Die 7 Säulen der Resilienz und ihre genaue Erklärung

7 Säulen der Resilienz erklärt durch eine Schachfigur, die als einzige noch steht

Die 7 Säulen der Resilienz: Sie sind wohl eines der bekanntesten Resilienzmodelle, die es geschafft haben den Begriff der Resilienz alltagstauglich und verständlich für jeden zu erklären.

Resilienz ist mittlerweile in vielen Lebensbereichen – ganz gleich, ob im privaten oder beruflichen Kontext – ein gängiger Begriff geworden. Einfach gesagt, ist die Resilienz ein unsichtbarer Schutzschild der menschlichen Psyche, um besser auf Stress auslösende Reize sowie auf Negativsituationen reagieren zu können.

Dennoch ist Resilienz vielmehr ein Oberbegriff, der sich aus vielen wichtigen Teilaspekten – den sog. Resilienzfaktoren – zusammensetzt. Um die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen zu erklären, haben sich viele Studien und Modelle der Resilienz gewidmet und dabei eine Vielzahl von unterschiedlichen Resilienzfaktoren festgelegt.

Die 7 Säulen der Resilienz nach Reivich und Shatté haben dabei diese Vielfalt an Faktoren komprimiert und beschreiben Resilienz anhand von sieben Säulen, auf denen das Oberdach der Resilienz liegt.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Resilienz?

Resilienz beschreibt die Fähigkeit einer Person, persönliche Rückschläge und Situationen von Stress ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen. Sie entspricht demnach der mentalen Widerstandskraft auf Situationen wie Krisen- und Stressmomente, weshalb Resilienz auch als Immunsystem der Seele bezeichnet wird oder auch als Form von innerer Stärke beschrieben wird.

Dies verdeutlicht auch der Ursprung des Wortes: Resilienz stammt vom dem Lateinischen „resilire“ und bedeutet so viel wie „zurückspringen“ oder „abprallen“ – metaphorisch prallen die negativen Erlebnisse an der Psyche der Person ab.

Eine resiliente Person besitzt demnach die Möglichkeit auf Rückschläge und Stress besser zu reagieren und schafft es sich auch gleichermaßen von diesen Situationen besser zu erholen. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind resiliente Menschen klassische Stehaufmännchen.

Ein ähnliches Bild vermittelt der Begriff auch in der Naturwissenschaft, wo dieser Ausdruck auch ursprünglich herkommt: In der Physik beschreibt Resilienz die Eigenschaft eines Körpers, der nach einer Verformung in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehrt. 

So kann man sich (psychische) Resilienz sehr treffend anhand eines Gummiballs vorstellen: So fest wie man ihn auch zusammendrücken mag, nimmt der Ball nach dem Zusammendrücken seine ursprüngliche Form wieder an.

Resilienzfaktoren als Grundgerüst der Resilienz

Anders als auf einen Gummiball, den man zusammendrückt, wirken auch auf Menschen unterschiedliche Kräfte und Belastungen. Der Mensch unterliegt in seinem Alltag unterschiedlichsten Situationen und Faktoren, die sein (psychisches) Wohlbefinden potenziell gefährden können. Einige Beispiele wären allgemeine Situationen von Stress, Krankheit, Konflikte und Auseinandersetzungen mit anderen Personen, sowie persönliche Rückschläge und Krisen. Es sind alles Umstände, die das menschliche Wohlbefinden gefährden können, weshalb diese Belastungsquellen auch als Risikofaktoren beschrieben werden.

Diesen Risikofaktoren wirken die Resilienzfaktoren – oder auch Schutzfaktoren genannt – entgegen. Sie sind sozusagen persönliche Grundhaltungen und Fähigkeiten, die es einem Menschen ermöglichen, sich besser von solchen Risikofaktoren zu schützen und das Wohlergehen aufrechtzuerhalten. Resilienzfaktoren wirken sich demnach grundsätzlich positiv auf das menschliche Wohlbefinden aus. 

Risiko- und Schutzfaktoren stehen dabei in einer direkten Wechselwirkung, weshalb Schutzfaktoren potenzielle Risiken im Leben gewissermaßen abfedern und die negative Wirkungskraft dämpfen können.

Doch auch im Allgemeinen ist es so, dass solch Resilienz- bzw. Schutzfaktoren stets einen positiven Einfluss auf das Leben eines Menschen besitzen. Es bedarf daher nicht erst eine Negativ- oder Stresssituation ehe Resilienzfaktoren für einen Menschen aktiviert werden. Vielmehr dienen sie als eine Art Grundgerüst, welches einem Mensch dabei verhilft das eigene Wohlbefinden sicherzustellen.

7 Säulen der Resilienz: Erklärung der Wirkung von Risiko- und Resilienzfaktoren auf das menschliche Wohlbefinden

Wie bereits anfangs erwähnt, gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Resilienzfaktoren, die in unterschiedlichen Modellen und Studien erkannt wurden. Die 7 Säulen der Resilienz komprimieren diese Vielzahl und haben sich auf sieben zentrale Resilienzfaktoren festgelegt, die im Nachgang genauer erklärt werden. 

Ursprung und Erklärung der 7 Säulen der Resilienz

Die 7 Säulen der Resilienz wurden zum ersten Mal von den US-amerikanischen Forschern Dr. Karen Reivich und Dr. Andrew Shatté in ihrem Buch The Resilience Factor: 7 Keys to Finding Your Inner Strength and Overcoming Life’s Hurdles dargestellt. Das Konzept der 7 Säulen der Resilienz definiert dabei sieben Resilienzfaktoren, die dafür entscheidend sind, wie ausgeprägt die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen ist. Ihre Erkenntnisse haben die zwei Forscher sowohl auf den Erfahrungen ihrer langjährigen Forschungstätigkeiten an der University of Pennsylvania als auch auf Basis der Ergebnisse anderer Forschungsgruppen gesammelt.

Die 7 Säulen der Resilienz sind in der heutigen Zeit sicherlich eines der bekanntesten Resilienzmodelle und gewannen vor allem deshalb an Popularität, da das Modell besonders in alltäglicher Praktikabilität überzeugt. Das Modell hat es geschafft viele unterschiedliche Resilienzfaktoren in sieben Punkten zusammenzufassen. Die sieben Resilienzfaktoren lassen sich für jeden Menschen einfach verstehen und sprechen dabei die individuellen Denkmuster eines Menschen an, um diese in seinem eigenen Verhalten wiederzuerkennen. 

Einige weitere Resilienzmodelle orientieren sich an dem ursprünglichen Modell der 7 Säulen der Resilienz von Reivich und Shatté; haben dies auch gerne auf acht bzw. zehn Säulen erweitert, bspw. mit der Improvisationsfähigkeit oder Achtsamkeit.

Gleichermaßen folgten einige Abwandlungen der originalen 7 Säulen der Resilienz, weshalb man bei der Recherche dieses Modells auch gerne auf unterschiedliche Varianten bzw. Formulierungen dieses Konzeptes oder einzelner Säulen trifft. So sind in Deutschland bspw. die 7 Säulen der Resilienz nach der Diplompsychologin Ursula Nuber weitverbreitet. DailyMentor möchte sich jedoch an der Ursprungsform der 7 Säulen der Resilienz nach Reivich und Shatté orientieren.

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Grundhaltungen und Praktiken der 7 Säulen der Resilienz

Auch wenn die sieben Resilienzsäulen alle als Teilaspekt der Resilienz zählen, unterscheiden sie sich in zwei Kategorien: in vier Grundhaltungen und drei Praktiken.

Zur Grundhaltung zählen im Modell die vier Säulen des realistischen Optimismus, der Lösungsorientierung, Akzeptanz und Netzwerkorientierung. Die Grundhaltung beschreibt die innere Haltung eines Menschen – also welche Gedanken und Einstellungen ein Mensch gegenüber seiner Außenwelt und Gefühle wählt.

Ein resilientes Verhalten wird von einem Menschen erst dann abverlangt, wenn äußere Risikofaktoren einen Menschen direkt erreichen und beeinflussen. Wie ein Mensch dabei reagiert, wird durch seine innere Grundhaltung und Gedankenmuster bestimmt. Einfach gesagt, erklärt die Grundhaltung das Mindset einer Person und wie sie eine Situation für sich bewertet.

Die Praktiken beziehen sich hingegen auf den Umgang mit der eigenen Person und dem stetigen Ausbau der eigenen Resilienz. Die Praktiken beschreiben also die tatsächlichen Reaktionen und Handlungen, die ein Mensch mit seinem resilientem Verhalten verbindet und wie auf bestimmte Ereignisse reagiert wird. In den 7 Säulen der Resilienz sind es Eigenverantwortung, Selbstregulierung und Zukunftsplanung, die die drei Praktiken bilden.

Sowohl die Grundhaltungen als auch die Praktiken können von einem selbst durch stetiges Ausführen und Wiederholen der einzelnen Faktoren trainiert werden, weshalb sich auch die Resilienz als ein dynamischer Prozess versteht. Die einzelnen Resilienzfaktoren stehen in einer stetigen Wechselwirkung mit unterschiedlichen Risikofaktoren, die einen Menschen erreichen. Gleichermaßen kann ein Mensch seine Resilienz verbessern, indem er lernt einzelne Resilienzfaktoren für sich zu stärken.

7 Säulen der Resilienz: Übersicht der sieben Säulen

Realistischer Optimismus

Ein gesunder Optimismus ist ein erster wichtiger Resilienzfaktor – vor allem in Krisensituationen. Besonders zu betonen ist es, dass man hier von einem realistischen Optimismus spricht, um nach wie vor den Tatsachen ehrlich ins Auge schauen zu können. Probleme sollen nicht durch die rosarote Brille beschönigt werden, doch gleichermaßen gilt es nicht in Pessimismus zu versinken.

Grundsätzlich geht es also darum, dass ein Mensch das Glas halb voll und nicht halb leer betrachtet, um so potenzielle Möglichkeiten für sein Handeln zu erkennen, ohne dabei den Bezug zur Realität zu verlieren. Bei dieser Haltung geht es darum die richtige Balance zwischen Negativ- und Positivfokus zu bewahren und dennoch konstruktive und positive Gedanken für die Zukunft zu fassen. Eine negative Grundeinstellung lässt Stress- und Krisensituationen deutlich schwieriger gestalten, als dass man das Positive erkennen und Hoffnung schöpfen kann. 

Lösungsorientierung

Durch eine lösungsorientierte Denkweise wird sich nicht nur ein Problem angeschaut, sondern gleichzeitig auf eine Lösung konzentriert. Durch provokatives Denken wird mit misslichen Umständen nicht nur gehadert; stattdessen wird nach einem Ausweg aus solchen Situationen geschaut, um die Begebenheiten positiver gestalten zu können. Mit dieser Denkweise werden Lösungen und Ziele formuliert. Der Fokus wird dabei auf das gerichtet, was in den eigenen Kräften liegt und sich verändern lässt. Denn eine weitere Säule der Resilienz ist…

Akzeptanz

Akzeptanz und Lösungsorientierung geben sich gewissermaßen die Hand. Denn die Fähigkeit akzeptieren zu können, ermöglicht es Situationen bzw. gewisse Umstände, die nicht mehr zu ändern sind, anzunehmen und die Vergangenheit vergangen sein zu lassen. Zugleich ergibt sich ein weiterer Vorteil aus diesem Verhalten: Der Blick wandert von der Vergangenheit in die Zukunft, wodurch auch weitere mentale Kapazitäten frei werden, um sich aus unangenehmen Situationen befreien zu können.

Gewisse Umstände mit Akzeptanz zu begegnen: Diese Fähigkeit beschreibt einen stresslösenden Umgang mit den eigenen Restriktionen, auf die man selbst keinen Einfluss besitzt. Sicherlich fällt dieser Umgang nicht immer einfach. Doch es hilft den Fokus auf das zu legen, was sich durch eigene Kraft verändern lässt.

Netzwerkorientierung

Netzwerkorientierung umschließt sowohl das Kreieren als auch das Pflegen zwischenmenschlicher Beziehungen seines sozialen Umfeldes. Das soziale Umfeld gilt es gerade im Thema Resilienz nicht zu vernachlässigen. Die soziale Unterstützung ist ein essenzieller Schutzfaktor. Nebenbei ist der soziale Kontakt zu anderen Personen ein menschliches Grundbedürfnis, das es zu befriedigen gilt.

Der Mensch – als soziales Wesen – ist noch nie ein Einzelgänger gewesen und nutzt letztlich sein Netzwerk nicht nur, um positive Erlebnisse zu teilen oder gemeinsam zu erfahren. Ein gutes soziales Umfeld kann einem Menschen den Rücken stärken oder ihn gar auffangen, wenn man durch einen Rückschlag aus der Bahn gerät. Ein gefestigtes soziales Umfeld ist demnach nicht nur präsent, wenn alles positiv erscheint, sondern steht auch zur Hilfe parat, wenn man mal ins Straucheln gerät und es einem persönlich schlecht geht.

Eigenverantwortung

Resiliente Menschen verstehen, dass sie befähigt sind Verantwortung zu übernehmen: für ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen. Sie sehen sich in der Verantwortlichkeit für ihr Leben und verstehen, dass sie selbst einen Einfluss auf ihre Umstände und Reaktionen besitzen. Eigenverantwortung bedeutet vor allem die persönliche Haftung zu übernehmen für sowohl die positiven Ereignisse als auch für die eigenen Fehltritte und -entscheidungen.

Verantwortungsvolle Mensche können daher ihren Einflussbereich gut abklären und verfolgen den intrinsischen Antrieb möglichst viel Kontrolle über das eigene Leben zu ergreifen. Dieser Grundgedanke zeichnet sich potenziell in jeder täglichen und noch so kleinen Handlung ab. Besonders erkenntlich wird dies, wenn außerordentliche Situationen – wie bspw. in Krisenmomenten – die Eigenverantwortung eines Menschen abverlangen.

Selbstregulierung

An die Eigenverantwortung anknüpfend ist ein weiterer Resilienzfaktor die Selbstregulierung – oder in anderen Varianten auch Selbstwirksamkeit genannt.

Die Selbstregulierung versteht einen Menschen als proaktiver Schöpfer seiner Lebensumstände, um nicht nur erfüllende und positive Dinge zu erschaffen, sondern auch um aus Krisen einen Ausweg zu finden. Gewissermaßen lässt sich die Säule der Eigenverantwortung als das Bewusstmachen seiner Möglichkeiten verstehen, wohingegen die Selbstregulierung die tatsächliche Umsetzung und Vollbringung seiner Taten ist.

In abgewandelten Formen der 7 Säulen der Resilienz wird der Resilienzfaktor Selbstregulierung nämlich auch gerne als „Opferrolle verlassen“ beschrieben, was letzten Endes auf einen ähnlichen Kerngedanken abzielt: Und zwar, dass man sich selbst als verantwortlicher und nicht als leidtragender für die eigenen Lebensumstände fühlt, um so Positives zu erschaffen und persönliches Leid zu verhindern.

Zukunftsplanung

Das Leben verläuft nicht immer linear. Rückschläge, Krisen und Enttäuschungen lassen sich nicht immer vermeiden. Eine gute Zukunftsplanung beinhaltet klare Ziele und Handlungspläne, ohne dabei Wechselfälle und Risiken zu ignorieren. Anders gesagt, geht es nicht um Träumereien, sondern um das aktive Planen der Zukunft.

Eine resilientes Verhalten bzgl. der Zukunftsplanung berücksichtigt genau dies: die Wahrscheinlichkeit, dass womöglich auch unverhoffte und unschöne Ereignisse eintreten könnten. Für solche Fälle kann man dann auf Notfallpläne und alternative Handlungsmöglichkeiten zurückgreifen. Resilienzfähigkeit zeichnet sich demnach auch dadurch aus, dass man auf Veränderungen und eintretende Risiken zügig reagieren kann und bestenfalls bereits Alternativen besitzt.

Die persönliche Interpretation der 7 Säulen der Resilienz

Resilienz gilt sicherlich als eines der ersten Begriffe, der fällt, wenn es darum geht sich vor Stress und anderen etwaigen Erfahrungen bestmöglich zu schützen. Dennoch fehlt es manchmal an Verständnis was dieser Begriff nun eigentlich „übersetzt“ für das eigene Leben bedeutet. 

Die 7 Säulen der Resilienz ist ein gutes Modell, um diesen doch recht vagen Begriff der Resilienz etwas mehr Praktikabilität und Alltagstauglichkeit zu verleihen. Resilienz ist letzten Endes ein breitgefächerter Begriff, der sich in seine vielen Einzelheiten noch granularer zerlegen lässt. Das Modell hat dies an sieben Faktoren gezeigt.

Doch vielleicht sind dir beim Durchlesen der genaueren Erklärungen der einzelnen Resilienzfaktoren weitere verwandte Begriffe, Teilaspekte und Auslegungen in den Sinn gekommen. Nicht umsonst wurden die 7 Säulen der Resilienz bereits in unterschiedlichen Varianten interpretiert oder ggf. auch erweitert. Gerade in der Resilienz gibt es viele Modelle, die alle versuchen denselben Begriff zu erklären.

Und vielleicht liegt genau auch hier die Möglichkeit deiner persönlichen und freien Interpretation, weshalb wir dies als einen Denkanstoß an dich weitergeben möchten: Was bedeutet Resilienz für dich? Welche der Säulen erkennst du als besonders wichtig an? Und was fehlt dir ggf. auch noch in diesem Modell?

Die Vorstellung dieses Modells hilft einem den Oberbegriff Resilienz genauer zu verstehen. Doch die tatsächliche Interpretation und Umsetzung eines resilienten Verhaltens auf das eigene Leben erklärt es jedoch noch nicht. 

Resilienz findet im echten Leben statt und nicht in strikten Modellen. Unterschiedliche Situationen erfordern unterschiedliche Fähigkeiten, die von dir grundlegend mitbeeinflusst und -bestimmt werden. Daher unsere Frage, wo wir dich einladen möchten darüber nachzudenken: Wie sieht Resilienz für dich und deinen Alltag aus?

Was Introversion bedeutet und weshalb sie besser ist als ihr Ruf

Introversion Bedeutung beschrieben anhand eine Frau, die über den Horizont blickt

„Warum bist du immer so still?“ Wie oft habe ich diese Frage schon gehört, und wie sehr nervt sie mich inzwischen. Ich bin introvertiert. Punkt. Das ist keine Krankheit und keine Störung. Auch kein Mangel oder Makel. Es ist meine Persönlichkeit. Was introvertiert zu sein wirklich bedeutet, wissen noch längst nicht alle, und am wenigsten die, die nicht betroffen sind. Wobei „betroffen“ schon wieder so klingt, als sei etwas nicht in Ordnung mit mir.

Introversion sollte weder abgewertet noch hochgelobt werden. Es ist ein weit verbreitetes Persönlichkeitsmerkmal, das einfach verstanden werden sollte.

Das Gegenstück zu Introversion heißt wissenschaftlich korrekt übrigens Extraversion, auch wenn umgangssprachlich der Begriff Extroversion geläufiger ist. Darum liest du bei mir ab und zu von “extravertierten” statt von “extrovertierten” Menschen - es meint aber dasselbe.

Warum Introversion häufig missverstanden wird

Viele extravertiert veranlagte Menschen können nicht nachvollziehen, was in uns Introvertierten  vorgeht. Die Meinung, dass wir doch unglücklich sein müssten, weil wir nicht so lebhaft, gesprächig und gesellig sind, ist weit verbreitet. Viele können nicht nachvollziehen, dass wir zufrieden sind, wenn wir alleine für uns sein können, dass wir kein Bedürfnis nach stundenlangem Geplauder haben und längere Erholungsphasen brauchen.

Das weckt viele Vorurteile gegenüber introvertierten Menschen: Sie seien langweilig, depressiv, unsozial, arrogant, desinteressiert, empfindlich, ängstlich oder schüchtern.

Die meisten dieser Vorurteile stimmen nicht. Sie entstehen aus der Unkenntnis darüber, was in Introvertierten vorgeht und warum sie so ruhig und häufig zurückhaltend sind. Vor allem Introversion und Schüchternheit werden sehr häufig gleichgesetzt.

Schüchternheit ist eine soziale Angst, die sich häufig schon in der Kindheit entwickelt, also anerzogen ist oder durch Erfahrung gelernt wurde. Dementsprechend ist sie auch therapierbar. Wer schüchtern ist, der leidet unter seiner Zurückgezogenheit.

Introversion ist ein angeborenes, festes Persönlichkeitsmerkmal, das nicht durch Training oder ähnliches veränderbar ist. Introvertierte Menschen lieben es, in ihre Innenwelt abzutauchen und fühlen sich selten einsam.

Niemand ist ausschließlich introvertiert oder extravertiert. Es ist eine Skala mit zwei extremen Enden, und die meisten von uns tummeln sich irgendwo um den Mittelpunkt herum. Jeder von uns hat also sowohl eine introvertierte als auch eine extravertierte Seite in sich, wobei jedoch eine klare Tendenz entweder auf die eine oder die andere Seite besteht.

Als Introvertierte/r kannst du deine extravertierten Anteile in dir trainieren und stärken. Du wirst aber nie ein „Vollblut-Extro“ werden können.

Denn ob wir introvertiert oder extrovertiert sind, ist nicht nur eine unbewusste Entscheidung, sondern auch in unseren Genen tief verankert. Diese Verankerung spiegelt sich in der Arbeitsweise unseres Nervensystems wider.

Unterschätze mich nicht, nur weil ich still bin. Ich weiß mehr als ich sage, denke mehr als ich spreche und beobachte mehr als du denkst.

Michaela Chung (geb. 1984), US-amerikanische Autorin und Bloggerin über Introversion Tweet

Die Bedeutung des Nervensystems für dein Temperament

Ohne zu wissenschaftlich an dieser Stelle zu werden, ist es dennoch wichtig zu wissen, dass die Nervensysteme von introvertiert und extravertiert veranlagten Menschen unterschiedlich arbeiten.

Du hast sicherlich schon vom vegetativen Nervensystem gehört: Sympathikus und Parasympathikus. Der Sympathikus ist der Aktivitätsnerv, der den Körper in einen höheren Erregungszustand versetzt. Sein Botenstoff im Körper ist das Dopamin. Sein Gegenspieler, der Parasympathikus, ist für Ruhe und Entspannung in den Körperfunktionen zuständig. Das wird über den Botenstoff Acetylcholin gesteuert.

Das Temperament einer Person hängt davon ab, welcher der beiden Gegenspieler in ihm dominiert. Jeder hat seine individuelle Komfortzone, in der eine bestimmte, individuelle Mischung der beiden Botenstoffe des vegetativen Nervensystems vorherrscht. Wenn dieser Zustand erreicht ist, fühlen wir uns am wohlsten und zufriedensten.

Introvertierte haben einen gröberen „Filter“, das heißt sie reagieren empfindlicher auf diese Botenstoffe. Wenn der Dopaminpegel einer introvertiert veranlagten Person steigt, weil viele intensive Sinnesreize auf sie einströmen (z.B. Musik, viele Menschen, verschiedene Lichter auf einer Party), dann hat ihr Gehirn viel zu tun. Introvertierte sind dann schnell überreizt und benötigen eine Auszeit, um alles in Ruhe im Kopf zu verarbeiten.

Darüber hinaus kreieren Introvertierte viel Anregung aus sich selbst heraus. Sie sind nicht so sehr von äußerer Stimulation abhängig. Ihre Gedankenwelt ist sehr aktiv. Wenn Introvertierte Pläne machen, kreativen Projekten nachgehen oder einfach nur träumen, bekommt ihr Gehirn ausreichend Stimulation, und ihr Dopamin-Acetylcholin-Level ist für sie Balance.

Bei extravertierten Menschen ist das anders. Sie brauchen ein höheres Dopaminlevel, um sich wohl zu fühlen, und suchen dafür Anregungen von außen. Sie sind schneller unterstimuliert, gelangweilt und unruhig, sie sind sozusagen auf Dopaminentzug.

Die Gehirne von introvertierten Menschen sind stärker durchblutet, vor allem in Bereichen, die an Planung, Gedächtnis, Erinnern und Problemlösungen beteiligt sind. Die Denkprozesse in ihren Gehirnen durchlaufen längere Wege, ziehen mehr Schleifen und binden mehr Informationen mit ein.

Darum denken sie länger über eine Antwort nach und gehen häufig „bedachter“ vor. Impulsiv und spontan zu sein fällt ihnen eher schwer.

Die Veranlagung zur Introversion hat also viel mit den angeborenen Vorgängen im Gehirn zu tun. Jetzt sollte auch verständlich sein, warum man sich seine introvertierte Art nicht „abtrainieren“ kann. 

Bin ich introvertiert?

Es gibt verschiedene Persönlichkeitstests, mit denen man die Ausprägung von Introversion und Extraversion bei sich selbst herausfinden kann.Für eine erste grobe Selbsteinschätzung genügt jedoch eine Frage: In welchen Situationen lade ich meine Akkus am leichtesten wieder auf?

Wenn du dich gerne mit Freunden und Kollegen triffst, am Wochenende gerne unterwegs bist und auf Partys auflebst, dann ist deine extravertierte Seite sicherlich stärker.

Wenn du dich gerne zurückziehst, um dich zu erholen, gerne Zeit alleine verbringst oder tiefgründige Gespräche im kleinen Kreis liebst, dann bist du eher introvertiert veranlagt.

Im folgenden Abschnitt erfährst du, welche Eigenschaften typisch für introvertierte Menschen sind. Daran kannst du ebenfalls feststellen, wie stark deine introvertierte Seite ausgeprägt ist.

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Diese Merkmale sind typisch für Introvertierte

Du genießt es, Zeit für dich zu haben.

Du verstehst, warum das so ist, wenn du den Abschnitt über die Funktionsweise des Nervensystems gelesen hast. Als Introvertierte/r brauchst du regelmäßig Auszeiten, um die Informationen und Reize in deinem Gehirn abzubauen, ohne dass du neuem Input ausgesetzt bist. Du kannst dich in dieser Zeit auch endlich in Ruhe deinem Innenleben widmen: Da schwirren so viele Ideen herum, dass es dir alleine nie langweilig wird.

Wenn ich Zeit nur für mich habe (und das ist als Mutter von Schulkindern nicht oft der Fall), verbringe ich einen Teil dieser Zeit mit Lesen. Das ist mir ganz wichtig, auch wenn ich vieles andere auf dem Zettel habe – ich brauche diese Zeit, um vom Außen in mein Inneres zu kommen. Nach dieser Erholungsphase schreibe ich häufig, da das mein Weg ist, um meine Kreativität auszuleben. Bei Schreiben kann ich mich über längere Zeit gut konzentrieren, meine Gedankengänge zu Papier bringen und schotte so meine Sinne für eine Weile von der Außenwelt ab.

Du bist ein guter Beobachter und Zuhörer.

