtest und noch neu auf diesem Gebiet bist, findest du auch viele kostenfreie Apps, die dich durch geführte Affirmations- oder Meditationsübungen begleiten. Beispielsweise können wir die zwei Mediations-Apps Calm und Headspace. Ein Versuch ist es definitiv wert!

3. Räume dir Zeit für dich ein

Alltäglicher Stress und das Leben im Hamsterrad sind einer der Hauptgründe, weshalb man nicht gelassener werden kann und innere Unruhe verspürt. Bei all dieser Hektik und gleichem Trott kann schnell die eigene Person und Gesundheit in Vergessenheit geraten.

Es ist daher wichtig, dass du dir auf täglicher Basis Zeit für dich schenkst. Mache die Dinge, die dir guttun und Spaß machen. Auch dann, wenn wir den Kopf freibekommen und die alltäglichen Probleme und Pflichten für eine geraume Zeit in den Hintergrund rücken, können wir so gelassener werden. Jeder von uns hat eine gewisse Passion, der wir gerne nachgehen.

4. Grübeln aufgeben

Unser Kopf kann uns oftmals die eigene Gelassenheit verwehren, wenn uns dieselben Gedanken und Probleme einfach nicht in Ruhe lassen wollen – ein Gedankenkarussell. Das fortwährende Wiederkäuen der gleichen Probleme lähmt, statt zu Lösungen zu führen.

Wir verkrampfen und vertiefen uns im Grübeln – eine schwere Bürde um gelassener zu werden. Der ursprünglich sinnvolle Ansatz des Analysierens gerät beim Grübeln außer Kontrolle.

Anstatt sich in solchen Situation dem “Warum“ zu widmen, erfrage dich nach einer Lösung:

  • Was kann ich tun, um solch eine Situation zu lösen?
  • Welches Ziel verfolge ich bei der Lösung?
  • Was sind meine Optionen und welche Schritte kann ich unternehmen? 
gelassener werden beschrieben durch Heißluftballons vergleichend für das Gedankenchaos
Unser Gedankenchaos kann die eigene Gelassenheit stören.

5. Akzeptieren lernen

Akzeptanz kann einem einiges an Überwindung abverlangen. Doch lernen wir gewisse Dinge zu akzeptieren, haben wir mehr Zeit und Kraft, um uns auf das zu fokussieren, das uns vorantreibt. 

Nicht alles muss oder lässt sich ändern – diese Mühe ist es dann auch manchmal einfach nicht wert. Verurteile nicht die Vergangenheit oder gemachte Fehler, sondern akzeptiere sie als einen Teil deines Lebens. Denn reibst du nicht mehr langfristig an diesen Dingen auf, kannst du gelassener werden und dich auf das konzentrieren, was dich vorantreibt und glücklich macht.

Empfehlung von DailyMentor

Wir haben einen Beitrag über Akzeptieren lernen geschrieben und wie du mehr Akzeptanz in dein Leben lässt und erlernen kannst. Womöglich bist du daran interessiert etwas mehr darüber zu erfahren.

6. Kommunikation und sozialer Kontakt

Jeder von uns ist der finale Entscheider seines Lebens und Initiator, der entscheidet welche Wege wir bestreiten wollen. Trotzdem sind wir mit unserem Alltag nie alleine. Jeder hat ein soziales Umfeld – eine Familie, einen Partner oder Freundeskreis – welches einen in angespannten Situationen wieder auffangen und den Rücken stärken kann.

Gelassenheit lässt sich auch darüber generieren, indem man über seine Lebenssituation spricht. Wir Menschen wollen kommunizieren und unsere Anliegen mit unserem sozialen Umfeld teilen. Es kann dich gelassener werden lassen, wenn du über deine Situationen sprichst. Diese Menschen hören uns nicht zur zu, sondern können uns neue Wege aufzeigen – auch Wege für mehr Gelassenheit. 

Kommunikation kann – wie in vielen Lebensbereichen – eine große Stütze für Problemlösungen und der Wegweiser neuer Einsichten sein. 

7. Emotionen zulassen

Die eigene Gelassenheit kann schnell von unseren eigenen Emotionen blockiert werden. Angst, Enttäuschungen, innere Unruhe, Unsicherheit, Wut – diese Gefühle zu unterdrücken hilft dir nicht auf dem Weg zur Gelassenheit.

Vielmehr ist es notwendig, dass genau diese Gefühle von einem bewusst erlebt werden, um diese anzunehmen und zu konfrontieren. Erst wenn man dies schafft, verlieren diese Emotionen ihre Macht.

Um gelassener zu werden, hilft dir womöglich folgender Fakt: Eine (negative) Emotion, die man bewusst fühlt, kann bereits nach 90 Sekunden seine Intensität verlieren. Erst der Versuch diese Emotion zu verdrängen und zu unterdrücken, kann das Gefühl zu einem Dauerzustand werden, welches letztlich die eigene Gelassenheit stört.

8. Selbstfürsorge und Achtsamkeit

Sollte dir mal wieder eine Situation über den Kopf steigen, ist es hilfreich sich auf Selbstfürsorge und Achtsamkeit zu berufen, um gelassener zu werden. Das Leben ist schön und wertvoll – solche negativen Situationen sind hingegen viel mehr die Ausnahme und ein temporärer Zustand.

Erinnere dich in genau solchen Situationen an all das Gute, was du im Leben hast und dir widerfahren ist. Schenke dir diese achtsamen Momente und erinnere dich dankbar an Dinge in deinem Leben, um dich in einem ruhigeren Gemütszustand zurückzubringen. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass man sein Temperament ein wenig zügelt und bessere Transparenz gewinnen kann. So kann man viel schneller gelassener werden und solche Situationen bewältigen.

gelassener werden beschrieben durch Wellen, die auf die Küste treffen
Grade in aufregenden und turbulenten Situation ist Gelassenheit ein wichtiger Schlüsselfaktor.

9. Perfektionismus ablegen

Perfektionismus und Gelassenheit können schnell im direkten Konflikt stehen. Der krampfhafte Versuch kann einen schnell für eine Situation versteifen. Als Konsequenz verliert man die Leichtigkeit und Gelassenheit.

Je höher dein Anspruch ist, desto mehr kannst du dich auch ärgern, wenn etwas nicht nach Plan verläuft. Natürlich sollten wir angefangene Projekte auch mit der richtigen Zufriedenheit zu Ende bringen, doch manchmal hat man bereits mit 80 oder  90% sein gewünschtes Ergebnis erreicht. 

Ein sehr passendes Modell ist das Pareto-Prinzip. Der Grundgedanke dieses Modells lässt sich auch gut auf das eigene Leben projizieren, um den eigenen Perfektionismus abzulegen. Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht werden. Hingegen benötigt man für die restlichen 20% nochmals 80% der Arbeit. 

Der Grundgedanke wird klar: Ein Großteil eines Projekts kann schnell abgeschlossen werden. Anschließend sollte man sich die Frage stellen, ob der verhältnismäßig große Aufwand die restlichen Prozentpunkte wirklich wert ist.

Ein ähnliches Learning wie aus der Methode der Akzeptanz: Dinge als “unperfekt“ zu verstehen und den eigenen Perfektionismus abzulegen, kann einen gelassener werden lassen.

10. Entscheide dich bewusst für mehr Gelassenheit 

Letztlich haben wir nicht immer Einfluss auf die Situation, in welche uns das Leben schmeißt. Trotzdem ist es die Reaktion und das Verhalten, welches wir bestimmen können. Denn wir sind es, die sich dafür entscheiden, ob wir uns über eine Situation stressen lassen oder nicht. „Nein, Ich will mich jetzt nicht aufregen“ – das ist eine klare Entscheidung für mehr Gelassenheit, die wir selber bestimmen können.

Solche Entscheidungen können wir immer bewusst aufs Neue treffen. Denn auch Gelassenheit kann eine Gewohnheit werden, die uns mit ein wenig Übung immer leichter fallen kann.

Unser Schlusswort

Wir freuen uns, dass du es bis zum Ende unseres Artikels geschafft hast und hoffen, du konntest ein wenig Inspiration für deine persönliche Gelassenheit schöpfen. Wie du bestimmt im Verlauf des Artikels erkannt hast, ist “gelassener werden“ keine Fähigkeit, die dem einen in Wiege gelegt wurde und dem anderen nicht, sondern etwas, was jeder mit gewisser Übung lernen kann.

Es ist deine persönliche Einstellung im Alltag, die bestimmt, inwiefern du mit Gelassenheit reagieren kannst und hoffen, dass du in Zukunft diese bewusster wahrnimmst. Denn eines ist klar: Gelassen sein tut dir gut – für deine Psyche und Gesundheit. 

7 Bücher über Erfolg, die man gelesen haben sollte

Bücher über Erfolg beschrieben durch ein aufgeschlagenes Buch

Erfolg ist ein sehr breit gefächerter Begriff und jeder definiert Erfolg für sich ganz persönlich. Doch eines ist klar: Wir suchen alle in irgendeiner Weise danach. Erfolg ist etwas Erstrebenswertes und Positives, das uns als Menschen weiter vorantreibt und persönlich wachsen lässt. Denn auf dem Weg zum Erfolg stellen wir uns vielen unterschiedlichen Herausforderungen, springen über unsere Schatten, erfahren auch mal die ein oder andere Enttäuschung und sammeln neue Erfahrungen. Genau solche Erfahrungen können wir auch in Bücher über Erfolg ernten.

In unserem Beitrag Was ist Erfolg? erörterten wir bereits die grundlegende Frage, was Erfolg für uns Menschen eigentlich bedeutet und welche Eigenschaften erfolgreiche Menschen verbindet. Ergänzend dazu möchten wir dir in diesem Beitrag die für uns besten Bücher über Erfolg vorstellen.

Warum Bücher über Erfolg für deine persönliche Entwicklung wichtig sind

Alle Bücher über Erfolg haben eins gemeinsam: Die Autoren haben sich allesamt mit dem Thema Erfolg langfristig beschäftigt und wissen genau, was es benötigt, um erfolgreich leben zu können. Ihre Erfahrungen und Tipps teilen sie in ihren Erfolgsbüchern mit ihren Lesern.