Da dein Gehirn weniger filtert, nimmst du viele Details aus deinem Umfeld wahr. Du bemerkst Kleinigkeiten, die anderen vielleicht entgehen, und kannst Zusammenhänge erkennen, die anderen verborgen bleiben. Du bist sehr empathisch, denn du spürst, was dein Gegenüber bewegt, was er oder sie fühlt. Außerdem nimmst du die kleinsten Körpersignale bewusst oder unbewusst wahr, und kannst so fühlen, was der andere mit seinen Worten wirklich sagen will.

Gute Zuhörer sind in unserer Gesellschaft leider eine Seltenheit geworden. Durch unsere schnelllebige Zeit, die Informations- und Unterhaltungsfluten verlernen wir, uns auf eine Sache zu konzentrieren und sie tiefer zu ergründen. Als introvertierte Person bringst du die besten Voraussetzungen mit, dem entgegenzusteuern. Du kannst deine Fähigkeit zum Zuhören bewusst trainieren. Beschäftige dich mit dem Konzept des aktiven Zuhörens, und du wirst viele positive Veränderungen bemerken:

  •   Dein Gesprächspartner spürt dein echtes Interesse und vertraut dir. Dadurch werden langweilige oberflächliche Plaudereien schneller zu tiefgründigeren Gesprächen, aus denen du viel für dich lernst und mitnehmen kannst.
  •   Du wirst als sympathischer Gesprächspartner wahrgenommen, weil du interessierte Nachfragen stellst und Vertrauen ausstrahlst.
  •   Du spürst, was zwischen den Zeilen gesagt wird, was der andere zurückhält oder wofür er nicht die richtigen Worte findest. Du kannst hören, was nicht gesagt wird.

Du hast einen kleinen, aber engen Freundeskreis.

Der erste Eindruck, den andere Menschen von dir haben, ist, dass du zurückhaltend und verschlossen bist. Es dauert seine Zeit, bis du dich jemandem anvertrauen möchtest und mehr von deinem Inneren preisgibst. Viele Bekanntschaften entwickeln sich an diesem Punkt nicht weiter. Du brauchst ein hohes Sicherheitsgefühl und Vertrauen zu anderen Menschen, um dich mehr öffnen zu können.

Viele bringen diese Geduld nicht auf. Aber die, die es tun, lernen dich erst richtig kennen. Mit ihnen teilst du deine Gedanken, Meinungen, Wünsche, Träume und Ängste. Es sind tiefe und langanhaltende Freundschaften.

Du liebst Ruhe und Stille.

Du ziehst ein Abend auf dem Sofa mit einem guten Buch einer Partynacht vor. Du genießt lange Spaziergänge durch die Natur, sowohl alleine als auch schweigend mit einem vertrauten Menschen. Du kannst dich stundenlang in Tagträumen verlieren. Du brauchst ein ruhiges Arbeitsumfeld, um dich gut konzentrieren zu können. Du bist im Urlaub lieber in der Stille der Berge oder an einsamen Ufern unterwegs, als in der Hektik von Metropolen oder überfüllten Tourismus-Hotspots.

Wo es extravertierten Menschen schnell zu langweilig wird, kannst du Stille, Einsamkeit und Zeit für dich sehr genießen. Weil du diese Zeit brauchst, um dich vom Alltagstrubel, von Menschen, von Lärm, von Sinnesreizen, eigentlich von der ganzen Welt, für eine Weile zu erholen.

Da dein Gehirn viel zu verarbeiten hat, wie du schon erfahren hast, braucht es auch länger, um die vollen Speicher abzuarbeiten, ohne neuen Input aufnehmen zu müssen. Darum fühlt sich Stille für dich manchmal so erholsam an.

Leider ist unsere Gesellschaft sehr auf ständige Betriebsamkeit und Aktivität ausgerichtet. Man soll immer irgendetwas „tun“, irgendetwas Produktives machen, etwas schaffen. Ruhe und Stille haben den Ruf, zu passiv zu sein, unproduktiv, langweilig. Dieses Bild prägt uns alle, und darum fühlen wir uns oft schuldig oder haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir uns für eine Zeit der Ruhe entscheiden.

Dieses negative Verständnisbild darfst du – als introvertierte Person – ablegen. Dich für Ruhe und Stille zu entscheiden heißt, dich für eine Weile dem ständigen Aktivitätszwang zu entziehen und etwas für deine Bedürfnisse zu tun.

Eine Auszeit hilft dir...

  • deine Gedanken zu klären und zu regenerieren.
  • konzentrierter und damit produktiver arbeiten zu können.
  • mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit zu entwickeln.
  • zufriedener zu werden.
  • mehr Kraft für die Menschen, die dich brauchen, zu haben.
  • zu dir selbst zu kommen.
  • gesund zu bleiben, da du Stress abbaust.
  • aufmerksamer und achtsamer zu werden.
  • eine tiefere Verbundenheit mit den Menschen in deinem Umfeld zu entwickeln.

Zur Ruhe kommen zu können ist eine große Stärke von Introvertierten, und ihre Bedeutung kann in unserer hektischen Zeit nicht hoch genug angesehen werden. Diese Stärke schenkt dir Unabhängigkeit und innere Freiheit – wundervoll, oder?

Du handelst bedacht und vorsichtig.

Wenn du deine Meinung äußern willst, dann hast du sie vorher gründlich durchdacht, von allen Seiten beleuchtet, deine Worte wohlüberlegt und den richtigen Zeitpunkt abgewartet.

Wenn du dich für einen neuen Job bewerben willst, überlegst du genau, was die Vor- und Nachteile dabei sind, wie gut die Chancen für dich stehen, ihn auch zu kriegen, und ob du deinen alten Job, in dem du dich sicher fühlst und den du gut machst, wirklich aufgeben willst.

Wir introvertierte Menschen durchdenken alles ganz genau, bis wir bereit sind, unsere Gedanken in die Welt hinauszulassen – als Meinungsäußerung, als Entscheidung für etwas, als aktive Handlung oder ähnliches. Das hat auch wieder mit dem introvertierten Gehirn zu tun: Unser Mandelkern, die sogenannte Amygdala, ist leichter erregbar als bei extravertierten Menschen. Der Mandelkern ist der Teil unseres Gehirns, in dem unsere Gefühle zu einer bestimmten Situation analysiert werden, in dem aber auch unser Angstempfinden entsteht.

Wir haben daher ein höheres Bedürfnis nach Sicherheit, Vertrauen und Harmonie. Wir handeln eher sicherheitsorientiert als belohnungsorientiert. Das heißt, dass wir auf kurzfristige Belohnungen (das ist alles, was ein Glücksgefühl auslöst) weniger stark reagieren – was uns ermöglicht, erstmal über Vor- und Nachteile nachzudenken, bevor wir handeln.

Nur in stillen Wassern spiegeln sich die Sterne

Introversion in der heutigen Gesellschaft

Als introvertierter Mensch hast du es in unserer westlichen Welt nicht so leicht. Von klein auf bis ins Erwachsenenleben lernst du, dass extravertierte Eigenschaften besser sind, erfolgreicher machen und von dir erwartet werden. Du musst dich gegen Vorurteile behaupten und stößt auf viel Unverständnis.

Kein Wunder also, wenn du das Gefühl hast, auf der schlechteren Seite der “Intro-Extro-Skala” zu stehen. Ich behaupte sogar, dass Introversion bewusst oder unbewusst als Persönlichkeitsmerkmal zweiter Klasse wahrgenommen wird.

Doch Einseitigkeit hat sich noch nie als sinnvoll erwiesen. Die Evolution hat beide Temperamente als überlebenswichtig für die ganze Art „Mensch“ hervorgebracht. Ich halte uns Introvertierte für ein wichtiges Gegengewicht in unserer extravertiert-orientierten Gesellschaft.

Liebe Intros, lernt eure ganz individuellen introvertierten Potenziale und Stärken kennen und lebt nach ihnen – für euch, für eure Familien und Freunde, für eure Arbeit. Unsere Gesellschaft kann starke, ruhige, überlegte, zuhörende, achtsame, aufmerksame, gelassene, konzentrierte, unabhängige, tiefgründige, hilfsbereite, empathische Menschen wie uns gut gebrauchen!

Was ist Glück für uns Menschen?

Was ist Glück - eine Definition - beschrieben durch ein vierblättriges Kleeblatt

Das Streben nach Glück, sowie die Beantwortung der Frage „Was ist Glück?“ ist eine uralte Sehnsucht des Menschen. Seit Anbeginn der Zeit suchten die großen Dichter, Denker und Philosophen nach einer Definition für das Glück – mit ganz unterschiedlichen Ansätzen.

Auch heute noch steht diese Frage für manch einen im Raum und selbst in der Wissenschaft oder Psychologie wurde keine einheitliche Definition des Glücks gefunden. Doch dies muss es auch nicht.

Denn Glück liegt sozusagen im Auge des Betrachters und ist eine ganz persönliche und subjektive Wahrnehmung unterschiedlicher Emotionen und Umständen, die jeder für sich selbst definieren muss.

Der folgende Beitrag taucht tief ein in das allumfassende Thema Glück und DailyMentor bemüht sich um eine Definition dieses großen Begriffes. Dabei schauen wir uns gemeinsam Glücksmaximen an, die bereits seit der Antike bestehen und noch heute das Fundament moderner Glücksdefinitionen mitbestimmen. Zudem widmen wir uns dem Thema aus unterschiedlichen psychologischen und philosophischen Perspektiven.

Das Ziel dieses Beitrags ist es dir unterschiedlichste Perspektiven und Inspirationen über den Begriff des Glücks zu schaffen, die dich wiederum in deiner eigenen Meinungsbildung und persönlichen Beantwortung der Frage „Was ist Glück?“ unterstützen sollen. 

Eine für dich allumfassende Beantwortung dieser Frage findest du weder hier, noch woanders. Doch der Beitrag wird dir helfen, dass du Glück für dich – und ausschließlich für dich – beantworten kannst. Also lehn’ dich zurück, nimm die nötige Zeit zum Lesen, lass dich inspirieren und einladen über die nachfolgenden Dinge nachzudenken.

Inhaltsverzeichnis

Eine allgemeine Definition: Was ist Glück?

Würde man 100 Leuten die Frage stellen „Was ist Glück?, so würde man sicherlich viele verschiedene Antworten erhalten. Obgleich die Antwort lautet eine genussvolle Mahlzeit, gemeinsame Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen, ein Buch zu lesen oder es doch größere Begriffe umschließt wie erfolgreich, sorglos oder gesund zu sein. Jede dieser Antworten sind gleichermaßen richtig. Denn jeder Mensch hat eine andere Vorstellung, was Glück bedeutet.

Was Glück ist, liegt einzig und allein in der subjektiven Beurteilung eines Menschen und in seiner eigenen Auffassung. Denn Glück folgt keinem Bewertungsmaßstab, was selbst die Wissenschaft gewissermaßen zugeben musste.

Denn sogar in der Wissenschaft herrscht keine einheitliche Meinung vor, was Glück ist oder genau bedeutet. Erklären lässt sich es daran, dass das Gefühl des Glücklichseins selten allein kommt bzw. durch zahlreiche andere Gefühlslagen entsteht, die manchmal sogar als Synonyme für Glück verwendet werden: Zufriedenheit, Freude, Sorglosigkeit, Ausgeglichenheit, Wohlbefinden, o.Ä. – es sind alles Beschreibungen, die einen Mensch sein Glück fühlen lassen können.

Was in einem Menschen Glück auslöst, kann ganz unterschiedlich sein: Sei es durch das Schaffen besserer äußerer Umstände, die die eigenen Lebensqualitäten verbessern, durch einfache Aktivitäten (wie dem Nachgehen seiner eigenen Interessen, dem Ausüben der eigenen Berufung, allgemeine Tätigkeiten, die einen erfreuen etc.) oder sogar durch andere Personen und Situationen für die man selbst nicht verantwortlich war und „glücklich gemacht wurde“.

Letzteres beschreibt das sogenannte Zufallsglück. Wie es der Name bereits verrät, ist es eine Form, des Glücks, welches sich von einem selbst nicht beeinflussen lässt. Ganz plötzlich und zufällig schenkt manchmal das Leben solche unerwarteten Glücksmomenten. Es können ganz kleine – fast schon kaum bemerkbare – Momente sein, wie bspw. dass man einen guten Freund auf der Straße begegnet, einen Geruch aus seiner Kindheit wahrnimmt, der einen an nostalgische Erinnerungen besinnt oder das Wahrnehmen einer lauwarmen Sommerbrise. Wie es einst Heinrich Heine über das Zufallsglück dichtete: „Es küsst dich rasch und flattert fort.“

Ganz unabhängig davon wie sich das Glück für einen Mensch einstellt, eines ist stets gegeben: Glück ist ein Status der Freude oder des Wohlbefindens – ein Zustand, in dem sich ein Mensch zufrieden fühlt, selbst wenn es manchmal auch nur temporär sein mag.

Glück definiert im Sinne der Eudaimonie und des Hedonismus

Wie wir bereits verstanden haben, ist Glück für jeden etwas anderes. Dennoch gibt es zwei zentralen Ethiken an Glücksmaximen, die gewissermaßen das „Fundament der Glücksdefinition“ bilden: Eudaimonie und Hedonismus.

Beide dieser Philosophien haben ihren Ursprung in der Antike Griechenlands und seitdem nutzten sie viele bedeutende Philosophen, um das Glück zu definieren. Eudaimonie und Hedonismus sind keinesfalls Gegenpole des Glücks. Vielmehr sind es zwei unterschiedliche Sichtweisen, die versuchen dem Menschen zu erklären, wie man sein Leben auszurichten habe, um sein persönliches Glück zu finden.

In der heutigen Moderne sind diese Glückskonzepte weniger starr verankert und präsent. Sie finden heutzutage meist in abgewandelter Form und/oder im Zusammenspiel miteinander statt, sodass diese Maximen modernisiert interpretiert werden können. Nichtsdestotrotz sollte man die zwei ursprünglichen und klassischen Formen gehört haben. Denn sie bilden seit der Antike den Ursprung vieler bewährter Definitionen des Glücks und helfen uns nach wie vor bei der individuellen Beantwortung der Frage, was Glück für einen bedeutet.

Eudaimonie und Hedonismus sind zentrale Begriffe für das Glück und können im Fortlauf des Textes regelmäßig von dir wiedererkannt werden. Versuche sie deshalb für dich zu verstehen. Somit wird es dir leichter fallen den weiteren Text nachzuvollziehen und du bildest dir zugleich ein stabiles Grundgerüst für deine persönliche Glücksdefinition. 

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Eudaimonie: Die Glücksfindung in der Tugendhaftigkeit und im Tätigsein

Eudaimonie (übersetzt „mit einem guten Daimon verbunden“) bezeichnet eine Lebensführung, die es von dem Menschen verlangt seinen „guten Geist“ auszuleben. Das eudaimonische Glückeserleben wird oftmals auch als Werteglück bezeichnet, da diese Glücksform sich an vielen anerkannten Tugenden ausrichtet. 

Im Mittelpunkt des eudämonistischen Ansatzes steht es, das Leben auf eine erfüllende und tugendhafte Weise zu leben und tätig zu sein, indem man seine eigenen Stärken und Interessen verwirklicht. Demnach ist das Glück nicht etwa ein Endprodukt seiner Tätigkeiten. Vielmehr ist es der Prozess des „Tätigseins“ selbst, was den Menschen glücklich macht.

Das Leben nach eudaimonischen Vorstellungen umfasst also tugend- und gewissenhaftes Handeln – im Sinne der eigenen Person und Teil der Gesellschaft, die für Menschen mit gewissen Normen einhergehen. 

Die Eudaimonie ist ein objektives Konzept, in dem man mehr gute als schlechte Taten vollbringen sollte. Diese Ansicht umschließt unterschiedlichste Tätigkeiten wie sich zu engagieren, anderen zu helfen, seine eigenen Ziele trotz Hindernissen zu verfolgen oder sich für Dinge im Leben einzusetzen, die einem am Herzen liegen. Es impliziert das Suchen und Streben nach dem objektiv Guten und Richtigen.

Ein inspirierender Aufschluss der eudaimonische Ethik ist, dass der Mensch nicht etwa leer ist und von seiner Umwelt geformt wird. Vielmehr trägt jeder Mensch seine Inhalte und Stärken in sich, die es einzig allein zu enthüllen und zu fördern gilt. Passend dazu ein Zitat des Philosophen Seneca, der später erneut aufgegriffen wird und Glück auch anhand der Eudaimonie erklärte:

Den Charakter kann man auch aus den kleinsten Handlungen erkennen.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Hedonismus: Glücksfindung durch Lustmaximierung

Der Hedonismus, als dessen Begründer Aristippos von Kyrene zählt, beschreibt die Maxime, dass Glück und Wohlbefinden dadurch erreicht wird, wenn die Summe aller positiven Empfindungen größer ist als die der negativen.

In der hedonistischen Philosophie ist das Streben nach Glück eine Lebenseinstellung und beschreibt angenehme Glückszustände im Augenblick, die durch das Erleben positiver Empfindungen (Leidenschaft, Zufriedenheit, Sex, freudige Aktivitäten, Genuss o.Ä.) und gleichzeitig durch die Vermeidung von Unlust, Schmerz oder Leid entstehen. Glück wird also dadurch erreicht, dass ein Mensch eine positive Lustbilanz besitzt.

Demnach ist Hedonismus eine Lebenseinstellung, in der der Mensch die erfüllte Lustmaximierung anstrebt, was manchmal im alltagssprachlichen Gebrauch mit einer egoistischen Lebenseinstellung verstanden wird. 

Doch tatsächlich beschreibt der „psychologische Hedonismus“ das Streben eines Menschen nach Lust und Freude – in der Modernen wird oftmals dies mit dem Führen eines guten Lebens beschrieben, sodass man das Aus- und Erleben des individuellen Guten als den Hauptbestandteil dieser Werttheorie versteht.

Die moderne Interpretation von Eudaimonie und Hedonismus

Als Kernaussage dieser zwei Philosophien und für eine Interpretation in die Moderne lässt sich festhalten, dass Glück unterschiedlichste Ursprünge haben kann.

Glück lässt sich… 

  • einerseits in seinen eigenen Taten finden: durch eine gewissenhafte Lebensweise, dem Streben und Erreichen seiner Ziele, Interessen und Visionen, sowie dem Ausleben und Entfalten seiner Persönlichkeit und den damit verbundenen persönlichen Stärken (Eudaimonie)
  • als auch durch Momente des Genusses, der Freude und Lust, in denen einen Mensch sich glücklich fühlen kann – ganz unabhängig davon, ob er sich diesen Moment selber kreiert hat oder dieser ihn womöglich ganz zufällig im Leben begegnet (Hedonismus)

Sowohl in der Eudaimonie, als auch im Hedonismus muss Glück keinem Maßstab folgen. Es ist nach wie vor eine subjektive Wahrnehmung und bereits kleine Tätigkeiten oder periphere Genussmomente können einen Menschen glücklich fühlen lassen.

Übung für zwischendurch:

Wie verstehst du Eudaimonie und Hedonismus für dich? Wie würdest du diese antiken Philosophien verstehen und in die heutige Neuzeit übersetzen, nachdem du nun diese Erklärung gelesen hast? Was ist Glück für dich - sowohl aus dem eudaimonischen, als auch aus dem hedonistischen Ansatz? In welchen Augenblicken und Lebensumständen kannst du diese Maximen für dich wiederfinden?

Was ist Glück in der Psychologie?

Auch in der Psychologie und einigen Modellerklärungen lassen sich die oben beschriebenen Maximen wiederfinden. Im psychologischen Kontext wird Glück meist als ein persönliches Wohlbefinden beschrieben, welches vor allem durch das Empfinden von Emotionen wie Harmonie, Euphorie oder Freude erklärt wird.

Im Folgenden werden dir drei interessante und inspirierende Sichtweise dreier US-amerikanischer Psychologen präsentiert, die sich mit der Glücksdefinition beschäftigen. Ihre Ergebnisse über persönliches Wohlbefinden können dir womöglich für die Beantwortung der Frage „Was ist Glück?“ weiterhelfen:

Das subjektive Wohlbefinden nach Ed Diener

Der US-amerikanische Glücksforscher und Psychologe Ed Diener hat in seinem Konzept „The Science of Well-Being“ das subjektive Wohlbefinden aufgegriffen. Diener definiert  in seiner Arbeit Glück als ein subjektives Wohlbefinden, welches sich in zwei Komponenten unterteilt:

  • dem affektiven Wohlbefinden
  • dem kognitiven Wohlbefinden

Diener erklärt beide Komponenten als individuelle Empfindungen eines Menschen, die mit keinem objektiven Bewertungsmaßstab gemessen werden können: Was der eine als Glück bezeichnet, kann ein anderer wiederum nicht als Glück verstehen.

Das affektive Wohlbefinden ist nach Diener eine emotionale Komponente und das Verhältnis von positiven und negativen Emotionen. Glück – im Sinne des affektiven Wohlbefindens – ist das Vorhandensein positiver Emotionen/Stimmungen und der Abwesenheit negativer Emotionen/Stimmungen (eine Theorie im Sinne des hedonistischen Gedanken).

Dabei sind die positiven und negativen Emotionen als getrennte Dimensionen bzw. Lager zu betrachten, die etwa nicht als zwei Endpole auf einer Dimension bilden. Es bedeutet, dass diese zwei Lager an Emotionen koexistieren und unabhängig voneinander auf das Wohlbefinden eines Menschen wirken.

Das kognitive Wohlbefinden ist hingegen eine rationale Komponente des Glücks und bezeichnet die persönliche Zufriedenheit mit den eigenen Lebensumständen. Trotz einem präsenten Unwohlsein, wie bspw. durch Überstunden bei der Arbeit, Prüfungsstress o.Ä. (schlechteres affektives Wohlbefinden) kann sich ein Mensch Glück fühlen, da er mit seinen äußeren Lebensumständen (Gesundheit, soziales Umfeld, Liebe, finanzielle Sicherheit o.Ä.), sprich mit seinem kognitiven Wohlbefinden, zufrieden ist.

Das eigene Wohlbefinden und Glück hängt folglich von beiden Komponenten gleichermaßen ab. Das verstärkte Erleben positiver Emotionen sowie durch die zunehmende Zufriedenheit der eigenen Lebensumstände kann einen Mensch Glückseligkeit verspüren lassen.

Die Ergebnisse des subjektiven Wohlbefindens etablierte die Sichtweise, dass Glück ein Ergebnis sowohl emotionaler Komponenten, als auch einer kognitiven Bewertung ist. 

Das psychologische Wohlbefinden nach Carol Ryff

Die Psychologin Carol Ryff arbeitet mit ihrem Modell des psychologischen Wohlbefindens heraus, warum gewisse Menschen mit ihrem Leben zufriedener sind als andere. Sie baut dabei auf den Konzepten des „positive psychological functioning“ auf.

Einfach erklärt, beschreibt dieses Konzept die Liebes-, Genuss- und Arbeitsfähigkeit, sowie die Ausschöpfung des eigenen Potenzials und die Erfüllung der eigenen „wahren Natur“ eines Menschen. Mithilfe dieses Konzepts erarbeitet die US-amerikanische Psychologin folgende Bewertungsmaßstäbe, um das Glück eines Menschen einzustufen:

  • Selbstakzeptanz: eine positive Grundeinstellung gegenüber der eigenen Person
  • Beziehungen: vertrauensvolle und tiefgründige Bindungen
  • Autonomie: Selbstbestimmtheit, sowie dem Leben nach eigenen Werten
  • Lebensbewältigung: Selbstwirksamkeit und eigenständiges proaktives Gestalten der eigenen Lebensumstände
  • Sinn und Lebensziele: die Ausrichtung seines Lebens an größeren Zielen und dem eigenen Lebenssinn
  • Persönliches Wachstum: Offenheit für Neues und die kontinuierliche Entwicklung

Ryff kommt zu dem Ergebnis, dass ein hohes psychologisches Wohlbefinden für den Menschen damit einhergeht, wenn er autonom handeln kann, sich selbst akzeptiert, Schwierigkeiten und Hindernisse meistern kann, persönliches Wachstum erlebt, erfüllende Beziehungen zu anderen Menschen führt und den eigenen Sinn im Leben erkennt.

Das PERMA Modell nach Martin Seligman

Selingman, der als Begründer der positiven Psychologie betrachtet wird, entwickelte 2005 das PERMA Modell, welches sich auch mit dem Wohlbefinden eines Menschen beschäftigt. Im PERMA Modell definiert er die fünf Faktoren des Wohlbefindens:

  • Positive Emotion (positive Gefühle)
  • Engagement (Die Zufriedenheit des Tätigseins)
  • Relationships (positive Beziehungen)
  • Meaning (Sinn im Leben)
  • Accomplishment (Zielerreichung & Wirksamkeit)

Selingmans PERMA Modell fand auch außerhalb der akademischen Psychologie vermehrt Anwendung, um sich für einen Menschen eine Antwort auf die Frage „Was ist Glück?“ herleiten zu können. Anders als bei dem Modell nach Ryff, weitet Selingman sein Modell aus und nutzt explizite Ansätze sowohl der hedonistischen, als und eudaimonischen Glücksdefinition. Dadurch ermöglicht das PERMA Modell einem Menschen, sich auf die wichtigsten fünf Lebensbereiche, die für sein Glück verantwortlich sind, zu konzentrieren und diese in seinem Alltag einzubauen. 

Was ist Glück in der Philosophie?

Von der Antike bis in die heutige Neuzeit bemühen sich die Menschen nach einer Definition für das Glück zu finden. Einige Definitionen der größten Philosophen folgen. Lass dich von ihnen inspirieren und einladen über ihre Aussagen nachzudenken. DailyMentor fasst abschließend seine „Lieblingskernaussage“ am Ende eines jeden Philosophen zusammen und interpretiert sie für die moderne Zeit.

Aristoteles: Glücklich ist, wer ein gutes Leben führt

Aristoteles – ein Vertreter der Eudaimonie – beschreibt Glück, indem ein Mensch seine natürlichen Tugenden und Tüchtigkeiten in einer Gesellschaft entfalten kann. Nach Aristoteles stellt sich das Glück für einen Menschen automatisch und zufällig ein, wenn er sich seinem Charakter und Wesen entsprechend verhält. Er beschreibt dies als tugendhafte Praxis und die damit verbundenen Tätigkeiten.

Im Auszug aus dem ersten Buch der Nikomachischen Ethik definiert Aristoteles Glückseligkeit als Ziel eines jeden Lebens, was zugleich das oberste Gut aller Güter darstellt. In diesem veranschaulicht Aristoteles den Glücksbegriff anhand eines Flötenspielers oder Schusters, die mit ihren Augen, Händen und Füßen Produkte und Tätigkeiten kreieren und somit das Werk ihres betreffenden Seins vollbringen. Anschließend wendet Aristoteles diese Überlegung auf den Menschen an und hinterfragt, worin sich ein Mensch in seinem betreffenden Sein definiert und von anderen Lebewesen unterscheidet:

Ähnlich wie bei Pflanzen und Tieren vollbringt der Mensch das Werk des Lebens, für welches es die Sicherung gewisser Grundbedürfnisse benötigt. Doch der Mensch unterscheidet sich von anderen Lebewesen, da sein Lebensvollzug nicht ausschließlich aus dem persönlichen Wohlergehen hervorgehe, welches die vollständige Befriedigung aller Bedürfnisse und Neigungen benötigt, sondern aus der Vernunfttätigkeit: dem Streben des Tätigseins im Sinne der eigenen Tugendhaftigkeit.

Das Tätigsein ist dabei kein bestimmter Zustand, sondern vielmehr ein Lebensstil, welcher theoretische und praktische Vernunfttätigkeiten umschließt. Wenn ein Mensch also die Tätigkeiten ausüben darf, die seine Interessen und Stärken – allumfassend also sein Wesen – unterstützen, kann ein Mensch sein Glück finden.

Neben Aristoteles waren es auch die weiteren griechischen Philosophen Sokrates und Platon, die erklären, dass es die tugendhafte Lebensweise ist, die einen Menschen zum Glück verhilft. Glückseligkeit im Sinne der Eudaimonie war in ihren Augen das Ziel, auf das jegliches Handeln ausgerichtet werden sollte.

Was ist Glück?
Eine moderne Interpretation nach Aristoteles

Glück lässt sich dadurch erreichen, dass man sein tägliches Handeln nach seinen persönlichen Interessen auslebt. In seinem Tun werden die Stärken des Menschen bekräftigt und es wird ihm ermöglicht seinen Zielen nachzugehen.

Epikur: Glück ist der Moment der Lust und dem Fernbleiben der Unlust

Der griechische Philosoph Epikur widerspricht in vielerlei Hinsicht der Eudaimonie und somit auch der Glücksdefinition nach Aristoteles. Das Glück nach Epikur sei nicht einzig und allein in der spirituellen, sondern vielmehr in der irdischen Welt zu finden.

Epikur greift hierbei den hedonistischen Gedanken auf und beschreibt die Lust als Prinzip des gelingenden Lebens und Glücks. Anders als bei Aristoteles ist Glück kein Ergebnis von „Selbstverwirklichung“ oder Tätigseins, sondern wird dann ermöglicht, wenn Lust gelebt und kein Schmerz vorhanden ist.

Das Hauptziel der epikureischen Glücksphilosophie ist vielmehr die Schmerzvermeidung, sowie das Fernhalten der Unlust oder des physischen Leids. Diese Vermeidung lässt sich nicht nur durch den übermäßigen Genuss von weltlichen Gütern erlangen, sondern vielmehr durch die strategische Reduktion auf die notwendigsten Bedürfnisse eines Menschen.

Epikur ist der Ansicht, dass jemand, der sich mit seinen Bedürfnissen und Gelüsten hoch hinauswagt auch tief fallen mag, dass also extreme Lust auch immer extreme Unlust nach sich ziehen könnte.

Deshalb empfiehlt Epikur einen Weg des kleinen Glücks. Berühmt geworden ist der Schluss eines Briefes an seinen Freund Menoikeus: „Schicke mir doch einmal ein Stück kythischen Käse, damit ich, wenn ich Lust dazu habe, einmal recht schwelgen kann.“

Was ist Glück?
Eine moderne Interpretation nach Epikur

Der Mensch soll all die schönen Dinge, die ihm widerfahren, genießen können. Glücklich kann man auch dann sein, wenn man sorgenfrei ist und muss dafür in keine große Euphorie verfallen. Manchmal reichen schon kleine Augenblicke und Momente, um für sich das Glück wahrzunehmen.

Lucius Annaeus Seneca: Glück wird erst durch ein Bewusstsein erkannt 

Nach dem Stoa Philosophen Seneca gehört es zum Wesen des Menschen, nach Glück zu streben. Glück ist gleichzeitig das einzige und höchste Gut, nach dem es sich zu streben lohnt, denn es ist als einziges ein beständiges, was dem Menschen guttut.

Als einzige notwendige Bedingung für Glück beschreibt Seneca die Apatheia, die Leidenschaftslosigkeit. Erst im Status der Apatheia findet der Mensch sein Glück. Leidenschaftslosigkeit darf jedoch nicht als Gefühllosigkeit, Desinteresse oder Indifferenz verstanden werden. Vielmehr ist Apatheia die Unabhängigkeit von anderen Gütern. Somit ist Glück ein Moment, der von sich selbst aus besteht bzw. kein weiteres Zutun des Menschen erfordert. Vielmehr ruht das Glück auf einem Fundament, welches es zu stabilisieren gilt. 

Dies kann nur durch das Vorhandensein eines Bewusstseins geschehen. Nach Seneca kann daher nur der Mensch glücklich sein, der sich seines Glückes bewusst ist und einen gesunden Geist besitzt. Denn nur ein gesunder Geist inkludiert die Vernunft, die es für die Urteilskraft benötigt, um sein eigenes Glück zu erkennen.

Was ist Glück?
Eine moderne Interpretation nach Seneca

Glück ist ein Moment, dessen bewusster Genuss der Mensch zu lernen hat. Der Mensch muss daher ein Bewusstsein schaffen, um sein erfahrenes Glück wahrnehmen zu können. In Glücksmoment reicht es manchmal aus, diesen einfach nur zu genießen - ohne noch weiteres beisteuern zu müssen.

Friedrich Nietzsche: Glück ist ein temporärer Zustand und die Erfahrung von Genügsamkeit

Nach Friedrich Nietzsche ist Glück nichts, was sich durch Äußerlichkeiten erreichen lässt, wie etwa ein Leben durch Fülle und Konsum. Dies ist nach dem deutschen Philosophen vielmehr ein eigener Wunsch mittelmäßiger Personen.

Nietzsche besitzt eine bescheidenere Auffassung bzgl. des Glücks, sodass sich Glück allein darüber einstellt, dass einem gut gehe, weil die vorliegenden Bedingungen günstig seien oder es das Schicksal gut mit einem meine.

Glück ist für Nietzsche ein Zustand kurzer Dauer, der jeder Zeit vorbei sein könne, weil Sorglosigkeit und eine sorglose Zeit nicht ewig währt. Trotzdem liegt das Glück in der eigenen Kraft eines jeden Menschen, um jegliche Hürden zu überwinden, die ihn in seiner Freiheit und Selbstbestimmung einschränken. 

Nietzsche scheint in gewissen Maßen der „Pessimist“ in der Glücksdefinition der hier aufgezählten Philosophen zu sein, doch vielmehr vertritt er eine genügsamere Auffassung: Glück ist etwas Ruhiges. In seinem philosophischen Sammelwerk „Menschliches, Allzumenschliches“ formuliert er die drei Säulen des menschlichen Glücks:

  1. Das Gewohnte: Nietzsche schreibt hierzu: „Eine wichtige Gattung der Lust und damit der Quelle der Moralität entsteht aus der Gewohnheit.“

  2. Der langsame Pfeil der Schönheit: Nach ihm muss Schönheit mit Ruhe einhergehen: „Die edelste Art der Schönheit ist die, welche nicht auf einmal hinreißt, welche nicht stürmische und berauschende Angriffe macht (eine solche erweckt leicht Ekel), sondern jene langsam einsickernde, welche man fast unbemerkt mit sich fortträgt und die Einem im Traum einmal wiederbegegnet, endlich aber, nachdem sie lange mit Bescheidenheit an unserem Herzen gelegen, von uns ganz Besitz nimmt, unser Auge mit Tränen, unser Herz mit Sehnsucht füllt.“

  3. Der Unsinn: „Wie kann der Mensch Freude am Unsinn haben? So weit nämlich auf der Welt gelacht wird, ist dies der Fall; ja man kann sagen, fast überall wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn.“

Was ist Glück?
Eine moderne Interpretation nach Nietzsche

Glück ist ein temporärer Zustand. Ein Mensch kann sein Glück bereits in sich selbst finden, wenn er erkennt, dass es ihm gut geht und frei von Sorgen ist. Im Grunde ebnet die Genügsamkeit den Weg, sein eigenes Wohl besser zu erkennen und sich von der Ansicht freizumachen, dass es dafür Äußerlichkeiten benötigt, die es zu konsumieren gilt.

13 Glücksübungen und -tipps für deinen Alltag

Da wir nach viel Theorie trotzdem nicht auf praktische Ratschläge verzichten wollen, findest du hier eine Auflistung verschiedener Tipps, Übungen und Inspirationen, die dich an dein Glück erinnern können, bzw. dir den oder anderen Glücksmoment in deinem Alltag schenken können.

  • Gib dem Glück eine Chance: Begegne deinen Alltag mit einer positiven Grundhaltung. Wer an das Gute denkt, dem widerfahren genau solche Momente – manche sogar ganz unerwartet.
  • Lebens- und Denkweisen verändern, die einen aufhalten: Oftmals wissen wir ganz genau, was uns guttut und was nicht. Doch trotzdem fehlt uns manchmal der Mut zur Veränderung, um weiteres Glück in unser Leben einzuladen. Dein Leben, deine Verantwortung: Fordere das Glück für dich auf und trenne dich von den Dingen, die deinem Glück im Weg stehen.
  • Achte auf deine Mitmenschen: Falls es dir möglich ist, solltest du versuchen den Menschen in deinem Leben Hilfe anzubieten – sei es durch Zeit, Aufmerksamkeit, Komplimente, Geld o.Ä. Es ist nachweislich belegt, dass uns Helfen glücklich macht. Das Leben ist ein Gleichgewicht aus Geben und Nehmen – und anderen etwas Gutes zu tun, ist ein Teil davon.
  • Gestalte deinen Alltag nach deinen Vorstellungen: Sorge dich selbst darum, dass du immer einen schönen Tag verbringen kannst. Triff dich mit deinen Freunden, gehe deinen Leidenschaften nach und mache sie zu einer deiner guten Gewohnheiten. Es benötigt die eigene Proaktivität, um sich solche Glücksmomente zu erschaffen.
  • Schätze die kleinen Dinge im Leben: Es sind oftmals die kleinen Dinge und Gesten im Leben, die einen den Tag versüßen können. Eine leckere Mahlzeit, eine halbe Stunde Zeit für sich nehmen, um ein Buch zu lesen, ein Kompliment einer anderen Person, oder sich ein schönes Bild/Foto anschauen – fast schon periphere Momente, die uns Freude schenken können.
  • Gehe regelmäßig in die Natur: Die Natur ist ein gewaltiger Glücksspender und gleichzeitig ein bewiesenes Hilfsmittel gegen Stress. Sei es ein Wald, ein Feldstück, Fluss oder das Meer. Gehe regelmäßig raus in die Natur und lasse die Eindrücke der Natur auf dich wirken.
  • Kenne und setze deine Grenzen: Glück geht einher mit Autonomie und Selbstbestimmtheit. Lerne daher Nein zu sagen, falls du das Gefühl bekommst, jemand anderes überschreitet deine persönlichen Grenzen überschreitet.
  • Schau auf das, was du hast: Der Vergleich mit anderen lässt einen meist nur schlechter fühlen. Richte deshalb ab und zu deinen Fokus auf die Dinge, Erfahrungen und Fähigkeiten, die du besitzt, gemacht, erlernt oder erlebt hast. Es ist eine Frage der Einstellung: Du kannst dich fragen, was noch alles nicht ist oder besser: Was schon alles da ist.
  • Lerne zu verzeihen: Sowohl dir, als auch anderen Menschen. Was geschehen ist, ist geschehen. Ein gemachter Fehler oder Enttäuschung ist passiert und die Vergangenheit lässt sich auch nicht mehr zurückdrehen. Daher ist es notwendig, dass man es schafft seinen Fokus von der Vergangenheit in die Zukunft zu richten und einen persönlichen Abschluss für solche Situationen zu finden.
  • Finde die Schönheit in deiner Umgebung: Nach wie vor sind es die kleinen Dinge im Leben, die uns glücklich stimmen können. Eine kleine Übung, die du jederzeit und überall durchführen kannst: Egal, wo du gerade bist, versuche, etwas Schönes in deiner Umgebung zu finden. Schon solch Kleinigkeiten stärken dein Bewusstsein für das Positive.
  • Achte auf deine Gesundheit: Achte sowohl auf deine körperliche, als auch mentale Gesundheit. Erst dann lässt sich auch das Leben in vollen Zügen genießen und ausleben. Achte daher auf deine Ernährung und versuche dich regelmäßig sportlich zu betätigen.
  • Verfolge, deine Ziele und Träume: Jeder Mensch sucht in irgendeiner Weise nach Erfüllung und Selbstverwirklichung, um so sein Glück zu finden. Was sind deine Lebensziele und Träume? Was willst du noch alles erleben, erreichen, sehen, machen und lernen?
  • Werde dir deiner Glücksmomente bewusst: Uns passiert im Alltag oftmals viel mehr Positives als Negatives, dass es sich für uns nahezu gewohnt und alltäglich anfühlt. Doch mach dir bewusst, dass dies ein besonderes Privileg in unserem Leben darstellt. Daher ist dies mein Lieblingspunkt: Vor dem Schlafen gehen halte ich mir deshalb immer drei positive Momente vor Augen, worüber ich heute glücklich, stolz oder dankbar bin, um mich so an mein Glück zu erinnern.

Inspirierende Zitate über Glück

„Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind.“
Albert Schweitzer (1875-1965),  deutsch-französischer Arzt, Philosoph

„Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.“
Carmen Sylva (1843-1916), deutsche Schriftstellerin

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph

„Glück ist wie eines jener Schlösser in Märchen, deren Pforten von Drachen bewacht werden: Wir müssen kämpfen, um es zu erobern.“
Alexandre Dumas (1802-1870), französischer Schriftsteller

„Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.“
André Gide (1869-1951), französischer Schriftsteller

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph

„Glücklich allein ist die Seele, die liebt.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter

„Glück liegt weder im Laster noch in der Tugend begründet, sondern darin, inwiefern wir das eine oder andere zu schätzen wissen.“
Donatien Alphonse François de Sade (1740-1814), französischer Adeliger 

„Ein wahrer Freund trägt mehr zu unserem Glück bei, als tausend Feinde zu unserem Unglück.“
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Schriftstellerin

„Glück, für dich gehen wir auf Messers Schneide. Den Augen bist du ein flackerndes Licht, den Füßen ein dünn-brechendes Eis. Und so darf niemand dich berühren, der dich liebt.“
Eugenio Montale (1896-1963), italienischer Schriftsteller

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.“
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“
Demokrit (460 v. Chr. – unbekannt) griechischer Philosoph

„Hin und wieder wäre es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach nur glücklich zu sein.“
Guillaume Apollinare (1880-1918), französischer Dichter

Was ist Glück für DailyMentor?

Ben Münster
Ben Münster

„Glück ist das Gefühl von Sorglosigkeit, Leichtigkeit und Freude im Leben. Es ist das Auftun und Ergreifen von unterschiedlichsten Opportunitäten, die einem das Erleben unerwarteter Glücksmomente ermöglichen. Ich bin glücklich, wenn ich das tun kann, nachdem mir ist – das Gefühl der Selbstbestimmtheit: dem Ausleben meiner Leidenschaften und einer beruflichen Tätigkeit, die mich erfüllt. Glück sind all den Mitmenschen, die mir am Herzen liegen und für die ich dankbar bin, dass sie Teil meines Lebens sind: meiner Familie, meiner Partnerin und meine Freunde.“

Patrick Germann
Patrick Germann

„Für mich ist Glück jeden Morgen aufzustehen und meinen Tag nach meinen Wünschen planen zu können. Ich freue mich dabei auch an kleinen Dingen wie ein leckeres geschmiertes Brot oder eine kuschelige Decke. Dabei kommt es auch nicht darauf an, ob ich Hindernisse oder Herausforderungen überwinden muss, solange ich sie mir selbst ausgesucht bzw. auferlegt habe. Das Gefühl, dass ich etwas bewirken kann bzw. dass meine Worte und Taten mein Umfeld klar beeinflussen, ist mir dabei sehr wichtig.“

Die besten Strategien: Negative Glaubenssätze auflösen

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen beschrieben durch die Silhouette eines Menschen im Sonnenuntergang

Positive und negative Glaubenssätze: Sie sind wie vorgeschriebene neuronale Programme, die sich über die Realität legen und die Wahrnehmung unserer Umwelt sinnbildlich „verzerren“. Kaum etwas besitzt mehr Einfluss auf die Qualität deines Lebens als deine Glaubenssätze.

Manche Menschen scheinen die Überholspur des Lebens für sich gepachtet zu haben. Es wirkt so, als würde ihnen alles gelingen und sie mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit nur so  durchs Leben gleiten. Andere Menschen scheinen hingegen mit angezogener Handbremse zu fahren – als würden innere Blockaden sie gewissermaßen aufhalten wollen. Der Grund für diese Verhaltensweisen sind eben erwähnte positive und negative Glaubenssätze.

Diese inneren Überzeugungen – obgleich guter oder schlechter Natur – bestimmen maßgeblich darüber, was ein Mensch tut (oder auch nicht tut), denkt und fühlt. Dabei sind es die positiven Glaubenssätze, die einem Menschen ein erfülltes Leben ermöglichen und hingegen negative Glaubenssätze, die ihn zurückhalten wollen.

Glaubenssätze lassen sich verändern – auch die negativen. Um vielleicht die eine oder andere Handbremse in deinem Leben bzw. Kopf zu lösen, erwartet dich hier eine ausführliche Erklärung, was diese inneren Überzeugungen überhaupt sind, wie sie entstehen, wirken und wie man für sich negative Glaubenssätze auflösen kann.

Da Glaubenssätze eine umfassende und wirklich große Thematik für einen Menschen sind, fällt dieser Beitrag deutlich länger als manch anderer aus. Doch es ist uns wichtig, dass wir dieses Thema ganz genau beleuchten. Also nimm dir die bitte nötige Zeit, erforsche dich selbst und mache bei den folgenden Übungen gerne mit, um auch deine Glaubenssätze zu erkennen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind unbewusste Gedankenmuster, die sich im Laufe eines Lebens für jeden Menschen entwickelt haben. Es sind inneren Überzeugungen, die sich im Unterbewusstsein von einer Person verankert haben und auf alles und jeden projiziert werden: auf sich selbst, andere Menschen und allgemein auf das ganze Leben.

Glaubenssätze bestimmen maßgeblich unseren Alltag und wie wir die Eindrücke aus unserer Umwelt wahrnehmen – oftmals sogar ohne merklichen Eindruck. Sie steuern, wie wir uns verhalten, wie wir denken und sogar fühlen. Es sind sozusagen psychische Betriebssysteme, die die Wahrnehmung und das Weltbild jeder Person bestimmen.

 Jeder Mensch besitzt eine Vielzahl von sowohl positiven, als auch negativen Glaubenssätzen. Positive Glaubenssätze sind wie ein guter Freund, die einem Menschen bspw. Mut machen und zu innerer Stärke verhelfen. Hingegen sind negative Glaubenssätze wahre Blockaden. Sie reproduzieren schlechte Denkmuster, limitieren die eigenen Fähigkeiten und lassen einen schlechter fühlen als eigentlich notwendig.

Diese positiven und negativen Glaubenssätze können sich dabei durch alle Lebensbereiche ziehen und beeinflussen so unterschiedliche Sichtweisen. Kein Glaubenssatz lässt sich von außen und objektiv als falsch beurteilen. Solch eine Überzeugung hat ein Individuum durch unterschiedlichste Ursache entwickelt. Daher hat jeder Glaubenssatz seine „Berechtigung“.

Wir werden, was wir glauben.

Earl Nightingale (1921-1989), US-amerikanischer Motivationstrainer Tweet

Es gibt unendlich viele von diesen inneren Überzeugungen. Doch um dir einen Einblick zu gewähren, haben wir dir eine große Liste an Beispielen für unterschiedliche positive und negative Glaubenssätze zusammengestellt – aufgeteilt auf die typischen und großen Lebensbereiche.

Uns ist es wichtig, dass du dir unter dem Begriff „Glaubenssatz“ etwas vorstellen kannst, um auch später deine eigenen besser erkennen zu können. Überfliege gerne diese Auflistung und habe dabei im Hinterkopf, dass sich jeder Glaubenssatz auch umdrehen lässt – und so bspw. aus einem negativen Glaubenssatz ein positiver wird:

Ich bin nicht wertvoll. → Ich bin wertvoll.
Ich habe keine Macht. → Ich habe die Macht für mein selbstständiges Handeln.

Ich genüge mir selbst.
Ich werde es schaffen.
Ich bin gut/attraktiv/selbstbewusst/intelligent/…

Ich bin anderen immer unterlegen.
Ich muss immer der Beste sein.
Ich bin dumm/nicht schön genug/zu dick/zu dünn/…

Ich habe es verdient glücklich und erfolgreich zu sein.
Mit meinem Beruf kann ich erfolgreichen/reich werden.
Ich kann es aus eigener Kraft schaffen ein erfülltes Leben zu führen.

Geld verdirbt den Charakter.
Erfolg kann man nur haben, wenn ich andere aussteche.
Ich habe es nicht verdient viel Geld zu verdienen.

Ich darf meine Mitmenschen um Hilfe beten.
Ich darf meine Meinung sagen.
Ich bin selbstbestimmt und lasse nicht über meinen Kopf hinweg entscheiden.

Ich darf keine negativen Gefühle zulassen.
Ich falle anderen nur zu Last.
Ich kann keinen anderen vertrauen.

Ich glaube an die Liebe meines Partners und der Beziehung.
Ich kann meinem Partner vertrauen.
Mein Partner liebt mich so wie ich bin.

Alle Männer sind Schweine. / Alle Frauen sind Schweine.
Ich muss meinem Partner immer gefallen.
Mein Partner wird mir fremdgehen.

Es ist Frieden in mir, meinem Körper und meiner Umwelt.
Ich achte auf mein Denken und ernähre mich bewusst gesund.
Ich bin kraftvoll und lebendig.

Ich werde öfters krank als andere.
Das ist erblich bedingt.
Für einen gesunden Körper muss man leiden.

Keiner liebt mich.
Die Welt ist hart und ungerecht.
Veränderungen machen alles schlimmer.
Ich werde von anderen Menschen ausgenutzt.
Nur mit einem Partner kann ich glücklich sein.
Reiche Menschen sind schlecht.
Nichts liegt in meiner Hand.
Man kann nicht einfach machen, was man will.
Menschen haben schlechte Absichten.
Seine Gefühle zu zeigen, ist ein Beweis von Schwäche.
Ich bin zu nichts fähig.

Dies ist jedoch wirklich nur ein klitzekleiner Anteil ab möglichen Glaubenssätzen. Es gibt unendlich viele von ihnen. Jedoch hast du hoffentlich nun ein ungefähres Bild erhalten.

Wie wirken Glaubenssätze?

Positive und negative Glaubenssätze wirken gleichermaßen. In gewisser Weise „verzerren“ sie die Realität und funktionieren wie ein Filter auf die Umwelt. Man kann es sich so vorstellen, als würde man sich eine Sonnenbrille mit blauen Gläsern aufsetzen und die Umwelt in einem leichten Blaustich sehen. Setzt man hingegen eine Sonnenbrille mit grünen Gläsern auf, sieht man die Umwelt in einem Grünstich.

So beeinflussen letztlich Glaubenssätze das Leben eines Menschen: Je nach Glaubenssatz – in unserem Beispiel die unterschiedlichen Sonnenbrillen – sehen wir die tatsächliche Umwelt leicht abgeändert bzw. verfärbt. Glaubenssätze verändern also in gewissen Weise die Realität – bei manchen Menschen mehr, bei anderen weniger. 

Doch wie funktioniert dies? Einfach gesagt, sind Glaubenssätze neuronale Programme, die bestimmen, wie ein Mensch auf seine Umwelt reagiert. Denn es ist wie folgt:

Eine Information aus der Umwelt erreicht den Menschen und ruft bei ihm immer eine Reaktion in Form von Gedanken, Verhalten oder Emotionen hervor. Mitunter werden diese Reaktionen durch die neuronalen Muster der Glaubenssätze geformt.

Sie wirken dabei wie ein vorgeschriebenes Programm, welches für eine Information vorbestimmt ist und erzeugt somit vorprogrammierte Gedanken und Emotionen, die sich wiederum im menschlichen Verhalten widerspiegeln.

Dabei muss genau auf die negativen Glaubenssätze Acht gegeben werden. So wie es der Name „Glaubenssatz“ schon verrät: Ein Mensch glaubt wirklich an seine Glaubenssätze. Es sind für ihn – aus seiner individuellen und subjektiven Sicht – Tatsachen, die er für sich als wahr erachtet – so unrealistisch wie es für einen objektiven außenstehenden wirken mag. Und so wird das eigene Verhalten und Leben nach den eigenen Glaubenssätzen ausgerichtet.

Die Wirkung von Glaubenssätzen möchten wir dir anhand eines einfachen – und womöglich auch etwas plakativen – Beispiels näher bringen:

Durch frühere schlechte Erfahrungen, bspw. durch Enttäuschungen, Fremdgehen oder die Ignoranz des Partners entwickelt sich für eine Person der folgende Glaubenssatz bzgl. romantischen Beziehungen und Partnerschaften:

„In einer romantischen Beziehung werde ich von meinem Partner immer nur enttäuscht und fallen gelassen.“

In unserem Beispiel heißt diese Person Lisa. Lisa lernt an einem schönen Abend in ihrem Freundeskreis Marc kennen. Lisa findet Marc von Grund auf sympathisch und attraktiv und sieht in ihm einen potenziellen Partner.

Durch die Interaktion mit Marc entstehen Reize/Informationen, die von Lisa aufgenommen werden. Die Reize treffen wiederum auf Lisas Glaubenssatz, dass sie immer von ihren Partnern enttäuscht wird.

Lisas Glaubenssatz äußert in Gedanken, wie „…dass es wieder so kommen wird“, „…der erste Anschein ja sowieso trügt und er genauso sein wird wie meine vorherigen Partner“ oder „…ich kann ihm ja nicht vertrauen“.

Diese Gedanken resultieren wiederum in Emotionen - negative Emotionen, wie es Lisa schon von früher kannte: Misstrauen, Verletzung, Enttäuschung und Selbstschutz.

Und genau diese Emotionen spiegeln sich in Lisas Opfer- und Abwehrverhalten gegenüber Marc wider. Obwohl Marc bis dahin nichts Falsches gemacht hat und Lisa sehr positiv gegenüber begegnete, wird von Lisa mit Abweisung reagiert, was Marc nun auch Lisa zurückspielt.

Lisas Erfahrungen wurden dadurch erneut bestätigt und ihr negativer Glaubenssatz hat sich in ihren Gedanken, Gefühlen und Verhalten verfestigt. 

Diese Art von Programmen besitzt jeder Mensch in unendlicher Vielzahl, wobei es sowohl positive, als auch negative Glaubenssätze gibt, die jeden Tag im Leben eines Menschen greifen und wirken.