Vieles was sie in ihrem Leben erlebten, haben nur wenige von uns genauso bis dato erfahren. Umso wertvoller können ihre Erfahrungen für uns sein, wenn wir in ihre Erinnerungen eintauchen und davon lernen können. Ihre Geschichten können uns die Augen öffnen und über den Tellerrand blicken lassen. Bücher über Erfolg zeigen uns, was im Leben möglich ist.

Die meisten Bücher über Erfolg sind wertvolle Ratgeber, die dem Leser eine Anleitung zum Nachahmen mitgeben können. Die meisten Ratschläge können wir direkt in unserem Leben implementieren und für uns anwenden. Viele Autoren geben in ihren Büchern nicht nur solche Ratschläge mit, sondern teilen genauso gut auch ihre falsch getroffenen Entscheidungen und gemachten Fehler – denn diese gehören genauso dazu auf dem steinigen Weg zum Erfolg.

Schon oft hat das Lesen eines Buches jemandes Zukunft beeinflusst.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882), US-amerikanischer Philosoph Tweet

Bücher bieten eine riesige Inspirationsquelle und können uns viele wichtige Dinge im Leben lehren und neue Perspektiven eröffnen. Lesen hat so viele Vorteile für deine Persönlichkeit. Genauso geben uns Bücher über Erfolg wichtige Handwerkszeuge an die Hand für die private und berufliche Erfolgserreichung.

Bücher über Erfolg: unsere Top 7

Wir kommen nun zu unseren 7 Erfolgsbüchern, die wir dir gerne empfehlen werden. Uns ist es wichtig, dass du mit jedem Buch mehr über deine persönliche Erfolgserreichung erfahren kannst. Daher findest du in vielen dieser Exemplare praktische Anleitungen und Hilfen, die du direkt in deinem Alltag implementieren kannst. 

Unsere Bücher über Erfolg sollen deinen Horizont erweitern und womöglich bei dir den einen oder anderen Stein der Erkenntnis ins Rollen bringen. Wir hoffen es ist etwas für dich dabei. Nun viel Spaß bei der Vorstellung!    

1. Why not?: Inspirationen für ein Leben ohne Wenn und Aber - Lars Amed

Lars Amend, der deutsche Life Coach und Autor, bekannt auch mit seinem Buch Dieses bescheuerte Herz: Über den Mut zu träumen, traf mit seinem Buch “Why not? genau ins Schwarze. Es wurde eines der bekanntestes deutschen Bücher über Erfolg und Inspiration. 

Das Buch handelt von vielen persönlichen Geschichten des Autors. Er schrieb Bestseller und arbeitete mit großen Popstars zusammen. So ein erfolgreicher Mensch müsste doch glücklich sein? Anscheinend aber nicht. Der ständige Vergleich zu andern schmälerte den persönlichen Erfolg.

Als er eines Abends sein Vorbild Paulo Coelho trifft und ihm dieser rät, auf sein Herz zu hören und den Weg zu gehen, den er für den richtigen hält, beginnt er nach und nach sein Leben auf den Kopf zu stellen. Er hat nicht lange nachgedacht, sondern einfach getan. Warum eigentlich sollte es nicht gehen? Why not?

Mit Hilfe seinen persönlichen Geschichten, aber auch vielen wichtigen Gedankenexperimenten, Fragen an den Leser und kleinen Aufgaben hilft er dir, innerlich zu wachsen und deine innere Haltung nachhaltig zu verändern.

Dieses Buch ist die perfekte Mischung aus Erfahrungen des Autors und vielen praktischen Anleitungen für den Leser. Unterstützend finden sich im Buch immer wieder kleine Lebensweisheiten und Zitate wieder, die dich selbst zum Nachdenken anregen.

2. Tools der Titanen - Tim Ferriss

Tim Ferriss – ein unglaublicher Typ! Unternehmer, Podcaster, Angel Investor, Autor mehrerer Bestseller-Bücher, YouTuber und ein absoluter “An-Sich-Selbst-Experimentierer – ein typischer Entrepreneur unserer modernen Zeit. In dem Newsweek Digital Power Index wird er zu den einflussreichsten Online-Persönlichkeiten aufgeführt. 

 “Tools der Titanen ist ein Sammelwerk basierend auf Tim Ferriss’ Podcast, in der er unterschiedlichste Persönlichkeiten interviewt, die aufregende Dinge im Leben erlebt haben – Milliardäre, Lebenskünstler, Schauspieler, Großinvestoren und so weiter. Die Liste ist lang. 

Zu jeder Person wird eine kurze Vita und ihre wichtigsten Erfahrungen auf drei bis fünf Seiten vorgestellt. Das perfekte Buch, um sich auch mal “zwischendurch” seine persönlichen Lieblinge rauszusuchen und durchzublättern. Dieses Buch ist mein persönlicher Tipp, da wirklich jeder mit was fündig wird und Inspiration finden kann.

3. Denke nach und werde reich: Die 13 Gesetze des Erfolgs - Naopleon Hill

Dieses Buch ist ein absoluter Klassiker in der Riege “Bücher über Erfolg”, welches der Autor Napoleon Hill, der bereits mit 13 Jahren als Zeitungsreporter arbeitete, im Jahr 1928 veröffentlichte. Noch heute hat sein Buch dieselbe Aktualität wie früher und wurde mehrmals neu aufgelegt. Über 70 Millionen wurden die Exemplare verkauft und angeblich warb sogar Mahatma Gandhi für dieses Buch. 

“Denke nach und werde reich” stellt 13 Erfolgsgesetze vor und befasst sich dabei mit unterschiedlichsten psychologischen Grundprinzipien des Menschen, die für die persönliche Erfolgserreichung notwendig sind.

In seinen 13 Gesetzen erklärt Hill ausführlich und eindringlich, wie jeder seine Ziele verwirklichen kann. Hills Anweisungen sind klar in Programmen umrissen, die mehrere Punkte oder Verhaltensregeln umfassen und mit praktischen Vorschlägen verständlich untermauert werden.

Konzentration, Fokus und Disziplin – eine der wichtigsten Eigenschaft, die es für Erfolg benötigt. Der Autor Dr. Jan Höpker beleuchtet genau diese Themen aus einer medizinisch-biologischen Sicht – doch dabei so, dass wir Laien auf diesem Gebiet auch keine Verständnisprobleme haben. Wie funktioniert unser Gehirn in diesen Bereichen? Genau diese Themen durchleuchtet der Autor sehr verständlich und gibt dem Leser hilfreiche Anleitungen mit an die Hand.

Das Buch befasst sich mit vielen wichtigen Themen, z.B. wie man an seine Aufgaben richtig herangeht und priorisiert. Wie konzentriert und fokussiert sich der Mensch am besten? Wie beeinflussen uns Ablenkungen? Warum sollten wir Multitasking vermeiden? Diese und viele weitere Fragen werden dir in diesem Buch beantwortet.

Das Buch eröffnet uns einen Einblick auf die Prozesse, die sich in unserem Gehirn abspielen und bietet dem Leser viele hilfreiche Tipps, die man selbst in seinem beruflichen und privaten Leben integrieren kann.

5. Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben - Tim Ferriss

Erneut von dem Autor Tim Ferriss und wohl der Klassiker schlechthin von ihm – ein Spiegel Bestseller und von der New York Times ausgezeichnet. “Die 4-Stunden-Woche findet sich in vielen Rankings wieder und ist ein absoluter “Must-Read unter den Büchern über Erfolg.

Warum arbeiten wir uns eigentlich zu Tode? Haben wir nichts Besseres zu tun? „Und ob!“, sagt der Autor. In seinem Buch hinterfragt Ferriss kritisch die heutige Arbeitswelt mit ihren Workaholics und 60(+)-Stunden-Wochen. 

Ferriss erklärt, wenn auch ein wenig überspitzt, wie es doch möglich sei, seine Arbeitswoche in nur vier Stunden zu bewältigen. Womöglich ist nicht alles für jede Arbeit umsetzbar. Trotzdem enthält das Buch viele hervorragende Gedanken wie man seine Arbeit freier, automatisiert und flexibler gestalten kann, ohne jedoch Einbußen in ihrer Produktivität zu verzeichnen. Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben – dieses Prinzip verfolgt das Buch erfolgreich. 

Arbeit soll nicht nur Mittel zum Zweck sein, sondern die Person dazu befähigen, dass sie das tun kann, auf was sie Lust hat. Die Arbeit soll nicht das Zentrum unseres Lebens darstellen, sondern soll uns die schönen Dinge ermöglichen, die wir uns erträumen. Dieser Gedanke wird vom Autor sehr gut aufgegriffen und durchleuchtet.

Mit einer guten Prise an Humor und eigenen Erfahrungen lässt sich das Buch sehr gut und schnell lesen. Viele Learnings lassen sich ableiten, sodass mein Exemplar nach zweimaligem Lesen mit vielen Klebezetteln und markierten Stellen “gut genutzt aussieht.

Mit “The Big Five for Life möchten wir dir natürlich nicht den Erfolgsklassiker aus der Unterhaltungsliteratur verwehren. Alles, was der Autor John Strelecky schreibt und veröffentlicht wird zum Bestseller. Nicht umsonst rankt dieser Spiegel Bestseller zur Zeit der Veröffentlichung dieses Artikels bei Amazon in den Motivationsbüchern für Job & Karriere auf der Nummer 1.

„Arbeiten, um Geld zu verdienen, war gestern. Ab heute lautet das Ziel: arbeiten, um persönliche Erfüllung zu finden. – dieser Satz steht hinten auf dem Buchcover und ist genau das, worauf die Geschichte um Joe, einem unzufriedenen Angestellten, abzielt.

Joe lernt in einem flüchtigen Moment in der Bahn den charismatischen Geschäftsmann Thomas kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, wobei Thomas Joes Mentor wird. Er offenbart ihm die Geheimnisse des Erfolgs und wie er sein Unternehmen nach den Prinzipien “Big Five for Life aufbaute. 

Jeder Mitarbeiter von Thomas’ Unternehmen muss seine Bestimmung, sowie die fünf Ziele seines Lebens kennen, die er erreichen will. Um diese seinen Mitarbeitern zu ermöglichen, hat Thomas sein Unternehmen so gestaltet.