Durch solche Erfahrungen, wie im obigen Beispiel, können sich diese Überzeugungen im Kopf bewähren – und dies ist letztlich die Krux an der Sache und macht es einem Menschen so schwer negative Glaubenssätze aufzulösen bzw. zu ändern. Dazu jedoch später mehr.

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen beschrieben anhand des Schaubild "Der Zyklus von Glaubenssätzen"

Wie entstehen Glaubenssätze?

Wenn ein Mensch zur Welt kommt, ist er unbefangen von jeglichen Glaubenssätzen. Ein Mensch startet sozusagen mit einer „leeren Festplatte“ und entwickelt für sich erst im Laufe seines Lebens diese Gedankenmuster und neuronalen Programme.

Wie wir über die Welt oder andere denken, kann auf den ersten Blick sehr willkürlich wirken. Doch jegliche Sichtweisen sind auf einen Ursprung zurückzuführen. Sowohl positive, als auch negative Glaubenssätze sind das Resultat eigener Erfahrungen und Einflüsse aus der Umwelt.

Glaubenssätze entwickeln sich somit entweder durch die Person selbst oder durch externe Einwirkungen. Ein Mensch nutzt dafür ganz unterschiedliche Methoden, um diese Überzeugungen für sich zu entwerfen. Doch es sind vor allem zwei große „Fehler“/Prozesse, wie ein Mensch für sich Glaubenssätze entwickelt:

  1. Einzelne Erfahrungen werden generalisiert. Auf Basis weniger Erfahrungen werden fundamentale Meinungen – sprich Glaubenssätze – entwickelt.
  2. Menschen modellieren ihre Umwelt. Dies bedeutet, dass Menschen Beobachtungen über Meinungen, Verhalten, Aussagen und Glaubenssätze machen und diese im Unterbewusstsein übernommen haben.

Externe Einflüsse sind bspw. die sozialen Bindungen und Interaktionen mit unseren Mitmenschen. Jeder Mensch lernt und übernimmt unbewusst und bewusst Verhalten, Meinungen und Aussagen aus seiner Umwelt. Dies passierte über ganz unterschiedliche soziale Kontakte, Bindungen und Beziehungen:

  • bei der Erziehung, der Schule, der Ausbildung, bei der Arbeit etc.
  • durch die Familie, die Verwandten-, Geschwister- und Familienverhältnisse
  • durch Freunde und Bekannte
  • durch Lehrer (= Autoritätspersonen) und Schulkameraden
  • durch Vorgesetzte und Kollegen
  • letztlich durch jeglichen Kontakt mit anderen Mitmenschen

Der nächste Punkt ist ganz wichtig, da dieser im Erkennen seiner eigenen Glaubenssätze von großer Bedeutung sein wird: Vor allem im Kindheitsalter ist ein Mensch noch deutlich „formbarer“. In jungen Jahren neigen Kinder dazu, dass, was ihnen gesagt und gezeigt wird – und generell erfahren haben – zu übernehmen. Ein Großteil der Glaubenssätze entsteht nämlich deshalb in der eigenen Kindheit.

Ein Kind, das vom Mathematiklehrer gesagt bekommt, dass es kein Mathe kann, glaubt schneller dieser Aussage, als ein gestandener Erwachsener. Oder dass es immer brav und artig sein muss, um von seinen Eltern Zuneigung zu erhalten.

Die Kindheit ist eine hochsensible Phase in der Entwicklung eines Menschen. Als junger Mensch sucht ein Kind aktiv den (Lern-)Austausch mit Erwachsenen, um von den älteren zu lernen und sich Sachen quasi „abzuschauen“. 

Doch dabei fehlen Kindern noch oft die kognitiven Möglichkeiten über Verhaltensweisen, Meinungen und Situationen selber abwägen zu können, um für sich diese Dinge als falsch oder richtig zu verstehen. Ein Kind nimmt daher solch Denk- und Verhaltensmuster viel schneller für sich an, als es ein Erwachsener tun würde.

Doch nicht nur in der Kindheit finden wir den Ursprung unserer Glaubenssätze. Jeder Mensch hat unzählige Glaubenssätze im Laufe seines Lebens entwickelt und wird es auch weiterhin tun. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass Glaubenssätze nichts mit dem Intellekt eines Menschen zu tun haben. Selbst die intelligentesten Menschen haben negative Glaubenssätze entwickelt.

Kein Mensch hat sich bewusst dazu entschieden einen Glaubenssatz für sich anzunehmen oder nicht. Sie sind das Ergebnis externer Einflüsse. Jeder von uns wird durch den Kontakt mit seiner Umwelt, sowie die sozialen Interaktionen geformt.

Das Gute ist, dass kein Glaubenssatz in Stein gemeißelt ist und sich verändern lässt – auch wenn dies, oftmals mit viel Arbeit verbunden ist. Wird ein Mensch sich seiner negativen Glaubenssätze bewusst, so ist es ihm auch möglich an diesen zu arbeiten und für sich aufzulösen.

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Schritt 1: Negative Glaubenssätze erkennen

Ehe wir uns damit beschäftigen können, wie wir negative Glaubenssätze auflösen können, müssen wir in unserer Persönlichkeit danach suchen und graben. Viele unserer Überzeugungen liegen nämlich nicht für uns abrufbar auf unserer Bewusstseinsebene, sondern sind „unter der Oberfläche“ im Unterbewusstsein. Hier wollen wir nun also hin.

Dafür benötigt es eine allumfassende Selbstreflexion – beginnend in unserer Kindheit und von da an fortlaufend bis in die Gegenwart unseres jetzigen Erwachsenenalters. Falls du ernsthafte Absichten hegst, deine negativen Glaubenssätze erkennen zu wollen, solltest du dir gleich schon mal ein Blatt Papier und einen Stift zur Seite legen. Diese Dinge wirst du zeitnah benötigen.

Doch bevor wir starten, noch eine kleine Notiz unsererseits: Die folgenden Abschnitte werden verstärkt von Negativität geprägt sein. Das hat den Hintergrund, dass wir uns in diesem Artikel besonders den negativen Glaubenssätzen widmen – wie man sie erkennt und auflöst. Dieser Artikel soll vorrangig als Problemlöser für diese fungieren. Du wirst mich Sicherheit auch viele positive Glaubenssätze erkennen (können), was wirklich wunderbar ist. Halte an diesen weiterhin fest und werde dir bitte auch gerne weiterer bewusst.

Um den Beitrag möglichst einfach zu halten und nicht unnötig zu verkomplizieren, sprechen wir auch im weiteren Verlauf von negativen Glaubenssätzen, aber habe die positiven weiterhin im Hinterkopf. Trotzdem kannst du viele der weiteren Methoden 1:1 für deine positiven Überzeugungen nutzen.

Glaubenssätze aus der Kindheit erkennen

Wie oben bereits erwähnt, ist die Kindheit – besonders auch die Erziehung – ein Hauptursprung von Glaubenssätzen jeglicher Art. Aus diesem Grund müssen wir einen kurzen Exkurs über das Eltern-Kind-Verhältnis machen. Denn es ist wichtig diese Kindheits- und Erziehungshintergründe zu verstehen:

Die Erziehung und Bindung zu seinen Eltern spielt eine ganz tragende Rolle in der Entwicklung eines Kindes. Für ein Kind in jungen Jahren sind die Eltern wohl nicht nur die engsten Bezugspersonen, sondern in der Regel auch die Verantwortlichen (neben alternativen Erziehungspersonen Großeltern, Stiefväter und -mütter etc.), die dem Kind gewisse Wertvorstellungen übermitteln.

Durch die Beziehung zu seinen Eltern bzw. „Elternersätzen“ nimmt ein Kind unglaublich viele Glaubenssätze auf und trägt diese bis ins Erwachsenenalter mit. Ein Kind kann dabei auch ganz viele positive Glaubenssätze erwerben: dass es sich wertvoll fühlen darf, eine eigene Meinung haben darf, auch wütend sein darf (und keine Gefühle gegenüber seiner Eltern verstecken muss), seine Meinung sagen darf, um Hilfe bitten darf etc. 

Doch durch die Beziehung zu seinen Eltern können sich auch negative Glaubenssätze für ein Kind entwickeln.

Ein Kind lernt durch seine Erziehungsberechtigten, wie es sich zu verhalten hat, was schlecht und gut ist. Dies selbst zu beurteilen oder einzuschätzen lernt ein Kind hingegen (und wenn überhaupt) erst viel später im Leben. Ob ein Kind bis dahin richtig handelt – und dies auch nur in der Sicht der Mama und des Papas – erfährt es durch das Feedback der Eltern.

Verhält sich das Kind gut, wird es gelobt und mit der Liebe der Eltern belohnt. Wenn hingegen das Kind gegen die Erwartungen der Eltern handelt, reagieren diese mit Tadel, Distanz oder strafen es auf eine andere Art ab.

Kinder sind besonders sensibel gegenüber den Reaktionen ihrer Eltern und lernen aus solchen Erfahrungen. Sie passen ihr Verhalten gegenüber den Erwartungen ihrer Eltern an, übernehmen ihre Sicht-, Denk- und Verhaltensweisen oder können sogar auch ihre eigenen Bedürfnisse denen ihrer Eltern (permanent) unterstellen. 

Falls Mamas und Papas Laune und die Liebe gegenüber dem Kind immer an gewisse Bedingungen geknüpft ist, entwickelt das Kind eigene Strategien und einen eigenen Umgang. Diese Strategien können ganz unterschiedlich sein: Rebellion, Unterwürfigkeit, Anpassung, Ignoranz, Selbstschutz oder Abkapselung gegenüber den Eltern.

Durch die Bedingungen der Eltern lernt ein Kind sich nicht nur „richtig“ zu verhalten, sondern entwickelt auch Glaubenssätze, die es lebenslang prägen können.

Was könnte ein Kind bspw. denken bzw. was für potenzielle Glaubenssätze könnte ein Kind entwickeln, wenn es immer wieder aufs Neue dieselben Erfahrungen durch seine Eltern macht und letztlich folgende Aussagen verinnerlichte? (In Klammern stehen potenzielle Begründungen eines Kindes für die Entwicklung des entsprechenden Glaubenssatzes) 

„Meine Eltern schenken mir nur Liebe und Wertschätzung, wenn ich alle ihre Erwartungen erfülle.“

Ich muss immer perfekt sein (weil meine Eltern mich dann lieb haben).
Ich darf keine Fehler machen (weil meine Eltern sonst sauer auf mich sind).
Ich darf nie verlieren (weil meine Eltern sonst sauer auf mich sind).
Ich bin wertlos (wenn ich nicht erster werde).
Ich bin schuld, wenn meine Eltern auf mich sauer sind (weil ich nicht erster wurde).
Ich darf nicht ich sein (weil ich immer den Erwartungen meiner Eltern entsprechen muss).
Ich darf mich nicht wehren (weil ich immer den Erwartungen meiner Eltern entsprechen muss).
Ich muss funktionieren (weil ich immer den Erwartungen meiner Eltern entsprechen muss).

„Wenn ich schlechte Laune habe, sind meine Eltern böse auf mich und ich von ihnen getadelt.“

Ich bin nicht wichtig (weil meine Eltern mich nicht ernst nehmen).
Ich muss meine negativen Gefühle bei mir halten (weil ich andere Menschen damit belaste).
Ich bin nicht gut genug (wenn ich Schwäche zeige).
Ich bin nicht willkommen (wenn ich meine Eltern nerve).
Ich darf nicht ich sein (weil ich immer den Erwartungen meiner Eltern entsprechen muss).
Ich muss funktionieren (weil man keine schlechte Laune haben darf).

Diese beschriebenen Verhaltensmuster sind ein Teil des Konzepts inneren Kindes, welches von John Bradshaw in den 1970er und -80er Jahren entwickelt wurde. Das innere Kind ist eine modellhaften Betrachtungsweise innerer Erlebniswelten und symbolisiert dabei alle – teilweise unbewussten – Gefühle, Erlebnisse und Erinnerungen aus der eigenen Kindheit. Um diese inneren Erlebniswelten und Glaubenssätze zu erkennen, möchten wir deshalb nun mit deinem inneren Kind arbeiten.

Die Arbeit mit dem inneren Kind 

Nimm dir ein Blatt Papier zur Hand und male die Silhouette eines Kopfes auf bzw. drucke dir gerne unsere Vorlage dafür aus (bereits fürs DIN-A4-Format vorbereitet). Male diese Silhouette möglichst mittig und groß auf, da du später noch kurze Sätze in den Kopf schreiben musst. 

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen mithilfe der Arbeit zum inneren Kind Teil 1

Neben den Kopf des Kindes schreibst du nun alle wichtigen Personen auf, die für deine Erziehung in Kindheitsjahren mitverantwortlich und von wichtiger Bedeutung waren. Das sind meistens natürlich deine Eltern, können aber auch deine Stiefeltern, Adoptiveltern, Großeltern, Geschwister, etc. sein.

Nun schreibst du unter diesen Personen sowohl positive, als auch negative Stichwörter auf, die ihre Eigenschaften beschreiben und wie sie dich in der Kindheit behandelt haben.

Wenn du damit fertig bist, ziehst du eine Linie über diese Personen und führst sie zu einer Konstellation zusammen (bei den meisten dann „Eltern“). Nun beschreibst du erneut in kurzen Stichwörtern die gemeinsame Beziehungsdynamik dieser Personen. 

Jetzt betrachtest du alles, was du auf deinem Blatt zusammengefasst hast und spürst mal in dich hinein, was das alles in dir als Kind bewirkt hat. Zu welchen inneren Überzeugungen bist du durch das Verhalten deiner Eltern gelangt? Wie haben dich ihre Eigenschaften geformt? Wir suchen also nun nach deinen persönlichen Glaubenssätzen, welche du dann in den Kopf des Kindes schreibst.

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen mithilfe der Arbeit zum inneren Kind Teil 2

Dieses erste Ergebnis ist ein Resultat deiner Kindheit und deines inneren Kindes (auch hier ist das Ergebnis aufgrund der Einfachheit kürzer und ausschließlich mit negativen Glaubenssätzen gestaltet worden). Deine positiven und negativen Glaubenssätze haben dich als Kind und in deinem damaligen Verhalten beeinflusst. Doch auch heute spiegelt sich dein inneres Kind wider. Wie bei jedem von uns zeigt es sich auch heute in deinem Verhalten – womöglich auch ganz unbewusst. 

Aus diesem Grund überlegst du dir nun in welchen Verhaltensweisen und Denkmustern du diese Überzeugungen wiederfindest. Wie zeigen sich deine Glaubenssätze aus der Kindheit auch noch heute? Lies dir dafür nochmal die Sätze im Kopf des Kindes durch und mach dir Gedanken, wie sie dich heutzutage noch denken und handeln lassen.

Negative Glaubenssätze auflösen und erkennen mithilfe der Arbeit zum inneren Kind Teil 3

Mithilfe dieser Methoden holst du fest verankerte und dir vielleicht noch unbekannte negative Glaubenssätze aus deinem Unterbewusstsein ins Bewusstsein, an denen wir im späteren Verlauf des Artikels weiter arbeiten können.

Glaubenssätze aus dem Alltag erkennen

Doch nicht nur in deiner Kindheit, sondern auch im Laufe deines Lebens verstecken sich die Ursprünge von negativen Glaubenssätzen, die sich durch (schlechte) Erfahrungen, Vorannahmen, Verallgemeinerungen o.Ä. etablieren können. Deshalb widmen wir uns jetzt deinem „älteren Ich“, um so weitere negative Glaubenssätze ans Licht zu bringen. 

Reflexion der Lebensbereiche

Eine Methode, um negative Glaubenssätze zu erkennen, ist die Reflexion seiner Lebensbereiche – vor allem mit einem Augenmerk auf die, in denen es nicht so gut läuft. Ein erster Indikator, dass sich in einem Lebensbereich negative Glaubenssätze verstecken, ist nämlich, dass man sich in einem Feld tendenziell eher unzufrieden oder blockiert fühlt.

Trotz dieser Unzufriedenheit fällt es einem nur schwer etwas daran zu ändern. Denn genau diese negativen Glaubenssätze und Überzeugungen wirken wie innere Blockaden und hindern eine Veränderung des IST-Zustands.

Für diese Methode nimmst du dir die unterstehenden Lebensbereiche vor und fängst an, sie zu hinterfragen. Überlege, welche potenziellen Überzeugungen und Glaubenssätze du damit verbindest. Was verbirgt sich hinter den einzelnen Bereichen?

  • Selbstbild & Selbstwertgefühl
  • Finanzen
  • Erfolg
  • Freundschaften
  • Familienleben
  • Beziehungsleben und Liebe
  • Träume, Freiheit, Lebensziele & Selbstwirksamkeit
  • Arbeit & Beruf
  • Körper & Gesundheit

Als Beispiel widmen wir uns dem Lebensbereich „Selbstbild & Selbstwertgefühl“. Vielleicht hast du ähnliche Gedanken, wenn du an diesen Lebensbereich denkst:

Ich bin zu dick/dünn.
Ich bin nicht clever genug.
Ich bin nicht schön genug.
Ich darf keine negativen Gefühle zeigen.
Ich bin wertlos.
Ich muss alles perfekt machen.
Ich bin nicht wichtig.
Ich trage an allem die Schuld.
Ich habe nie Glück.
Ich falle anderen zur Last.
Ich muss immer fröhlich sein.
Ich muss alles alleine schaffen.
Ich darf anderen nicht zur Last fallen.
Ich darf nicht ich selbst sein.

Für diese Methode kannst du dich ganz bewusst hinsetzen, dir die nötige Zeit nehmen und dich den unterschiedlichen Lebensbereichen widmen. Doch auch im Alltag kannst du dies für dich im Hinterkopf behalten.

Unsere Emotionen sind hierfür ein äußerst hilfreicher Sensor. Immer wenn du dich schlecht fühlst, können sich in dieser Situation auch negative Gedanken verstecken, die womöglich auf einen negativen Glaubenssatz zurückzuführen sind. Falls du dich also in einer Alltagssituation mal schlecht fühlen solltest, kannst du prüfen, ob sich vielleicht auch hier ein negativer Glaubenssatz verbirgt. 

Vorannahmen, Verallgemeinerungen und Sprichwörter

Um den oberen Punkt noch weiter auszuführen: Glaubenssätze findet man in unterschiedlichsten Vorannahmen, Verallgemeinerungen und Sprichwörter, die man im Laufe eines Lebens für sich angenommen hat. Vielleicht fallen dir solche Sachen auf bei dir auf, die du für dich verinnerlicht hast.

1. Vorannahmen

Wenn du von Beginn an etwas Schlechtes erwartest, steckt mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein negativer Glaubenssatz dahinter.

Beispiel: Du gehst mit der Erwartung in eine Gehaltsverhandlung, dass diese sowieso erfolglos sein wird. Hier könnte sich ein negativer Glaubenssatz verbergen bzgl. der eigenen Leistung, der Wertschätzung deines Vorgesetzten oder darüber, ob du überhaupt mehr Geld verdient hast.

2. Verallgemeinerung

Aus einer oder weniger gemachter Erfahrungen leitest du eine Universalformel ab und limitierst dich selbst für die weitere Zukunft.

Beispiel: In deiner letzten – und vielleicht auch ersten – Beziehung hat dein Partner deine Empfindungen und Bedürfnisse nur selten ernst genommen. Auf einmal wird aus einer Person „alle“: „Alle Männer sind Schweine. / Alle Frauen sind Schlampen.“

3. Sprichwörter

In vielen Sprichwörtern verstecken sich meist ganz schöne Nachrichten, Erfahrungen oder „Wahrheiten“. Doch auch wenn sie im Volksmund „bestätigt“ sind, müssen nicht alle stimmen und lassen sich erst recht nicht global auf jeden einzelnen übertragen. Ganz davon abgesehen, sind manche Sprichwörter auch schlichtweg Quatsch. Trotzdem haben wir manch Sprichwörter für uns verinnerlicht oder von ihnen bestimmte Glaubenssätze abgeleitet.

Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
Ohne Fleiß kein Preis.
Beiß nicht in die Hand, die dich füttert.
Man muss nur wollen, dann schafft man es auch.
Den Letzten beißen die Hunde.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Wer hoch hinaus will, kann tief fallen.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Erfolg macht einsam.
Die Welt ist ungerecht.
Säge nicht an dem Ast, auf dem du sitzt.
Übermut tut selten gut.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Geld verdirbt den Charakter.
Wer schön sein will, muss leiden.
Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.

Das Phänomen des Bestätigungsfehlers

Glaubenssätze können sich auch manchmal durch das Phänomen des Bestätigungsfehlers manifestieren. Ein Bestätigungsfehler ist die menschliche Tendenz zur kognitiven Verzerrung. Es ist die Neigung einer Person, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass sie die eigenen Erwartungen und Ansichten erfüllen. Also einfach gesagt: Sich Informationen so zurechtzulegen (und andere ggf. sogar zu ignorieren), sodass die eigene Meinung bestätigt wird.

Im spezifischen Fall von negativen Glaubenssätzen kann dies bspw. bedeuten, dass genug Argumente dafür gesucht und gefunden werden, weshalb man sich selber als nicht gut genug sieht. Man sieht all die Fehler und persönlichen Enttäuschungen, die man erfahren hat und hingegen werden all die positiven Dinge ignoriert, weshalb man doch gut genug ist.

Schnell manifestiert sich so ein negativer Glaubenssatz – durch kognitive Verzerrung und Selbstsabotage. Durch den Bestätigungsfehler wird aktiv nach Beispielen gesucht, die das eigene Weltbild bestärken. Gleichzeitig werden die Gegenbeispiele ignoriert.

Vielleicht fällt dir dieses Phänomen auch bei dir selbst auf, wo du dich – vielleicht sogar ganz unbewusst – in ein viel schlechteres Licht stellst, als du eigentlich solltest?

Schritt 2: Negative Glaubenssätze auflösen

Nach dieser intensiven Arbeit, seine Glaubenssätze zu erkennen, widmen wir uns dem letzten Schritt: Negative Glaubenssätze auflösen. Dafür erwarten dich im Nachgang vier verscheiden Methoden, die dir alle dabei helfen können. 

Als Tipp/Methode 0 möchten wir vorweg eines sagen: Du bist dir nun womöglich dem einen oder anderen Glaubenssatz bewusst geworden – ein unglaublich wichtiger Schritt für die weitere Zukunft! Daher solltest du von nun an darauf achten, ob und wann dich im Laufe deines Alltags ein bestimmter negativer Glaubenssatz begegnet und entsprechend handeln lässt. Es ist der erste Schritt in die richtige Richtung sein eigenes Handeln besser nachzuvollziehen, um zu schauen, ob dich ein negativer Glaubenssatz hinsichtlich deines Verhaltens oder Denkens aktiv limitiert. Mache dir klar, wann ein negativer Glaubenssatz für dich wirkt – es ist der erste Schritt diesen Glaubenssatz aufzulösen bzw. zu verändern.

1. Hinterfrage deine negativen Glaubenssätze

Um dir von Anfang des Artikels nochmal folgendes ins Gedächtnis zu rufen: Weshalb kontrollieren uns negative Glaubenssätze so stark? Weil wir an sie glauben. Wir halten es für einen Fakt. Diese inneren Überzeugungen entsprechen für uns der Realität.

Und genau hier möchten wir anknüpfen und stellen diese Überzeugungen nun auf den Prüfstand. Wir durchlöchern unsere negativen Glaubenssätze mit Fragen, um zu schauen, ob diese für uns wirklich Sinn ergeben. Anfangs kann dies ziemlich schwierig wirken, da man sich die meisten Glaubenssätze über Jahre eingeredet hat. Doch trotzdem heißt dies nicht, dass sie der Realität entsprechen müssen.

  • Ist ein Glaubenssatz also wirklich wahr für dich?
  • Ist es immer und für jeden so oder nur für dich?
  • Auf welche Erfahrungen und Ursachen lässt sich dein Glaubenssatz zurückzuführen?
  • Woher willst du wissen, dass dein Glaubenssatz wirklich so stimmt?
  • In welchen Momenten wirkte dein Glaubenssatz? Wie hat er dich denken/fühlen/handeln lassen und hat dies einen berechtigten Grund?
  • Wann hat dich dein Glaubenssatz aktiv gehemmt bzw. dir Steine in den Weg legen wollen?
  • Wie wäre dein Leben ohne diesen Glaubenssatz?
  • Welche Gegenbeweise (und ggf. auch schon eigene Erfahrungen) kennst du bzw. hast du erfahren, die deinen Glaubenssatz nicht bestätigt haben? (Eine wichtige Frage, die wir später nochmals aufgreifen!)

Beispiel Glaubenssatz: „Ich bin machtlos.“

  • Warum glaube ich, dass ich keine Macht habe?
  • Habe ich es überhaupt probiert Selbstverantwortung und -kontrolle zu übernehmen?
  • In welchen Momenten habe ich mir beweisen können, dass ich mich mächtig und selbstbestimmt über mein Handeln gefühlt habe?
  • Wenn andere Menschen den Mut zu Veränderung haben können, warum sollte ich es dann nicht auch können?
  • Selbst wenn nicht immer alles in meiner Macht steht, wie gehe ich mit solchen Situationen um?
  • Welche positiven Eigenschaften (bspw. innere Stärke, Selbstwirksamkeit, Selbstbewusstsein, etc.) besitze ich, die mir gegen diesen Glaubenssatz helfen könne? (= positive Affirmationen)

In einer abgewandelten Form möchten wir uns also den von oben aufgeführten Bestätigungsfehler zunutze machen bzw. ihn in seiner negativen Form ins Kreuzverhör nehmen. 

Ein negativer Glaubenssatz soll uns erstmal beweisen, ob die negativen Überzeugungen in dieser Art auch wirklich Sinn ergeben. Was hat der negative Glaubenssatz zu all den positiven Eigenschaften zu sagen, die ihm entgegenstehen?

2. Negative Glaubenssätze transformieren

Durch Transformationen/Umformulierungen seiner negativen Glaubenssätze kann man es auch schaffen, diesen Überzeugungen etwas an Kraft zu nehmen.

Anstatt, dass negative Glaubenssätze hart, resolut und unveränderbar klingen, kann man sie auch so formulieren, dass sie (zumindest etwas) positiver und veränderbarer für einen wirken, um ihnen so etwas an Macht zu rauben. Diese Vorgehensweise beruht auf dem Framing-Effekt.

Framing bedeutet, dass unterschiedliche Formulierungen einer Botschaft – bei gleichem Inhalt –  das Verhalten des Empfängers unterschiedlich beeinflussen können. Je nachdem wie du deine Botschaft also formulierst – ob positiv oder negativ – wird dessen Inhalt auch verstanden. 