Arbeiten, um seine persönliche Erfüllung zu finden. Dieser Gedanke zieht sich durch das Buch wie ein roter Faden und gibt dem Leser hilfreiche Denkanstöße. Ein Buch, das zum Hinterfragen seiner Arbeit anregt und zum absoluten Klassiker wurde.

Wer noch mehr über Joe lesen will, kann gerne auch in den zweiten Teil der Buchserie reinschauen: Das Leben gestalten mit den Big Five for Life: Das Abenteuer geht weiter

7. Das Bosskonzept: Lebe deinen EigenSinn! - K.-J. Helems

Wer den Titel liest, könnte auf den Gedanken kommen, dass dieses Buch an Führungskräfte  und solche, die es werden wollen, gerichtet ist. Doch das stimmt nicht. Jeder Mensch ist ein Boss. Der Boss seines eigenen Lebens.

Dieses Buch beinhaltet ein Erfolgsrezept, das auf der Basis von vielen Interviews mit bekannten und erfolgreichen Personen von der Autorin K.-J. Helmes verfasst wurde. Es zeigt deutlich auf, dass erfolgreiche Menschen viele Überschneidungen in ihrem Denken und Handeln haben. 

Das Bosskonzept regt durch viele einfache Praxisübungen an, dich selbst wieder neu kennenzulernen und neue Sichtweisen auf die eigenen Handlungen zu entwickeln. Und natürlich allem voran: Eigenverantwortung übernehmen und der beste Boss deines Lebens zu werden.

Das Buch soll dich in vielen Lebensbereichen motivieren und inspirieren: Entdecke neue Perspektiven, mache dich unabhängig von anderen Meinungen, erkenne dein volles Potenzial und erhalte Selbstkontrolle über dein Handeln – ein sehr gelungenes Buch, das dir die Augen öffnen kann.

Das waren sie: Unsere 7 Bücher über Erfolg, die wir dir alle empfehlen und ans Herzen legen können. Wir hoffen sehr, dass unter diesen Exemplaren zumindest eines für dich dabei ist und unsere Beschreibungen dir helfen konnten, um dich zu entscheiden. 

Ich bin ein großer Tim Ferriss Fan, daher sind vor allem seine zwei Bücher meine persönliche Empfehlung für dich, die jeder einmal gelesen haben sollte. Hast du weitere Favoriten? Welche Bücher über Erfolg kannst du uns empfehlen? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Unsere 5 besten Bücher über Selbstbewusstsein, die dir sofort helfen werden

Bücher über Selbstbewusstsein mit einem leuchtenden Buch erklärt

Selbstbewusstsein ist eine der wichtigsten Fähigkeiten unserer Persönlichkeit. Es ist ein Thema, das uns von der Jugend bis ins hohe Alter begleitet. Es wirkt als könne es Türen öffnen, Wege bereiten und glücklich machen. Andersrum ist fehlendes Selbstbewusstsein manchmal wie ein schlechtes Omen. Man hat das Gefühl, es würde einem immer einen Strich durch die Rechnung machen. Hattest du schon einmal einen Moment, wo du dir wünschtest selbstbewusster zu sein? Wenn ja, dann gehörst du sicherlich zu der großen Mehrheit der Menschen. Aber können da Bücher über Selbstbewusstsein helfen?

In unserem Artikel “Was ist Selbstbewusstsein?” erörtern wir genau wie sich Selbstbewusstsein genau entwickelt. Wir erklären, welche Fähigkeiten ein Mensch besitzen sollte bzw. nach welchen Eigenschaften er streben sollte. Unterstützend dazu empfehlen wir von DailyMentor in diesem Beitrag unsere besten fünf besten Bücher über Selbstbewusstsein.

Wie man diese Bücher über Selbstbewusstsein benutzen sollte

Jeder Mensch hat eine andere Herangehensweise bei seiner persönlichen Entwicklung. Genauso hat jeder Mensch auch ein anderes Weltbild und andere Werte, die ihm wichtig sind. Aus diesem Grund gibt es heutzutage hunderte Bücher über Selbstbewusstsein und persönliches Wachstum auf den Markt. Deswegen ist es natürlich schwer sich für ein Buch zu entscheiden. Welches Buch ist das richtige für mich? Soll ich das Buch lesen und jede Übung und Methodik anwenden?

Wir empfehlen dir bei diesen Büchern ruhig mit einer gesunden Skepsis und Distanz heranzugehen. Wie auch bei unseren Artikeln auf DailyMentor spielt oft deine eigene Meinung eine Rolle und Geisteswissenschaften können ihre Befunde oft nicht empirisch (also messbar) beweisen. Dennoch strotzen sie von vielen persönlichen Erfahrungen. Die Autoren dieser Bücher (und auch wir von DailyMentor) haben viele Fehler gemacht und Erkenntnisse erlangt, von dem du als Leser lernen kannst. Man muss nicht jeden Fehler selbst gemacht haben, um ihn zu verstehen. Dafür gibt es Artikel wie unsere und Bücher, die darüber berichten.

Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene

Carl Hilty (1833-1903), Schweizer Philosoph Tweet

Eine gute mögliche Herangehensweise an die Bücher ist die folgende: Lies die Bücher nicht zwingend in der Reihenfolge, die vorgeschrieben ist, sondern fange an mit den Kapiteln, die für dich am interessantesten sind. Sollte der Autor Erkenntnisse und Tipps teilen, die dich bewegen oder besonders beeinflussen, markiere sie dir im Buch. Du kannst dir danach diese Passagen immer wieder durchlesen, wenn du wieder in einer Phase von Selbstzweifel stecken solltest. Man kann Bücher also nicht nur lesen, sondern richtig mit ihnen “arbeiten”.

Bücher haben im Allgemeinen viele Vorteile über andere Medien für deine Persönlichkeitsentwicklung. Denn mit Büchern kannst du immer in deinem eigenen Tempo lernen. Du kannst Sätze wiederholt lesen, anstreichen oder dir herausschreiben. Das Lesen von Büchern im Allgemeinen hat viele positive Effekte für deinen Körper und kann sehr gut als eine Gewohnheit in deine Morgen- oder Abendroutine eingebaut werden.

Bücher über Selbstbewusstsein

Wir können dir die nachfolgenden Bücher über Selbstbewusstsein von Herzen empfehlen. Sie beschreiben alle auf unterschiedliche Weise, wie Selbstbewusstsein dein Leben verbessern kann und welche Schritte du gehen kannst, um glücklicher mit dir selbst zu sein. Dabei versuchen die Bücher alle auf verschiedenen Wege dir das Thema näherzubringen. Manch eines ist direkter, andere eher subtiler verpackt in einer herzerwärmenden Geschichte.

1. Das Urgestein: “Sorge dich nicht, lebe!” - Dale Carnegie

Eines der ältesten und berühmtesten Selbsthilfebücher ist “Sorge dich nicht, lebe!” von Dale Carnegie. Obwohl ursprünglich im Jahre 1948 veröffentlicht, ist es in unserer heutigen Zeit genauso relevant wie damals. Zu den wichtigen Themen in diesem Buch gehören das Bekämpfen deiner Sorgen und das Arbeiten an deiner mentalen Einstellung. Das Buch ist klar gegliedert und muss nicht von Anfang bis Ende gelesen, um etwas daraus zu lernen. Die klare Gliederung, sinnvollen Tipps und Hilfen machen dieses Buch vor allem für Anfänger zu einer einfachen Grundlage für die persönliche Entwicklung.

Am Ende des Buches gibt es noch einige interessante Übungen, die dir helfen sollen, dein Glück zu finden. In diesen Übungen geht es vor allem darum, auch Schmerz und Trauer loszulassen und nach vorne zu blicken.

2. Das Moderne: “Das Robbins Power Prinzip: Befreie die innere Kraft” - Anthony Robbins

Anthony Robbins ist der berühmteste Motivational Speaker der Welt. Seine Seminare füllen ganze Stadien in den Vereinigten Staaten. Mit seinem Buch “Das Robbins Power Prinzip: Befreie die innere Kraft” bündelt er all sein Wissen zu einem sehr detaillierten Ratgeber. Er beschreibt unerschütterliches Selbstvertrauen als ein Gefühl der inneren Sicherheit, nach dem wir alle streben.

Zu seinen bekanntesten Methodiken gehören tägliche Affirmationen und das Pochen auf positives Denken. Die Ratschläge und Tipps in diesem Buch sind für jeden Menschen direkt anwendbar und können dein Leben in kürzester Zeit maßgeblich verändern.

Sein Ansatz ist analytischer und bedient sich mehr wissenschaftlichen Fakten. Sein Schreibstil ist trotzdem sehr locker und das Buch ist leicht zu lesen.

Hamilton vertritt den Standpunkt, dass eigentlich gar nicht soviel mit dir verkehrt ist. Es handelt weniger davon, sich zu verändern. Sondern es geht mehr darum, zu akzeptieren, wer man eigentlich ist. Auch für den aktiven Leser ist hier aber auch einiges dabei. So stellt der Autor 27 verschiedene Übungen vor, die man einfach selbst machen kann.

3. Das Verträumte: “Der Alchimist” - Paulo Coelho

Der nächste Buchtipp gehört nicht zu der Kategorie der Ratgeber, sondern ist ein Buch aus der Unterhaltungsliteratur. “Der Alchimist” von Paulo Coelho ist einer der bekanntesten Romane unserer Zeit. Er beschreibt den Weg des anadlusischen Bauerjungens Santiago, der sich eines Tages aufraffte, um die Welt zu sehen und seinem Traum zu verfolgen. Seine Reise führte ihn bis zu den Pyramiden im alten Ägypten und traf viele Menschen, die sein Leben beeinflussten.

Aus dieser interessanten und mitreißenden Geschichte werden einem viele fundamentale Lehren aufgezeigt. So hat Santiago auf seiner beschwerlichen Reise niemals aufgegeben, auch wenn er große Hindernisse überwinden musste. Er hat immer an sich und seinen Traum geglaubt.

4. Das Buch für die Powerfrau: “Selbstbewusstsein stärken - Selbstvertrauen gewinnen!” - Victoria Lakefield

“Selbstbewusstsein stärken – Selbstvertrauen gewinnen!” von Victoria Lakefield ist der Bestseller zum Thema Selbstvetrauen aus dem Jahr 2020. Es ist somit das aktuellste aus dieser Liste. Dieser Ratgeber soll dir vor allem in vier wichtigen Punkten helfen: 

  1. Warum habe ich ein mangelndes Selbstbewusstsein?
  2. Was gibt es für effektive Lösungen mein Problem zu bewältigen?
  3. Wie kann ich meine Angst und Panik in Optimismus verwandeln?
  4. Wie verbessere ich meine Ausstrahlung und Körpersprache?

Das Buch ist eine starke Rundumlösung, das sich vor allem an Frauen richtet, die schon jahrelang mit einem mangelnden Selbstbewusstsein zu kämpfen hat. Die Autorin geht oft auf ihren eigenen Werdegang ein und erzählt immer wieder interessante Anekdoten aus ihrem Leben. Der Schreibstil ist sehr einfach und verständlich – es gibt einem direkt das Gefühl, seine Probleme bewältigen zu können.

5. Das kleine Kompakte: “Selbstbewusstsein: Selbstbewusst auftreten” - Julius Löwenstein

Unser letzter Buchtipp ist auch zugleich das vom Format her kleinste. Auf gerade einmal 50 Seiten erklärt der Autor Julius Löwenstein in „Selbstbewusstsein: Selbstbewusst auftreten“ in zwölf Schritten wie man selbstbewusster wird. Er lässt dabei jeden Schnickschnack weg und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Die zentralen Themen dieses Buches sind Positionierung, also wie du dich selbst und deine Werte siehst, Ausstrahlung und Durchsetzungsvermögen. Dieses Buch dient als ein sehr gutes Nachschlagewerk, da jeder dieser zwölf Schritte an sich ein gutes Thema für deine persönliche Entwicklung ist. Mit der kompakten Art des Buches ist es vor allem auf Reisen oder im öffentlichen Verkehr ein guter Begleiter.

Das waren unsere besten Bücher über Selbstbewusstsein. Egal ob du mit deinem Selbstvertrauen Probleme hast oder dich für sehr selbstbewusst hältst. Jedes dieser Bücher kann deinen Horizont erweitern und dir bei deinem persönlichen Wachstum helfen. Was sind deine Erfahrungen mit Selbsthilferatgebern? Kannst du andere Romane empfehlen, die dir geholfen haben? Über Kommentare würden wir uns sehr freuen.

Akzeptieren lernen – die Fähigkeit, Dinge als “unperfekt” anzunehmen

Akzeptieren lernen beschrieben durch ein Bergpanorama

Akzeptieren lernen und Dinge hinnehmen – das fällt vielen von uns schwer. Jeder von uns kennt solche Situationen, die man unbedingt ändern will, aber es einfach nicht möglich ist. Es fällt uns schwer diese Umstände zu akzeptieren, welche sich unserer eigenen Kontrolle entziehen und nicht so recht unseren Erwartungen entsprechen wollen. 

Schnell ist man ganz verkrampft und festgefahren in einer Situation, die man so nicht hinnehmen möchte – und versucht womöglich sogar gegen diese vehement anzukämpfen. Leider steckt uns das Leben ab und zu in Situationen, in denen wir keinen Einfluss besitzen diese zu ändern. Akzeptieren lernen kann dir dafür Abhilfe schaffen, um diese Dinge so hinzunehmen, wie sie sind.

Akzeptanz zu lernen und in seinen Alltag zu integrieren, kann einige Bemühungen benötigen, doch der positive Effekt, der sich ergibt, kann ganz besonders sein. Entscheiden wir uns nämlich eine Situation hinzunehmen und als “unperfekt“ zu akzeptieren, schaffen wir Raum für die Dinge, die uns vorantreiben können und uns glücklich machen.

Lass uns nun schauen wie man es schafft mit Situationen besser umgehen zu können und Akzeptanz zu erlernen. 

Das einzige Problem des Menschen besteht darin, dass er die Vorstellung hat mit ihm sei etwas nicht in Ordnung, und dass das, was nicht in Ordnung zu sein scheint, repariert werden müsse.

Samarpan, Neo-Advaita-Meister Tweet

Akzeptieren lernen – wieso ist es wichtig?

Im Leben müssen wir uns immer wieder mal mit Situationen konfrontiert fühlen, die nicht unseren Vorstellungen entsprechen. Es ist eine unschöne Situation – negative Emotionen wie Frust, Enttäuschungen und Stress sind die typischen Reaktionen.

Doch man muss verstehen, dass es manche Situationen gibt, die sich nicht ändern lassen – so sehr wie wir es auch wollen. Gewisse Umstände können wir nicht aus eigener Kraft umbiegen, sondern müssen Akzeptieren lernen. Sich dies einzugestehen, fällt vielen uns schwer.

Solang du gegen eine Sache ankämpfst, die sich nicht ändern lässt, verschenkst du bedeutsame Energie und Zeit, die du an anderer Stelle besser einsetzen könntest. Je länger man versucht gegen eine Veränderung oder Situation anzukämpfen, desto mehr verstärkt und verlängert sich das seelische und körperliche Leiden. Wenn du Akzeptanz lernst, ersparst du dir viele negative Gefühle und wertvolle zeitliche und emotionale Ressourcen. 

Entscheidend, um Akzeptieren zu lernen, ist jedoch die richtige Einstellung zur Akzeptanz. Denn Akzeptieren bedeutet weder Ignorieren, noch eine Niederlage zu verbuchen – sondern einen friedfertigen Umgang mit einer Situation zu finden. Dazu nun jedoch mehr.

Akzeptanz bedeutet nicht gleich Niederlage

Eine Situation zu akzeptieren hat nichts mit einer Niederlage oder persönlichem Misserfolg zu tun. Genauso wenig heißt es, dass man etwas ignoriert und darüber hinwegschaut. 

Es ist genau das Gegenteil: Das Geschehene ist ein Teil deiner Erfahrungen, doch du hast verstanden welche Dinge in deiner Macht stehen und welche nicht. Du hast Frieden mit der Vergangenheit geschlossen und kannst dein Blick wieder nach vorne richten.

Wir können nämlich nur Dinge akzeptieren, die bereits geschehen sind. Verschieben wir den Fokus von der Vergangenheit auf die Zukunft, können wir uns wieder auf die Projekte, Ziele und Taten konzentrieren, die uns vorantreiben.

Akzeptieren lernen bedeutet seinen Fokus auf die wichtigen und richtigen Dinge zu verschieben und sich nicht an Situationen aufzuhalten und aufzureiben, die nicht änderbar sind.

Akzeptieren lernen erklärt durch einen Wasserlandschaft und einen Steg, der ins was ragt
Akzeptanz verschafft dir den Freiraum und Leichtigkeit für deinen Alltag.

7 Fakten, die du akzeptieren musst

Es gibt reichlich Dinge in unserem Alltag, die von uns täglich Akzeptanz erfordern. Alle dieser Dinge entziehen sich unserer Entscheidungsgewalt oder lassen sich nur schwer von uns beeinflussen. Lerne diese Dinge zu akzeptieren. Gewinnst du nämliche die Erkenntnis und Akzeptanz für diese Dinge, wirst du erkennen, dass gewisse Situationen leichter von dir zu hinzunehmen sind.

1. Die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber die Zukunft

Wie wir schon erkannt haben, können wir das Geschehene nicht rückgängig machen. Viele tragen Belastungen aus der Vergangenheit mit sich herum. Es ist zwar richtig diese Erinnerungen zu behalten, doch anstatt an ihnen festzuhalten, sollte der Blick nach gewisser Zeit wieder nach vorne gerichtet werden.

2. Nicht alles steht in eigener Macht

Akzeptieren wir, dass sich gewisse Dinge unserer Kontrolle entziehen, können wir auch friedvoller die Situation für uns hinnehmen. Außenstehende Faktoren können das Leben beeinflussen. Auch wenn wir es uns gerne wünschen würden, dass wir über alles die Kontrolle hätten, so kann die Erkenntnis auch befreiend wirken, dass wir nicht über alles die 100 prozentige Kontrolle haben können.

3. Nichts ist perfekt

Eine Hürde beim Akzeptieren lernen ist der Hang des “Perfekt sein Wollens“. Wenn man nur die Dinge in seinem Leben annehmen würde, die voll und ganz den eigenen Erwartungen entsprechen würden, so würden wir nur selten dazu kommen etwas zu akzeptieren.

Perfektionismus kann der Akzeptanz stark im Weg stehen. Legen wir diesen Perfektionismus jedoch ab und erkennen, dass nichts perfekt sein muss, können wir einfacher und beruhigter durch das Leben gehen.

4. Alles birgt ein Risiko

Jede Entscheidung, die man trifft, geht mit einem gewissen Risiko einher. Zwar können wir mit einer guten Entscheidungsfindung Risiken reduzieren, doch gewisse Gefahren können weiterhin bestehen. Man kann gewissen schlimmen Dingen entgegensteuern, doch nicht alles lässt sich verhindern. Wir müssen akzeptieren lernen, dass Unsicherheiten und Risiken Bestandteil des alltäglichen Lebens sind.  

5. Alles Lebendige stirbt

Nichts, was einem widerfährt, hält für ewig und ist vergänglich. Alles, was kommt, muss auch wieder gehen und schafft dabei Raum für Neues. Mit der Zeit vergehen die schönen Dinge im Leben, aber auch die schlechten. Diese Einsicht kann entscheidenden sein, dass du Akzeptanz besser nachvollziehen kannst. Deine Umstände werden sich ändern – gewisse auch ganz von alleine. Du musst nicht gegen alles ankämpfen, was dir widerspricht. 

6. Das Leben ist, wie es ist

Leider folgt das Leben nicht gewissen Spielregeln. Das Leben ist nicht immer gerecht und verläuft auch nicht immer nach den eigenen Vorstellungen. Vielen Menschen fällt Akzeptanz schwer, wenn ihnen Ungerechtigkeit widerfährt und das Leben nicht den eigenen Erwartungen gerecht wird.

Das Leben ist womöglich nicht immer fair. Trotzdem muss es jeder von uns schaffen gewisse Situationen in seinem Leben hinzunehmen und diese nicht zu sehr an sich heranzulassen. Diese Einsicht kann ein schwieriger Prozess sein, doch verschafft dir langfristig die Möglichkeit sich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen, die man ändern kann.