Also einfach gesagt: Ohne den Inhalt unseres Glaubenssatzes zu verändern, verändern wir die Formulierung und enthalten somit einen positiveren Effekt. Wie du es gleich sehen wirst, können schon einfache Anpassungen große Auswirkungen auf die Person besitzen.

Ich kann das nicht → Ich kann das noch nicht.
Ich darf keine Fehler machen. → Ich verzeihe mir noch zu wenig Fehler.
Liebe macht immer unglücklich. → Liebe hat mich bisher unglücklich gemacht.
Ich bin nicht genug. → Ich fühle mich momentan, als wäre ich mir noch nicht gut genug.

Du merkst, dass man mit etwas Veränderung einem negativen Glaubenssatz etwas Wind aus den Segeln nehmen kann. Die transformierten Glaubenssätze wirken weniger ergreifend und so, als dass man sich selbst in Zukunft das Gegenteil beweisen darf – und hoffentlich auch wird.

Sollte dir also mal wieder ein negativer Glaubenssatz präsent werden, achte auf die Formulierung, um dich nicht vollends ihm ergriffen zu fühlen.

Achte auf die richtige Positivität!

Der simple Trick „Verändere einfach einen negativen Glaubenssatz zu einem positiven und denke einfach an das Positive“ ist schlichtweg zu unfundiert und nur das Resultat langer und harter Arbeit. Die vollständige Auflösung eines negativen Glaubenssatzes, zu einem positiven dauert meist Wochen, Monate oder gar Jahre.

Solltest du mit der Zeit den großen persönlichen Erfolg feiern dürfen, einen negativen Glaubenssatz in einen positiven verändert zu haben, solltest du auch hier auf die richtige Formulierung achten: Dein positiver Glaubenssatz sollte in keiner Negation, sondern auch wirklich positiv formuliert werden. Dies ist für die Aussagekraft deines Glaubenssatzes immens wichtig, denn:

Es ist wissenschaftlich belegt, dass unser Unterbewusstsein keine Verneinungen versteht und sich Negationen in unserem Unterbewusstsein dadurch als „Wahrheit“ etablieren.

Negativer Glaubenssatz: Ich bin zu dick.
Falscher positiver Glaubenssatz: Ich bin nicht dick.
Richtiger positiver Glaubenssatz: Ich habe eine schöne Figur.

Negativer Glaubenssatz: Ich falle dir zu Lust.
Falscher positiver Glaubenssatz: Ich falle dir nicht zu Lust.
Richtiger positiver Glaubenssatz: Ich bin bei dir willkommen.

3. Neue Erfahrungen ergeben neue Glaubenssätze 

Wie wir bereits im Artikel erklärt haben, etablieren sich Glaubenssätze mithilfe von Erfahrungen. Deshalb benötigt es neue Erfahrungen, um negative Glaubenssätze aufzulösen bzw. zu verändern. Und dies bedeutet seinen Mut zu fassen, um sich den Kreislauf an wiederkehrender Limitationen der negativen Überzeugungen zu widersetzen.

In den vorherigen Methoden haben wir es bereits geschafft an negativen Glaubenssätzen zu rütteln, sie infrage zu stellen und sie zu entkräften. Doch um einen Glaubenssatz aufzulösen und langfristig von diesen Erfolgen zehren zu können, muss er durch einen neuen und positiven ersetzt werden. Da dies nicht von irgendwoher kommen kann, benötigt es handfeste Beweise – sprich neue und positive Erfahrungen.

Man kann sich tagtäglich aufs Neue einreden, dass man ein selbstbewusster Mensch ist. Diese positiven Affirmationen helfen mit Sicherheit, um das eigene Selbstbild zu verändern. Doch viele solcher Charaktereigenschaften zeichnen sich erst in den Handlungen eines Menschen ab. Es ist nämlich erst das, was wir tun, was unsere Identität wirklich formt.

Den Charakter kann man auch aus den kleinsten Handlungen erkennen.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Erst wenn du dich aus deiner Komfortzone traust und einen negativen Glaubenssatz vom Gegenteil überzeugst, ist es dir auch möglich diesen aufzulösen oder ihn in einen positiven zu ändern. Wenn du regelmäßig mutig und selbstbewusst agierst, wird es dir auch möglich sein, dich als einen selbstbewussten Menschen zu sehen.

Ein Sportler nennt sich auch erst dann ein Sportler, wenn er regelmäßig Sport macht. Genauso ist jemand auch erst dann eine Führungskraft, wenn er bei der Arbeit die damit verbundenen Tätigkeiten regelmäßig ausübt.

Kommen wir nochmal zu Lisa. Stell dir mal vor, Lisa gewährt Marc eine Chance. Und es bestätigt sich der erste Eindruck: Marc ist wirklich ein Typ „der guten Sorte“. Lisa wird von ihm nicht enttäuscht oder verletzt. Sie findet in Marc einen aufrichtigen und guten Partner und sammelt positive Erfahrungen, dir ihr helfen, um ihren negativen Glaubenssatz auflösen und ins positive Gegenteil umdrehen zu können.

4. Eine Visualisierung: Der See der Glaubenssätze

Um nun einen persönlichen Startschuss zu setzen, deine negativen Glaubenssätze auflösen zu können, möchten wir uns einer Visualisierungsmethode widmen.

Dafür halte dir ein paar deiner negativen Glaubenssätze vor Augen - wenn möglich, schreib diese auch gerne auf ein Blatt Papier, welches du nach Abschluss dieser Übung sinnbildlich zerreißen, verbrennen oder zerknüllen kannst.

Nun stell dir eine braune, reflektierende Wasseroberfläche eines stinkenden Tümpels vor. In der Reflexion der Wasseroberfläche kannst du in deine Zukunft blicken. Du siehst, wie dein Leben in fünf, zehn und zwanzig Jahren wohl aussehen mag, wenn all deine negativen Glaubenssätze wahr wären und du an ihnen festhältst. Versuche dir ein spezifisches Bild deiner Vorstellungen zu schaffen, wie es in deinen unterschiedlichen Lebensbereichen aussieht und fühle dich in dieses für einen Moment hinein.

Nun bekomme für einen kurzen Moment einen freien Kopf und verabschiede dich von diesem Bild.

Als Nächstes siehst du wiederum einen klaren, wunderschönen, blauen See, auf dessen Oberfläche die Sonne glitzert. Wenn du tief einatmest, fühlst du die Frische der Luft in deiner Lunge. Schaue erneut an die Wasseroberfläche und sehe erneut, wie dein Leben aussehen könnte, wenn all die zuvor negativen Glaubenssätze sich in positive ändern würden. All die Limitationen der schlechten Glaubenssätze lösen sich auf - wie schön, lebendig, erfüllt und zufrieden das Leben sein kann. Gefällt dir dies nicht viel besser?

Mit dieser Visualisierung hat man längst nicht jeden negativen Glaubenssatz aufgelöst. Doch es soll dir zeigen, dass sich all deine aufgebrachte Arbeit lohnen wird, um deine negativen Glaubenssätze aufzulösen und in positive Überzeugungen umzuschreiben – ganz unabhängig davon wie lang es auch dauern mag. Deine Arbeit wird sich auszahlen und kann dich mit einer wundervollen Zukunft beschenken.

Letztlich haben sich Jahre lang viele Glaubenssätze tief in unserer Persönlichkeit verwurzelt – wie bei einem mächtigen, großen Baum, den man nicht so leicht aus dem Erdreich ziehen kann. Ähnlich wie man den Baum, bis auf Weiteres nicht ohne „System“ aus der Erde loslöst, bekommt man auch nicht die negativen Glaubenssätze aus dem Unterbewusstsein eines Menschen. Bleib also geduldig mit dir selbst und lass dich nicht von Rückfällen entmutigen. Irgendwann hast du auch die letzte Wurzel deiner negativen Glaubenssätze gekappt – und hast den Boden dafür vorbereitet, dass für dich nun neue und positive Glaubenssätze wachsen können.

Wir möchten uns bei dir ganz herzlich bedanken, wenn du es bis hierher in unserem Artikel geschafft hast. Wir würden uns freuen, wenn du uns ein Kommentar dalassen würdest oder du gerne über den weiteren DailyMentor Content informiert bleiben möchtest. In ein paar Sekunden kannst du dich in unsere Newsletter eintragen und dann melden wir uns persönlich bei dir.

Die eigene Komfortzone verlassen: Was uns das Ungewisse lehren kann

Komfortzone verlassen beschrieben durch eine Frau, die ihre Arme Richtung Meer öffnet

Nervenkitzel, Aufregung und das Gefühl von Unsicherheit – das sind nur einige menschliche Reaktionen, wenn man die Komfortzone verlassen hat. Für gewisse Menschen scheint es schier unüberwindbar diesen sicheren Bereich zu verlassen. Doch außerhalb der Komfortzone versteckt sich eigentlich weniger Übel, als man denkt. Ganz im Gegenteil: Wer sich traut die eigene Komfortzone zu verlassen, wird mit vielen wertvollen Momenten beschenkt, kann sich zu einer besseren Version seiner Selbst entwickeln, seine Ängste überwinden, kann Dankbarkeit verspüren, lernen und reifen.

Der folgende Artikel widmet sich weniger dem WIE. Wir werden dir nicht erklären, wie du deine Komfortzone verlassen kannst und dich vor irgendwelchen Challenges stellen. Viel mehr möchten wir dir ganz klare Argumente dafür liefern WARUM es sich lohnt aus dem eigenen sicheren Bereich herauszutreten, um das Ungewisse bewusst zu erfahren. Du sollst für dich erkennen welch positive Effekte das Leben außerhalb der Komfortzone auf dich hat. Und so möchten wir dir Motivation schaffen, dass du dich traust auch mal über den „Tellerrand zu schauen“. Wer nämlich eine Antwort auf sein „Warum“ erhält, findet auch seine eigene Antwort auf das „Wie“.

Der goldene Käfig der Komfortzone

Die Komfortzone bietet manche Vorzüge, die wir nicht leugnen wollen: Vor allem, dass man sich dort sicher fühlt. Hier begegnetet einem nur selten eine Angst, die es zu überwinden gilt. Denn wie auch? In der Komfortzone liegt das emotionale und persönliche Zuhause, wo man Geborgenheit mit all dem Vertrauten verspürt. Hier scheint noch alles „beim Alten“ zu sein, was einem Menschen große Sicherheit schenken kann. In diesem komfortablen Bereich ist es für manche Personen sicherlich nur schwer vorstellbar die Motivation und den Mut zur Veränderungen zu finden, um sich den Schritt in das Ungewisse zu wagen.

In der sicheren Zone ist man geschützt – gerade vor Enttäuschungen, seinen Ängsten und anderen Negativsituationen, die einen womöglich tagelang aus der Bahn werfen könnten. Man ist vor dem Unerwartetem wohlbehütet und kann sich effizient in dem gewohnten Raum bewegen.

Daher ist es für manche Menschen nur schwer möglich Gründe dafür zu finden, diese Komfortzone zu verlassen. Denn es ist schwer Umstände zu verlassen, für die man belohnt wird – in diesem Fall mit dem positiven Gefühl von persönlicher Sicherheit. Und so ist es oft der fehlende Anreiz, weshalb man sich nicht für den Schritt  aus der Komfortzone entscheidet.

Wem dauerhaft diese Motivation fehlt und sich in der eigenen Komfortzone versteckt, dem fehlen oft die persönlichen Ziele, für die es sich lohnt, seine Angst zu überwinden, Risiko einzugehen und das Leben außerhalb der Komfortzone zu erfahren.

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

Demokrit (460 v. Chr. - 371 v. Chr.), griechischer Philosoph Tweet

Außerhalb der Komfortzone wird es nämlich „gefährlich“, weil auf einmal das Unkalkulierbare oder gar das bös vermutete Worst-Case-Szenario geschehen kann. Dieses Risiko einzugehen, erfordert großen Mut und relevante Ziele, für die es sich wirklich lohnen sollte, um aus dem goldenen Käfig der Komfortzone ausbrechen zu wollen.

Doch das Ziel, welches jeden dazu bestätigen sollte, sich diesen Schritt zu trauen, bist du. Du bist es, der sich so ermöglicht persönlich zu wachsen und dein Glück zu finden.

Warum jeder die eigene Komfortzone verlassen sollte

Durch das Verlassen der Komfortzone wirst du dich neu erfahren. Hinter dem dir bekannten Bereich beginnt das Aufregende, das Neue – das Abenteuer. Genau in diesem Bereich beginnt jeder Mensch seine Persönlichkeit voll auszureifen. Denn erst durch neue Erfahrungen kann sich auch der Mensch neu erfahren und so ein Stückchen mehr zu sich selbst finden.

Erst wenn man sich aktiv dazu entscheidet die persönliche Komfortzone zu verlassen und das Vertraute hinter sich zu lassen, passiert etwas Neues, um so die Möglichkeit zu erhalten zu wachsen.

Weshalb jeder seine eigene Komfortzone verlassen sollte, zählen wir dir nun kurz und prägnant auf:

  • Außerhalb der Komfortzone verstecken sich neue Horizonte. Erst außerhalb des gewohnten Bereichs erwarten dich neue Dinge, die es zu erleben gibt. Diese neuen Erfahrungen werden maßgeblich dein persönliches Weltbild erweitern können.
  • Dein Selbstbewusstsein wächst. Du stellst dich deinen Ängsten und unterschiedlichsten Herausforderungen, in denen du die Möglichkeit erhältst, dich zu beweisen. Du kannst dir immer wieder aufs Neue zeigen, was so alles in dir steckt. 
  • Du wirst mutiger und hast dein Leben mehr im Griff. Du erprobst dich immer wieder bewusst darin deine Angst und das Ungewisse zu konfrontieren. Das erfordert viel Mut und so trainierst du deinen Mut-Muskel, sowie das Bewusstsein für dich die Verantwortung zu übernehmen.
  • Du wirst dich lebendig fühlen. Du gibst deinem Leben wieder ein wenig Würze. Endlich wirst du mal was Neues ausprobieren, dich lebendig fühlen, vielleicht auch mal stolpern, aber vor allem tust du eins: Geschichten und Erfahrungen sammeln, an die du dich immer erinnern darfst.
  • Du wirst dich persönlich entwickeln. All die oben genannten Punkte führen schlussendlich zu einem: Du wirst dich immer ein Stückchen mehr erfahren. Erst, wenn du die Komfortzone verlassen wirst, wirst du dich als Mensch weiterentwickeln und besser erfahren können.

Das Leben außerhalb der Komfortzone beschenkt uns mit so vielen wertvollen Momenten. Kein Mensch wird sich jede Sekunde seines Lebens außerhalb der Komfortzone bewegen. Doch trotzdem ist es wichtig, dass sich jeder bewusst und in regelmäßigen Abständen außerhalb seiner persönlichen Grenzen begibt, um auch mal wieder „über den Tellerrand zu schauen.“ 

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Was passiert, wenn man die Komfortzone verlässt

Beim Verlassen der eigenen Komfortzone passiert – wie es der Name schon verrät – vor allem eines: Du wirst deinen Komfort ablegen und dich gewissermaßen unwohl fühlen. Mit dem ersten Schritt raus aus deiner Komfortzone, wirst du dich Situationen ausgesetzt fühlen, die für dich neu erscheinen.

Doch diese Ungewissheit bringt genau das Positive: neue Reize und Eindrücke. Du begibst dich in Situationen, die dir so noch nicht bekannt sind. Es ergeben sich so die Möglichkeiten dich persönlich weiterzuentwickeln und zu lernen. Doch um dieses Wissen genauer zu verstehen, machen wir einen kleinen verhaltenspsychologischen Ausflug, um zu verstehen, was sich eigentlich hinter der Komfortzone verbirgt: 

Die zwei Zonen hinter der Komfortzone

Wenn man die Komfortzone verlassen hat, erwarten den Menschen zwei neue Zonen: die Wachstums- und Panikzone. Die Wachstumszone – auch Lernzone genannt – ist die Gute, welche hinter der Komfortzone liegt. Ist man jedoch zu weit von seiner Komfortzone entfernt, fühlt man sich zu unkomfortabel und erreicht die Panikzone, in der die ganzen positiven Effekte, die in der Wachstumszone vorliegen, verpuffen. 

Komfortzone verlassen beschrieben durch die erste Infografik von der Komfort-, Wachstums- und Panikzone

Außerhalb der Komfortzone werden Situationen erlebt, die wir so (noch) nicht kennen. Ein ganz natürliche evolutionäre Reaktion auf solch ein Gefühl ist der Anstieg des Stresspegels. Doch Stress ist nicht gleich Stress und damit nicht schlichtweg schlecht.

Wir müssen nämlich zwischen dem positiven Eustress und negativem Disstress unterscheiden. Eustress, falls man ihn nicht zu lange verspürt, kann den menschlichen Organismus anregen. Der Mensch empfindet dieses Gefühl von Stress als positiv – wie eine positive, aufregende Grundanspannung. In solch einer „positiven Gefahrenreaktion“ werden Hormone wie Adrenalin verschüttet und der Mensch ist in diesem Status leistungsfähiger und aufmerksamer.

Hingegen ist der Disstress der Bösewicht, den jeder bereits erfahren hat. Man wird hektisch, fühlt sich unwohl und ist panisch. Hierbei nimmt die eigene Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit ab.

Wenn wir die Komfortzone verlassen wollen, möchten wir ausschließlich in die Wachstumszone – in der wir uns zwar neuen Reizen ausgesetzt fühlen, uns jedoch nicht zu fern von der eigenen Komfortzone fühlen. Hier erfahren wir den positiven Eustress!

In der Lern- bzw. Wachstumszone können wir wachsen. Wir erfahren Neues, können uns an neuen Impulsen nähren und reifen Stück für Stück zu einer besseren Version unser selbst. Wir fühlen uns durch den positiven Eustress so weit angeregt, dass wir sogar produktiver werden und unsere Leistungsfähigkeit steigen kann. Es ist der berüchtigte Nervenkitzel, den man hier verspürt.

Hingegen fühlen wir uns in der Panikzone einer wahren Gefahr ausgesetzt. Zu viel Neues und das Gefühl keine Kontrolle über die Situationen zu haben, gewähren uns nicht mehr all die positiven Effekte aus der Wachstumszone. Die tief in uns verwurzelten Überlebensinstinkte führen zu einem Fluchtverhalten – zurück in die Komfortzone. In der Panikzone herrscht kontraproduktiver Stress vor, die persönliche Leistungsfähigkeit nimmt ab und wir sind verängstigt.

Komfortzone verlassen beschrieben durch ein Diagramm, welches dies Leistungsfähigkeit dem Stresspegel gegenüberstellt

In der Wachstumszone passiert letztlich die Magie und hier wollen wir hin, wenn wir die Komfortzone verlassen. Wir lernen und wachsen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Irgendwann fühlen wir uns auch in der anfänglichen Wachstumszone mehr und mehr komfortabel. Das Ungewisse wird vertrauter, wir verspüren weniger Angst und ganz natürlich wächst unsere Komfortzone. Stück für Stück weiten sich somit die Komfort- und Wachstumszone aus und drängen in die Bereiche der Panikzone vor.

Komfortzone verlassen beschrieben durch die zweite Infografik von der Komfort-, Wachstums- und Panikzone

Neuronaler Exkurs: Dein Gehirn wird sich bei dir bedanken

Vor allem im Kopf passieren ganz spannende Sachen, wenn man die Komfortzone verlassen hat:

In deinem Gehirn geschehen auf einmal „neuronale Explosionen“, da die grauen Zellen auf plötzlich etwas Neues erleben dürfen. Eine gesunde Abwechslung für das Gehirn, denn es „freut sich“ über neue Impulse, die du deinem Gehirn bescherst.

Was passiert also? Das Gehirn muss sich wahrhaftig anstrengen, um neue Situationen zu bewältigen und baut dafür neue neuronalen Verbindung auf. Einfach gesagt: Du lernst.

Dies ist immens wichtig, denn falls man sich immer innerhalb der vertrauten Komfortzone bewegt, stagniert auch das Gehirn – oder gar schlimmer – beginnt mit dem Abbau der eigenen Intelligenz und Leistungsfähigkeit. Das Gehirn kann nämlich auch gerne faul sein und die eigene Leistungsfähigkeit passt sich aktiv an die entsprechenden Anforderungen an.

Wenn du also die Komfortzone verlässt, bekommt dein Gehirn neues Futter, wird daran erinnert, dass es für mehr gebraucht wird als das „normale Alltägliche“ und entwickelt neue Nervenverknüpfungen. Auch wenn du es also nicht direkt merkst: Dein Gehirn dankt dir wirklich sehr, wenn du dich außerhalb der Komfortzone bewegst. Nicht umsonst heißt der Bereich hinter der Komfortzone nämlich auch Lernzone.

Was wir durch die Unsicherheit außerhalb der Komfortzone erfahren dürfen

Der Sozialwissenschaftler, Lehrer der Harvard Universität und ehemalige Präsident des American Enterprise Institute Arthur Brooks erzählte im Yes Theory Podcast über persönliche Unsicherheiten:

„Eine Unsicherheit ist es, wenn du keine Berechnung von Wahrscheinlichkeiten über den Ausgang einer Situation schaffen kannst - und das ist unglaublich unkomfortabel! […] Ich weiß nicht was nächste Woche passiert - oder nächsten Monat. Oder nächstes Jahr. Aber was ich weiß, ist, dass es mir gut geht und ich am Leben bin. Ich werde dieses Privileg nicht vergeuden, dass es heute so ist. Jeden Tag müssen wir uns sagen: „Ich weiß nicht, was heute passiert. Ich weiß nicht, was in sechs Monaten sein wird. Aber dieser Tag ist ein Geschenk und dieses Geschenk werde ich nicht vergeuden.“ […] Wenn wir dies für uns annehmen, kann die Unsicherheit eine Möglichkeit sein an ihr zu wachsen - und nicht ihren Schmerz zu verspüren.“

Und damit hat Brooks vollkommen recht! Das Unwahrscheinliche und die Unsicherheit können uns Dankbarkeit verspüren lassen. Mit solch einem veränderten Blickwinkel, können sie uns daran erinnern, welche Privilegien wir jetzt im Moment und im Alltag besitzen. Mit diesem Appell möchte Brooks dazu motivieren, diese besonderen Privilegien zu nutzen. Er möchte nicht auf der Stelle stehen bleiben, sondern sich lieber im Leben vorwärts bewegen – weil er dieses besondere Geschenk für sich erkannt hat und nicht vergeuden möchte.

So scheint auf einmal auch die sichere Komfortzone ggf. nicht mehr ganz so sicher. Denn niemand kann uns verraten, was in der Zukunft wohl passieren wird. Das einzige, das sicher ist, ist, was im Moment vorherrscht. Doch wie lange dies so sein wird, bestimmen wir nicht immer selbst.

Genau deshalb sollte man dankbar für das sein, was man hat – im Hier und Jetzt. Man sollte es jedoch auch als Motivation sehen und sich dafür bewusst entscheiden, nicht stehenzubleiben, und die Komfortzone zu verlassen. So, dass man sich unsicher fühlt – und an dieser Unsicherheit wachsen und nähren kann.

Diese Unsicherheit kann uns persönlich voranbringen, zu einem besseren Menschen machen und uns Dankbarkeit verspüren lassen. Also trau auch du dich regelmäßig deine Komfortzone zu verlassen, um in genau diesen Status zu gelangen.

Der sicherste Ort für ein Schiff ist der Hafen. Doch dafür sind Schiffe nicht gemacht.

William G.T. Shedd (1820-1894), US-amerikanischer Theologe Tweet

Der betrunkene Mann, der seinen Schlüssel verlor

Unter einer Straßenlaterne steht ein betrunkener Mann. Er sucht und sucht.
Ein Polizist, der den betrunkenen Mann sieht, fragt ihn, was er verloren habe. Der Mann antwortet: „Meinen Schlüssel.“, sodass der Polizist dem Mann seine Hilfe anbot.
Ohne Erfolg beim gemeinsamen Suchen will der Polizist schließlich wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben. Der Mann verneinte, zeigte auf eine Straßenecke und meinte, er habe dort seine Schlüssel verloren. Der Polizist fragte den Mann, weshalb er dann trotzdem hier unter der Straßenlaterne suche. Der Mann antwortet: „Ich suche hier, weil hier das Licht ist.“

Diese kleine Geschichte, stammt aus dem Buch Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick und beschreibt wunderbar, dass wir nicht immer unsere Lösungen und Antworten im sicheren – in der Geschichte den beleuchteten – Bereich finden werden. 

Der Lichtpegel der Laterne spiegelt die Komfortzone wider. Hier kennt sich der Mann aus, sieht alles ganz klar und fühlt sich sicher. Er weiß aber ganz genau, dass er seine Schlüssel hier nicht finden wird. Sein Schlüssel, der als Symbol für sein persönliches Glück steht, um sein abendliches Dilemma zu beenden, liegt im finsteren Dunklen. Er weiß, wo er sein Glück finden kann. Erst wenn der Mann seinen Mut zusammennimmt und den sicheren Bereich verlässt, wird er das finden, wonach er sehnlichst auf der Suche ist. 

Und so handelt womöglich jeder von uns in gewissen Lebensbereichen. Wir handeln nicht immer so, wie es für uns am optimalsten wäre, sondern so, wie es für uns am gewohntesten und sichersten scheint. Unter dem Lichtpegel der Laterne scheint die Dunkelheit vielleicht ein wenig furchteinflößend, doch hier finden wir womöglich mehr Antworten, als wir denken. 

Es ist also die Zeit, dass man die eigene Komfortzone verlässt, um auch die dunklen Bereiche zu beleuchten und zu erfahren, was sich dort verbirgt. Wir wünschen uns für dich, dass auch du mit diesem Wissen dein „Warum“ findest, um dich aus dem sicheren Bereich des Lichtkegels zu trauen.

Mutiger werden – Wie du dich jeder Herausforderung stellst

Mutiger werden beschrieben durch einen Mann, der von einer Klippe ins Wasser springt

Seine Lebensziele verfolgen, aufs Ganze gehen und sich seine kühnsten Wünsche erfüllen – das ist, was wir alle in unserem Leben wollen. Doch was hindert uns daran? Warum gehen wir nicht den nächsten Schritt? Warum machen wir nicht die Dinge, die wir uns immer erträumt haben? „Ich würde ja gerne mal, aber…“ oder „eigentlich wollte ich ja, dann ist aber…“ sind Satzfetzen, die sich oft in unseren Köpfen wiederfinden, wenn wir uns wieder einmal einer entgangenen Chance bewusst werden. Doch was hat gefehlt?

Simpel gesagt ist es der Mut. Der Mut etwas mit unbekanntem Ausgang zu tun – der Sprung ins Ungewisse. Doch mutiger werden ist kein einfaches Unterfangen. So kämpfen wir leider doch fast tagtäglich mit unseren Problemen im Beruf, in der Familie oder anderen alltäglichen Dingen. Jetzt noch ein „weiteres Fass aufmachen“ und etwas Riskantes versuchen, das vielleicht alles noch schlimmer macht? Das traut man sich dann oft nicht. Doch das Sprichwort: „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, kommt nicht von ungefähr. Wir werden in diesem Artikel genau beleuchten, was zum Mutiger werden überhaupt gehört. Du wirst hoffentlich am Ende merken, dass gar nicht so viel von dir abverlangt wird, deinen Mut zu finden, damit du mutiger werden kannst – ohne gleich ein Held zu werden.

Was ist Mut?

Mut ist per Definition die Fähigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um anderen oder sich selbst trotz erheblicher Risiken oder Gefahren zu helfen. Diese Stärke ermöglicht es den Menschen, nicht vor den Bedrohungen, Herausforderungen oder Schmerzen zurückzuschrecken, die mit dem Versuch verbunden sind, gute Sachen zu tun. Mutige Handlungen werden freiwillig unter vollständiger Kenntnis der möglichen Widrigkeiten durchgeführt. Tapfere Menschen legen höchsten Wert auf höhere Ziele und Moral, unabhängig von den Folgen.

Doch wir zeigen unseren Mut nicht nur bei Bedrohungen oder durch mutige Handlungen. Generell kann man Mut in vier verschiedene Bereiche aufteilen:

  • Physischer Mut. Die klassische Form, die man oft primär unter Mut versteht. Es dreht sich hierbei darum, sich einer Gefahrensituation zu stellen. Dies ist vor allem wichtig für verschiedene Berufe wie Polizist oder Feuerwehrmann.
  • Verbaler Mut. Beschreibt das Ausdrücken der Bedürfnisse und Gedanken in verbaler Form. Dazu gehört auch das Sprechen vor Gruppen, das verbale Lösen von Konfliktsituationen und Ansprechen von Problemen.
  • Emotionaler Mut. In diesem Bereich geht es hauptsächlich darum, sich emotional auf eine Situation einzulassen und öffnen zu können. Das bedeutet auch den Mut zu besitzen, ein emotionales Risiko einzugehen und zum Beispiel einem anderen Menschen in die eigene Gefühlswelt hineinzulassen.
  • Psychologischer Mut. In diesen Bereich geht es hauptsächlich in unserem Online-Magazin. Psychologischer Mut beschreibt die Fähigkeiten Entscheidungen für sich selbst zu treffen, auch wenn sie womöglich riskant sind oder schwerfallen. Dazu gehört es auch den Mut zu besitzen, sich selbst zu reflektieren und ehrlich mit sich selbst zu sein.

Was setzt sich dem Mut entgegen?

Das genaue Gegenteil von Mut in Menschen bezeichnen viele als Feigheit. Wer sich seinen Problemen nicht stellt, ist feige. Doch als passenderen Gegenpart von Mut sehen wir bei DailyMentor die Angst. Denn das ist es, was dich davon abhält mutiger zu werden. Die Angst zu versagen und die Angst vor den Risiken sind zwei der Hauptgründe, warum wir viele Sachen gar nicht erst versuchen.

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der Triumph über sie.

Nelson Mandela (1918 - 2013), südafrikanischer Politiker und Friedensnobelpreisträger Tweet

Das Problem hierbei ist, dass wir unseren Fokus oft darauf setzen, was alles schiefgehen kann. Der Gedanke, dass wir versagen könnten oder unsere Risikoszenarien eintreffen, paralysiert uns. Der Schauspieler Jim Carrey sagte dazu sehr passend: „Du kannst an dem scheitern, was du nicht willst, also kannst du genauso gut die Chance nutzen, das zu tun, was du liebst.”

Es bedeutet, dass du dir im Endeffekt nur eine Frage stellen musst: Bist du glücklich in deiner Situation? Wenn nicht, dann hast du Grund genug, etwas daran zu ändern.

Ablegen unserer Abwehrmechanismen, um mutiger zu werden

Die generelle Angst ist aber nicht der einzige Mechanismus, der dich am mutiger werden hindert. Oft nehmen wir viele unserer Gewohnheiten als Ausrede, um uns selbst zu hemmen. So verstecken wir uns gerne hinter Perfektionismus, Kontrollwahn, “kalkuliertem Risikomanagement” oder sozialen Normen. Doch zum mutig sein gehört eben genau, dass man auch einmal etwas wagt, was andere vielleicht nicht tun würden. Vielleicht hast du Ziele über die andere Menschen, die Stirn runzeln würden. Das können sie auch noch weiter machen, wenn du deine Ziele erreicht hast und glücklich bist.

Fakt ist, dass du immer einen Grund finden wirst, warum du etwas nicht tun solltest. Genauso gibt es sehr viel mehr Gründe deinen Träumen hinterherzueifern und dich zu trauen.

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht – sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Mutiger werden und verletzlich sein

Ein weiterer Grund, warum viele Menschen nicht mutiger werden und ihren Träumen hinterhereifern, ist der Verlust von Sicherheit. Ist man einmal in seinem Trott – in seinem Hamsterrad – gefangen und merkt, dass man zwar nicht unbedingt glücklich ist, aber wenigstens sicher, dann will man diese Sicherheit auch nicht verlieren.

Doch wovor hat man dabei Angst? Man hat Angst verletzlich zu sein. Je mehr man sich traut und je mehr du aus deiner Komfortzone ausbrichst, desto angreifbarer machst du dich. Die eigene Verletzlichkeit ist also ein weiterer Grund nicht mutig zu sein. Diese Angst vor Verletzlichkeit spielt sich in allen vier Bereichen des Muts ab:

Vielleicht wollte man schon immer einmal einen Marathon laufen, aber traut es sich nicht zu. Anstatt einfach anzufangen, lesen wir im Internet Studien darüber, wie ungesund joggen ist und finden unsere Ausrede, nicht unseren Traum zu verwirklichen.

Wir beweisen keinen verbalen Mut, weil wir Angst haben in der Öffentlichkeit bloßgestellt zu werden. Wir könnten für unsere Meinung verlacht und verletzt werden. Deswegen sagen wir lieber nicht, was wir denken.

Nach einer unglücklichen Beziehung fällt es uns schwer eine neue Beziehung einzugehen. Die Gefahr erneut verletzt zu werden, scheint uns zu real. Anstatt dem Glück eine Chance zu geben, bleiben wir lieber allein und “sicher” vor emotionalem Schmerz.

Psychologischer Mut bedeutet, an sich zu arbeiten und seine eigenen Schwächen zu erkennen, um im Endeffekt ein besserer Mensch zu werden. Aber sich mit den eigenen Fehlern zu konfrontieren, kann oft wehtun. Deswegen bleiben wir lieber so, wie wir sind. Das ist sicherer.

Wie du jetzt vielleicht gemerkt hast, kann man in jedem Bereich verletzt werden. Was soll man jetzt tun? Der wichtige Fakt dahinter ist der folgende: Verletzlich sein ist gut.

Am Ende ist ein starker Mensch nicht einer, der es schafft, lange Zeit ein falsches Bild des Glücks zu bewahren. Du bist stark, wenn du deine Gefühle in die Welt hinauslässt und wenn du deine Fehler und Schmerzen akzeptierst

Verletzlich sein erfordert Kraft. In einer Welt, in der Menschen Selbstvertrauen und Zähigkeit schätzen, sind diejenigen, die es wagen, ihre Abwehrmechanismen wie Perfektionismus loszulassen, bemerkenswert mutig. Verletzlichkeit ist also kein Zeichen von Schwäche, sondern sehr wichtig, um mutiger werden zu können.

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Mutiger werden – Übung macht den Meister

Wir haben in diesem Artikel also gelernt, was Mut wirklich ist, in welche Bereiche man es unterteilen kann und was die größten Hindernisse des Menschen sind, mutig zu sein. Die wichtige Frage ist natürlich nun, wie man mutiger werden kann.

Hast du dich je gefragt, wie Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten in stressvollen und risikoreichen Momenten die Ruhe bewahren und (meistens) die richtigen Manöver auswählen können? Die magische Antwort ist: Training.

In diesen Stressmomenten, wenn der Mut gefragt ist und dein Körper nach dem klassischen “Fight or Flight” Modell auswählen muss, entscheidet er sich oft für den Weg, den er am meisten geübt hat. Natürlich könnte ein Feuerwehrmann im Angesicht des Feuers wegrennen. Aber er hat diese Situation schon oft geprobt. Oft genug wurden alle Handgriffe in voller Schutzkleidung in der Ausbildung genau geübt, sodass man jetzt im Ernstfall auf diese Automatismen zurückgreifen kann.

Mutiger Kontruktionsarbeiter
Schwierige Situationen fallen dir leichter, wenn du sich auf sie vorbereitest.

Genauso ist es auch in anderen Situationen, die Mut erfordern. So fällt es dir immer leichter, deine Wünsche und Gefühle verbal zu äußern oder auch hinter deiner Meinung zu stehen, wenn du es öfters tust. Genau so kannst du dann auch Menschen einfacher in dein emotionales Umfeld hineinlassen – selbst wenn das schon einmal gescheitert ist.

Auch deinen psychologischen Mut kannst du immer weiter schulen. Das erste Mal in dein Erfolgsjournal schreiben oder dir das erste Mal vor dem Spiegel Affirmationen laut vorsprechen kann sich seltsam anfühlen. Aber je öfter du dich mit dieser Situation auseinandersetzt, umso vertrauter wird sie für dich sein.

Wichtig ist nur, dass du nicht bei dem ersten Rückschlag die Hoffnung verlierst und aufgibst. Zum Mutiger werden gehört also eine Menge an Wiederholung und Fleiß, vor allem aber eine gewisse Initialzündung um anzufangen. Je länger man damit wartet, desto schwieriger wird es letztendlich sich ein Herz zu fassen und es zu versuchen.

Mutiger werden und Persönlichkeitsentwicklung

Natürlich kann man nicht abstreiten, dass Menschen mit mehr Selbstvertrauen oft mutiger sind oder mutigere Menschen oft mehr Selbstvertrauen besitzen. So finden wir von DailyMentor, dass Mut vor allem daherkommt, hinter dem zu stehen, was man wirklich will.

Dazu gehört nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch eine richtige Selbstreflexion. Man muss zu sich selbst finden, verstehen, wer man ist, wer man sein möchte und was einen wirklich glücklich macht.

Hat man erst einmal ein Ziel vor Augen – einen Grund mutiger zu werden – dann fällt einem der nächste Schritt auch weitaus einfacher. Im Endeffekt kann man seinen Mut mit einer guten Vorbereitung selbst entwickeln.

Der gesamte Prozess ist nicht immer einfach, aber das einzige Hindernis bist du selbst. Versagensangst, negative Gefühle und Unsicherheiten sind alles Probleme in deinem Kopf, die du dir selbst auferlegt hast. Das Gute daran ist: Wenn du sie dir selbst auferlegt hast, kannst du sie auch selbst wieder lösen.

Verantwortung übernehmen für ein erfüllendes Leben, das du dir selber wert bist

Verantwortung übernehmen beschrieben durch eine Frau, die in die Ferne schaut

Der Kapitän des eigenen Schiffes werden, vom Beifahrersitz ans Steuer wechseln, die eigenen Zügel in die Hand nehmen und einfach mal Verantwortung übernehmen – für ein erfülltes Leben, das du dir selber wert bist. Dieser Artikel soll dich dazu ermutigen dein Leben selbst in die Hand zu nehmen und Verantwortung zu zeigen.

Für dein persönliches Glück ist keiner mehr verantwortlich als du selbst. Aus diesem Grund ergibt es keinen Sinn anderen die Schuld für das eigene Unglück zu geben oder sich als Opfer der Umstände zu sehen.

Jeder von uns hat die Möglichkeit sich für ein proaktives Handeln im Leben zu entscheiden. Auch du sollst diese Verantwortung für dein Leben übernehmen und dich auf die Suche nach einem erfüllenden Leben begeben. Falls du nach mehr Eigenverantwortung schaust, findest du hier deine Antworten.

Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst.

Dante Alighieri (1265-1321), italienischer Dichter und Philosoph Tweet

Verantwortung übernehmen – aber für was? 

Wer Verantwortung in seinem Leben übernehmen will, möchte ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben nach eigenen Vorstellungen führen. Wer sich für diese Eigenverantwortung im Leben entscheidet, hat sein persönliches Anrecht darauf erkannt, dass…

  • es einem gut gehen darf…
  • man sein Zielen und Wünschen nachgehen darf…
  • man ein erfülltes Leben führen darf…

…und man für diese Bedürfnisse selbst verantwortlich ist und dafür selber aktiv werden muss. Keiner wird einem die eigene Verantwortung auf dem Silbertablett servieren. Diese Verantwortung muss jeder – und daher auch du – für sich selbst einfordern. Jeder ist seines Glückes Schmied und kann für folgende Bereiche im Leben die Verantwortungen übernehmen: 

  • Verantwortung übernehmen für dein Handeln. Auf jedes Handeln folgt eine Konsequenz. Auch auf jedes Nicht-Handeln folgt eine Konsequenz – jedoch mit dem kleinen und feinen Unterschied, dass die äußeren Umstände über dein Handeln bestimmen.

  • Verantwortung übernehmen für deine Wünsche und Ziele. Jeder Mensch benötigt einen Weg, um seinem Leben Sinnhaftigkeit und Glück zu schenken. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass jeder von uns seine Lebensziele erkennen kann und sich das Recht ergreift, auf diese hinzuarbeiten.

  • Verantwortung übernehmen für deine Emotionen und deinen Geist. Dein eigener Geist erfordert einen bewussten Umgang mit deinen eigenen Gefühlen und Gedanken, für die du die Verantwortung trägst. Auch für deine Psyche und dein Denken musst du dich verantworten.

  • Verantwortung übernehmen für deine körperliche Gesundheit. Ein gesunder Körper ist eines der größten Privilegien im Leben. Übernimm Verantwortung für deinen Körper, deine Gesundheit und deine Ernährung. Wie es auch die Maslowsche Bedürfnispyramide zeigt, kannst du dich erst über die oben genannten Bedürfnisse ernsthaft kümmern, wenn du körperlich gesund bist. Du hast nur diesen einen Körper, also behandle ihn gut.

Wenn man keine Verantwortung übernimmt

Auch wie du nur einen Körper hast, hast du nur dieses eine Leben. Also nutze es, lebe es und genieße es! Doch um dies zu schaffen und ein erfülltes Leben zu führen, benötigt es deinen Einsatz.

Jeden Tag besitzen wir zwei Optionen: Wir entscheiden uns dazu Verantwortung für unseren Alltag zu übernehmen oder nehmen den leichten Ausweg der Ausreden.

Wir können uns als Opfer der äußeren Umstände identifizieren, als jemand der keine Möglichkeit zu Veränderungen hat. Wir können immer die Schuld bei anderen finden: unseren Mitmenschen, Kollegen, Lebenspartnern oder der Gesellschaft. Tag ein, Tag aus können wir uns belügen und in der Opferrolle verstecken – ein ganzes Leben.

Das Tragischste, was du tun kannst, ist dein Unglück zu erkennen und dich dazu entscheiden daran nichts zu ändern. Wenn du keine Verantwortung übernimmst, obwohl du weißt, dass es notwendig ist und du dich weiterhin mit dem Nicht-Handeln abstrafst, dann lässt du so viele Möglichkeiten des Lebendigfühlens verstreichen. So viele wertvolle Erfahrungen, die von dir nicht gelebt werden. 

Und weißt du, keinem tust du damit mehr weh, als dir selbst. Denn es ist dein Leben, dass du nicht so lebst und auskostest, wie du es dir eigentlich wünschst. Du beraubst dich um dein eigenes Glück und der eigenen Authentizität.

So negativ, wie der Abschnitt nun auch gerade war: So weit soll es bitte nicht kommen bzw. von nun an nicht mehr weitergehen. Das Gute ist, du kannst es immer noch ändern. Für diese Entscheidung wird es nie zu spät sein.

Verantwortung übernehmen hat nichts mit deinen Handkarten zu tun

Verantwortung zu übernehmen bedeutet auch, immer das Beste aus etwas zu machen – ganz egal, ob es sich um eine einzelne Situation handelt oder doch das ganze Leben betrifft.

Wir starten überall mit einer gewissen Ausgangssituation und kriegen unsere „Handkarten“ ausgeteilt. Manch einer hat im Leben ein besseres Blatt als andere. Doch heißt es, dass der eine automatisch verloren und der andere sofort gewonnen hat? Nein.

Gute Voraussetzungen sind keinesfalls eine Garantie für ein glückliches Leben. Ein Spieler kann auch sein gutes Blatt vergeuden und schlussendlich damit verlieren.

Es gibt unzählige Menschen, die mit sehr guten Voraussetzungen ins Leben gestartet sind. Sie haben eine gute Erziehung genossen, sind bester Gesundheit, haben keine Geldnöte o.Ä. und sind dennoch unglücklich (geworden). Andersherum gibt es Menschen, denen das Leben schlechte Karten ausgeteilt hat. Sie kämpfen mit Benachteiligungen oder anderen Schicksalsschlägen und sind dennoch glücklicher und zufriedener als die mit den guten Handkarten.

Es liegt in der eigenen Verantwortung wie wir mit unseren Handkarten und Situationen umgehen – inwiefern wir versuchen das Beste aus den unterschiedlichen Lebenslagen zu machen. Anhand einer kurzen Geschichte möchten wir dir zeigen, inwiefern der Umgang mit schlechten Handkarten entscheidend ist.

Vor vielen Jahren sind zwei eineiige Zwilling in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Der Vater dieses Zwillingspaares war ein Alkoholiker. Nach zwanzig Jahren suchte man die Zwillinge wieder auf. Während der eine Zwilling wie sein Vater Alkoholiker wurde, hat es der andere in einer bedeutenden Firma zu einer Führungsposition geschafft, eine erfolgreiche Karriere angestrebt, sein persönliches Glück gefunden und sein Leben immer voll im Griff gehabt.

Beide Zwillinge wurden gefragt, wie sie sich erklären konnten, dass sie zu dem geworden sind, was sie heute sind. Beide antworteten mit den gleichen Worten: „Was kann man anderes erwarten mit einem Vater wie dem meinen?“

Während der eine Zwillinge sein Verhalten so entschuldigen konnte und Argumente für sein Versagen gefunden hat, hat es der andere in Ansporn und Motivation umgemünzt. Einer der beiden Zwillinge hat die Verantwortung für sein Leben übernommen, während sich der andere mit seinen Handkarten abgefunden hat und die Kontrolle abgab.

Egal wie misslich eine Situation auch zu scheinen mag, es ist dennoch die eigene Entscheidung provokatives Handeln zu forcieren und das Beste zu versuchen. Wir starten nicht alle mit den gleichen Voraussetzungen, doch trotzdem ist es keine Entschuldigung für Resignation und das eigene Versagen.

Versinke nicht in Selbstmitleid, wenn es dir mal schwerer gemacht werden sollte als anderen. Verantwortung übernehmen heißt sich in solchen Situation „Jetzt erst recht!“ zu denken und mehr zu geben als der Rest. So sieht ein erfülltes Leben aus, um das es sich zu kämpfen lohnt – sich für die Dinge im Leben einzusetzen, die wir uns selber erwünschen.

Was du benötigst, um Verantwortung zu übernehmen

Doch um nun deinen Mut für ein erfülltes Leben zu stärken, erhältst du unsere fünf besten Ratschläge, die dich zu mehr Selbstverantwortung motivieren sollen. Nimm die Zügel selbst in die Hand und bestimme über dein Leben, denn du hast nur dieses eine.

1. Die eigene Proaktivität stärken 

Verantwortung für sein Leben zu übernehmen, bedeutet, dass wir aufhören müssen andere für unser Leben verantwortlich machen. Es ist immer der leichteste Ausweg andere Personen für die eigenen Umstände zur Rechenschaft zu ziehen. Es löst jedoch nicht die eigenen Probleme, sondern entraubt einem nur jeglichen Handlungsspielraum und die Möglichkeit die Verantwortung übernehmen zu können.

Dafür gibt es passendes Sprichwort hierfür: Jeder sollte vor seiner eigenen Tür kehren.

Bevor man die Ursachen bei anderen oder externen Umständen sucht, sollte sich jeder zuallererst an die eigene Nase fassen und sein eigenes Handeln reflektieren.

Es sind nicht immer nur die anderen, die schuld sind. Solang wir andere für unsere Probleme verantwortlich machen, besteht keine Möglichkeit etwas dazu beizutragen, dass sich unsere Umstände ändern werden. 

An erster Stelle ist man es immer selbst, der seine negativen Denk- und Lebensweisen ablegen kann und etwas an der eigenen Unzufriedenheit ändern kann. Erst dann sollte man sich überlegen, ob man den Lebenspartner, einen Freund, die Kollegen und ein Familienmitglied für die eigenen Umstände „beschuldigen“ sollte.

Wir haben es selbst in der Hand und können uns für mehr Proaktivität im Leben entscheiden. Das Fingerzeigen auf andere ist der einfache Ausweg. Doch verantwortungsvolles proaktives Handeln ermöglicht einem die Macht über sein Leben zurückzugewinnen und sich persönlich zu entwickeln.

Jeder von uns hat die Möglichkeit sich zu entscheiden – auch du. Werde dir dieser Option bewusst und fordere diese Proaktivität für dich ein.

Du bist nicht für das Universum verantwortlich: Du bist verantwortlich für dich selbst.

Arnold Bennet (1867-1931), englischer Schriftsteller Tweet

2. Ausweichformulierungen vermeiden

Man kennt es selber: Man ist einer unangenehmen Situation ausgesetzt und muss nun Dinge ansprechen, die das Umfeld nur ungern hören möchte. Schnelle werden möglichst sichere Formulierungen kreiert mit „Man sollte…“, „Man könnte…“, usw., um sich so aus der Affäre zu ziehen.

Es ist eine Unart von unverantwortungsvollen Menschen sich hinter dem „Man“-Wort zu verstecken, wenn doch eigentlich die Verantwortung dieser Person gefragt ist.

Ähnliches gilt für das Verantwortungsbewusstsein in einer Gruppe. Schnell flüchtet man sich hinter dem Wörtchen „Wir“, anstatt dem „Ich“, um bloß nicht alleine mit einer Meinung zu stehen und den Eindruck erwecken zu wollen, dass auch anderen so denken und handeln würden. 

In der Psychologie gibt es hierfür den Fachbegriff der Verantwortungsdiffusion. Trotz genügender Anzahl an Personen und Aufmerksamkeit, werden Aufgaben und Verantwortungen nur unzureichend zugeordnet. Ganz nach dem Motto „wird ja auch ein anderer machen“, sinkt das Verantwortungsbewusstsein rapide.

Du willst Verantwortung übernehmen? Dann winde dich nicht wie ein Aal aus Formulierungen, die du aus der Ich-Perspektive formulieren sollst. Nicht „irgendjemand“ oder „wir“ sind gefragt, wenn es nach deiner Verantwortung ruft. 

Achte bewusst auf deine Formulierungen und formuliere dich entsprechend verantwortungsvoll, um so mit gutem Beispiel in deinem Leben voranzugehen.

3. Lasse nicht entscheiden, sondern entscheide 

Selbstverantwortung geht immer mit einer Macht einher, nämlich mit der Macht über sein eigenes Leben bestimmen zu können. Jeden Tag entscheiden wir uns für und gegen gewisse Dinge, was letztlich in Konsequenzen folgt.

Vor diesen Konsequenzen scheuen sich manche Menschen. Tage, Wochen oder gar Monate werden gewisse Entscheidungen aufgeschoben. Aus der Angst, die falsche Entscheidung zu treffen oder der falschen Hoffnung, dass andere einem die Entscheidung abnehmen, wird sich dann oftmals gar nicht oder zu spät entschieden.

Auch keine Entscheidung zu treffen, ist eine Entscheidung. Es ist eine Entscheidung gegen die Selbstverantwortlichkeit und eine persönliche Einladung, dass andere über dein Leben bestimmen dürfen.

Die Selbstbestimmtheit wird aus der Hand gegeben. Nicht nur du alleine, sondern äußere Umstände kontrollieren auf einmal viel mehr deine Wünsche und Bedürfnisse, als sie es eigentlich sollten.

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Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Wenn du endlich Verantwortung übernehmen willst, musst du selbst die Entscheidungen in deinem Leben treffen. Andernfalls machst du dich abhängiger von den Entscheidungen von anderer und kannst nie das Leben führen, das du für dich bestimmt hast.

4. Ziehe dich nicht aus der Verantwortung  – auch bei Fehlern

Verantwortung kennt keine Ausnahmen. So wie man für die positiven Dinge im Leben Verantwortung übernehmen möchte, muss man es auch für seine Fehltritte tun.

Sich eigene Fehler einzustehen, ist nichts, was man gerne macht und keiner macht darum einen Freudentanz. Doch trotzdem müssen wir auch für unsere falschen Entscheidungen im Leben gradestehen. Verantwortung ist nicht an die eigene gute Laune geknüpft, sondern wird immer von einem gefordert.

Zeige es dir und den anderen, dass auf dich Verlass ist. Winde dich nicht in Ausreden oder rede um den heißen Brei herum. Fehler sind menschlich. Umso authentischer ist es zu diesen Fehltritten zu stehen, sie für sich anzunehmen und letztlich dafür auch die Verantwortung zu tragen.  

Wer Verantwortung übernimmt, baut Vertrauen auf. Wer sich hingegen immer aus der Affäre zieht und mit dem Finger auf andere zeigt, macht sich selbst nur unbeliebt. Es beweist wahre Größe für seinen Taten zu stehen – und das inkludiert letztlich auch die Verantwortung für die unschönen Dinge zu übernehmen.

Du willst Verantwortung übernehmen? Dann bitte auch für alle deine Taten. Dass es leicht wäre, hat keiner gesagt, aber es wäre falsch dir alles blumig zu reden und dir Honig um den Mund zu schmieren. 

5. Dein Leben, deine Vorstellungen, deine Verantwortung

Wir leben in modernen Zeiten, die von Freiheit und Individualismus geprägt sind. Noch nie zuvor besaßen wir solch riesige Möglichkeiten das zu sein und zu machen, was wir wollen. 

Wir leben in keiner Diktatur oder Planwirtschaft, die uns vorschreibt, welchen Beruf wir ausüben sollen oder die uns vorschreibt, an was wir zu glauben haben. Wir müssen uns keiner oberen Gewalt unterwerfen, die uns erklärt, wie wir leben müssen. 

Es ist ein ganzes besonderes Privileg: Wir sind völlig frei unser eigenes Leben zu gestalten und sind dafür der alleinige Entscheidungsträger. Du hast die Qual der Wahl dich aus diesem großen Sortiment an Freiheiten zu bedienen und deine Vorstellung vom Leben zu erschaffen, nach der du leben möchtest.

Diese Freiheit kommt mit großer Verantwortung. Denn diese Freiheit eröffnet dir die Möglichkeit selbstständig für dein Glück zuständig zu sein. Es wäre trügerisch zu glauben, dass andere Person für deine Bedürfnisse und Wünsche verantwortlich wären. Diese Verantwortung trägst nur du alleine.