7. Menschen sind unterschiedlich

Jeder Mensch hat einen freien Willen und eine eigene Sicht das Leben zu sehen – und das ist letztlich auch gut so. Menschen haben unterschiedliche Prinzipien, Wertvorstellungen, Glaubenssätze, Ziele, Gefühle und vieles mehr.

Viele Menschen werden sich von dir stark unterscheiden – auch in Bereichen, die du für wichtig empfindest. Doch das ist letztlich, was das “Mensch sein“ ausmacht und jeden von uns zu einem besonderen Individuum macht.

Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht.

Konrad Adenauer (1876-1967), erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Tweet

6 Tipps für mehr Akzeptanz

Hast du die obenstehenden Punkte gelesen, so könnte man nun ziemlich deprimiert und niedergeschlagen wirken. Doch so sollte es nicht bleiben. Denn es gibt auch sehr hilfreiche Tipps für den Umgang solcher Situationen. Denn die Eigenschaft Akzeptanz ist nicht starr, sondern kann durchaus erlernt und trainiert werden. Wir haben dir daher fünf hilfreiche Methoden zusammengestellt.

Empfehlung von DailyMentor

Im folgenden Abschnitt werden Methoden vorgestellt, die eine große Überschneidung zu den Bereichen Selbstliebe und Selbstreflexion besitzen. Wir möchten dir unsere Beitrag dahingehend ans Herz legen, falls du die Methoden weiterhin vertiefen möchtest.

1. Hinterfrage dein Verhalten

Verspürst du, dass deine Erwartungen nicht erfüllt worden sind und du enttäuscht bist, dann ist es wichtig, dass du dein Verhalten hinterfragst. Kämpfst du womöglich gerade gegen eine Situation an, die unverhältnismäßig viel “Arbeit“ von dir abverlangt bzw. nicht veränderbar ist?

Gerätst du in diese unschönen Situationen, beantworte dir offen und ehrlich die Frage, ob du wirklich die Umstände ändern kannst. Schaffst du es bzw. lohnen sich all deine Anstrengungen, die Situation zu verändern? Denn nicht immer wird das der Fall sein.  

Werde dir über deine verfügbaren mentalen und zeitlichen Ressourcen bewusst und ob es all die Anstrengungen wirklich wert sind. Womöglich ist es Akzeptanz, die dir genau in solchen Situation helfen kann, um mit deinen eigenen Ressourcen gut “zu wirtschaften“ – denn irgendwann ist auch damit dein “menschliches Limit“ erreicht.

2. Schließe Frieden mit der Vergangenheit 

Was Geschehen ist, ist geschehen. Verschwende nicht deine geistigen und emotionalen Kapazitäten für dein vergangenes Verhalten und bedauere nicht getroffene Entscheidungen.

Unsere Vergangenheit ist ein Teil der Person, die wir heutzutage sind. Doch du lebst im Hier und Jetzt – in der Gegenwart – mit dem Blick in die Zukunft. Versuche nicht zu krampfhaft an deiner Vergangenheit festzuhalten, sondern befasse dich mit den Dingen in deinem Leben, die du weiter vorantreiben kannst. 

Akzeptiere deine Vergangenheit und nutze deine gemachten Erfahrungen – sowohl positive, als auch negative – für dein künftiges Leben.

3. Sei dankbar für die schönen Dinge im Leben

Je bewusster du dir wirst über all das Gute, was du im Leben hast und dir widerfährt, desto einfacher wird es für dich auch mal Schlechtes zu akzeptieren. Denn es sind doch oft die schönen Momente im Leben, die die negativen überstrahlen.

Jeder von uns muss in seinem Leben durch gewisse Talfahrten gehen, doch trotzdem passiert jedem auch viele Gutes. Steigere vor allem in solchen Zeiten dein Bewusstsein für die ganzen schönen Momente und Dinge, die du in deinem Alltag hast.

Akzeptieren lernen durch einen Wanderer, der in der Ferne blickt
Fällt es dir schwer gewisse Dinge zu akzeptieren, denk auch an die guten Dinge, die dir widerfahren.

Eine tägliche Art der Affirmation kann dir dabei helfen dieses Bewusstsein zu steigern. Hilfreich ist es bspw. dafür ein Tagebuch zu schreiben. Um dich an die guten Dinge und Erfolge in deinem Leben zu erinnern, haben wir einen Beitrag über die positiven Effekte eines Erfolgsjournals geschrieben. Vielleicht findest du hierbei Inspiration für dich.  

4. Kein Mensch ist fehlerfrei

Fehler gehören zum Leben genauso dazu wie Erfolge. Es ist jedoch die Einstellung, die entscheidend ist, wie wir mit den Fehlern umgehen. Ein wichtiger Schritt für sein persönliches Wachstum ist die Akzeptanz und der Umgang mit den eigenen Fehlern. Kein Mensch, der sich weiterentwickelt, wird jemals durch das Leben gehen, ohne Fehler zu machen. 

Akzeptieren wir das, was wir falsch gemacht haben, können wir uns wieder auf wichtigere Dinge im Leben fokussieren und es in der Zukunft richtig machen. 

Verweigern wir nämlich unsere Fehler zu akzeptieren, dann weigern wir uns auch oft diese Dinge überhaupt zu benennen und anzuschauen. Trau dich und sprich die Dinge klar aus. Indem du deine Fehler benennst und konfrontierst, holst du sie aus der Verdrängung und lernst so diese zu akzeptieren und abzuhacken.

5. Emotionen zulassen und verstehen 

Verspürst du Zorn, Enttäuschung oder Wut, solltest du genauer hinschauen. Häufig kann sich hinter diesen Emotionen nämlich eine Thematik verstecken, in der man bestimmte Dinge akzeptieren lernen muss.

Deine (negativen) Emotionen sind oftmals dein unbewusster Wegweiser, inwiefern du gerade Akzeptanz für die Situation verspüren kannst. Es ist vollkommen in Ordnung und normal, dass du solche Emotionen empfindest. Doch es ist erneut der richtige Umgang deiner Emotionen, der dafür ausschlaggebend ist, inwiefern du es schaffen kannst die Dinge zu akzeptieren wie sie schließlich sind. Selbstreflexion kann dir weiterhelfen, dass du dein persönliches Ventil findest, um mit deinen Emotionen besser umgehen zu können. Unseren Beitrag dazu können wir dir sehr ans Herz legen. 

6. Die Sichtweise ändern und Distanz zur Situation schaffen

Beim Akzeptieren lernen hilft es einem manchmal die Sichtweise und den Standpunkt zu wechseln. Jede Person hadert mit unterschiedlichen Dingen. Genauso hat jeder aber auch ganz persönliche Stärken und Bereiche, in denen er womöglich besser klarkommt als andere – auch wie man Dinge akzeptieren kann. 

Manchmal – so kommt es einem vor – versteifen wir uns so sehr in unseren Ansichten und verharren in diesem Zustand, dass uns Akzeptanz nur sehr schwerfällt. Wir erkennen ausschließlich das Problem und kaum noch eine Lösung –  an Akzeptanz ist diesen Momenten nicht zu denken. Unser Problem scheint riesengroß und unlösbar. 

Ein Perspektivenwechsel kann dafür sehr hilfreich sein. Gewinne ein wenig Distanz zu deiner Situation und versuche erneut – und ganz unvoreingenommen – zu betrachten. Schaut man sich das Problem aus der “Ferne“ an, kann man Dinge womöglich ganz anders und neu erkennen.

Wenn du das nächste Mal das Problem, etwas nicht akzeptieren zu können, konfrontierst, schaue dich in deinem sozialen Umfeld um: Schaffen es Bekannte oder Familienmitglieder besser, eine ähnliche Situation zu akzeptieren? Solche Erkenntnisse und Erfahrungen können dir für deine Situation verhelfen, um Akzeptanz zu erlernen.

Unser Schlusswort 

Akzeptieren lernen ist ein Prozess. Es kann dir dafür viel an eigener Überzeugungskraft, eine starke Persönlichkeit und inneren Ruhe kosten. Verstehe, dass Akzeptanz nicht das gleiche wie Ignoranz oder Misserfolg bedeutet. Akzeptieren bedeutet letztlich nicht über Dinge hinwegzuschauen, sondern sie bewusst zuzulassen – und sie in ihrem “Sein“ zuzulassen.

Lernst du gewisse Dinge zu akzeptieren, wie sie eben sind, schaffst du es Situationen und Umstände in deinem Leben zuzulassen, anstatt gegen sie zu arbeiten. Erkennst du dies, wirst du deinen Fokus und deine Energie für wichtigere Dinge im Leben aufbringen können – und letztlich auch glücklicher und gelassener durchs Leben gehen können.

Wir hoffen, du konntest aus unserem Beitrag gewisse Dinge für dich und deinen Alltag mitnehmen. Lass es uns bitte gerne in den Kommentaren wissen, was du für Erfahrungen mit Akzeptieren lernen und dem ganzen Prozess gemacht hast. Welcher Tipp spricht dir am meisten zu? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen.

Unsere 5 besten Bücher über Selbstliebe, bei denen für jeden etwas dabei ist

Bücher über Selbstliebe beschrieben durch eine Frau mit einer Kaffeetasse und einem Buch

Du zweifelst oft an dir oder machst manchmal Sachen, um anderen zu gefallen? Dann geht es dir wie vielen anderen. Denn Selbstliebe ist einer der wichtigsten Themen der Persönlichkeitsentwicklung. So ist unser Artikel “wie lerne ich mich selbst zu lieben” einer der beliebtesten Beiträge unseres Magazins. Doch manch einem reicht ein einfacher Artikel nicht aus. Sie wollen sich weiterbilden und informieren. Bücher über Selbstliebe und andere Selbsthilferatgeber werden immer populärer in unserer heutigen Zeit. Menschen haben in dem letzten Jahrzehnt gelernt, dass Selbstfindung und Selbstliebe nicht etwa egoistisch sei, sondern ein essenzieller Teil des eigenen Glücks ist.