Du sitzt in deinem Leben nicht auf dem Beifahrersitz, sondern am Steuer. Dir wurde eine Landkarte und ein Kompass in die Hand gedrückt, um dich auf die Suche nach einem proaktiven und erfüllten Leben zu begeben.

Du weißt ganz genau, wo dein Glück liegt. Setze den Kurs und begebe dich auf diesen Weg. Nutze diese einzigartige Möglichkeit und übernehme die Verantwortung.

Positives Mindset entwickeln in 5 Schritten

Positives Mindset beschrieben durch eine Person, die mit ihren Händen ein Herz formt

In diesem Artikel beschäftigen wir uns damit, was ein positives Mindset eigentlich ist, wie du es entwickelst und wie es dir dabei hilft, die Opferrolle abzulegen und dein Leben proaktiv in die Hand zu nehmen. Ein positives Mindset hilft dir, mit einer optimistischen Grundhaltung in den Tag zu starten, Herausforderungen anzupacken und Probleme erfolgreich zu meistern. 

Was hindert so viele Menschen daran, ihre Ziele und Träume zu erreichen?

Oft ist es nur eine Sache: ihre Einstellung. 

Und genau daran wollen wir heute arbeiten. Nach den 5 Schritten wirst du genau wissen, was du zu tun hast, um ein positives Mindset zu entwickeln.

Lass uns loslegen.

Was ist ein positives Mindset?

Will Smith wurde einmal in einem Interview mit Travis Smiley gefragt, was seinen großartigen Erfolg ausmacht.

Möchtest du wissen, was er geantwortet hat?

“Das Einzige, was ich sehe, das wirklich einen Unterschied macht zwischen dir und mir, ist, dass ich keine Angst habe am Laufband zu sterben. Ich werde nicht überholt. Punkt.

Du hast vielleicht mehr Talent als ich, du bist vielleicht klüger als ich, du bist vielleicht schöner als ich, du bist vielleicht all diese Dinge.

Aber wenn wir zusammen aufs Laufband steigen, gibt es zwei Möglichkeiten: Du steigst zuerst hinunter, oder ich sterbe [am Laufband]. So einfach ist das.”

Das ist das, was Will Smith von so vielen anderen talentierten Schauspielern unterscheidet:

Seine Einstellung. Sein Mindset.

Er ist nicht talentierter als andere, schöner als andere oder klüger als andere – aber er hat eine andere Einstellung. Er hat ein positives Mindset.

Ein positives Mindset bedeutet eine optimistische Grundhaltung zu haben, Herausforderungen mutig entgegenzutreten, nicht aufzugeben und immer einen Weg zum Ziel zu finden.

Sehen wir uns einmal genauer an, was ein positives Mindset ausmacht.

Eine optimistische Grundhaltung

Menschen mit einem positiven Mindset wie Will Smith haben immer eine optimistische Grundhaltung. Sie haben die Gewissheit, dass sie die Dinge, die sie anpacken, auch schaffen werden, weil sie selbst für ihren Erfolg oder Misserfolg verantwortlich sind.

Das bedeutet, IMMER einen Weg zum Ziel zu finden, selbst wenn dich Herausforderungen und Schwierigkeiten aus der Bahn werfen wollen.

Ich gehe in meiner Freizeit zum Beispiel gerne klettern. Beim Klettern steckt man oftmals an einer bestimmten Stelle in der Wand fest. Man versucht verzweifelt weiterzukommen, neue Griffe auszuprobieren, aber nichts geht mehr – man hat das Gefühl, dass es absolut unmöglich ist weiterzukommen.

Oft genügen dann nur ganz kleine Veränderungen, wie z.B. der Stand deiner Füße und schon ist die unmögliche Stelle überwunden.

Lass dich also nicht gleich entmutigen, wenn du bei Problemen oder Herausforderungen nicht sofort die Lösung siehst. Du findest IMMER einen Weg. Manchmal musst du dafür allerdings Geduld haben und vielleicht deinen Standpunkt wechseln.

Das Problem mit den Problemen

Ein positives Mindset zu entwickeln, bedeutet nicht, plötzlich allen Problemen aus dem Weg zu gehen. Es bedeutet den Mut zu haben, sich seinen Problemen zu stellen und diese anzupacken.

Probleme werden sehr oft als „schlecht“ angesehen. Sie sind unangenehm und schmerzen. Deswegen beginnen wir zu nörgeln, uns zu beschweren oder uns vorzustellen, wie unser Leben wohl wäre, wenn wir dieses oder jenes Problem nicht hätten. Diese Einstellung bringt uns allerdings nicht weit.

Was wir uns stattdessen fragen sollten, ist Folgendes:

  • Wo ist unsere Chance bei diesem Problem?
  • Wo haben wir die Möglichkeit zu wachsen?
  • Wie könnte ich durch dieses Problem dazulernen und den Menschen etwas zurückgeben?
  • Wie hilft mir dieses Problem ein besserer Mensch zu werden?

Ein Mann, der es meisterhaft umgesetzt hat, Probleme als Chancen zu sehen, ist Nick Vujicic.

Der Mann ohne Arme und Beine… und einem unverschämt guten Leben

Nick Vujicic wurde ohne Arme und Beine geboren. Als Jugendlicher war er deswegen depressiv und suizidgefährdet, heute reist er um die Welt und begeistert Millionen Menschen mit seinen Büchern und Vorträgen.

Der Grund für diesen Wandel?

Er hat seinen Nachteil, dass er ohne Arme und Beine geboren wurde, nicht als ein Problem gesehen, sondern als eine Chance, seine „Behinderung als Enthinderung“ (Nick Vujicic in Mein Leben ohne Limits).

Aber auch das hat seine Zeit gebraucht.

Überlege dir, was für Chancen in deinen Problemen liegen könnten.

Wie entwickelst du ein positives Mindset?

Ich möchte dich nun in fünf Schritten dazu ermutigen wie du ein positives Mindset entwickeln kannst. Oftmals sind nur kleine Implementationen in deinen Alltag, um eine positivere Grundeinstellung zu erhalten.

Schritt 1: Habe eine Morgenroutine

Warum ist es wichtig für ein positives Mindset, eine Morgenroutine aufzubauen?

Weil sie deine komplette Einstellung für den Tag festlegt.

Eine Morgenroutine gibt dir eine gewisse Struktur und hilft dir, dich auf den kommenden Tag einzustellen. Viele erfolgreiche Menschen wie Richard Branson, Tim Cook oder Elon Musk schwören darauf, dass ihre Morgenroutine einen Großteil ihres Erfolges ausmacht.

Klingt also nicht schlecht, oder?

Beispiele für Dinge, die du in deine Morgenroutine integrieren kannst, sind:

  • Eine To-do-Liste für den Tag erstellen
  • Ein kurzes Workout machen
  • Spazieren gehen
  • Podcasts anhören
  • Meditieren
  • Ein Dankbarkeitstagebuch oder Bullet Journal führen
  • Uvm.
Positives Mindset beschrieben durch eine Kaffeetasse, da jeder Tag ein guter werden kann.
Du bist es, der sich jeden Morgen den Grundstein für ein positives Mindset legt.

Wichtig ist, dass der erste Teil des Tages nur dir gehört und du dir Zeit für dich nimmst. Dadurch lässt sich der Stress des Tages viel besser verarbeiten und du gehst gelassener und ausgeglichener an deine Arbeit.

Klar, du musst vielleicht 20-30 Minuten früher aufstehen, um deine Morgenroutine zu entwickeln, aber das wird sich langfristig für dich auszahlen.

Nimm dir früh Zeit für dich und plane deinen Tag. Setz dich an den Schreibtisch, nimm ein Blatt Papier zur Hand und überlege, was heute passieren muss, damit für dich ein erfolgreicher Tag wird.

Diese Übung allein dauert vielleicht 10 Minuten, hilft aber dabei sich bewusst zu werden, dass wir den Großteil des Tages selbst in der Hand haben. Oft hat man das Gefühl, dass man abhängig ist von der Meinung anderer und selbst keine eigenständigen Entscheidungen treffen kann – doch wenn du dir früh Zeit nimmst, um zu reflektieren und deinen Tag zu planen, wirst du merken, wie du die Kontrolle über dein Leben wieder Schritt für Schritt übernimmst und mit einem positiven Mindset in den Tag startest.

Schritt 2: Konzentriere dich auf das Schöne

Menschen mit einem positiven Mindset sind nicht automatisch super gelaunt. Aber sie haben gelernt, ihre Gedanken und Gefühle auf das zu kontrollieren, was sie in ihrem Leben geschenkt bekommen haben und nicht auf das, was ihnen fehlt.

Was immer das Leben mir zuwirft – ich nehme es und bin dankbar dafür.

Tom Felton, britischer Schauspieler und Sänger Tweet

Wie geht das am besten? Führe ein Dankbarkeitstagebuch.

Entweder in der Früh in deiner Morgenroutine oder am Abend. Nimm dir jeden Tag dein Erfolgsjournal, Notizbuch oder dein Bullet Journal zur Hand und überlege, wofür du wirklich dankbar bist – für welche Menschen in deinem Leben, für welche Dinge, für welche Gelegenheiten und Möglichkeiten.

Am Abend kannst du überlegen, welche Begegnungen dich heute besonders glücklich gemacht haben, was dir an dem Tag besonders gut gefallen hat, was du heute besonders gut gemacht hast. Wenn du dir dafür Zeit nimmst und nachdenkst, wirst du sehen, was für ein gutes Leben du eigentlich hast.

Klar, es wird nicht alles perfekt sein.

Aber es ist auch nicht alles schlecht. Viel zu oft vergessen wir auf das Gute und Schöne in unserem Leben. Und viel zu oft vergessen wir, dankbar dafür zu sein. Und noch öfter vergessen wir, den Menschen zu danken, denen wir so viel zu verdanken haben, wie zum Beispiel unseren Eltern, unserem Partner, unseren Freunden, Arbeitskollegen und vielen mehr.

Aufgabe für dich: Schreibe heute 10 Dinge auf, für die du dankbar bist – sei es deine Familie, das Essen, die Natur, dein cooles Auto – dir sind keine Grenzen gesetzt

Schritt 3: Geh deinen eigenen Weg – Hör nicht auf die Nein-Sager

„Höre nicht auf Nein-Sager“, sagt uns Arnold Schwarzenegger in seiner berühmten Rede zu seinen Erfolgsgesetzen.

Menschen mit einem positiven Mindset gehen immer ihren eigenen Weg. Sie lassen sich nicht gleich bei jedem kleinsten Gegenwind entmutigen und sie wollen auch nicht allen gefallen.

Sie hören sich Ratschläge an und sind offen für Kritik. Aber sie lassen sich nicht in eine Form pressen oder ins Hamsterrad drängen. Sie gehen ihren Weg. Mit einem positiven Mindset hast du deine Ziele und Wünsche fest im Blick und arbeitest voller Eifer darauf hin – auch wenn die anderen deinen Traum nicht nachvollziehen können.

Es wird auf jeden Fall auch Rückschläge geben. Du wirst dich manchmal entmutigt fühlen.

Hier nützt dir dein positives Mindset, denn im besten Fall glaubst du unerschütterlich an dich und gibst alles, was du hast – auch wenn das Leben nicht so perfekt läuft wie im neuesten Hollywood-Film.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

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Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Schritt 4: Proaktivität – Leg deine Opferrolle ab

Es gibt zwei Arten von Menschen.

Jene, die andere Menschen oder äußere Umstände für ihre Probleme verantwortlich machen und jene, die selbst die Verantwortung für ihre Probleme übernehmen und das Beste aus der Situation herauszuholen.

Zu welcher Art Mensch gehörst du?

Viel zu oft befinden wir uns in der ersten Kategorie – wenn wir nicht bewusst nachdenken ist der erste Impuls meistens, sich über alles andere aufzuregen, nur nicht sich selbst.

Selbst wenn ich mir den großen Zeh am Kasten anstoße, mache ich den blöden Kasten dafür verantwortlich, warum er die Frechheit besitzt so einen unpassenden Platz zum Herumstehen ausgewählt zu haben…du verstehst schon, was ich meine.

Doch mit einer Einstellung, bei der du immer die anderen Menschen für deinen Misserfolg verantwortlich machst, wirst du nicht weit kommen. Proaktive Menschen mit einem positiven Mindset machen nicht die anderen Menschen für ihre Probleme und Hindernisse verantwortlich, sondern nur sich selbst.

Sie beklagen sich nicht darüber, dass etwas Schlechtes in ihrem Leben passiert ist, sondern packen die Situationen, die sie ändern möchten, proaktiv an und machen das Beste daraus.

  • Proaktive Menschen finden immer einen Weg zum Ziel.
  • Proaktive Menschen packen Herausforderungen an und drücken sich nicht vor ihnen.
  • Proaktive Menschen gestalten ihr Leben, statt gestaltet zu werden.

Es liegt immer in deiner Hand, ob du dich reaktiv verhältst und lieber in der Opferrolle bleibst oder deinen Hintern hochkriegst und die Situationen veränderst, die dir nicht passen.

Entscheide dich also für eine proaktive und positive Einstellung!

Wenn kein Wunder passiert, sei selbst eines.

Nick Vujicic, australischer Motivationsredner Tweet

Schritt 5: Glaub an dich

Was bringt die meisten Spitzensportler dazu ihre Höchstleistungen immer wieder zu toppen und neue Weltrekorde aufzustellen?

Der unerschütterliche Glaube an sich selbst.

Sie haben die Gewissheit, dass sie es schaffen werden. Der Glaube an sich und an die eigenen Fähigkeiten ist einer der Grundpfeiler eines positiven Mindsets. Dieser Glaube kann Berge versetzen.

Wie sieht es bei dir aus? Glaubst du eigentlich an dich? Glaubst du daran, dass du deine Träume verwirklichen kannst? Glaubst du, dass du das Recht dazu hast, deinen Zielen nachzueifern?

Die meisten Menschen würden jetzt spontan mit Ja antworten. Bis man die Oberfläche verlässt und ein bisschen tiefer geht.

Warum glaubst du an dich? Warum glaubst du, dass du deine Träume verwirklichen kannst?

Ich möchte, dass du dir heute bewusst Zeit nimmst, um diese Frage zu beantworten und die Antwort darauf niederschreibst.

Diese Frage ist essenziell für dein Leben. Wenn du nicht einmal selbst weißt, warum du an dich, deine Träume, Ideen und Visionen glaubst, warum sollten es dann andere tun.

Denk über dich und deine Träume nach und überlege, warum du sie überhaupt erreichen willst. Warum solltest du überhaupt an dich glauben? Was lässt dich deine ganze Zeit und Energie in deine Ziele stecken? Wofür brennt dein Herz und warum brennt es dafür?

Der Redner Simon Sinek hat einen der populärsten Ted Talks der Welt auf YouTube veröffentlicht. Er heißt „Start with Why“ – beginne mit deinem Warum.

Hier kannst du ihn dir ansehen.

Das Warum ist immer dein größter Faktor, egal, ob es darum geht, dass du deine Ziele und Träume erreichen willst, oder einfach nur ein glückliches Leben führen magst. Dein Warum ist immer stärker als das Wie.

Die meisten Menschen konzentrieren sich viel zu sehr darauf, wie sie eine bestimmte Sache erreichen können, welche Ressourcen und Kontakte sie dafür brauchen.

Das Wie hat einen gewissen Stellenwert in deiner Zielformulierung und -erreichung, aber wenn du dein Warum nicht kennst, wirst du nach kurzer Zeit deinen Enthusiasmus verlieren, wenn es mal bei der Umsetzung zu Rückschlägen kommt.

Dein Warum nährt dein positives Mindset und lässt dich weitermachen in den schweren Zeiten.

Ganz nach dem Motto: Wo ein Wille, da ein Weg.

Der Wille ergibt sich aus deinem Warum und wenn du etwas wirklich willst, wenn du dein Warum genau kennst, wirst du auch einen Weg finden.

Winston Churchill hat einmal gesagt: „Erfolg bedeutet von Misserfolg zu Misserfolg zu wandern, ohne seinen Enthusiasmus dabei zu verlieren.“ 

Ein starkes Warum hilft dir, deinen Enthusiasmus nicht zu verlieren.

Deswegen starte mit dem Warum. Warum glaubst du an dich?

Dein positives Mindset – Jetzt bist du an der Reihe

Ein positives Mindset hilft dir, eine optimistische Grundhaltung einzunehmen und das Leben in seiner Schönheit zu genießen – mit all den Herausforderungen und Schwierigkeiten. Es macht dich nicht nur zu einem erfolgreicheren, sondern auch zu einem besseren Menschen.

Aber eine positive Einstellung kommt nicht von allein.

Arbeite an dir. Gib nicht auf. Lerne aus deinen Fehlern. Und vergiss nicht den Weg zum Ziel zu genießen.

Genau das macht einen Helden des Alltags aus. Und eines kann ich dir sagen: In jedem von uns steckt ein Held, der darauf wartet, seine Reise anzutreten.

Authentischer sein und zu sich selbst stehen: Stärke die Bindung zu deinem wahren Ich

Zu sich selbst stehen und authentischer sein beschrieben durch einen Mann, der im Sonnenuntergang läuft

Zu sich selbst stehen und authentischer sein ist nicht immer einfach. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Die Welt ist sich ständig am Drehen, wir stehen andauernd vor neuen Herausforderungen und stetig erwarten uns Veränderungen im Leben.

Dabei kann es zur Folge haben, dass wir anfangen uns selber etwas vorzumachen. Wir verbergen unsere wahren Gefühle und sagen nicht, was wir wirklich denken. Wir lassen uns von den äußeren Umständen treiben und richten uns an den Erwartungen von anderen.

In diesem oftmals schleichenden Prozess können wir langsam die Bindung zu unserer eigenen Person verlieren. Das „wahre Ich“ kommt nicht mehr so recht zum Vorschein. Der Wunsch wächst wieder zu sich selbst zu stehen und authentischer zu sein. 

Deshalb möchten wir im folgenden deine Authentizität stärken und dich dazu ermutigen, dass du die Person sein darfst, die du in Wirklichkeit bist. Ohne Maske und ohne Versteckspielchen. 

Was bedeutet es zu sich selbst zu stehen und authentischer zu sein?

Eine Person bezeichnet man als authentisch, wenn sie besonders „echt“ wirkt. Dieser Mensch kann zu sich selbst stehen und ist mit seinen Stärken und Schwächen im Einklang. Er kann sich so wahrnehmen, wie er wirklich ist und akzeptiert sich in seinem Erscheinungsbild.

Menschen, die authentisch sind, vermitteln ein ehrliches, unverborgenes und ungekünsteltes Bild gegenüber ihrem Umfeld. Sie präsentieren sich so, wie sie sind – ohne sich aufzuspielen oder ihre Persönlichkeit verzerren zu müssen.

Letztlich ist Authentizität eine fortgeschrittene Form der eigenen Selbstreflexion, Selbstliebe und Selbstakzeptanz. Diese Menschen können zu sich stehen und befinden auf einem guten Weg sich selbst gefunden zu haben.

Höhepunkt des Glückes ist es, wenn der Mensch bereit ist, das zu sein, was er ist.

Erasmus von Rotterdam (1466-1536), niederländischer Theologe Tweet

Authentischer sein und zu sich selbst stehen durch 8 Tipps

Nachfolgend möchten wir dir mit unseren acht Ratschlägen deine Authentizität stärken, sodass du eine stärkere Bindung zu dir selbst aufbauen kannst. Unsere Tipps sollen vor allem deine Selbstwahrnehmung fördern und deinen Mut stärken, sodass du dich weder vor dir, noch vor anderen verstellen musst und somit authentischer sein kannst. 

1. Finde heraus wer du wirklich bist

Wir starten direkt erstmal mit einem ordentlichen Brocken, der alles andere als einfach umzusetzen ist: Finde heraus wer du überhaupt bist.

Du willst authentischer sein und mehr zu dir selbst stehen? Dann muss man zuallererst wissen, wer man überhaupt wirklich ist bzw. sein möchte. Es kann wirklich schwierig sein sich solch eine globale und umfassende Frage der Selbstfindung beantworten zu können. 

Doch werde dir bewusst, wer du im Kern wirklich bist, was deine Werte sind und dich charakterlich ausmacht. Erst wenn man dies erkennt, ist es einem möglich zu sich selbst zu stehen.

Es ist nicht ganz einfach sofort eine Antwort parat zu haben. Aus diesem Grund beobachte dich gerne die folgenden Tage genauer, horche in dich rein und verschaffe dir ein Bild deiner charakterlichen Eigenschaften und Werte. Im Anschluss wird es dir leichter fallen die nachfolgenden Tipps für dich umzusetzen und authentischer zu sein.

Empfehlung von DailyMentor

Um dir deiner selbst bewusster zu werden, möchten wir dich auf unsere weiteren Beiträge hinweisen, die dich in diesem Selbstfindungsprozess unterstützen können.

Zu sich selbst finden: Die drei großen Schritte zur Selbstfindung

Definition der Persönlichkeitsentwicklung – Die 5 Sektoren, in denen du dich verbesserst

Methoden der Selbstreflexion – Einfache Übungen für deinen Alltag

Lebensziele finden: Mit diesen Methoden erkennst du sie!

2. Selbstbild und Fremdbild: Wie nimmst du dich wahr? Wie sehen dich andere?

Um den obigen Punkt weiter aufzugreifen, möchten wir noch über das eigene Selbst- und Fremdbild sprechen. 

Es ist wichtig, dass man den Unterschied für sich versteht. Denn die Person, die du selber in dir siehst, ist womöglich nicht diejenige, die du nach außen präsentierst. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung kann sich daher grundlegend voneinander differenzieren – sowohl positiv, als auch negativ.

Als kleines Beispiel: Du schätzt dich als eine emphatische Person ein, aber nach außen wird das womöglich von deinem Umfeld gar nicht so wahrgenommen. Genau andersrum denkst du selber von dir, dass du nicht zuverlässig seist. Doch auf die Nachfrage bei deinen Freunden sagen sie dir genau das Gegenteil, und dass auf dich immer Verlass ist.

Was stimmt nun und was nicht? Der Ursache dieser Dissonanz musst du selber auf den Grund gehen. Womöglich musst du auch dein Umfeld dafür einspannen und sie fragen, weshalb sie dich in deinem Fremdbild so bewerten.

Für die eigene Authentizität spielt vorrangig dein Fremdbild eine Rolle. Dieses Bild entscheidet, wie du von deinem Umfeld wahrgenommen wirst und dies bestimmt letztlich wie authentisch du wirkst.

Hingegen ist das Selbstbild besonders wichtig, wenn man mehr zu sich selbst stehen will, sodass eine gewisse Selbstreflexion der eigenen Person stattgefunden hat.

Es wird dir sehr helfen, wenn du dein Selbst- und Fremdbild verstehst. Am besten sollten diese Wahrnehmungen möglichst nah beieinander liegen, um so dein wahres Ich zu erkennen und zu leben.

3. Lege deine Maske ab

Auch hier wieder aufbauend auf den vorherigen Punkt möchten wir über die Maske sprechen, die wir uns manchmal in gewissen sozialen Kreisen aufsetzen.

Du kennst es mit Sicherheit auch: Bei der Arbeit, Schule oder Universität verhalten wir uns anders, als wenn wir alleine sind oder von unseren engsten Freunden umgeben sind. Wir verhalten uns „ordentlicher“, reservierter und geben weniger von uns preis. Das ist ganz normal.

12 Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst.

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Cover: Unsere 12 besten Tipps, wie du sofort dein Leben positiv verändern kannst

Doch wer zu sich selbst stehen will, möchte sich mehr so zeigen wie er im Kern wirklich ist. Also wieso setzen wir uns diese Maske in bestimmten Situationen auf? Man kann gerne auch im beruflichen Umfeld oder vor fremden Personen authentischer sein und sich so zeigen wie man ist. 

Es ist die eigene bewusste Entscheidung, ob man sein wahres Ich präsentieren möchte und wir möchten dich dazu ermutigen dieses regelmäßiger in der Öffentlichkeit zu tun.

4. Höre mit dem Vergleichen auf

Der ständige Vergleich mit anderen hindert einen daran authentischer zu sein.

„Guck mal, der hat das. Die kann das besser. Der ist glücklich. Die verdient mehr als du.“ Und jetzt? Macht es diejenigen zu besseren Menschen? Man darf zu seinen Idolen, Mentoren und Vorbildern gerne hochschauen und sich von ihnen inspirieren lassen. Aber was bringt einem dieser negative Vergleich mit anderen, außer dass man sich schlechter fühlt und sich selber einem gewissen Druck aussetzt?

Du stehst in keiner Konkurrenz mit anderen. Weder andere sollten dir etwas unter die Nase reiben, noch du den anderen. Das Leben ist kein Wettkampf, bei dem es wichtig ist, „besser“ als sein Umfeld zu sein. 

Jeder hat in gewisser Weise eine „Imponier-Maske“ mit der man anderen zeigen möchte, wie toll man ist. Man verhält sich letztlich nur so für sein eigenes Selbstwertgefühl und bauscht das eigene Fremdbild künstlich auf. Doch sich selber aufzublasen und zu präsentieren steht im genauen Gegensatz zu authentisch sein.

Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.- 65 n. Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker Tweet

Zu sich selbst stehen macht man doch vorrangig für einen selbst – und nicht für andere. Du willst authentischer sein und eine bessere Bindung zur eigenen Person schaffen. Da hilft einem kein Vergleich, in dem es darum geht besser oder schlechter als andere zu sein.

Du bist du. Ich bin ich. Wir beide stehen in keinem Wettkampf und keiner muss sich dem jeweils anderen beweisen. Dein Fokus sollte an erster Stelle bei dir liegen und nicht von den Meinungsbildern anderer Menschen abhängig sein.

Beweise es dir selbst und nicht irgendwelchen anderen.

5. Verlasse deine Komfortzone

Manchmal hindern uns unsere eigenen Ängste daran, wir selbst zu sein. Anstatt, dass man zu sich selbst stehen kann und der derjenige ist, der man wirklich ist, verstecken wir uns in der eigenen Komfortzone.

Die Gründe dafür sind vielschichtig und daher nicht ganz einfach zu identifizieren. Vielleicht fehlt einem das nötige Selbstbewusstsein, ist ein wenig schüchtern, hat Angst einen Fehler zu machen oder sich vor anderen bloßzustellen. Diese Unsicherheiten können aus ganz unterschiedlicher Herkunft stammen.

Wer zu sich selbst stehen will, muss definitiv eine Menge Mut aufbringen und sich trauen genau diesen sicheren Bereich der persönlichen Komfortzone zu verlassen. Es hilft dir leider nicht viel, wenn du dich konstant zurückhältst und immer auf Nummer Sicher gehst. Sich immer zu verschonen und nicht so zu zeigen, wie man wirklich ist, bedeutet in einer gewissen Art sich zu vernachlässigen. 