Doch welches Buch ist das richtige für einen selbst? Jeder Mensch ist verschieden und hat andere Vorlieben. Für manche sind Ratgeber zu trocken, manche mögen es eher pragmatisch, andere eher spirituell. In der Fülle der Optionen auf dem heutigen Markt ist es manchmal schwer den Überblick zu verlieren. Wir stellen die für uns besten Bücher über Selbstliebe vor. Dabei gucken wir uns nicht nur Ratgeber an, sondern auch beliebte Romane, die eine andere Sichtweise auf das Thema bieten.

Warum helfen Bücher über Selbstliebe? Ratgeber oder lieber Romane?

Lesen ist eine der besten Methoden, um sich weiterzuentwickeln. Die Vorteile des Lesens erstrecken sich nicht nur über den Geist. So gibt es viele signifikante Studien, die belegen, dass das Lesen auch gesundheitliche Probleme vorbeugen kann. Doch welche Bücher sind die richtigen? Müssen es immer die spirituellen Ratgeber sein oder können wir auch einen leichten, lockeren Roman lesen, um uns auf den richtigen Weg zu bringen?

Generell lernt jeder Mensch anders. Nicht jede Lernmethode ist für jeden Mensch gleich effektiv. So bevorzugen einige klare Übungen und Richtlinien, die sie anwenden und testen wollen. Andere wiederum sind Ratgeber dieser Art zu langweilig und zu strikt. Wir von DailyMentor sind der Meinung, dass eine gute Mischung am besten funktioniert. In den Morgenstunden ist der Mensch am produktivsten. So ergibt es Sinn nach dem Frühstück sich an einen Tisch zu setzen und sich kurz Zeit zu nehmen, um einen Ratgeber aufzuschlagen und sich selbst Notizen aufzuschreiben. Nachmittags ist es vielleicht entspannter sich auf den Balkon in die Sonne zu setzen und einen einfachen Roman zur Unterhaltung zu lesen, der einem unterbewusst das Thema Selbstliebe näher bringen kann.

Doch warum sind Bücher über Selbstliebe so effektiv? In der heutigen Gesellschaft haben wir oft keine Zeit uns mit uns selbst zu beschäftigen. Stress im Job und im Alltag sind oft allgegenwärtig und man nimmt sich nicht genug Zeit für sich selbst. Doch das bewusste Beschäftigen mit dem eigenen persönlichen Wachstum ist immens wichtig und sollte nicht zu kurz kommen. Der Moment, in dem du ein Buch öffnest, kann wie ein Signal an den Körper und an das Gehirn wirken: Jetzt geht es um mich.

Lesen stärkt die Seele.

Voltaire (1694-1778), französischer Philosoph Tweet

Bücher über Selbstliebe

Wir haben eine Liste unserer persönlichen Favoriten über das Thema Selbstliebe vorbereitet. Diese Aufstellung hat keine Rangliste und keine Priorität. Jedes dieser Bücher kann dir auf deinem persönlichen Weg helfen. Bücher aus der Belletristik, also aus der Unterhaltungsliteratur, sowie bewährte Klassiker und neuzeitliche Ratgeber finden in dieser Liste ihren Platz.

1. Das Spirituelle: "Das Buch der Freude" - Dalai Lama und Desmond Tutu

Die Autoren dieses Buches gehören zu den spirituellen Führern unserer heutigen Welt. “Das Buch der Freude” von dem Dalai Lama und Erzbischof Desmond Tutu aus Südafrika ist ein bewegendes Werk, das sich vor allem mit der Glückseligkeit beschäftigt. Sie beschreiben ihre bescheidene Lebensweise und erklären wie man mit sich selbst und seinen Umständen glücklich sein kann. Das Buch enthält viele biografische Passagen mit verschiedenen Geschichten aus dem interessanten Leben der beiden Autoren. Man hat oft das Gefühl bei einem Gespräch der beiden mit am Tisch zu sitzen und zu lauschen.

Am Ende des Buches gibt es noch einige interessante Übungen, die dir helfen sollen, dein Glück zu finden. In diesen Übungen geht es vor allem darum, auch Schmerz und Trauer loszulassen und nach vorne zu blicken.

2. Das Pragmatische: "Wie ich lernte, mich zu lieben: Selbstversuch eines Wissenschaftlers" - David R. Hamilton

Der spirituelle Ansatz ist nicht für jeden Menschen geeignet. Mit “Wie ich lernte, mich zu lieben: Selbstversuch eines Wissenschaftler” von David R. Hamilton möchten wir dir ein etwas anderes Buch an Herz legen. So ist Hamilton ein Doktor der Chemie und hat seinen Job in der Industrie verlassen, um Bücher über Selbstfindung zu schreiben.

Sein Ansatz ist analytischer und bedient sich mehr wissenschaftlichen Fakten. Sein Schreibstil ist trotzdem sehr locker und das Buch ist leicht zu lesen.

Hamilton vertritt den Standpunkt, dass eigentlich gar nicht soviel mit dir verkehrt ist. Es handelt weniger davon, sich zu verändern. Sondern es geht mehr darum, zu akzeptieren, wer man eigentlich ist. Auch für den aktiven Leser ist hier aber auch einiges dabei. So stellt der Autor 27 verschiedene Übungen vor, die man einfach selbst machen kann.

3. Der philosophische Romanklassiker: "Das Café am Rande der Welt: eine Erzählung über den Sinn des Lebens" - John P. Strelecky

Ein etwas anderes Buch in dieser Reihe ist John P. Streleckys “Das Café am Rande der Welt: eine Erzählung über den Sinn des Lebens”. In diesem Roman geht es um einen gestressten Arbeiter John, der sich eine kurze Auszeit von seinem Job nahm. Er fand ein kleines Café, das auf der Speisekarte drei wichtige Fragen geschrieben hatte: Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Bist du glücklich? John, der zuvor immer hart und strickt nach Plan gearbeitet hat, haben diese Fragen sehr überrumpelt und begann sein Leben zu hinterfragen.

Das Buch nimmt dich auf eine philosophische Reise in Johns Gedanken mit. Es ist insgesamt sehr gesellschaftskritisch und interessant, da es einem helfen kann, die Welt einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

4. Der strukturierte Ratgeber: "Liebe dich selbst, als hinge dein Leben davon ab" - Kaval Ravikant

Wer lieber eine strukturierte und klar durchgeplante Lösung sucht, um sich dem Thema der Selbstliebe zu widmen, ist bei “Liebe dich selbst, als hinge dein Leben davon ab“ von Kaval Ravikant genau richtig. Er hat klare Vorstellungen, woher Selbstliebe rührt, warum es wichtig ist und wie man sie am besten erlangt. Sein Ansatz besteht aus einem Vermischen von erfolgversprechenden Übungen wie Affirmationen und Meditationsübungen.

Er beschreibt Selbstliebe als eine Lebensaufgabe, für die man regelmäßige Zeit aufwenden muss. Seine Routine ist sehr interessant und lädt zum Ausprobieren ein. Das Buch ist mit seinen klaren Anweisungen und Tipps besonders für Anfänger geeignet.

5. Das Buch für Zwischendurch: "Selbstliebe: Weg der inneren Heilung" - Michael Tischinger

Das letzte Buch unserer Empfehlungen ist “Selbstliebe: Weg der inneren Heilung“ von Michael Tischinger. Der Autor ist Arzt, Theologe und Psychotherapeut und erzählt in diesem Werk von seinen Erfahrungen in der Praxis. In insgesamt 52 kurzen Geschichten erläutert er facettenreich die Probleme von Menschen mit der Selbstliebe. In diesen Abhandlungen vermag es Tischinger sehr eindrucksvoll alltägliche aber bedeutsame Probleme und Situationen berührend darzustellen. Man wird von den Geschichten mitgerissen und lernt oft unbewusst mit.

Aber nicht nur diese Geschichten sind lesenswert, sondern auch der erste Teil über “Selbstliebe verstehen”, in dem er genau erklärt, was Selbstliebe überhaupt ist und welche Trugschlüsse viele Menschen über sich selbst haben.

Am Ende des Buches gibt es noch einige interessante Übungen, die dir helfen sollen, dein Glück zu finden. In diesen Übungen geht es vor allem darum, auch Schmerz und Trauer loszulassen und nach vorne zu blicken.

Diese fünf Bücher über Selbstliebe bieten eine Menge Abwechslung und wir können sie dir wärmstens empfehlen. Ich lese beispielsweise jeden Montag eine Geschichte aus dem letzten Werk als Start in meine Woche.

Welches Buch hast du als letztes gelesen, das einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat? Wir würden uns sehr über deinen Kommentar freuen.

Psychografie – was für ein Persönlichkeitstyp bist du? Erkenne dein Naturell

Psychografie Persönlichkeitstyp beschrieben durch verschiedenfarbige Pflanzen

Jedes Individuum wird ausgezeichnet durch verschiedene Eigenschaften, die uns entweder in die Wiege gelegt oder im Verlauf unseres Lebens angeeignet worden sind. Jeder Mensch ist einzigartig – dennoch streben viele von uns danach sich trotz der Vielfalt irgendwo einordnen zu können. Dafür gibt es verschiedene persönlichkeitspsychologische Ansätze, die dem Bedürfnis nahekommen. Einer davon ist die Psychografie. Sie ist ein adäquates, lebensnahes und verständliches System, um Persönlichkeitstypen zu verstehen und sich und sein Umfeld einordnen zu können. 

In der Psychografie spricht man von drei Persönlichkeitstypen: dem Handlungs-, Beziehungs- und Sachtypen. Jeder Mensch ist mindestens einem dieser Typen primär zugeordnet – auch Naturell genannt. Meistens kommt jedoch eine Mischform aus allen dieser Typen zustande, wonach kein einfaches Schubladendenken möglich ist. Davon dominiert jedoch immer einer, der viele Bereiche seines Lebens bestimmt.

Was kannst du in diesem Beitrag lernen?

Im Verlauf unseres Artikels bringen wir dir grundlegendes Wissen über die drei verschiedenen Typen bei. Wir werden uns mit den einzelnen Besonderheiten, Stärken, aber auch Schwächen und Ängsten der Persönlichkeiten befassen. 

Sobald du Kenntnisse über die verschiedenen Grundtypen erlangt hast, kannst du diese nicht nur auf dich anwenden, sondern wirst auch deine Mitmenschen in ihrem Denken und Verhalten besser verstehen können. Die Psychografie bietet dir daher eine hervorragende Voraussetzung für eine gute Selbstbeziehung und gelingende Beziehungen zu Anderen.

Empfehlung von DailyMentor

Bevor du weiterliest, haben wir einen Persönlichkeitstest auf Basis der Psychografie erstellt. 

Am besten du startest zuerst mit dem Test, um gleich einen persönlichen Bezug zur Psychografie zu erhalten.

Hier geht es zum Persönlichkeitstest

Was ist Psychografie?

Die Psychografie basiert auf der Grundannahme, dass die menschliche Psyche auf folgenden drei Bereichen aufgebaut ist: Denken, Handeln, Fühlen. Auf dieser Basis wurden in der Psychografie die drei Persönlichkeitstypen nach Dr. Dietmar Friedmann definiert, die alle ihre Besonderheiten, Talente, Fähigkeiten, aber auch Schwächen haben:

Jeder Mensch hat bereits seit seiner Kindheit eine gewisse Begabung und Bevorzugung in den Bereichen des Fühlens, Handelns oder Denkens entwickelt. Einen dieser Bereiche hat jeder von uns zu seiner persönlichen Stärke gemacht. Hingegen hat man sich unbewusst dazu entschieden einen anderen Teil dieser drei Persönlichkeitstypen eher zu vernachlässigen.  

Psychografie Persönlichkeitstyp beschrieben durch ein Kind, welches eine Landkarte hält
Im Kindheitsalter entscheidet sich unser bevorzugtes Naturell.

In jedem von uns steckt jedoch zumindest ein kleiner Anteil aller drei Typen. Es ist allerdings die Gewichtung dieser drei Persönlichkeitstypen, die bei jedem Charakter unterschiedlich sein kann. Jeder von uns hat trotzdem seine “Lieblingsstrategie“ und eigene Art und Weise, wie man persönlich mit sich und seiner Umwelt interagiert.

So hat jeder Grundtyp seine ganz eigenen praktischen, emotionalen oder mentalen Kompetenzen. Diese ganz individuelle Dynamik ist ausschlaggebend, wie wir die Welt sehen und unseren Alltag bestreiten.

Die Psychografie unterscheidet sich in der Hinsicht von anderen eher statischen und starren Persönlichkeitstests und -modellen. Sie gibt dir eine Grundrichtung an und orientiert sich danach mehr, was innerhalb deiner Persönlichkeit passiert, ohne dich darin einzuschränken. 

Schließlich befasst sich die Psychografie mit ihren drei Persönlichkeitstypen damit, wie die einzelnen Typen handeln, Probleme lösen, wo ihre Stärken und Talente liegen, aber auch wo sich gewisse persönlichkeitstypische Fallen und Lösungswege verstecken können. 

Die drei Persönlichkeitstypen 

Wenn du dir nun die drei Persönlichkeitstypen durchliest, wirst du dich oder eine dir bekannte Person in einigen dieser Beschreibungen mehr – in anderen womöglich weniger – wiedererkennen.

Verstehe, dass du nicht alles “für bare Münze“ nehmen sollst. Die Beschreibung der einzelnen Persönlichkeitstypen entspricht einem 100 prozentigem Naturell, was keinem oder zumindest sehr wenigen von uns entspricht. Wir Menschen sind dynamische Individuen und werden von unserer Umwelt beeinflusst. Daher ist hier kein Schubladendenken angebracht. Eher sollen dir die Naturelle eine Tendenz deiner Persönlichkeit aufzeigen.

Psychografie Persönlichkeitstyp beschrieben durch unterschiedliche Blätterfarben
Abhängig vom Charakter können sich unsere Naturelle überschneiden.

Verstehst du dein Naturell, das deines Partners oder deiner Freunde, so kannst du womöglich diese besser nachvollziehen. Du erkennst, weshalb jemand so handelt wie er es tut, verstehst seine Stärken und Schwächen. Vor allem soll dir unsere Auflistung die Möglichkeit geben, dass du zwischenmenschliche Beziehungen besser handhaben und verstehen kannst. 

Jedoch wollen wir dir mit dem einordnen und erkennen der drei Naturelle nicht nur “Honig um den Mund schmieren”, sondern dir einen Lerneffekt mitgeben. Du erhältst von uns daher nicht ausschließlich Positives in der Auflistung, sondern wirst auch viele “persönlichen Baustellen“ der Naturelle erkennen. Denn es sind vor allem die Schwächen, die man bei den einzelnen Naturellen verstehen muss, sodass man sich in sein Gegenüber besser hineinfühlen kann. 

Beachte dabei bitte immer, dass es bei der Unterscheidung der drei Grundtypen nicht darum geht, dass der eine oder andere besser oder schlechter ist. Sondern es geht darum, dass man die Eigenheiten seines Persönlichkeitstyps und den seiner Mitmenschen analysieren und akzeptieren lernt, um Missverständnissen entgegenzuwirken.

Der Beziehungstyp

Der erste der hier vorgestellten Persönlichkeitstypen ist der Beziehungstyp. Er ist mit Abstand die kreativste uns abenteuerlustige der drei Grundtypen – mit ihm wirst du immer spannende neue Dinge erleben.

Mitunter liegt das daran, dass der Beziehungstyp ein nahezu chronischer “Ja”- Sager ist und nur selten “Nein” sagen kann. Dies kommt ihm jedoch nicht allzu oft zulasten, da er sich rasch für jegliche Dinge begeistern kann. Das sind vor allem die Dinge, bei denen er herausgefordert wird. Diese Hingabe kann jedoch schnell aufgrund des oberflächlichen Interesses schwinden, sobald sich ihm eine neue, spannendere Möglichkeit eröffnet. 

Er hat oftmals einen großen Freundeskreis und hegt eine starke Bindung zu seinem sozialen Umfeld, auf welches er großen Wert legt. Empathie und Verständnis für sein Gegenüber ist eine seiner größten Stärken. Er verstreut mit seiner offenen, optimistischen Persönlichkeit und vielfältigen Mimik stets viel positive Energie aus, wobei er auch stets selbstbewusst wirkt – dieser Schein kann jedoch in einigen Fällen trügen. 

Ein Beziehungsmensch hat eine große innere Angst von anderen ausgeschlossen oder gar nicht gemocht zu werden. Von allen Typen kann der Beziehungstyp am meisten unter seinen Problemen leiden. Die Fülle an negativen Gedanken kann dieser Typ jedoch mit seinen positiven Gefühlen ausgleichen, da er sehr gut mit seinen Gefühlen, als auch denen von anderen, umgehen kann.

Aufgrund seiner hohen emotionalen Wahrnehmungsdichte denkt, fühlt und handelt er demnach oft sehr emotional. Der Beziehungstyp hat einen ausgeprägten Sinn für alles Schöne, weshalb er auch einen großen Wert auf sein Erscheinungsbild legt, um anziehend und attraktiv zu wirken.

Der Beziehungstyp hat großes Interesse für Neues und scheut es daher nicht neue Wege einzuschlagen – weshalb der Werdegang eines Beziehungstyps nicht immer konstant ist. Der Beziehungstyp lebt nämlich stets im Hier und Jetzt – die Gegenwart ist seine Zeitform. 

  • lebendig, kontaktfreudig, ausdrucksstark, ideenreich, optimistisch
  • kommunikative und offene Persönlichkeit und findet schnell den Zugang zu anderen
  • starkes Empathievermögen und das Verständnis für andere Personen und Situationen
  • verantwortungsbewusst und hilfsbereit
  • kann sich sehr gut ausdrücken, was vor allem an seinen eigenen starken Emotionen liegt
  • ist durch die Begeisterungsfähigkeit in der Lage Zusammenhänge und Situationen schnell zu verstehen
  • ungeduldig, unvorsichtig, leichtgläubig, schnell ablenkbar, unpünktlich
  • nimmt viele Dinge sehr persönlich und bezieht vieles auf sich
  • verausgabt sich überdurchschnittlich für andere – geht er dem nicht nach, fühlt er sich schuldig
  • passt sich sehr an die Bedürfnisse von anderen an und stellt das eigene Wohl hinten an, im übertriebenen Ausmaß kann sich dies im Helfersyndrom bemerkbar machen
  • kann sich schwer abgrenzen
  • Probleme mit der Einteilung von zeitlichen und finanziellen Ressourcen durch vielfältiges und gleichzeitiges Interesse
  • kann sehr gut mit Menschen umgehen, weshalb er oft im Sozialen beruflich tätig ist
  • starke Beziehung zum Umfeld und daher sehr anfällig auf die Impulse, die von außen kommen – oder ggf. nicht kommen
  • vergleicht sich oft mit anderen und hat einen hohen Anspruch an sich selbst
  • durch vielfältiges und sprunghaftes Interesse kann der Beziehungstyp unkritisch und oberflächlich wirken, wobei gewisse Versprechen auch nicht immer eingehalten werden können 
  • besitzt eine Fluchttendenz, um sich abzuschotten, wenn ihm Abweisung widerfährt oder er sich ungeliebt und hilflos fühlt
  • nicht mehr gemocht oder geliebt zu werden und aus der Verbindung zu fallen
  • hilflos zu sein
  • dass sich andere nicht für ihr Interessen und Bedürfnisse interessieren
  • kritisches Denken und Hinterfragen
  • klares Denken, Abstand zu Situationen gewinnen
  • Geduld: sich Zeit einräumen und angefangene Projekte zu Ende bringen
  • auf das eigene Wohl verstärkter achten, auch wenn man es dabei nicht immer allen recht machen kann 
  • Rücksicht auf die eigenen Ressourcen und Planung des Alltags zu legen

Der Sachtyp

Der nächste der drei psychografischen Grundtypen ist der Sachtyp. Wie der Name schon vermuten lässt, ist er ein sehr theoretisch und geistig veranlagter Mensch, der stets rational handelt. Man könnte den Sachtyp auch als “Kopfmenschen” bezeichnen, der mehr theoretisch als praktisch veranlagt ist, da er lieber denkt als zu handeln.