Es hört sich hart an, aber wenn du dich in dieser Komfortzone die ganze Zeit aufhältst und auf Fehlervermeidung und Sicherheit pochst, hältst du dich wissentlich klein. Dein Charakter brennt auf Sparflamme.

Die Persönlichkeit möchte aus diesem Käfig ausbrechen. Doch sie kann nicht. So lässt es sich weder authentischer leben, noch kann man so besser zu sich selbst stehen.

Deshalb traue dich. Traue dich die Komfortzone zu verlassen und deine Persönlichkeit zu entfalten. Deine Authentizität wird dir dafür danken.

6. Schwimme gegen den Strom

Ähnlich wie zuvor geht es auch hier um einen gewissen Sicherheitsgedanken, den wir innehaben – und zwar die Sicherheit, sich mit dem Strom zu bewegen. Man folgt der breiten Masse in dieselbe Richtung Hamsterrad.

Oft ist es auch so, dass der eigene Weg und die eigene Meinung mit der Mehrheit übereinstimmen kann. Das ist nichts Verwerfliches. Doch sollte das mal nicht der Fall sein, solltest du dich nicht davor scheuen müssen auch mal gegen den Strom zu schwimmen.

Deine Werte, deine Meinung – und daher auch deine Entscheidung in welche Richtung du dich bewegen möchtest. Es ist alles andere als einfach, dass wenn man mal nicht der Norm entspricht, die kritischen Blicke der anderen zu ignorieren. Doch genau darum geht es doch hier in dem Artikel, oder? Authentischer sein und zu sich selbst stehen. Sein wahres Ich zeigen und dazustehen.

Deshalb sollte dein Bild von dir selbst über den Meinungen der anderen stehen. Bewege dich also auf den Wegen, die für dich richtig scheinen und lass dich nicht von anderen überzeugen, dass sie falsch seien. Sie stecken nicht in deiner Haut.

Es kommt darauf an, sich von anderen zu unterscheiden; ein Engel im Himmel fällt niemandem auf.

George Bernard Shaw (1856-1950), irischer Dramatiker, Politiker und Pazifist Tweet

Kennst du das nicht auch, wenn jemand anderes einem die Stirn bietet? Sich traut etwas anders zu machen, als was normal ist? Ich empfinde es als unheimlich authentisch und sympathisch. Die Person hat vielmehr Respekt verdient anders zu sein oder den Mund aufgemacht zu haben, als dass man sie dafür verurteilen sollte.

Es hat nichts Falsches Querdenker zu sein oder andere Werte zu vertreten als die breite Masse. Stehe zu dir selbst – auch wenn du mal eine andere Meinung, als die anderen hast.

7. Authentischer sein durch Selbstliebe und Selbstakzeptanz

Selbstliebe und Selbstakzeptanz sind ganz entscheidende Säulen der Authentizität. Wer sich selber liebt und akzeptiert, kann auch authentischer sein.

Wer sich selber nicht leiden kann, wird seine Persönlichkeit auch lieber vor anderen verstecken wollen. 

Das heißt nicht, dass du mit dir zu 100 Prozent im Reinen sein musst, dich vollständig liebst und akzeptierst. Es heißt vielmehr, dass du dich selber als den Menschen siehst, der du wirklich bist.

Du darfst trotzdem deine Nase zu lang finden und was an deinem Charakter aussetzen. Es geht darum, dass du dich so annimmst mit all deinen Stärken und Schwächen. Mit allen Ecken und Kanten – als das einzigartige Individuum.

Wer ist schon auf dieser Welt perfekt? Trotzdem darfst du Selbstliebe und Akzeptanz dir gegenüber verspüren. Man darf sich trotzdem selber mögen und sich nicht vor der Welt verstecken müssen.

8. Stehe für dich ein und übernehme die Verantwortung

Ohne damit zu egoistisch zu wirken: Manchmal muss man sich auch den Platz schaffen, um zu sich selbst zu stehen.

Wenn dir jemand auf den Schlips tritt, stell ihn zu Rede. Du fühlst dich ungerecht behandelt, sprich es an. Das ist dein gutes Recht. Man muss nicht immer klein beigeben, sondern darf auch das einfordern, was einem zusteht.

Letztlich funktioniert so Authentizität: Für das einzustehen, was für einen wichtig und richtig ist.

Du darfst – nein, du SOLLST – deine Meinung äußern, deine eigenen Ziele verfolgen und Verantwortung für dein Leben übernehmen. Für alles Positive, aber auch Negative.

Denn so bejahend und motivierend der Artikel bis dahin auch ist, muss man auch in Negativphasen zu sich selbst stehen. Verantwortung und Authentizität umschließt das ganze Spektrum des Lebens und daher auch die Schattenseiten.

Trotzdem wird dich das nicht demoralisieren, sondern viel mehr ermutigen, dass du dich daran erinnern sollst, falls du mal in solch einen Moment gerätst. So ist das Leben und solche Situationen gehören dazu.

Unser Schlusswort: Authentischer sein und zu sich selbst stehen

Wir hoffen du konntest aus einigen unserer Tipps etwas Positives mitnehmen und kannst für die Zukunft die Bindung zu dir selbst stärken.

Es liegt in deiner Hand, inwiefern du dir dein wahres Ich eingestehst und es anderen gegenüber offenbarst. Es ist uns wichtig, dass du vor allem dir gegenüber ehrlich bist, dir deine wahren Gefühle zugestehst und dir erlaubst so zu sein, wie du letztlich bist. Zu sich selbst stehen ist wahrhaftig keine einfache Einsicht, doch nicht unmöglich. Sei wie du bist und sei authentisch.

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.

Henry Thoreau (1817-1862), amerikanischer Philosoph und Schriftsteller Tweet

Mut zur Veränderung – 6 Tipps, um Neues zu wagen

Mut zur Veränderung beschrieben durch einen Kompass

Veränderungen können so viele Emotionen und Gedanken hervorrufen: Aufregung, Vorfreude und Tatendrang, aber auch Ängste vor dem Ungewissen und der Veränderung an sich. Veränderungen – oder alleine schon nur Gedanken daran – können das eigene Leben auf den Kopf stellen. Manchmal scheint es so, als hätten wir unseren Mut zur Veränderung verlegt und finden ihn nicht wieder oder etwas hindert uns daran diesen aufzubringen.

Doch weißt du was? Jeder trägt diesen Mut zur Veränderung in sich.

Jeder von uns hat schon so viele Veränderungen selber eingeleitet und gemeistert. In der Vergangenheit haben wir es uns ein ums andere Mal bewiesen, dass wir dazu fähig sind.

Wir wollen dich deshalb an deinen Mut zur Veränderung erinnern und dir sechs Tipps mit auf den Weg geben, damit du ihn stärken kannst. Du trägst diesen Mut in dir! 

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen.

Mut zur Veränderung: Was Veränderungen in uns auswirken

Bevor wir zu unseren Tipps kommen, möchten wir einen etwas größeren Exkurs machen, wie wir Menschen auf Veränderungen reagieren. 

Warum scheuen wir uns manchmal vor Veränderungen? Was sind die Gründe für diese Angst und weshalb müssen wir ganz gezielt nach dem Mut zur Veränderung suchen, ehe wir den „Sprung ins kalte Wasser“ wagen?

Die Antworten findest du nun hier und sollten dich definitiv interessieren. Die Hintergründe von Veränderungen zu verstehen ist sehr wichtig, um deinen Mut zu stärken.

Was entscheidet, wie wir auf Veränderungen reagieren?

Jeder hat sich schon vielen kleinen und großen Veränderungen ausgesetzt gefühlt. Doch dabei ist eine Veränderung nicht immer die gleiche. Sie können unterschiedliche Effekte und Auswirkungen auf die eigene Person haben. Zwei Komponenten sind dafür entscheidend, wie man eine Veränderung wahrnimmt:

  1. Die Größe der Veränderung. Ist es eine eher kleine und alltägliche oder spiegelt sie doch eher einen gewissen Wendepunkt im Leben wider?
  2. Wer die Entscheidung einleitet. Wird man durch äußere Einflüssen zu einer Veränderung „gezwungen“ oder erhält man selber die Einsicht und greift zum proaktiven Handeln über?

Je größer uns eine Veränderung scheint, desto schwieriger tun wir uns diese anzunehmen.

Genauso entscheidend ist es, wo der Ursprung einer Veränderung liegt: Kam die Entscheidung von einem selbst oder doch durch äußere Umstände und Personen, wodurch man sich zu einer Veränderung gezwungen wird?

Solch ein Umbruch im Leben lässt sich für uns besser akzeptieren, wenn es die eigene Einsicht ist, die uns zum proaktiven Handeln führt. Andersherum nimmt man gerne mal eine gewisse Abwehrhaltung ein, wenn eine Veränderung durch die äußeren Umstände aufgesetzt wird.

Die emotionale Achterbahn einer Veränderung 

Um dir die persönliche Reaktion einer Veränderung zu verdeutlichen, begeben wir uns nun auf die emotionale Achterbahn, in der man sich befindet, wenn man eine Veränderung durchläuft. 

Die einzelnen Phasen einer Veränderung verlaufen im Grunde gleich ab. Wobei die größeren und einschlägigeren Veränderungen für jedermann deutlich spürbarer sind. 

Das Erkennen der Veränderung

Es ist der Zeitpunkt, an dem eine Veränderung bemerkbar wird oder sich für einen abzeichnet. Dabei ist es unerheblich, ob diese von extern aufgezwungen wird – durch die Umstände einer Situation oder das „Kommando“ einer anderen Person – oder durch die eigene persönliche Erkenntnis.

Der Stimmungspfad, den du in der unteren Grafik siehst, sinkt in aller Regel, da sich eine Änderung der gegebenen Umstände anbahnt. Das Unbehagen vor dem Ungewissen und Unvorhersehbaren steigt. In der Achterbahn begibt man sich bergab.

Mut zur Veränderung beschrieben durch die erste Infografik "Emotionale Achterbahn"
Die emotionale Achterbahn einer Veränderung als Grafik

Die Verweigerung der Veränderung

Die ersten intuitiven Gedanken sträuben sich gegen die Veränderungen. Schnell fallen einem Sätze ein, wie „Ich habe da meine Bedenken“ und eine pessimistische Grundhaltung gegenüber der Veränderung wird eingenommen.

Es besteht die Gefahr, dass die eigenen Erwartungen enttäuscht werden können und sich vertraute Situationen und Prozesse ändern könnten. 

Eine Veränderung fühlt sich in der Verweigerungsphase am negativsten an. Man erkennt hauptsächlich nur das Schlechte und ignoriert die womöglich positiven Effekte einer Veränderung.

Konfrontation mit der Veränderung

In der Konfrontrationsphase wird sich intensiver mit der Veränderung auseinandergesetzt und diese nicht nur ausgeschlagen. Womöglich kommt sogar eine erste gewisse Akzeptanz auf und man erkennt den Mehrwert, welcher die Veränderung mit sich bringen kann.

Man hinterfragt die Situation. „Was heißt die Veränderung für mich und welche Auswirkungen entstehen?“. Man kann langsam zu der Einsicht gelangen, dass die Veränderung auch in etwas Gutem resultieren kann.

Motivation und Umgang mit der Veränderung

Im letzten Schritt wird sich nicht nur mental mit der Veränderung beschäftigt. Man setzt die Veränderung um bzw. versucht ihr eine Chance zu geben, um sich zu beweisen.

In der emotionalen Achterbahn geht es nun wieder deutlich bergauf und man erlebt die Veränderung nun am eigenen Leibe. Im besten Fall hat man nun seine Zweifel abgelegt und erkennt, dass eine Veränderung die eigenen Umstände verbessern kann.

Doch es gibt auch andere Achterbahnen von Veränderungen, die ganz unterschiedlich wahrgenommen werden können.

Manch eine Veränderung schien bereits längst überfällig (siehe erstens) und es hat einem nur der Mut zur Veränderung gefehlt – den Stups in die richtige Richtung – damit sich die Situation bessert.

In anderen Situationen wird mit einer Veränderung kläglich versucht das „kenternde Schiff“ zu retten (siehe zweitens) und weckt dadurch falsche Hoffnungen.

Andere Veränderung treffen einen persönlich gar nicht mal so hart. Mit dem richtigen Mindset fällt die Talfahrt nahezu aus (siehe drittens) und man lässt sich von einer Veränderung viel weniger aus der Bahn schmeißen.

Mut zur Veränderung beschrieben durch die zweite Infografik "Emotionale Achterbahn"
Andere emotionale Achterbahnen einer Veränderung.

Wie du siehst, gibt es unterschiedliche Arten von Veränderungen, sodass es sich nicht global sagen lässt, ob alle Veränderungen schlecht oder gut verlaufen.

Die obigen Beispiele greifen mit Sicherheit nicht die gesamte Bandbreite an Stimmungspfaden ab. Es wird immer von deiner individuellen Situationen abhängen und wie du eine Veränderung aufnimmst.

Wieso haben wir Angst vor Veränderungen?

Wieso suchen wir manchmal nach dem Mut zur Veränderung? Oftmals liegt es daran, dass unsere Ausgangssituation nicht die beste zu sein scheint. Wir fühlen uns nicht ganz vorbereitet für eine Wandlung in unserem Leben.

Häufig liegt es also an einer oder mehreren (persönlichen) Unsicherheiten bzw. einem fehlenden Puzzlestück, damit wir das nötige Selbstbewusstsein aufweisen können, um eine Veränderung mit entsprechendem Vertrauen durchzuziehen.

Ob uns solch ein Puzzlestück fehlt, bemerken wir manchmal ganz bewusst. Manchmal ist es uns aber nicht mal wissentlich bekannt. Trotzdem fällt es uns in beiden Fällen deutlich schwerer eine Veränderung anzunehmen, wenn uns dafür augenscheinlich etwas Bestimmtes fehlt.  

Folgendes Schaubild findet vor allem bei Veränderungen im Unternehmenskontext und seiner Belegschaft Anklang. Doch auch im persönlichen Bereich benötigt man ein Ziel und Aktionsplan, die nötigen Fähigkeiten und Ressourcen, sowie die richtige Motivation, um eine Veränderung erfolgreich zu gestalten.

  • Ohne Ziel fehlt die klare Vision, weshalb eine Veränderung notwendig sein sollte.
  • Ohne Fähigkeiten fehlt es am nötigen Wissen bzw. Handwerkzeugen.
  • Ohne Motivation kann eine Veränderung nicht in der Konsequenz erfolgen.
  • Ohne Ressourcen fehlt es an Möglichkeiten eine Veränderung umzusetzen.
  • Ohne Aktionsplan fehlt die klare Richtung für die Veränderung.

Vielleicht erkennst auch du genau solch ein Potenzial bei dir, welches du noch verbessern musst, um in gewissen Situationen den Mut zur Veränderung zu finden.

Mut zur Veränderung erklärt anhand eines Schaubilds
Was passiert, wenn uns gewisse Voraussetzungen fehlen?

Jede dieser „Zutaten“ sind in gewisser Weise notwendig, damit eine Veränderung erfolgreich wird.

Hast du mal versucht, dein Navi ohne Zielpunkt zu starten? Eine neue Gewohnheit zu etablieren, ohne dir genügend Vorbereitung dafür zu geben (Fähigkeiten/Aktionsplan)? Abzunehmen, obwohl dir die nötige Disziplin fehlt (fehlende Motivation)? 

Ohne bestimmte Voraussetzung und Änderung wirst du nicht dein gewünschtes Ergebnis erreichen. 

Hier versteckt sich hier eine wichtige Einsicht und Fragen, die du dir beantworten must: Weshalb suchst du in gewissen Situationen den Mut zur Veränderung? Was denkst du, fehlt dir, weshalb du dich ggf. vor einer Veränderung scheust?

Oftmals verbirgt sich eine begründete Unsicherheit dahinter, sodass wir vor einer neuen Situation zurückscheuen. Und sei es auch nur die Angst vor dem Ungewissen.

Mut zur Veränderung fassen durch 6 Tipps

Nun möchten wir uns auch unseren Tipps widmen. Wir hoffen trotzdem, dass du dir den oberen Abschnitt sorgfältig durchgelesen hast und etwas mehr über die Hintergründe von Veränderungen verstanden hast.

Verstehst du nämlich die persönlichen Reaktionen von Veränderungen besser, wird es dir auch leichter fallen die nachfolgenden Tipps für dich anzunehmen und umzusetzen.

1. Ziele setzen und finden – Wo ein Wille ist…

Man kennt es: Irgendwas läuft gerade nicht so glatt oder fühlt sich in gewissen Lebensbereichen planlos. Man ist unzufrieden und irgendwie will man etwas ändern.

Der Tipp scheint womöglich auf den ersten Blick ein wenig offensichtlich. Doch trotzdem wollen wir es ganz ausdrücklich betonen, wie wichtig es ist seine Ziele zu kennen. Ziele können nicht nur die Erfolge sein, auf die man hinarbeiten will, sondern auch das, was man verändern möchte. Veränderungen können auch das eigene Ziel sein.

Über viele grundlegende Lebensziele lassen sich für dich entsprechende Veränderungen ableiten, die dein Leben gehörig – und hoffentlich positiv – auf den Kopf stellen können. 

Du willst abnehmen? Dann solltest du versuchen dein Essverhalten zu ändern, Sport in deinen Alltag zu integrieren, auf genügend Schlaf – und allgemein auf deinen Körper zu achten.

Du willst zufriedener in deinem Job werden? Dann musst schauen, ob es deine jetzige Arbeitsstelle zulässt und du etwas verändern kannst. Womöglich musst du aber auch deinen Arbeitsplatz wechseln, dich fortbilden oder sogar in eine andere Stadt ziehen. Diese übergeordneten Ziele können grundlegend deine Lebensweise verändern und direkt mit vielen Veränderungen in deinem Leben verknüpft sein.

Je konkreter du deine Ziele vor Augen hast, desto resoluter kannst du diese anstreben und schöpfst auch so die notwendige Sicherheit und den Mut zur Veränderung.

Deshalb die folgenden Fragen, die du die beantworten musst: WAS willst du ändern? WIESO soll sich was verändern? WAS sind deine konkreten Ziele?

Empfehlung von DailyMentor

Falls du noch Unterstützung benötigst, um deine (Lebens-)Ziele zu finden und deine Ziele richtig formulieren möchtest, lassen wir dir unsere Beiträge dafür hier. Mut zur Veränderung benötigt stets ein Ziel, wofür sich deine Mühen auszahlen.

Lebensziele finden

Ziele formulieren mit Hilfe der SMART-Methode

2. Einen Schritt nach dem nächsten

Wir müssen dich leider enttäuschen: Egal welche positive Veränderung du dir womöglich am liebsten jetzt und sofort herbeizaubern möchtest, so einfach ist es meistens nicht.

Bei den meisten Veränderungen handelt es sich um einen Prozess, der Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre dauern kann. 

Im ersten Schritt beginnt eine Veränderung meistens im Kopf – auf einer mentalen Ebene. Erst dann entsteht auch ein Plan und Ziel, ehe man sich dann mit der Umsetzung beschäftigten kann.

Die meisten Veränderungen passieren leider nicht über Nacht. Deshalb ist dein Durchhaltevermögen und deine Disziplin gefragt.

Selbst die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Große Veränderungen, die das Leben maßgeblich beeinflussen, erscheinen oft als eine unüberwindbare Barriere. Aus diesem Grund ist es wichtig sich diese Herausforderung häppchenweise aufzuteilen, um so klare Zwischenetappen und -ziele zu haben.

Veränderungen sind kein 100-Meter-Sprint, sondern vielmehr ein Marathon – wenn nicht sogar länger.

Das Wichtigste ist daher immer am Ball zu bleiben. Solang du deine Fortschritte beobachten kannst, befindest du dich auf einem guten Weg. Du kannst darauf aufbauen und deinen Mut zu Veränderung stärken. 

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3. Sei offen für Neues

Wer hat es nicht selber schon mal gehört oder gesagt? „Das haben wir schon immer so gemacht.“

Es ist ein absolutes Totschlagargument für jede Veränderung. Etwas so (weiter)machen, weil man es schon immer so aus Gewohnheit gemacht hat.

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert.

Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker Tweet

Veränderungen können Dinge auch schlechter machen. Stimmt, da haben diejenigen recht. Doch was sie vergessen: Veränderungen können Dinge auch besser machen. Und sie werden nie erfahren, wer nun recht hat, wenn sie auf dem ausgetrampelten Weg weiterlaufen.

Sei es bei der Arbeit oder im Privatleben: Ich habe mich auch gegen die eine oder andere Veränderung gesträubt, weil ich dachte, so wie ich es mache, ist es richtig und am besten. Ich habe ich im Nachhinein erkannt, dass ich mit meiner Meinung nicht richtig lag.

Wie oft hat man es schon selbst erlebt, dass man von einer Veränderung positiv überrascht wird, nachdem man seine anfängliche Skepsis abgelegt hat? Sehe bitte eine Veränderung als Möglichkeit, die dich bereichern kann. Sie kann dir Wege und Möglichkeiten aufzeigen, die du ggf. noch gar nicht kanntest oder womöglich als falsch abgestempelt hast.

Zu guter Letzt bricht sich niemand einen Zacken aus der Krone, eine Veränderung anzunehmen, sie zu erfahren und anschließend diese für sich als falsch zu beurteilen. Danach gibt es trotzdem noch die Möglichkeit zum Gewohnten zurückzukehren.

Also bitte sei offen für Neues, gebe der Veränderung eine Chance und schlage sie nicht von Anfang an aus.

4. Schaue nicht weg!

Ein Punkt, der uns ganz wichtig ist, ist, dass man Probleme nicht ignorieren oder verleugnen sollte. Falls du ein Problem hast oder dich eine Sorge plagt, hilft es nicht diese einfach zur Seite zu schieben.

Vielleicht werden für dich mit der Zeit diese negativen Gedanken mehr in den Hintergrund treten und du wirst weniger ihre Präsenz verspüren. Doch diese Dinge werden sich nicht von alleine lösen. Irgendwann können diese unschönen Dinge wieder an die Oberfläche treten und dich belasten. 

Auch wenn es dich viel Kraft und Mut kosten kann, deine Sorgen anzunehmen und etwas gegen sie zu machen, so werden sich deine Mühen schlussendlich doch auszahlen und dich stärker machen.

Mach kaputt, was dich kaputt macht.

Deshalb packe nicht nur deinen Mut zur Veränderung für die schönen Dinge zusammen, sondern auch für deine persönlichen Laster oder Sorgen.

Man muss nicht nur Gutes besser machen, sondern kann auch Schlechtes gut machen. Denn auch so können dir Veränderungen im Leben helfen.

5. Dekatastrophieren der eigenen Angst vor Veränderungen

Unentdeckte Wege, ungewisse neue Szenarien und Situationen, die man so noch nicht kennt. Eine Veränderung kann einschüchternd wirken – das stimmt.

Unser Kopf hat seine tückischen Eigenarten und mag es in solchen Situationen gerne zu katastrophisieren. Also Magnifizieren des Negativen – eine kognitive Verzerrung und Verschlimmerung der tatsächlichen Umstände.

Man stellt sich die schlimmsten Ausgänge einer Veränderung vor, kreiert sich sein Worst-Case-Szenario und denkt daran, was alles so schiefgehen könnte. Der Teufel wird an die Wand gemalt. Mut zur Veränderung? Fehlanzeige.

Man möchte gerne den Rückzug anmelden und zurück zum Gewohnten und Sicheren. Diesen reflexartigen Sicherheitsgedanken kennt wohl jeder von uns.

In Wirklichkeit will das Gehirn uns damit schützen. Denn jeder von uns trägt den evolutionären Überlebensinstinkt in sich, der sich immer auf Sicherheit beruft. 

Veränderung sind alles andere als sicher. Veränderungen tragen ein gewisses Risiko mit sich.

Deshalb ist es manchmal auch gut diese bösen Hirngespinste zur Seite zu schieben und sich darauf zu berufen die Situation zu dekatastrophisieren. Ganz nach dem Motto „Nicht denken, sondern machen.“

Natürlich sollst du stets wohlbedacht handeln und entscheiden, aber nicht ausschließlich an all das Schlechte denken – was alles schiefgehen könnte. Was kann denn auch alles gut gehen? Sei mutig und trau dich!

6. Du bist nicht alleine – Kommunikation und Hilfe durch andere

Wir möchten gerne den letzten Punkt noch ein wenig ausbauen. Veränderung können einen einschüchtern und verängstigen. Das sollte spätestens jetzt nichts Neues mehr sein.

Doch mit einer Veränderung musst du nicht alleine sein.

Eine Veränderung kann nicht nur dich, sondern andere gleichermaßen betreffen. Gemeinsam könnt ihr euch diese Situation bewältigen, füreinander da sein und euch unterstützen.

Mut zur Veränderung beschrieben durch einen Jungen, der im Wald zum Sonnenlicht läuft
Den Mut zur Veränderung musst dich immer alleine fassen. Du hast Leute, die dich auf deinem Weg begleiten.

Auch wenn eine Veränderung nur dich betreffen sollte, kann dir dein soziales Umfeld den Rücken stärken. Du musst dich nicht alleine fühlen bei der Konfrontation mit Veränderungen.

Freunde, Lebenspartner und Familie können dir zur Seite stehen. Womöglich kennst du auch jemanden, der eine ähnliche Situation durchlaufen ist. Wie hat derjenige diese Situation bewältigt und seinen Mut zur Veränderung gefunden?

Such dir deinen „Sparingpartner“ bzw. Menschen als mögliche Ankerpunkte für Zeiten, die für dich womöglich ein wenig turbulenter wirken. Denn Veränderungen lassen sich leichter überwinden mit gefestigten Sozialpunkten, auf die du dich berufen kannst. Sie können dir Rückhalt schenken und dich sicher fühlen lassen. 

Mut zur Veränderung: Unsere letzten Worte

Das Leben hat seine Aufs und Abs. Veränderungen gehören im Leben dazu und können einen kurzfristig auch mal ein wenig aus der Bahn werfen, sodass wir zeitweise unseren Mut zur Veränderung verlieren. Doch diese stürmischeren Zeiten sind in der Regel temporär und treiben dich im Nachgang voran.

Nutze doch einmal diesen kurzen Moment und erinnere dich zurück, wie viel sich in deinem Leben schon verändert hat und wo du dadurch nun stehst. Vielleicht fallen dir im ersten Moment viele negative Momente ein. Aber auch die meisten konntest du bereits überwinden. 

Es kommt manchmal vor, dass man den eigenen Mut zur Veränderung erneut suchen muss, ehe man sich an ihn erinnert. Doch jeder trägt ihn sich. Wir haben alle schon sie viele Veränderungen erlebt, selbst eingeleitet und gemeistert. Und es werden auch in Zukunft noch viele weitere folgen. Deshalb: Bleib mutig!

Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.

Vincent van Gogh (1853-1890), niederländischer Maler Tweet

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