Ein Sachtyp ist sehr wissbegierig, erkennt schnell Zusammenhänge und ist lernwillig für jegliche Thematiken, die ihn interessieren. Er schätzt stets Klarheit, Effizienz und Transparenz, wobei er Situationen immer wohlbedacht abwägt, ehe er Zeit, Anstrengungen und/oder Geld investiert. Im Allgemeinen ist der Sachtyp sehr sparsam mit seinen Finanzen und Ressourcen.

Trotz und womöglich gerade wegen seines Strebens nach Fehlervermeidung, ist der Sachtyp ein “Vielleicht”-Mensch, womit er in den für sich unangenehmen Entscheidungssituationen einen Spielraum offen lassen kann – und das meist über einen längeren Zeitraum. Er ist einfach kein typischer Initiator, sondern wartet gerne erstmal ab, um dann irgendwann zu reagieren. Das macht ihn zusätzlich sehr sicherheitsbedacht.

Die Zeit, die der Sachtyp für sich alleine hat und auch mal “nichts tut”, schätzt er sehr. Viele seiner persönlichen Angelegenheiten und Probleme macht der Sachtyp mit sich selber aus. Er ist meist zurückhaltend, konfliktvermeidend und unauffällig. Lässt sich ein Konflikt jedoch einmal nicht vermeiden oder geht es dem Sachtypen nicht gut, so hat er in solchen Situationen eine starke Tendenz zum Rückzug, Pessimismus und zur Sensibilität. Dies bekommt auch sein soziales Umfeld zu spüren – wobei er jedoch stets ein loyaler und fürsorglicher Freund und Partner ist.

Für Sachtypen ist es zudem nicht untypisch bestimmten Gewohnheiten nachzugehen, da sie Regeln und Sicherheit im Alltag brauchen. Ehe er sich von einer solchen Struktur trennt, sollte stets eine Alternative vorhanden sein. Nicht nur aufgrund seiner analytischen Vorgehensweise, sondern auch aufgrund seines überdurchschnittlich guten Gedächtnisses ist der Sachtyp ein vergangenheitsorientierter Mensch. 

  • strukturiertes Denken und analytisches Vorgehen
  • hohe Auffassungsgabe
  • ist sehr detailliert und kann sich im eigenen Fachgebiet viele Dinge merken 
  • hat die Fähigkeit Situationen zu versachlichen und nicht zu dramatisieren
  • bringt Gelassenheit mit und strahlt dabei Souveränität aus
  • schiebt unangenehme Aufgaben gerne auf und hat Probleme sich zu entscheiden
  • kann zu viel nachdenken und verpasst den Moment des Handelns, um aktiv zu werden
  • Probleme in der Äußerung der eigenen Gefühle, da er keinen guten Zugang zu den inneren Befindlichkeiten hat
  • Probleme Kritik aufzunehmen – vor allem dann, wenn sie sachlich geäußert wird
  • kann sich schnell zurückziehen, bei Überforderungen einer Situation
  • Probleme in Drucksituationen und Veränderungen
  • verhält sich introvertiert, starr und abgekühlt in unkomfortablen Situationen
  • kann zu unentschlossen und passiv sein – lange steht das “Vielleicht“, ehe er sich entscheiden kann
  • kommuniziert sachlich und klar, kann trotzdem gerne auch mal abschweifen 
  • geht tiefe Verbindungen ein und führt daher sehr loyale Freundschaften
  • lässt anderen Mitmenschen Raum und kann gut zuhören
  • ist nicht direkt schüchtern, sondern eher zurückhaltend und beobachtend
  • lässt sich wenig durch Emotionen durchrütteln 
  • hat tiefe Gefühle, doch zeigt diese nur ausgewählten Personen
  • macht viele Angelegenheiten mit sich selbst aus und lässt sich dabei nach außen wenig anmerken 
  • bleibt in Diskussionen sachlich und ruhig
  • lässt sich für Aktivitäten schwerfälliger motivieren 
  • hat eine hohe Reizschwelle in Konfliktsituationen – wird diese jedoch erreicht, kann es auch ihm “herausplatzen“ und ist dabei sehr treffsicher, zynisch oder auch gemein
  • Angst vor Sicherheits- und Kontrollverlusten
  • allgemeine Aversion von Risiko
  • Angst vor Verlusten und Niederlagen
  • nicht immer zu viel nachdenken und bereit sein ein Risiko einzugehen
  • sagen was er will und nicht nur was er nicht will
  • sich groß und laut machen für Dinge, für die er einsteht
  • Dinge weniger “verkopft“ und starr betrachten
  • proaktives Handeln und eine bessere Handhabung von Drucksituationen

Der Handlungstyp

Der letzte der drei Grundtypen ist entgegen dem Sachtypen ein sehr kraftvoller und entschlossener Typ. Die Rede ist von dem Handlungstypen. Er bevorzugt das praktische Handeln und schätzt positive Ergebnisse sehr, da seine Arbeit und die damit verbundenen Fähigkeiten meist Mittelpunkt seines Lebens sind. 

Um seine Ziele zu erreichen, ist er jedoch stets zum Kampfe bereit und nimmt den einen oder anderen Streit in Kauf – wobei er selbst hart im Nehmen ist und sich nicht viel beklagt. Er liebt es, sich zu messen und mit anderen zu vergleichen, deshalb erkennt er in allem einen Wettbewerb. Dabei erkennt er als strukturliebender Mensch die Regeln zwar an, ist meistens aber davon überzeugt im Recht zu sein und scheut dabei auch nicht davor ab andere zurechtzuweisen. 

Nicht nur bei den Wettbewerben muss er an erster Stelle stehen, auch im Arbeitskontext übernimmt er gerne die Führungsposition, wobei er stets ein verantwortungs- und pflichtbewusster Mensch ist. Während andere noch denken, ist er bereits am Handeln und übernimmt die Führung. Er verabscheut Ungerechtigkeit und setzt sich wegen seines Beschützerinstinkts gerne für Schwächere ein. Er ist großzügig und teilt gerne.

In seinem Handeln ist er sehr lösungsorientiert und weiß schnell, was zu tun ist – das schätzt sein streng ausgewähltes Umfeld sehr an ihm. Sein Umfeld muss ihn nehmen, als das, was er ist, denn wenn er einmal leidet, wird er kritisch und polternd, hartherzig, gemein oder negativ, wodurch er nach außen machtvoll und dynamisch wirkt, was ihm jedoch keine Missverständnisse erspart.

Nicht nur nach außen wirkt der Handlungstyp so. Tatsächlich hat er einen schlechten Zugang zu seinen Gefühlen, welche für ihn oft nicht klar sind. Nach außen ist er stets robust, taff und kann seine Meinung gut durchsetzen – doch in Wahrheit sucht er die Möglichkeit sich bei jemanden anlehnen zu können, dem er auch seine schwache Seite zeigen kann. Der Handlungstyp ist ein Macher und handelt, wenn andere noch überlegen, deshalb ist seine Zeit die Zukunft

  • schätzt die sozialen Kontakte und ist ein wahrer “wir“-Mensch 
  • achtet auf das Wohl der Gruppe und Gerechtigkeit 
  • sucht die Führungsposition und ist dabei sehr lösungsorientiert
  • verantwortungsvoll, zuverlässig und pflichtgetreu
  • disziplinierter zuverlässiger Pragmatiker
  • ziel-, ergebnis- und erfolgsorientiert
  • arbeitet mehr als nötig und blendet dabei die emotionale Ebene aus
  • sehr ausgeprägtes Ordnungsbedürfnis und starkes Pochen auf das Einhalten von Regeln, was ihn als Kontrollfreak aussehen lassen kann
  • kann Konflikte verursachen durch die “Angriffslust” seine Meinung durchzusetzen
  • besitzt die Grundhaltung zuerst “Nein“ zu sagen
  • Hang zum Perfektionismus und das auch unter der Missachtung der eigenen Energie und Gesundheit
  • schätzt die Familie und Freunde und meint es gut mit ihnen
  • hat ein eigentlich ein weiches Herz – und zeigt dies vor allem Kindern und Tieren
  • bevorzugt eine klare Kommunikation – spricht dabei gerne laut und deutlich und untermauert dies mit Gestiken
  • schätzt die eigenen Kontakte sehr – doch eine zu nahe Bindung kann für ihn suspekt sein
  • braucht ein starkes Gegenüber, das seine eigene Postionen vertritt 
  • mag es sich mit anderen zu reiben und zu diskutieren 
  • Es geht ihm im sozialen Umfeld hauptsächlich darum etwas “zu machen” und weniger sich mit Emotionen zu beschäftigen
  • durch seine Beschützerrolle ist er für sein soziales Umfeld immer da
  • ist weniger der Zuhörer, sondern schlägt dem Gegenüber bei Problemen eigene Lösungswege vor, wie er selber vorgehen würde
  • Angst sich Schwächen einzugestehen – denkt, dass er immer resolut und standfest wirken muss
  • größte Angst sich eingeschränkt, machtlos oder blockiert zu fühlen
  • Angst von seinem Umfeld falsch wahrgenommen zu werden, dass er in irgendeiner Hinsicht schwach wäre
  • Feingefühl und Empathie, um andere Meinungen zu verstehen und akzeptieren
  • Bereitschaft seine schwache Seite zu zeigen, um sich auch bei anderen anlehnen zu können
  • Rücksichtnahme: fragen, was die Bedürfnisse und Gefühle anderer Personen sind
  • Situationen nicht immer zu ernst zu nehmen, um selber auch mal locker lassen zu können
  • verstärktes Zulassen für eigenen Spaß, Gelassenheit und Fördern der Kreativität

 

Sicherlich wirst du dich in einem dieser Naturelle verstärkt erkennen können. Nehme diesen Text für dich mit, um zu deinen Stärken zu stehen und diese ggf. noch weiter ausbauen zu können. Selbes gilt für deine Schwächen – nehme es als Anlass diese zu erkennen und anzupassen. Doch wie du es selber schon weißt: Niemand ist perfekt und hat seine Potenziale. Das gehört zum “Mensch sein” dazu.

Bestimmt hast auch du einen “aha”- Effekt für dich mitgenommen. Was war es für einer? Wir sind gespannt, welche Learnings du aus diesem Beitrag für dich mitgenommen hast. Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.

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